Hallo an alle! Hier ist das vorletzte Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande – wobei danach noch zwei Bonuskapitel kommen werden. Seht ihr noch Fehler? Wenn nicht, könnt ihr wie ich Verliebtindich danken, wenn schon, könnt ihr wie ich ihr die Schuld geben!

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 59: Die Allianz der Häuser:

Harry spürte, wie er aus dem Leben schied, und er hatte schon den Eindruck, bei seinen Eltern zu sein und ihre Stimmen zu hören, die zu ihm riefen. Er würde bei ihnen sein können und fürchtete sich nicht mehr zu sterben.

„Harry!", sagte eine entfernte weibliche Stimme.

„Mum?"

„Harry... Dein Spiegel... Dein Spiegel, nimm ihn!"

„Spiegel?"

Harry verstand plötzlich, wo diese sanfte Wärme herkam. Er steckte seine Hand langsam und mit Schwierigkeiten in seine Tasche und hob plötzlich den Gegenstand, um ihn zwischen sein und Snapes Gesicht zu halten, so dass der Todesser vom Licht geblendet wurde.

„WAS IST DAS? DAS... das..."

Snape schwieg und fiel auf Harry und der Spiegel erlosch plötzlich. Harry holte wieder Luft. Seine Kehle tat ihm weh und er machte sich mit Schwierigkeiten von Snape frei. Letzterer hatte weit geöffnete Augen, einen leeren Blick und lag mit offenem Munde da, aber er bewegte sich nicht mehr. Er hatte seinen Lehrer eben getötet.

„Ich habe ihn getötet", murmelte er.

Dann schaute Harry zu seinem Spiegel und lächelte. Er stand wieder auf und wandte sich zum Spiegel der Schatten, der zerbrochen war und vom Tuch immer noch umhüllt war. Schließlich war es eine gute Sache, dachte er, denn er hatte immer noch seinen und das war alles, was zählte.

Harry kniete sich hin und hob das Tuch vom Spiegel. Er sah, wie ein schimmerndes und glänzendes Licht daraus kam und schließlich in der Luft verdunstete. Die verschiedenen Zauber, mit denen der Spiegel belegt worden war, hatten sich aufgelöst. Er fasste sich wieder und entschloss, zu seinen Freunden zu gehen. Mit seinem Zauberstab und dem Spiegel fühlte er sich bereit, Lestrange und Pettigrew so wie alle anderen zu bekämpfen, auch wenn ihn sein Kampf gegen Snape erschöpft hatte und er noch Schwierigkeiten hatte, normal zu atmen. Er hatte genug Zeit verloren und er richtete sich wieder auf, um seinen Zauberstab zu holen.

Plötzlich wurde sein Blick von einem blendenden Licht abgelenkt, das aus dem Gang kam. Bis dahin hatte er den entfernten Lärm nicht bemerkt, der sich ihm zu nähern schien. Das war nicht nur ein Lärm, sondern eine Mischung aus verschiedenen Lärmen, die wie gewirkte Zauber und Schritte klangen, die zu ihm liefen. Er beeilte sich, seinen Zauberstab zu holen, und hatte kaum Zeit, sich umzudrehen. Bellatrix Lestrange war am Eingang des Raums erschienen und beobachtete mit offenem Munde das, was vom Spiegel übrig geblieben war. Harry hatte eine Verteidigungsstellung eingenommen, aber Bellatrix zielte mit ihrem eigenen Zauberstab auf ihn, während sie die Umgebung betrachtete.

„Was haben Sie getan, Potter?"

Sie ging an Snapes Körper vorbei und stieß ihn mit ihrem Fuß an.

„Welch ein Idioter! Von einem Kind getötet werden!"

Sie näherte sich dem Kamin, ohne von Harry wegzublicken.

„Denken Sie nicht mal daran!", sagte Harry. „Ich werde Sie nicht weggehen lassen."

„Oh doch, Sie werden mich weggehen lassen, denn ich hinterlasse Ihnen etwas zur Beschäftigung. Schon seit einer Weile haben sie keinen ihrer berühmten Küsse mehr ausgeübt."

Harry blickte zum Eingang des Raums. Der Raum fing an kälter zu werden, so dass Harry zitterte.

EXPELLIARMUS!"

Harrys Zauberstab flog durch den Raum. Bellatrix hatte von der Tatsache profitiert, dass er woanders hinschaute, um ihn zu entwaffnen. Sie betrat den Kamin mit der Tüte voller Flohpulver.

„Nokturngasse!"

Eine Rauchwolke erschien vor Bellatrix Lestrange und sie verschwand. Harry wollte sich zu seinem Zauberstab stürzen, aber es war zu spät. Ein Schwarm Dementoren hatte den Raum eben betreten und umgab Harry, der spürte, wie seine übrigen Kräfte erloschen. Sein Zauberstab war zu weit und unzugänglich. Er konnte nicht fliehen. Einer der Dementoren kam näher auf ihn zu und Harry dachte an seinen Spiegel. Das war die Lösung. Er schwang ihn vor sich, aber vergebens. Der Spiegel funktionierte nicht mehr.

„Bitte! Funktioniere! FUNKTIONIERE!"

Das Gesicht des Dementors näherte sich gefährlich und Harry hielt den Spiegel zwischen ihre beiden Gesichter. Mit einer Handbewegung warf der Dementor Harrys Spiegel zur Wand.

„NEIN! Nein..."

Da sich das Gesicht des Dementors näherte, fühlte sich Harry mit seinen Kräften am Ende. Er fühlte sich so schwach, dass er wünschte, dass all das schnell enden würde. Sein Sehvermögen trübte sich. Er konnte es nicht länger aushalten. Er würde ohnmächtig werden und nie wieder erwachen.

EXPECTO PATRONUM!"

Ein helles Licht flog durch die Bibliothek. Es war ein Vogel. Ein riesiger Vogel, der durch den Raum flog und die Dementoren verjagte, die versuchten, durch den Kamin zu fliehen. Harry kniff die Augen zusammen, um diesen leuchtenden Vogel besser zu sehen. Es war ein Phönix. Oder eher ein Patronus, der die Form eines Phönix angenommen hatte. Es war Dumbledore. Harry war sich dessen sicher.

„Harry, ich werde nicht lange aushalten, wenn du mir nicht schnell hilfst!"

„Neville?"

Nevilles trübe Silhouette fing an, deutlicher zu werden.

„Harry!"

„Ja! Alles klar!"

Harry nutzte die Schwächung der Dementoren aus, um seinen Zauberstab zu ergreifen.

EXPECTO PATRONUM!"

Ein Hirsch erschien und galoppierte durch den Raum. Die Dementoren flohen durch das Kaminrohr und die Patroni verschwanden dann. Harry stürzte zu Boden.

„Alles in Ordnung, Harry?"

„Ja", seufzte er. „Danke. Aber was ist..."

„Dumbledore ist bei uns. Wir müssen zurück. Komm und sei vorsichtig! Hier ist es dementorenverseucht."

Neville humpelte zu Harry und half ihm wieder aufzustehen.

„Ein Phönix!"

„Ja, ich weiß", antwortete Neville lächelnd. „Ich bin genauso überrascht gewesen wie du. Ich glaube, dass meine glücklichen Erinnerungen in letzter Zeit mächtiger geworden sind."

„Wir müssen zu den anderen. Sie sind..."

„Sie sind frei. Und Snape? Was ist mit ihm geschehen?"

„MEIN SPIEGEL!"

Harry stürzte sich zu seinem Spiegel. Er betrachtete ihn und sah nur sein von den Rissen entstelltes Spiegelbild. Es gab keine Hoffnung mehr. Harry würde nicht mehr mit seinen Eltern reden können.

„Wir müssen losgehen", sagte Neville mit zögernder Stimme. „Es könnten noch mehr Dementoren kommen."

Harry steckte seinen zerbrochenen Spiegel in die Tasche seines Umhangs zurück und folgte Neville.

„Bellatrix Lestrange ist zur Nokturngasse gefloht. Sie muss gefangen werden."

„Wir müssen zuerst von hier weg."

Harry nickte und sie liefen mit schnellen Schritten zum Gang.

„Wie bist du hier angekommen?"

„Es ist Dumbledore, der uns hierher gebracht hat."

„Uns?"

„Alle Freiwilligen über fünfzehn Jahren sowie ein großer Teil von den Lehrern von Hogwarts. Vorsicht, ich weiß nicht, ob sie es geschafft haben, alle Dementoren loszuwerden."

Harry zückte seinen Zauberstab, aber offenbar gab es keine Aufregung.

„Wo ist Neville?"

„Ich bin hier, Susan."

„Harry!"

Luna warf sich um Harrys Hals. McGonagall und etwa zehn Schüler von Hogwarts waren anwesend. Pansy Parkinson weinte bitter in einer Ecke des Raums.

„Alles in Ordnung?"

„Ja, es geht."

Harry schaute zu Professor McGonagall.

„Lestrange und Draco Malfoy sind durch das Flohpulvernetz geflohen", sagte er sehr ruhig. „Ich weiß nicht, wo Malfoy ist, aber Lestrange ist in der Nokturngasse."

„Und Professor Snape?"

Harry zog seinen Spiegel aus seiner Tasche und zeigte ihn Professor McGonagall. Hermine stieß einen Ausruf aus und hielt die Hände vor ihrem Mund.

„Malfoy hat den Spiegel der Schatten zerbrochen und meiner ist wegen eines Unfalls zerbrochen worden. Professor Snape hat versucht, mich zu töten, und..."

„Ja...", seufzte McGonagall. „Sie haben sich verteidigt, das ist ganz natürlich. Wir sollten besser von hier weggehen. Professor Dumbledore und die anderen warten im oberen Stock auf uns."

„Aber Lestrange..."

„Wir haben schon viel getan, indem wir hierher gekommen sind, Potter. Wir haben es geschafft, Askaban wieder unter Kontrolle zu nehmen und Pettigrew zu fangen."

„Pettigrew?"

„Er ist in einer Zelle mit den Herren Crabbe und Goyle."

Harry sprach kein Wort und stürzte zu den Zellen.

„Mr Potter! Mr Potter, kommen Sie zurück!"

Harry stürzte in den Gang und zauberte die alte Eichentür auf. Er erblickte Wurmschwanz, der im hinteren Teil einer Zelle mit feinem Gitter saß, und schrie:

„WO IST ER? Voldemort! Sie wissen, wo er ist! ALSO WO IST ER?"

Harry zielte wütend mit seinem Zauberstab, der plötzlich Funken herausspritzte, auf Pettigrew. Wurmschwanz fing an zu ächzen.

„Harry! Mein lieber Harry! Du würdest es nicht tun!"

„Ich habe Snape getötet. Ein Mord mehr wird die Lage auch nicht ändern. Sie sind schon vor drei Jahren geflohen. Ich werde Sie nicht wieder weggehen lassen!"

„Mr Potter, Sie dürfen sich nicht selbst Recht verschaffen!"

„ICH HABE MIR SELBST SCHON RECHT VERSCHAFFT, INDEM ICH SNAPE GETÖTET HABE!"

Accio Zauberstab!"

Professor McGonagall ergriff Harrys Zauberstab.

„Selbstverteidigung ist kein Mord. Es wird Zeit zu gehen, die Auroren werden sich um sie kümmern, wenn sie von London zurück sein werden. Ich denke, dass wir Auskünfte über Bellatrix Lestrange geben können."

Professor McGonagall näherte sich ihm und lächelte ihm zu, indem sie ihm seinen Zauberstab zurückgab.

„Ihn zu töten wird nichts nützen und würde sie bloß dazu herabsetzen, so wenig wert zu sein wie dieses erbärmliche Wesen. Ich will nichts als Ihr Wohl, Harry."

Es war das erste Mal, dass sie ihn Harry nannte, und dank dieser einfachen Geste und ihrem gutmütigen Blick war sein Zorn ausgelöscht. Harry sah Pettigrew ein letztes Mal an und schaute seine Freunde an, die offensichtlich besorgt waren. Er lächelte ihnen zu und ging zu ihnen. Minerva McGonagall drehte sich dann zu Crabbe und Goyles Zelle um und machte ihnen die Tür auf.

„Sie würden es verdienen, hier zu bleiben. Jedoch sind Sie minderjährig und noch meine Schüler, obwohl es sich bald ändern wird. Glauben Sie mir, Sie werden strengen Regeln unterliegen und die Justiz für lernende Zauberer wird sich um Sie kümmern."

Crabbe und Goyle gingen aus ihren Zellen und wurden von einem Zauber gefesselt. Mit dem Bedauern, nicht entdeckt haben zu können, wo sich Voldemort befand, folgten Harry und die anderen McGonagall bis zum Eingang von Askaban, wo sie Professor Flitwick und Professor Dumbledore so wie etwa sechzig Schüler von Hogwarts erwarteten und immer noch auf der Hut waren.

„Ich bin froh, Sie alle zu sehen", sagte Professor Dumbledore. „Aber wir sollten lieber nicht zu lange hier bleiben. In diesem Gefängnis herrscht nun reines Chaos. Wir müssen einer nach dem anderen weggehen. Wegen des Schildes, der dieses Gefängnis umgibt, ist es nötig. Ist alles geregelt, Professor McGonagall?"

„Der Spiegel der Schatten und der von Potter sind zerbrochen worden. Professor Snape lebt nicht mehr."

Ausrufe und Gemurmel erklangen in der Eingangshalle. Dumbledore sah Harry mitleidig an.

„Das Wichtigste ist hier und das allein zählt."

Die entfernten Geräusche, die im Gefängnis herrschten, waren besorgniserregend. Der Evakuierungsprozess aus Askaban war schnell und gut organisiert, so dass nach zehn Minuten Luna bereit war wegzugehen und nur noch Harry und Professor McGonagall blieben.

„Gehen Sie, Miss Lovegood! Wir folgen Ihnen!"

Luna ging einige Stufen hoch und wandte sich zur Tür, wo ihre Silhouette schnell verschwand.

„Sie sind dran, Mr Potter."

Da erklang eine Explosion in der Ferne und Harry drehte sich zu Professor McGonagall um.

„Beeilen Sie sich! Es ist nichts!"

Harry ging die Stufen hinauf und drehte sich um. Professor McGonagall machte eine Handbewegung, um ihn anzuspornen weiterzugehen. Sie selbst drehte sich mehrmals um.

„Na los! Das sind nur die Gespenster von Askaban. Drehen Sie sich nicht mehr um."

Harry wandte sich zur Tür und ging hindurch. Dann fühlte er, wie er vom Boden gehoben wurde.

„NEIN, SIE WERDEN MICH NICHT TÖTEN!"

Während er sich in die Luft erhob, drehte sich Harry um. Er sah ein grünes Licht zu Professor McGonagall hinfliegen, die gerade geschrien hatte und dem Angriff knapp auswich. Dann flog ein zweiter Lichtstrahl zu ihr und sie brach zusammen.

„PROFESSOR MCGONAGALL!"

Harry versuchte, zurück zu gehen, aber seine Glieder waren wie gefesselt. Er konnte sich nicht mehr bewegen und sein Körper flog weiter.

„PROFESSOR!"

„Harry! Harry, was ist los?", fragte Dumbledore mit einem ernsten Gesicht.

Harry befand sich plötzlich am Rand eines Sees mit den anderen Schülern von Hogwarts und Professor Dumbledore. Askaban lag in der Mitte des Sees und eine Art schimmernde Kuppel umgab es.

„Professor McGonagall ist gerade angegriffen worden! Wir müssen zurück!"

„Wie bitte?"

„Jemand hat sie angegriffen, während ich wegging! ICH HABE SIE FALLEN SEHEN!"

Dumbledore drehte sich plötzlich um und richtete sich dann zum Rand des Sees.

„Kümmern Sie sich um die Kinder, Flitwick!"

Dumbledore fing an, die Arme am Ufer zu bewegen.

„Es ist nicht nötig, Albus!"

„Minerva!"

Professor McGonagall war plötzlich atemlos erschienen. Sie fiel zu Boden, während Harry und Ron versuchten, sie zu stützen.

„Es wird gehen! Ich danke Ihnen, meine Herren", sagte sie atemlos.

„Was ist geschehen?", fragte Dumbledore, indem er sich ihr näherte.

„Bellatrix Lestrange ist zurückgekehrt und hat versucht, mich zu töten. Aber ich habe es geschafft, vorher zu fliehen."

„Aber ich habe Sie gesehen!", rief Harry aus. „Sie hat Sie getroffen!"

„Sie haben schlecht gesehen, Mr Potter. Ich bin dem Fluch knapp ausgewichen. Sie hat geglaubt, dass ich getroffen war, und hat sich umgedreht. Ich habe Zeit gehabt zu fliehen."

Minerva McGonagall stand mit Schwierigkeiten auf.

„Ich gestehe, dass ich nicht mehr jung genug bin, dass ich eine so mächtige Hexe bekämpfen könnte."

„Sie übertreiben, Minerva! Sie haben schon so mächtige Gegner bekämpft!"

McGonagall machte ein schiefes Lächeln und fügte dann hinzu:

„Wie auch immer denke ich, dass sie nun Zeit gehabt hat zu fliehen. Und sie hat Pettigrew sicher befreit."

Harry hielt sich davon ab zu schreien. Peter Pettigrew war noch einmal geflohen wie er es drei Jahre zuvor getan hatte.

„Kehren wir jetzt zurück!", sagte Dumbledore. „Warten wir auf Nachrichten aus London mit der Hoffnung, dass alles sehr gut geht."