Hallo an alle! Hier kommt das zweite Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre Monde. Danke an Verliebtindich, die mich korrigiert hat, und danke an Euch, die mich immer noch lesen.

Disclaimer: Alle Orte und Charaktere, die ihr aus den Büchern von J.K. Rowling schon kennt, gehören zu ihr und zur Warner BrosTM. Die anderen Charaktere gehören zu Gabrielle Lavande. Nichts gehört zu mir außer der Übersetzung.

Anmerkung des Übersetzers: In diesem Kapitel hat die Autorin – absichtlich oder aus Unwissenheit – zwei Dinge geschrieben, die nicht zum rowlingischen Kanon passen. Erstens, dass das „Denkarium" nur der Inhalt, diese silberne Flüssigkeit ist und nicht der gesamte Gegenstand selbst. Daher sollt ihr nicht erstaunt sein, wenn ihr von „ein wenig Denkarium" lest. Zweitens, dass man eine Erinnerung „betreten" kann, ohne die Flüssigkeit mit seinem Körper zu berühren, sondern schon, indem man sie bloß mit dem Zauberstab berührt.

Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt:

Kapitel 2: Familienessen:

„Schwöre mir, dass es ständig einen verantwortlichen Erwachsenen bei ihnen geben wird."

„Aber Selene, ich werde da sein!", antwortete David Lovegood, indem er ein neues Stück Rindfleisch hinunterschluckte.

„Ich wiederhole: Schwöre mir, dass es einen verantwortlichen Erwachsenen geben wird!"

„Du übertreibst, Schatz! David wird sich in Transsylvanien gut um die Kinder kümmern. Du weißt sehr wohl, dass es fast keine freien Todesser mehr gibt."

„Nicht das beängstigt mich, nun ist aber Harry..."

„Danke!", unterbrach Harry. „Ich sehe, dass mir meine Tante ganz vertraut! Du glaubst, dass ich allein auf die Suche nach Vampiren gehen werde, stimmt's?"

„Nein!", empörte sich Selene. „Nein, das ist es nicht! Das Problem ist, dass du siebzehn bist und dass... tja, du bist ja siebzehn und... Oh, keiner hilft mir! Das ist doch offensichtlich, oder?"

Selene zeigte mit einer lebhaften und schnellen Bewegung auf Harry und Luna. Jene fingen an zu verstehen und wurden rot im Gesicht.

„Und... und... nicht nur er ist siebzehn. Auch Ron und Hermine!"

„Oh! ICH WERDE SIE ZERFLEISCHEN!", donnerte Mrs Weasley.

„Ruhe!", sagte Mr Lovegood kühl, indem er von seinem Stuhl aufstand.

Sein Gesicht hatte sich plötzlich verwandelt. Er sah ungewöhnlich ernsthaft und streng aus. Er wandte sich Harry zu. Seine eisig blauen Augen starrten ihn an und er kam immer näher.

„Ich hoffe, dass ich dir vertrauen kann, Harry. Ich hoffe, dass es solche Probleme nicht geben wird. NICHT WAHR?"

David Lovegood hatte diese letzten Worte mit gewaltigen Schlägen seiner Fäuste auf den Tisch neben Harry untermalt, was die meisten Gäste aufspringen ließ. Er starrte Harry an, der sich etwas nach hinten bewegte, als er sah, wie sich Mr Lovegoods Kopf gefährlich seinem eigenen näherte.

„Nicht wahr?", wiederholte Mr Lovegood.

Diesmal sah Harry, der weniger überrascht war, das schiefe Lächeln von Mr Lovegood, was ihm zeigte, dass es bloß ein Scherz war. Harry konnte sein lautes Gelächter nicht verbeißen und sein Kopf fiel auf den Tisch.

„Ich WILL einen verantwortlichen Erwachsenen, David! Du hast keine Glaubwürdigkeit bei diesen Kindern, das siehst du wohl!"

„Doch, ich habe welche! Wenn ich es wirklich will, dann habe ich welche! Nicht wahr, Harry? Du versprichst mir, dass es keine Probleme geben wird? Du weißt, dass ich nicht scherze, vor allem über das, was Luna betrifft."

Mr Lovegoods Hände hatten sich auf Harrys Schulter an seinen Hals gelegt und verkrampften sich. Harry hörte plötzlich auf zu lachen und richtete sich auf seinen Stuhl auf, indem er das Gesicht vor Schmerz verzog.

„Kein Problem, Mr Lovegood! Ich schwöre es Ihnen!", sagte Harry, indem er seine schmerzenden Schultern rieb.

„Ich wusste doch, dass man dir vertrauen darf", sagte Mr Lovegood, indem er Harry einen gewaltigen Schlag in den Rücken verpasste.

„AUA!"

Er drehte sich zu Luna um, die lächelnd mit den Schultern zuckte, und erblickte Ginny und Neville, die auf der anderen Seite des Tisches laut lachten.

„Lacht nicht zu viel, ihr beiden, denn auch auf euch passe ich auf."

„Aber Mr Lovegood, Neville und ich sind..."

„Wie auch immer, Ginny, mit all dem, was ihr in den letzten Jahren für Dummheiten getrieben habt, muss ich überall aufpassen. Denn ich fürchte eben, dass ihr die Entscheidung trefft, zur Vampirjagd zu gehen, egal was du sagst, Harry! Daher haben sich Lupin und Tonks dazu entschlossen, uns zu begleiten."

„Meine erste offizielle Aufgabe als Auror. Unter der Bewachung meiner Praktikumstutorin", sagte Lupin, indem er wieder den Kopf hob.

„Praktikumstutorin, die beiläufig zehn Jahre jünger ist als ihr Praktikant und sicher weniger Missgeschicke erlebt hat als er."

„Und hat die Tatsache, dass Sie ein Werwolf sind, Ihre Ausbildung nicht gestört?", fragte Luna.

Lupin und Tonks brachen bei dieser Anmerkung in lautes Gelächter aus.

„Und schon wieder!", seufzte Moody.

„Was habe ich Lustiges gesagt?"

„Mach dir keine Sorgen, mein Schatz", sagte Mr Lovegood, der leise lachte, mit leicht glänzenden Augen. „Lupins Ausbildung ist ziemlich eigenartig gewesen."

„Könnten Sie mir sagen, wie es abläuft?", fragte Harry. „Ich muss Ende August meine Aufnahmeprüfungen machen."

„Oh! Ich verbiete dir, ihm irgendwas zu sagen, Remus!", sagte Tonks, indem sie vergeblich versuchte, ihr Gelächter zu unterdrücken. „Du weißt, dass es untersagt wird!"

„Ja, liebe Tutorin! Aber ich darf ihm zumindest von der Prüfung erzählen, die ich gemacht habe... da er sicher nicht die gleiche haben wird... Tja, du verstehst, was ich meine!"

„Gut, dann bin ich einverstanden. Aber wirst du dazu fähig sein, alles zu erzählen, ohne ständig loszuprusten?"

„Eigentlich habe ich eine bessere Idee. Neil? Hättest du nicht ein wenig Denkarium?"

„Oh doch! Ich habe es eilig, das zu sehen! Ich bringe es dir sofort!"

„Man muss schon gestehen, dass mir dein Onkel sehr geholfen hat, Harry!", sagte Lupin, während Onkel Neil aus dem Raum ging. „Bevor er sein Ministeramt aufgegeben hat, hat er ein Sondererlass für die Werwölfe verfasst. Er hat es nicht ertragen können, mich allein in einem Zimmer zu sehen, als ich in St. Mungo war. Dieses Gesetz erlaubt mir unter anderem, den Beruf meiner Wahl auszuüben, ohne jeglicher Diskriminierung zu unterliegen. Ich habe also die Gelegenheit genutzt, um zum Auror ausgebildet zu werden."

„Das ist schade! Dieses Jahr hätten Sie unser Verteidigungslehrer sein können."

„Oh nein, Ginny! Lehrer sein ist anders. Der Druck der Eltern hätte mich schnell dazu getrieben, aufzugeben... Und ich fange wirklich an zu glauben, dass diese Stelle verflucht ist. Und doch bin ich ja nicht der Typ, der solche Blödheiten glaubt."

„Hier habe ich's!", sagte Onkel Neil, indem er mit einem silbernen Becken zurückkam. „Ich habe meine alten Erinnerungen zurückgenommen und ich habe das Denkarium in einen etwas größeren Behälter gegossen."

„Danke Neil!"

Lupin zog seinen Zauberstab heraus und presste die Spitze gegen seine Schläfe. Ein silberner Faden schwebte von seiner Schläfe zur Flüssigkeit, was einen Wirbel verursachte.

„Ich muss mich um Fanely kümmern", sagte Tante Selene. „Sie ist viel zu jung, dass sie das Denkarium nutzen könnte."

„Komm schon, Selene!", rief Tonks aus. „Ich kümmere mich um Fanely. Ich war da. Ich weiß wohl, was geschehen ist. Ich werde euch aus dem Denkarium herausholen, wenn es fertig sein wird. Ich schwöre es dir, das ist wirklich der Mühe wert."

„Gut. Einverstanden! Immerhin sieht man ja nicht jeden Tag eine Einweihung zur Karriere als Auror."

Das Becken wurde auf einen kleinen runden Tisch gelegt, um den sich alle Gäste zusammenpressten. Tonks kümmerte sich etwas weiter weg um Fanely. Lupin fing dann an, das Denkarium mit seinem Zauberstab zu mischen.

„Bring uns in sechs Minuten zurück. Ich denke, wir werden dann das Wichtigste gesehen haben."

„Einverstanden", antwortete Tonks, indem sie zur Standuhr blickte.

„Dann geht's los! Zielt alle eure Zauberstäbe in 3, 2, 1..."

Harry tauchte die Spitze seines Zauberstabs im gesagten Moment ein und wurde in einen langen Wirbel gezogen, bevor er sich in einer großen kühlen Höhle ohne Möbel befand.

„Da sind wir", sagte Professor Lupin, der neben ihm stand. „Tonks und Aldysse Irre kommen gleich an."

Harry blickte zu einem Mann, der einige Meter weiter entfernt mit ihnen zugewandtem Rücken stand. Das war der andere Lupin, der geduldig auf einem der etwa zehn Sitze wartete, die einer alten Tür gegenüberstanden. Eigentlich ähnelte dieser Ort sehr einem Kerker.

„Das ist meine letzte Prüfung: Ein magisches Geschöpf bekämpfen", sagte Lupin. „Das war nicht wirklich nötig. Ich hatte schon genug Punkte bekommen, aber diese Prüfung ist Pflicht."

Die Tür gegenüber öffnete sich in jenem Augenblick. Eine junge dreißigjährige Frau mit langen braunen Haaren und einem Umhang aus grünem Seide mit einem goldenen Gürtel betrat den Raum, von Tonks gefolgt. Sie blickte nicht von den Pergamentrollen auf, in denen sie las, während Tonks, die hinter ihr stand, diskret zu Lupin winkte.

„Das ist doch Träne!", rief Onkel Neil aus.

Alle drehten sich zu Neil Evans um.

„Du kennst sie?", fragte Lupin.

„Ja... tja, nicht wirklich. Sie ist in Hogwarts eingeschult worden, als ich Fünftklässler war. Erinnerst du dich daran, David?"

„Ja, ein wenig", antwortete David Lovegood. „Tja, alle nannten sie Träne. Ich kannte ihren echten Vornamen nicht. Sie ist eine ehemalige Slytherin, oder?"

„Das stimmt... Schh!"

„Sie sind Remus Lupin?", sagte die junge Frau, während sie in einem Haufen von Pergamentrollen blätterte.

„Das stimmt, ja", antwortete Lupin.

„Aldysse Irre", sagte sie, indem sie den Kopf erhob und Lupin die Hand reichte. „Und hier steht Miss Tonks, die Ihre Tutorin sein wird, wenn Sie erfolgreich sind."

Harry verstand dann den Spitznamen Träne. Nah an ihrem rechten Auge hatte die junge Frau einen Geburtsfleck, der die Form einer Träne hatte, die so rot war, als wäre sie eine Blutträne gewesen.

„Miss Tonks", sagte Lupin, indem er Tonks die Hand schüttelte, wobei sie zu ihm blinzelte.

„Jetzt muss ich Tonks ignorieren", fügte Lupin hinzu. „Wenn man Bescheid weiß, dass mich meine Tutorin kennt, so gehen wir das Risiko ein, schlimme Probleme zu haben. Erinnere dich daran, Harry. Du kennst zahlreiche Auroren, und wenn dein Tutor zu ihnen gehört, musst du ihn völlig ignorieren."

„Sie sind da, um Ihre letzte Prüfung zu machen", sagte Aldysse Irre mit einem harten und strengen Ton. „Der erste Teil Ihrer Prüfung ist, dass Sie einen Werwolf bekämpfen müssen."

„Wie bitte?"

„Einen Werwolf", wiederholte Aldysse Irre.

„Ich denke, dass es einen Irrtum gibt. Nie in meinem Leben werde ich einen Werwolf bekämpfen können. Ich..."

„Hören Sie zu. Ich sehe nicht, was Sie hier machen, wenn Sie nicht einmal einen Werwolf bekämpfen können!", rief sie schroff aus.

„Aber..."

„Aber nichts. Wie könnten Sie einem Riesen gegenüberstehen, wenn Sie keinen einzigen Werwolf bekämpfen können?"

„Das wird mir ja nie geschehen..."

„Was wissen Sie denn davon? Gut, ich denke, dass Sie es nötig, ein wenig beruhigt zu werden. Ich glaube, verstanden zu haben. Diese Krallenspuren auf Ihrem Gesicht wurden Ihnen von einem Werwolf zugefügt, oder?"

Lupin sah wegen dieser Fragen verlegen aus, während Tonks hinter Aldysse Irre versuchte, ihr Lachen zu verbeißen.

„Ja...", antwortete Professor Lupin.

„Gut, ich verstehe, dass es ein Trauma gegeben haben könnte. Dann reden wir bitte zusammen darüber. Setzen Sie sich auf diesen Stuhl."

Lupin setzte sich ruhig auf seinen Stuhl, während seine Prüferin einen zu sich heranzog, damit sie ihm gegenüber sitzen konnte.

„Ich muss Ihnen sagen, dass Sie mit all den Punkten, die Sie bisher bekommen haben, Ihre Prüfung bereits bestanden haben. Wenn Sie aber einer solchen Phobie unterliegen, denke ich nicht, dass diese Arbeit für Sie gemacht ist. Sie sollten lieber darauf verzichten."

Harry fing an zu lächeln. Hinter Irre verkniff sich Tonks ein lautes Gelächter, indem sie heftig hustete.

„Verstehen Sie", fuhr die Prüferin fort. „Diese Arbeit ist sehr riskant und ich weiß, dass Sie sehr kompetent sind, aber... Tonks! Gehen Sie fort und trinken Sie ein Glas Wasser. Sie werden an diesem Husten ersticken!"

„Ja... ich gehe...", sagte Tonks und versuchte zu atmen.

„Hören Sie zu, ich weiß, dass Werwölfe abscheuliche und blutrünstige Geschöpfe sind, aber Sie sollten sich sagen, dass es kein echter Werwolf sein wird, da es kein Vollmond ist. Also stehen Sie bitte auf und bringen Sie sich in Kampfstellung! Sonst sollten Sie wissen, dass ich schlimmer werden kann als ein Drache, wenn Sie dieses Biest nicht bekämpfen wollen! So, sagen Sie mir, was Sie als Erstes machen werden, wenn Sie ihm gegenüberstehen!"

„Nun, ich glaube, ich werde meinem Meuteninstinkt folgen", antwortete Lupin und prustete los. „Ich glaube, Sie sollten sich meine Akte unter dem Punkt „Besonderheiten" anschauen."

Aldysse Irre sah nun verlegen aus, schaute sich die Akte an, die sie in der Hand hielt, und lächelte plötzlich.

„Oh, das tut mir Leid! Ich muss Ihnen mit meiner Nummer völlig dumm vorgekommen sein. Wenn Sie einen Werwolf vor sich hätten, wären Sie selbst in Werwolf... Oder ein Spiegel... Tja... Entschuldigen Sie mich, ich spreche weiter Dummheiten. Tonks, du hast die Akte gelesen. Du wusstest es und hast mich weiter reden lassen?"

Tonks brach an ihrer Seite in ein Gelächter aus.

„Danke!", fuhr Miss Irre fort. „Vielen Dank, Tonks, dass du mich lächerlich gemacht hast. Ich befreie Sie von der Prüfung, Mr Lupin, aber das muss unter uns bleiben. Auch die lächerliche Szene, die ich gerade gemacht habe. Übrigens gebe ich Ihnen die volle Punktzahl unter der Bedingung, dass Sie mir bei meinem Bericht über Werwölfe einen Gefallen tun, denn das wäre mir besonders hilfreich."

„Alles klar!", antwortete Lupin und lächelte.

In jenem Augenblick spürte Harry, wie sich seine Füße vom Boden erhoben und wie er in einem Wirbel zum Wohnzimmer der Evans zurückkehrte, wo alle Gäste nacheinander aus dem Denkarium kamen.

„Sie haben sie ganz schön auf den Arm genommen", sagte Mark. „Sie sah so streng aus, dass ich nie gedacht hätte, dass sie so reagieren würde. Auf jeden Fall habe ich echt viel gelacht."

„Nun, unsere liebe Träne hat sich stark verändert", sagte David Lovegood.

„Bestimmt!", antwortete Neil. „Zu Hogwarts' Zeiten war sie bei Weitem nicht so entgegenkommend."

„Oh, das ist, weil ihr sie nicht kanntet", griff Tonks ein. „Wir haben die Schule im gleichen Jahr angefangen. Sie war immer nett zu mir. Sie ist übrigens eine meiner besten Freundinnen. Ich gestehe, dass sie ein bisschen wild ist, aber man muss sie bloß richtig behandeln können."

„Ist das ein Scherz?", sagte Selene. „Du warst ihre einzige Freundin. Ich weiß nicht, wie du es damals geschafft hast, aber eines Tages habe ich sie darum gebeten, mir ein Blatt Pergament auszuleihen, und sie hat mir Kassilia Williams' Kröte ins Gesicht geworfen. Sie ist nicht wild. Sie ist tollwütig!"

Tante Selene richtete sich plötzlich mit einem spöttischen Lächeln auf.

„Ich habe sie doch so nett gesehen, diese liebe Träne. Als sie in Thomas Clover verliebt war..."

Tante Selene beendete ihren Satz mit einem breiten Lächeln zu Lupin.

„Könnte es sein, dass unser lieber Remus das Herz unserer lieben Aldysse Irre erobert hat?", griff David Lovegood ein. „Hat sie sich bereits mit Ihnen in Kontakt gesetzt, was ihren „Bericht" über die Werwölfe betrifft?"

„Unsinn!", merkte Tonks, die den Tisch abdeckte. „Aldysse würde sich nicht so verhalten."

Alle schauten zu Lupin hoch, der zögerte, ob er antworten sollte.

„Ich soll sie Samstag treffen", gestand er schließlich schüchtern. „Aber Aldysse hat mir gesagt, dass wir an ihrem Bericht arbeiten würden."

„Natürlich", meinte Onkel Neil. „Du nennst sie Aldysse und sie nennt dich Remus..."

„Unsinn!", antwortete Lupin. „Man kann sich nicht mal mit jemandem anfreunden, ohne dass sich die anderen Fragen stellen. Ihr seid schlimmer als Kinder!"

„Unser lieber Lupin wird nicht lange weiter im Zölibat leben", sagte Mrs Weasley. „Das wird Ihnen ja guttun."

„Ich werde ihr nur ein bisschen helfen. Sie zieht mich nicht an!", protestierte Lupin.

Harry sah Luna lächelnd an. Wenn man dachte, dass man vor ihrer Zeit im Denkarium nach jemandem suchte, der sie während ihres kurzen Aufenthalts in Transsylvanien überwachen würde. Luna zog an seinen Ärmel, damit er ihr folgte, nahm seine Hand und beide gingen hinaus, ohne dass irgendjemand es bemerkte.

„Und sie sind es, die uns überwachen sollen", meinte Harry lächelnd. „Aber das freut mich, sie trotzdem entspannt zu sehen."

„Das stimmt. Alles scheint so ruhig. Wenn man an diese unterirdischen Gänge denkt, die unter Askaban ausgegraben wurden. Ein Zaubertranklabor, eine Bibliothek voller schwarz-magischen Bücher, ein Raum für magisches Foltern. Alles war wirklich für eine riesige Aufruhr vorbereitet worden. Wenn man also weiß, dass all das zerstört wurde und fast alles geregelt ist, kann man sich schon besser fühlen."

„Das stimmt", antwortete Harry. „Vor fünf Monaten hätte ich dieses Haus nicht verlassen können, ohne dass man mich überwachen würde, und jetzt ist es so, als hätte keiner gemerkt, dass wir weg sind. Wollen wir uns setzen?"

Harry und Luna setzten sich auf eine Bank gegenüber dem öffentlichen Park und saßen eine ganze Weile schweigend beieinander.

„Ich habe es so eilig, nach Transsylvanien zu reisen", sagte Luna plötzlich. „Ich würde gerne vergessen, dass ich auf die Ergebnisse meiner ZAGs warte. Wegreisen wird mir helfen, die Ängstlichkeit zu vergessen. Hat es dich nicht beängstigt zu warten?"

„Vor einem Jahr auf den Tag genau versuchte ich, Sirius' Tod zu überleben, während Onkel Neil wütend bei Tante Petunia hereinbrach, und schließlich habe ich an diesem Tag erfahren, dass meine Mutter eine reinblütige Hexe war und ich darüber hinaus einen Onkel, eine Tante, einen Cousin und eine Cousine hatte. Ich dachte überhaupt nicht an die Ergebnisse meiner ZAGs. Obwohl das auch vor einem Jahr auf den Tag genau ist, dass ich die Prüfungsergebnisse bekommen habe."

„Moment mal, du meinst, dass du sie genau vor einem Jahr bekommen hast?", sagte Luna und stand von der Bank auf. „Wann? Um wie viel Uhr?"

„Gegen Tagesende."

„Aber was mache ich bloß hier?", fragte Luna, holte ihren Rucksack und lief zum Haus der Evans' zurück.

„Beruhige dich!", sagte Harry, als er sie einholte, „Du hättest sie bereits bekommen, wenn sie sie dir heute zugeschickt hätten. Das muss doch nicht Punkt an diesem Tag sein."

„Aber vielleicht hat die Eule das Haus nicht gefunden!"

„Das meinst du doch nicht ernst, oder? Unser Haus kann jeder in einem Umkreis von zehn Kilometern erkennen."

Doch Luna hörte Harry nicht mehr zu und schritt eilig zum Haus der Evans. Sie lief beinahe bis zur Tür und machte sie plötzlich auf.

Alle Leute im Wohnzimmer starrten Luna und Harry an, der gerade angekommen war.

„Es tut mir Leid", sagte Lunas Vater, der einen Umschlag in der Hand hielt. „Das sind deine Prüfungsergebnisse. Ich habe nicht warten können und habe deinen Brief aufgemacht."

Luna sah ihren Vater drängend an, ohne ein Gefühl zu zeigen.

„Und?"

„Mein Töchterchen wird Journalistin werden!", antwortete er lächelnd.

Luna reagierte einen Augenblick lang nicht, dann warf sie sich in Harrys Arme und küsste ihn feurig.

„Ich VERLANGE ein Heer verantwortlicher Erwachsener!", rief Tante Selene aus.