Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Eine oder einer verdient meinen Dank dafür, dass er/sie sich die Zeit genommen hat zu lesen und mir (eventuell) mir seine/ihre Meinung dazu zu geben, eine verdient meinen Dank, weil sie diese schöne Geschichte geschrieben hat, eine letzte, weil sie meine Übersetzung korrigiert hat. Wer sind diese drei Leute? Ihr könnt es bestimmt herausfinden!
Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.
Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt
Kapitel 30: Lupins Geheimnisse:
„Oh! Das darf doch nicht wahr sein!", ärgerte sich Ron.
„Was ist los?", fragte Harry.
„Ich habe mir gerade den Finger in der Schleife dieses Pakets eingeklemmt."
Zu diesem Weihnachtsabend schienen die Bewohner im Haus der Evans unter einem besonderen Stress zu leiden. Alle liefen im Haus herum und hängten hier eine letzte Girlande auf, packten da ein Geschenk ein und Selene Evans, der von Mrs Weasley geholfen wurde, stand in der Küche und kochte ein köstliches Abendessen.
„Gibt es hilfsbereite Seelen, die den Tisch decken möchten?", fragte Tante Selene die Treppe hoch.
Harry öffnete die Tür seines Zimmers.
„Ich helfe!", rief er.
„Wir auch, Mrs Evans!", sagte Ginny und ging den Gang entlang, von Neville begleitet.
„Ach, hallo Neville", sagte Harry. „Deine Eltern und du seid gerade angekommen?"
„Ähm... Nein, ich bin allein gekommen", sagte er etwas verlegen. „Sie kommen erst später."
Ron ließ seinen Kopf im Türspalt erscheinen.
„Seit wann bist du da?", fragte er und verzog das Gesicht.
„Nicht lange..."
„Gute zwei Stunden", fiel ihm Ginny ins Wort. „Komm, Neville, wir müssen einen Tisch decken! Du kannst hier bleiben, Harry, wir schaffen es alleine."
Ginny lief die Treppe schnell herunter, von Neville dicht gefolgt.
„Ich mag das nicht!", rief Ron aus.
Harry schloss die Tür.
„Die Rolle des beschützenden älteren Bruders passt überhaupt nicht zu dir."
„Ich beschütze niemanden!", protestierte er. „Aber Neville geht mir langsam auf die Nerven. Zuerst läuft er Hermine nach und jetzt ist meine Schwester dran."
„Neville ist Hermine nie nachgelaufen", erinnerte Harry. „Das hast du bloß geglaubt!"
„Das bleibt noch zu beweisen. Wie auch immer läuft er meiner Schwester nach, das sieht man doch, oder?"
Harry antwortete nicht und packte sein Geschenk fertig ein.
„Danke für deine Unterstützung, Harry!"
„Was ist schon wieder los?"
„Als Freund könntest du mir sagen: 'Aber nein! Mach dir keine Sorgen, Ron, Neville läuft deiner Schwester nicht nach'!"
„Aber er läuft deiner Schwester nach!"
„Wie bitte?"
„Ja, er will alle Mädchen von Hogwarts! Neville ist ein Herzensbrecher, das ist doch wohl bekannt. Und nach Hermine macht er mit Ginny weiter, das ist die logische Folge."
„Mach dich nicht lustig über mich!"
„Hallo!", sagte Hermine, die im Raum apparierte. „Wie geht es euch?"
„Hallo Hermine!", sagte Harry. „Du kommst in genau dem Moment, wo sich Ron darüber beklagt, dass Neville seiner Schwester nachläuft."
„Ach!", meinte sie. „Ich hätte eher gesagt, dass es Ginny ist, die Neville nachläuft."
„Ihr macht das mit Absicht!", rief Ron aus.
„Ich bin doch auch froh, dich zu sehen, Ron", sagte Hermine. „All das werde ich vermissen!"
„All was?"
„Nun, all diese Geschichten zwischen den Schülern", antwortete Hermine. „Professor McGonagall hat mir eine lange Rede gehalten, dass die Beziehungen zwischen den Lehrern und den Schülern anständig bleiben müssen. Ich muss also eine gewisse Distanz zu den Schülern behalten und ich darf nicht in ihr Leben eingreifen außerhalb von dem, was ich im Klassenzimmer lehre. Übrigens hätte ich diese Stelle nie bekommen, wenn ich mit R... tja, wenn ich eine Beziehung mit einem Schüler gehabt hätte."
„Aber, aber, aber...", stammelte Ron. „Du machst aus deinem Leben das, was du willst! Es gibt Schüler, die älter sind als du... oder sogar erwachsene Schüler, ich sehe nicht, warum es stören sollte."
Hermine und Ron wechselten einen langen Blick in völliger Stille. Harry fühlte sich ein wenig fehl am Platze. Er stand langsam auf und ging zur Tür.
„Ich decke den Tisch", sagte er und verließ das Zimmer.
Harry schloss die Tür hinter sich und seufzte, während Luna im gleichen Augenblick die Treppe hinaufstieg.
„Ach! Ich wollte eben zu euch", sagte sie und küsste ihn.
„Ron und Hermine sind gerade dabei zu reden. Wir sollten eher runter gehen", murmelte er.
„Ach!", sagte sie genauso leise. „Du glaubst, dass..."
„Es wird schwierig sein."
Harry und Luna liefen die Stufen zum Wohnzimmer hinunter. Sie gingen gerade an der Haustür vorbei, als es klingelte.
„Ich mache auf!", sagte Harry laut. „Geh zu den anderen!", fügte er an Luna gewandt hinzu.
Harry öffnete schnell die Haustür und blieb mit offenem Munde da stehen.
„Hallo!", sagte Tonks.
„Tonks... Tonks... Sie sind... Sie sind..."
„Genau so dick wie ein gefüllter Truthahn? Ja, das weiß ich!", rief sie aus.
„Schwanger!"
„So kann man das auch sagen", lächelte sie. „Wie auch immer, draußen ist es kalt. Darf ich rein?"
„Ja... ja...", stotterte Harry und machte die Tür weiter auf.
Harry ließ Tonks eintreten und schloss hinter ihr. Dann half er ihr, ihren Mantel auszuziehen, und entdeckte einen Bauch, der unter dem malvenfarbenen Umhang schon sehr rund aussah.
„Wer ist es?", fragte Tante Selene und betrat den Gang. „Oh mein Gott! Tonks, du bist..."
„...So unheimlich dick wie ein Troll... Das weiß ich, Selene, ja", fügte Tonks hinzu. „Ich erwarte, dass diese Bemerkung ziemlich oft auftaucht."
„Aber du bist in diesem Zustand alleine gekommen!"
„Aber natürlich nicht! Ich wurde bis hier begleitet. Mit all dem, was ich da drin habe, muss man mir beim Apparieren helfen. Übrigens, tut mir leid, aber ich muss mich setzen."
„Ja, ja, natürlich", sagte sie. „Komm mit ins Wohnzimmer."
Tante Selene und Harry begleiteten Tonks bis zum Wohnzimmer. Gleichzeitig drehten sich alle Gäste zu Tonks um und stießen Ausrufe aus, Mrs Weasley lauter als alle andere.
„Um Merlin, Viviane und Morgana LeFay!"
„Ja, ja, ich weiß, ich sehe wie ein Heißluftballon aus", sagte Tonks, während sie sich in den Sessel setzte.
„Seit wann?", fragte Ginny und näherte sich ihr.
„Ende Juni, Anfang Juli, wenn ich richtig rechne."
„Und wer ist der glückliche Vater?", fragte Mr Lovegood.
Im gleichen Augenblick apparierte Remus Lupin.
„Wenn man vom Teufel spricht!", meinte Tonks.
„Ihr Heimlichtuer!", rief Onkel Neil aus.
Lupin kniete sich neben Tonks' Sessel.
„Alles in Ordnung?", fragte er.
„Ja", sagte sie. „Die Befragung hat kaum angefangen. Hast du das..."
„Ja, ja. Mach dir keine Sorgen, es geht."
„Dürfen wir wissen, warum ihr nichts gesagt habt?", fragte Mrs Weasley und bedrohte Lupin mit einem großen Holzlöffel.
„Senke deine Waffe, Molly, und ich verspreche, dass ich es dir erzähle", lächelte Lupin. „Tonks ist meine Tutorin. Hätte es Aldysse Irre erfahren, hätten wir Riesenprobleme gehabt."
„Wir sind den Problemen eigentlich nur knapp entkommen, wenn man an ihre Einfühlungsgabe denkt", fügte Tonks hinzu. „Hätten wir davon gesprochen, wären wir Risiken eingegangen. Aber da Remus jetzt kein Azubi mehr ist..."
„Und bis jetzt hattet ihr es keinem gesagt?", fragte Mrs Weasley und wurde lauter.
„Ich wusste es", antwortete Mr Weasley.
Seine Frau drehte sich zu ihm um und verpasste ihm mit dem Holzlöffel einen Schlag auf dem Schädel.
„Und warum hast du mir nichts gesagt? Und wie kommt es eigentlich, dass du Bescheid weißt?"
„Ich bin Minister, Schatz!", protestierte er und nahm sich ein Kleingebäck. „Es ist normal, dass ich Einiges weiß. Und sie wollten zuerst nicht, dass es bekannt wird."
„Wann soll das Baby da sein?", fragte Ginny.
„Das Baby?", fragte Tonks. „Ginny, mit meinem Umfang! Du denkst doch nicht, dass es einem Elefanten gleichen wird!"
„Zwillinge?"
Tonks zeigte, dass es mehr waren.
„Es gibt drei davon?", fragte Tante Selene.
Tonks nickte.
„Oh mein Gott, du Arme!", rief Mrs Weasley aus.
„Ihr macht keine halben Sachen!", rief Onkel Neil aus.
„Daran bin ich keineswegs schuldig", lachte Lupin. „Sie kann mir ihre Übelkeit, ihre Schmerzen, ihre geschwollenen Fußgelenke und alles drum und dran vorwerfen, aber die Mehrgeburt ist vollständig ihre Schuld."
„Danke Remus", antwortete Tonks spöttisch. „Sag doch auch mal, dass ich durch einen Wunder schwanger geworden bin! Das werden wir mit einer Windelschlacht regeln."
„Oh, daran zweifle ich nicht!", fügte Lupin hinzu, setzte sich zu ihr und nahm ihre Hand. „Die Tatsache, dass meine liebe Nymphy eine Metamorphmagus ist, vervielfacht das Risiko einer Mehrgeburt."
„Hätte ich gewusst, dass ich mich in ein Walkalb verwandeln würde, hätte ich es anders gemacht", fügte Tonks mit ironischer Stimme hinzu. „Aber gut, ich glaube, das wird viel lustiger sein zu sehen, wie du kämpfen musst, um drei Kindern gleichzeitig ihre Flasche Milch zu geben."
Lupin küsste sie auf die Stirn und streichelte liebevoll den Bauch.
„Wann wollen Sie heiraten?", fragte Fleur.
Hierauf seufzte Lupin und blickte zur Decke.
„Versuche mal, sie zu überreden!", rief er aus. „Schon ein Jahr lang versuche ich es vergeblich."
„So lange!", rief Mrs Weasley aus. „Aber wie lange seid ihr schon zusammen?"
„Wie lange ist dein Sohn schon verheiratet?"
„Das darf doch nicht wahr sein!", fuhr Mrs Weasley fort und schwang ihren Löffel zu Tonks. „Und du verharrst trotzdem dabei, ihn nicht heiraten zu wollen?"
„Molly, bitte runter mit dem Löffel!", antwortete sie und verzog das Gesicht. „Wenn ich ihn heirate, wird mich keiner mehr Tonks nennen, sondern nur Nymphadora. Und ich habe nie gesagt, dass es ein endgültiges Nein ist."
Lupin drehte sich zu Tonks um.
„Du hast mir aber noch nie das Gegenteil gesagt! Gut zu wissen."
In genau dem Augenblick betraten Ron und Hermine das Wohnzimmer.
„Guten Abend!", riefen sie gleichzeitig aus und sahen die Gäste nacheinander an. „Oh mein Gott, Tonks!"
„Das nenne ich Synchronismus!", bemerkte Tonks. „Wenn ihr genauso gut koordiniert seid, wäre es nett, mir beim Aufstehen zu helfen, Kinder, denn ich muss gestehen, dass es mir zur Zeit schwer fällt. Und die da drin verlangen was zum Essen, also würde ich gerne zu Tisch gehen."
„Das werden wir übrigens alle gleich machen!", meinte Tante Selene.
Das Familienessen war sehr nett und das Gespräch lief größtenteils über Tonks' Schwangerschaft. Die kleine todmüde Fanely wurde nach einem köstlichen Nachtisch zu Bett gebracht und alle setzten sich zum Kamin in der Nähe des Tannenbaums. David Lovegood schien besonders am Inhalt der verschiedenen Geschenke interessiert, die in seinen Augen zu glänzen schienen.
„Dad!", rief Luna aus. „Man könnte schwören, du wärst fünf Jahre alt!"
„Aber es ist bereits nach Mitternacht!", protestierte Mr Lovegood. „Ich sehe nicht, wieso wir bis morgen warten müssten."
„Neil", sagte plötzlich Lupin, der durch das große Glasfenster schaute. „Ich meine auch, dass wir jetzt die Geschenke schenken sollten, denn draußen schneit es."
Onkel Neil schien sein Lächeln plötzlich zu verlieren, stand auf und legte noch einen Holzscheit in den Kamin.
„Na dann, komm schon, Remus. Fang mal an", sagte er langsam und starrte das Feuer weiterhin an.
„Harry!", sagte Lupin und drehte sich zu dem Jungen um. „Draußen ist etwas für dich."
Von Neugier gepackt stand Harry langsam vom Sofa auf und ging auf das Glasfenster zu. Es war dunkel und man sah am Licht einer Straßenlaterne nur noch, wie dicke Schneeflocken fielen. Er machte die Tür auf und ein eisiger Wind wehte in das Haus. Harry ging langsam auf einen seltsamen Schatten draußen zu. Seine Freunde folgten ihm und als der Schatten deutlicher zu sehen war, konnte er die Umrisse eines bekannten Gegenstands ausmachen.
Harrys Blick leuchtete auf.
„Ich will das gleiche!", rief Mark aus, indem er sich dem Motorrad näherte.
„Schön, nicht war?", fragte Lupin Harry.
Harry blieb sprachlos und legte die Hand auf den glänzenden Lenker.
„Sagen Sie mir, Mr Lupin", fragte Mark. „Ist es verzaubert?"
„Sehr gut geraten, Mark", antwortete Lupin. „Es ist es tatsächlich. Es fliegt wie der Ford Anglia."
„Ist das nicht Hagrids Motorrad?", fragte Harry.
„Hagrid!", rief Mr Lovegood aus. „Ich kann mir kaum vorstellen, wie er auf diesem wunderschönen Fahrzeug fliegen würde."
„Und doch liegt er nicht falsch", sagte Lupin. „Schon sechzehn Jahre lang behält Hagrid dieses Motorrad und er hat es benutzt, um Harry vor der Tür der Dursleys abzusetzen, als er noch ein Baby war. Ich vermute, dass Harry eines Tages völlig zufällig zur Hütte der alten Hippogreifkoppel gegangen ist, wo das Motorrad stand."
Luna und Harry drehten plötzlich den Kopf zu Lupin um.
„Das ist es, was passiert ist, nicht wahr?", fuhr Lupin fort und zwinkerte ihm zu. „Das war ein bloßer Zufall?"
Harry nickte. Alle Gäste standen um das Motorrad herum und Mark schien vom glänzenden schwarzen Lack des Fahrzeugs beeindruckt zu sein.
„Dan... Danke", stotterte Harry.
„Wieso, Harry?", fragte Lupin. „Dieses Geschenk darfst du natürlich bekommen. Dieses Motorrad hat einst Sirius gehört. Wir mussten es ein wenig reparieren, weil es schon lange nicht funktioniert hatte."
Harry legte seine Hand auf den ledernen Sitz, der anfing, mit Schnee bedeckt zu werden.
„Wie haben Sie es geschafft?", fragte Mark.
„Was geschafft?", fragte Professor Lupin.
„Nun, wie haben Sie es geschafft, es zu reparieren?", fuhr Mark fort. „Bei solchen verzauberten Motorrädern muss man sich richtig gut auskennen, und außer dem Fahrer selbst kann meistens fast keiner so was schaffen."
Harry blickte sich um. Die Gesichter hatten sich plötzlich verändert und alle wichen Harrys Blick aus. Seine Gesichtszüge wurden plötzlich hart.
„Wo ist er?", fragte er mit einer seltsam ruhiger Stimme.
Keiner wagte es zu antworten, obwohl es alle anscheinend wussten.
„WO IST SIRIUS?", schrie er plötzlich. „TANTE SELENE? PROFESSOR LUPIN?"
Immer weiter blieb es still.
Onkel Neil erschien dann im Rahmen des Glasfensters, mit neutralem Gesicht und den Händen in den Taschen.
„Bei Aldysse Irre, Centaur Street Nummer 8, London."
