Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Danke an meine liebe Betaleserin Verliebtindich für ihr wunderbares Werk und danke an euch, dass ihr euch die Zeit nehmt zu lesen und – eventuell – zu reviewen.
Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.
Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt
Kapitel 29:Gold in Übermaß ist keines Menschen Schatz:
Mitte Dezember hatte sich das Wetter plötzlich verändert. Der Winter war tatsächlich in Hogwarts angekommen und der Schnee fiel nun reichlich. Auf dem eisigen Fenster neben seinem Bett zeichnete Harry das Gesicht eines Mannes mit langem Bart und Halbmondbrille. Schon über einen Monat war Dumbledore zurück in Hogwarts, doch Harry hatte ihn seit den Ereignissen bei Ollivander nicht wieder gesehen. Er verbrachte seine Tage im Bett. Nur Madam Pomfrey kam jede Woche vor dem Abendessen, um Nachrichten von ihm zu geben, und fasste die Lage mit „Seine Genesung läuft gut" zusammen. Die Stimmung blieb seltsamerweise ziemlich ruhig, obwohl die Schüler sonst zu dieser Jahreszeit eher aufgeregt waren.
Am nächsten Tag würden alle für die Weihnachtsferien zurückkehren. Und zum ersten Mal, seitdem Harry bei seiner neuen Familie lebte, hatte er es nicht eilig zurückzukehren. Das Bild des verwundeten Dumbledores ließ seinen Geist nicht in Ruhe.
Seit jetzt über einem Monat gab Hermine den Verwandlungsunterricht und es schien ihr zu gefallen. Bis auf ihre Prüfung in Verteidigung gegen die dunklen Künste, die sie erst nach den Ferien machen sollte, hatte sie all ihre Prüfungen mit Einfachheit bestanden. Dies ärgerte Ron immer mehr und der Junge sprach in letzter Zeit kaum noch mit ihr.
Im Schlafsaal war Ron gerade dabei, seine Socken anzuziehen.
„Ich bin hungrig, gehen wir?"
Harry nickte.
„Sag mal, ich wollte dich fragen", sagte Harry und stieg vom Fenstersims herunter, um das Zimmer zu verlassen. „Meine Tante hat mich darum gebeten, dir zu sagen, dass du und deine Eltern alle eingeladen seid, den Weihnachtsabend bei uns zu verbringen. Hermine hat mir bereits gesagt, dass sie kommen wird, wahrscheinlich mit ihren Eltern. Neville und Luna mit ihrem Vater werden auch da sein."
„Deine Tante macht eine ganz schön große Feier!", rief Ron aus.
„Und sie hat noch Lupin und Tonks vorgeschlagen zu kommen."
„Kommt Lupin mit Irre?", fragte Ron.
„Anscheinend nicht", antwortete Harry. „Sie verbringt die Weihnachtsferien mit Malfoy."
„Oh, dann hat sie Recht, es ist besser, dass sie daheim bleibt", schnaubte Ron. „Es wären zu viele Lehrer am Tisch. Da würden wir den Unterschied mit Weihnachten in Hogwarts kaum merken."
Ein Freudenschrei erklang dann im Gemeinschaftsraum von Gryffindor. Harry und Ron sahen sich einen Augenblick lang an.
„War das nicht Hermine?", fragte Harry.
Sie liefen die Treppe hinunter und sahen, wie Hermine hüpfte und ein Pergament in der Hand hielt. Sie erblickte die beiden, lief auf sie zu und streckte die Arme nach Ron aus, bevor sie sich anders besann und den Kopf hängen ließ, jedoch weiter lächelte.
„Was ist mit dir los?", fragte Harry.
„McGonagall ist einverstanden, dass ich als Lehrerin bleibe! Sie ist einverstanden! Ich darf meine Prüfung in Verteidigung gegen die dunklen Künste schon jetzt machen, wenn ich will!"
„Solltest du sie nicht erst in der ersten Woche nach dem Schuljahreswiederbeginn machen?"
„Nun... eigentlich..."
Hermine senkte plötzlich den Kopf und wurde rot im Gesicht.
„Ich habe diese Prüfung so weit ich konnte nach hinten verschoben, damit ich hier bei euch bleiben konnte, aber jetzt ist es nicht mehr nötig, da ich offiziell bis zum Ende des Jahres Lehrerin hier bin. McGonagall denkt, dass Professor Dumbledore bis dann Hilfe brauchen wird."
„Du wirst also nicht mehr bei uns sein?", fragte Ron. „Du wirst keine Gryffindor mehr sein?"
„Nun, nein", antwortete sie.
„Wir werden dich vermissen", seufzte Ron.
Hermine sah ihn lächelnd an.
„Ravenclaw hat fast so viele Punkte wie wir und du hast uns eine ganze Menge Punkte gewonnen. Wir werden ein bisschen mehr leisten müssen. Es sei denn, du bevorzugst uns ein wenig bei der Punktvergabe in deinen Unterrichtsstunden."
Hermines Gesicht veränderte sich plötzlich.
„Wenn ich euch bevorzuge, verliere ich meine Stelle, und ich möchte dir sagen, dass..."
„Ich scherze, Hermine!", seufzte Ron. „Verliert man den Sinn für Humor, wenn man Lehrer wird? Wie traurig ist es!"
Hermine schlug ihn auf die Schulter.
„Aua!"
„Man verliert den Sinn für Humor und man verliert das Recht, die Schüler zu schlagen, wenn man Lehrer wird, also nutze ich dieses Recht jetzt aus. Es gibt aber riesige Vorteile und ich spüre, dass ich mich sehr amüsieren werde."
„Was für Vorteile?"
Hermine lächelte.
„Euch peinigen", sagte sie und ging auf die Tür zu. „Gehen wir zum Frühstück?"
Harry und Ron sahen sich an und zuckten mit den Schultern. Sie gingen zusammen zur Großen Halle zum Frühstück. Als fast alle saßen, blickten manche zur Tür, die auf die Eingangshalle ging. Harry drehte sich um.
„McGonagall!", rief Ron aus.
Professor McGonagall schien komplett genesen zu sein. Sie war nicht mehr so blass und unter ihrem gewöhnlichen strengen Ausdruck war der Anflug eines Lächelns zu sehen. Die Schüler standen auf und klatschten, während sie die Halle durchschritt. Sie erreichte das Podest und nickte, um ihren Schülern für ihren Empfang zu danken. Stille trat ein, damit sie reden konnte.
„Vielen Dank", sagte sie. „Danke an alle. Ich bin auch begeistert, Sie wieder zu sehen, und sehr froh, nach dieser langen Abwesenheit wieder da zu sein. Wie Sie wissen, hat Professor Irre es angenommen, während meiner Genesung Hogwarts' Schulleitung zu übernehmen. Ich danke und gratuliere ihr dafür."
Wieder erklang Beifall und Aldysse Irre stand auf, um die Menge zu grüßen.
„Wie Sie wissen", fuhr Professor McGonagall fort, „ist Professor Dumbledore immer noch von den vergangen Ereignissen erschüttert und kann seine Rolle als Schulleiter momentan nicht erfüllen. Ich werde also seine Stelle übernehmen, bis er wieder dazu fähig ist, es allein zu tun. Professor Irre wird wieder ganz normal Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichten."
„Harry? Ron?", fragte Hermine plötzlich. „Könnt ihr das bitte für mich halten?"
Sie legte einen kleinen Fingerhut aus Porzellan in Rons Hände und eine leere Plastikdose in Harrys Hände.
„Ihr müsst sie unbedingt in euren Händen halten, das ist sehr wichtig", sagte sie und stand auf.
Ron starrte seinen Fingerhut einen Augenblick lang an.
„Was ist denn dieses Ding? Sie hat nicht mehr alle Tassen im Schrank!"
„Miss Granger, die gerade zu mir kommt, wird mich also endgültig als Verwandlungslehrerin ersetzen", fuhr Professor McGonagall fort. „Ich denke, dass sie bereit ist, diese Stelle zu übernehmen. Sie wird ihre letzte Prüfung im Januar schreiben und wird dann offiziell Professor Granger werden."
Und noch einmal hallte Beifall in der Halle wider.
„Die Lehrer sind daran gewöhnt, ihre neuen Kollegen mit einer kleinen Feier zu empfangen, jedoch konnte es bei Miss Granger nicht der Fall sein. Um diese Tradition nicht zu brechen, haben wir die Entscheidung getroffen, sie hier auf eine besondere Weise zu integrieren. Alle Lehrer nehmen irgendwann an der Ausbildung der zukünftigen Auroren teil. Machen Sie sich keine Sorgen, im schlimmsten Fall wird es etwa eine Stunde dauern. Miss Granger, Sie können anfangen!"
Harry hatte kaum die Zeit, sich zu Ron umzudrehen und zu sehen, dass sein Freund genauso überrascht war wie er, und schon hatte Hermine ihren Zauberstab zum Himmel gehoben und sprach eine lange Formel vor sich hin, die Harry nicht verstehen konnte. In genau dem Augenblick erklang ein metallenes Geräusch und um sich herum sah Harry, wie sich fast alle Schüler und Lehrer in goldene Münzen verwandelten. Nur Hermine, McGonagall und die drei Tutoren waren nicht betroffen.
„Nicht schlecht! Die Formel ist ziemlich komplex, aber es ist gut, denn sonst könnte jeder seine Nachbarn in einen Haufen Galleonen verwandeln", sagte McGonagall.
„Das ist ein provisorischer Zauber, Professor McGonagall", sagte Hermine und näherte sich dem Lehrertisch. „Wenn Sie sich die Münzen genauer anschauen, werden Sie sehen, dass ihr Gesicht auf der einen Seite erscheint."
„Oh, wie einfallsreich! Professor Flitwick scheint den Zauber zu mögen. Darf ich den Schwierigkeitsgrad ein bisschen erhöhen?"
Hermine nickte.
„Krösus!", rief McGonagall aus und hob ihren Zauberstab.
Es regnete Galleonen in der Großen Halle. Harry und Ron mussten sich unter ihrem Stuhl verstecken, um zu vermeiden, dass ihnen Münzen auf dem Kopf fielen.
„Harry!", rief Ron aus und sah zu einer Münze in seiner Hand. „Es ist meine Schwester."
Nach einer Minute Goldregen verließen Ron und Harry ihr Versteck mit Schwierigkeiten. Hermine schien in ein fesselndes Gespräch mit Professor McGonagall vertieft zu sein.
„Dieser verzauberte Gegenstand, um vor dem Zauber geschützt zu werden, ist richtig schlau. Wie haben Sie das getan?"
„Ein Zaubertrank. Den habe ich heute morgen gebraut."
„Funktioniert er nur bei diesem Zauber?", fragte Professor McGonagall.
„Nein, laut meiner Experimente funktioniert er mit allen Verwandlungszaubern."
„Faszinierend! Lassen Sie uns das in meinem Büro besprechen, damit Sie mir all das erklären."
Hermine und McGonagall gingen unter Harrys und Rons überraschtem Blick auf den Ausgang zu. Bevor sie die Halle verließ, winkte ihnen Hermine zu.
„Jetzt sind Sie dran!", rief Professor Irre aus.
Aldysse Irre und die beiden Tutoren hatten sich auf das Podest gesetzt, nachdem sie mehr schlecht als recht die haufenweise herumliegenden Münzen weggeschoben hatten.
„Sie haben eine Stunde, um diese Münzen in zwei Haufen zu verteilen: Einerseits die falschen Münzen von Professor McGonagall, andererseits all Ihre Lehrer und Mitschüler. Natürlich werden Sie ihnen auch ihr normales Aussehen wieder geben müssen. Je weniger Zeit Sie dafür brauchen, desto mehr Punkte bekommen Sie. Nur Mut!"
Harry sah sich um. Es waren mehrere zehntausend Münzen in der Halle. All das musste er innerhalb einer Stunde sortieren.
„Ich kenne ein Aussortierzauber", sagte Ron. „Es könnte klappen."
„Wenn es der gleiche ist wie meiner, nein, weil es nur für Gegenstände verschiedener Natur ist, aber das hier sind alles Münzen und der Zauber wird wahrscheinlich nicht perfekt funktionieren. Ich dachte meinerseits eher an den Aufrufezauber."
„Nein, unmöglich, wir müssten alle Schüler und Lehrer nacheinander aufrufen, da werden wir in einer Stunde nie fertig sein. Und darüber hinaus müssen wir sie dann zurückverwandeln. Ich kenne den Gegenfluch, aber auch hier müssten wir es einer nach dem anderen machen und es wird ewig dauern. Innerhalb einer Stunde ist es unmöglich."
Harry musterte die zahlreichen Münzen um sich herum. Er versuchte zu überlegen und holte sich eine beliebige Münze vom Boden.
„Die Farbe ist identisch", sagte Harry. „Wir müssten jede Münze einzeln anschauen, ob ein Gesicht darauf ist."
„Zeig mal", sagte Ron.
Harry gab Ron seine Münze und sein Freund betrachtete sie genau.
„Die normalen Münzen sind leichter, als wären sie hohl", bemerkte Ron. „Ich weiß nicht, wie wir... Ich habe es gefunden! Harry, ich weiß!"
Ron zeigte Harry beide Münzen und reichte sie ihm.
„Nimm die!", sagte er.
Harry nahm beide Münzen in die Hände und spürte, dass die normale Münze tatsächlich leichter war.
„Erkläre es mir, Ron."
„Die normalen Münzen scheinen aus Eisen zu sein, Harry, während die anderen aus Gold zu sein scheinen."
„Na und?"
„Na und du bist es, der von Muggeln erzogen wurde, oder? Dad hatte mir einmal ein Muggelding mitgebracht, das Eisen anzieht. Wie hieß es noch mal?"
„Ein Magnet!", rief Harry aus. „Aber natürlich! Wir müssen nur einen Riesenmagnet erscheinen lassen, der alle eisernen Münzen anziehen wird. Dann müssen wir nur noch die anderen einsammeln. Wunderbare Idee, Ron! Lass uns den Lehrertisch in einen Magnet verwandeln. Wir müssen bloß die Münzen davon wegnehmen, die die Lehrer darstellen und sicherstellen, dass wir sie alle haben."
Harry und Ron liefen zum Tisch und holten alle Lehrermünzen unter dem Blick ihrer Tutoren.
„Das war's!", sagte Ron. „Ich habe gerade Hagrid gefunden, er war der Letzte. Du kannst den Magnet erscheinen lassen."
Harry nickte und zückte seinen Zauberstab.
„Chrm, chrm!", räusperte sich Barbârum. „Aldysse, ich weiß, dass wir normalerweise nicht eingreifen dürfen, aber wir haben vergessen, ihnen etwas zu sagen."
„Ja, Barbârum? Was ist es?"
„Meine Herren, Sie müssen sich daran erinnern, dass wir schwache schutzlose Wesen sind, die sich wie Sie in diesem Raum befinden. Im Klartext, auch wir sind der Gefahr ausgesetzt."
Harry sah Barbârum verständnislos an. Sie waren hier keiner Gefahr ausgesetzt. Sie waren von Hermines Zauber verschont geblieben, warum machte Barbârum also diese Bemerkung?
„Warum sagt er das?", fragte Ron, als hätte er Harrys Gedanken gelesen. „Es gibt nichts Gefährliches."
„Glaubst du, er sagt das, um uns zu verunsichern? Oder vielleicht müssen wir sie ein wenig schützen, weil die Münzen ziemlich schnell fliegen werden, wenn sie vom Magnet angezogen werden, und wenn er im Weg steht, wird es ihm weh tun. Erinnere dich daran, was uns passiert ist, als es Münzen geregnet hat."
„Das ist es bestimmt, ja!", rief Ron aus. „Lass uns einfach einen kleinen unsichtbaren Schild um sie herum zaubern, um sie vor den Münzen zu schützen."
Ron ging auf die drei Tutoren zu und ließ einen Schild erscheinen.
„Wir müssen hinter diesem Schild bleiben, richtig?", fragte Cirkus. „Es gibt nur diesen Schild als Schutz. Sind Sie sicher?"
„Ja", sagte Ron nicht überzeugend. „Das reicht."
Ron ging auf Harry zu.
„Ich bin sicher, dass sie das sagen, um uns zu beunruhigen. Machen wir auch einen Schild für uns und lass diesen Magnet erscheinen. Wir müssen sie noch zurückverwandeln."
Ron zauberte erneut einen unsichtbaren Schild und Harry zielte ein bisschen besorgt mit dem Zauberstab auf den Lehrertisch, um ihn in einen riesigen Magnet zu verwandeln.
„Magnetus!"
„CIRKUS, ZIEH DEINE MASKE AUS!", schrie Barbârum im gleichen Augenblick.
Dann wurden eine ganze Menge Münzen in einem Höllenlärm vom Magnet angezogen, der erschienen war. Was Harry jedoch nicht vorgesehen hatte, war, dass nicht nur die Münzen angezogen werden sollten, sondern auch das Besteck, die riesigen Rüstungen, die die Halle schmückten sowie die Schwerter und die anderen Waffen, die an den Wänden hingen. Harry drehte sich um und sah, wie die beiden Tore der Großen Halle heftig bebten. Die metallenen Stücke der Tore wurden vom Magnet angezogen und bald würden die Tore nachgeben.
„FINITE INCANTATEM!", schrie Harry und zielte mit seinem Zauberstab auf den Magnet. Sofort fielen die Dekorationen zu Boden, im Flug gestoppt.
Alle Münzen lagen um den Lehrertisch herum, vom Besteck und den übrigen metallischen Gegenständen der Halle begleitet.
Harry drehte sich zu ihren Tutoren um und sah, dass sich beide umgedreht und die Hände auf das Gesicht gepresst hatten.
„Verdammt!", meinte Cirkus. „Diese verfluchte Maske hat mir beinahe das Gesicht ausgerissen. Du hättest es mir früher sagen sollen!"
„Du hättest darüber nachdenken müssen, was auf deiner Nase sitzt!"
„Accio Masken!", rief Aldysse Irre und zielte mit ihrem Zauberstab auf den Münzenhaufen.
Sofort flogen die Masken aus dem Haufen in die Arme von Professor Irre.
„Stellen Sie das wieder fest und schweigen Sie, sonst hexe ich Ihnen diese Masken bis zum Ende Ihres Lebens auf Ihren Gesichtern fest!"
Professor Irre drehte sich mit strengem Gesicht zu Harry um.
„Bleiben Sie nicht hier stehen, Sie haben noch vierzig Minuten, um alle zurückzuverwandeln."
Mit dem, was bereits passiert war, war sich Harry sicher, dass es schlecht um sie stand. Er drehte sich zu Ron um, der den Haufen Materialien, die von den Wänden ausgerissen worden waren, mit runden Augen betrachtete.
„So, was machen wir?", fragte der Rothaarige.
„Nun, wir müssen einen Gegenzauber für Hermines Zauber finden."
„Leichter gesagt als getan, sie hat den Zauber erfunden, uns die Formel aber nicht gegeben. Wir werden die Lösung in keinem unserer Bücher finden."
Harry seufzte tief und steckte die Hände in die Taschen. Daraus zog er seine kleine Plastikdose hervor.
„Vielleicht könnten wir etwas damit machen?", fragte er sich laut. „Wenn uns Hermine das gegeben hat, war es, um uns vor dem Zauber zu schützen. Sie hat die Dose also verzaubert."
„Wenn wir einen Gegengift machen würden, indem wir sie im Kessel eintauchen würden, hätten wir nicht genug Zaubertrank für alle. Nicht einmal mit dem Fingerhut dazu."
„Ron, wir haben es geschafft, einen Minotauren zu schrumpfen und einzusperren, wir werden ja diese Dose vergrößern können!", rief Harry aus. „Wenn ich mich richtig erinnere, muss man diesen Trank etwa dreißig Minuten lang brauen."
„Wir werden mehr Zeit brauchen, um alle Münzen einzusammeln", sagte Ron und sah sich um.
„Du machst sauber, ich braue den Trank!", sagte Harry und lief zur Tür.
„Es ist immer das Gleiche!", rief Ron aus, bevor Harry die Tür erreicht hatte.
Harry lief die Gänge so schnell er konnte zum Klassenzimmer für Zaubertränke entlang. Er wärmte den Kessel an und fing an, ihn mit verschiedenen Zutaten aus den Regalen seiner Tante zu füllen. Er gab sein Bestes, obwohl er sicher war, dass er mit dem, was geschehen war, nie die Hälfte der Punkte erreichen würde.
„Darf ich reinkommen?", fragte Barbârum. „Ich will bloß das Brauen des Trankes beobachten."
„Wozu denn...", murmelte Harry.
„Das stimmt nicht, man muss immer das zu Ende bringen, was man angefangen hat."
„Dann bringen Sie es auch zu Ende", sagte Harry. „Warum haben Sie mich vor einem Monat darum gebeten, zur ehemaligen Koppel von Seidenschnabel zu kommen?"
Barbârum seufzte.
„Konzentriere dich auf deinen Zaubertrank, er wird sonst bald überlaufen", sagte er.
„Warum weichen Sie meiner Frage aus?"
„Ich weiche ihr nicht aus, ich will sie nicht beantworten. Du bist in die kleine Hütte eingetreten?"
„Sie wollten, dass ich reingehe?"
Barbârum seufzte erneut.
„Ich frage mich, warum ich dir die Frage stelle. Natürlich hast du es getan. Es ist ein schönes Motorrad, was?"
„Ja."
„Cirkus repariert es gerade."
„Und?"
„Und das war's. Ich wollte bloß, dass du es siehst."
Harry rührte in seinem Kessel und warf dem Tutoren einen Seitenblick zu.
„Sie werden mir also nichts sagen? Wozu denn haben Sie mir das denn dann gesagt?"
„Du wirst mir später dankbar sein. Und schaue auf diesen Kessel."
„Ich weiß nicht einmal, warum ich ihn zu Ende braue. Wir haben kaum noch zehn Minuten und man kann nicht sagen, dass es ein großer Erfolg ist."
„Kein Auror hat es je geschafft, eine ähnliche Prüfung fertig zu machen, nicht einmal zu viert. Wenn ihr es schafft, werdet ihr einen neuen Rekord aufstellen."
Harry sah Barbârum mit runden Augen an.
„Schau auf diesen Kessel, verdammt noch mal!", erinnerte ihn Barbârum. „Es ist noch nicht vorbei! Und ich habe dir nichts gesagt, ist das klar?"
Harry lächelte und zauberte den Kessel vom Feuer weg. Dann ging er so schnell er konnte zur Großen Halle und achtete dabei darauf, den Inhalt des Kessels nicht zu verschütten.
„Ron, wie weit bist du?", fragte Harry und betrat eilig die Halle.
Professor McGonagall und Hermine waren zurück und sahen auf die Münzen, die Ron angehäuft hatte.
„Ich füge die Lehrer hinzu und dann bin ich fertig."
„Jetzt müssen wir den Trank verteilen. Alle Münzen müssen vom Zaubertrank berührt werden."
„Aber wenn wir ihn einfach so werfen, werden sich manche nicht zurück verwandeln."
„Sie haben noch eine Minute übrig!", erinnerte Aldysse Irre sie und sah auf ihre Uhr.
„Das darf doch nicht wahr sein!", ärgerte sich Harry und blickte zum Himmel.
Die magische Decke der Großen Halle zeigte dicke Wolken, die Harry anfing zu beobachten.
„Der Regen... DER REGEN! VAPORUS!"
Harry zielte mit seinem Zauberstab auf den Kessel, dessen Inhalt verdunstete und eine Wolke über den goldenen Münzen bildete, dann nutzte er einen anderen Zauber und ein Regen fiel und verwandelte alle Schüler und Lehrer zurück.
„Die Prüfung ist aus!", sagte Aldysse Irre. „Danke an alle für Ihre Teilnahme. Könnten Sie bitte zu Ihrem Platz zurückkehren? Professor McGonagall und ich haben eine Nachricht für Sie."
Doch es war so laut, dass Professor Irre von ihren Schülern nicht gehört worden war. Sie wirkte einen Zauber auf ihre Stimme.
„KEHREN SIE SCHNELL ZU IHREM PLATZ ZURÜCK, DAMIT ICH IHNEN IHRE BELOHNUNG FÜR IHRE TEILNAHME AN DER AURORENAUSBILDUNG GEBE."
Die Schüler gingen schnell zu ihren Sitzen zurück und warteten ungeduldig auf ihre Belohnung. Aldysse Irre, Professor McGonagall und Hermine gingen wieder zum Podest. Bald wurde es wieder ganz still, da alle darauf gespannt waren zu wissen, was sie bekommen würden.
„Das Zaubereiministerium möchte allen Lehrern und Schülern danken, die an der Aurorenausbildung teilgenommen haben. Es schenkt Ihnen also allen ein Sortiment von Süßigkeiten aus dem Laden Weasley und Weasley."
Alle Lehrer und Schüler applaudierten.
„Bitte erlauben Sie mir, etwas anders hinzuzufügen", sagte Professor McGonagall. „Professor Granger, da wir sie nun so nennen sollen, wird ab heute Hauslehrerin von Gryffindor."
Harry und Ron sahen sich an, dann standen alle Gryffindors auf und klatschten.
Unter dem Beifall ging Hermine auf ihre Freunde zu, nachdem Professor McGonagall es ihr erlaubt hatte, und umarmte sie nacheinander.
„Danke, danke, danke!", wiederholte sie.
„Wieso denn?", fragte Harry.
„Ich habe mit Professor McGonagall gewettet, dass ihr diese Prüfung schaffen würdet und dank euch bekomme ich ihr Büro und werde Hauslehrerin von Gryffindor!"
