Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Verliebtindich für ihre Korrekturen, und an Euch Leser, dass ihr immer noch da seid!

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 45: Das Enthüllo:

Der Tag nach dieser Enthüllung war für Harry qualvoll. Ständig dachte er an Luna, an ihre rötlichen Augen, aber auch an ihren leeren Blick, wenn sie in den Gängen herumlief. Er mochte es nicht, sie so zu sehen, aber der Groll war stärker. Er erinnerte sich an alle guten Momente, die er mit ihr verbracht hatte, und dachte dabei, dass sie während dieser ganzen Zeit nicht ehrlich gewesen war.

Er war nicht nur auf Luna sauer. Alle Mitglieder der neuen DA waren beteiligt. Die einfache Tatsache, sich Ron und Hermine gegenüber normal zu verhalten, war auch peinlich. Sie selber verhielten sich nicht normal. Die Gespräche, die sie mit Harry führten, waren nur praktisch, wie seine Notizen lesen, ihm ein Pergament ausleihen, ihn um Präzisionen über eine Aufgabe bitten... Es gab nicht mehr diese Lachanfälle, die sie auszeichneten. Zum ersten Mal seit seiner Ankunft in Hogwarts sechs Jahre zuvor fühlte sich Harry einsam.

Nach ihrem Wahrsagenunterricht gingen Harry und Ron direkt zum Raum der Wünsche. Harry hatte in seinem Rucksack das Fläschchen Enthüllo. Er wusste, dass es nichts nützen würde, alle Mitglieder der DA einige Tropfen trinken zu lassen, dass sie alle unschuldig waren. Trotz all dem, was geschehen war, vertraute er allen Mitgliedern der DA. Sie alle waren seine Freunde. Aber er lehnte es ab, darauf zu verzichten, ihnen Enthüllo zu geben. Er hatte ihnen lang genug vertraut und nun musste er allen misstrauen.

Als sie den Raum der Wünsche erreichten, standen alle Mitglieder der DA in einem leeren weißen Raum. Luna war etwas weiter hinten an einer Wand gelehnt, alleine, von der Gruppe entfernt, mit leerem Blick. Sie war wahrscheinlich in weit entfernte Gedanken vertieft. Ginny hatte Gläser mitgebracht, die sie wortlos verteilte, während Harry sein Fläschchen Enthüllo herausnahm und entkorkte. Ginny räusperte sich.

„Hmm... Harry, das Enthüllo, das du hast, ist rein. Du brauchst nicht viel davon in jedes Glas zu geben. Zwei Tropfen in einem halbvollen Glas Wasser werden genug sein. Hier ist eine Pipette für die Dosis. Wenn jemand einer anderen Person, die in diesem Raum steht, etwas verhüllen möchte, wird er oder sie es trotzdem automatisch sagen. Also hat Luna darum gebeten, dass es eine Kabine gibt, als sie den Raum hat erscheinen lassen. Jede Person wird einzeln zu dir hinein gehen. Die Wirkung sollte etwa drei Minuten lang dauern."

Hermine näherte sich Harry und reichte ihm ein Pergament.

„Hier sind alle Namen der Mitglieder der neuen DA. Du wirst aufschreiben können, wenn die Person kommen wird. In der Kabine gibt es einen Hahn, um das Enthüllo in jedes Glas zu mischen."

Harry blickte auf das Pergament.

Mitglieder der neuen DA:

Hannah ABBOT (Hufflepuff)

Katie BELL (Gryffindor)

Susan BONES (Hufflepuff)

Owen CAULDWELL (Hufflepuff)

Cho CHANG (Ravenclaw)

Colin CREEVEY (Gryffindor)

Dennis CREEVEY (Gryffindor)

Mark EVANS (Slytherin)

Seamus FINNIGAN (Gryffindor)

Hermine GRANGER (Gryffindor)

Neville LONGBOTTOM (Gryffindor)

Luna LOVEGOOD (Ravenclaw)

Laura MADLEY (Hufflepuff)

Padma PATIL (Ravenclaw)

Parvati PATIL (Gryffindor)

Dean THOMAS (Gryffindor)

Liliana WANDER (Ravenclaw)

Ginny WEASLEY (Gryffindor)

Ronald WEASLEY (Gryffindor)

Harry schaute alle Mitglieder der DA an und sein Blick ruhte einige Sekunden lang auf Luna, die sich nicht einmal bewegt hatte. Harry ging zur Kabine. Dann drehte er sich ein letztes Mal um. Mark ergriff das Wort:

„Ich denke, dass ich als erster gehen sollte, wenn du es erlaubst, Harry."

Harry antwortete nicht und drehte sich zur Kabine um, wohin ihm Mark folgte. Es war ein kleiner Raum, in dem sich nur zwei Sessel gegenüberstanden. Jeder setzte sich auf einen. Harry nahm das Glas seines Cousins, gab zwei Tropfen Enthüllo hinein und mischte es dann in ein halbes Glas Wasser. Mark trank das Glas aus. Er fing automatisch an, von Liliana und von seinen Gefühlen zu reden, aber nichts Wichtiges. Harry hörte dem nur unaufmerksam zu, wie übrigens bei allen anderen.

Unter anderen Umständen hätte die Lage lustig sein können, aber an jenem Augenblick war sie es nicht. Es regnete Entschuldigungen und Bedauern. Harry hob nicht mehr die Augen. Es blieb nur noch eine Person übrig.

Luna betrat wortlos die Kabine. Sie war wie in einem Trancezustand und ihr Blick war starr. Harry nahm das Glas aus Lunas Händen und gab die zwei Tropfen Enthüllo hinein. Als er aber Wasser hinein mischen wollte, ergriff sie das Fläschchen reinen Enthüllos, das beinahe voll war, und trank es unter Harrys überraschtem Blick mit einem Schluck aus, dann ergriff sie das Wort:

„Ich liebe dich und ich bedauere, was ich getan habe. Ich habe nur an dein Wohl gedacht, indem ich das getan habe, was ich getan habe, und ich habe nie daran gedacht, dass ich dir dabei weh tun würde. Glaub mir. Es ist für mich sehr schwierig gewesen, Dinge zu wissen und sie dir nicht sagen zu können. Ich verstehe deine Reaktion völlig und ohne Frage verdiene ich, was mir geschieht, auch wenn ich darunter leide. Ich denke, dass das Beste für dich wie für mich ist, dass ich nicht mehr an der DA teilnehme. Übrigens habe ich das ganze Fläschchen Enthüllo getrunken, um nichts mehr von dem zu wissen, was hier los ist, und auch um zu vergessen, dass ich leide. Ihr dürft mir nichts mehr sagen, denn ich könnte alles enthüllen. Außerdem werdet ihr einen Gedächtniszauber auf mich wirken müssen, bevor ich diesen Raum verlasse."

Luna beendete ihren Satz und ihr Blick war genauso wie bei ihrem Eintritt. Harry seufzte tief. Er füllte Lunas Glas bis zur Mitte und trank es mit einem Schluck aus.

„Du hättest das ganze Fläschchen nie austrinken sollen. Du warst eine teure Hilfe für die DA und ich werde mit jemandem Kontakt aufnehmen, damit man mir so früh wie möglich ein Gegengift geben kann und damit du wieder zu uns kommen kannst. Du wolltest die Momente vergessen, die wir zusammen verbracht hatten, aber es wäre mir lieber gewesen, wenn du dich daran erinnern würdest, denn ich hänge an diesen Momenten so sehr wie ich an dir hänge. Was du jetzt getan hast, war der schönste Liebesbeweis, den du mir geben konntest. Ich denke, dass ich mich nicht genug darum bemüht habe, dich zu verstehen. Gestern habe ich zu heftig reagiert und ich dachte das nicht wirklich, was ich gesagt habe. Ich war zornig und ich dachte nicht, dass man eine Person, die man liebt, anlügen kann. Also habe ich an dir gezweifelt. Jetzt habe ich verstanden. Ich liebe dich, Luna, und wenn du den Beweis dafür haben willst, kannst du auf dein Armband schauen."

Luna schaute auf ihr Armband und lächelte. Die Gefühlsperle hatte wieder angefangen zu glänzen. Harry stand auf, ging zu ihr und kniete sich neben den Sessel, in dem sie saß.

„Das Problem ist, dass wir dir das Gedächtnis seit etwa dem Schuljahresbeginn werden löschen müssen, da du Vieles über den Spiegel weißt. Wir werden so tun, als hättest du einen Unfall gehabt, für den Mark verantwortlich wäre. Wir werden so tun, als hättest du dann das Gedächtnis verloren. Und wir werden weiterleben, als wären nichts geschehen, als hätten diese beiden Tage nie existiert. Bist du einverstanden?"

Luna lächelte, ihre Augen glänzten und sie warf sich in Harrys Arme. Nach einigen Minuten richteten sie sich wieder auf und gingen Hand in Hand aus der Kabine. Die Mitglieder der DA drehten sich um und es herrschte Stille, da jeder instinktiv darauf wartete, dass Harry sprach. Dann lächelte er.

„Ich bin nicht mehr sauer auf euch. Ich frage mich allerdings, ob ich wirklich auf euch sauer gewesen bin oder ob es die Tatsache gewesen ist, nichts zu wissen, die mich gekränkt hat. Luna wird die DA verlassen müssen. Sie hat zufällig das ganze Fläschchen Enthüllo ausgetrunken. Jetzt verstehe ich, warum sie eine Zeit lang Loony genannt wurde."

Harry drehte sich lachend zu Luna um. Sie selbst fing an zu lachen und bald lachten alle Mitglieder der DA laut. Durch dieses einfaches Lachen fand Harry seine Freunde wieder.

„Da ich kein Gegengift für das Enthüllo habe, werde ich Fred und George darum bitten, schnell genug eines zu finden, damit sie bald zu uns in die DA zurückkehren kann. Leider werden wir einen Gedächtniszauber auf sie wirken müssen und das ist unheilbar. Wie ihr es zwei Monate lang für mich getan habt, so werden wir ihr nichts sagen dürfen. Wir werden so tun, als wäre es ein Unfall. Mein 'böser Cousin Mark' wird einen Gedächtniszauber wirken, aber wenn es möglich ist, wäre es mir lieber, wenn es Hermine wäre, die es tun wird. Sei nicht gekränkt, Mark, aber ich denke nicht, dass man im ersten Jahr die Technik dafür beherrscht, und ich möchte, dass Luna voll gesund bleibt, wenn es möglich ist. Ich schlage euch vor, dass wir das Treffen heute einstellen. Hermine, Ron und ich werden Lunas Unfall inszenieren. Und Mark wird bei Malfoy über diese Heldentat prahlen können."

Nachdem alle DA-Mitglieder den Raum der Wünsche verlassen hatten, stellten sich Harry, Ron, Hermine und Luna in den Gang.

„Ich denke", sagte Hermine, „dass wir so tun sollten, als würdet ihr durch den Gang gehen und als würde die Person, die dich angegriffen hat, hinter dir stehen. Ron und ich würden danach ankommen. Wir werden dann sagen, dass keiner gesehen hat, wer dich angegriffen hat, und natürlich werden wir dir sagen, dass wir Mark verdächtigen. Dann werden wird dir alles erzählen, was während der letzten vier Monate geschehen ist. Tja, das, was du wissen sollst. Wenn ich es richtig schaffe, solltest du dich normalerweise jedoch an einiges erinnern, aber an nichts, was die DA, Mark oder den Spiegel betrifft. Man wird also denken, dass der Fluch nicht perfekt ist und dass er ihn also hätte wirken können."

„Du denkst an alles", sagte Ron. „Und wirst du es schaffen, einen so präzisen Zauber zu wirken?"

„Natürlich wird sie es schaffen, Ron", sagte Luna plötzlich. „Ich frage mich aber wirklich, ob du es je schaffen wirst, ihr zu sagen, dass du sie liebst, denn Hermine wartet seit einer langen Zeit auf dieses Moment. Übrigens haben Harry und ich es eilig, dass ihr zusammen und endlich glücklich seid."

Harry brach in lautes Gelächter aus, während Ron und Hermine sehr heftig erröteten.

„Es tut mir Leid, ich kontrolliere das nicht mehr, was ich sage!", rief Luna aus. „Harry, finde schnell ein Gegengift, sonst könnte ich Katastrophen um mich herum verursachen."

„Oh ja!", antwortete er. „Je früher, desto besser."

Jeder stellte sich dann so wie vorgesehen. Hermine konzentrierte sich einen Augenblick lang, dann wirkte sie den Gedächtniszauber auf Luna, die nach hinten geworfen und von Harry gehalten wurde.

„LUNA!", rief Harry aus. „LUNA, ALLES IN ORDNUNG?"

Luna blinzelte, als würde sie aus einem tiefen Schlaf erwachen. Ron und Hermine stürzten zu ihnen, so wie es vorgesehen worden war.

„Was ist geschehen?", fragte Luna, die den Kopf in ihre Hände legte, als würde sie schrecklich leiden.

„Ich weiß nicht!", sagte Harry. „Wir wollten zum Raum der Wünsche und plötzlich bist du zu Boden gestürzt!"

„Ich habe jemand hinter dir erblickt, Harry!", sagte Hermine. „Ich habe den Eindruck, dass es Mark war, aber ich bin mir nicht ganz sicher."

Harry beugte sich mit einem zornigen Blick zu Luna und rief aus:

„Warum peinigt er dich denn so? Er hat ein Bücherregal auf dich stürzen lassen und jetzt wirkt er einen Fluch auf dich!"

Luna stand mit Schwierigkeiten auf, ein Hand auf der Schläfe, und sagte:

„Ein Bücherregal? Mark hat ein Bücherregal auf mich stürzen lassen? Wann?"