Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Herzlichen Dank an Verliebtindich, meine liebe Betaleserin.

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 43: Versteinere mich, wenn du's wagst:

Alle fanden, dass die Weihnachtsferien etwas zu kurz waren. Es war schon wieder Zeit, nach Hogwarts zurückzukehren. Es wurde abgemacht, dass der Portschlüssel von Tante Selene am Tag des Schuljahreswiederbeginns wieder benutzt würde, um nach Hogwarts zurückzukehren. Ganz früh hatten sich die Familien Evans und Weasley in der Eingangshalle des zehnten Stocks für den Abschied versammelt. Mrs Weasley gab ihren Kindern ständig letzte Anweisungen.

„Ich hoffe, ihr habt nichts vergessen?"

„Nein, Mum!", erwiderte Ron. „Ginny und ich haben unsere Koffer dreimal überprüft."

„Wenn ihr etwas vergesst, schickt uns einfach eine Eule und ich werde es Mrs Evans geben."

„Molly, ich möchte das lieber nicht. Ich will nicht manche Schüler vor andere bevorzugen."

„Ach! Ich verstehe", antwortete Mrs Weasley bedauernd. „Also werde ich euch all das per Eule schicken, wenn es nicht zu schwer ist."

Mark schritt zu seiner kleinen Schwester, die orange Haare, eine breite Nase und gelbe Augen hatte. Anscheinend wollte sie Krummbein nachmachen.

„Auf Wiedersehen, Schwesterchen! Verursache Mrs Weasley nicht zu viele Probleme."

„Weggehen?"

„Ja, Fanely! Ich gehe weg, aber ich komme ganz bald wieder, das verspreche ich dir!"

Fanely fing an zu schnüffeln.

„Will nicht dich weggehen!"

Fanelys Mutter näherte sich ihrer Tochter.

„Mark muss weg, mein Schatz. Er wird zu einer Schule gehen, wo du hingehen wirst, wenn du älter sein wirst. Und Mum kommt heute Abend zurück. Einverstanden?"

Fanely zerfloss in Tränen und Mrs Weasley nahm sie in ihre Arme.

„Na denn, Fanely! Weine nicht. Willst du, dass wir mit Tante Tonks spielen, Tierköpfe nachzumachen?"

Bei Tonks Namen hörte Fanely auf zu weinen und rieb sich die Augen.

„Danke Molly!", sagte Tante Selene. „Sie entwickelt zwar ihre Gabe mit Tonks, aber man sollte sie nicht zu viel stören, sie hat viel Arbeit."

„Natürlich! Ich sollte bloß Moody aus dem Weg gehen, denn sie fürchtet sich vor ihm."

Nach einem letzten Abschiedsgruß sammelten sich alle um den kleinen Kessel aus Zinn und wurden zu Mrs Evans Büro in Hogwarts gebracht.

„Die Unterrichtsstunden fangen in einer halben Stunde an!", sagte Tante Selene. „Ihr habt kaum Zeit, eure Koffer in eure Zimmer zu bringen. Harry, Ron und Hermine, verspätet euch nicht!"

Sie gingen alle aus dem Büro und befanden sich Draco Malfoy gegenüber.

„Mark! Sehr erfreut, dich wiederzusehen", rief Malfoy aus. „Nun, wie waren diese Ferien?"

„Was glaubst du denn, Draco?"

Marks Stimme war finster geworden.

„Erzähl's mir!", sagte Malfoy.

„Zwischen einem Schlammblut, zwei Weasleys und meinem blöden Cousin sind diese Ferien eine echte Plage gewesen."

Harry drehte sich erstaunt zu seinem Cousin um. Sein Verhalten war wieder anders geworden. Draco Malfoy lächelte und half dann Mark, seinen Koffer zu tragen.

„Mein armer Mark. Ich bemitleide dich wirklich. Ich selbst weiß nicht, ob ich dazu fähig gewesen wäre, all das nur einen einzigen Tag lang zu ertragen. Du wirst mir all das erzählen können."

Mark und Malfoy betraten einen anderen Gang und ließen die Gryffindors vor der Tür des Büros stehen.

„Das kann doch nicht wahr sein!", rief Harry aus. „Er tut es wieder!"

„Malfoy beeinflusst ihn", seufzte Hermine. „Das war unvermeidlich."

Eine halbe Stunde später befanden sich Harry, Ron und Hermine im Klassenzimmer für Zaubertränke. Professor Evans trat ein und ging zu ihrem Arbeitstisch.

„Guten Morgen an alle."

„Guten Morgen, Professor Evans", antworteten die Schüler gleichstimmig.

„Ich hoffe, dass Sie gute Ferien verbracht haben und dass Sie wieder dazu bereit sind zu arbeiten. Aber vorher möchte ich Ihnen eine gute Nachricht mitteilen."

Die Schüler richteten sich auf ihren Stühlen wieder auf, da sie auf Professor Evans' gute Nachrichten immer aufmerksam waren.

„Da der Halloween-Ball gut gelaufen ist, habe ich die Freude, Ihnen anzusagen, dass ein zweiter Ball am vierzehnten Februar zum Valentinstag stattfinden wird. Die Organisation wird genauso sein wie für den ersten Ball. Ich hoffe, dass alles gut laufen wird und dass Ihnen die Feier gefallen wird!"

Ein langes Geflüster lief durch das Klassenzimmer. Die Aufregung war offenbar noch größer als bei der Ansage des vorigen Balls.

„Ein Ball zum Valentinstag, wie interessant! Nicht wahr, Ron?"

Doch Ron hörte Harry nicht zu. Hermine und er wechselten lange Blicke mit einem dummen Lächeln auf ihren Gesichtern. Harry verkniff sich sein Lachen, als er seine beiden Freunde in diesem Zustand sah.

„Na denn! Na denn!", sagte Professor Evans. „Der Ball wird in mehr als einem Monat stattfinden. Meine Damen, Sie haben eine Menge Zeit, um über Ihre Kleidung zu reden... und meine Herren, Sie haben eine Menge Zeit, um ein Mädchen zu bitten. Lassen Sie mich nicht bedauern, dass ich es Ihnen sofort angekündigt habe. Es wird Zeit, sich an die Arbeit zu machen!"

Der Zaubertränkeunterricht verlief in guter Laune. Aber Harry fing an, sein Lachen nur noch mit Schwierigkeiten verbeißen zu können, wenn er sah, wie sich Hermine und Ron ständig anstarrten. Selbst Hermine war so sehr außer sich vor Freude, dass sie Harrys Notizen abschreiben musste. Also traf Harry kurz nach dem Mittagessen die Entscheidung, Luna in der Bibliothek zu treffen, um Ron und Hermine reden zu lassen. Luna saß alleine an einem Tisch und war in ihre Notizen vertieft, als Harry ankam.

„Hallo!", sagte er und küsste sie. „Wie ist es denn möglich, dass ich meine Prinzessin nicht mehr vor einer Herde Jungen retten muss, die sie zum Ball einladen wollen?"

„Vielleicht, weil ich einen offiziellen Märchenprinzen habe", antwortete Luna. „Oder soll ich nach einem anderen Tanzpartner suchen?"

„Schauen Sie doch Ihr Armband an, liebe Prinzessin, es sollte Ihre Frage beantworten."

Luna betrachtete das Armband an ihrem Handgelenk. Die Gefühlsperle glänzte.

„Dann denke ich, dass ich davon begeistert wäre, Arm in Arm mit meinem Prinzen zum großen Ball des Valentintags zu gehen."

Luna und Harry küssten sich wieder.

„Wo sind Ron und Hermine?", fragte Luna.

„Ich habe sie sich lange gegenseitig anstarren lassen", antwortete Harry.

„Wie grausam kannst du mit ihnen sein! Auch sie mussten uns ertragen, als wir noch nicht zusammen waren."

„Wir waren aber nicht so lächerlich!"

„Wir waren noch lächerlicher! Du hattest bloß nicht den Blick von Außen, den du jetzt hast. Erinnerst du dich daran, dass wir es nicht mal mitbekamen, wenn sie die Bibliothek verließen?"

„Einverstanden", sagte Harry. „Einverstanden, ich habe nichts gesagt!"

Ginny und Dean näherten sich dem Tisch, an dem sie saßen.

„Hallo, ihr beide!", sagte Ginny.

„Hallo Ginny."

„Ich bin meinem Bruder und Hermine eben begegnet. Wie süß sind sie! Ich habe nicht den Eindruck, dass Ron schon mit Hermine gesprochen hat, aber das sollte nicht mehr lange dauern."

„Ron wird sich dazu entscheiden, sie spätestens heute Abend anzusprechen, denke ich", sagte Harry. „Er hat ihr noch keine Mitteilung über den Ball geschickt."

„Heute Abend gibt es aber ein Treffen der Vertrauensschüler!", antwortete Ginny. „Es war Hermine, die es mir gesagt hat. Also wird es nicht heute Abend sein. Es gibt immer etwas, was sie davon abhält zu reden."

„Die Vertrauensschüler müssen nun mal solche Treffen haben", antwortete Luna. „Tja, sie werden es schon schaffen, einen Moment für sich zu finden."

Harry, der den ganzen Nachmittag lang mit Ron und Hermine verbrachte, fing an, von ihrem Verhalten etwas verärgert zu werden. Doch er erinnerte sich daran, was ihm Luna gesagt hatte, und hielt sich davon ab, sich etwas anmerken zu lassen. Also traf Harry die Entscheidung, mit Ron zu reden, als sie sich beide nach dem Ende des Unterrichtstags in ihrem Schlafsaal befanden.

„Nun! Wann wirst du mit Hermine reden können?"

„Heute Abend ist es nicht möglich", antwortete Ron. „Ich habe ein Treffen. Und das ist schwierig, den passenden Ort und die passende Zeit zu finden. Ich weiß nicht, wie ich es tun werde."

„Ich weiß nicht, wie du es tun wirst, aber für den Rest werde ich dir helfen. Hast du ein bisschen Zeit, bevor du zum Treffen hin musst?"

Ron schaute auf seine Uhr.

„Etwa zwanzig Minuten."

„Das ist mehr als genug. Folge mir!"

„Wohin?"

„Das wirst du sehen."

Harry führte Ron zum Raum der Wünsche. Ron, der anfing zu vermuten, wo er hinging, sagte:

„Ach ja! Du führst mich zum Raum der Wünsche... Das nützt nichts, mich dahin zu führen, ich weiß, wo er liegt. Und jetzt muss ich zum Treffen!"

„Warte mal, du wirst sehen!"

„Das ist nicht nötig, das versichere ich dir", sagte Ron. „Jetzt muss ich wirklich weg."

„Wir sind direkt daneben. Wir brauchen nur ein Minütchen."

Sie kamen in dem Gang an, wo der Raum der Wünsche lag, doch die Tür des Raums war zu Harrys großer Überraschung einen Spalt breit geöffnet.

„Hier drinnen ist jemand? Das kann doch nicht wahr sein!"

Harry stürzte sich zur Tür und machte sie auf. Er glaubte, er würde sich von dem nie erholen, was er gerade gesehen hatte. Luna stand da mit Mark und lachte mit ihm in der gleichen Umgebung wie in der Nacht von Halloween. Dort, wo er sie zum ersten Mal geküsst hatte. Mark bemerkte Harry auf der Türschwelle und hörte auf zu lachen. Luna drehte sich um und erblickte dann Harry.

„Harry!", sagte sie. „Warte, ich werde es dir erklären."

Harry fasste sich wieder von seinem Schock auf und antwortete:

„Oh, ich glaube, dass du mir nichts sagen musst, Luna! Ich werde euch nicht länger stören."

Harry machte sich nicht mal die Mühe die Tür zuzumachen und ging mit eiligen Schritten wieder weg.

Lunas Stimme erklang im Gang:

„Ron! Halt ihn schnell auf!"

„Wie?"

„Ich weiß es nicht, tue etwas!"

Harry drehte sich nicht um. Er lief den Gang entlang und schaute zu Boden. Dann erblickte er Hermine einige Meter von ihm entfernt.

„Hermine, stopp ihn!", rief Ron aus.

Hermine zückte ihren Zauberstab und Harry blieb plötzlich stehen.

„Stoppe hier, Harry, und schreite zurück nach hinten!", sagte Hermine mit finsterer Stimme.

„Was ist denn mit dir los, Hermine?", fragte Harry erstaunt.

„Kehre zum Raum der Wünsche zurück! Schnell!"

Harry drehte sich um und sah, wie Ron und Mark mit ihren Zauberstäben auf ihn zielten. Harry blieb mit offenem Munde stehen.

„Ihr seid verhext worden, was?", fragte er.

„Harry! Kehre schnell zum Raum der Wünsche zurück!", sagte Mark.

Harry drehte sich zu seinem Cousin um.

„Du bist es, oder? Das ist deine Schuld! Aber du wirst es mit mir nicht so leicht haben!"

Harry zog seinen Zauberstab aus seiner Tasche und zielte auf Hermine.

„Ich werde es tun, Hermine", sagte er. „Ich will es nicht tun aber ich werde es tun!"

„Doch nicht vor mir!", antwortete sie. „PETRIFICUS TOTALUS!"

Harry wurde versteinert. Er lag auf dem Boden. Er hörte, was geschah, aber konnte nicht handeln.

„Bringen wir ihn schnell zurück!", rief Hermine aus. „Man könnte uns sehen. Ron, hilf mir bitte!"

Harry wurde von Ron, Hermine und Mark zum Raum der Wünsche gebracht. Sein eigener Körper war zu einer Falle geworden und er konnte nicht ausbrechen. Er fühlte sich völlig leer. Seine eigenen Freunde hatten sich gegen ihn gestellt.