Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Verliebtindich, meine Betaleserin, für ihre Korrekturen.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 55: Das entscheidende Detail:
Dumbledore betrat das Zimmer und schloss die Tür hinter sich.
„Das kann nicht wahr sein! Frank!", rief Tonks aus, die den Spiegel immer noch Mr Longbottoms Gesicht gegenüber hielt.
Alice Longbottom umarmte ihren Sohn immer fester, während Tränen über ihr Gesicht flossen. Als würde ihr Arm anfangen zu schwächen, senkte Tonks langsam den Spiegel und den Kopf. Dumbledore näherte sich dann dem Bett von Mr Longbottom, nahm den Spiegel aus Tonks' Händen und hielt ihn dem Gesicht des Kranken gegenüber.
„REFLECTO!"
Ein blendendes Licht strahlte aus dem Spiegel heraus, spiegelte sich auf Mr Longbottoms Gesicht wider und erlosch nach einigen Sekunden genau so plötzlich.
„FRANK!", rief Mrs Longbottom aus, die an ihrem Sohn hing und mit Schwierigkeiten aus ihrem Bett aufstand, als würde sie gehen lernen.
Frank Longbottoms Augenlider zitterten einen Augenblick lang. Seine Frau kniete neben dem Bett, während Neville murmelte:
„Dad?"
Diesmal machte Frank Longbottom eine Mimik, als würde er aus einem tiefen Schlaf aufwachen. Er fing an zu blinzeln. Mrs Longbottom strahlte plötzlich vor Freude.
„Frank? Schatz? Wach auf! Neville ist hier!"
Sie ergriff wieder die Hand ihres Sohnes, der kniete, um mit ihr auf einer Höhe zu sein.
Harry war froh für ihn. Er war sehr berührt und freute sich darüber, diese Szene zu beobachten. Dumbledore legte aber die Hand auf seine Schulter als Zeichen, dass es für die Longbottoms Zeit war, sich nach fünfzehn Jahren wiederzusehen. Still verließen sie den Raum mit Tonks, während sich Mr Longbottom auf sein Bett setzte, und sie schlossen die Tür hinter sich. Im Gang warteten alle ungeduldig auf Nachrichten.
„Alles geht gut!", beruhigte Dumbledore. „Sie sind aufgewacht und gesund und Tonks, Sie sehen ja... normal aus!"
„So sehr wie ich es sein kann", antwortete sie. „Aber ich bin nicht zu lange in dieser Hölle geblieben, auch wenn man nie ganz davon zurückkehrt. Weißt du, dass es dort noch einen Teil von dir gibt, Ron?"
„Äh?", rief er aus. „Wie ist es möglich?"
„Es würde zu lange dauern, es dir zu erklären! Jedenfalls bin ich richtig froh, wieder ich selbst zu sein. Das ist mir seltsam vorgekommen, mich in diesem Zustand zu sehen."
„Uns auch, Tonks", sagte Hermine. „Es freut uns, Sie wieder zu sehen."
„Danke Hermine. Das hat mich sehr erfreut, dass du an meiner Seite geblieben bist. Aber es wäre mir lieber gewesen, wenn du mich nicht so gesehen hättest. Du wirst das vergessen müssen, was du gesehen hast."
„Wie könnte ich es vergessen?", seufzte Hermine.
„Gut, ich schlage vor, dass wir unsere anderen Kranken besuchen, die sich um Sie, Tonks, schreckliche Sorgen machen!", rief Tante Selene aus. „Vielleicht wird mein Mann aufhören, die Heiler anzubrüllen."
Onkel Neil hatte sich nämlich beruhigt, da er davon zu sehr erfreut war, alle in Hochform so wie die Longbottoms wieder zu sehen. Alle verließen das Krankenhaus am Samstagmorgen. Natürlich war Frank und Alice Longbottoms Wunderheilung im Ministerium so wie in den Zeitungen nicht unbemerkt geblieben.
„Das ist dank einer Muggelarznei", log Tante Selene. „Wie man sieht, muss man ihrer primitiven Medizin doch manchmal vertrauen. Wie heißt es noch, Harry?"
„Ähm... Aspirin!"
„Genau!", rief sie etwas unsicher aus. „Ein echter Wunder, nicht wahr?"
„Faszinierend!", antwortete Arthur Weasley. „Ich habe immer gewusst, dass die Muggel über unglaubliche Fähigkeiten verfügen."
Dieses Wochenende verging sehr schnell. Die Longbottoms wohnten im Ministerium und es fing dort wirklich an, an Platz zu fehlen. Sie schienen in Hochform, als wäre nichts je passiert. Harry war davon begeistert, auch wenn er auf Neville etwas neidisch war. Er konnte seine Eltern nicht wie er wieder haben. Als er am Sonntagabend allein und ein wenig melancholisch in seinem Schlafzimmer stand, klopfte jemand an die Tür.
„Herein", sagte er, indem er sich wieder auf sein Bett setzte.
„Stören wir dich nicht?", fragte Tonks.
„Nein, nein."
Professor Lupin und Tonks setzten sich auf Marks Bett und sahen ihn an.
„Was kann ich für Sie tun?", fragte Harry.
Tonks' und Lupins Blicke trafen sich einen Augenblick lang, dann drehte sich Professor Lupin zu Harry um.
„Nun, eigentlich machen wir uns einige Sorgen um dich."
„Es geht mir gut", log Harry. „Es geht."
„Hör zu", fuhr Tonks fort. „Nun... tja... ich habe die Zeit gehabt, lange mit deinen Eltern zu reden, Harry. Ich..."
Tonks hielt einen Augenblick lang inne. Harry hatte dieses Detail vergessen. Als sie in den Spiegel eingetreten war, hatte sie Zeit gehabt, mit seinen Eltern und Sirius zu reden. Was für ein Glück sie gehabt hatte.
„Ich habe ihnen vorgeschlagen, meinen Körper zu übernehmen", seufzte Tonks. „Dass sie dich wieder sehen und bei dir sein könnten, und sie haben es abgelehnt."
Harry fühlte sich, als hätte er einen Dolchstoß ins Herz bekommen.
„Warum?", sagte Harry, als wäre ihm dieses Wort entschlüpft. „Tja, ich meine, warum erzählen Sie es mir?"
„Oh nein!", sagte Tonks. „Glaube nicht, dass sie abgelehnt haben, dich zu sehen. Aber weißt du, ich sehe nicht wie sie aus und das hätte den Leuten seltsam vorkommen können, vor allem, weil ich nicht wie die anderen bin und weil es ein Risiko gab."
„Was Tonks meint", fuhr Professor Lupin weiter, „ist, dass ihr Metamorphmaguskörper wohl eine Seele von sich zurückwerfen konnte, die es nicht schaffen würde, seine Verwandlungen zu ertragen."
„Ich verstehe", sagte Harry bitter.
„Aber sie haben mir gesagt, dir zu sagen, dass sie und Sirius dich lieben und dich die ganze Zeit, jeden Tag beobachten... Vielleicht... vielleicht hätte ich dir nicht sagen sollen, dass ich ihnen vorgeschlagen hatte..."
„Sie haben Recht gehabt, es zu tun", sagte Harry. „Danke."
Tonks senkte den Kopf.
„Na denn, Tonks!", sagte Lupin. „Siehst du, das war nicht sehr schwierig!"
Sie lächelte etwas verkrampft und dann standen beide auf.
„Wir haben ein Treffen zwischen hohen Beamten des Ministeriums und Mitgliedern des Orden des Phönix", fügte er hinzu. „Da aber der Spiegel nun reaktiviert ist und da es keine gute Idee wäre, ihn wieder zu blockieren, wenn man weiß, was seine Fähigkeiten sind und was er wirken kann, so solltest du ihn ständig bei dir behalten."
„Sie... Sie könnten ihn wieder nehmen?", fragte Harry, der nicht das dachte, was er sagte.
Lupin lächelte ihm zu:
„Behalte ihn! Mit dem, was geschehen ist, haben wir nicht das Herz, dir den letzten Gegenstand zu nehmen, der dich mit deiner Familie verbindet. Sie werden vielleicht ein Mittel finden, um mit dir Kontakt aufzunehmen. Du wirst aber sehr darauf aufpassen, dass ihn keiner ergreift, wenn er eines Tages anfängt zu glänzen. Aber mach dir keine Sorgen."
Harry nickte. Er behielt den Spiegel und war dankbar, dass er das trotz der Gefahr durfte.
OoOoO
„Es wird Zeit, zurückzukehren!", rief Tante Selene im Gang aus. „Ich erinnere euch daran, dass wir heute Montag haben und dass euer erster Unterricht in zwei Stunden anfängt."
Harry zauberte seinen Koffer bis zur Eingangshalle und wurde von Mark gefolgt, der nervös aussah. Sie betraten die Eingangshalle und stellten ihre Koffer zu den anderen. Sie verabschiedeten sich von ihren Familien, was für Neville umso schwieriger war, da er seine Eltern kaum wieder gefunden hatte und sich davor fürchtete, sie wieder zu verlieren.
„Na denn, Neville", sagte seine Mutter. „Es wird Zeit! Wir werden dir regelmäßig Nachrichten von uns schicken. Du musst nach Hogwarts und wir müssen Dinge mit dem Orden des Phönix regeln."
Das war herzzerreißend, aber es wurde Zeit, wegzugehen.
„Lasst eure Sachen hier, die Elfen werden sich darum kümmern... Nehmt nur eure Bücher für heute Morgen mit."
Sie wurden zu Tante Selenes Büro gebracht wie am ersten Unterrichtstag nach den Weihnachtsferien. Sie begaben sich zur Tür, um den Unterrichtstag zu beginnen, und entdeckten Liliana, die an der Wand gelehnt war. Sie richtete sich plötzlich wieder auf, als die Tür aufgemacht wurde.
„Guten Morgen", sagte sie schüchtern.
„Liliana? Was machst du hier?", fragte Mark etwas schroff.
„Du hast mir eine Eule geschrieben, dass du heute Morgen ankommst", antwortete sie schüchtern. „Ich wartete auf dich."
„Ja... das stimmt. Danke, das ist nett."
„Mark, erinnerst du dich daran, was ich dir über Draco Malfoy gesagt habe?", fragte Tante Selene, indem sie ihre Tür schloss.
„Ja", murrte er. „Ich weiß, Mum."
„Das heißt Professor Evans!", sagte sie, bevor sie auf ihre Uhr schaute und hinzufügte: „Die anderen essen gerade ihr Frühstück. Ihr könnt zu ihnen gehen oder zur Bibliothek, um um die Liste eurer Kurse und eurer Hausaufgaben zu bitten. Ich habe eure Lehrer darum gebeten, sie Madam Pince zu geben. Bis später!"
Professor Evans ging zu ihrem Klassenzimmer.
„Es wäre besser, unsere verschiedenen Häuser zu beruhigen", sagte Ginny. „Seit vier Tagen haben sie uns nicht gesehen. Sie möchten sicher von uns wissen."
„Ich werde meine Hausaufgabenliste holen, kommst du, Ron?", fragte Hermine.
Ron verzog komischerweise das Gesicht.
„Oh! Bitte! Wir sind kaum angekommen."
„Komm bitte!", flehte ihn Hermine an.
„Ich folge dir, Hermine!", rief Luna aus. „Dieses Jahr schreibe ich meine ZAGs und ich muss lernen und daran arbeiten. Die Prüfungen kommen näher."
Auch Harry verzog das Gesicht und widerwillig folgten Ron und er Luna und Hermine zur Bibliothek. Sie nahmen Gänge in der anderen Richtung als die anderen und Harry bemerkte, dass sich Hermine ständig umdrehte, als würde sie ausspioniert. Auch Ron erstaunte dieses Verhalten.
„Was ist denn mit dir los?"
„Pssst!", antwortete sie. „Ich muss euch was sagen. Folgt mir!"
„Was hast du?", fragte Luna. „Seit mehreren Tagen bist du seltsam."
„Dumbledore will nicht, dass ich es euch sage", flüsterte sie. „Aber ihr solltet es wissen. Ich verstehe nicht, warum er es uns nicht früher gesagt hat. Wir werden an einem ruhigen Ort darüber reden."
Hermine führte die anderen zum Raum der Wünsche. Sie ließ die Tür des Raums erscheinen, dann betraten sie einen düsteren Raum mit zahlreichen alten Büchern und einem Terrarium voller Spinnen.
„Du hättest was Erfreulicheres erscheinen lassen können", lachte Ron spöttisch.
Plötzlich drehte sich Hermine um und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige.
„Hey! Was ist mit dir los?", sagte Ron, indem er seine brennende Wange berührte.
„Du bist verärgert?", rief Hermine aus. „Dann mal los! Halse mir einen Cruciatusfluch auf!"
„Was? Du bist wohl voll durchgedreht!", sagte Ron.
„Ich, durchgedreht? Aber gar nicht, Ron! Wer wäre durchgedreht genug, um jemanden ihn so angreifen zu lassen?"
„Das machst du gerade!", rief Ron aus, indem er sich die Wange rieb. „Verdammt! Du hast nicht ganz schwach gehandelt."
„Aber halse mir denn einen Cruciatusfluch auf! Ich lasse es dich tun, weil ich ganz genau weiß, dass du es nicht schaffen wirst."
„Das ist sicher. Harry allein hat es geschafft."
„Worauf willst du aber hinaus?", fragte Harry.
Hermine drehte sich zu Harry um und Letzterer sprang nach hinten aus Furcht, auch ein Ohrfeige zu bekommen.
„Worauf ich hinaus will? Du hast doch nicht verstanden, Harry! Snape hat uns mehrere Monate lang Flüche auf ihn wirken lassen, während wir ihn am Jahresanfang überrascht hatten, weil wir Patroni perfekt heraufbeschwören konnten. Ist das nicht erstaunlich?"
„Nun... ich habe eure Unterrichtsstunden nicht besucht", sagte Luna. „Aber der Cruciatusfluch ist ein schwieriger Zauber."
„Genau, Luna. Würdest du mich jedoch dir einen Fluch aufhalsen lassen, ohne zu fürchten, dass ich es schaffe?"
„Aber ich habe ihn geschafft!", rief Harry aus.
„Um den Preis welcher Anstrengungen, Harry? Geschehen dir nicht seltsame Dinge wie uns allen, wenn du verärgert bist? Wie zum Beispiel deine Tante aufblasen! Aber wisst ihr, ich bin nicht auf euch sauer, denn auch ich habe Schwierigkeiten gehabt, es zu glauben. Wie konnte uns Dumbledore einen Verräter... einen SPION als Lehrer lassen? Aber ich musste der Wahrheit ins Gesicht schauen, als ich Tonks gesehen habe."
Hermine begab sich zum Terrarium, um eine Spinne heraus zu nehmen, die versuchte zu fliehen, als sie sie auf den Tisch legte. Hermine wirkte einen Immobilius auf sie und entfernte sich dann ein wenig, indem sie mit ihrem Zauberstab auf sie zielte.
„Hier sind die Bewegungen, die uns Snape beigebracht hat: In schneller Bewegung heben, senken und drei Kreise im Uhrzeigersinn. CRUCIO!"
Ein Licht kam aus Hermines Zauberstab, ohne auf die Spinne zu wirken.
„Keine Wirkung, natürlich. Als wir aber Tonks in den Gängen gesehen haben und sie Harry einen Cruciatusfluch ohne ihren Zauberstab aufgehalst hat, hat sie eine andere Zauberstabbewegung gemacht: Heben, senken und drei Kreise GEGEN den Uhrzeigersinn. CRUCIO!"
Sofort flog ein anderer Lichtstrahl zur Spinne hinüber, die anfing, sich vor Schmerz zu krümmen. Dann senkte Hermine ihren Zauberstab und schaute zu, wie sie die anderen mit offenem Munde beobachteten:
„Snape ist ein Spion für Voldemort. Er hat uns verraten. Er hat den Orden verraten."
„Falsch, Granger."
Draco Malfoys Stimme war im Raum der Wünsche erklungen. Alle zogen ihre Zauberstäbe heraus.
„EXPELLIARMUS!", riefen mehrere Stimmen aus.
Die Zauberstäbe entflogen ihren Händen sofort und Malfoy, Crabbe, Goyle und Pansy Parkinson erschienen, die Tarnumhänge auszogen.
„Falsch, Granger!", wiederholte Malfoy. „Wie könnte er das Ministerium verraten, wenn er den Dunklen Lord nie wirklich verlassen hat?"
