Hallo an alle! Und hier kommt das nächste Kapitel von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Zwei weitere Leute verdienen meinen Dank: Verliebtindich für ihre Korrekturen, und du, Leser, der diese paar Zeile vielleicht liest, oder vielleicht nicht, weil es dich nicht interessiert, aber die Geschichte trotzdem liest!
Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.
Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt
Kapitel 35: Die dritte Welt:
Innerhalb von zwei Stunden war die Schule so still geworden wie ein Friedhof mitten in der Nacht. Alle, die geblieben waren, standen versammelt in der Eingangshalle.
„Sind alle weg?"
„Es ist keiner mehr da. Weder in Hogwarts noch in Hogsmeade", antwortete Professor Irre. „Wir müssen nur noch auf Ihre Eltern warten, Mr Longbottom. Aber Professor McGonagall..."
„Ja?", fragte der Jugendliche.
„Ich bleibe", sagte Minerva McGonagall, die gerade durch die große Tür ging. „Ich werde diese Schule nicht verlassen. Sie ist mein ganzes Leben. Keiner ist mehr da, der sie beschützen kann."
Sie fuhr mit der Hand über das geschnitzte Holz der Tür und ihre Augen glänzten, als würde sie sich an frühere Ereignisse erinnern.
„Hätte ich es gewusst...", fügte sie hinzu.
„Dann wären Sie wahrscheinlich nicht mehr da", sagte Neville schließlich. „Nicht, dass ich Sie unterschätzen würde..."
„Nein, natürlich..."
„Wir sind alle reingelegt geworden", sagte Sirius und schaute ins Leere. „Wir hatten nicht einmal die Zeit, uns von ihm zu verabschieden."
Alle blieben lange still und senkten traurig den Kopf.
„Es ist ein immenser Verlust, doch wir müssen an etwas anderes denken", meinte Neville. „Vielleicht wäre es vorsichtiger, wenn nur wir fünf bleiben, um ihn zu besiegen. Luna, Mark und die anderen... ihr solltet nicht bleiben. Es könnte sein, dass das Tor zwischen den beiden Welten zerbrochen wird und dass die Geister entkommen und..."
„Auf keinen Fall!", rief Luna aus. „Wir lassen euch nicht hier alleine mit ihnen!"
„Da stimme ich völlig zu."
Lupin betrat die Eingangshalle und seine Schritte hallten von den Wänden wider. In den Händen hielt er die silberne Maske seines Doppelgängers Barbârum.
„Verdammt, Remus!", rief Sirius aus. „Auch du müsstest weg! Du wirst bald eine Familie bekommen und Tonks braucht dich."
„Und sie liebt mich genug um zu wissen, dass ich es brauche, meinen besten Freund ein letztes Mal zu sehen, bevor er weggeht."
Sie umarmten sich und blieben eine kurze Weile so.
„Sag James und Lily liebe Grüße von mir", murmelte Lupin.
„Das tue ich."
„Und darüber hinaus", sagte Lupin und löste die Umarmung, „hätte mich Tonks in den Hintern getreten, wenn ich euch verlassen hätte. Eigentlich bin ich es, der sie davon abhalten musste, nicht selbst zu kommen!"
Sirius näherte sich Harry und setzte sich neben ihn. Er legte einen Arm um seine Schulter und lächelte ihm zu.
„Alles wird gut gehen", sagte er langsam.
„NEVILLE! NEVILLE, MEIN SCHATZ!"
Mrs Longbottom betrat eilig die Schule, dicht von ihrem Mann gefolgt, und umarmte ihren Sohn.
„Oh, Neville! Hätten wir es gewusst! Du wärst die ganze Zeit bei uns geblieben! Wir hätten von jedem Tag profitiert!"
„Mum! Dad!"
„Du hättest uns Bescheid sagen sollen."
„Das konnte ich nicht. Aber ihr habt so lange gebraucht zu kommen!"
„Weil wir nicht alleine gekommen sind, mein Schatz!"
Die ganze Familie Weasley, die Evans', Dobby, Hagrid, die restlichen Mitglieder von Dumbledores Armee und vom Orden des Phönix sowie alle Auroren betraten die Eingangshalle.
„Sie sind alle gekommen, um dir Tschüss zu sagen, mein Engel", fuhr Mrs Longbottom fort.
„Aber vielleicht ist es gefährlich?", meinte Neville.
Arthur Weasley näherte sich ihm.
„Weißt du, Neville, es ist nicht dein Kampf. Auch nicht der des Menschen, des Geistes, des Todes oder der Hoffnung. Nein. Für uns alle ist es unser Kampf. Wir alle haben irgendwann gekämpft. Wir haben diese letzten Jahre gemeinsam erlebt und heute müssen wir alle hier gemeinsam stehen. Natürlich können wir jetzt nicht viel tun, aber das Mindeste, was wir tun können, ist uns gegenseitig bis zum Ende eine Stütze zu sein. Du wirst ein Held sein, Neville. Alle werden deinen Namen kennen, alle werden dich als unseren Retter anerkennen."
„Nein", sagte Neville und sah die Leute um sich herum an. „Auf keinen Fall. Alles, was ich gewollt hätte, wäre gewesen, ein normales Leben zu führen, zu heiraten, eine Familie zu haben und auf keinen Fall wie der zu leben, der die Welt gerettet hätte. Ich habe gesehen, wie es bei Harry gewesen ist."
Harry hob den Kopf zu Neville, der sich ihm näherte.
„Versprich es mir, Harry! Versprich mir, dass du deine Berühmtheit nie wieder erleiden wirst. Dass wir uns nie verstecken, dass wir nie fliehen müssen, wenn ich in dir sein werde. Ich weiß, dass es auch das ist, was du dir wünschst."
„Das verspreche ich dir", lächelte Harry.
Alle versammelten sich um die große Marmortreppe.
„Wir werden anfangen müssen", sagte Sirius. „Bist du bereit, Neville?"
„Ja."
„Wartet...", griff Aldysse ein. „Vielleicht... Ja, vielleicht..."
Aldysse ging ein paar Stufen hinauf, um über der Menge zu stehen.
„Es gibt zwei Welten. Die Welt der Geister und diese Welt. Aber in diesen beiden Welten gibt es Leute, die alles, was wir haben, und alle, die wir lieben, zerstören wollen. Eine dieser Welten wurde von nur vier Zauberern erschaffen. Wenn wir alle gemeinsam arbeiten würden, könnten alle bösen Geister in einer dritten Welt gesammelt werden. Eine Welt, aus der keiner entkommen könnte. Ein Gefängnis, aus dem keiner ausbrechen könnte. Und dort würden wir Voldemort und alle anderen einsperren. Unser Minister hat es gerade gesagt, es ist für uns alle unser Kampf! Professor McGonagall, glauben Sie, dass es möglich wäre?"
Minerva McGonagall überlegte einen Moment lang.
„Technisch gesehen ist es völlig machbar, Professor Irre", antwortete sie. „Wenn wir das gleiche Modell wie die vier Zauberer der Legende wählen. Wir müssen aber an die Zukunft denken. Wir bräuchten einen sehr mächtigen Zauberer, der der Wächter wäre und der Einzige, der mittels eines Zaubers eine Person in diese Welt schicken könnte. Und wir würden eine weitere Person brauchen, die..."
Professor McGonagall senkte den Kopf, als würde sie nach Atem ringen.
„Wir bräuchten einen anderen Schlüssel, der das Tor zur dritten Welt eventuell aufmachen könnte, wenn es nötig wäre. Aber der Schlüssel wird dafür einen Teil seines Selbsts verlieren müssen. Dieser Teil erlaubt es dem Tor solide zu werden. Je größer der Teil ist, desto mächtiger wird der Zauber sein. Und um ein Gefängnis zu erschaffen, braucht man eine große Selbstaufopferung."
„Ich bin bereit, dieser Schlüssel zu werden, wenn Potter der Wächter wird."
Draco Malfoy erschien im Spalt der großen Tür.
„Bevor irgendjemand protestiert", fügte Malfoy hinzu, „möchte ich sagen, dass ich glaube, ich allein hier möchte einen Teil von mir verlieren. Ich will alles vergessen, was ich bis jetzt erlebt habe. Ich will mein Gedächtnis verlieren."
Aldysse Irre bahnte sich einen Weg durch die Menge, um ihren jungen Cousin zu erreichen.
„Ich weiß, dass du ehrlich bist. Es ist schon eine Weile her, dass du an diesen Gedächtnisverlust denkst. Ich hatte es gespürt. Bist du dir sicher?"
„Mein Vater lässt mich nicht los. Ich sehe jeden Tag wieder seinen Tod. Und doch kann man nicht sagen, dass ich ein glückliches Familienleben gehabt habe. Ich habe bei den Evans' gewohnt und jetzt weiß ich, dass das, was ich erlebt habe, nichts mit einem normalen Familienleben zu tun hatte. Ich will alles wieder von vorne beginnen."
„Draco, du solltest noch überlegen."
„Das habe ich lange genug getan, Aldysse. Wenn es nicht ist, indem ich der Schlüssel werde, dann werde ich ein anderes Mittel finden."
„Der Schlüssel zu werden, heißt aber auch, andere Folgen auf dich zu nehmen", sagte Mark und näherte sich ihm. „Du oder einer deines Nachkommens könnte eines Tages daran sterben."
„Wenn die Welt, die wir erschaffen werden, sich eines Tages öffnen soll, wäre ich lieber tot, um das nicht zu sehen. Und mir wäre auch lieber, dass meine Nachkommen das auch nicht sehen."
Draco Malfoy näherte sich Harry.
„Einverstanden, Potter?"
„Warum ich?"
„Weil sich keiner traut, dich darum zu bitten, und weil du trotzdem weißt, dass du die einzige Person bist, die mächtig genug ist, dass sie zum einzigen Wächter einer gefährlichen Alternativwelt werden könnte. Wenn du die vier Symbole bekommen hast und Neville und du nur noch einer seid, wirst du der mächtigste Zauberer sein, der je gelebt hat. Lass uns doch realistisch sein."
Harry senkte die Augen und stand von der Stufe auf, auf der er saß.
„Wie könnt ihr sicher sein, dass wir es schaffen werden? Warum?"
„Die Magie der Hoffnung ist an ihrem Höhepunkt", sagte Neville, dessen Buch auf seinen Knien aufgeschlagen lag.
Neville stand auf und las vor.
Und wenn die Magie der Hoffnung an ihrem Höhepunkt sein wird, werden die Ängste verschwinden, die Leiden werden sich ins Nichts auslösen, und für alle, die sich nur Frieden und Harmonie wünschen, wird nur noch eine neue Zukunft zählen. Und trotz des Kampfes, des Blutes und der gegenwärtigen Pein, werden beide Welten wieder von der Hoffnung verbunden sein, dass Menschen und Geister eines Tages vielleicht wieder nur noch in einer einzigen Welt werden leben können.
Harry nickte und blickte ins Leere. Einen Moment lang blieben alle still.
„Mein Buch hat mir immer gesagt, dass ich keine Wahl habe. Aber eigentlich sind sich meine Vorfahren nie dessen bewusst gewesen, wie glücklich sie waren, immer so gute Freunde gehabt zu haben. Keiner hat ein rosiges, perfektes Leben. Und ich werde das Glück haben, euch alle zu sehen, egal, was passiert. Ich werde keinen verlieren, ich werde meine Eltern in der einen, meine Freunde in der anderen Welt sehen können, wann auch immer ich es will, und nicht alle haben diese Chance. Also ja, ich werde es tun, Malfoy."
Malfoy warf ihm ein schiefes Lächeln zu.
„Wer hätte je gedacht, dass wir eines Tages über etwas einig wären?", sagte er und drehte sich um. „Übrigens, ich muss dir das zurückgeben."
Malfoy reichte Harry eine Karte, die der Gryffindor entfaltete und genau musterte, ohne irgendeine Emotion erscheinen zu lassen. Dann gab er die Karte seinem Paten, der plötzlich aufstand und dabei laut fluchte und die Karte zu Boden warf.
„Er ist heute morgen angekommen", fügte Malfoy hinzu.
Harry holte die Karte vom Boden und legte sie auf seine Knie.
„Unheil angerichtet!"
„Malfoy!", rief Hermine.
Draco drehte sich zu Hermine um, die auf ihn zuging. Aus ihrer Tasche zückte sie einen Zauberstab und reichte ihn ihm.
„Ich glaube, du musst ihn mir nicht länger geben", sagte sie. „Du wirst ihn brauchen."
Draco Malfoy griff sanft nach seinem Zauberstab und sah Hermine dabei an.
„Danke, Granger", sagte er und verzog das Gesicht. „... Professor Granger."
Auch Hermine verzog das Gesicht.
„Malfoy, zwinge dich bitte nicht... Ich will dich nicht kränken, aber das ist ein bisschen... wie soll ich sagen... nicht seltsam, aber... eigentlich fällt mir kein passendes Wort ein..."
„Nicht einmal ich habe es je geschafft, sie nach Worten ringen zu lassen", sagte Ron plötzlich.
Alle lachten.
„Wir müssen uns beeilen", sagte Aldysse Irre mit dem Blick ins Leere. „Das Tor, das uns von der anderen Welt trennt... Ich spüre, wie es schwächer wird... Die bösen Geister versuchen es aufzubrechen."
„Was werden wir tun?", fragte Sirius. „Um diese Welt zu schaffen, oder dieses Gefängnis?"
„Wir müssen einfach fragen", sagte Neville und blätterte in seinem Buch. „Wir müssen zuerst einen Übergangsort zwischen den beiden Welten finden. Einen geheimen und sicheren Ort, der das Tor darstellen wird."
„Es gibt einen solchen Ort", sagte Harry. „Einen Ort, den nur ein Parselmund betreten kann."
„Die Kammer des Schreckens", murmelte Ginny.
Alle gingen still wie bei einem Trauerzug zum zukünftigen Tor zwischen den beiden Welten. Vor dem Eingang zur Kammer des Schreckens sprach Harry die Parselmundformel und ließ denselben riesigen, runden, feuchten Saal erscheinen, in dem er den Basilisk besiegt hatte. Aus den Augenwinkeln beobachtete Harry Ginny, die heftig zitterte, jedoch entschlossen schien weiter zu machen und nervös an Nevilles Arm hing.
Sie versammelten sich in der Mitte des Saals.
„Bei der Erschaffung einer Welt muss schon einer drinnen sein", las Neville vor. „Die vier Symbole und ich können also nicht mitmachen, denn wir werden die Person finden und besiegen müssen, die als Erste diese Welt betreten wird: Voldemort."
Harry und die anderen gingen abseits zu Neville.
„Ihr müsst einen Kreis bilden, aber statt euch an der Hand zu halten, müsst ihr den Zauberstab eures Nachbarn nehmen und eurem eigenen Nachbarn euren Zauberstab reichen."
Wie bei einem millimetergenau inszenierten Ballett bewegten sich alle und trafen den Blick ihrer Nachbarn.
„Malfoy", fuhr Neville fort, „du musst diesen Kreis im Moment verlassen, du wirst ihn erst schließen, wenn Voldemort drin ist. In diesem Augenblick wirst du dreimal nacheinander mit deutlicher Stimme sagen, was du zur Erschaffung dieser Welt schenkst. Während dieser ganzen Zeit darf der Kontakt mit den Zauberstäben nicht unterbrochen werden. Dann müssen alle einstimmig diesen Satz sprechen: „Eine neue Welt, ein neues Leben", bis Harry fertig ist."
Neville drehte sich dann zu Harry um, immer noch in sein Buch vertieft.
„Nachdem wir Voldemort besiegt haben, musst du so schnell wie möglich zurückkehren und dreimal nacheinander eine Formel deiner Wahl sprechen, um den Zauber zu vervollständigen. Eine Formel, die schwierig genug ist zu finden. Ich denke, du könntest sie in Parsel sprechen."
Harry nickte.
„Und dann müssen wir sehr schnell zur Welt der Geister gehen und du wirst uns töten müssen, damit wir diese neue Welt schützen können."
Harry seufzte.
„Allen, die am Kreis teilgenommen haben, wird eine Narbe gegeben werden, die uns erlauben wird, uns im Laufe der Jahrhunderte wieder zu erkennen. Sie wird unser Bündnis darstellen."
„Wie werden wir es schaffen, Voldemort in die Mitte des Kreises zu bringen?", fragte Harry.
„Wegen der Zwillingszauberstäbe kannst du Voldemort nicht töten. Aber es mag sein, dass die Prophezeiung mich betrifft, Harry, denn meine Eltern haben Voldemort dreimal die Stirn geboten und ich wurde geboren, als der siebte Monat starb... und ich denke, er hat mich als sich ebenbürtig gekennzeichnet, indem er geglaubt hat, dass du das Kind der Prophezeiung warst. Voldemort ist während seiner Kindheit immer einsam und unterschätzt gewesen. Als er glaubte, dass du es warst, hat er mich selbst beiseite gesetzt und unterschätzt! So bin ich ihm ebenbürtig geworden. Und wenn ich es bin, denke ich, dass ich bereit bin."
Neville lächelte, schlug sein Buch zu und legte es auf dem Boden. Er drehte sich zu den vier Symbolen um.
„Gehen wir", sagte er und seufzte tief. „Unser Plan ist ausgearbeitet. Lassen Sie uns gehen und Voldemort besiegen."
Harry nickte. Langsam zog er zwei Zauberstäbe aus seiner Tasche und betrachtete sie mit einem melancholischen Lächeln.
„Sind das die Zauberstäbe deiner Eltern?", fragte Hermine. „Die, die dir dein Onkel gegeben hat?"
„Ja", antwortete er lächelnd. „Ich habe sie vor ein paar Stunden geholt. Ich will sie mit mir nehmen. Das bin ich ihnen ja schuldig."
Hermine lächelte und legte die Hand auf seine Schulter.
