Hallo an alle! Und hier kommt die nächste Folge von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Nur noch vier Kapitel sind übrig, und noch weniger Worte brauche ich, um zu schreiben, was ich euch und meiner Betaleserin Verliebtindich zu sagen habe: Danke!

Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.

Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt

Kapitel 37: Für ein anderes Leben:

„HARRY! FANG!"

Harry erblickte einen Besen, der an seiner Seite fiel, griff gedankenlos nach ihm und bestieg ihn kaum ein paar Meter, ehe er den Boden erreichte. Er flog zum Fenster hinauf und sah unter sich die Leiche von Dumbledore. Er war dem Tod nur knapp entkommen. Harry stieg auf das Fenstersims und musterte Neville.

Atemlos ließ er den Besen zu Boden fallen und versuchte, wieder richtig zu atmen.

„Alles in Ordnung?", fragte Neville und legte eine Hand auf seine Schulter.

„Ja. Ein bisschen betäubt. Danke."

Harry atmete tief aus.

„Aber... wie... Wir sollten ihn doch..."

„In die dritte Welt schicken?", sagte Neville. „Ja, ich weiß. Aber ich habe eine Vorahnung gehabt."

„Auch ich habe es gespürt", meinte Professor Trelawney.

„Meine Macht verstärkt sich, seit ich enthüllt worden bin", fuhr Neville fort. „Ich habe gesehen, was geschehen würde, und habe daher meinen Besen geholt, bevor ich gekommen bin. Wie geht es Professor Irre?"

„Mir geht es gut", sagte sie schwach und stand mit Sirius' Hilfe wieder auf. „Er ist bei ihnen. Wir haben nicht mehr lange, bevor das Tor aufgebrochen wird. Eine Stunde, vielleicht maximal anderthalb Stunden."

„Die dritte Welt ist nicht erschaffen worden!", meinte Harry. „Was werden wir tun, da Voldemort jetzt tot ist?"

„Wir werden Recht sprechen", sagte Sirius. „Alles in Ordnung, Aldysse? Kannst du alleine gehen?"

„Ja...", sagte sie mit immer noch schwacher Stimme und setzte sich auf ein Bett. „Ich glaube, dass mir die Enthüllung geholfen hat, meine Krisen zu beherrschen."

„Gut. Da wir Voldemort nicht mehr benutzen können, werden wir seinen Diener benutzen. Ich habe Pettigrew versteinert und in Hermines Büro gelegt. Lasst uns ihn in die Kammer des Schreckens bringen."

„Und Dumbledore?", fragte Harry plötzlich und beugte sich aus dem Fenster. „Wir können ihn nicht so lassen! Er war schon lange nicht mehr er, aber..."

„Ich werde seine Leiche in sein Büro hoch tragen", meinte Professor Irre und stand mit Schwierigkeiten auf. „Ich fühle mich schon viel besser."

„Ich begleite Sie", sagte Professor Trelawney.

„Ich will..."

„Nein, Harry!", rief Neville mit glänzenden Augen aus. „Wir haben keine Zeit mehr. Sirius wird Pettigrew holen und wir müssen direkt zur Kammer hinunter. Professor Irre und Professor Trelawney werden uns dort wieder treffen."

Neville zog Harry am Arm, um ihn zu zwingen, ihm zu folgen. Sie liefen die Treppen herunter und schließlich erreichten sie die Kammer des Schreckens, wo die Leute, die die neue Welt erschaffen würden, standen und sie mit Fragen beschossen.

„Harry? Dein Gesicht!", rief Tante Selene aus. „Was ist passiert?"

„Voldemort ist tot", antwortete Harry.

Überraschte Schreie erklangen.

„Wir werden die neue Welt mithilfe von Pettigrew erschaffen", fuhr Harry fort. „Aber wir haben nur sehr wenig Zeit."

„Und die anderen?", fragte Lupin.

„Es geht ihnen gut. Madam Pomfrey wurde in den Schlafsaal von Ravenclaw hinüber gebracht und..."

Harry senkte die Augen und schluckte, um den Kloß in seinem Hals los zu werden.

„... Professor Irre und Professor Trelawney haben Dumbledores Leiche zu seinem Büro gebracht."

Eine bestürzte und tiefe Stille erklang.

OoOoOoOoO

„GEH WEITER, VERFLUCHTE RATTE!"

„Oh Sirius! Was wird mit mir geschehen?"

„Du wirst für deine Verbrechen büßen."

Peter Pettigrew verlangsamte seine Schritte, als er die Kammer und die vielen Leute erblickte, die dort standen.

„Ihr werdet mich töten?"

„Das wäre ein zu sanftes Urteil", meinte Sirius. „Geh in die Mitte des Kreises!"

Aldysse Irre und Sybill Trelawney betraten nun auch die Kammer und holten die Gruppe ein.

„Er hat sein wohlwollendes Gesicht wieder gefunden", sagte Professor Irre ein wenig nostalgisch. „Seien Sie beruhigt. Lassen Sie uns jetzt anfangen. Wenn das Tor aufgebrochen wird, bevor der Schlüssel eins mit der Hoffnung ist, wird es zu spät sein."

„Malfoy!", rief Neville.

Draco schloss den Kreis, indem er nach Ginnys Zauberstab griff und seinen eigenen Cho Chang reichte.

„Zur Erschaffung einer neuen Welt, verschenke ich all meine Erinnerungen und mein ganzes Gedächtnis seit dem Tag meiner Geburt bis zum heutigen Tag", sprach Draco laut und deutlich drei Male nacheinander.

„Was ist los? Was macht ihr?", ließ Pettigrew verängstigt vernehmen. „Tut mir nicht weh!"

Dann rezitierte der Kreis immer wieder die Formel, die ihnen Neville beigebracht hatte:

„Eine neue Welt, ein neues Leben. Eine neue Welt..."

„Harry, du bist dran!", meinte Neville.

Harry atmete tief ein, zielte mit seinem Zauberstab auf die Mitte des Kreises und sprach in Parsel:

„In Erinnerung an Albus Dumbledore und für alle Opfer von Voldemort."

Ein Sturm bildete sich im inneren Teil des Kreises, doch seine Glieder rezitierten trotz des mächtigen Winds weiter die Worte.

„WIDERSTEHT!", brüllte Neville. „HALTET NICHT INNE!"

Ein mächtiger Lichtstrahl schoss in die Höhe aus der Mitte des Kreises und alle Leute wurden von einem blendenden Blau beleuchtet. Alle rezitierten weiter die Beschwörungsformel. Als der ganze Kreis mit blauem Licht gefüllt war, wurden alle Teilnehmer gegen die Wände der Kammer geschleudert und nach einem letzten Schrei von Peter Pettigrew verschwand er und das Licht mit ihm.

Nachdem sie eine Zeit lang gebraucht hatten, um wieder zu Sinnen zu kommen, standen alle nacheinander auf und versammelten sich wieder in die Mitte des Raums, um sich zu erkundigen, wie es den anderen ging.

„Es scheint, dass es allen gut geht", sagte Arthur Weasley. „Es hat offensichtlich funktioniert."

„Malfoy ist immer noch bewusstlos", sagte Ginny, die neben ihm saß. „Aber er atmet ohne Probleme."

„Schauen Sie auf Ihre Arme!", meinte Luna.

Alle krempelten die Ärmel hoch und fanden darauf eine rötliche, noch heiße Narbe, als wäre sie gerade in ihre Haut gebrandmarkt worden: Einen perfekt runden Kreis.

„Malfoy hat diese Narbe nicht", meinte Ginny, die immer noch bei ihm saß. „Aber er hat eine andere im Nacken, eine sternförmige Narbe."

„Wir haben nur noch weniger als dreißig Minuten", meinte Aldysse Irre, die offenbar atemlos war. „Wenn sie es schaffen, bevor wir fertig sind, könnte ich sterben und alles wird umsonst gewesen sein. Ich muss das Tor wieder kontrollieren, bevor sie es zerstören."

Professor Trelawney ging auf Neville zu und ihre Brille ließ ihre Augen übergroß erscheinen.

„Ich bin es, die anfangen muss, ist das richtig?"

Neville nickte. Sie drehte sich lächelnd zu Harry um. Der Junge schloss die Augen und spürte einen tiefen brennenden Schmerz in seinem Magen. Hände legten sich auf seine Schultern.

„Komm schon", murmelte ihm Sirius zu. „Du weißt, dass wir uns wiedersehen werden."

„Ich werde es nicht schaffen", sagte Harry und seine Augen füllten sich mit Tränen.

„Es ist nicht der Tod, den Sie uns schenken, Harry", sagte Professor Trelawney, die ihn zum ersten Mal beim Vornamen nannte. „Sondern ein neues Leben."

Harry senkte die Augen und sagte nichts. Und blieb lange stumm.

„Du musst es tun, Harry", sagte Neville langsam. „Es ist kein Ende. Erinnere dich daran."

Harry schüttelte den Kopf, dann sah er zu Trelawney hoch, die ihm immer noch zulächelte. Er umklammerte seinen Zauberstab fest und wollte damit auf Trelawney zielen, doch Neville griff nach seiner Hand.

„Nicht so", murmelte er. „Du musst deine Hand auf ihre Narbe legen und „Mensch" sagen, und ihre Seele wird ihren Körper auf der Stelle verlassen."

Sybill Trelawney ging langsam zu Harry und drehte sich zur Menge um.

„Es war eine Freude, hier zu lehren", sagte sie langsam. „Und es war mir eine Freude, dich kennen zu lernen, Harry."

„Danke, Professor", sagte Harry, über dessen Gesicht eine Träne rollte.

Sie lächelte ihm ein letztes Mal zu, dann zeigte sie ihm ihren Rücken. Langsam legte Harry die Hand auf Sybill Trelawneys Rücken und hielt die Tränen zurück.

Auf Wiedersehen, Harry."

Auf Wiedersehen, Professor Trelawney."

Harry schloss einen Augenblick lang die Augen, machte den Mund auf und sog Luft ein.

„Mensch."

Und er hielt Sybill Trelawneys Leib zurück, die zusammengestürzt war.

Schniefen und die ersten Schluchzer erklangen im Raum. Arthur Weasley und David Lovegood nahmen den leblosen Körper und legten ihn auf ein mit Samt bedecktes Bett, das sie gezaubert hatten. Harrys Rücken brannte schmerzhaft.

„Du besitzt Trelawneys Mal", sagte Neville. „Wenn wir eins sein werden, werden alle Male verschwinden."

Aldysse Irre versuchte, sich Harry zu nähern, doch Sirius Black hielt sie an der Hand zurück. Sie drehte sich zu ihm um und lächelte.

Ich liebe dich. Ich hätte dich..."

Es ist zu spät, um irgendwas zu bereuen! Bis gleich, Sirius."

Sie küsste ihn sanft und murmelte ihm ein letztes Wort ins Ohr. Sie musste ihre Hand aus der von Sirius lösen und ging mit einem ruhigen Schritt zu Harry. Sie sah einen Augenblick lang hinter sich, senkte den Kopf, schloss die Augen und stellte sich vor Harry.

„Du bist ohne Zweifel der beste Auror, den ich je ausgebildet habe, Harry", sagte sie.

„Danke, Professor."

„Aldysse", sagte sie lächelnd.

Harry lächelte zurück.

„Aldysse."

Sirius stellte sich hinter sie, legte die Hände um ihre Taille und roch ein letztes Mal nach ihrem Haar.

Auf Wiedersehen, Mrs Black."

Bis gleich, Mr Black."

Harry sah überrascht zum Paar hinauf. Sirius küsste Aldysse auf die Stirn.

Besuche uns oft, wenn all das vorbei ist."

Harry nickte. Aldysse griff dann nach seiner Hand und legte sie auf ihre Wange. Die rötliche Narbe war immer noch warm. Harry zögerte einen Augenblick lang, dann sah er das beruhigende Lächeln seines Paten.

Bis bald. Meine liebe Patin."

Aldysse Irre lächelte breit und legte ihre Hand auf Harrys, die ihre Wange berührte. Der Junge schloss die Augen und atmete tief ein. Seine Tränen flossen über seine Wangen.

„Tod."

Und diesmal stürzte Aldysse Irres Körper leblos zusammen, von Sirius in seinen Armen gehalten. Sie lächelte immer noch, aber ihre Narbe war verschwunden. Harry spürte erneut einen Schmerz, diesmal auf seiner Wange. Er legte seine zitternde Hand darauf und konnte mit dem Finger den Umriss seiner neuen Narbe zeichnen.

Sirius ließ ein neues, mit schöner smaragdgrüner Seide bedecktes Bett erscheinen und legte den Körper der Verstorbenen sanft darauf. Er machte eine letzte Haarlocke zurecht, die er auf ihre Schulter legte, und streichelte ihr Gesicht mit den Fingern. Lupin näherte sich langsam von hinten und berührte seine Schulter, damit er sich von der Leiche entfernte.

„Sirius!"

Sirius Black drehte sich zu Neil Evans um, der zu ihm gerufen hatte. Langsam reichte Neil ihm seine Hand zum Gruß. Sirius schüttelte sie.

„Sie sind eine gute Person", sagte Onkel Neil. „Ich hätte Sie lieber besser gekannt. Danke für das, was Sie für uns getan haben."

Sirius lächelte schief.

„Sie haben aus ihm eine gute Person gemacht. James und Lily hätten sich nichts Besseres gewünscht."

Er drehte sich zu Harry um und ging auf ihn zu, von Lupin und Onkel Neil begleitet. Als er ihn erreicht hatte, legte er seine Hand auf Harrys Kopf, um ihm die Haare zu zerzausen.

„Ich hätte lieber mehr Zeit mit dir in diesem Leben verbracht. Verzeih mir all die harten Worte, die ich dir dieses Jahr gesagt habe... ich kann dir sagen, dass ich sie bereut und jeden Tag deswegen gegrübelt habe. Ich wollte nur das, was für dich gut war. Mein Aufenthalt hinter diesem Spiegel hat mich reifen lassen und es wurde Zeit, glaube ich", fügte er mit einem kleinen Lachen und einem unterdrückten Schluchzer hinzu. „Ich weiß, dass wir uns in ein paar Minuten wiedersehen werden, aber ich wollte dir sagen, dass... auch wenn... ich dir nicht das Leben geschenkt habe und... egal was die Leute sagen und egal wie sehr ich James respektiere... Für mich wirst du immer der Sohn sein, den ich nie gehabt habe."

Harry konnte seine Tränen nicht länger zurückhalten, die nun ununterbrochen flossen, und er legte den Kopf auf die Schulter seines Paten, der ihn umarmte.

„Ich werde es nicht schaffen", murmelte er.

„Aber du wirst es tun. Du musst es tun. Wir müssen kämpfen und wir werden es gemeinsam tun."

„Es ist zu schwierig."

„Nein, Harry, ganz im Gegenteil!", rief Sirius aus. „Jetzt ist mein Leben dort. Ich werde deine Eltern und Aldysse wiedersehen. Wir werden uns im Endeffekt alle dort wiedersehen. Es ist nicht der Tod, den du mir schenkst, sondern mein neues Leben. Wenn Aldysse und Trelawney ihr Schicksal akzeptiert haben, ist es ja, weil sie wussten, dass es das beste war, was ihnen passieren konnte, und dass sie irgendwie weiter leben würden."

Sirius griff nach Harrys Hand und zeigte ihm seine Narbe.

„Siehst du dieses Dreieck? Es ist das Zeichen, dass es ein anderes Leben gibt. Also zögere nicht!"

Er legte Harrys Hand auf seine Narbe und starrte ihn an.

Ich habe Glück", sagte Harry telepathisch. „Ich habe drei Väter: Meinen wahren Vater, Onkel Neil und dich."

Sie wechselten einen langen Blick und Sirius zerzauste ihm wieder den Kopf. Plötzlich schmerzte ihm die Narbe, die Harry von Aldysse bekommen hatte, und er verzog das Gesicht.

„Es ist ein Signal", griff Neville ein. „Es tut mir Leid, Harry, aber..."

„Ja. Ich weiß."

Sirius ließ Harrys Hand fester auf seiner dreieckigen Narbe liegen.

Bis gleich, Harry."

Bis gleich, Dad."

Mit tränenfeuchten Augen atmete Harry tief ein.

„Geist", murmelte er mit Schwierigkeiten.

Und er brach in Tränen aus, während Neil Evans und Lupin den leblosen Körper von Sirius Black stützten.