Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Viel Spaß beim Lesen. *Wie bitte? Ja? Sind Sie sicher?* Liebe Leser, mir wurde gerade mitgeteilt, dass eine geheimnisvolle Person mit Codename Verliebtindich dieses Kapitel geändert und sogar verbessert hätte. Wenn es richtig ist, verdient sie euren Dank, glaube ich.

Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.

Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt

Kapitel 6: Das Drachenschutzgebiet:

„Das ist absurd! Das ist völlig lächerlich. Du wirst nicht sterben."

„Hermy", seufzte Ron, „ich weiß nicht, was „dem Tod nahe sein" sonst meinen kann als bald sterben müssen."

„Oh, Ron! Du nervst mich!", rief Hermine aus. „Professor Trelawney fängt jetzt an, auf dich abzufärben, weil du ihren Unterricht weiter besuchst. Harry kann nicht sterben."

„Tatsächlich?", fragte Ron spöttisch. „Klar, bin ich doch blöd! Harry kann aus dem Fenster springen und er wird ohne einen Kratzer davon kommen."

„Kann wohl sein", meinte Mark. „Das Fenster geht direkt auf die Terrasse."

„Halt die Klappe!", riefen Ron und Hermine einstimmig aus.

„Hört auf so zu schreien, ihr beiden!", ärgerte sich Harry.

Harry ging auf das Fenster seines Schlafzimmers zu und starrte in den Himmel dieser klaren Sternnacht. Der glänzende Vollmond spiegelte sich auf den Blättern der Bäume wider.

„Ron hat Recht", fuhr Harry fort. „Ich frage mich nur, wie."

Der Gryffindor seufzte und betrachtete diesen Mond, der heller und weißer aussah denn je zuvor, während eine Gruppe Fledermäuse plötzlich vom Wald herüberflog. Das war ein schöner Vollmond... ein Vollmond...

„Lupin... Professor Lupin...", wiederholte er.

„Was ist los, Harry?", fragte Luna.

„Wo ist Professor Lupin?"

„Er steht an Aldysse Irres Bett", sagte Ginny und sah ihn argwöhnisch an. „Warum?"

„Das darf nicht wahr sein!"

Harry zückte seinen Zauberstab und lief zum Zimmer Nummer zwölf, während ihm alle folgten.

„Harry, was ist los?", flüsterte Luna.

„Heute ist der Mond voll", flüsterte er zurück.

Sofort zogen alle den Zauberstab aus der Tasche. Harry drehte sich um und sah sie alle an.

„Ich gehe vor. Ron! Hermine! Ihr kommt mit vor."

Hermine und Ron gingen zu Harry und stellten sich an seine Seite, dann hob Hermine die Hand, damit alle schwiegen.

„Es ist seltsam", murmelte sie. „Es gibt keinen Laut."

Alle sahen sich an und lauschten an der Tür.

„Bist du sicher, dass du ihn hast eintreten sehen, Ginny?", fragte Neville.

„Natürlich."

Und wieder blieben alle ein paar Sekunden still.

„Und?", fragte Mark. „Was machen wir? Tja, vielleicht hat er sie allerdings bereits gefressen und schläft ganz ruhig mit vollem Magen."

„Mark!", rief Liliana aus und schlug ihm auf die Schulter.

„Wir müssen sowieso wissen, was da drin los ist, und dafür müssen wir rein", flüsterte Luna. „Komm schon rein!"

Harry zögerte einen Augenblick lang vor der Tür.

„Komm schon!", drängte Luna.

Hermine klopfte instinktiv an die Tür.

„Was treibst du denn da?", rief Ron aus. „Willst du unseren Lieblingswerwolf warnen, dass wir rein wollen, oder was?"

„HEREIN!"

„Das war Professor Lupins Stimme!", erstaunte sich Ginny.

Hermine drehte langsam den Knopf und schob den Kopf durch den Spalt.

„Professor Lupin!"

„Ja, Hermine?"

Hermine machte die Tür weit auf. Professor Lupin saß am Kopfende des Bettes neben dem Fenster und fuhr mit einem feuchten Schwamm über das Gesicht der jungen Frau.

„Wie kann ich euch helfen?"

„Pro... Pro... Professor... Aber..."

„Aber was?"

„Sie sind nicht verwandelt?", fragte Harry. „In einen Werwolf."

„So kann man das sagen", erwiderte Lupin mit einem Lächeln.

Der ehemalige Lehrer stand auf und ging um das Bett herum. Er sah ganz normal aus, doch Harry konnte sehen, wie ein Werwolfschwanz aus seiner Jacke herausschaute, als er sich umdrehte und seinen Umhang auszog.

„Ich gestehe, dass es nicht sehr ästhetisch ist, aber es ist schon weniger Furcht erregend", sagte Lupin.

„Wie kommt es, dass Ihre Verwandlung unvollständig ist?", fragte Luna.

„Es ist dank Aldysse und Marks Mutter", sagte Lupin. „Aldysse macht fortgeschrittene Recherchen über Werwölfe und ihre Verwandlung. Sie ist übrigens bald mit ihren Beobachtungen fertig. Sie hat gemerkt, dass Wolfswurz auf die Erscheinung der Symptome bei einem Werwolf wirkte, und gemeinsam mit Selene hat sie entschlossen, an mehreren Testpersonen, einschließlich mir, Versuche zu machen. Da sie nicht die Erlaubnis der Forscher im Gebiet der magischen Krankheiten bekommen haben, machen sie das Experiment geheim. Übrigens könnt ihr bemerken, dass der Trank noch nicht perfekt wirkt."

Lupin zog seinen Zaubererumhang wieder an und setzte sich zu Aldysses Kopfende.

„Ich bin ihr sehr viel schuldig", fügte er hinzu, während er sie anschaute.

Die Schläge einer großen Standuhr erklangen in diesem Augenblick.

„Aber was macht ihr überhaupt!", fuhr Lupin fort. „Ihr müsstet schon alle schlafen, es ist Mitternacht! Und wir stehen um 06:00 auf, um die Drachen zu besuchen, während sie noch schläfrig sind. Dann könnt ihr euch ihnen ohne große Gefahr nähern. Geht ins Bett. In einer Viertelstunde schaue ich in den Zimmern vorbei, ob jeder schläft."

„Und Miss Irre?", fragte Hermine.

„Es geht ihr gut", antwortete Lupin.

„Und Tonks?", fragte Harry.

Lupin stand von seinem Stuhl auf und ging auf Harry zu, ohne den Blick von ihm zu wenden.

„Sie tut, was ihr tun müsstet: Sie SCHLÄFT! Raus mit euch! Ich will euch nicht länger sehen!"

Lupin schob alle aus dem Schlafzimmer und wartete im Gang, um zu prüfen, ob alle tatsächlich zum eigenen Zimmer zurückkehrten. Harry betrat also das Zimmer, von Ron gefolgt, der die Tür hinter sich schloss.

„Wir müssen zu Tonks", murmelte er.

„Was? Wieso?"

„Um zu sehen... ob sie einen Schwanz hat."

„Ron!"

„Wenn es wegen Lupins ist, dass sie krank ist, dann hat sie bestimmt einen Schwanz."

Ron drehte sich zur Tür um, drehte langsam den Knopf und versuchte, sie aufzumachen.

„Sie ist zu!"

Ron versuchte erbittert und vergeblich die Tür zu öffnen und ergriff dann seinen Zauberstab.

„Alohomora!"

„Ronald Weasley!", sprach Lupin von der anderen Seite der Tür her. „Tun Sie mir einen Gefallen und gehen Sie sofort ins Bett."

„Aber die Tür ist zu!"

„Befehl deiner lieben Mutter und der Tante von Harry... Damit ihr keine Dummheiten begeht."

„Aber Professor..."

„Gute Nacht, Jungs."

Ron seufzte verärgert.

„Bestimmt hat sie einen Schwanz", murrte er, während er seinen Pyjama aus dem Koffer herauszog. „Und vielleicht hat sie sogar Fangzähne."

„Aufstehen, es ist 06:00 Uhr!", rief Tonks' Stimme aus.

Harry wagte es nicht, die Augen zu öffnen, aus Furcht, geblendet zu werden. Er hatte kaum geschlafen, da er sich gefragt hatte, wie er sterben würde... denn er würde sterben, das war sicher. Warum würde er sonst von zwei Auroren geschützt? Bevor er um vier Uhr in der Nacht eingeschlafen war, war er aus Schlaftrunkenheit dabei, sich vorzustellen, wie Tonks den Schwanz und die Fangzähne eines Werwolfs hatte. Aber zumindest hatte er keine schrecklichen und erschöpfenden Träume gehabt, wie er es gewohnt war. Die wenigen Schlafstunden, die er gehabt hatte, waren also ziemlich erholsam gewesen.

Harry spürte einen frischen Wind auf seinem Gesicht, wahrscheinlich, weil jemand das Fenster aufgemacht hatte, dann spürte er, wie seine Decke plötzlich wegflog, und fühlte die morgendliche Frische auf seinem ganzen Körper.

„Los! Aufstehen!"

„Oh, Tonks!", murrte Ron, der genauso schlaftrunken war wie Harry.

„Das wird euch eine Lehre sein, dass ihr nicht so spät ins Bett gehen dürft!", antwortete sie. „Ihr werdet ein anderes Mal bis in den helllichten Tag schlafen. Charlie erwartet uns in 20 Minuten! Die Drachen werden nicht auf euch warten!"

„Wir werden Drachen sehen?", fragte eine weibliche Stimme.

Harry blinzelte. Aldysse Irre war ins Schlafzimmer eingetreten und trug einen roten Morgenrock mit goldenen Fäden.

„Ja, Aldysse. Wir besichtigen zuerst das Drachenschutzgebiet und dann Vlad Drăculeas Schloss."

„Klasse!"

Aldysse Irre lief aus dem Schlafzimmer wie ein fünfjähriges Kind, das seine Weihnachtsgeschenke auspacken wird.

„Sie hat echt 'nen Vogel, die da! Ehrlich!", sagte Ron.

„Man muss bloß an sie gewöhnt sein", lächelte Tonks. „Sie wird sich schon besser kontrollieren können, wenn sie wirklich wach sein wird. Kommt schon! Es wird Zeit aufzustehen!"

Tonks schloss die Tür hinter sich.

„Es ist doch seltsam, dass diese Frau sich mal wie ein Kind verhalten und mal solche beeindruckenden Krisen haben kann", sagte Ron. „Sie trägt nicht umsonst ihren Namen... Irre... ich denke, dass ihr Fall eher in den Bereich der Psychiatrie fällt."

Harry dachte wieder an die Szene vom vorigen Tag. Er hatte übrigens die ganze Nacht darüber nachgedacht und hatte sie so oft in seinem Geist wieder und wieder abgespielt, dass er kaum geschlafen hatte.

„Ich muss doch gestehen, dass sie das reinste Genie ist, dass sie Lupins Lage so verbessern konnte. Tja, ein Beweis, dass man verrückt sein kann und trotzdem..."

„Ron", fiel ihm Harry ins Wort. „Hör auf zu sagen, dass sie verrückt ist. Sie ist es nicht."

Ron wusste nicht, was er antworten konnte, und Stille herrschte einen Augenblick lang.

„Ich habe darüber nachgedacht, was wir gestern gesehen haben, und es ist nicht Verrücktheit."

„Harry!", griff Ron ein. „Sag bloß nicht..."

„Ich sage die Wahrheit. Du hast doch auch gehört, wie Tonks und Lupin besorgt waren und wie sie sagten, dass ich dem Tod nahe bin."

„Ich mache mir über andere Dinge Sorgen."

Hermine hatte die Tür gerade aufgemacht und stand mit Luna da.

„Als ich gestern gesagt habe, dass du nicht sterben konntest, war es mein Ernst. Erinnere dich an die Prophezeiung, Harry. Voldemort allein kann dich töten, oder?"

„Was hat das damit zu tun?"

„Laut der Prophezeiung müsst ihr gegeneinander kämpfen... Solange ihr nicht gegeneinander kämpft, kann keiner sterben."

„Dann heißt es, dass Voldemort nicht weit von hier ist und dass wir ihn werden bekämpfen müssen", sagte Harry. „Wenn das nicht Besorgnis erregend ist..."

„Das Problem", fuhr Hermine fort, „ist, dass du ihn niemals mit deinem Zauberstab töten kannst. Wir haben bis jetzt nie daran gedacht, aber eure Zauberstäbe sind Zwillinge. Wie kannst du ihn bekämpfen, wenn eure Zauberstäbe keinen Fluch aufeinander wirken können?"

Diese Frage verwirrte Harry. Er hatte nie daran gedacht... Ehrlich gesagt hatte er in den letzten zwei Jahren nie wirklich die Zeit gehabt, daran zu denken.

„Habt ihr bemerkt, was Träne gestern gemacht hat?", griff Luna plötzlich ein, so dass alle zu ihr schauten. „Bevor sie dir gedankt hat, Harry. Sie hat den großen Spiegel im Wohnzimmer zerbrochen. Hat es euch nicht schockiert?"

„Nun", sagte Hermine, „sie war ja nicht wirklich in ihrem normalen Zustand..."

„Ich habe eine Vorahnung gehabt", sprach Luna mit besorgter Stimme weiter. „Es hat mich an den Spiegel der Schatten denken lassen. Tja, vielleicht irre ich mich, aber ihre Einfühlungsgabe hat nichts mit ihrer Krise von gestern zu tun... denke ich, zumindest."

Alle sahen sie wortlos an.

„BEEILT EUCH ALLE! CHARLIE IST GERADE ANGEKOMMEN!", rief Mr Lovegood im Gang aus. „ICH WILL EUCH ALLE IN DREI MINUTEN FERTIG SEHEN!"

„Wir müssen uns schnell vorbereiten", sagte Luna. „Achtet nicht darauf, was ich gerade gesagt habe... immerhin hat sie gestern Abend vielleicht die Persönlichkeit des Vampirs und die Aura der Auroren empfunden und hat deshalb eine gewaltsame Reaktion gehabt. Nach all dem, was uns letztes Jahr passiert ist, sind wir ein bisschen verwirrt und Aldysse hat danach reagiert."

„Du hast wirklich viel darüber nachgedacht!", rief Ron aus.

Luna zuckte mit den Schultern.

„Sobald wir in London sind, werde ich dieser Sache mit den Einfühlern gründlich nachgehen", sagte Hermine. „Lass uns gehen, Luna, wir müssen uns vorbereiten."

„Warte!", sagte Ron und ergriff Hermines Hand. „Du hast etwas im Haar."

Ron zog eine goldene Feder aus den Haaren seiner Freundin.

„Aua!"

„Oh, tut mir Leid!" entschuldigte sich Ron.

Als er jedoch die Feder betrachtet hatte, änderte sich sein Gesichtsausdruck.

„Du hast schon wieder eine Eule von DEINEM Freund bekommen, so wie ich es sehe."

„Oh! Hör jetzt endlich damit auf! Ich gehe, bevor du mir eine Szene machst."

Hermine verließ das Schlafzimmer und knallte die Tür hinter sich zu.

„Welche Eule?", fragte Luna.

„Jemand schickt ihr in letzter Zeit regelmäßig Briefe, hat sie dir nichts gesagt?", fragte Ron mit bitterer Stimme. „Sie will ihr Spielchen so sehr verstecken, dass sie es selbst dir verheimlicht hat. Das zeigt wohl, dass ich Recht hatte."

„Recht?", fragte Harry.

„Eine verdammte Eule kommt regelmäßig und Hermine wollte mir nie sagen, wo sie herkommt. Ich bin mir sicher, dass es Krum ist, denn sie ist so erschöpft, wenn ich sie sehe, dass sie kaum fliegen kann."

„Krum ist bloß ein Freund!", seufzte Luna. „Wirst du ihr je vertrauen? Es ist so lange her, du solltest nicht mehr so zweifeln."

Luna machte die Tür auf und drehte sich plötzlich um.

„Was dich aber betrifft, Harry", fügte sie hinzu, „ich vertraue dir, aber ich finde es unerträglich, dass Cho mit dir rumläuft und du mir nichts sagst. Ich hoffe, du verheimlichst mir nichts!"

Luna schloss die Tür hinter sich.

„Sie ist die erste, wenn es darum geht, jedem zu sagen, was er tun soll, und sie tut genau das Gegenteil von dem, was sie sagt!", rief Harry aus. „So eine Frechheit!"

„Willkommen im großen Drachenschutzgebiet Transsylvaniens!", sagte Charlie und half Tonks aus der Kutsche. „Heute ist es ein bisschen kühl, aber hier wird es schnell wärmer, wenn die Drachen aufwachen... Ihr versteht bestimmt, wie ich es meine."

Eine große, etwa hundert Meter hohe Flamme stieg auf, von einem Schrei begleitet.

„Die Drachenbabys fangen an zu erwachen", sagte Charlie mit glänzenden Augen, während er die riesige Flamme anschaute.

„Babys?", fragte Neville mit zitternder Stimme.

„Ja... gut, große ein- oder zweijährige Babys", sagte Charlie. „Aber das sind voll energische Jungen. In diesem Alter sind sie viel gefährlicher als alle anderen Drachen. Außer brütende Weibchen. Apropos brütende Weibchen, Harry, was würdest du meinen, wenn wir unsere Besichtigung bei einem weiblichen Ungarischen Hornschwanz, der dir bestimmt bekannt vorkommen wird, beginnen würden?"

Harry lächelte.

„Ich würde mich darüber freuen!"

Alle gingen zu einem riesigen kuppelförmigen Gehege aus Stahl neben dem Eingang zum Schutzgebiet. An der Tür hing ein Schild.

Kein Zutritt für Unbefugte!

Ungarischer Hornschwanz: Kittel und Handschuhe aus Drachenleder sind Pflicht.

„Der Zutritt ist für das Publikum nicht erlaubt, denn der Ruf des Hornschwanzes bringt viele Leute zur Ohnmacht und zum Nervenzusammenbruch", sagte Charlie schlicht. „Aber ihr seid ja mit mir..."

Nachdem sie eine schwere Ausrüstung angezogen hatten, die geflickt war, als wäre sie von den Flammen der Drachen abgenutzt worden, betraten sie ein erstickend erhitztes Gehege.

„Folgt mir", sagte Charlie. „Nähert euch nicht zu sehr den Stahlstangen, die um die Drachen sind. Sie sind zwar haltbar, aber etwas überhitzt. Unsere liebe Freundin liegt da."

Harry hätte nie gedacht, er würde das Drachenweibchen je wiedersehen, das er während seines vierten Schuljahrs bekämpfen musste. Sie sah viel weniger erschreckend als an dem Tag, an dem er ihr gegenübergetreten war.

„Im Moment brütet sie nicht. Es ist nicht die passende Jahreszeit", erklärte Charlie. „Drachen sind außerdem ziemlich faul und sie schläft noch ein bisschen. Seid jedoch vorsichtig, wenn ihr spürt, dass sie gähnen wird."

Das Drachenweibchen gab ein Brummen von sich, das alle außer Harry und Charlie zittern ließ. Der Rothaarige lachte auf.

„Sie erschreckt dich nicht mehr!", rief er aus. „Ich habe mindestens fünf Jahre gebraucht, bis ich nicht mehr mit allen Kräften davon lief, wenn ein Hornschwanz einen Laut von sich gab, und du bekämpfst einen etwa fünfzehn Minuten lang und du bist schon immun!"

Sie gingen weiter zu anderen Gehegen, die viel weniger beeindruckend waren als das für den Hornschwanz, und liefen an einem eingefriedeten Grundstück vorbei, auf dem unzählige Schweine standen. Harry konnte nicht mal sehen, wie weit das Grundstück ging.

„Die Bestien müssen wir schon ernähren!", sagte Charlie. „Es gibt etwa fünfzig Zauberer hier, die sich ausschließlich um die Schweine kümmern. Eine richtig schwierige Arbeit, das könnt ihr mir glauben! Am Anfang meiner Ausbildung habe ich eine Woche hier verbracht. Als es vorbei war, habe ich die Sau raus gelassen!"

„Quiiiiiiiiiieck!", gab Aldysse Irre plötzlich von sich.

Tonks lächelte.

„Lasst uns nicht zu lange hier bleiben, sonst wird wegen ihrer Einfühlung auch unsere liebe Aldysse die Sau rauslassen!"

Alle lachten.

„Gut, dann werde ich euch einen Drachen vorstellen, den ich sehr mag. Kommt mit!"

Sie gingen an Hütten vorbei und standen plötzlich auf einer riesigen Weide, auf der in der Ferne ein großer Drache stand. Er war fast so groß wie der Ungarische Hornschwanz, aber dieser war grün und nicht angekettet.

„Nähern wir uns", sagte Charlie. „Dieser Drache ist wahrlich lieb. Er ist gezähmt und tut keinem Menschen weh. Ihr könnt ihn streicheln, ohne euch zu fürchten, er liebt es."

Alle näherten sich dem Drachen, der in die Ferne schaute.

„Ich habe diesen Drachen aufgenommen, als er noch klein war. Sein ehemaliger Meister hatte ihn sehr gut aufgezogen und er ist seitdem zu unserem Maskottchen geworden", fügte Charlie hinzu. „Wir haben es nie geschafft, einen Drachen so zu zähmen."

„Charlie, es ist..."

„Ja, Ron!", lachte Charlie. „Wenn du ihn rufst, wird er wie ein Hund kommen. Komm schon! Schrei laut."

Ron zögerte einen Augenblick lang, dann näherte er seine Hände seinem Mund wie ein Lautsprecher.

„NORBERT!"

Harry und Hermine schauten Ron an und blickten dann zu Charlie.

„Ich hatte doch gesagt, dass ihn Hagrid gut aufgezogen hat!", fuhr er fort. „Schaut mal, er kommt!"

Der riesige norwegische Stachelbuckel näherte sich ihnen langsam und ließ den Boden mit jedem Schritt beben. Außer Hermine, Ron, Harry und Charlie waren alle von diesem erschreckenden Drachen beunruhigt. Norbert blieb wenige Meter vor ihnen stehen, dann ließ er seinen Kopf vor Harry, Ron und Hermine zu Boden fallen, während er leicht gluckste und schließlich stöhnte.

„Anscheinend ist er froh, euch wiederzusehen!", erstaunte sich Charlie. „Wenn ich mich nicht irre, hat er euch wiedererkannt! Oder er hat Hagrids Geruch auf euch gerochen. Ist das nicht wunderbar?"

Harry beobachtete den riesigen Drachenkopf und besonders das große gelbe Auge, das ihn zu mustern schien.

„Er will, dass ihr ihn streichelt", fuhr Charlie fort. „Darum hat er den Kopf auf den Boden gelegt. Nähert euch! Fürchtet euch nicht!"

Harry streckte die Hand aus und spürte die Schuppen von Norberts Schnauze unter seinen Fingern. Norbert stieß wieder ein zufriedenes Stöhnen aus. Alle fingen dann an, den Drachen zu streicheln, der im siebten Himmel zu sein schien.

„Was würdet ihr von einem kleinen Foto als Souvenir halten?", schlug Charlie vor. „Ich bin sicher, dass sich Hagrid darüber freuen würde."

Alle stellten sich vor den riesigen Drachen und Charlie entfernte sich weit genug, damit alle zu sehen waren.

„Bereit?", fragte Charlie.

Im selben Augenblick spie Norbert eine riesige Flamme in den Himmel aus. Das Foto würde bestimmt wunderschön werden.