Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Wie immer verdankt ihr Verliebtindich, dass die Geschichte in gutem Deutsch übersetzt wurde!

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 46: Abrechnungen im Stadion:

Für Harry war alles wieder fast so geworden wie vorher. Er hatte seine Freunde, die DA und Luna wieder gefunden. Letztere hatte manche Ereignisse, die seit dem Schuljahresbeginn geschehen waren, völlig vergessen, und manchmal musste man sie an einiges erinnern und ihr dabei das verhüllen, was sie nicht wissen durfte. Das war nicht einfach für die Mitglieder der DA und insbesondere für Liliana, die ihre Beziehung mit Mark rechtfertigen musste, ohne Verdacht zu erwecken. Manchmal verursachte es sogar Spannungen zwischen Harry und Luna.

„Ich verstehe nicht, warum sie mit ihm geht", wiederholte Luna Harry gegenüber. „Ich bin sicher, dass sie mir etwas verheimlicht, und ich frage mich, ob sie nicht einem Imperiusfluch unterliegt."

„Mark ist nicht dazu fähig, solch einen mächtigen Fluch zu wirken", sagte Harry.

„Das weiß ich, aber es muss doch einen guten Grund dafür geben. Übrigens siehst du nicht so aus, als würdest du dir darum Sorgen machen! Ich weiß, dass er dein Cousin ist, aber er ist doch kein Engel!"

„Ja, du hast Recht. Aber was kann man dagegen tun? Man kann Liliana nicht dazu zwingen, nicht mehr mit ihm zu gehen. Ich bin Liliana nicht besonders nah und außerdem bin ich kein Ravenclaw-Schüler, also stelle ich mir schlecht vor, wie ich ihr sagen würde, dass sie nicht mit meinem Cousin gehen soll."

„Aber versuchst du nicht mal zu erfahren, was er treibt? Er könnte doch Malfoy über das, was im Ministerium los ist, informieren."

„Er würde so etwas nicht tun. Er würde seinen Vater nicht verraten. Ich bin sicher, dass er sich nur darum so verhält, um von Malfoy angenommen zu werden. Wenn er dich aber wieder angreift, so werde ich erbarmungslos ihm gegenüber sein."

Harry lächelte Luna zu, als wollte er sie dieses störende Gespräch vergessen lassen. Es schien gewirkt zu haben, denn sie lächelte zu ihm zurück.

„Was mich stört, ist, dass nicht mal Dumbledore mir genau sagen konnte, welchen Fluch er mir aufgehalst hat. Offenbar habe ich viele Dinge vergessen, als würde ich einem Gedächtniszauber unterliegen, aber ich schaffe es auch nicht mehr, das zu kontrollieren, was ich sage. Und das ist etwas ärgerlich, denn ich habe Trelawney gesagt, dass sie nichts ist als eine völlig bekloppte dumme Gans, und Snape, dass er ein abscheulicher Vampir ist, der sich von den Punkten ernährt, die er unbesonnen abzieht."

„Oh! Das ist tatsächlich ärgerlich!"

„Ein Glück, dass Dumbledore mein Verhalten gerechtfertigt hat, sonst würde Ravenclaw jetzt nicht mehr viele Punkte übrig haben."

Harry und Luna befanden sich vor zwei Treppen, die in verschiedenen Richtungen führten.

„Gut, dann ist morgen der große Tag, Harry. Es wird Zeit, dass wir uns erholen. Ravenclaw könnte Gryffindor wohl Probleme schaffen! Wirst du nicht auf mich sauer sein, wenn wir euch besiegen?"

„So wie ich sehe, bist du immer noch so optimistisch!", antwortete Harry mit einem schiefen Lächeln. „Da uns Ravenclaw nie besiegt hat, seitdem ich im Team mitspiele, bin ich nicht sehr besorgt."

„Das ist sehr gut! Nimm dich nicht vor uns in Acht, da hast du Recht. So wird euer Fall umso peinlicher sein, denn wir werden euch nichts schenken. Ich sehe hervorragend und werde den Goldenen Schnatz vor dir entdecken."

„So lange der Sieger den Besiegten nach dem Spiel küssen darf, werde auch ich dir nichts schenken."

Harry und Luna wünschten sich eine gute Nacht, trennten sich und gingen die beiden verschiedenen Treppen hinauf. Es wurde nun dringend, dass Fred und George ein Gegengift für das Enthüllo fanden, denn Luna fing an, störende Fragen zu stellen, und bald würde sie alles entdecken. Harry war sich dessen sicher. Er kam im Gemeinschaftsraum der Gryffindors an, wo das ganze Team offensichtlich in Quidditchstrategien vertieft war.

„Harry! Ich habe eben eine Katastrophe erfahren!", rief Ron aus. „Das Spiel wird schwieriger sein als wir es dachten!"

„Wieso?", fragte Harry. „Außer Luna hat sich das Team vom letzten Jahr nicht geändert. Das sollte keine Probleme darstellen."

„Das Problem ist eben viel schlimmer als du es denkst. Ich habe gerade einen Brief meines Bruders Bill bekommen, der mir viel Glück für morgen wünscht, und am Ende hat Fleur etwas hinzugefügt. Sieh mal, was sie geschrieben hat."

Lieber Ron,

ich hoffe, dass es dir gut geht, und dass du dich auf dein Spiel gegen Ravenclaw vorbereitest, denn du darfst kein Tor landen lassen. Sehr wenige Leute wissen, dass die Veelas nicht nur schön sind, sondern dass auch einer ihrer fünf Sinne fünfzigmal mehr entwickelt ist als sonst. Für mich ist es das Gehör und für Luna ist es das Sehvermögen, und ich versichere dir, dass sie einen Goldenen Schnatz in einem Drachennest finden könnte.

Liebe Grüße

Fleur

„Luna hatte mir gesagt, dass sie gut sieht, aber ich dachte nicht, dass es so gut wäre", sagte Harry. „Das wird schwieriger sein als wir es dachten."

„Genau darüber sprachen wir. Es gibt eine Lösung, aber wir mussten es zuerst mit dir besprechen."

Die Mitglieder des Teams sahen verlegen aus, als würden zögern zu reden.

„Nun, was ist diese Lösung?", fragte Harry, der anfing, besorgt zu sein.

Seamus schaute hartnäckig auf seine Füße und ergriff das Wort, ohne den Blick zu erheben.

„Wir werden sie mit Klatschern angreifen müssen, damit wir uns einen Torvorsprung sichern können. Denn sie hat einen verdammt großen Vorteil vor dir..."

„Und es besteht das Risiko, dass sie den Goldenen Schnatz vor mir fängt", endete Harry an Seamus' Stelle.

„Genau", antwortete er.

Harry kniff den Mund zusammen und fing an zu überlegen. Luna konnte verletzt werden, wenn sie die Klatscher ständig angriffen, aber sie mussten dieses Spiel unbedingt gewinnen.

„Weißt du", griff Hermine ein. „Wenn sie ein hervorragendes Sehvermögen hat, wird sie die Klatscher ankommen sehen. Es wir sie bloß verlangsamen."

Harry sah die anderen Mitglieder des Teams an und ergriff dann das Wort:

„Dean, du wirst vom Anfang des Spieles an Luna decken und du wirst handeln, wenn es nötig ist. Wenn die Lage wirklich gefährlich wird, so wird auch Seamus das Gleiche machen. Morgen kämpfen wir nicht gegen Luna, sondern gegen das Team von Ravenclaw. Sie hat mir gesagt, dass sie uns nichts schenken würde, und ich ihnen auch nichts. Wir müssen möglichst viele Punkte treffen und sie überraschen."

Nachdem sie wieder über ihre verschiedenen Techniken gesprochen hatten, gingen alle zu ihren Schlafsälen hinauf. Harry bemerkte, dass Ron noch besorgt aussah, und Harry fragte ihn, warum.

„Ich war sicher, dass wir morgen leicht siegen würden, also hatte ich vorgesehen, dass... Hermine und ich... unseren Sieg im Raum der Wünsche feiern würden... beide zusammen."

„Und dass du die Gelegenheit nutzen würdest, um sie zum Ball einzuladen und eventuell noch mehr, oder?"

„Eventuell..."

„Dann weißt du, was du nun tun sollst, Ron! Lass keinen Quaffel durch und wir haben eine Chance. Und vergiss nicht, dass ich zwar kein hervorragendes Sehvermögen habe, aber einen hervorragenden Besen schon!"

Am Tag des Spiels geschah alles wie vorgesehen. Dean griff Luna ständig an, so dass sie es nicht schaffte, sich allein auf den Goldenen Schnatz zu konzentrieren, und Gryffindor erzielte schnell einen Vorsprung von 120 zu 0. Es fehlten nur noch vier Tore, um den Sieg zu sichern.

„Das Team Gryffindor führt mit großem Vorsprung!", rief Colin Creevey, der Spielmoderator, aus. „Die Ravenclaws scheinen, völlig verwirrt zu sein. Granger mit dem Quaffel... weicht einem Angriff durch einen Pass zu Ginny Weasley aus. Vorsicht, Ginny Weasley weicht knapp einem Klatscher aus... Pass zu Bell, Pass zu... JA! Katie Bell hat den Gegner getäuscht, indem sie so getan hat, als würden sie den Quaffel abpassen, und hat schließlich ein Tor geschossen! Das Ergebnis ist nun 130 zu 0. Das Spiel scheint beinahe schon aus!"

Harry fing an, die Umgebung abzusuchen. Wenn er den Goldenen Schnatz sofort fand, so würde der Sieg der Gryffindors überwältigend sein. Er fing wieder an, um das Stadion zu fliegen und blickte manchmal zu Luna, die vom ihr folgenden Klatscher verärgert zu sein schien.

„DEAN THOMAS!", rief sie aus. „DAS WIRST DU MIR BÜSSEN MÜSSEN! ICH WERDE GINNY SAGEN, WAS GESCHEHEN IST, ALS DU VORGESTERN MIT PARVATI AUF DER TREPPE GESTANDEN HAST!"

Ginny drehte sich wegen dem, was sie gerade gehört hatte, einen Augenblick lang um und warf Dean einen vernichtenden Blick zu.

„DAS STIMMT NICHT!", rief Dean aus. „SIE LÜGT, DAS VERSICHERE ICH DIR! PARVATI WÄRE BEINAHE UMGEFALLEN UND ICH HAB SIE BLOSS ZURÜCKGEHALTEN!"

„GINNY!", rief Hermine aus. „WIR BRAUCHEN DICH!"

„JA!", schrie Luna. „TJA, DEAN BRAUCHTE GINNY OFFENSICHTLICH NICHT, ALS PARVATI IN SEINEN ARMEN WAR!"

„ICH HALF IHR ABER NUR WIEDER AUFZUSTEHEN!"

„DEAN! GINNY!", rief Harry aus. „SIE SAGT DAS, UM EUCH ZU VERWIRREN UND DAS IST NICHT DER PASSENDE MOMENT, UM DARÜBER ZU REDEN!"

„WARTE MAL, DU!", rief Luna zu Harry. „DU LÄSST DIESEN TYP MICH SEIT DEM ANFANG DRANGSALIEREN. ICH FRAGE MICH WOHL, WAS FÜR DICH AM MEISTEN ZÄHLT, OB QUIDDITCH ODER ICH!"

Colin Creeveys Stimme erklang im Stadion.

„Das Spiel wird zu einer Abrechnung zwischen Paaren. Es ist... sehr belehrend! Parvati Patil wird sich erklären müssen!"

„Mr Creevey!", rief Professor McGonagall aus. „Das Spiel, bitte! Nur das Spiel!"

„Hä? Welches Spiel? Bloß ein Scherz, Professor... Trotz all dem, was geschehen ist, und trotz einer Jägerin weniger, die mit ihren eigenen Sachen beschäftigt ist, schießt Gryffindor ein neues Tor! Das Ergebnis ist 140 zu 0 für die Roten."

Der Quaffel sollte wieder ins Spiel gesetzt werden. Der Hüter von Ravenclaw war bereit, einem Jäger den Quaffel zuzupassen, doch er winkte einen Treiber herbei und sprach leise zu ihm.

„Der Quaffel wird wieder ins Spiel gesetzt!", sagte Colin Creevey. „Für die Ravenclaws wird es Zeit, den Goldenen Schnatz zu fangen, wenn sie siegen wollen! Aber die Treiber von Ravenclaw greifen Dean Thomas heftig an und Dean wird völlig überwältigt!"

„SEAMUS! LASS DIE JÄGER IN RUHE! KÜMMERE DICH UM LUNA!"

Luna hatte angefangen, um sich herum zu schauen, da sie davon profitiert hatte, dass Dean damit beschäftigt war, den Klatschern auszuweichen.

„Aber Bell ergreift den Quaffel und stürzt sich zu den Torringen! OH! LOVEGOOD SCHEINT, DEN GOLDENEN SCHNATZ ERBLICKT ZU HABEN, UND STÜRZT SICH DARAUF!"

Harry schaute zu Luna und fing an, sie zu verfolgen, um sie einzuholen. Er suchte nach dem Goldenen Schnatz, ohne ihn zu finden.

„ICH WERDE DICH IHN NIE FANGEN LASSEN, HARRY!", rief Luna aus.

„UND DANACH WAGST DU ES, MIR ZU SAGEN, DASS ICH QUIDDITCH MEHR MAG ALS DICH! ICH FRAGE MICH, OB DAS NICHT EHER BEI DIR DER FALL IST!", erwiderte Harry.

„WENN ICH MIT GANZER KRAFT SPIELE, SO IST ES EBEN, WEIL ICH DICH LIEBE... UND DU BIST STOCKBLIND!"

„WAS?"

Luna lächelte und bog nach links.

„LOVEGOOD HAT HARRY POTTER GETÄUSCHT! UND... OH! KATIE BELL SCHIESST DAS TOR! UND LOVEGOOD HAT DEN GOLDENEN SCHNATZ GEFANGEN! WIRD DER PUNKT DER GRYFFINDORS FÜR GÜLTIG GEHALTEN WERDEN? WENN DAS DER FALL IST, SO WIRD DAS SPIEL UNENTSCHIEDEN BLEIBEN! SONST VERLIERT GRYFFINDOR! Was, das gestehe ich, völlig ungerecht wäre, denn wir haben im Spiel dominiert. Übrigens ist es viel, hundertfünfzig Punkte für einen Goldenen Schnatz!... Ja! Einverstanden, Professor McGonagall! WIR WARTEN ALSO ALLE AUF MADAM HOOCHS URTEIL!"

Die Teams sammelten sich in der Mitte des Felds und warteten auf das Urteil. Beide Teams schienen, gespannt zu sein. Madam Hooch rief dann aus:

„DAS LETZTE TOR VON GRYFFINDOR IST GÜLTIG! DAS SPIEL IST UNENTSCHIEDEN!"

Die Zuschauer im Stadion applaudierten. Das Spiel hatte alle begeistert. Die Spieler schüttelten sich die Hände.

„Gut gespielt!", sagte Harry zu Luna. „Ich habe nichts gesehen. Es ist schade, dass wir keine Revanche haben können."

„Oh, es wird eine geben! Cho verlässt das Team am Ende des Jahres, sie wird mit der Schule fertig sein. Und ich würde sie dann gerne ersetzen. Nächstes Jahr werden wir eine Revanche haben."

„Und diesmal werde ich mich nicht täuschen lassen."

Um diesen „doppelten Sieg" zu feiern, wie das Spiel genannt wurde, wurde entschieden, dass sich beide Häuser im Innenhof sammeln würden, um zusammen über das Spiel zu reden, bei dem keiner wirklich gewonnen oder verloren hatte. Während Harry und Luna in einer Ecke redeten, kam Dean verzweifelt zu ihnen.

„Luna!", sagte er. „Ginny will mir nicht glauben und lehnt es ab, Parvati zuzuhören! Bitte, sprich mit ihr!"

„Oh, ich habe aber doch nur das gesagt, was ich gesehen habe!", lächelte Luna.

„Aber du hast schon gesehen, dass ich ihr nur geholfen habe!"

„Ach ja, dessen bin ich mir sicher! Aber ich habe mir die ganze Zeit auf die Zunge gebissen, um das nicht zu präzisieren."

„Bitte! Sag es ihr jetzt! Sie lehnt es ab, mit mir zu reden!"

Harry und Luna folgten Dean, um zu Ginny zu gehen.

„Ich hätte mich aber nicht geärgert und ich hätte nichts gesagt, wenn er mich nicht mit diesem Klatscher angegriffen hätte. Und Ron hat ein Wunder vollbracht und all unsere Schüsse gehalten, das kann einen ja ärgern, ehrlich! Wo ist Ron übrigens?"

„Wenn du meine Meinung hören willst", antwortete Harry, „er wollte mit einer auch abwesenden Jägerin in einem Raum, der uns wichtig ist, etwas besprechen."

„Ach! Na endlich! Heute war also ein konstruktiver Tag für Paare!"