Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres. Gabrielle Lavande hat die Geschichte geschrieben und Verliebtindich hat meine Übersetzung korrigiert, also Danke an die beiden. :-)

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 54: Die Rückkehr der Schatten:

„Tonks wird gerettet werden und...", rief Harry aus.

Er hielt inne und sah Neville fragend an.

„Neville! Erzähle mir von deinem Traum."

„Aber warum?", sagte Neville errötend.

„Weil deine Eltern zurückkehren werden können, wenn es ist, was ich denke!"

„Zurückkehren?", erstaunte sich Neville. „In meinem Traum stand ich an einem dunklen Ort und ich hörte, wie mir meine Mutter sagte 'wir werden versuchen, zurückzukehren'."

Harry sah Ron an, dann lächelten beide zusammen.

„Ich hole die Mädels", sagte Ron. „Sie werden sauer auf uns sein, wenn wir ihnen nicht Bescheid sagen."

Ron ging eilig aus dem Wohnzimmer hinaus.

„Wäre es möglich, uns die Lage zu erklären?", fragte Dean.

„Das ist etwas schwierig", sagte Harry. „Aber wenn alles so geschieht wie ich es denke, so werden morgen Tonks und Nevilles Eltern geheilt werden."

„Seit Jahren sind meine Eltern in diesem Zustand, Harry", sagte Neville. „Es gibt kein Heilmittel."

„Es gibt eines, Neville", sagte Harry, indem er sich ihm näherte. „Ich hoffe, dass es klappen wird!"

„Ich habe gerade Dumbledores Antwort bekommen", sagte Tante Selene. „Er trifft uns morgen um 10:00 Uhr im St.-Mungo."

In diesem Augenblick trat Ron ein, von den Mädchen gefolgt, die ihre Nachthemden immer noch anhatten.

„Na gut, womit haben wir die Ehre verdient, um drei Uhr morgens so plötzlich aufgeweckt zu werden?", fragte Ginny gähnend.

Nach langen Erklärungen über den Spiegel und die mögliche Heilung von Tonks und von den Longbottoms erzählte Harry schließlich von seinem Traum.

„Tonks hat mir gesagt, bis 11:30 Uhr zu warten, und dann bin ich aufgewacht."

„Aber dann werden wir dadurch alle retten können?", fuhr Susan fort. „Neville, du wirst mit deinen Eltern reden können!"

„Ruhe, Susan!", griff Tante Selene ein. „Mit diesem Spiegel müssen wir sehr vorsichtig sein. Dumbledore hatte ihn unschädlich gemacht und nun funktioniert er wieder. Das, was dahinter steht, ist nicht sehr schön und ich weiß nicht, was die genauen Fähigkeiten dieses Gegenstands sind. Daher möchte ich, dass keiner bis morgen den Spiegel berührt. Ron wäre beinahe daran gestorben und ich denke, dass keiner das gleiche Schicksal erleben will."

„Glaubt mir, das ist die reine Hölle!", rief Ron aus.

„Bis dahin solltet ihr ein wenig schlafen. Morgen wird ein schwieriger Tag sein. Keiner darf seinen Verwandten von diesem Spiegel erzählen, ist das klar? Und vor allem solltet ihr nicht zu große Hoffnung fassen. Man weiß nie."

An jenem Morgen stand Harry früh auf, aber offensichtlich war er nicht der Einzige. Alle standen im gleichen Augenblick auf, als hätten sie ungeduldig auf die Morgenröte gewartet, ohne schlafen zu können. Es war sieben Uhr und die Zeiger der Standuhr schienen sich nicht nicht bewegen zu wollen. Das Frühstück hatte nichts mit dem zu tun, das er gewöhnlich in Hogwarts einnahm. Neville war besonders besorgt. Trotz der Hoffnung, die der Spiegel darstellte, wollte er mit beiden Beinen fest auf dem Boden bleiben. Er schaute auf seinen Toast, ohne ein Stück davon zu essen, und war in einen Traum vertieft.

Neun Uhr. Jeder war bereit nach St.-Mungo zu gehen und wartete in der Eingangshalle auf Professor Evans, die vorher einem Auroren von ihrer Abfahrt Bescheid sagen musste. Harry hatte seinen Spiegel in ein dünnes Kästchen aus Holz gelegt, das er dicht bei sich hielt, und schaute zu Neville, der weit von den anderen an der Wand stehen blieb.

„Ich hoffe, dass es klappen wird", murmelte Ginny. „Armer Neville, er würde es nicht überstehen."

Die Tür des Aufzugs öffnete sich.

„Es wird Zeit zu gehen", sagte Selene Evans. „Wir werden zuerst zu euren Eltern gehen und dann werden wir Tonks besuchen. Gehen wir. Neville, kommst du zu uns?"

Neville näherte sich dem Portschlüssel, ohne einmal zu antworten, und legte die Hand auf den Stuhl. Tante Selene sah ihn liebevoll an und legte die Hand auf seine Schulter.

„Gehen wir?", fragte sie ihn.

Neville lächelte ein wenig, dann wurden sie in die Eingangshalle des Krankenhauses gebracht.

Die Journalisten schienen die Nacht dort verbracht zu haben. Es hatte noch einmal sehr geblitzt und alle liefen mit eiligen Schritten zum langen Gang. Alle gingen in die verschiedenen Zimmer ihrer Eltern, Dean begab sich zum Zimmer von Professor Lupin und Hermine wollte zu Tonks gehen.

„Du solltest sie nicht besuchen, während sie in solch einem Zustand ist", sagte Tante Selene als Versuch, sie davon zu halten.

„Sie hat niemanden", antwortete Hermine. „Ich muss sie sehen... tja... ich meine, es muss doch jemand bei ihr bleiben."

Auch wenn er froh war, seinen Onkel und die Weasleys in Hochform wiederzusehen, war Harrys Geist woanders. Die Nacktschnecke allein, die aus Versehen in den Gipsverband, den Percy am Fuß hatte, gesteckt worden war, konnte ihn den Einsatz des Tages eine Sekunde lang vergessen lassen.

„WAS IST ES BLOSS? MEIN BEIN ERWEICHT! ES IST GANZ WEICH DRINNEN!"

„Es ist so weich wie im Inneren deines Schädels, Percy!", meinte Fred.

„Wie schade! Eine so leckere Pfefferminznacktschnecke", erwiderte sein Zwillingsbruder. „Zumindest wird der Heiler weniger Schwierigkeiten haben, den Fußgeruch unseres Bruders zu ertragen, da die Nacktschnecke nun darin zerdrückt wurde."

„ES BEWEGT SICH ABER NOCH!"

„Mach dir keine Sorgen!", sagte George. „Sie wird ersticken. Wer könnte den Geruch deiner Füße überleben?"

Jemand klopfte.

„Herein", sagte Mrs Weasley.

„Es scheint, dass es hier viel Aufregung gibt", rief Dumbledore aus. „Sie scheinen alle dazu bereit, das Krankenhaus zu verlassen."

„Sehr erfreut, Sie wieder zu sehen, Professor. Sie besuchen uns?", fragte Mr Weasley.

„Ja, ganz kurz", antwortete Dumbledore. „Ich entferne mich nicht gerne von Hogwarts, obwohl es Professor McGonagall schafft, die Schule ohne mich zu verwalten... Wie geht es Ihnen?"

„Laut der Heiler sollten wir alle morgen das Krankenhaus verlassen", sagte Mr Weasley. „Bis auf Tonks. Wir machen uns große Sorgen um sie. Wir wissen, dass ihr Fall schlimm ist, und keiner wagt es, davon zu reden."

Harry sah Dumbledore an und Letzterer lächelte ihm zu.

„Machen Sie sich keine Sorgen, Arthur!", rief Dumbledore fröhlich aus. „Tonks ist stark. Sie wird sich davon erholen. Ich glaube, dass man für sie ein Wunderheilmittel gefunden hat."

„Also sind ihre Wunden nicht so schlimm?", erstaunte sich Mrs Weasley. „Wir haben sie doch schrecklich leiden sehen. Das war ein echter Alptraum."

Mrs Weasleys Augen füllten sich mit Tränen.

„Nicht doch, Molly", sagte Professor Dumbledore. „Ich sage Ihnen doch, dass es gehen wird! Es wird bald 11:00 Uhr und wir werden die liebe Tonks besuchen. Sie wird den Besuch von allen gerne haben. Die Kinder werden mir folgen, aber sie werden bald zurückkehren."

Harry, Ron und Ginny, die von der Folge der Sachen etwas beängstigt waren, gingen aus dem Zimmer, während sich Fred und George darum bemühten, die Nacktschnecke aus dem Gipsverband ihres Bruders heraus zu holen. Die Schüler folgten ihren Lehrern in den Gängen, um zu Tonks zu gelangen.

„Professor Dumbledore?"

„Ja, Harry?", fragte Dumbledore.

„Hatten Sie erwartet, dass der Spiegel wieder funktionieren könnte?"

„Ehrlich gesagt hoffte ich vor noch einigen Stunden, dass er nie wieder funktionieren würde. Aber immerhin ist es umso besser, wenn er nun wieder funktioniert, oder?"

„Ja, aber... Er ist immer noch gefährlich. Was, wenn es ein Problem geben würde?"

„Um es zu schaffen, diesen Spiegel von innen aus zu entzaubern, brauchte man die Macht mehrerer Zauber zusammen während einer ganzen Weile. Es scheint, dass sich hinter diesem Spiegel manche Dinge geändert haben, damit die Leute dort dieses Risiko eingegangen sind. Ich habe den Eindruck, dass unsere Freundin Tonks eine gewisse Verantwortung dafür trägt. Sie kennt sich sehr gut mit Ablenkungsmanövern aus."

Dumbledore blieb vor der Tür des Zimmers stehen.

„Es nützt nichts, dass wir alle zusammen eintreten. Harry und ich sollten eintreten und Sie können draußen auf uns warten."

Dumbledore klopfte an Tonks' Tür. Hermine saß neben ihr. Tonks schien im Vergleich zu ihrem Verhalten vom vorigen Tag seltsam ruhig.

„Professor Dumbledore!", rief Hermine aus.

„Guten Tag, Miss Granger. Wie geht es unserer lieben Tonks?"

„Man hat ihr was gegeben, um sie zu beruhigen", sagte Hermine, indem sie Dumbledore drängend ansah. „Sie erlebte ihren Angriff ständig wieder, indem sie Cruciatusflüche mit ihrem Löffel wirkte. Das hat mich bestürzt."

„Ich verstehe wohl, Hermine", antwortete Dumbledore. „Aber das wird besser gehen. Vertrauen Sie mir."

„Ich möchte sicher sein, dass Sie Recht haben."

„Wir werden es früh genug wissen", sagte Dumbledore. „Während ich noch daran denke: Professor McGonagall möchte, dass Sie anfangen zu üben, was ihr berufliches Projekt betrifft."

„Das merke ich mir", sagte Hermine, indem sie den Raum verließ und die Tür hinter sich schloss.

„Seltsam", murmelte Harry, der Hermines Reaktion unhöflich fand.

„Ich denke, dass Miss Granger noch schockiert ist", erwiderte Dumbledore. „Sie muss lernen, ihre Emotionen zu kontrollieren, wenn sie auf der Laufbahn weitergehen will, die sie einschlagen will."

Harry wagte es nicht, Professor Dumbledore zu fragen, was Hermines berufliches Projekt war, auch wenn Hermines Reaktionen in jenem Augenblick seltsam schienen. Das war weder der richtige Ort noch das richtige Moment dafür. Es blieben nur noch zehn Minuten bis zur von Tonks genannten Stunde.

„Du solltest den Spiegel aus seinem Kasten herausnehmen", sagte Dumbledore, indem er sich zu Tonks setzte. „Nun, wie geht es Ihnen?"

„Wow! Ist dein Bart ein echter?", antwortete Tonks mit schwacher Stimme, als stünde sie unter Narkose.

„Nun ja! Ich hätte ihn beinahe abschneiden müssen, als ich einen Veeluna vom Geschäft der Gebrüder Weasley eingenommen habe. Er war golden geworden. Ein Glück, dass die Wirkung zeitlich begrenzt ist."

Dumbledore nahm den Spiegel aus Harrys Händen und schaute auf seine Uhr.

„Wir sollen nur noch warten", fügte Dumbledore hinzu.

Tonks schien von Dumbledores Gesicht wie hypnotisiert zu sein. Harry sah die Aurorin traurig an. Er hoffte, dass es funktionieren würde. Es waren zwei Minuten übrig. Und die Longbottoms. Neville würde endlich seine Eltern bei sich haben. Er würde diese Chance haben. Eine Chance, die Harry, was ihn betraf, nie haben würde. In jenem Augenblick hätte er so sehr an Nevilles Stelle sein wollen. Seinen Vater und seine Mutter wieder sehen und wie in seinen schönsten Träumen von ihnen umarmt werden. Nur noch eine Minute. Ja, Neville würde diese Chance haben. Sie konnten nur hoffen, dass es klappen würde. Dreißig Sekunden. Dumbledore näherte den Spiegel Tonks Gesicht.

„Oh mein Gott, ich habe einen schrecklichen Pickel auf dem Kinn!", rief Tonks aus. „Das ist nett, es mir zu sagen, Großweißbart!"

Zehn Sekunden. Harry atmete tief ein und hielt die Luft an. Plötzlich glänzte der Spiegel mit einem mächtigen und blendenden Licht. Harry konnte die Augen kaum offen halten. Es schien, lang zu dauern. Sehr lang. Als das Licht jedoch plötzlich stoppte, waren nur fünf Sekunden vergangen.

„Tonks?", fragte Harry, als er sah, wie die Aurorin die Augen aufriss.

„ALICE!", rief Tonks aus.

Sie stand plötzlich von ihrem Bett auf und riss den Spiegel aus Dumbledores Händen.

„TONKS!", rief Harry aus.

Doch sie antwortete nicht. Tonks eilte hinaus und fing an, in den Gang zu laufen. Keiner wagte es, sich ihr in den Weg zu stellen, nicht mal die Heiler. Harry fing an, ihr zu folgen, aber sie blieb vor dem Zimmer der Longbottoms stehen und machte die Tür plötzlich auf. Neville sprang auf, als sie ankam. Tonks hielt den Spiegel Nevilles Mutter gegenüber und murmelte dann:

„3...2...1..."

Dann wurde ein blendendes Licht auf das Gesicht von Nevilles Mutter ausgestrahlt. Letztere blieb unbeweglich liegen. Das Licht erlosch plötzlich.

„Oh nein! Frank! Komm zurück, bitte!", sagte Tonks beängstigt, indem sie den Spiegel dem Gesicht von Mr Longbottom gegenüber stellte.

Die Sekunden vergingen, aber nichts geschah.

„Frank, komm zurück!", murmelte Mrs Longbottom, indem sie sich mit Schwierigkeiten auf ihr Bett setzte.

„Mum?"

Neville näherte sich sanft seiner Mutter, die seine Hand ergriff und ihn umarmte.

„Frank, komm zurück, bitte", murmelte Mrs Longbottom.