Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Viel Spaß beim Lesen. Habe ich schon mal erwähnt, dass die tolle Verliebtindich diese Geschichte betagelesen hat? Wenn nein, ist es jetzt der Fall, wenn schon, schadet es nichts, es zu wiederholen.
Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.
Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt
Kapitel 16:Manche Tage sollte man lieber im Bett verbringen:
„Der Schlüssel, der Schlüssel weiß Bescheid!", wiederholte eine entfernt klingende Frauenstimme.
„Professor Irre?"
Harrys Stimme wiederholte sich wie in einem seltsamen verzerrten Echo. Ein leichter Nebel umgab ihn.
„Komm und kämpfe!", sagte eine andere Stimme.
Harry drehte sich zu dieser Stimme um und sah, wie Hermine von einem Nebel umgeben war und in seinem Schlafsaal stand.
„Hermine, was..."
„Komm und kämpfe gegen mich, wenn es das ist, was du willst", wiederholte Hermine mit entschlossener Stimme. „Komm, wenn du dich rächen willst!"
„Hermine!", rief Harry verzweifelt aus.
Doch Hermine verschwand in einer Nebelwolke.
„Lauft! Lauft schnell!"
„Mark?", erstaunte sich Harry.
Sein Cousin rannte in einem Gang von Hogwarts auf ihn zu. Er war vor Harry erschienen und zog ihn nun am Ärmel.
„Harry! Ron! Bleibt nicht hier!"
Ohne zu wissen, was ihn bedrohte, fing Harry an, seinem Cousin hinterher zu laufen, bis der Slytherin in einer weiteren Nebelwolke verschwand.
Harry hörte auf zu laufen und die Nebelwolke nahm eine andere Farbe an.
„Du willst wissen, wer ich bin, nicht wahr?"
Harry saß plötzlich auf einem Stuhl. Ein Schreibtisch trennte ihn von Cirkus. Er nickte.
Cirkus hob leicht seine Maske von unten und aß eine Bohne, ehe er sie wieder richtig aufsetzte.
„Es ist weder für dich noch für mich eine gute Sache, denn ich werde vielleicht gezwungen werden, wieder weg zu gehen. Und ich bin sowieso nicht wirklich der, den du kennst..."
Die Nebelwolke überflutete wieder den Raum.
„ABER WO BIN ICH?", schrie Harry, den diese Flut an Visionen verwirrte.
„HALT DIE KLAPPE! HALT DIE KLAPPE, VERDAMMTE LÜGNERIN! HALT DIE KLAPPE, VERDAMMTE EGOISTIN!"
Rons Stimme war erklungen. Harry stand ein paar Meter von ihm entfernt und sah, wie der Rothaarige den Kopf seitlich gewandt hatte und wie sein Gesicht vor Zorn verzerrt war. Harry erkannte nicht einmal den Ort, wo sie standen.
„DEINE BLOSSE ANWESENHEIT IM GLEICHEN RAUM WIE ICH EKELT MICH AN! ÜBRIGENS GEHE ICH WEG!"
Ron ging auf die Tür zu und ein lauter Alarmton erklang, bis er sie hinter sich zugeknallt hatte. Kaum hatte Harry verstanden, dass er im Raum der Wünsche war, und schon füllte sich der Raum wieder mit Nebel.
Ein Beben bemächtigte sich dann plötzlich seiner.
„Was ist... was ist los?"
„Steh auf!"
„Wo bin ich?"
„Harry, steh auf! Du bist in deinem Zimmer, du Dummerchen!"
Harry blinzelte. Trotz seines verwirrten Geistes erkannte er Ron. Er war zu ihm heruntergebeugt und hatte ihn wachgerüttelt.
„Na, aufstehen, Kapitän!", sagte Ron wieder. „Ich habe gestern Abend gehört, dass die Ravenclaws vorhaben, das Quidditchfeld sehr früh im Jahr zu buchen, um neue Spieler zu suchen, und wir brauchen einen neuen Jäger!"
Harry wandte sich zu seinem Nachttisch und griff nach seiner Brille.
„Ron, es ist erst 7:00 Uhr!", murrte Harry, den sein Alptraum erschöpft hatte.
„Na und, es ist besser, wenn wir uns früh darum kümmern!", sagte Ron und zog seine Decke weg. „Steh auf, wir müssen McGonagall finden. Sie steht früh auf, um die Stundenpläne vorzubereiten, und wir müssen bald Bescheid sagen, dass wir jemanden suchen, damit sich die Leute bewerben."
„Oh, Ron, lass mich schlafen!", sagte Harry und zog die Decke wieder zu sich.
„Na gut, alles klar! Mach was du willst!", sagte Ron und entfernte sich dabei. „Aber wenn Luna gleich ins Quidditchteam gewählt wird, wird sie mehr als genug Zeit haben zu trainieren und ich möchte dich daran erinnern, dass sie dich letztes Jahr besiegt hat und dass wir nur deswegen Gleichstand geschafft haben, weil die Jäger so viele Tore geschossen haben, darunter Katie, die nicht mehr da ist..."
„Ron..."
„... Also müssen wir natürlich Leute finden, die punkten werden, denn es ist ganz deutlich, dass du Luna dieses Jahr nicht besiegen kannst, weil sie natürlich trainiert haben wird und wir nicht all unsere Jäger haben. Natürlich wirst du dann die Verantwortung für unsere Niederlage tragen müssen, obwohl wir bis jetzt den Hauspokal sechs Jahre in Folge gewonnen haben..."
„Ron..."
„... Ganz zu schweigen davon, dass McGonagall bestimmt stinksauer auf dich sein wird..."
„RON!", rief Harry aus und setzte sich in seinem Bett auf. „Es reicht, ich stehe auf."
„Gut, also, ich habe mit den anderen Jungs aus der Mannschaft gesprochen und auch mit meiner Schwester, und wir sind uns alle einig, dass Samstag Morgen am Besten ist."
„Und Hermine?", gähnte Harry.
„Ich weiß nicht, aber ich vermute, dass es passt."
„Werdet ihr euch endlich dazu entscheiden, wieder normal miteinander zu reden?"
Ron drehte sich plötzlich zu Harry um.
„Es ist ihre Schuld, dass wir in diese Lage geraten sind, und nicht ich soll zu ihr gehen. Und jetzt, beeile dich, die ganze Mannschaft steht schon unten."
Harry rieb sich das Gesicht mit beiden Händen und sah sich um. Der Schlafsaal war leer.
„Wo ist Neville?"
„Keine Ahnung, und es ist mir wurscht."
„Nicht schon wieder!", seufzte Harry.
Ron antwortete nicht und verließ das Zimmer. Harry zog sich schnell an und war nur halb wach. Seine Alpträume hatten ihn daran gehindert, richtig zu schlafen, und es war deutlich, dass seine verschiedenen Sorgen an seinem schlechten Schlaf Schuld waren.
Mit halb geschlossenen Augen ging er langsam die Treppe herunter und öffnete kaum mehr die Lider, um Neville zu grüßen, als er ihn traf.
„Du siehst müde aus!", sagte er.
„Ich habe schlecht geschlafen", erwiderte Harry mit verzogenem Gesicht. „Aber wie kommt es, dass du so früh auf bist?"
„Ich musste mir ein paar Bücher in der Bibliothek holen", lächelte Neville. „Professor Sprout möchte, dass ich ihr während meiner Freizeit in ihren Gewächshäusern als Praktikant helfe, und sie hat mir gesagt, ich sollte diese Bücher lesen."
Neville zeigte stolz auf seinen Rucksack, der offensichtlich sehr beladen war.
„Nur Mut!", sagte Harry und ging weiter, während er sich am Geländer festhielt.
Außer Hermine standen die Mitglieder der Quidditchmannschaft im Gemeinschaftsraum und redeten miteinander.
„Was macht sie denn bloß?", fragte Dean. „McGonagall sollte zu dieser Stunde bereits da sein."
„Vielleicht hat sie jemanden in Irland gefunden und Hogwarts wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, wie du mich, als du dich in die Arme von Susan Bones geworfen hast!", erwiderte Ginny scharf.
Seamus seufzte tief.
„Was?", fragte ihn Ginny.
„Ginny, wenn du auf dem Feld vermeiden könntest, Ehekrach zu haben, wäre es schon ein Problem weniger in unserer Mannschaft."
„Hat jemand Hermine Bescheid gesagt?", fragte Harry, um das Gespräch zu beenden.
„Ja", murrte Ginny. „Sie sollte bald da sein."
Im gleichen Augenblick betrat Professor McGonagall den Raum mit vielen verschiedenen durcheinander wirkenden Pergamentblättern in den Armen. Die ganze Mannschaft ging in einem unverständlichen Getöse auf sie zu, was sie plötzlich in Zorn geraten ließ.
„WERDEN SIE ENDLICH ALLE SCHWEIGEN?", rief sie aus.
Die ganze Mannschaft sah die Lehrerin überrascht an, so selten geschah es, dass McGonagall ihre Schüler anschrie.
„Hm...", hüstelte McGonagall. „Entschuldigen Sie, aber ich bin gerade jetzt ein bisschen beschäftigt. Was kann ich für Sie tun?"
Alle drehten sich zu Harry um, um einen weiteren Zornausbruch von McGonagall zu vermeiden. Einen Zornausbruch, der Harry endgültig wach gemacht hatte.
„Wir wollten... ähm... Wäre es möglich, das Quidditchfeld für Samstag zu buchen? Es ist, um unseren neuen Jäger zu finden."
„Sie sind zu spät dran!", sagte McGonagall, die weiter ihre Papiere betrachtete. „Professor Flitwick hat das Feld für die nächsten zwei Wochenenden, Professor Irre für das Wochenende danach gebucht."
„Aber Professor!", rief Harry aus. „Wir sind fast alle Siebtklässler und können wegen unserer Prüfungen am Ende des Jahres keine Testspiele im Laufe der Woche organisieren! Und darüber hinaus müssen Ron und ich..."
„Es ist zu spät!", sagte McGonagall. „Aber ich kann das Feld für das Wochenende in einem Monat buchen."
Die Spieler sahen einander an und flüsterten verzweifelt zueinander.
„Professor, es wird uns nur sehr wenig Zeit lassen, also könnten Sie..."
„Nein."
„Aber..."
„Ich habe nein gesagt, Potter", meinte McGonagall und sah ihm in die Augen. „Wollen Sie oder wollen Sie nicht, dass ich in einem Monat das Feld für Sie buche?"
Harry flehte seine Lehrerin mit einem Blick an, doch erfolglos, und er sagte schließlich mit tiefem Bedauern:
„Alles klar... in einem Monat."
Hierauf verließ sie Professor McGonagall wortlos.
„Und wie machen wir es mit einem Jäger weniger?", meinte Seamus verärgert.
„Es gibt vielleicht ein Mittel", sagte Ginny. „Letztes Jahr haben wir Testspiele gemacht und ich glaube, dass Parvati..."
„Also bitte, Ginny!", antwortete Dean. „Parvati ist eine Flasche! Mit ihr werden wir Ravenclaw nie besiegen!"
„Zumindest habe ich Ideen, um unsere Probleme zu lösen!", meinte Ginny und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. „Nicht wie manche Leute!"
„Was für eine Nervensäge!", rief Dean lauter aus.
„STOPP!", griff Harry ein. „Wenn ihr so weiter macht, werden wir nicht nach einem neuen Jäger suchen, sondern nach zwei und noch dazu nach einem Treiber! Habe ich mich deutlich ausgedrückt?"
„Was ist denn hier los?", fragte Hermine, die gerade an Nevilles Seite die Treppe herunterlief.
Harry schaute zu Ron, der das Gesicht verzogen hatte, als er Hermine und Neville gemeinsam hatte ankommen sehen.
„Es ist hier los, dass wir einen Monat lang nicht auf dem Quidditchfeld trainieren können und dass wir einen neuen Jäger brauchen."
„Ach", sagte Hermine. „Es ist nicht schlimm, weil ich sowieso weiß, wen wir gewählt hätten."
„Wen denn?", fragte Seamus ungläubig.
Hermine legte die Hand auf Nevilles Schulter.
„Hier ist unser neuer Jäger!"
Aus Wut stand Ron auf, kippte dabei den Stuhl neben ihm um und ging durch das Porträtloch hinaus.
„Wenn ihr meine Meinung kennen möchtet", sagte Seamus, „so denke ich, dass Ron nicht einverstanden ist, und ich muss gestehen, dass ich selbst ein wenig unsicher bin."
„Hermine!", rief Neville aus und sah sie verlegen an. „Wir hätten so handeln sollen wie wir gesagt hatten."
Hermine zuckte mit den Schultern und lächelte schüchtern.
„Glaubst du wirklich, dass es irgendetwas geändert hätte?"
„Was mich betrifft", sagte Dean schüchtern, „und so weit ich weiß, so hat sich Neville letztes Jahr um den Posten als Treiber beworben und es war nicht gerade glänzend."
„Das stimmt", sagte Hermine. „Aber ich habe meine Ferien bei Neville verbracht, und da er mir geholfen hat, habe ich ihm Flugstunden gegeben."
„Na klar", sagte Ginny. „Flugstunden, die dich dazu gebracht haben, mit meinem Bruder Schluss zu machen."
„Ginny!", antwortete Hermine mit einem strengen Blick. „Ich glaube nicht, dass es dich irgendetwas angehen würde. Und Neville ist ja jemand sehr nettes und ich könnte tatsächlich mit ihm ausgehen."
„DANN TU ES!", schrie Ginny, lief wie ihr Bruder hinaus und knallte die Tür hinter sich zu.
„Hermine, ich will dich nicht kränken", meinte Dean, „aber... es ist schon schwierig genug, dass Ginny und ich uns nicht mehr verstehen, aber jetzt..."
„Vertraut mir", sagte Hermine. „Ich schlage euch vor, dass wir heute Mittag ein kurzes Essen machen und dass wir uns zwanzig Minuten vor dem Unterrichtsbeginn im Park treffen. Ihr werdet überzeugt sein, dass Neville der ist, den wir brauchen. Und wir sind ja alle reif genug, dass wir während eines Quidditchspiels unsere privaten Probleme beiseite legen können, oder?"
Harry sah Hermine zögernd an.
„Oder habt ihr eine andere Lösung?", fragte Hermine.
Harry seufzte.
„Alles klar!", sagte er schließlich. „Lasst uns mal sehen, wie es läuft..."
Harry selbst war nicht sicher, dass Neville im Quidditch gut genug sein würde, aber er machte sich vor allem wegen Rons gewaltsamer Reaktion Sorgen. Auch wenn Harry wusste, was los war, konnte er verstehen, dass Ron immer noch Zweifel haben konnte. Er ging mit Hermine zur Großen Halle hinunter. Er zögerte noch einen Augenblick, zu ihr zu sprechen, doch er musste sie fragen.
„Hermine, ich stelle mir vielleicht bloß etwas vor, aber... ich habe den Eindruck, du wünschst dir, Ron würde glauben, dass du mit Neville zusammen bist."
Hermine seufzte.
„Warum glaubst du das?"
„Weil du wusstest, dass es ihn ärgern würde, als du gesagt hast, Neville könnte unser neuer Jäger sein. Und doch..."
„Und du? Glaubst du nicht, dass ich mit Neville zusammen bin?"
„Nun... Ich fange an, ihre Zweifel zu verstehen."
Hermine lächelte.
„Umso besser", sagte sie. „Das ist, was ich möchte. Und darüber hinaus ist es Neville auch lieber so!"
„Aber..."
„Ich habe Ron keine eigentlichen Gründe gegeben, als wir... tja, an dem Tag, an dem wir uns getrennt haben. Wenn er glaubt, dass ich mit Neville zusammen bin, wird er mich früher vergessen. Und ich versuche auch mich zu beschäftigen. Neville fühlt sich nicht sehr wohl, seit Susan mit Dean zusammen ist."
„Tatsächlich? Er sieht nicht so aus..."
„Seine Lage ist ein bisschen schwierig", sagte Hermine und machte die Tür zur Großen Halle auf. „Ich werde es dir später erklären..."
Harry folgte Hermine zum Frühstück und schaute reflektorisch zum Ravenclaw-Tisch, bevor jemand ihn am Arm hielt.
„Suchst du nach mir?", fragte Luna.
„Jetzt nicht mehr."
Sie lächelten einander zu und Harry küsste sie auf die Wange.
„Entschuldigung", sagte Luna.
„Wegen gestern, oder weil ihr das Quidditchfeld an euch gerissen habt?"
„Wegen beidem. Kann ich etwas tun, damit du mir verzeihst?"
„Ja", sagte Harry. „Kümmert euch darum, dieses Jahr schlechte Spieler zu nehmen."
„Davon kannst du wohl träumen!", lächelte Luna. „Aber wir können uns nach dem Mittagessen treffen!"
„Unmöglich, ich muss meinen möglichen zukünftigen Jäger testen."
„Ach", meinte Luna. „Werdet ihr im Park sein?"
„Ja."
„Dann werde ich vielleicht vorbeischauen."
„Auf keinen Fall!", sagte Hermine, die gerade hinter Harry ankam. „Wir werden unseren Wunderspieler bis zum Spiel gegen Slytherin geheim halten."
„Ach!", rief Luna aus. „Würdet ihr nur zwei Jäger haben, so würdet ihr Slytherin mit einem Riesenvorsprung besiegen, wenn man denkt, in welchem Zustand ihre Mannschaft ist, denn der Kapitän wird von seiner Mannschaft... ein wenig zurückgestoßen. Selbst Aldysse Irre versucht verzweifelt, den Zusammenhalt der Spieler zu erhalten."
„So schlimm?", fragte Harry.
„Ja!", sagte Luna. „Laut Liliana will Mark versuchen, der Mannschaft als Treiber beizutreten, aber Malfoy würde ihm bestimmt absagen. Also gibt es eine Art Aufruhr gegen Malfoy. Ein Teil der Schüler möchte, dass Mark der Mannschaft beitritt und Malfoy seines Amtes als Sucher und Kapitän enthoben wird, weil er ein Todesser werden wollte. Der andere Teil möchte ganz einfach, dass Malfoy sein Amt abgibt, weil er von den Todessern zurückgewiesen worden ist. Man spricht sogar von einer Petition, die bei den Slytherins rumlaufen würde."
„Und Mark?", fragte Harry besorgt. „Wie geht es ihm?"
„Schwierig zu sagen", sprach Luna weiter. „Ein Teil der Slytherins, jene, die zu Voldemort stehen, würden ihn am liebsten tot sehen. Aber diese Slytherins neigen dazu, ihre Meinung nicht öffentlich zu sagen. Also ist es schwierig zu wissen, wer für und wer gegen Voldemort ist."
Harry spürte, wie Angst wegen seines Cousins in ihm hochkam, und er schaute auf seine Uhr. Marks Zeiger hatte sich nicht bewegt.
„Ich habe eine böse Vorahnung", sagte Harry.
„Das solltest du nicht", griff Hermine ein. „Dein Cousin kann sich allein heraushelfen."
Harry blieb jedoch immer noch besorgt. Er wusste nicht, warum, aber er hatte den Eindruck, dass etwas nicht stimmte.
„Ich werde versuchen, ihn zu treffen und mit ihm zu reden", sagte er. „Ich komme zurück."
Harry verließ die Halle und verspürte immer noch diese seltsame Angst. Er wusste doch, dass sich Mark allein heraushelfen konnte, aber etwas trieb ihn an, zu ihm zu gehen. Und je weiter er hinunter zum Gemeinschaftsraum von Slytherin ging, desto größer wurde seine Angst.
„Harry? Was machst du denn da?"
Mitten in einem großen Gang lief Ron ihm entschlossen entgegen und hatte Harry gerade angestoßen.
„Ron! Ich war auf der Suche nach meinem Cousin, ich wollte mit ihm sprechen."
„Was wolltest du ihn fragen?"
„Lauft! Lauft schnell!"
„Mark?", fragte Harry erstaunt.
Mark lief wie im Traum, den Harry gehabt hatte, auf ihn zu und wie im Traum ergriff er seinen Ärmel und rief:
„Harry! Ron! Bleibt nicht hier!"
Harry und Ron fingen an, Mark so schnell wie möglich hinterher zu laufen. Auch wenn Harry von diesem Gefühl eines Déjà-Vus überrascht war, lief er weiter seinem Cousin hinterher.
„Was ist denn los?", fragte Ron atemlos.
Mark bog nach rechts ab, hielt vor dem Balkon inne und lehnte sich atemlos gegen die Wand.
„Mark? Was ist los?", fragte Harry.
Mark legte einen Finger auf seine Lippen. Harry spitzte die Ohren, hörte jedoch nur die Stille. Er sah Ron an, der genauso sehr erstaunt zu sein schien wie er. Harry hörte weiterhin aufmerksam zu und schließlich belauschte er ein dumpfes Grollen. Ein Grollen, das unglaublich schnell näher rückte. Harry entschloss sich, in den Gang hineinzuschauen.
„Mach das bloß nicht!", rief Mark entsetzt aus.
„Was ist denn los, verdammt?"
Das Grollen kam näher, von einem Zittern begleitet, das die Gemälde auf den Wänden beben ließ, aber auch von Gepiepse und unmenschlichen Schreien. Plötzlich erschien in einem Federsturm eine Flut Vögel der verschiedensten Spezies. Es waren Vögel in allen Farben, aus allen Ländern und in allen Größen.
Die Vogelflut schien nicht zu enden und wurde noch dichter. Der Lärm war unerträglich geworden.
„MARK, WAS IST DAS ALLES?", schrie Harry, damit ihn sein Cousin hören konnte.
„WAS? DU WILLST WISSEN, WER DAFÜR VERANTWORTLICH IST?"
„ICH BIN MIR SCHON SICHER, DASS NUR DU ES SEIN KANNST! WO KOMMT ES HER?"
„AUS MALFOYS SCHLAFSAAL! ABER ICH WUSSTE NICHT, WAS ES BEWIRKT... TJA, ICH WAR NICHT SICHER!"
Die Anzahl von Vögeln verringerte sich und schließlich blieben nur ein paar Pinguine zurück, die sich versammelten und verzweifelt versuchten, den anderen Vögeln hinterher zu fliegen.
„Was hast du bloß getan?", fragte Harry.
„Na, ich habe nur eine Schachtel aus Weasleys Zauberhafte Zauberscherze im Zimmer von einer Gruppe von Slytherins vergessen. Und sie haben sie wahrscheinlich aufgemacht."
„Du hast sie tatsächlich vergessen?", fragte Ron argwöhnisch.
„Ja klar, ich wollte sie Malfoy schenken!", antwortete Mark mit einem breiten Lächeln. „Wenn man aber bedenkt, wer im Schlafsaal war, in dem ich die Schachtel vergessen habe, habe ich sie nicht wirklich vergeudet."
„Als Vertrauensschüler müsste ich es normalerweise anzeigen", sagte Ron.
Mark verzog das Gesicht und wappnete sich für eine schlimme Strafe.
„Ja... Normalerweise müsste ich es anzeigen... Allerdings ist es bloß ein Unfall. Ich habe also nichts gesehen."
„Danke, Ron", sagte Mark offensichtlich erleichtert.
„Wir sollten trotzdem nachschauen, wie die Slytherins aussehen, die diese kleine Überraschung bekommen haben", fügte Ron mit einem schiefen Lächeln hinzu. „Natürlich bloß, um zu schauen, ob es ihnen gut geht."
Harry, Ron und Mark bogen also wieder in den Gang hinein, der von Vogelkot und Federn bedeckt war, als sie am anderen Ende eine Silhouette erblickten, deren Umhang unordentlich hing und deren Haare gesträubt und voll Kot und Federn waren.
„Auweia", meinte Mark und biss sich die Faust.
„Oh... Oh... Ähm...", sagte Ron, wandte den Blick ab und atmete tief ein, um sein lautes Gelächter zu dämpfen.
„Alles in Ordnung?", fragte Harry und kniff die Lippen zusammen.
„Was glaubst du denn?", fragte Hermine verärgert zurück und zog dabei eine Feder aus ihren Haaren.
Hierauf konnte Ron sein lautes Gelächter nicht länger zurückhalten und Harry und Mark bald auch nicht mehr.
„Wenn jemand mir zwischen zwei Lachanfällen helfen könnte, wieder ordentlich auszusehen, wäre ich ihm dankbar", seufzte Hermine.
