Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Ohne Verliebtindich hättet ihr zwar eine genauso schöne, aber bestimmt keine so schön übersetzte Geschichte, also danke an sie. Und ohne euch hätte ich zwar eine schöne, vielleicht auch schön übersetzte Geschichte, aber keine Leser, die mir ihre Meinung dazu sagen würden, also, danke an euch.
Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.
Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt
Kapitel 32: Während einer kalten Winternacht:
Harry hatte die Zeit seit Weihnachten nicht vergehen sehen. Er verbrachte seine Tage damit, sein Motorrad in einem kleinen Schuppen zu bewundern, den ihm Onkel Neil magisch gebaut hatte. Er hielt eine Tasse heiße Schokolade in den Händen und saß außerdem ganz zusammengekauert auf der kleinen Werkbank , was an diesem eisigen Ort beides willkommene Wärmequellen waren. An diesem Silvesterabend hätte er zu Hause bleiben können, doch die mitleidigen Blicke, die er den ganzen Tag lang bekam, waren noch kälter als dieser strenge Winter. Es war sehr deutlich, dass alle wussten, wie das Treffen mit Sirius gelaufen war.
Ein starker Wind wehte in den Schuppen, während Luna die Holztür hinter sich schloss. Sie zitterte leicht und schüttelte die letzten Flocken weg aus ihrem Haar. Sie lächelte wortlos und kauerte sich neben Harry auf der Werkbank zusammen. Er konnte spüren, wie sie neben ihm vor Kälte zitterte, doch wie Harry starrte sie das Motorrad an.
Harry legte einen Arm um ihre Schultern, um sie zu wärmen, warf ihr einen kurzen Blick zu und schlug ihr vor, von seiner Schokolade zu trinken, was sie gerne tat. Sie blieben eine Weile so sitzen, bis Harry sprach, ohne sich dessen bewusst zu werden.
„Glaubst du, dass er mich verabscheut?", fragte er und starrte immer noch vor sich hin.
Sie blieb einen Moment lang still, dann gab sie ihm seine Tasse Schokolade zurück.
„Du kennst die Antwort, Harry, warum stellst du mir also die Frage?", fragte sie zurück.
Harry drehte sich zu ihr um und starrte ins Leere, doch sie schaute immer noch vor sich hin.
„Ich... ich..."
„Ich hätte gedacht", sagte sie, „dass du diese Leute satt hast, die dich bemitleiden, seitdem du klein bist, und jetzt willst du, dass ich dich bemitleide, Harry, und dass ich dich beruhige... Aber dich weswegen beruhigen? Du kennst die Antwort. Was dir missfällt, ist, dass du nicht das gehabt hast, was du wolltest."
Luna stand von der Werkbank auf und näherte sich dem Motorrad.
„Das, was ich dir gerade gesagt habe, missfällt dir, oder? Vielleicht bist du sogar wütend auf mich, weil man denken könnte, dass es meine Rolle wäre, dir in allen Fällen zu helfen und dir gegenüber mitleidig zu sein, aber tief in dir weißt du, dass ich die Wahrheit sage, Harry. Ich sage die Wahrheit, genau wie er es getan hat, und manchmal tut es weh. Aber im Endeffekt, Harry, ist all das zu deinem Wohl."
Harry seufzte tief und stand auch von der Werkbank auf.
„Aber weißt du", fuhr Luna fort. „Ich leide darunter, dich leiden zu lassen. Und ich bin sicher, dass Sirius genau so sehr darunter leidet wie du, wenn nicht sogar mehr."
Schon wieder wehte ein starker Wind in den Schuppen.
„Bei Merlin! Was für ein scheußliches Wetter! Hallo Sie beide!"
„Professor Irre?"
„Ich wollte bloß kurz hallo sagen, ich habe Draco hier abgesetzt. Basil wartet zu Hause auf mich."
„Draco abgesetzt?"
„Ich weiß, dass Sie sich nicht sehr gut mit ihm verstehen", sagte Professor Irre und näherte sich dem Motorrad. „Aber das muss ich tun. Jemand muss ihn überwachen, bis wir wieder in Hogwarts sind."
Sie legte die Hände auf den Lenker und spielte mit den Griffen.
„Er hätte es doch ein wenig behalten und mich spazieren fahren sollen", murmelte sie und verzog das Gesicht.
Professor Irre drehte sich plötzlich zu Luna um.
„Könnten Sie uns bitte alleine lassen?", fragte sie.
Luna warf Harry einen kurzen Blick zu, dann nickte sie und verließ den Schuppen wortlos. Aldysse Irre schien das Motorrad zu bewundern und blieb still. Harry war von ihrer Anwesenheit recht verärgert. Sie hatte Luna ohne ein weiteres Wort weggehen lassen.
„Was ärgert Sie? Dass ich schweige, oder bloß, dass ich da bin? Oder vielleicht beides?"
Mit einem glänzenden Blick, der von einem ihr nicht eigentümlichen breiten Lächeln begleitet war, schaute sie zu Harry. Sie seufzte, doch sie lächelte weiter.
„Draco wird bestimmt etwas Zweifelhaftes machen", sagte sie immer noch lächelnd. „In letzter Zeit ist er zu glücklich und... ich muss gestehen, dass... es ihm überhaupt nicht ähnelt! Weder ich noch Cirkus haben es geschafft herauszufinden, warum. Es scheint, dass er ein hervorragender Okklumentiker geworden ist. Als er erfahren hat, dass er Neujahr hier verbringen musste, hat er nicht so reagiert wie er hätte reagieren sollen. Ich würde ihn zurzeit überhaupt nicht unterschätzen. Überwache ihn bitte."
„Warum sollte ich es tun?"
Sie blickte zur Decke, als suchte sie nach einer Antwort, dann drehte sie sich zu ihm um.
„Das ist eine gute Frage. Aber nach dem, was mir Sirius gesagt hat, denke ich, dass du es tun wirst, auch wenn du mir keinen Gefallen schuldig bist! Und ehrlich gesagt, ich vertraue dir ziemlich."
„Jetzt nennen Sie ihn Sirius?"
Aldysse Irre näherte sich der Tür und schaute auf ihre Fingernägel.
„Es ist sein Vorname, oder? Und soweit ich weiß, weißt du, dass er lebt und dass er kein fliehender Mörder ist, eine Aussage, die bis jetzt noch nie vom Ministerium entkräftet wurde. Was, denkst du, würde passieren, wenn seine Identität mitten im Schuljahr enthüllt würde? Darüber hinaus würde jemand, der aus der anderen Welt zurückkommt, für das gegnerische Lager eher suspekt erscheinen."
„Und warum hat man mir nicht Bescheid gesagt?"
„Um das zu vermeiden, was zu Weihnachten geschehen ist. Reicht dir diese Antwort?"
Irre ging auf die Tür zu und wappnete sich dafür, unter dem Schnee zu stehen.
„Überwache Draco. Er wird versuchen zu fliehen. Das würde ich wetten."
Sie ging schnell hinaus und ließ einen letzten heftigen Windstoß in den Schuppen wehen.
Wenn es Harry nicht besonders gefiel, die restlichen Weihnachtsferien mit Draco zu verbringen, schien sich Mark im Gegenteil darüber zu freuen, sein Zimmer mit dem Jugendlichen zu teilen, der seit seiner Ankunft hier stumm blieb, egal wie sehr ihn Harrys Cousin herausfordern mochte. Er blieb Stunden lang im Zimmer verschlossen, ging nur zum Essen nach unten, hob nie den Blick und ließ nie eine Emotion erscheinen, nicht einmal, als ihm Mark Kürbispüree ins Gesicht geworfen hatte.
„Es ist nicht einmal lustig", murrte Mark, der auf Harrys Bett saß. „Wenn er bloß nur den Anschein geben würde, dass es ihn ärgert. Ich habe sogar versucht, nett zu ihm zu sein und mit ihm zu reden."
„Jetzt willst du dich mit ihm anfreunden?", erstaunte sich Hermine.
„Ehrlich gesagt, ich empfinde Mitleid mit ihn", antwortete er und verzog das Gesicht. „Er, der letztes Jahr so beliebt war, wird nun von den Slytherins wie der letzte Dreck behandelt. Und selbst wenn er letztes Jahr kein Engel mit mir war, ist es trotzdem dank ihm, dass ich so gut in Slytherin aufgenommen werden konnte."
Ron und Harry wechselten einen verständnislosen Blick.
„Du bist wirklich zu nett", bemerkte Ron plötzlich. „Ein bisschen wie meine Schwester in letzter Zeit."
„Was ist mit Ginny los?", fragte Hermine.
„Sie verbringt ihre Zeit mit Neville, um ihm für seine UTZ-Prüfungen zu helfen."
Hermine prustete los und wich Rons Blick aus.
„Warum lachst du?", fragte er.
„Weil du echt naiv bist. Oder völlig blind."
Auch Harry fing an zu lachen.
„Was?", rief Ron aus.
„Die Mandelanatomie steht nicht auf dem Programm der UTZ-Prüfungen", sagte Harry und brach in lautes Gelächter aus.
Ron griff nach dem erstbesten Kopfkissen und schlug Harry gewaltig damit. Darauf folgte eine Kopfkissenschlacht, die Hermine lachend bezeugte.
„STOPP!", rief Mark nach einiger Zeit aus. „Ich gebe mich besiegt!"
„Du hast recht, erbärmlicher Slytherin!", meinte Ron spöttisch. „Und es wäre sowieso Zeit, dass wir heim gehen, oder, Hermine?"
„Ja, denn ihr geht das Risiko ein, den morgigen Unterrichtstag mit einer Überraschungsprüfung in Verwandlungen zu beginnen."
„Oh nein, bitte! Tu uns nicht so was schon zum Schuljahreswiederbeginn an! Wir haben das Glück, dass wir nicht den Zug nehmen müssen, während die anderen schon in der Schule sind. Du sollst doch verstehen, dass wir keine Zeit haben werden, wie alle im Zug den Stoff zu wiederholen!"
„Ron, deine Erklärungen geben mir noch mehr Lust darauf, dich zu peinigen."
„Bitte! Könnte ich etwas tun, um diese Prüfung nicht zu haben?"
Hermine biss sich auf die Unterlippe.
„Ähm... tut mir leid, aber das, was diese Prüfung vermeiden könnte, gehört nicht zur Schüler-Lehrer-Beziehung. Ich würde das Risiko eingehen, verwiesen zu werden. Bis morgen!"
„Warte, ich..."
Doch Hermine war schon disappariert und Ron, der versucht hatte, sie daran zu hindern, fiel vom Bett, auf dem er saß.
„Aargghhh", ächzte er. „Sie macht das mit Absicht, sie ärgert mich!"
„Sie hat sich verändert", bemerkte Mark. „Sie ist jeden Tag hier gewesen und ich habe sie nicht ein einziges Mal ein Buch lesen sehen oder eine Stelle aus irgendeinem Wälzer zitieren hören."
Harry drehte sich überrascht zu seinem Cousin um.
„Na, da du es sagst, muss ich sehen, dass es stimmt. Weißt du, was mit ihr los ist, Ron?"
Ron setzte sich im Schneidersitz hin und sah nachdenklich aus.
„Ja, das habe ich auch bemerkt. Sie ist nicht mehr die gleiche, seit sie Lehrerin ist. Sie scheint entspannter zu sein und... tja... sie lacht viel lieber über unsere Dummheiten, obwohl sie uns vorher ständig eine Lektion erteilte. Ich muss gestehen, dass ich es nicht vermisse. Was mich ärgert, ist, dass sie unerreichbar wird. Tja, ich meine, für eine freundschaftliche Beziehung... und auch für eine andere."
„Natürlich", sagte Harry. „Aber wenn wir unsere Prüfungen bestanden haben, wird es kein Problem mehr sein."
„Das Problem, Harry, ist dass wir nicht wissen, ob wir diese Prüfungen bestehen werden. Man kann nie wissen, was geschehen wird. Man ist nie geschützt, wenn man mit Harry Potter befreundet ist."
Eine lange Stille trat ein und keiner sah keinen an.
„Ich gehe", sagte Ron schließlich. „Morgen haben wir ja eine Prüfung! Bis morgen!"
Und Ron disapparierte auch.
„Gut, es bleibt mir nichts anderes übrig als auch ins Bett zu gehen. Mum und Dad werden bestimmt bald von den Longbottoms zurück sein. Und Draco langweilt sich bestimmt ohne mich. Bis morgen, Cousin!"
„Tschüss, Mark!"
Mark schloss die Tür hinter sich und Harry legte sich auf sein Bett. Er hörte nur noch die Motorgeräusche der Autos draußen. Er schloss die Augen und versuchte, seine Sorgen zu vergessen. Die Straße war heute Abend besonders laut und ein Motorrad knatterte.
„HARRY! HARRY! DRACO HAUT AB! DAS MOTORRAD!"
Mark betrat plötzlich Harrys Zimmer und der Gryffindor sprang von seinem Bett herunter. Als er zum Fenster lief, sah er wie Draco auf Sirius' Motorrad abflog. Er machte das Fenster auf.
„MALFOY, KOMM ZURÜCK!"
Doch Malfoy beschleunigte plötzlich.
„ACCIO FEUERBLITZ!"
Harry griff nach seinem Besen und flog Malfoy hinterher.
