Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Mein Dank gilt natürlich, aber das wisst ihr bestimmt schon, euch dafür, dass ihr diese Übersetzung lest, und Verliebtindich, die mich korrigiert hat.

Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.

Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt

Kapitel 28: Hermine Granger, Verwandlungslehrerin, und ganz nebenbei Schülerin:

Noch etwas müde wachte Harry an diesem schönen Morgen auf. Anscheinend würde der Winter dieses Jahr milder sein. Vielleicht würde es nicht einmal schneien?

Ron lag mit offenem Munde flach auf dem Bauch, sein Kopf lag auf dem Kissen und er schlief tief und fest, oder besser gesagt machte er geraden einen wunderschönen Traum, wie es sein Lächeln und sein Mienenspiel zeigten.

Es war bereits 7:45 Uhr und alle standen leise auf. Es war nämlich Zeit sich vorzubereiten, doch Ron schien nicht aus seinem Traum erwachen zu wollen. Harry warf ihm sein Kopfkissen zu, um ihn zu wecken.

„Ron! Es wird Zeit!"

Ron stöhnte, drehte sich im Bett um und umarmte dabei sein Kopfkissen.

„Joa, natürlich...", murmelte er, während er ein kleines Lächeln andeutete. „Alles, was Sie wollen.."

Ron schien die Augen nicht aufmachen zu wollen und schnarchte leise weiter.

„Weißt du was?", griff Dean ein. „Das, was er wirklich braucht, wäre ein Eimer voller Wasser!"

„Aber wen glaubt er denn so zu umarmen?", fragte Seamus. „Bäh! Jetzt sabbert er es voll!"

„Ach ja, Professor...", murmelte Ron wieder in seinem Traum.

„Ich habe gerade an etwas gedacht", prustete Neville los. „Ist es nicht heute, dass wir unseren Verwandlungsunterricht haben?"

Harry sah Ron mit einem spöttischen Lächeln an. Der Rotschopf umarmte sein Kopfkissen noch fester, seufzte und lächelte albern dabei. Harry stand vom Bett auf und kniete sich neben Ron.

„Erinnert mich daran, dieses Bild in ein Denkarium zu stellen, um ihm zu zeigen, wie lächerlich er ist."

„Wartet mal, ich habe eine Idee", sagte Dean. „Das wird lustig!"

Dean ging zu seinem Nachttisch, griff nach seinem Zauberstab und zielte damit auf seinen Hals.

„Vocalis transformus."

Dean hustete leise und seine Stimme wurde allmählich höher.

„Ich bin Hermine Granger", sagte er mit Hermines Stimme.

„Perfekt!", sagte Seamus mit einem teuflischen Lächeln.

Dean näherte sich mit leisen Schritten Rons Bett.

„Mr Weasley", sagte er, „geben Sie sich Mühe! Bitte versuchen Sie die Zauberformel noch einmal!"

Rons Lächeln wurde breiter und er stöhnte leise.

„Wenn Sie sich keine Mühe geben, werde ich Sie bestrafen müssen."

Rons Miene veränderte sich, doch gleich verzogen sich seine Lippen zu einem neuen Lächeln.

„Ohh... mmmm... ok!"

Harry fing an, sich in die Wange zu beißen, um nicht in lautes Gelächter ausbrechen zu müssen, und eigentlich taten es ihm alle anderen im Schlafsaal gleich.

„Ron?", fuhr Dean fort.

„Ja", antwortete er lächelnd.

„Ich ziehe aus, ich werde in Bulgarien mit Viktor Krum leben."

In genau dem Augenblick schreckte Ron aus dem Schlaf hoch und blickte sich um. Die anderen vier brachen alle in lautes Gelächter aus, so sehr, dass Harry sogar Schmerzen im Bauch spürte.

„HA! HA! HA!", rief Ron verärgert aus. „Ich lache mich tot! Na ehrlich, glaubt ihr, das wäre lustig?"

„Verzeih uns, aber das war zu verlockend!", sagte Harry und hielt sich den Bauch.

„Das finde ich nicht lustig!", meinte Ron und warf Harry das Kopfkissen zu. „Das... das... das ist fies!"

Alle brachen erneut in lautes Gelächter aus. Ron warf seine Decke zu Boden, stand auf und ging hinter die Trennwand, um sich umzuziehen.

„Ron, vergiss dein Verwandlungsbuch heute Morgen nicht! Erinnerst du dich daran, dass wir Unterricht mit Hermine haben?"

Rons Kopf erschien hinter der Trennwand und einer seiner Schuhe flog durch das Zimmer und verfehlte Seamus nur knapp, der das Zimmer verließ, von Dean gefolgt, der ein letztes Mal mit Hermines Stimme rief:

„Bis später, Ronnykins!"

Ron sagte kein Wort, während er sich vorbereitete. Er griff wütend nach all seinen Sachen und war offensichtlich gekränkt. Mit Neville gingen sie zusammen zur Großen Halle, um vor dem Anfang der Unterrichtsstunden zu frühstücken.

Dumbledores leerer Stuhl erinnerte Harry daran, was geschehen war. Er blickte traurig zu diesem großen Stuhl. Er spürte dann, wie eine Hand die Seinige nahm, drehte sich um und sah Lunas Gesicht.

„Alles in Ordnung?"

Harry nickte langsam.

„Ich habe heute Morgen Barbârum getroffen", sagte sie. „Er hat mir das für dich gegeben."

Harry griff irritiert nach dem Brief und machte ihn auf.

Waldrand um 13:15 Uhr heute, der ehemaligen Hippogreifkoppel gegenüber.

„Was ist es?", fragte sie.

„Er bittet mich darum, später zum Waldrand zu kommen. Hat er dir sonst noch etwas gesagt?"

„Überhaupt nichts. Er hat nur gesagt, ich sollte dir das geben und du würdest es später verstehen."

Harry las den kurzen Brief noch einmal.

„Es würde mich nicht überraschen, wenn es eine neue Prüfung oder eine Falle wäre", sagte er.

„Mich würde es überraschen", antwortete Luna. „Das wäre eine zu plumpe Falle. Und anscheinend wollte er nicht, dass irgendjemand Bescheid wusste. Er sah sich ständig um, als hätte er Angst davor, dass ihn jemand mit mir sah."

Harry faltete die Nachricht zusammen und beobachtete, wie Ron den Kopf ständig nach links und rechts drehte.

„Hast du nicht zufällig Hermine gesehen?", fragte Harry, damit Ron keinen steifen Hals bekam.

„Nein", zuckte Luna mit den Schultern. „Seit Sonntag habe ich sie eigentlich kaum gesehen."

„Sie ist bestimmt in ein Buch über Pädagogik vertieft", sagte Ginny. „Ich glaube, dass das Schlimmste, was hier je geschehen ist, war, dass sie zur Lehrerin ernannt wurde. Sie ist so sehr von Pädagogik besessen, dass sie nachts darüber spricht."

„Ich kenne andere, die vom Lehrersein besessen sind."

Harry spürte kurz darauf einen tiefen Schmerz an den Rippen, der von Rons Ellbogenschlag verursacht wurde, doch der Blick des Rothaarigen blieb in seinen Becher vertieft.

„Glaubt ihr, sie wird schließlich am Lehrertisch sitzen?", fragte Neville.

„Sie ist noch Schülerin hier", sagte Luna. „Natürlich ist ihr Zeitplan leichter und sie darf in den nächsten zwei Wochen in manchen Fächern Prüfungen machen."

„Ihre UTZ?", fragte Ron.

„Genau", antwortete Luna. „Eine Ausnahme, die das Ministerium wegen ihrer hervorragenden Ergebnisse genehmigt hat. Wenn ihr meine Meinung kennen wollt, in zwei Monaten können wir sie offiziell Professor Granger nennen und sie wird zur jüngsten Hogwarts-Lehrerin seit der Gründung der Schule werden. Bleibt nur zu wissen, wie lang sie an dieser Stelle bleiben wird."

„Aber... aber...", meinte Ron und ihm blieb der Mund offen stehen. „Sollte das alles nicht provisorisch sein?"

„Sie wird doch nicht in Hogwarts bleiben, wenn sie all ihre Prüfungen bestanden hat und jemand zum Verwandlungslehrer ernannt wird! Es ist normal, dass sie Lust hat, wegzugehen!", rief Luna aus.

„Also hat sie es auch dir gesagt?", fragte Ginny.

„Was gesagt? Was gesagt?", fragte Ron.

Luna blickte Harry besorgt an, als sie Rons Zustand sah. Der Junge blinzelte immer wieder, als wäre er von nervösen Zuckungen besessen.

„Sie... Wenn sie mit ihren Prüfungen fertig ist... tja, normalerweise hätte sie erst Ende Juni damit fertig sein sollen, aber..."

„Aber?"

„Wenn sie früher damit fertig wird, reist sie nach Frankreich. Dort gibt es eine Fachschule für Recherchen über Zaubertränke und Zaubersprüche... oder etwas in der Richtung."

Ron öffnete und schloss den Mund, ohne, dass ein Ton heraus kam.

„Das hätte sie uns doch sagen können!", rief er schließlich laut aus.

„Ich denke, sie hat einfach keine Zeit dafür gehabt. Und sie denkt erst seit Sonntag darüber nach. Sie ist sich noch nicht sicher, was sie tun wird. Ihr wisst, wie sehr sie bezüglich ihres Berufsleben beängstigt ist."

„Aber wenn sie früher mit den Prüfungen fertig und keine Lehrerin mehr ist, sehe ich nicht, was sie aufhalten könnte", fügte Ginny hinzu.

„Ich finde sie echt egoistisch", fiel ihr Ron ins Wort. „Als Harrys Freundin sollte sie doch bleiben, mit all seinen Problemen. Sie enttäuscht mich!"

„Ron", seufzte Luna. „Hermine würde nicht weggehen, so lange Harry Probleme hat, das liegt doch auf der Hand."

Ron murrte wieder und vertiefte seinen Blick wieder in seinen Becher.

„Wir haben Verwandlungsunterricht, heute Morgen. Wir werden sie sehen und sie fragen."

„Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten?", sagte Professor Irre, die in der Mitte des Podests stand und mit ihrem Zauberstab gegen den Tisch klopfte. „Bitte gehen Sie zu Ihren Sitzen zurück!"

Luna ging zum Ravenclaw-Tisch zurück und winkte ihren Freunden ein letztes Mal zu. Harry sah, wie Hermine sich offensichtlich verlegen hinter Professor Irre versteckte. Sie hatte nicht ihren gewöhnlichen Umhang einer Schülerin vom Haus Gryffindor an, sondern einen purpurroten Hexenumhang, der perfekt zur Farbe ihrer Wangen in diesem Augenblick passte. Als Stille herrschte, bat Aldysse Irre Hermine darum, sich ihr ein bisschen zu nähern.

„Ihre Mitschülerin aus Gryffindor Miss Granger hier wird, wie Sie vielleicht wissen, eine Zeit lang Professor McGonagall ersetzen. Da sie im letzten Jahr ist und in allen Fächern hervorragende Noten hat, habe ich es für gut gehalten, sie zu dieser Stelle zu ernennen, bei der sie sehr positive Erfahrungen wird sammeln können. Um diese Stelle bekommen zu dürfen, musste Miss Granger ihren UTZ in Verwandlungen machen, und den hat sie mit Bestnote bestanden."

„Schon!", murmelte Ron. „Wenn sie so weitermacht, wird sie Ende des Monats mit all ihren Prüfungen fertig sein."

„Ihr Status ist ein wenig besonders, denn sie ist Lehrerin und Schülerin zugleich... zumindest bis sie mit ihren Prüfungen fertig ist!", fuhr Professor Irre fort. „Im Klassenzimmer für Verwandlungen wird sie Ihre Lehrerin sein und Sie müssen sie als solche ansprechen und sie daher mit dem Respekt behandeln, der jedem Lehrer gebührt. Während ihrer Unterrichtsstunden wird sie die Möglichkeit haben, Punkte zu geben oder abzuziehen, daher ist es, Mr Evans, nutzlos, irgendwelche Streiche auszuhecken wie zum Beispiel die Beine ihres Stuhls weich zu machen, und sagen Sie mir nicht, Sie seien es nicht, ich würde es nicht glauben. Außerhalb ihres Klassenzimmers wird sie weiter eine Schülerin von Gryffindor sein, die ihr Haus Punkte gewinnen oder verlieren lassen kann. Und falls Sie noch an den Fähigkeiten von Miss Granger zweifeln, sollten Sie wissen, dass sie gerade als Animagus im Zaubereiministerium angemeldet wurde."

Ein überraschtes Geflüster lief durch die Große Halle.

„Professor Irre hat sie bestimmt dazu gezwungen, sich im Register anzumelden", murmelte Harry Ron zu.

„Nicht ganz", meinte Ginny und schob den Tagespropheten in seine Richtung.

Hogwarts gerät auf die schiefe Bahn: Eine Schülerin verletzt das Gesetz und wird zur Lehrerin ernannt.

„Von Rita Kimmkorn", fuhr Ginny fort. „Sie hat Hermines Verwandlungsfähigkeiten öffentlich gemacht. Ich weiß nicht, wie sie es gewusst hat, aber Hermine musste sich dann anmelden."

„Vielleicht würde Ihnen eine kleine Vorführung gefallen?", meinte Aldysse Irre, die weiter geredet hatte.

Hermine wurde zum Blickpunkt aller Leute in der Großen Halle. Ihre Augen huschten durch die Halle und sie schluckte mit Schwierigkeiten. Sie schloss einen Augenblick lang die Augen und verwandelte sich in eine kleine Eule. Überraschte Ausrufe und Beifall erklangen. Die Eule flog ab und hielt ein Pergament in ihren Klauen.

„Wir zweifeln nicht daran, Miss Granger, dass Ihre Gabe für Postzuteilung sehr hilfreich ist."

Gelächter erklangen und Hermine hielt über dem Ravenclaw-Tisch inne. Das Pergament fiel dann in Lunas Hände. Nach ein paar Flugrunden über den verschiedenen Tischen flog Hermine zu Professor Irre und nahm wieder ihr gewöhnliches Aussehen an.

„Gut, ich muss Miss Granger noch ein paar Anweisungen für ihre erste Stunde geben. Guten Appetit."

Aldysse Irre verließ die Große Halle durch die kleine Tür hinter dem Lehrertisch, von einer breit lächelnden Hermine begleitet.

„Sie scheint sich perfekt in die Lehrergruppe integriert zu haben", bemerkte Neville. „Es scheint, dass ihr diese Stelle gefällt."

„Bleibt noch zu wissen, ob sie uns überhaupt etwas lehren kann", sagte Ron und zerdrückte dabei seine Frühstücksflocken gegen den Rand seines Bechers.

Harry, Ginny und Neville sahen sich an, von Rons Reaktion überrascht.

„Was ist bloß wieder mit dir los?", fragte Ginny ihren Bruder.

„Nichts!", antwortete er scharf.

Luna kam an und hielt in der Hand das Pergamentstück.

„Ich habe es eilig, mit Hermine Unterricht zu haben", sagte Luna. „Ich bin sicher, dass sie es recht gut schaffen wird."

Ron stand in genau dem Augenblick auf und ging wortlos hinaus.

„Habe ich was Falsches gesagt?", fragte Luna.

„Nein, ich glaube, dass er bloß übel gelaunt ist", antwortete Harry. „Was hat dir Hermine gegeben?"

„Ha! Es ist eine Überraschung!", sagte Luna mit einem schelmischen Lächeln. „Ihr werdet morgen mehr darüber wissen."

Nach dem Frühstück ging Harry zu Verwandlungen, seinem ersten Unterricht des Tages. Hermine würde ihren ersten Unterricht geben. Er erreichte den Gang und sah Ron, der an die Wand gelehnt war, sein Buch über Verwandlungen in der Hand hielt und offenbar in eine faszinierende Lektüre über die Verwandlung größerer Säugetiere in Mäuschen vertieft war. Harry näherte sich Ron langsam, damit er sich seiner Anwesenheit bewusst wurde. Der Junge hob dann den Blick von seinem Buch.

„Nein, ich habe keinen Bock darauf, darüber zu sprechen", sagte er, ohne auf die Frage zu warten.

„Alles klar, wie du willst", sagte Harry, der genau wusste, dass er wissen würde, was Ron störte – oder es wahrscheinlich bereits wusste, denn es war bestimmt die Tatsache, dass er am gleichen Morgen erfahren hatte, dass Hermine weggehen würde.

Die Tür zum Klassenzimmer öffnete sich dann und Harry und Ron gingen zu den vorderen Schreibtischen. Der Raum füllte sich fast sofort mit Schülern, die sich darauf freuten, ihre Mitschülerin zu einer Lehrerin werden zu sehen. Ron blieb in sein Buch vertieft, bis Hermine allein hereintrat, schwere Bücher in den Armen, ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht. Sie legte ihre Bücher auf ihren Schreibtisch, dann ging sie auf Malfoy zu und reichte ihm seinen Zauberstab, den sie außerhalb der Unterrichtsstunden immer bei sich behielt. Malfoy warf ihr einen kalten Blick zu, streckte jedoch nicht die Hand aus, um nach dem Zauberstab zu greifen. Hermines Lächeln sank ein bisschen und sie legte schließlich den Zauberstab auf Malfoys Schreibtisch, bevor sie zum Podest zurückging.

„Hallo", sagte sie, indem sie sich umdrehte. „Ähm... ich möchte euch zuerst sagen, dass ich das ganze Schüler-Lehrerin-Protokoll nicht so gerne mag, daher werden wir es ein bisschen lockern. Tut einfach so, als würde ich euch beim Wiederholen des Stoffes helfen. Ich denke, wir werden uns so besser fühlen."

Neville hob langsam die Hand.

„Wie sollen wir Sie... dich... nennen?", stammelte er.

„Professor Irre hat mir gesagt, „Professor" sei für diese Klasse ein bisschen heftig, da ihr vor allem Mitschüler seid. Ihr werdet mich also weiterhin Hermine nennen. Die anderen Klassen aber müssen mich Miss Granger nennen", fügte sie mit verzogenem Gesicht hinzu.

„Und was, wenn wir dich Professor Granger nennen wollen?", fragte Harry lächelnd.

„Ich werde kein Schlammblut je „Professor" nennen", murmelte Draco Malfoy und zerbrach dabei die fröhliche Stimmung, die bis jetzt geherrscht hatte.

Hermines Blick wurde streng und sie starrte Malfoy an, der ein schiefes Lächeln aufgesetzt hatte und dabei seinen Schreibtisch anstarrte.

„Ich bitte dich nicht darum, es zu tun, Malfoy. Ich denke übrigens, dass du vergessen hattest, dass ich dir Punkte abziehen darf. Also... sagen wir mal... dass ich Slytherin fünf..."

Harry zeigte Hermine, dass sie die Strafe erhöhen musste.

„zehn...", fuhr sie fort.

Harry wiederholte die Geste.

„fünfzehn... gut, sagen wir mal, dass ich Slytherin wegen Beleidigung einer Lehrerin fünfzehn Punkte abziehe, das scheint mir nicht zu viel zu sein", sagte sie schließlich. „Du hast Glück, es ist bloß mein erster Tag."

Breite Lächeln erschienen im Raum außer vielleicht unter den Slytherins. Malfoy grunzte und nahm seine Feder und seinen Tintenhalter aus dem Rucksack.

„Gut", sprach Hermine weiter. „Wir sollten vielleicht anfangen. Mit Lestr... mit Professor McGonagall... ja... ähm... wo waren wir angekommen?"

Hermine blätterte nervös in ihrem Buch, sich dessen bewusst, dass sie beinahe einen riesigen Fehler begangen hätte. Ihr Selbstbewusstsein vom Anfang des Unterrichts schien verschwunden zu sein.

Dann wurde eine Hand gehoben.

„Ja, Neville?"

„Was, wenn du uns erklären würdest, wie du eine Animagus geworden bist?"

Hermine sah ihn verwirrt an.

„Auch ich würde es gerne wissen", sagte Susan Bones, die eine Reihe hinter ihm saß.

„Nun, tja, wir sollten mit den menschlichen Verwandlungen erst später anfangen, und..."

Doch sie hielt inne, als die anderen hörbar seufzten.

„Gut... Gut, einverstanden!", sagte sie schließlich. „Gut, wer kann mir sagen, was das entscheidende Element für eine Animagusverwandlung ist?"

Ron schoss die Hand in die Höhe so wie zwei weitere Schüler.

„Ähm... Nicole?"

„Konzentration."

„Genau... aber ich würde eher eine gewisse Meditation sagen. Man braucht ein ganzes Jahr, um zu wissen, welches Tier man wird, wenn man sich verwandelt, ein weiteres, um zu verstehen, ob man das je schaffen wird, und mindestens ein Jahr, um sich richtig verwandeln zu können. Persönlich brauchte ich mehr als drei Jahren, weil ich fliegen lernen musste, und das ist nicht einfach, wenn man nicht schwindelfrei ist. Eben deswegen habe ich mit Quidditch angefangen, um diese Angst zu überwinden. Weiß jemand, was die Gestalt von eurem Animagus entscheidet?"

Wieder schoss Rons Hand in die Höhe, gleichzeitig mit der von Susan Bones.

„Susan?"

„Unser Charakter?"

„Ja. Und?"

Ron hob die Hand noch höher. Er war nun der Einzige, der die Frage beantworten wollte. Hermine schien einen Augenblick lang zu zögern, dann drehte sie sich zu ihm um.

„Ron?"

„Man muss auch dieses Tier werden wollen."

„Ähm... Eigentlich nicht wirklich. Es ist auch wegen der Eigenschaften, die man sich wünscht. Viele wollen klein sein, um sich überall hereinschleichen zu können... wie zum Beispiel Käfer. Andere wollen eher agil sein, wie Katzen. Je mehr besondere Charakteristika ihr euch für einen Animagus wünscht, desto länger werdet ihr brauchen, um einer zu werden. Wenn euer einziges Ziel jedoch bloß ist, ein Animagus zu werden, dann könnt ihr zu irgendeinem beliebigen Tier werden... wie zum Beispiel ein Hirsch... oder ein Hund."

Hermine zwinkerte Harry kurz zu.

„Gut. Was wir machen werden, ist, dass wir heute die Animagi behandeln, und nächstes Mal machen wir mit dem normalen Programm weiter", lächelte sie.

In genau dem Augenblick klopfte jemand und öffnete die Tür. Aldysse Irres Kopf erschien in dem Spalt.

„Alles in Ordnung?", fragte sie.

Hermine nickte und lächelte.

„Gut", sagte Professor Irre und verschwand wieder.

Hermines Unterricht ging zwar in einer fröhlichen und unbeschwerten Stimmung weiter, aber auch der Stoff selbst war interessant und der Unterricht gut aufgebaut. Rons Gesicht allein blieb kalt und der Junge seufzte alle fünf Minuten. Er blieb stumm und hielt den Kopf in den Händen.

Zum Mittagessen trat Hermine mit einem zufriedenen Ausdruck auf dem Gesicht zu ihnen. Für die Unterrichtsstunden am Nachmittag hatte sie ihre Uniform wieder an.

„Ich liebe es!", sagte sie. „Es ist nicht das Gleiche wie damals, wenn ich euch beim Wiederholen des Stoffes half. Ich habe immer noch Schwierigkeiten damit, dass mich die Erstklässler siezen und mich in den Gängen Miss Granger nennen, aber das ist so befriedigend... man lernt so viel..."

Hermine konnte anscheinend nicht aufhören zu reden. Sie sprach über das Thema, als wäre sie schon seit über zwanzig Jahren Lehrerin in Hogwarts. Sie sah begeisterter aus denn je und selbst Harry, der sich doch freute, sie so glücklich zu sehen, fing an, es satt zu haben.

„Ich muss unbedingt schnell meine anderen Prüfungen machen. Ich habe Lust, noch mehr zu lernen, um euch noch mehr zu beizubringen. Verwandlungen sind ein so komplexes Thema! Ich muss unbedingt ein Fachinstitut über Verwandlungen finden, um mit euch über die letzten Recherchen zu sprechen. Ich werde Professor Irre fragen, ob sie mich nicht in Verbindung mit..."

Ron seufzte abermals noch lauter und stöhnte.

„Was ist los mit dir, Ron?", fragte Hermine.

„Ich denke, du siehst dich schon als Fachperson in Verwandlungen, obwohl diese Arbeit nur provisorisch ist. Ich erinnere dich daran, dass du noch weitere Prüfungen vorbereiten musst und dass du sie noch nicht geschafft hast. Und was wirst du nachher machen, wenn McGonagall Schulleiterin wird, einen neuen Verwandlungslehrer findet und du mit den Prüfungen fertig bist?"

Hermine sah Ron eindringlich an. Ihre Augen fingen an zu glänzen.

„Ich denke, dass Lehrer auf die Schüler aufmerksam sein sollten, und während des ganzen Unterrichts hast du mich ständig erniedrigt und die anderen vor mir ausgefragt. Du solltest mit dieser Arbeit aufhören, so lange es noch geht, denn du bist überhaupt nicht dafür gemacht, Lehrerin zu sein."

„Aber... ich konnte nicht..."

„Ich werde dir ein Rat als Freund erteilen. Bleib Schülerin hier und bitte darum, dass du nicht mehr lehren musst, das wird viel besser sein."

Hermine stand wortlos auf, ohne ihren Teller auch nur angerührt zu haben. Neville, der besorgt war, sie so schnell weggehen zu sehen, folgte ihr, während Ron den Kopf hob und anfing, sein Fleisch zu schneiden.

„Machst du das mit Absicht?", fragte Harry.

„Was denn?", fragte Ron und aß ein Stück Fleisch.

„Du hast doch gesehen, in welchem Zustand sie von hier weggegangen ist? Du bist doch nicht blind?"

„Wenn sie es nicht annehmen kann, dass man ihr die Wahrheit sagt, ist es noch ein weiterer Grund, der dafür spricht, dass sie ihre Stelle aufgibt."

Harry stand auch auf und ging auf den Ausgang zu, von Rons Verhalten höchst verärgert. Es war sowieso beinahe 13:00 Uhr und er musste zum Termin, den ihm Barbârum gegeben hatte.

„Harry, warte auf mich!"

Luna ging eiligen Schrittes auf ihn und den Ausgang zu.

„Stört es dich, wenn ich mit dir hingehe?"

„Natürlich nicht", sagte er und ging mit ihr weiter.

„Wie ist dein Unterricht mit Hermine gelaufen?"

„Eher gut", antwortete Harry. „Aber es scheint Ron nicht zu gefallen."

„Das wird diesem Idioten eine Lehre sein!", rief Luna aus. „Weiß du, ich mag Ron sehr, aber manchmal ist er ein bisschen zu unreif und stolz."

Harry sagte nichts, stimmte ihr jedoch insgeheim zu. Sie erreichten den Waldrand neben Seidenschnabels ehemaliger Koppel mit hohen Barrieren, die eine breite Fläche mit einer kleinen Hütte in der Mitte umschlossen, die als Heulager und damals als Unterschlupf für Seidenschnabel diente.

„Da sind wir", sagte Harry. „Ich sehe nicht, was wir hier tun sollen, die Koppel ist schon lange leer."

„Schau mal dort!", sagte Luna. „Hagrid nähert sich."

„Da, wo wir stehen, kann er uns nicht sehen."

Hagrid näherte sich der Koppel und blickte sich um. Offensichtlich wartete er auf etwas oder jemanden.

„Bleiben wir hier", sagte Luna. „Meiner Meinung nach gab es einen ganz besonderen Grund, warum Barbârum wollte, dass du hier bleibst. Du sollst nicht gesehen werden."

Hagrid setzte sich auf einen großen Baumstumpf neben der Hütte und blickte sich um.

„Glaubst du, dass er irgendein erschreckendes Tier bekommen wird?", fragte Luna beängstigt. „Vielleicht wartet er deswegen hier."

„So wie ich Hagrid kenne, ist es wohl möglich", antwortete Harry. „Aber ich sehe nicht, wieso Barbârum mir gesagt hätte, ich sollte hierher kommen. Jemand scheint sich dort zu nähern."

Eine aus Hogwarts heraustretenden Silhouette erschien in der Ferne. Der seltsame und schimmernde Glanz auf dem Gesicht des sich nähernden Mannes war charakteristisch. Es war Cirkus. Harry beobachtete die Szene weiter. Hagrid war nun aufgestanden und schüttelte Cirkus die Hand. Der Tutor hielt eine metallene Kiste, die einer Werkzeugkiste ähnelte. Hagrid und Cirkus fingen an, unbeschwert miteinander zu reden und Harry konnte Hagrids dröhnendes Lachen trotz der Distanz hören.

Harry und Luna beobachteten sie weiter, wie sie freundlich miteinander sprachen. Hagrid leitete Cirkus dann zur staubigen Hütte, wo Seidenschnabel ein paar Jahre zuvor gewesen war. Sie traten ein und ließen die Tür auf, bevor sie fünf Minuten später hinausgingen. Hagrid sah nun ganz anders aus. Er putzte sich laut die Nase in seinem Taschentuch mit Karomuster. Cirkus war ohne die Kiste hinausgegangen. Beide gingen zu Hagrids Hütte.

„Das war's!", rief Luna aus. „Was sollten wir sehen?"

„Lass uns nachschauen, was in dieser Hütte ist", sagte Harry.

Harry und Luna näherten sich schnell der Koppel und achteten dabei darauf, dass sie keiner bemerken konnte. Sie näherten sich dem Fenster, doch es war so staubig, dass sie nicht hindurch sehen konnten. Harry ging dann zur Tür und öffnete sie mit einem Alohomora. Sie gingen beide herein und schlossen die Tür hinter sich. Es schien ein Abstellraum zu sein.

„Hier gibt es nichts!", meinte Luna. „Was haben sie denn getan?"

Dann erblickte Harry ein großes Tuch, das im Vergleich zu dem Rest eher sauber war. Instinktiv ging Harry darauf zu und ließ es fallen. Ihm stockte der Atem.

„WOW!", sagte er mit glänzenden Augen.

„Nicht zu fassen! Das nenne ich ein Motorrad!", rief Luna aus.