Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Du-Weißt-Schon-Wen für Du-Weißt-Schon-Was, und Danke auch an Euch, dass ihr diese Geschichte lest.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 52: Besuche in St.-Mungo:
Einen Augenblick lang dachte Harry, dass die Beleuchtung in der Eingangshalle des Krankenhauses seit seinem letzten Besuch viel zu sehr verstärkt worden war. Er lag falsch: Es war nicht das Licht des Krankenhauses, sondern die Blitze der Kameras, die ihre Augen blendeten.
„Folgt mir!", sagte Tante Selene. „Schnell! Weg von all diesen Aasgeiern."
Tante Selene trieb ihre Schüler dazu, sich von der Journalistenmeute zu entfernen, die in der Eingangshalle bleiben musste und schrie, um ein Interview zu bekommen. Mit eiligen Schritten gingen sie durch die Gänge des Krankenhauses. Die Zeit schien ihnen sehr lang, bis alle das Ende eines Ganges erreicht hatten.
„Es gibt drei Zimmer", sagte Tante Selene mit beängstigter Stimme. „Arthur, Molly und Percy liegen hinter der ersten Tür rechts... Geht hin, ihr dürft rein. Bill, Fleur, Fred und George sind schon da!"
Ginny und Ron stürzten zur Tür und zogen ihre Tanzpartner nach, die nicht gerne an diesem peinlichen Familientreffen teilnehmen wollten.
„Ihr solltet zuerst bei eurer Familie bleiben", sagte Hermine. „Dean und ich bleiben im Gang."
„Seid doch nicht so blöd!", sagte Ron. „Ihr seid nicht gekommen, um in einem Gang zu bleiben."
Sie betraten alle den Raum und schlossen die Tür hinter sich.
„Susan", sprach Tante Selene weiter, „deine Mutter liegt im Zimmer daneben."
Susan Bones ging mit Neville ins Zimmer, auf das Tante Selene hingewiesen hatte.
„Neil und Mr Lovegood liegen hinter dieser Tür da links. Ich werde Fanely abholen, sie ist in einer anderen Abteilung für Kinder. Sie hatte bloß Kratzer und soll nun geheilt worden sein. Wir werden Remus später besuchen und dann Tonks, wenn wir es dürfen."
„Ist Mr Lupin nicht hier?", fragte Mark.
„Die Heiler haben Schwierigkeiten, jemanden, der sich in einen Werwolf verwandelt, in der Nähe 'normaler' Patienten zu pflegen, auch wenn er sich heilt und wenn wir gar nicht in der Vollmondzeit sind. Aber das ist eine andere Sache, die dein Vater übrigens schnell regeln möchte. Kommt herein, ich komme gleich zu euch."
Harry, Mark und Luna klopften an die Tür, bevor sie eintraten, doch keiner bat sie herein. Nur Schreie kamen aus dem Zimmer.
„Das ist mein Vater", sagte Mark mit verzogenem Gesicht. „Ich hasse es, in einen Raum zu treten, wenn er in diesem Zustand ist. Schon seit sechs Jahren höre ich ihn regelmäßig solche Wutanfälle haben."
„Warum sechs Jahre?", fragte Harry.
„Seit sechs Jahren bist du in Hogwarts und jedes Mal geschieht dir etwas, was ihn außer sich vor Zorn geraten lässt. Aber diesmal glaube ich, dass es sein Beruf ist, der ihn in diesen Zustand versetzt. Treten wir vorsichtig herein, das ist besser."
Er hatte die Tür kaum aufgeschoben, dass die Schreie viel lauter wurden. Die Wörter waren mit Schwierigkeiten ausgesprochen:
„TAS TARF TOCH NICHT VAHR SEIN! VAS IST TAS TENN FÜR EIN KRANKENHAUS! VERFLUCHTE UNFÄHIGE UNT SELBSTSÜCHTIGE HEILER. OH! TAS VIRT SICH ABER ÄNTERN, IHR SOLLT MIR GLAUBEN! SCHREIB AUF, TAVIT, TAS VIRST TU IN TEINER ZEITUNG SCHREIBEN! VIR SINT VEGEN TIESES CORNELIUS FUTGE VON UNFÄHIGEN UMGEBEN! ÜBRIGENS TENKE ICH ERNSTHAFT TARAN, IHN TESVEGEN NACH ASKABAN ZU SCHICKEN, TASS ER VÄHRENT TIESER GANZEN JAHRE TEM LANT NACHTEILICH GEVESEN IST, INTEM ER KEINE AUROREN AUSGEBILTET UNT EIN ERBÄRMLICHES KRANKENHAUSYSTEM EINGERICHTET HAT!"
„Ruhe, Neil!", sagte die andere Stimme im Zimmer. „Ich sehe, wie dein Sohn die Tür leicht aufgemacht hat und es nicht wagt einzutreten. Tritt herein, mein Junge! Ist meine Tochter bei dir?"
„Guten Abend, Mr Lovegood. Ja, sie ist hier", sagte Mark, indem er die Tür weiter aufmachte. „Übrigens auch Harry."
„Herein, herein!", sagte Mr Lovegood. „Neil, du solltest deinen Trank einnehmen, damit du richtig sprechen kannst. Dieses Zungenproblem ist sehr ärgerlich, wenn man das verstehen will, was du sagst."
Im Zimmer standen zwei Betten einander gegenüber. In einem befand sich halb sitzend, halb liegend, Mr Lovegood, ein kleiner etwa vierzig Jahre alter Mann mit braunen Haaren und blauen Augen. Offensichtlich war sein Bein gebrochen und er hatte einige Wunden. Onkel Neil ging auf und ab im Raum und trug eine beeindruckende Binde, die vom rechten Arm zur Schulter ging, und hatte eine breite Narbe auf der Wange, die ihm die untere Lippe aufgebrochen zu haben schien und vielleicht auch die Zunge, was seine Ausspracheschwierigkeiten erklärte. Er setzte sich wütend auf einen Sessel neben Mr Lovegoods Bett. Alle drei Jugendlichen näherten sich vorsichtig.
„Na denn! Kommt herein!", sagte Mr Lovegood. „Neil ist für seine Wutanfälle ziemlich bekannt, aber er wird keinem was antun, jedenfalls nicht Kindern."
„Wie geht es dir, Dad?", fragte Luna.
„Sehe ich so aus, als würde es mir schlecht gehen?", antwortete David Lovegood lächelnd. „Sieh uns an, wir sind in Hochform! Und Neils Stimmbänder laufen gut und er lässt jeden davon profitieren."
Mr Lovegood hatte angefangen zu lächeln.
„Aber du siehst wunderschön aus! So schön wie deine Mutter. Schade, dass du diesen Ball wegen solch einer Kleinigkeit verpasst hast."
Luna trug nämlich einen roten Tanzumhang, den sie für den Ball angezogen hatte.
„Geht es dir gut, Onkel Neil?", fragte Harry etwas zögernd.
„Ja, es geht", antwortete Neil Evans, der sich beruhigt zu haben schien und seine normale Stimme wieder gefunden hatte. „Ich hätte diese Lestrange aber gerne erwürgt. Nach dem, was sie Sirius und so vielen armen Leuten angetan hat, hat sie unsere kleine Tochter angreifen wollen. Molly hat sich dazwischen gestellt und ist, Gott sei Dank, nur am Rücken verletzt. Habt ihr Nachrichten von Tonks, Kinder? Hier will keiner was sagen und die Arme hat wegen dieser drei simultanen Angriffe ganz bestimmt gelitten."
„Nein", log Mark. „Wir wissen nichts. Aber offenbar hat sie überlebt."
„Das ist eine gute Sache", sagte Onkel Neil. „Wie auch immer sind sie für nichts hierhin gekommen! Sie halten mich wirklich für einen Dummkopf. Sie glaubten, dass ich den Spiegel am gleichen Ort lassen würde wie letztes Jahr? Pah! Sie wissen doch nicht, mit wem sie es zu tun haben."
„Du hast den Spiegel der Schatten umgestellt?", fragte Harry.
„Woher kennst du seinen Namen?", fragte Neil Evans plötzlich. „Du bist ja deines Vaters Ebenbild. Man hätte vermuten sollen, dass du das untersuchen würdest. Tja, es ist ja nicht schlimm, da David in einer kommenden Sonderausgabe darüber reden sollte. Es nützt nichts, das der Öffentlichkeit zu verschweigen, wenn unsere Feinde Bescheid wissen. Ich hoffe, du wirst nicht versuchen, dich ihm zu nähern, dieser Spiegel ist gefährlich. Du weißt vielleicht, aus welchem Grund?"
„Wir haben eine kleine Idee darüber", antwortete Luna.
Neil Evans warf Luna einen schiefen Blick zu.
„Na denn, Neil!", sagte Mr Lovegood. „Du kannst wohl vermuten, dass Harry und Luna den Spiegel gemeinsam studiert haben. Es ist unmöglich, diese Recherchen allein zu machen."
„Natürlich", sagte Neil mit bitterer Stimme. „Manchmal bedauere ich es, kein Unsäglicher mehr zu sein und nicht mehr vermeiden zu können, dass sich diese Infos im ganzen Land verbreiten. Tja, ich verabscheue es jetzt jedoch, meinen Kindern manche Dinge zu verschweigen. Ich glaube, ich fange nun an, zu viel mit ihnen zu reden. Man hat mich während so vieler Jahre daran gehindert zu reden, dass ich jetzt umso mehr spreche."
„Natürlich nicht!", sagte Mr Lovegood. „Du sprichst Unsinn, du bist immer noch schockiert."
Mr Lovegood drehte sich dann zu Harry um.
„Komm bitte näher heran, Harry!", sagte er zu ihm. „Ich habe noch nicht die Ehre gehabt, dich kennen zu lernen, und ich muss doch den festen Freund meiner Tochter befragen... Nützt nichts, mich zu kneifen, Luna, heute hat man mir reichlich genug weh getan! Ich möchte wissen, wie er dich ein ganzes Fläschchen Enthüllo austrinken lassen konnte."
Harry wollte antworten, aber er wusste nicht, was er diesem Wortangriff gegenüber sagen konnte.
„Hör mal auf ihn zu belästigen, Dad!", sagte Luna. „Ich wiederhole es noch einmal für dich, dass ich es bin, die es ausgetrunken hat, ohne dass Harry eingreifen konnte."
„Oh! Was für eine Spielverderberin bist du, mein Töchterchen", sagte Mr Lovegood lächelnd. „Es ist meine Pflicht, den festen Freund meiner Tochter zu belästigen, und du erlaubst mir nicht mal diesen Gefallen. Ich sagte das nur, um ein wenig zu scherzen! Natürlich habe ich nichts gegen Harry, meine Süße, er sieht charmant aus. Ich hoffe nur, dass er die mythischen Wutanfälle seines Onkels nicht geerbt hat. Ich erinnere mich daran, wie er während unseres vierten Jahres in Hogwarts so sehr geschrien hatte, dass ein Stein von der Decke unseres Schlafsaals heruntergefallen war und Perseus Bemay beinahe getroffen hätte."
Onkel Neil fing an, leise zu lachen.
„Das stimmt!", sagte er. „Ich erinnere mich an seinen Gesichtsausdruck an jenem Tag. Gerade nachher hat er in einem anderen Schlafsaal schlafen wollen."
„Na, da haben wir's!", bemerkte Mr Lovegood. „Es ist immer das Gleiche, nach einem starken Wutanfall bricht er immer in lautes Gelächter aus."
In jenem Augenblick betrat Tante Selene das Zimmer mit Fanely, die keine Nachwirkungen zu erleiden schien, in den Armen. Sie hatte kurze schwarze Haare und grüne Augen. Ihre Metamorphmaguskraft schien sich entwickelt zu haben.
„Mark! Mark! Mark!", wiederholte sie, indem sie sich an den Hals ihres Bruders hängen wollte.
„Hallo Schwesterchen!", sagte Mark und nahm sie in seine Arme. „Es scheint, dass bei dir alles gut geht?"
Fanely fing an zu lachen und schaute Harry mit einem breiten Lächeln, dann drehte sie sich zu Luna um und machte den Mund weit auf.
„OH!", rief sie aus. „Schön!"
Sofort verwandelte sich Fanely. Sie hatte lange blonde Haare und blaue Augen so wie ein Gesicht, das dem von Luna ähnlich war. Alle lachten auf.
„Mein Schatz", sagte Mr Lovegood zu seiner Tochter, „ich glaube, dass du einen neuen Fan hast."
„Wenn sie ein wenig die Gleiche bleiben würde, würde ich es nicht beklagen", sagte Tante Selene. „Wenn sie mich im Kindergarten des Krankenhauses nicht wiedererkannt hätte, dann hätte ich sie nicht wiedererkannt. Diese Fähigkeit hat nicht nur Vorteile."
Sie nahm ihre Tochter wieder in ihre Arme und drehte sich dann zu Harry, Luna und Mark um.
„Die Besuche sind zu Ende, Kinder", fuhr sie fort. „Wir werden nach Hause zurückkehren müssen. Da wir heute Donnerstag haben, hat euch Professor Dumbledore erlaubt, bis zum Wochenende im Ministerium zu bleiben, damit ihr nah bei euren Familien bleiben könnt. Und ich bin sicher, dass ihr morgen Molly, Arthur und Percy besuchen möchtet. Wir werden Remus besuchen, bevor wir weggehen."
„Wo haben sie Remus untergebracht?", fragte Neil.
„Hm... Weißt du, Liebling, es wäre besser, wenn du dich hinlegen würdest."
„Wo ist er?"
„Oh! Mach dir keine Sorgen, er liegt in einem ganz gemütlichen Zimmer. Neben dem Zimmer der Longbottoms."
„WIE BITTE!? DU MEINST, DASS SIE IHN FÜR JEMANDEN, DER DEN GEIST VERLOREN HAT, ODER FÜR EINEN GEFÄHRLICHEN VERRÜCKTEN HALTEN!"
„Bitte, Schatz, beruhige dich! Immerhin haben sie es angenommen, ihn nicht zu fesseln."
„DENN DU HAST IHNEN NOCH DAZU GESAGT, IHN NICHT ZU FESSELN, WEIL SIE DAS SONST GETAN HÄTTEN!"
Fanely fing an, laut zu weinen.
„Siehst du! Du hast ihr Angst gemacht!", sagte Tante Selene. „Die Heiler fürchten sich vor dem, was sie nicht kennen! Es ist schwierig, die Mentalitäten zu ändern!"
„Das stimmt wohl!", sagte Mr Lovegood. „An ihrer Stelle wäre es nicht Lupin gewesen, den ich gefesselt hätte, sondern dich, Neil. Ich würde mich zu sehr davor fürchten, dass du mich erwürgst. Ihr solltet besser weggehen, Kinder, bevor Neil die Decke auf unsere Köpfe fallen lässt."
„Ich hoffe jedoch, dass die Ministeriumsangestellten das Nötige getan haben, was den Antiapparierschild betrifft", murrte Onkel Neil. „Ich will nicht, dass die Kinder ohne diesen Schild dort schlafen."
„Das ist getan worden, Schatz, mach dir keine Sorgen. Und die Beförderung durch Portschlüssel kann nur durch die Eingangshalle jedes Stocks und unter strenger Kontrolle erfolgen. Gehen wir, Kinder, wir werden morgen zurückkehren."
Sie gingen in den Gang hinaus, wo die anderen Schüler von Hogwarts so wie Bill, Fleur, Fred und George auf sie warteten.
„Ich hoffe, dass keiner von euch eurer Familie von Tonks' Fall erzählt hat?", fragte Tante Selene. „Ich habe den Arzt gefragt, ob wir sie heute besuchen könnten, aber offenbar muss sie sich einer Menge Prüfungen unterziehen. Wenn wir Remus besuchen werden, werden wir mehr Auskünfte erhalten, hoffe ich. Und ich habe darum gebeten, dass du deine Eltern auch besuchen darfst, Neville, und sie sind einverstanden."
Alle begaben sich zu Professor Lupins Zimmer, davon beruhigt, dass alle Eltern gleich geheilt sein würden, aber von Tonks' Unglück bekümmert.
„Wir sollen nicht lange bleiben", sagte Tante Selene, indem sie an die Tür klopfte. „Auch Remus muss sich erholen. Er hat ziemlich schwere Flüche erlitten."
Tante Selene machte die Tür auf.
„Oh, Hallo an alle", sagte Professor Lupin, der auf seinem Bett lag. „Ich bin froh, Sie zu sehen. Dieses Zimmer ist etwas traurig, wenn man ganz allein ist."
„Ich habe gedacht, dass Ihnen ein Besuch gut tun würde", sagte Tante Selene. „Aber wir können nicht lange bleiben."
„Ich verstehe wohl! Umso mehr, dass ich nun einige Schwierigkeiten hätte, Mark zu folgen."
Lupin drehte sich zu Mark um.
„Mit allem, was ihm geschieht, sollte er lieber nicht ohne Überwachung herumlaufen. Und ich kann die schmutzige Arbeit an seiner Stelle nicht mehr tun. Es ist ja schade, die Landschaft mit diesem Schriftzug beschädigt haben zu müssen. Aber es ist mir lieber, das zu tun, als es von Mark getan zu sehen."
„Übrigens", sagte Mark, „habe ich keine Zeit gehabt, Ihnen zu danken."
„Oh, das ist doch nichts!", antwortete Lupin. „Jemand musste es ja tun. Mit dem, was geschehen ist, werden wir darüber nachdenken müssen, was du tun wirst, Mark. Die Tatsache, dass sie deinen Vater so angegriffen haben, ändert die Sache völlig. Wenn du den Todessern verzeihst, so wird es wirklich verdächtig sein."
„Wir haben Zeit, um darüber nachzudenken", sagte Tante Selene. „Machen Sie sich keine Sorgen darum, Remus. Wir kehren nächsten Montag nach Hogwarts zurück und wir werden Sie morgen wieder besuchen. Wir müssen jetzt gehen. Die Besucherstunde ist vorbei."
„Natürlich. Gehen Sie nur!", sagte Lupin. „Übrigens, wenn ihr mir morgen eine dieser köstlichen Nacktschnecken mitbringen könntet", sagte er weiter zu Fred und George, „so wäre ich euch auf ewig dankbar. Das wird die Heiler noch mehr beängstigen, sie fürchten sich schon vor mir."
„Wir werden Ihnen einen ganzen Karton mitbringen", antwortete Fred lächelnd.
„Das wird uns eine wahre Freude sein", fügte George hinzu.
„Ich warte ungeduldig darauf", sagte Lupin. „Bis morgen!"
„Bis morgen", antworteten sie alle gleichzeitig.
Sie schlossen die Tür wieder hinter sich.
„Neville, du darfst deine Eltern zwei Minuten lang besuchen. Wir werden draußen auf dich warten, aber sei schnell, weil..."
„Hallo ihr alle!", sagte Tonks, indem sie überall hinsprang. „Oh, ich kenne euch doch alle! Ich habe euch irgendwo gesehen! Ich bin mir sicher."
„Nymphadora, geht es dir gut?", fragte Tante Selene.
„Ob es mir gut geht?", sagte Tonks mit einem glänzenden Blick. „Aber wer bist du ja denn? Ich heiße Nymphading! Jep, Ma'm! Ist das nicht ein wunderbarer Vorname? Übrigens ist jeder auf meinen Vorname neidisch, weil es der Schönste auf der Welt ist. Es gibt sogar manche, die mir 'ne Menge Flüche zugeworfen haben, jo! Sie sind alle auf meinen Vorname neidisch."
Tonks fing an, alle mit weit geöffneten Augen anzustarren. Und stoppte vor Harry.
„Wow!", rief sie aus. „Deine Narbe ist voll super! Wie heißt du noch mal?"
„Ich bin's, Harry, Tonks!"
Tonks brach in lautes Gelächter aus.
„Harrytonks? Das ist wohl der lächerlichste Vorname, den ich je gehört habe!", sagte sie losprustend. „Weißt du was, Harrytonks? Na, ich bin neidisch auf deine voll super Narbe. Wenn man neidisch ist, so macht man es wie die anderen Neidischen und man wirkt total voll mächtige Flüche wie das: CRUCIO!"
Harry fiel vor Furcht auf den Boden, während Tonks wieder auflachte.
„PAH! Du hast Angst gehabt! Aber ich habe nicht mal meinen Zauberstab! Weißt du, warum?"
Harry zeigte, dass er es nicht wusste.
„Weil mein Sicherungskasten voll durchgebrannt ist! Das klingt unglaublich, aber ich schwöre dir, dass es richtig ist, das ist der Herr, der zu uns läuft, der es mir gesagt hat!"
„Miss Tonks, es wird Zeit, mir zu folgen", sagte der Heiler, indem er ihren Arm ergriff.
„Wer ist aber dieser Tonks, von dem du seit einiger Zeit redest? Man würde glauben, das wäre jemand, der so aufspringt, schau mal: Tonks, tonks, tonks, tonks..."
Tonks befreite sich vom Heiler und fing an, den Gang entlang zu springen, während ihr Krankenpfleger nachliefen.
„Tschüss, Harrytonks. Bis nachher!"
Alle schauten still hinterher, wie sich Tonks entfernte, und waren traurig, sie in solch einem Zustand zu sehen. Die Tröstung, die davon verursacht wurde, ihre Verwandten gesund zu sehen, schien plötzlich ausgelöscht zu sein.
