Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Verliebtindich für ihre Korrekturen.

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 58: Und alles schien zu brechen:

„Woher hast du das gewusst?", fragte Hermine.

„Als wir in Hogwarts angekommen sind, bin ich mit Liliana zum Park gegangen und dann... zum Raum der Wünsche, um von dem zu erzählen... was in St.-Mungo geschehen ist. ALOHOMORA!"

Mark öffnete Harrys Zelle, dann drehte er sich zu Rons um.

„Ich habe gesehen, dass die Tür erschienen war, und ich habe mir erlaubt zu lauschen und durch das Schlüsselloch zu schauen. ALOHOMORA!"

Ron machte seine Tür auf und wies Mark darauf hin, Hermines zu öffnen.

„Als ich gesehen habe, dass Snape Harry zum Grimmauldplatz schicken wollte, ist Liliana weggegangen, um Verstärkung zu holen und die Lehrer zu benachrichtigen. ALOHOMORA!"

Hermines Zelle öffnete sich auch.

„Ich habe gesehen, dass Malfoy mit euch wegflohte, und da keiner wissen würde, wo ihr landen würdet, so habe ich entschieden, euch zu folgen. ALOHOMORA!"

Luna ging zu den anderen in der Mitte des Raums und fragte ihn:

„Und wo hast du diesen Tarnumhang bekommen?"

„Malfoy hat ihn im Raum der Wünsche hinterlassen. Ich habe ihn genommen und dann habe ich damit Flohpulver benutzt. Das war riskant, weil Kaminreisen nicht unbemerkt bleiben, aber Malfoy und seine Gruppe hatten die Bibliothek schon verlassen."

Mark näherte sich Malfoys Zelle und zielte still mit seinem Zauberstab auf ihn. Malfoy stand im hinteren Teil seiner Zelle wieder auf und suchte nach Marks Blick.

„Was wirst du mir antun?", fragte er provokativ.

Mark blickte einen Augenblick lang weg. Dann sah er ihn herausfordernd an.

„Ich könnte dir Vieles antun. ALOHOMORA!"

Mark schob Malfoys Tür gewaltsam auf.

„Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder du warnst die Todesser und man tötet uns alle, einschließlich dir und deines Vaters, oder du kommst mit uns und du versuchst, sein Leben zu retten."

Malfoy ging langsam aus seiner Zelle, dann blieb er an die Wand gelehnt stehen, ohne die anderen anzusehen. Trotz des Hasses, den Harry für ihn empfand, verstand er Marks Geste. Malfoy besaß nichts mehr, weder Freunde noch Verbündete. Er konnte nicht mal mehr diesen Stolz haben, der ihn so sehr auszeichnete, nur das Mitleid seiner ehemaligen Feinde.

„Das ändert nichts an dem Problem. Wir haben einen einzigen Tarnumhang und einen Zauberstab für sechs Leute", sagte Hermine. „Ich weiß nicht, wie wir von hier weg können, ohne aufzufallen."

„Ich weiß es auch nicht, aber was eure Zauberstäbe betrifft, so habe ich es geschafft, sie wieder zu bekommen. Ich bin es, der soeben den Haufen hat umfallen lassen. Ich dachte, dass ich auffallen würde!"

Mark zog Zauberstäbe aus seiner Tasche und gab sie ihren Besitzern wieder. Er reichte Malfoy seinen, ohne ihn auch nur einmal anzuschauen.

„Und was machen wir nun?", fragte Luna. „Wir müssen den Spiegel holen und die anderen warnen. Das einzige Mittel wieder wegzukommen ist, wieder Flohpulver in der Bibliothek zu benutzen, ohne aufzufallen."

„Snape bewacht dort den Spiegel", sagte Harry. „Während sich einer um den Spiegel kümmert, wird der andere Snape ablenken müssen."

„Ich werde es tun", sagte Malfoy.

Alle sahen ihn an. Er hatte sich nicht mal bewegt.

„Ich werde es tun", wiederholte er, ohne sie anzuschauen. „Ich denke nicht, dass er weiß, dass mich Bellatrix hier mit euch verhaftet hat."

„Was sagt uns, dass du uns nicht verraten wirst?", fragte Ron. „Du bist wie sie, du hast kein Ehrenwort. Du wärst dazu fähig, uns anzuzeigen und Voldemorts Stiefel zu lecken, um dich zu retten."

„Ich kenne sie, er würde mich sowieso töten. Ihr wisst nicht, wie sehr sie organisiert sind und welche Mittel sie benutzen, um ihre Ziele zu erreichen. Alles, was mich interessiert, ist, meinen Vater um jeden Preis zu retten, Weasley. Wenn ihr sterbt, ist es mir völlig egal. So lange ich sofort danach weg kann, um zu ihm zu kommen, werde ich das tun, was getan werden muss."

„Dann gehe ich mit dir. Du wirst dich um Snape kümmern und ich werde den Spiegel in Sicherheit bringen. Du wirst dann zu deinem Vater gehen. Wir werden dich nicht mehr brauchen."

„Ich glaube wirklich, dass es nicht vernünftig ist!", rief Ron aus. „Ich bin sicher, dass er uns einen bösen Streich spielen wird. Es wäre besser, wenn ich mit dir gehe, Harry."

„Ron! Ich glaube, dass Harry Recht hat", sagte Mark. „Wenn das Leben deines Vaters davon abhängen würde, so glaube ich, dass auch du dich davon halten würdest, irgendwas zu tun, was dich scheitern lassen kann."

Ron blickte weg.

„Ich glaube immer noch, dass es keine richtige Sache ist", sagte Ron, indem er lauter sprach. „Wenn sein Vater stirbt, so wird er nur das haben, was er verdient. Er ist nichts als ein Mörder."

„Ron!"

„Das nützt nichts, Hermine! Ich denke genau das, was ich sage. Ich mag diesen Kerl nicht", sagte er, indem er auf Malfoy zeigte. „Wenn er es könnte, so würde er sich arrangieren, dass wir unser ganzes Leben lang dort bleiben. Verdammt noch Mal, ich verstehe das nicht! Habt ihr den Zustand unserer Verwandte im Krankenhaus gesehen? Sein Vater war sicher daran beteiligt. Vielleicht ist er es, der deinen Vater getroffen hat, Mark... oder deinen, Luna! Vielleicht ist es sogar seinetwegen, dass Tonks so sehr gelitten hat, und ihr wollt, dass wir ihn nach all dem, was wir erlebt haben, retten? Ihr wollt, dass wir wieder die Sorge erleben, dass dieser Dreckskerl, Malfoy, eines Tages ein Mitglied unserer Familie tötet? Denn er wird es tun, wenn er die Gelegenheit dazu hat, und er wird nicht zögern. Also soll er zum Teufel gehen und dann sind wir ihn endlich los!"

„Ron, überlege mal! Wenn er seinen Vater warnt, so wird es ein Feind weniger sein, den wir in London bekämpfen müssen!", sagte Luna. „Vielleicht werden dadurch viele Leute überleben. Vielleicht werden mehrere Mitglieder deiner Familie, jener von Mark, mein Vater und ein großer Teil der Muggel und Zauberer von London dank dieser Geste leben. Und jede Minute, jede Sekunde zählt. Wir pfeifen darauf, Ron, ob er sich rächen will, wir werden ihn später bekämpfen. Was zählt, ist jetzt. Vielleicht werden dein Vater, deine Mutter oder einer deiner Brüder genau jetzt von ihm getötet. Also lass ihn gehen, Ron! Lass ihn gehen!"

Luna fing an zu weinen und warf sich in Harrys Arme. Ron setzte sich mit glänzenden Augen auf den Boden, krümmte sich und legte seinen Kopf auf seinen Schoss, während Hermine sich neben ihn kniete.

„Dann gehe er hin", murmelte er. „Und wenn sein Vater nicht getötet wird, dann werde ich es eines Tages tun."

Harry wusste, dass Rons Geste dem Rothaarigen sehr schmerzhaft war. Er hatte so oft ein Mitglied seiner Familie beinahe verloren, dass Harry wusste, dass es das war, was er in diesem Augenblick am meisten fürchtete. Auch Harry fürchtete es. Er musste schnell handeln.

„Wir gehen, Malfoy!"

Harry ergriff den Tarnumhang und umhüllte sich damit. Malfoy näherte sich, indem er Ron anschaute, der immer noch auf dem Boden saß.

„Wir werden langsam gehen, um nicht aufzufallen, und aufpassen müssen, denn ein Umhang für zwei Leute ist jetzt etwas klein."

Harry drehte sich zu seinen Freunden um.

„Ihr solltet zu euren Zellen zurückkehren, falls jemand kommt. Mark, nimm meinen Platz, und ihr werdet schon was finden, um glauben zu lassen, dass Malfoy da ist."

„Ich kümmere mich darum", sagte Hermine, indem sie zu Ron blickte, der sich nicht bewegt hatte.

„Bis gleich! Ich komme schnell mit Hilfe zurück."

Harry lächelte Luna zu und zog die Kapuze weiter herunter, so dass er für die Augen der anderen unsichtbar wurde. Er machte die Eichentür auf und befand sich mit Malfoy in einem langen dunklen Gang. Am Ende dieses Ganges konnte man Leute flüchtig vorbeigehen sehen. Offensichtlich gab es dort Aufregung.

„Wir werden vorbeigehen müssen, ohne uns bemerken zu lassen."

„Ich weiß, Potter! Du brauchst es mir nicht zu sagen."

Sie gingen den Gang langsam mit stillen Schritten entlang. Stimmen fingen an zu erklingen, aber Harry konnte am Anfang nicht vernehmen, was gesagt wurde, dann wurden die Stimmen verständlicher.

„Er wird nicht froh sein! Nein, er wird nicht froh sein!"

„Halt den Mund, Pettigrew! HALT DEN MUND!", schrie Bellatrix. „Sie werden uns hier nie finden. Wir haben den Spiegel und das ist alles, was zählt."

„Wie haben sie aber herausgefunden?"

„Ich weiß nichts davon! Wenn wir uns nicht bewegen, werden sie uns nicht finden. Sie müssten es zuerst schon schaffen, alle Dementoren zu besiegen."

„Aber Dumbledore?"

„Dumbledore ist nicht unsterblich! Er wird wie dieses ganze Ungeziefer getötet werden. So lange alles in London gut läuft, so ist es perfekt, wir haben nichts zu befürchten und der große schwarze Magier wird die Macht ergreifen!"

Harry war so sehr von dem, was gesagt wurde, besessen, dass er beinahe einen Stuhl umgekippt hätte. Draco Malfoy hielt ihn vorher fest. Der Gang zur Bibliothek war nah, es blieben nur noch einige Schritte übrig.

„Du wirst die Kinder mit dir zum Lord bringen", murmelte Bellatrix. „Das wird ihnen guttun. Was die junge Parkinson betrifft, wirst du nach ihrer Reaktion entscheiden."

Diesmal war es Harry, der an Malfoys Ärmel ziehen musste, um ihn zum Weitergehen zu bewegen. Sie betraten diesen langen scheinbar endlosen Gang und, als sie so weit waren, dass sie keiner hören konnte, murmelte Malfoy:

„Sie werden Pansy töten!"

„Sie werden es nicht tun, Malfoy! Hast du nicht verstanden? Offenbar ist Dumbledore ganz in der Nähe."

„Er wird getötet werden."

„Er wird nicht getötet werden, dein Vater aber schon, wenn du dich nicht beeilst!", ärgerte sich Harry.

Das Ende des Gangs näherte sich. Der Kamin stand nun im Sichtfeld und Snapes Silhouette erschien wie vor dem Spiegel erstarrt. Sie näherten sich langsam und erreichten den Eingang. Snape schaute zum Kaminfeuer.

„Du kannst unter dem Umhang hervorkommen und versuchen, Snape abzulenken", murmelte Harry.

Doch er wurde überrascht, denn Malfoy riss den Tarnumhang weg. Harry war sichtbar, aber Snape, der ihm den Rücken zuwendete, sah ihn nicht. Harry versteckte sich hinter einer Säule und versuchte, Malfoy unter dem Umhang zu finden, doch es war unmöglich. Der Spiegel der Schatten schwankte. Snape bewegte langsam den Kopf zum Spiegel, der wieder unbeweglich war. Snape fing dann wieder an, das Feuer im Kamin zu betrachten. Harry näherte sich hinter dem Spiegel, um Malfoy zu holen. Doch es war zu spät. Der Spiegel der Schatten zerbrach auf dem Boden der Bibliothek. Snape, der nach hinten gesprungen war, um dem fallenden Spiegel auszuweichen, schaute Harry mit einem vor Wut entstellten Gesicht an.

„Potter! Verfluchter Abschaum, Sie haben die letzte Hoffnung zerstört, die ich hatte, das Vertrauen des schwarzen Magiers zu bekommen. SIE WERDEN MIT MIR STERBEN!"

Snape wollte einen Fluch wirken, aber eine Explosion erklang im Kamin und ließ ihn wegblicken. Malfoy war weg, er musste es ausnutzen.

„EXPELLIARMUS!"

Snapes Zauberstab flog aus seiner Hand.

„Sie wollen mich töten, nicht wahr? NA LOS, POTTER! NA LOS!"

Snapes Zorn wurde zwischen den Wänden spürbar. Bücher fingen an, aus den Regalen zu fallen.

„Ich fürchte mich nicht vor dem Tod, er war Teil meines Lebens wie Ihres Lebens, Potter! Töten Sie mich! TÖTEN SIE MICH, POTTER! Weil ich Sie sowieso töten werde!"

Harry spürte, wie sich seine Kehle zusammenzog, während sich Snape ihm näherte. Er fing an zu ersticken und legte die Hand auf seinen Hals, als wollte er eine unsichtbare Hand davon weg bringen. Der Schmerz war unerträglich und Harry fiel auf die Knie.

„Es ist so einfach, Sie zu töten! Wie hat er es nicht geschafft? DAS IST SO EINFACH UND ER HAT ES NICHT GESCHAFFT!"

Harry erstickte und sein Zauberstab fiel ihm aus den Händen. Snape war nah an ihm und legte seine Hände um Harrys Hals.

„DER JUNGE, DER LEBT, WIRD EINES ERSTICKUNGSTODES STERBEN! ER WIRD ERDROSSELT!"

Harry fiel auf den Boden und Snape kniete auf ihn und drückte noch stärker auf seinem Hals. Für Harry war es das Ende. Ihm wurde kalt und er fühlte nur noch eine leichte Wärme auf seinen Rippen.