Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an meine Betaleserin, Verliebtindich.

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 41: UVA:

Am Tag vor Weihnachten war die gewöhnlich angespannte Stimmung vom Ministerium etwas gelockert und sogar fröhlich. Selbst Onkel Neil war häufiger anwesend und Mark war angenehm gelaunt. Er sprach zwar nicht viel, war aber nicht unfreundlich. Er war ziemlich einsam und verbrachte seine Tage entweder mit seiner Schwester oder in seinem Zimmer, wo ihn Krummbein regelmäßig besuchte.

Harry verbrachte seinen Abend damit, sein letztes Geschenk einzupacken: Eine silberne Kette mit einer Gefühlsperle und auf der Rückenseite einen einfachen eingravierten Satz:

Wahre Liebe erlöscht niemals.

Er verzierte das Paket mit einer Schleife und fügte einen Brief hinzu.

Meine liebe Luna,

Ganz weit von dir, aber in Gedanken so nah. Ich vermisse deine Anwesenheit und dein Parfüm. Mehr als je und auf ewig, ohne dich oder mit dir, meine Flamme wird nie erlöschen.

Frohe Weihnachten,

Viele liebe Grüße.

Harry.

Er band den Brief an Hedwigs Bein, die abflog und an Rons Nase vorbeiflatterte, der gerade das Wohnzimmer der Evans betrat.

„Ist es das Paket für Luna?", fragte er.

„Ja. Und Krum? Gibt es Fortschritte?"

„Nein", seufzte Ron. „Das Schlimmste ist, dass ich wirklich anfange, ihn zu mögen, seitdem wir unser Zimmer teilen, und Hermine hat es mitbekommen. Für sie wird es immer schwieriger."

„Aber je länger sie warten wird, desto schlimmer wird es sein."

„Das ist sicher. Jedenfalls verbringt er seine ganze Zeit mit den Auroren, während sie in der Bibliothek sitzt. Das ist eine seltsame Beziehung. Ich weiß, dass Hermine es tut, um ihm auszuweichen, aber das scheint Krum nicht zu stören. Hermine ist vielleicht lernbegierig, aber alles hat seine Grenze. Viktor wundert sich überhaupt nicht."

„Morgen wird sie ihm nicht ausweichen können. Es ist Weihnachten und das wäre doch ziemlich verdächtig, wenn sie an jenem Tag in die Bibliothek gehen würde."

„Aber es ist auch nicht einfach, Viktor am Weihnachtstag zu sagen, was sie empfindet. Und ich kann mir schwer vorstellen, dass ich ihr mein Geschenk morgen geben würde, wenn wir alle um den Tannenbaum stehen werden. Ich denke, dass ich ihr ihr Geschenk schicken werde, so dass sie es bekommen wird, bevor wir uns alle treffen..."

In jenem Augenblick wurde an der Tür geklopft.

„Herein", sagte Harry.

Viktor Krum betrat schüchtern das Wohnzimmer.

„Darf ich mit euch reden?"

„Hm... ja, natürlich, Viktor", sagte Harry, indem er Ron ansah, der genauso überrascht war wie er.

Viktor Krum setzte sich auf das Sofa und seine gewöhnliche Selbstsicherheit war verschwunden.

„Ich möchte mit euch über Hermine reden, bevor ich mit ihr rede."

Harry und Ron setzten sich in die Sessel neben Viktor, offensichtlich sehr an dem interessiert, was er zu sagen hatte.

„Tja! Ich liebe sie sehr und ich hänge sehr an ihr, aber ich habe den Eindruck, dass sie hier nicht das gleiche Mädchen ist, das mir schreibt. Also möchte ich euch fragen, ob ihr eine Änderung in ihrem Verhalten bemerkt habt?"

Harry und Ron sahen sich einen Augenblick lang an. Harry hatte keine Lust darauf, diese Frage zu beantworten, aber er dachte, dass es für Ron noch schwieriger war. Er entschloss sich also dazu zu antworten.

„Nun, sie sitzt ständig in der Bibliothek. Zumindest in dieser Hinsicht hat sie sich nicht geändert. Aber ich habe das, was sie dir geschrieben hat, nicht gelesen, also kann ich dir nichts sagen."

„Hm... Einverstanden. Das nützt nichts, mir mehr zu sagen. Ich glaube zu wissen, wo das Problem liegt."

„Ach! Und... hm... Du denkst, dass das Problem ist...", fragte Ron interessiert.

„Das ist, weil wir uns länger nicht mehr gesehen haben. Und... und ich werde das mit ihr regeln. Danke!"

Ohne ein weiteres Wort zu sprechen, stand Viktor Krum auf und verließ den Raum.

„Danke, Harry", seufzte Ron.

„Ich habe fast nichts gesagt! Und man kann ja nicht sagen, dass ich ihn belogen hätte."

Am Weihnachtsmorgen wachte Harry früh auf, um die anderen um den Tannenbaum zu treffen, der in der Eingangshalle des zehnten Stocks stand. Für die Gelegenheit hatten Mrs Evans und Mrs Weasley einen großen Tisch für das Frühstück hergerichtet, wo Ron schon nach seinen Geschenken suchte, ohne sie aufzumachen.

„Frohe Weihnachten, Ron!"

„Frohe Weihnachten, Harry. Hast du all diese Geschenke gesehen? Das Riesenpaket dort ist für mich! Ich frage mich wohl, was das ist."

„Wow!", rief Harry aus, als er sah, wie groß das Geschenk war. „Offensichtlich steht der Name von demjenigen, der es dir geschenkt hat, nicht auf dem Papier. Ist Viktor noch nicht aufgestanden?"

Rons Gesicht verfinsterte sich.

„Er wartet im Wohnzimmer unserer Wohnung auf Hermine. Ich habe Hermines Geschenk gestern Nacht auf ihren Schreibtisch gelegt. Ich hoffe, dass er es nicht sehen wird."

Ginny kam im gleichen Augenblick aus der Wohnung.

„Frohe Weihnachten", sagte Ginny, die sich ihrem Bruder Ron näherte und ihm zuflüsterte: „Mensch! Du hast stark gehandelt! Ich hoffe, dass du deiner Lieblingsschwester ein genauso schönes Geschenk gemacht hast."

„Wo ist Hermine?", fragte Ron seine Schwester genau so leise.

„Was glaubst du denn? Sie spricht eben mit Viktor!"

„Hallo Kinder", sagte Onkel Neil, indem er die Eingangshalle zusammen mit seinem Sohn betrat. „Frohe Weihnachten! Ich habe es eilig, dass wir all diese Geschenke aufmachen. Wo sind die anderen?"

„Wir sind da!", sagten Fred und George, die eben appariert waren.

„Und auch wir!", fügte Hermine hinzu, als sie mit Krum aus den Wohnung ging. „Frohe Weihnachten!", sie sah Ron lächelnd an, fuhr die Hand zu ihrem Hals, was vermuten ließ, dass der Anhängerschmuck unter ihrem Hemd hing, und flüsterte ihm „Danke" zu.

Harry bekam an diesem Tag von Ron und Hermine ein Abonnement für eine Quidditchzeitschrift und einen neuen Quidditchumhang mit dem Wort Kapitän, das unter das Gryffindor-Abzeichen gestickt war, und ein Sortiment aus Fred und Georges Scherzartikelladen. Ron fing an, das Papier seines Riesengeschenkes zu zerreißen und fand einen riesigen Holzkasten.

„Mach ihn auf!", sagte Fred. „Wir möchten alle wissen, was darin liegt!"

Ron machte den Koffer auf und blieb mit offenem Munde stehen. Darin entdeckte er einen Besen, der in roten Samt gehüllt war, und ein Pflegeset.

„Wow!", rief George aus. „Das ist ein ausschließlich für Hüter in Sonderanfertigung hergestellter Feuerblitz mit Rückflugsfunktion! Und mit seinem spezifischen Pflegeset. Solch ein Besen kostet ein ganzes Vermögen!"

Ron konnte kein Wort sprechen.

„Warte, drinnen im Kasten gibt es eine Nachricht", sagte Fred, indem er sie nehmen wollte.

Doch Ron riss die Mitteilung aus den Händen seines Bruders.

„Es geht dich nichts an!", rief Ron aus.

„Oh doch geht es mich an! Ich möchte wissen, ob mein Bruder in Gringotts eingebrochen ist, um sich solch einen Besen zu kaufen!"

„Ich habe euch nicht gefragt, wie ihr euren Laden finanziert habt! Und ich habe das erst viel später erfahren. Jeder hat seine Geheimnisse!"

„Ruhe, Kinder!", griff Onkel Neil ein. „Jetzt bin ich dran, euch Geschenke auszuteilen. Hier ist eines für jeden von euch."

Onkel Neil gab jedem Weasley-Kind einen Umschlag so wie einen für Viktor Krum, einen für Hermine, einen für Harry und einen für seinen Sohn. Harry machte den Umschlag sachte auf und zog daraus zwei Tickets, auf denen stand:

Bon für einen VIP-Platz für das Konzert der Schwestern des Schicksals am 25. Dezember.

„Jeder hat einen Platz bekommen, bis auf Harry und Mark, die zwei haben. Das Konzert findet heute Abend statt. Ich hoffe, dass es euch gefällt!"

Die Antwort erklang sofort. Alle waren begeistert, dem Konzert zuhören zu können.

„Leider werde ich nicht dabei sein können, Mr Evans."

Alle Blicke wandten sich zu Viktor Krum um, der gerade gesprochen hatte.

„Ich möchte meinen Eltern eine Überraschung machen, indem ich früher zurückkehren werde, und ich werde heute Morgen nach dem Frühstück wieder weg sein."

„Ehrlich?", antwortete Onkel Neil. „Das ist wirklich schade! Dein Besuch hat uns so sehr erfreut."

„Danke, auch ich war darüber froh. Ich war begeistert, Sie alle kennenzulernen. Übrigens möchte ich Sie um die Erlaubnis bitten, Ginny meinen Platz zu geben. Ich denke, dass ein gewisser Dean sehr erfreut wäre, zu diesem Konzert zu gehen."

Onkel Neil gab seine Einwilligung und Ginny dankte Viktor Krum herzlich.

„Jedenfalls sollst du nicht zögern, wieder zu Besuch zu kommen. Du wirst immer willkommen sein."

„Danke, Mr Evans."

„Gut, da nun jeder seine Geschenke bekommen hat, so können wir jetzt frühstücken."

Hedwig flog in jenem Augenblick mit einem Paket an den Beinen aus dem Aufzug heraus und landete neben Harry.

„Na wirklich, wir werden ja nie essen können! Ist das ein Geschenk für dich, Harry?"

Harry war erstaunt. Das Paket, das an Hedwigs Bein gebunden war, war jenes, das er am vorigen Tag geschickt hatte.

„Ich verstehe nicht! Hedwig, ich habe dich darum gebeten, dieses Geschenk zu den Lovegoods zu bringen!"

„Oh, das hat sie aber getan!"

Luna kan aus dem Auszug und trug ein langes, leichtes, weißes Kleid. Harry fand sie schöner denn je.

„Sei nicht auf sie sauer! Ich habe lieber gewartet, bevor ich mein Geschenk aufmachte. Frohe Weihnachten an alle!"

Harry stand auf und ging zu Luna.

„Luna!", rief Onkel Neil aus. „Du kommst gerade rechtzeitig zum Frühstück! Setz dich!"

„Entschuldigen Sie mich, Herr Minister, aber ich möchte lieber nicht. Ich möchte Sie aber darum bitten, Harry für heute mitnehmen zu dürfen."

„Nun, ich weiß nicht, ob das so ratsam ist. Ein Auror wird euch begleiten müssen. Draußen ist es etwas gefährlich."

„Ich denke im Gegenteil, dass es dort, wo wir hin wollen, keine Gefahr gibt. Ich will für Harry die Überraschung behalten, wenn ich Ihnen aber „UVA 31 Oktober 1979" sage, dann könnte uns der Auror vielleicht nur während eines Teils des Wegs begleiten."

Onkel Neil lächelte plötzlich.

„Die Lovegoods überraschen mich immer wieder. Nun, einverstanden, Luna. Tonks hat heute Dienst und sie wird euch bis... bis dort begleiten, wohin sie euch begleiten soll. Ich werde einen Wagen des Ministeriums bestellen. Es wäre gut, wenn ihr um 18 Uhr für das Konzert von heute Abend zurück sein könntet."

„Einverstanden. Danke, Mr Evans, und guten Appetit!", sagte sie, dann drehte sie sich zu Harry um und sagte ihm: „Tut mir Leid, ich kann dein Weihnachtsgeschenk nicht mitnehmen. Wir werden ausgehen müssen. Wir werden den ganzen Tag lang weg sein."

„Wo gehen wir hin?"

„Ich habe mich gezwungen, dein Geschenk nicht sofort auszupacken. Auch du wirst warten müssen."

Luna und Harry gingen aus dem Ministerium, vor dem ein Wagen mit einem Fahrer und Tonks drinnen schon auf sie wartete.

„Frohe Weihnachten!", sagte Tonks. „Na, wo wollt ihr hin?"

„Nach Black Prince Road Nummer 36, Bitte, Miss Tonks."

„Black Prince Road? Aber die Warteliste dauert mindestens zwei Jahre... und an einem Weihnachtstag sogar zehn!"

„Zwölf, eigentlich... aber ich habe es trotzdem irgendwie geschafft!"

„Aber warum willst du unbedingt dahin? Es sei denn, das ist, um..."

„Wir werden UVA besuchen, Miss Tonks."

„Oh, das ist aber genial! Harry, du wirst..."

„Bitte, Miss Tonks, ich möchte die Überraschung behalten."

„Oh, natürlich, Luna."

Harry war noch verwirrter. Er fragte sich, wer diese UVA wohl sein konnte, und warum es so schwierig war, sie zu besuchen.

Nach zehn Minuten Fahrt befanden sie sich vor Black Prince Road Nummer 36, was eigentlich eine winzige, halb zerfallene und offensichtlich verlassene Reiseagentur war.

„Ich hole euch gegen halb sechs ab", sagte Tonks. „Passt euch das?"

„Das wird perfekt sein!", antwortete Luna. „Bis später!"

„Kannst du mir sagen, wo wir hingehen?", fragte Harry immer neugieriger.

„Wir werden UVA besuchen", antwortete sie und blickte zum Himmel. „Du wirst schon sehen."

Luna und Harry betraten die baufällige Agentur, wo sie eine junge Frau an der Theke empfing. Luna schritt nach vorne.

„Guten Morgen, ich habe für UVA mit dem Namen Miss Lovegood reserviert, bitte."

„UVA. Seit langer Zeit hat man sie nicht mehr mit diesem Namen genannt. Jetzt nennt man sie..."

„Ich weiß, wie man sie nennt. Doch mein hier stehender Freund weiß es nicht und ich möchte, dass er eine Überraschung hat."

Das Mädchen sah Harry etwas genauer an, dann schaute sie zu seiner Narbe und lächelte.

„Ich zweifle nicht daran, dass Mr Potter sehr erfreut sein wird, UVA zu besuchen. Wenn Sie mir bitte folgen möchten."

Harry und Luna folgten der jungen Frau bis zu einem Aufzug, dessen Gitter sich öffneten.

„Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag."

„Danke", antworteten Luna und Harry gleichzeitig.

Die Gitter des Aufzugs schlossen sich wieder und er fing an, herunterzufahren.

„Darf ich wissen, wer UVA ist?", fragte Harry, den soviel Geheimniskrämerei langsam nervte.

„UVA ist niemand", antwortete Luna. „Das ist der Spitzname eines Ortes."

Die Gitter des Aufzugs öffneten sich. Harry traute es seinen Augen nicht. Er hatte den Eindruck gehabt, dass der Aufzug heruntergefahren war, doch er befand sich auf einer Wolke und London lag unter ihm. Hinter ihm war der Aufzug verschwunden und ein Garten voller Rosensträucher mit Holzbänken und einem Tisch mit einem Frühstück lag stattdessen da.

„Harry, ich stelle dir diesen Ort vor, den man UVA nennt. Das ist eine verzauberte Wolke. Wir haben einen Garten, genügend zum Essen und die Temperatur ist immer ideal. UVA ist eigentlich die Abkürzung für Unter Vier Augen. Gefällt dir der Ort?"

„Ja, das ist wunderbar."

„Schön, aber mein Weihnachtsgeschenk liegt ein bisschen weiter hierhin..."

Harry folgte Luna bis zu einem mit gelben Blumen umgebenen Baum.

„Schaue auf diesem Baum, Harry. Es gibt eine Inschrift."

Harry näherte sich der großen Eiche und las die darauf eingravierte Inschrift.

Hier und auf ewig haben zwei Leute

Sich für immer gebunden,

Denn dieses Band kann nie gelöst werden,

Es ist die Darstellung unserer Liebe.

J. L. 31/10/1979

Harry schaute zu Luna hinauf.

„Das ist ein schönes Gedicht", antwortete er.

„Das ist mehr als ein Gedicht, Harry. Kannst du mich an dein Geburtsdatum erinnern?"

„Ich bin am 31. Juli 1980 geboren."

„Nun schau mal die Initialen, die auf diesem Baum eingraviert sind, an und rechne, wie viel Zeit zwischen diesem Datum und deinem Geburtsdatum verlaufen ist."

Harry überlegte einen Augenblick lang. Es gab neun Monate Unterschied zwischen dem eingravierten Datum und seinem Geburtsdatum. Dann schaute er die Initialen: J. und L. Er drehte sich mit einem breiten Lächeln zu Luna um.

„UVA wurde vor beinahe 15 Jahren umgetauft. Jetzt nennt man ihn "Der Baum von James und Lily". Frohe Weihnachten, Harry!"

Harry näherte sich Luna und küsste sie feurig. Das war das schönste Weihnachtsgeschenk, das er je bekommen hatte.