Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Viel Spaß beim Lesen. Seht ihr Fehler in diesem Kapitel? Dann könnt ihr ruhig mir die Schuld geben. Seht ihr keinen Fehler in diesem Kapitel? Dann könnt ihr ruhig Verliebtindich die Schuld geben.

Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.

Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt

Kapitel 14: Probleme häufen sich an:

Harry ging leichten Schrittes zur Großen Halle. Er hielt die Genehmigungen für Hermine und Neville in der Hand, atmete tief ein und aus und jeder Atemzug schien einen süßen Geschmack zu haben. Dass er zum Orden des Phönix gehörte, freute ihn so sehr, dass er sich entschlossener fühlte denn je, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Diesmal war es ernsthaft und jene, die ihn bisher wie ein Kind behandelt hatten, erkannten ihn endlich als einen Erwachsenen an, was ihn stolz machte.

Ein entfernt klingendes Stimmengewirr zeigte, dass alle Schüler von Hogwarts auf einmal ankamen. Harry ging die große Treppe langsam herunter, die Hand auf dem Geländer, das wegen des magischen Pulvers glänzte, das vom Zauber der falschen Dementoren hinterlassen worden war. Er nahm eine Handvoll davon und ließ es durch seine Finger herunterfließen, während er sich der Großen Halle näherte und das Stimmengewirr lauter wurde.

Als er die Eingangshalle erreichte, sah er, wie sich eine Gruppe von Schülern an den Türen zur Großen Halle drängelte. Er erblickte Hermine, Neville und Luna, die an die Wand gelehnt waren und anscheinend auf Harry warteten, denn seine feste Freundin ging sofort auf ihn zu.

„Was wollte Dumbledore mit dir?", fragte sie etwas besorgt. „Ron ist kurz nach dir verschwunden und..."

„Er ist bei Dumbledore", antwortete Harry und legte eine Hand auf ihrer Schulter. „Es ist nichts, sie wollten uns für eine Aurorenprüfung kommen lassen. Und dann hat uns Dumbledore erzählt, dass der Raum der Wünsche zu unserem privaten Praxisraum werden sollte, in dem uns von zwei Personen unserer Wahl geholfen wird. Ich habe übrigens die Genehmigung für jene, die mir helfen wer... den."

Harry war wie versteinert. Er hatte Hermine bereits ihre Genehmigung gegeben und gab Neville die andere, während Luna die Hand ausstreckte in der Erwartung, dass er ihr eine Genehmigung gab. Stille herrschte und wurde schwer, als Luna wegen Harrys Gesichtsausdruck verstand, dass er sie nicht gewählt hatte. Luna lächelte verlegen.

„Natürlich. Dumbledore hat dich gezwungen, nur Siebtklässler zu wählen, oder?"

Harry verzog das Gesicht.

„Nun... tja... ähm..."

Lunas Gesicht wurde plötzlich hart. Sie zog ihn gewaltsam am Ärmel, um sich von der Gruppe zu entfernen, während Neville und Hermine Harry mitleidend ansahen.

„Ich weiß, dass ich ein Jahr jünger bin als ihr", zischte sie wütend. „Aber Neville! Tja, ich meine... es ist Neville! Warum? Was ist los?"

Harry machte den Mund auf und wieder zu. Luna sah ihn eindringlich an und erwartete eine passende Antwort, doch ihm kam nichts in den Sinn.

„Er... er hat große Fortschritte gemacht", sagte Harry schließlich.

Luna atmete tief ein. Harry hätte schwören können, Rauch aus ihrer Nase kommen zu sehen, so wütend war sie.

„Versuche nicht mal mehr mich anzusprechen!", sagte sie, drehte sich um und raste davon.

„Luna!"

Sie drehte sich wieder um und Harry spürte einen stechenden Schmerz an der Wange. Ohne es mitzubekommen, hatte ihm Luna eine saftige Ohrfeige verpasst und ging mit eiligen Schritten davon. Hermine und Neville stürzten zu ihm.

„Harry, alles in Ordnung?", fragte Hermine.

„Sie hat mich ganz schön hart getroffen", sagte Harry und rieb sich die brennende Wange.

„Du hast uns gewählt, weil..."

„Psst", sagte Harry. „Nicht hier. Wir treffen uns heute Abend nach dem Festessen im Raum der Wünsche."

Hermine und Neville nickten.

„Du solltest vielleicht zu Madam Pomfrey gehen", schlug Neville vor.

„Es ist bloß eine Ohrfeige", murrte Harry. „Lasst uns gehen."

Harry betrat die Große Halle, dicht von Hermine und Neville gefolgt. Sein Blick richtete sich auf den Ravenclaw-Tisch. Luna saß da mit verkniffenem Mund und spielte mit ihrer Gabel. Sie hob nicht einmal den Blick, obwohl Harry sie anstarrte. Er setzte sich genau ihr gegenüber und versuchte, ihren Blick zu treffen.

„Ich werde mit ihr sprechen", flüsterte Hermine Harry zu.

„Es wird nichts ändern. Ich glaube sowieso nicht, ich könnte es schaffen, ihr die Wahrheit bis zum Ende zu verheimlichen. Und Ron..."

„Auf keinen Fall!", rief Hermine leise aus. „Je weniger Bescheid wissen, desto besser ist es."

„Miss Granger, sprechen Sie bitte leiser!", murmelte Cirkus, der seine Hände auf Harrys Schulter gelegt hatte. „Mr Potter, Sie werden morgen die Ergebnisse Ihrer schriftlichen Prüfungen bekommen."

Harry, hörst du mich?"

Harry drehte sich zu Cirkus um, der ihn telepathisch angesprochen hatte. Er konzentrierte sich, um auf gleiche Weise zu antworten.

Ja, ich höre Sie."

Dumbledore hat dir höchst wichtige Dinge gesagt, du musst ihm unbedingt gehorchen."

Cirkus legte dann eine Hand auf Hermines Schulter.

Hermine, hörst du mich?"

Hermine richtete sich plötzlich auf der Bank auf und drehte sich zu Cirkus um.

Ja", echote ihre Stimme.

Hermine", fuhr Cirkus fort, „Nimm Nevilles Hand. Ich kann ohne physischen Kontakt mit den Nachfahren der vier Zauberer reden, aber für die anderen ist es nicht so einfach."

Mit weit offenen Augen ergriff Hermine Nevilles Hand unter dem Tisch, während der Junge Cirkus anstarrte, als wäre er von seiner Maske hypnotisiert. Neville wurde rot im Gesicht und stotterte:

„Was... Was..."

Ruhe, Neville", sagte Cirkus spöttisch. „Hermine ist weit davon entfernt, bei dir Annäherungsversuche zu machen, es ist bloß, damit du telepathisch mit mir kommunizieren kannst."

Diesmal wurde Hermine rot im Gesicht, während Neville stark hüstelte, als würde er ersticken.

Redet hier nicht. Es ist sehr wichtig, ihr dürft kein Wort mit jemandem sprechen, es sei denn ihr vertraut dieser Person völlig und würdet wetten, dass sie euch nie verraten wird. Und auf keinen Fall dürft ihr außerhalb vom Raum der Wünsche reden. Denn Professor Irre hat euer Gespräch empfunden, auch wenn ihre Macht gehemmt wurde. Ist das deutlich?"

Alle drei Schüler nickten.

Gut", fuhr Cirkus fort. „Jetzt bitte ich euch darum, mich zu entschuldigen, ich werde mich an den Lehrertisch setzen. Ich habe wenig Lust darauf, dass mir Barbârum meine Stelle an Aldysses Seite wegklaut."

Harry, Neville und Hermine sahen Cirkus amüsiert an.

Schaut mich nicht so an und kümmert euch lieber um euer eigenes Liebesleben, statt euch um meines zu kümmern. Was dich betrifft, Hermine... Wunderschöner Animagus!"

Hermines Gesicht änderte sich völlig und sie sah ihn mit flehenden Augen an.

Mach dir keine Sorgen, Hermine! Ich werde nichts sagen. Wenn du mir aber mal eine kleine Vorführung machen könntest, würde ich mich freuen... Na toll! Barbârum hat mir meinen Sitz weggenommen! Tut mir Leid, ich muss weg!"

Cirkus entfernte sich vom Gryffindor-Tisch und ging zum Lehrertisch, wo er Barbârum ein paar Worte ins Ohr flüsterte, so dass ihm sein Kollege sofort seinen Platz an Aldysse Irres Seite zurückgab.

„Er ist ein lustiger Kerl!", lächelte Hermine. „Wenn Professor Lupin nur wüsste, dass er einen ernsthaften Konkurrenten hat."

„Vielleicht ist es eben Lupin!", rief Neville aus.

„Nein, es kann nicht sein", antwortete Hermine. „Professor Lupin hat kein Mal auf der Hand. Und es gehört einfach nicht zu seinem Charakter, den Schürzenjäger zu spielen."

Im gleichen Augenblick kam Dumbledore aus der Tür hinter dem Lehrertisch, so dass alle Gespräche kurz verstummten, und Harry sah, wie auch Ron durch den Haupteingang die Große Halle betrat. Er winkte ihm zu, doch Ron ignorierte ihn zu seiner großen Überraschung und ging sofort auf Luna am Ravenclaw-Tisch zu. Er flüsterte ihr ein paar Worte ins Ohr zu und gab ihr ein Pergamentstück.

„Das darf doch nicht wahr sein!", rief Hermine aus. „Er hat also Luna gewählt?"

Im gleichen Augenblick blickte Luna zu Harry und griff nach Rons Arm, um ihn zurückzuhalten, bevor sie ihm auch ein paar Worte sagte. Ron legte die Hand auf Lunas Schulter und sprach weiter und Harry verspürte ein Kribbeln im Bauch.

Ron entfernte sich dann vom Ravenclaw-Tisch, verabschiedete sich mit einem letzten Handzeichen von Luna und ging zu seinem eigenen Tisch. Harry rückte beiseite, um ihm Platz zu machen, doch Ron ging an ihm vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen, und zu Ginny, der er seine zweite Genehmigung reichte, ehe er ihr ein paar Worte sagte und sich schließlich neben sie setzte.

„Oh, was für...", flüsterte Hermine. „Er hat... Er hat nicht mal... Aber was ist mit ihm los, verdammt noch mal!"

„Er hat uns völlig ignoriert, warum denn?", fragte Harry.

„Ich glaube...", murmelte Neville zögernd. „Ich glaube, er hat es nicht gemocht, dass du Hermine gewählt hast."

Harry und Hermine drehten sich zu Neville um.

„Und sie finden es bestimmt zwielichtig, dass du mich und nicht Luna gewählt hast", sprach er weiter. „Sie müssen etwas erahnt haben. Du hättest mich nicht wählen sollen."

„Aber ich hatte keine Wahl!", protestierte Harry. „Und du weißt sehr wohl, warum."

„Wir schon, er und Luna aber nicht", sagte Hermine und starrte Ron an. „Wenn wir nicht eine Ausrede finden, gehen wir das Risiko ein, dass sie alles entdecken."

Harry beobachtete, wie Luna mit ihrer Gabel spielte, als wäre nichts passiert. Harry verstand nicht, warum sie ihnen die Wahrheit verheimlichen mussten. Doch plötzlich erinnerte er sich an Dumbledores Worte. Die Informationen durften so wenig kursieren wie möglich. Er war nun ein Mitglied vom Orden des Phönix und es war kein Spiel.

Die großen Doppeltüren öffneten sich und Minerva McGonagall trat ein, von einer Schar junger Schüler gefolgt, auf deren Gesichtern Schüchternheit zu sehen war. Diese so kleinen und so zierlichen neuen Schüler folgten der Lehrerin und schauten dabei mit entzücktem Blick zur magischen Decke hinauf.

Während Harry zuschaute, stellte sich sein Blick auf den Slytherin-Tisch. Draco Malfoy saß am Ende des Tisches und starrte seinen leeren Teller an und Mark saß neben ihm, so dass ihn die meisten Schüler seines Hauses argwöhnisch ansahen. Mark ignorierte Malfoy völlig und redete fröhlich mit Freunden. Er ignorierte genauso sehr die schiefen Blicke, die ihm die Slytherins deswegen zuwarfen, weil er sich neben Malfoy gesetzt hatte. Harry stieß Hermine diskret mit dem Ellbogen an, damit sie die Szene beobachtete. Malfoy blickte genau in dem Augenblick auf, als Hermine anfing, ihn zu mustern. Er blinzelte kurz und starrte an die Wand zu seiner Rechten, als gäbe es etwas Besonderes darauf.

„Etwas muss geschehen sein", sagte Hermine ernsthaft. „Er ist nicht in seinem normalen Zustand, und es hat nichts damit zu tun, dass er seinen Zauberstab nicht mehr hat."

„Ich bitte Sie um ein bisschen Aufmerksamkeit, die Aufteilungszeremonie wird bald beginnen!", rief Professor McGonagall aus und setzte den Sprechenden Hut auf den Hocker.

Der geflickte Hut räusperte sich und sang wie gewöhnlich sein Lied.

Dieses Lied ist heute gleich einer Enthüllung,

Denn ihr werdet euch bald alle fünf erkennen.

Diese Schule, die euch heute hat empfangen,

Wird jetzt ihre Rolle bringen zur Erfüllung.

Jederzeit hat Hogwarts und Hogwarts wird immer

Den Schülern Kenntnisse und vieles mehr geben.

Denn der Zweck des Ortes war für die vier Gründer,

Den Schlüssel der Hoffnung für die Welt zu finden.

Die vier Gründer schienen ein Herz, eine Seele,

Wussten leider nicht, dass einer simulierte.

Voller Vertrauen kamen sie zusammen,

Bauten den Ort vor Hunderten von Jahren.

Als der Lügner eines Tages entdeckt wurde,

Sagten ihm zwei von ihnen „Dir sei verziehen".

Was der Vierte, empört, ihm doch verweigerte.

Doch die Schule wäre da nutzlos geblieben?

Hogwarts würde einen neuen Zweck erhalten

Und seinen Auftrag erst später erfüllen.

Die Schule würde nun alle Geister bilden,

Damit Kinder vollendete Menschen werden.

Die Mutigen würden zu Gryffindor gehen,

Zu Hufflepuff jene mit goldenem Herzen,

Ravenclaw empfing nun die Aufgeweckten,

Slytherin entschied sich für alle Listigen.

Von nun an ist es immer der Fall gewesen

Und jetzt werde ich euch auch aufteilen.

Kannst du heute dich noch an den Tag erinnern?

In diesem Jahr wird dein Schicksal erfüllt werden,

Du, der damals noch nichts von all dem erahnte,

Du, der von den Vier'n heute noch gesucht wurde.

Ist das Tor des Todes hinter dir geschlossen,

Werden wir dich alle bitterlich beweinen,

Auch wenn wir dich heute noch ignorieren.

Ihr, Schüler von Hogwarts, Eines müsst ihr wissen:

Dieser kleine Schlüssel liegt in eurem Herzen

Und dank ihm werdet ihr das Tor aufmachen.

Ich wurde erschaffen, um ihn zu erkennen,

Mein Auftrag ist in Erfüllung gegangen.

Da sitzt ihr, liebe Freunde, alle beisammen,

Ich zittre für euch alle, das müsst ihr wissen.

Vielleicht ist dieses Jahr für alle das letzte,

Es ist jedenfalls ein Anfang und ein Ende.

Harry blieb wie versteinert. Er hörte nicht mehr mal den Applaus, der doch ohrenbetäubend war. Er blickte zu Dumbledore, um seine Reaktion zu sehen, doch der Schulleiter sah zu seiner Rechten, wo Aldysse Irre plötzlich aufgestanden war und in alle Richtungen schaute. Ihre Stimme erklang dann in Harrys Kopf.

Basil! Basil! Ich höre den Schlüssel weinen!"

Was ist los, Aldysse?", fragte Cirkus telepathisch.

Der Schlüssel ist da. Er hat sich wiedererkannt. Er weint... Seine Seele weint!"

Harry sah sich um, doch er sah nur die lächelnden Gesichter von Schülern, die für das Lied klatschten.

Es ist zu früh, nicht jetzt!", rief Cirkus aus. „Wir sind nicht bereit."

Cirkus stand von seinem Stuhl auf und murmelte etwas zu Tante Selene, die ihm sofort ein Fläschchen gab. Der maskierte Mann schritt eilig zu Aldysse.

Trinke. Es wird dich beruhigen."

Wenn ich es tue, werden wir es aber vielleicht niemals wissen!"

Keine Widerrede!"

Der Applaus wurde langsam leiser. Harry hörte Cirkus und Professor Irre nicht mehr in seinem Kopf. Die Lehrerin saß wieder auf ihrem Stuhl, anscheinend von Cirkus beruhigt. Keiner war sich der Lage bewusst gewesen, nicht einmal Professor McGonagall, und die Aufteilungszeremonie verlief wie gewöhnlich weiter.

Hermine zog Harry am Ärmel und sah ihn fragend an.

„Ich erkläre es dir später", murmelte er.

Harry fing an, Dumbledore zu beobachten, der ein unbewegtes Gesicht zeigte und mit funkelnden Augen und einem schiefen Lächeln zurückblickte. Harry schenkte der Zeremonie keine Aufmerksamkeit, sondern schaute immer wieder die Schüler von Hogwarts an. Lächeln waren auf fast allen Gesichtern zu sehen. Dann sah er zu Luna wieder, die seinen Blick immer noch mied und mit traurigen Augen ins Leere schaute.

„Nein... nein... nicht sie!", murmelte er.

Harry drehte sich zu Cirkus um.

Ich glaube...", dachte Harry stark und sah dabei Cirkus an. „Ich glaube, dass es Luna ist!"

Cirkus starrte Harry eindringlich an.

Sie ist es, nicht wahr?", fuhr Harry fort.

Es ist nicht unmöglich", antwortete Cirkus schließlich. „Aber viele Leute hier haben private Sorgen, du kannst es nicht nach einem bloßen Blick in einem Saal voller Leute sehen. Und wenn du dich umdrehen würdest, würdest du sehen, dass zumindest eine andere Person sichtlich nicht in ihrem normalen Zustand ist."

Harry drehte sich auf seiner Bank um und traf wieder auf Malfoy, dessen Gesicht immer noch unbewegt war, dessen Blick jedoch glänzte.

Mr Potter!"

Aldysse Irres Stimme erklang. Harry drehte sich zu ihr um und sah, wie der Blick seiner Lehrerin auf ihm ruhte.

Auf einem Gesicht sieht man nicht immer einen tiefen Schmerz. Trotz der Lächeln sind hier überall Schmerzen. Auch wenn ich eine Einfühlerin bin, hätte ich nicht wissen können, wo die Tränen herkommen. Nur Eines ist sicher: Der Schlüssel ist in Hogwarts."

Harry sah, wie Professor Irre Cirkus etwas sagte.

Machen Sie sich keine Sorgen wegen dieses Zwischenfalls", fuhr Professor Irre fort. „Wir werden Ihnen Bescheid sagen, wenn wir etwas erfahren."

Doch es beruhigte Harry nicht und während des ganzen Festessens starrte er Luna an. Jene merkte es übrigens und hielt die Hand vor ihr Gesicht, um seinen Blick zu meiden.

Als jeder mit dem Essen fertig war, stand Hermine auf.

„Treffen wir uns um 21:30 Uhr im Raum der Wünsche? Ich muss mich um die Erstklässler kümmern."

„Alles klar", sagte Harry tonlos und schaute zu, wie Luna auch von ihrem Tisch aufstand.

Harry verließ dann eilig seinen Platz und rannte zu Luna, die alleine mit schnellen Schritten ging.

„Darf ich dich einen Augenblick sprechen?", sagte Harry und hielt sie am Arm fest.

„Nein, aber ich werde dir sagen, was ich denke", antwortete Luna und befreite ihren Arm mit einer plötzlichen Bewegung. „Ich finde, dass dein und Hermines Verhalten wahrlich scheußlich ist, vor allem Ron entgegen. Ich dachte, dass er dein Freund war, aber anscheinend haben wir nicht die gleiche Vorstellung von Freundschaft oder Liebesbeziehung!"

Luna verließ eilig die Halle und Harry versuchte nicht mal ihr zu folgen. Er hob den Kopf zur Decke und legte die Hände auf sein Gesicht.

„Bin völlig mit dir einverstanden, Harry!", meinte Seamus, der hinter ihm ankam und ihn freundlich in den Rücken schlug. „Wenn ich die Probleme zwischen Ginny und Dean sehe, frage ich mich, ob die Mannschaft nicht darunter leiden wird. Hast du übrigens schon daran gedacht, einen neuen Spieler an Katie Bells Stelle zu nehmen? Wir brauchen jemand."

Harry seufzte tief.

„Das darf doch nicht wahr sein!", sagte er verzweifelt. „Ich habe schon genug Probleme!"

„Ich vertraue dir, Kapitän!", sagte Seamus und ging weiter. „Das stimmt, dass es mit den Prüfungen am Jahresende nicht einfach sein wird!"

Harry seufzte erneut.

„Harry?", fragte Neville schüchtern. „Alles in Ordnung?"

„Alles im grünen Bereich! Ich fühle mich genauso gut, als ob mein Gehirn gerade von einem Mixer zerhackt worden wäre", antwortete Harry ironisch.