Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Die Fehler, die ihr sehen könnt, sind mein Werk, jene, die ihr nicht mehr sehen könnt, sind dank Verliebtindich verschwunden.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 47: Ein dringliches Treffen:
Nach der Feier und dem Abendessen waren Ron und Hermine immer noch unauffindbar. Harry schickte sich an, schlafen zu gehen, als Ron, der immer noch seinen Quidditchumhang anhatte, den Schlafsaal betrat und seinen Umhang auszog, als wäre nichts geschehen.
„Alles in Ordnung, Ron?", fragte Harry voller Neugier.
„Ja, ja", antwortete er, ohne zu Harry zu blicken.
Ron zog sich gerade aus, um seinen Pyjama anzuziehen.
„Du bist nicht zum Abendessen gekommen. Hast du keinen Hunger?"
„Oh, nein! Ich hatte Dobby darum gebeten, etwas zum Essen in den Raum der Wünsche zu bringen. Ich habe gegessen. Mach dir keine Sorgen darum."
Ron schien nicht reden zu wollen, doch Harry wollte unbedingt wissen, wie alles gelaufen war.
„Hast du mit Hermine gesprochen?", fragte er ohne Umschweife.
„Kaum. Nur zwei, drei Wörter."
„Ehrlich? Aber... Was hat sie gesagt?"
„Nichts", sagte Ron, indem er seinen Kopfkissen ausklopfte.
„Wie denn nichts? Ist es schlecht gelaufen?"
Ron zog die Decke über sich und drehte sich dann lächelnd zu Harry um.
„Das habe ich nicht gesagt. Im Gegenteil ist es ganz gut gelaufen. Sagen wir mal, dass wir uns anders ausgedrückt haben als mit Wörtern."
Harry warf sein Kopfkissen zu Ron, der ihm nur knapp auswich und in lautes Gelächter ausbrach.
„Ich habe mir Sorgen gemacht, du Dummkopf! Na, wie ist es gelaufen? Ich habe euch nicht mal vom Innenhof weggehen sehen."
„Das ist logisch! Wir sind nicht mal dorthin gegangen. Ich habe sie 'entführt', bevor wir ihn betreten haben. Dann haben wir unter der Treppe der Eingangshalle gewartet, bis die Gänge frei waren, und wir sind bis jetzt im Raum der Wünsche geblieben. Immerhin brauchten wir ja nicht wirklich zu reden, da sich Luna letztes Mal an unserer Stelle ausgedrückt hat."
„Beschuldige sie nicht für alles. Immerhin hattest du ihr eine Gefühlsperle geschenkt und sie hat sie getragen. Ab diesem Moment war alles unter euch klar."
„Nun ist es jetzt sonnenklar und darüber hinaus ist es angenehm!", antwortete Ron mit alberner Miene.
Harry sah Ron an. Er schaute ins Leere, als wäre er in einen Traum vertieft.
„Es tut mir Leid, dich plötzlich von deiner Wolke herabsenken zu lassen, Ron, aber ich möchte wissen, ob du von Fred und George was Neues gehört hast und ob die Recherchen über ein Gegengift fortschreiten?"
„Ich habe direkt vor dem Spiel einen Brief bekommen. Sie haben mir gesagt, dass sie etwa sechs Monate gebraucht haben, um das Enthüllo zu erschaffen und dass es also wahrscheinlich etwas Zeit benötigen wird."
„Das ist problematisch. Luna ist neugierig und wir werden sehr aufpassen müssen. Vor allem Liliana, die..."
Doch Harry hielt plötzlich inne. Eine Eule war gerade hereingeflogen und legte einen Brief auf sein Bett.
„Post!", rief Ron aus.
„Um diese Stunde?"
Harry ging zu seinem Bett und ergriff den Brief, um ihn zu lesen.
Dringliches DA-Treffen jetzt. Gleicher Ort. Anderen Bescheid sagen. M.E.
„M.E... Das ist mein Cousin", sagte Harry. „Er bittet um ein dringliches Treffen. Er muss etwas erfahren haben. Wir müssen allen Bescheid sagen. Ich werde Susan Bones eine Nachricht schicken und Cho eine andere."
„Warte, Harry! Denk mal, wie Luna reagiert, wenn sie Hedwig hereinfliegen und einen Brief für Cho ablegen sieht? Was wird sie denken?"
„Das stimmt! Hmm... Parvati wird an ihre Schwester schreiben! Das wird weniger verdächtig sein."
Nachdem sie ihre Nachrichten geschickt hatten, trafen Harry und die anderen Jungen seines Schlafsaals, die alle an der DA teilnahmen, die Mädchen im Gemeinschaftsraum von Gryffindor.
„Was ist los?", fragte Ginny. „Was ist so dringlich?"
„Ich weiß nicht mehr als ihr", antwortete Harry. „Mark hat mir eine Eule geschickt. Es ist spät und bald ist es Ausgangssperre. Ich nehme meinen Tarnumhang für die Rückkehr mit. Ich werde alle allmählich nach und nach begleiten müssen."
Im gleichen Moment ging Ron zu Hermine und küsste sie, was die Neugier der anderen Gryffindors erweckte, die sie beide beobachteten.
„Was ist mit euch los?", rief Ron aus, der so wie Hermine anfing zu erröten. „Gehen wir! Es drängt, oder?"
„Ja, ja", antwortete Ginny eilig. „Ich glaube nur, dass ich etwas verpasst habe", sprach sie weiter, indem sie Hermine anstarrte.
Mit der Karte des Rumtreibers in der Hand gingen Harry und die Gryffindors durch die Gänge von Hogwarts bis zum Raum der Wünsche, dessen Tür schon auf war. Sie fanden dort Mark, der in einem Sessel saß und an seinen Nägeln kaute, und die Hufflepuffs, die ernsthaft aussahen.
„Mark? Was ist los? Was ist so dringlich?", fragte Harry, der beim Anblick dieser finsteren Gesichter um sich herum anfing, in Panik zu geraten.
„Ich werde es dir erklären", antwortete er. „Aber warten wir auf die Ravenclaws, so werde ich nicht noch einmal das Gleiche erklären müssen."
Die Ravenclaws kamen einige Minuten später an und alle setzten sich, um dem zuzuhören, was Mark enthüllen sollte.
„Ich werde kurzen Prozess machen. Ich dachte, dass ich mit Malfoys völligem Vertrauen begünstigt war, und offenbar habe ich mich geirrt. Jetzt muss ich alles aufs Spiel setzen. Malfoy will mich prüfen."
„Warte, Mark!", sagte Harry. „Ich verstehe nicht. Bis dahin hast du viele Dinge getan, um ihm deutlich zu zeigen, dass du ein Slytherin bist, und er misstraut dir immer noch?"
„Mehr als du es denkst. Er hat mich heute Nachmittag angesprochen und offenbar schätzt er mich erst jetzt ein wenig. Seitdem Luna das Gedächtnis verloren hat. Er glaubt, dass ich dafür verantwortlich bin, wie übrigens beinahe alle in dieser Schule. Und da es etwas ist, was ich aus eigener 'Initiative' getan habe, ohne dass er mich darum gebeten hat, es zu tun, hat er mir gesagt, dass ich Treueprüfungen würde bestehen müssen."
„Treue?", fragte Ron. „Ihm gegenüber? So 'ne Frechheit, sich für so wichtig zu halten, was?"
„Nein, Ron", antwortete Mark. „Wenn er über Treue spricht, so denke ich, dass er von jemandem spricht, der viel mächtiger ist und nicht in Hogwarts steht, wenn du verstehst, was ich meine. Jedenfalls ist es das, was Malfoy versucht hat, mich verstehen zu lassen. Anscheinend sind sie viele. Sehr viele. Und darüber hinaus organisiert mit einer ganz präzisen Hierarchie. Was die Treueprüfungen betrifft, so sind sie verschiedener Arten: Eine einfache, um meine Fähigkeiten zu testen, und eine andere, wo er wünscht, dass ich nach seinen eigenen Wörtern 'in Handlung und Überraschung' handle. Kurz und gut gewinne ich Malfoys Hochachtung und wichtige Infos, wenn ich diese Prüfungen bestehe. Wenn ich durchfalle..."
„Gehst du das Risiko ein, entdeckt zu werden", schloss Harry. „Tatsächlich ein schlimmes Dilemma. Na, zumindest wissen wir, dass du das Risiko eingehst, in eine schmutzige Affäre gezogen zu werden."
„Das Problem ist, dass mir Malfoy meine erste, angeblich einfache Prüfung gegeben hat. Aber es gibt ein anderes, viel schlimmeres Problem."
„Was ist deine erste Prüfung?", fragte Harry, der das Schlimmste erwartete.
Mark seufzte tief.
„Malfoy kennt die Existenz der Karte des Rumtreibers und er weiß, dass du sie besitzt."
Alle im Raum zitterten.
„Aber wie?", griff Hermine ein. „Tja, Pettigrew ist einer der Autoren dieser Karte, also ist es ja logisch – obwohl beunruhigend –, dass Malfoy weiß, dass sie existiert. Aber wie können sie sicher sein, dass sie Harry besitzt? Hattest du ihm davon erzählt?"
„Natürlich nicht!", erwiderte Mark. „Ich habe Malfoy gesagt, dass ich nie von einer solchen Karte von Hogwarts gehört hatte, dass Lupin aber eine vom Ministerium erschaffen hatte... Übrigens wusste er auch über die des Ministeriums Bescheid. Wie er es aber gewusst hat, dass Harry diese Karte besitzt, ist ja ein echtes Rätsel."
„Der Spion", murmelte Harry. „Das ist der Spion..."
„Von welchem Spion redest du?", fragte Mark.
„Na, eigentlich habe ich..."
„Nein, Harry!", sagte Hermine scharf. „Wenn Malfoy erfahren hat, dass du die Karte besitzt, so kann er das erfahren, was wir über Du-Weißt-Schon-Was sagen werden."
„Aber wir können den Leuten vertrauen, die hier sind. Ich vertraue ihnen!"
„Ich auch, Harry. Da liegt nicht die Frage. Es ist einfach, Leute gestehen zu lassen, was sie wissen, und das, was wir wissen, ist sehr wichtig. Selbst Dumbledore hat dir verboten, darüber zu reden."
Hermine drehte sich zu den anderen Mitgliedern um und sprach sie an.
„Harry, Ron und ich wissen etwas, was wir euch nicht enthüllen dürfen. Das ist nicht aus schlechtem Willen, übrigens wissen wir nicht viel, aber Dumbledore lehnt es ab, dass wir davon reden, und wenn uns Dumbledore darum bittet, so gibt es gute Gründe dafür. Ich vertraue euch allen und ich weiß, dass es schwierig ist, es zu akzeptieren, aber ihr sollt eines wissen: Wenn das, was wir wissen, uns erlaubt, Voldemort ein für alle Mal los zu werden, so denke ich, dass es keiner unter euch bedauern wird, dass wir euch nichts gesagt haben. Wenn einer unter euch leider gefangen würde und wenn man euch Enthüllo oder Veritaserum würde trinken lassen, und wenn ihr dann wissen würdet, was ihn besiegen könnte, so würde alles scheitern. Das ist vielleicht unsere letzte Chance und wir dürfen sie nicht verplappern."
Alle stimmten Hermines Rede zu.
„Wir dürfen euch nur eines enthüllen, und zwar das, was Harry gerade gesagt hat. Es gibt einen Spion in seiner Umgebung und vielleicht auch in eurer, denn wir wissen nicht, wer dieser Spion ist. Es ist wichtig, dass ihr außerhalb dieses Raums nicht von diesem Spion sprecht, auch wenn ihr denkt, dass ihr alleine seid und dass es kein Risiko gibt, dass man euch belauscht. Wenn der Feind erfährt, dass wir von der Existenz eines Spions aus seinen Reihen wissen, so ist alles gefährdet."
Einen Augenblick lang herrschte Stille, als würden alle dem, was Hermine gerade gesagt hatte, wortlos zustimmen. Dann ergriff Ginny das Wort.
„Ich denke, dass wir alle einverstanden sind. Was machen wir aber, was die Karte betrifft?", fragte sie. „Ich finde, dass es eine schwierige Prüfung ist. Und hat er dir gesagt, wie du handeln solltest?"
„Er hat mir nur dies gegeben", sagte Mark.
Mark stand auf und ergriff etwas aus Stoff, was Harry zuerst nicht gesehen hatte. Es war ein Tarnumhang.
„Mit diesem Umhang", sagte Mark, „kann ich zum Gryffindor-Turm gehen, darauf warten, bis jemand die Passage aufmacht und mich hinein schleichen. Einfach und effizient. Malfoy hätte es selber tun können. Vielleicht hat er es ja schon getan."
„Wenn es der Fall wäre, hätte er dann schon versucht, die Karte zu stehlen", bemerkte Hermine. „Noch ein weiterer Grund, in den Gängen zu schweigen. Diese Karte brauchst du nicht mehr wirklich, Harry. Du kennst sie auswendig. Das wahre Problem ist zu wissen, was er mit dieser Karte tun wird."
„Ich weiß nichts mehr darüber", seufzte Mark. „Was ich aber weiß, ist, dass er glaubt, dass ich weg bin, um sie zu holen, und ich weiß nicht, was ich ihm sagen kann, wenn ich ohne sie zurückkehre."
„Und diese Karte wird er haben", sagte Harry. „Sie ist wohl nützlich, um Filch auszuweichen, aber sie ist noch nützlicher, wenn Malfoy Dinge enthüllt. Du wirst sie ihm geben, und vor allem sollst du uns Bescheid sagen. Wir müssen die Galleonen für die DA-Treffen wieder benutzen, und keiner darf noch außerhalb dieses Raums von den Treffen und davon reden, was er weiß."
„Ich muss zurück", bemerkte Mark. „Er wird sich schon wundern."
„Wir werden alle zurück gehen. Sobald jeder in seinem Haus ist, wirst du zu den Kerkern von Slytherin zurückkehren und das hier Malfoy geben können."
Harry gab Mark seine Karte, letzte Erinnerung an die Rumtreiber, an Sirius und an seinen Vater. Doch das schlimmste für ihn war zu wissen, dass dieser wertvolle Gegenstand, der seinem Herzen so teuer war, verschwand und in den Händen seines Feindes landen würde.
