Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Ihr wisst es bestimmt schon, aber falls ihr zum 93. Kapitel dieser langen Geschichte plötzlich entschieden habt, das Vorwort zu lesen, obwohl ihr es bis jetzt noch nie getan hattet, solltet ihr wissen, dass ich Verliebtindich und Gabrielle für ihr jeweiliges Werk sehr dankbar bin, und natürlich euch auch, dass ihr euch die Zeit nehmt zu lesen.

Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.

Anmerkung der Autorin: Ich weiß, dass dieses Kapitel recht kurz ist, doch wenn ich mit etwas anderem, mit einem glücklicheren Thema weiter gemacht hätte, wäre dieser Moment nicht so wichtig erschienen, und es ist ein starker Moment, ich lege viel Wert darauf.

Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt

Kapitel 31: Wie ein Vater und sein Sohn:

Ohne mehr Zeit zu verlieren schloss Harry die Augen, visualisierte die Stadt London und disapparierte sofort. Ein paar Sekunden später befand er sich in einer kleinen verschneiten und stillen Gasse, wo überall typische Londoner Häuser zu sehen waren, alle mit Lichterketten geschmückt, deren blinkenden Lichter sich auf dem Schnee widerspiegelten und ihn mit tausenden von Farben zum Leuchten brachten.

Er lief die Straße entlang und sah, wie über der mit einem Weihnachtskranz geschmückten weißen Tür eine 8 auf der Wand eines schönen braunen Hauses hing. Er näherte sich ihm langsam und ging die Stufen zur Tür hinauf, während er durch das Fenster schaute, wo ein schwaches Licht Schatten auf die feinen Vorhänge warf.

Harry atmete tief ein, klopfte und spürte, wie ein Kloß in seinem Hals erschienen war und ihm das Atmen zu erschweren schien. Ihm schien, als wäre eine Ewigkeit vergangen, bis die Klinke langsam gedreht und die Tür leicht aufgemacht wurde, so dass Malfoys unwirsches Gesicht zu sehen war.

„Ich..."

Doch Harry hatte keine Zeit seinen Satz zu beenden, denn Malfoy schlug ihm die Tür heftig vor der Nase zu.

„Malfoy! Mach auf!", schrie Harry und hämmerte gegen die Tür. „Macht auf!"

Die Tür wurde geöffnet, doch diesmal war es Aldysse Irre, die dahinter stand.

„Potter? Was machen Sie denn am Weihnachtsabend hier, verdammt?"

Ein Spiegellicht weiter entfernt zog Harrys Blick auf sich und Harry sah die glänzende Maske seines Tutors. Er beugte sich nach vorne, um zu ihm zu rufen.

„Ich muss dich sprechen!"

„Ich finde Sie sehr unhöflich zu kommen..."

„Lass es, Aldysse", sagte Cirkus und zog seinen langen Mantel aus schwarzem Leder an. „Ich werde mit ihm reden."

Er ging lächelnd an ihr vorbei.

„Ich komme gleich zurück", murmelte er.

Cirkus winkte Harry die Stufen wieder hinunter zu gehen, rückte seinen Mantel zurecht und schloss die Tür hinter sich.

„Nun?", sagte er, als er Harry auf dem Bürgersteig einholte. „Was ist so dringend?"

Harry begann diese silberne Maske zu beobachten, die so kalt wie der Schnee um sie herum zu sein schien. Das Licht der Lichterketten spiegelte sich darauf. Harry konnte seine Augen nicht mehr von der silbernen Maske losreißen, die ihm in diesem Augenblick eine unüberwindbare Sperre zu sein schien.

„Nimm diese Maske ab", bat Harry.

„Harry, du weißt doch, dass..."

„NIMM SIE AB!", schrie Harry und versuchte die Tränen nicht zu vergießen, die trotzdem über sein Gesicht kullerten. „Ich weiß, dass du es bist, Sirius, und ich brauche dich zu sehen! Ich brauche dich! Ich will bei dir sein!"

Cirkus drehte den Kopf um und ging auf und ab, bevor er einem Haufen frischen Schnee einen gewaltigen Fußtritt verpasste.

„Wer hat dir gesagt, wo ich bin?", seufzte er.

„Onkel Neil. Nachdem ich dein Motorrad bekommen habe."

„Und du bist einfach so von zu Hause abgehauen?", fragte Cirkus und näherte sich ihm. „Harry, du hast es gewagt, deine Familie am Weihnachtsabend zu verlassen, um mich zu sehen? Du lässt deine Tante und deinen Onkel, die dich wie ihren eigenen Sohn betrachten, alleine? Eine liebende Familie, die dich von den Dursleys gerettet hat? Und das Einzige, was du findest, um ihnen dafür zu danken, ist, sie an so einem Tag alleine zu lassen, um zu einem Mann zu gehen, der dir nicht einmal ein Tausendstel dessen geschenkt hat, was sie dir gegeben haben! Alles, was dir durch den Kopf schießt, ist abzuhauen und sie an einem Weihnachtsabend zu verlassen, und zwar jemandem zugunsten, den du für tot hieltst?"

„Wenn sie mich lieben würden, so hätten sie mir gesagt, dass du zurück warst!", rief Harry mit falscher Wut aus.

„Ich bin es, der ihnen gesagt hat, dir nichts zu sagen!", sagte Sirius und sprach lauter. „Dein Onkel fürchtete sich davor, dich zu verlieren, er hatte Angst davor, dass du genauso reagieren würdest wie du es getan hast! Ich habe viel zu viel Respekt vor Neil, dass ich ihm den Kummer bereiten möchte, den du ihm bereitet hast. Um deines Wohles Willen hat er dir gesagt, wo ich war, auf das Risiko hin, dass er dich für immer verlieren könnte. Du bist nichts als ein undankbarer Egoist! Dein Vater würde sich für dich schämen, Harry! Er würde sich schämen, dass sein Sohn nach der Hölle, die er Jahre lang durchlebt hat, die Liebe nicht zu schätzen wusste, die man ihm jetzt gibt. Und willst du etwas wissen? Vor mehreren Jahren hatte ich dir die Möglichkeit geschenkt, mit mir unter einem Dach zu leben, aber du musst wissen, dass ich deine Undankbarkeit keineswegs ertragen könnte und dass es nicht mehr in Frage kommt, dass mein Vorschlag immer noch gültig wäre. Und da ich dabei bin, musst du wissen, dass Sirius tot ist und nicht mehr existiert. Ich bin nur dein Tutor und du musst mich Mr Cirkus nennen."

Sirius ging mit großen Schritten auf Aldysse Irres Haus zu, betrat es und knallte die Tür hinter sich zu. Dabei ließ er Harry allein, unter einem Schnee, der viel weniger zu glänzen schien als vor kaum ein paar Augenblicken.

Harry blieb einen Moment lang auf der verschneiten Straße stehen und starrte die Schatten durch die Vorhänge von Centaur Street Nummer 8 an. Er spürte nicht mehr, wie der Schnee auf ihn fiel. Ihm war nicht kalt. Jedenfalls spürte er die Kälte nicht mehr.

Das war das erste Mal, dass er dieses Gefühl spürte, so einsam zu sein. Er hatte Angst, zurück nach Hause zu gehen, zu beschämt, einfach so weggegangen zu sein und alle zurückgelassen zu haben. Doch als er diese Schatten auf den Vorhängen von Centaur Street Nummer 8 anschaute, fühlte er sich fehl am Platz. Er hatte nichts mit diesen Leuten gemeinsam. Oder nichts mehr.

Harry erinnerte sich an das Gesicht seines Onkels, als er weggegangen war. Da er nun wieder daran dachte, er hatte ihn nie so traurig gesehen, ihn, dessen Augen mit fast jeder Sekunde vor Freude zu funkeln schienen. Nur, wenn er von seiner Schwester Lily sprach, hatte Neil Evans diesen gleichen Ausdruck. Wieder spürte er Tränen in den Augen, als er sich daran erinnerte, dass er schon seit über einem Jahr von den Dursleys befreit worden war und dass jede Sekunde mit seiner neuen Familie unvergesslich gewesen war.

Harry schloss die Augen und dachte an das Haus der Evans, an sein Haus, mit seinen kleinen Türmen, dem Fenster seines Schlafzimmers und dem großen Glasfenster im Wohnzimmer. Die große Eichentür mit ihrer goldenen Klinke. Er stellte sie sich so gut vor, dass es Harry vorkam, als streckte er die Hand aus, um die Haustür aufzumachen. Er legte seine Finger langsam auf die Klinke, als wäre sie reell. Harry spürte sie dann unter seinen Fingern, als wäre sie tatsächlich da, und hörte, wie das Schloss leise klickte. Diese Vision sah so reell aus. Er hatte Lust nach Hause zurückzukehren. Harry öffnete die Augen wieder und merkte zu seiner großen Überraschung, dass er tatsächlich vor seiner Tür stand. Er war geräuschlos appariert und hatte es nicht einmal bemerkt. Harry lächelte ein wenig, als er vor sich die schöne, mit Schnitzereien verzierten Tür sah, und er nahm einen tiefen Zug eisiger Luft.

Er drehte die Klinke langsam, trat geräuschlos ein und schloss die Tür sanft hinter sich. Sein Puls beschleunigte sich, während er langsam zum Wohnzimmer ging. Er erblickte den oberen Teil vom Kopf seines Onkels Neil, hinter dem großen Sessel aus blauem Samt mit Sternenmotiven, dort, wo er sich gewöhnlich hinsetzte. Harry näherte sich leise. Er sah kurz die restlichen Gäste, die um den Tisch herum saßen und redeten. Ein Gespräch, das zu einem Geflüster wurde und wiederum erstarb, als auch sie Harry erblickten, der sich seinem Onkel näherte.

Harry ging langsam von links um den Sessel herum und blickte nicht von seinem Onkel weg, der sich zu ihm umdrehte und dessen blaue Augen sich weit öffneten, als würde er von einer göttlichen Erscheinung überrascht. Harry lächelte schüchtern, dann setzte er sich auf dem Boden, am Fuß des Sessels, und legte den Kopf gegen die Knie seines Onkels, ohne ein Wort zu sprechen.

Einen Moment lang blieben sie so, völlig still und ohne sich zu bewegen, bis Harry den Kopf wieder leicht zu seinem Onkel drehte.

„Verzeih mir", sagte er und flüsterte beinahe.

Neil Evans sah ihn an und auch er lächelte ihm schüchtern zu. Mit seiner Hand zerzauste er Harrys Haare liebevoll.

„Danke, Harry", sagte er.

Sie blieben noch eine Weile dort, während alle auf der anderen Seite des Raums ihre Geschenke auspackten. Onkel Neil, dessen Blick das Feuer im Kamin anstarrte, hatte eine Hand auf dem Kopf seines Neffen gelassen und kämmte ihn Locke für Locke langsam wieder.

„Der Duft von Mollys Schokoladenkuchen kitzelt mich gerade in der Nase", sagte Onkel Neil schließlich. „Es ist nur noch ein Stück übrig, wollen wir es zusammen teilen, bevor Tonks' Drillinge den Magen ihrer Mutter peinigen, um sie darum zu fordern?"

Harry sah wieder zu seinem Onkel hoch, lächelte breit und nickte, bevor sie sich zusammen bedienten.