Hallo an alle! Und hier kommt die nächste Folge von Gabrielle Lavandes Geschichte Harry Potter et la Clé de l'autre monde. Nur noch drei Kapitel sind übrig, und genau so vielen Menschen möchte ich für ihre Unterstützung vor, während und nach dieser Übersetzung danken: Gabrielle, Verliebtindich und dir, LeserIn.
Disclaimer: Wie immer, nichts gehört zu mir, beinahe alles gehört zu JK Rowling und der Warner Bros und weder ich noch Gabrielle verdienen Geld mit dieser Geschichte.
Harry Potter und der Schlüssel zur anderen Welt
Kapitel 38: Hinter dem Tor:
Alle versammelten sich um Harry, der zu Boden gestürzt war. Selene und Luna griffen jede nach einem Arm und ließen ihn langsam wieder aufstehen. Sirius Blacks lebloser Körper wurde neben den von Aldysse gelegt.
„Komm schon, Harry. Steh wieder auf. Bitte", murmelte ihm Luna zu und konnte sich nicht davon abhalten zu weinen.
„Ich habe es satt. Ich will, dass es aufhört."
„Nein", sagte Neville autoritär. „Du musst weiter machen und du wirst es tun."
„Ich kann es nicht! ICH KANN ES NICHT!"
„Verstehst du es nicht? Du kannst nicht mehr aufhören", fuhr Neville immer noch so barsch fort. „Es ist so, als ob sie eine Reise angefangen hätten. Du hast sie nicht verloren. Der Leib hat seine Grenzen, die Seelen nicht, Harry. Aber die Geister finden keine Ruhe, dort, wo sie sind. Und wenn es Voldemort und seine Todesser schaffen, in unsere Welt zu kommen, werden sie unzerstörbar sein und es wird noch schlimmer sein als alles, was man sich vorstellen kann. Du besitzt die Kraft von vier Zauberern und Jahrtausende von großen Zauberern und Hexen vor dir haben diese Macht noch vervielfacht. Du kannst Zauber wirken, die wir alle gemeinsam keine Chance hätten zu schaffen. Du musst eine Lösung finden, um die bösen Geister in der neuen Welt einzusperren, und es gibt Tausende von ihnen. Du bist der Einzige, der die Formel, um sie einzusperren, kennt, und du bist der Einzige, der sie wirken kann, da sie in Parsel ist. Du musst in diese Welt hinein und der einzige Weg, um sie lebendig zu betreten, ist, den Schlüssel zu töten. Und du wirst mich töten, Harry."
Harry stand langsam auf und schwankte auf seinen Beinen.
„Hör zu", sagte Neville. „Ich weiß, dass du es satt hast, dass dir alles und alle Leute die schwierigsten Aufgaben überlassen. Aber schau dich um. Sie sind alle bei dir, Harry, und egal, was passieren wird, du wirst sie alle wiedersehen."
„Warum?", fragte Harry plötzlich. „Warum sorgst du dich um mich? Ja, ich habe verstanden, dass ich egoistisch gewesen bin und dass wir eines Tages alle in der Welt der Geister zusammen sein werden. Aber du? Du... du wirst verschwinden."
„Es ist anders. Ich bin der Schlüssel. Es ist mein Zweck", sagte Neville einfach.
„Nein, Neville!", rief Ginny aus und wischte ihre Tränen weg. „Du bist nicht nur geboren worden, um der Schlüssel zu sein. Du hast uns allen etwas gebracht. Begrenze dich nicht auf deine aktuelle Rolle, Neville. Du bist viel mehr. Du hast dich nie beklagt. Und auch wenn ich heulen möchte, weil ich es ungerecht finde, dass du uns verlässt, finde ich, dass ich doch richtig egoistisch bin, denn in der ganzen Geschichte bist du der Einzige, der alles verlieren wird. Und auch wenn wir alle darunter leiden werden, weiß ich, dass du tausendmal mehr leidest als wir. Also sag es uns, dass du leidest, Neville. Nicht für mich, auch nicht für die anderen. Ich weiß, dass dieser Autoritarismus nur vorgetäuscht ist. Sei dieses eine Mal in deinem Leben egoistisch, Neville. Das bist du dir selbst schuldig."
Neville drehte sich um, um Ginny nicht mehr zu sehen.
„Ginny, mach dir keine Sorgen. Du..."
„VERDAMMT, NEVILLE, DU HAST NICHTS VERSTANDEN!"
„DOCH, ICH HABE ES VERSTANDEN, GINNY! ABER ES IST NICHT DER RICHTIGE ZEITPUNKT!"
Neville ergriff Harrys Arm.
„Gehen wir zum Raum der Wünsche, Harry", sagte er. „Ihr solltet hier bleiben. Die Öffnung des Tors könnte gefährlich sein."
Nevilles Vater ging mit eiligen Schritten auf seinen Sohn zu und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige, was alle überraschte.
„Es kommt überhaupt nicht in Frage, dass ich meinen Sohn allein sterben lasse. Du hast immer allein gelebt und allein gelitten. Selbst wenn sich die Hölle unter meinen Füßen öffnen würde, es kommt überhaupt nicht in Frage, dass deine Mutter oder ich dich das tun lassen. Ist es deutlich für dich?"
Neville warf seinem Vater einen gespielt herausfordernden Blick zu, doch die Emotion gewann bald. Sein Vater umarmte ihn, während sich seine Mutter näherte.
„Nicht doch, nicht doch", sagte Alice Longbottom weinend. „Wir werden dich nie allein lassen. Wir haben dich so sehr vermisst, Neville. Du hast so oft an unseren Betten gesessen. Ich weiß, dass du durch Harry hier sein wirst. Nie wirst du völlig verschwinden, auch wenn wir dich physisch nicht mehr sehen werden. Lass uns dich begleiten."
„Wir kommen alle mit", fügte Arthur Weasley hinzu.
Still gingen sie die Gänge von Hogwarts entlang, bis sie den Gang erreichten, in dem sich der Raum der Wünsche befand. Plötzlich wurde Harry ein paar Meter vor dem Raum von einer Vorahnung gepackt, die ihn auf der Stelle innehalten ließ: Schwarze Schatten verließen den Raum der Wünsche und zerstreuten sich schnell durch die Gänge von Hogwarts, gerade nachdem er das Tor aufgemacht hatte.
„Was ist los?", fragte Onkel Neil.
„Wir können das Tor nicht aufmachen", antwortete Harry. „Ich habe sie sich gerade zerstreuen sehen. Die Geister übernahmen die Kontrolle über alles. Wir müssten einen Schutz bilden, damit sie nicht durch können."
„Wie ein Schild?"
„Nein", sagte Neville. „Wenn das Tor mit einem Schild blockiert wird, könnte keine Seele mehr hinaus und wir könnten die bösen Seelen nicht in die dritte Welt schicken. Wir können uns auch nicht erlauben, sie hierher kommen zu lassen und diese Welt ungeschützt zu lassen. Ein einziger Ausbruch könnte eine Katastrophe sein. Aber es gibt eine andere Lösung: Eine Falle. Wir müssten so handeln, dass die Seelen, die durch das Tor kommen möchten, um die Welt der Menschen zu erreichen, in die dritte Welt geschickt würden. Du könntest es arrangieren, damit alle Geister, die durch das Tor kommen, automatisch gefangen und zur dritten Welt weitergeleitet werden. So ein Zauber wäre aber beinahe irreversibel und unzerstörbar. Die bösen Geister könnten das Tor entzaubern, wenn sie sich darum bemühen, aber sie würden Jahre brauchen. Aber es wird das Problem in der Welt der Geister nicht lösen. Die Menschen und die Geister könnten nicht mehr zusammen leben, außer nach langer Zeit, wenn der Zauber nachgeben wird. Nach sehr langer Zeit. Du allein, Harry, könntest wie du willst zwischen den Welten der Geister und der Menschen hin und zurückgehen."
Harry spürte einen mächtigeren Schmerz auf seiner Wange.
„Wir haben sowieso keine Zeit, an etwas anders zu denken", meinte Harry. „Es scheint unruhig zu werden."
„Dann bin ich dran", sagte Neville. „Sonst wird das Tor nicht erscheinen."
Neville ging zu seinen Eltern, um sich in einer tränenreichen Umarmung von ihnen zu verabschieden. Hermine umarmte ihn, unterdrückte ihre Tränen und murmelte ihm „Auf Wiedersehen" zu. Dann erreichte er Ginny, die den Kopf nicht heben wollte.
„Sei nicht sauer auf mich", murmelte er.
„Es ist nicht deswegen, Neville", schnüffelte sie. „Was werde ich machen?"
Neville griff nach ihrer Hand und suchte ihren Blick.
„Du hast so viel zu erleben, Ginny", sagte ihr Neville langsam. „Es wird immer jemand bei dir sein und auch er wird dich brauchen."
Ginny blickte auf und Neville lächelte ihr zu. Dann sah er an ihr vorbei und richtete seinen Blick auf Malfoy, der sich umsah und anscheinend nicht wusste, wo er war.
Neville drehte sich zu Harry um, der am ganzen Leib zitterte.
„Jetzt sind wir dran, Harry. Du brauchst bloß die Hand auf mein Herz zu legen und „Schlüssel" zu sagen. Der einzige Unterschied ist, dass mein Leib verschwinden wird und all deine Narben auch."
Harry atmete tief ein. All seine Narben prickelten leicht und seltsamerweise beruhigte es ihn, als wüsste er, dass dann alles ruhiger werden würde. Dieses Gefühl störte ihn. Neville näherte sich ihm langsam.
„Es ist völlig normal, Harry. Es ist ja nicht wirklich ein Ende, wir werden zusammen leben."
Neville drehte sich ein letztes Mal um und verabschiedete sich mit einem Handgruß von den anderen. Er griff nach Harrys Hand und legte sie sanft auf sein Herz. Als die Hand auf ihm lag, strahlte ein helles, sanftes und warmes Licht aus der Kontaktstelle. Harry traf Nevilles Blick und schaute dann zu seiner Hand mit der noch neuen Narbe von Sirius, die auf jenem lag, den er würde verschwinden lassen.
„Schlüssel."
Das goldene Licht bestrahlte den ganzen Gang. Intensiv, sanft und warm wie eine sanfte Frühlingsbrise. Es dauerte mehrere Sekunden, während deren sich Harry anders fühlte, als würde in seinem Kopf alles durcheinander gehen. Seine Narben brannten schmerzhaft, dann verschwand der Schmerz plötzlich. Das Licht löschte sich langsam aus und verschwand allmählich.
Nichts hatte sich geändert. Alle waren da, am selben Ort. Außer Neville, der verschwunden war. Die Hand, die Harry vorher auf Neville gelegt hatte, zitterte leicht, die Narbe war nicht mehr darauf. Er legte sie dann auf seine Stirn und suchte die Narbe, die er seit seiner frühen Kindheit hatte. Doch vergeblich. Sie war verschwunden.
Er fühlte sich anders. Er wusste, was er tun und wohin er gehen musste. Ein Teil von ihm war besorgt, der andere Teil beruhigte ihn. Es war nicht nur Neville. Sein Blick richtete sich auf Nevilles Eltern und er spürte, wie sich sein Herz traurig verkrampfte. Alice Longbottom weinte in den Armen ihres Mannes. Geistesabwesend ging er lächelnd auf sie zu.
„Mir geht es gut", sagte er und legte seine Hand auf Mrs Longbottoms Arm. „Mach dir keine Sorgen. Aber ich muss mit Harry weggehen."
Sie hörte auf zu weinen und sah Harry an, indem sie ihre Tränen wegwischte.
„Neville."
„Ja", antwortete er. „Wir sind beide da. Ich werde langsam verschwinden, mit der Zeit wird Harrys Persönlichkeit seine Stelle wieder völlig einnehmen. Das wird Jahre lang dauern. Aber ich werde all meine Erinnerungen behalten. Mach dir keine Sorgen. Diesmal muss ich allein hin."
Harry fühlte sich leicht schwindelig. Das war, als ob er einen Augenblick lang die Kontrolle über seinen Körper verloren hatte. Er ging zur Tür des Raums der Wünsche und drehte sich ein letztes Mal mit einem Handgruß um.
Die Tür des Raums der Wünsche war anders. Größer und älter, und sie bebte gewaltig, als versuchten Leute, sie von innen aufzubrechen. Die bösen Geister hinter dem Tor versuchten offensichtlich, es zu zerstören und zu fliehen. Harry ergriff seinen Zauberstab, zeichnete damit einen großen Kreis und sprach eine lange Formel auf Parsel:
„Dass dieses Tor, wenn von bösen Geistern oder Menschen durchquert, zu ihrem Durchgang in die dritte Welt wird. Dass ich und meine Nachfahren die Einzigen sein werden, die dieses Tor sooft durchqueren können wie wir es wollen, um von der Welt der Menschen in die Welt der Geister und von der Welt der Geister in die Welt der Menschen zu kommen. Ist dieser Zauber versiegelt, wird ihn keiner mehr je ändern können."
Das Tor funkelte und ein silberner Kreis erschien sofort darauf. Bald glänzte es nicht mehr, bebte jedoch immer noch unter den von innen gegeben Schlägen. Harry zielte mit seinem Zauberstab auf die Klinke und machte es weit auf. Eine Schattenwolke flog mit schrecklichen Schreien hinaus und verschwand in einem blendenden Licht, nachdem sie das Tor durchquert hatte. Als die Schatten verschwunden waren und es endlich ruhig war, ging Harry durch das Tor und machte es hinter sich zu. Er befand sich im Gang eines alten dunklen Schlosses, das ihm bekannt vorkam.
„Harry?"
Eine Silhouette erschien ein bisschen weiter entfernt. Aldysse Irre näherte sich langsam, doch ihr Körper sah gespenstisch aus.
„Sie..."
„Du hast Zeit gebraucht", fuhr sie fort. „Ich fing an, die Hoffnung zu verlieren."
„Wie kommt es, dass ich Sie sehe? Sie haben einen Körper, Sie..."
„Dein Körper sieht nur das, was er sehen will", antwortete sie. „Du hast keine physische Vorstellung eines Geistes. Also siehst du uns als Menschen."
„Und doch hatten die bösen Geister die Gestalt schwarzer Schatten."
„Die seltsam ähnlich wie Dementoren aussahen", sagte sie. „Irre ich mich?"
Harry schüttelte den Kopf.
„Das ist die Art und Weise, wie sich dein Körper böse Geister vorstellt."
„Aldysse?"
Eine junge Frau lief auf sie zu, stoppte jedoch plötzlich, als sie Harry erblickte.
„Harry!", rief sie aus und erstarrte.
Sie hatte lange rote lockige Haare und große grüne Augen. Sie war ziemlich schlank und groß und blieb unbeweglich, während sie Harry musterte. Sie trug eine Uniform, die genauso aussah wie die von Gryffindor, aber die Wappen zeigten einen goldenen Blitz auf rotem Hintergrund.
„Ella!", rief Professor Irre aus. „Was ist los?"
„Sirius hat mich darum gebeten, dir zu helfen und dich zurückzubringen", sagte sie und blickte nicht von Harry weg. „Wir müssen sie daran hindern, diese armen Leute zu foltern, während sie den Turm besteigen. Aber ich sehe, dass das Tor jetzt geschützt ist."
Sie näherte sich Harry langsam und lächelte. Sie schien zu zögern, ob sie sprechen sollte.
„Du siehst ihm so sehr ähnlich!"
Harry sah sie verständnislos an.
„Cedric hat es mir ständig wiederholt, aber es ist kaum zu fassen, wie sehr."
„Ella!", rief Professor Irre aus. „Wo müssen wir hin?"
„Ja! Folgt mir!", sagte sie.
Sie liefen den Gang und die verschiedenen Treppen entlang.
„Das ist Hogwarts!", murmelte Harry.
„Diese Welt wurde von den Leuten erschaffen, die gestorben sind. Es ist nicht selten, dass sie das, was sie in der Welt der Menschen gebaut haben, hier genau identisch wieder bauen", sagte Professor Irre und blickte sich um.
Sie hielten vor der Statue eines Zauberers, die Harry in Hogwarts nie gesehen hatte, inne. Ella schob sie vorsichtig beiseite und betrat einen Geheimgang zu einer schlecht beleuchteten Treppe.
Der Laufwind ließ Ellas rote Haare leicht um sie herumfliegen und wieder auf ihre Schulter fallen.
„Sie ähnelt Mum", dachte Harry.
Aldysse und Ella hielten plötzlich auf der Treppe inne. Ella drehte sich zu Harry um und schenkte ihm ein breites Lächeln.
„Was ist los?", fragte Harry.
„Das, was du über mich gesagt hast", antwortete Ella. „Ich freue mich darüber."
„Aber..."
„Wir sind in der Welt der Geister, Harry", sagte Aldysse Irre. „Alles, was du laut denkst, können die Geister hören."
„Ach", meinte Harry ein bisschen verlegen. „Ich wunderte mich bloß, wer du bist, und ich fand, dass du meiner Mutter ähnelst. Tja, so sehe ich dich jedenfalls."
Ella starrte Harry an. Ihre grüne Augen glänzten.
„Genauso sehr wie du Dad ähnelst", antwortete sie. „Sie werden sich freuen, dich zu sehen."
Sie zögerte einen Augenblick lang und schaute auf ihre Füße.
„Ich bin deine Schwester, Harry."
Harry schritt nach hinten und stolperte beinahe auf der Treppe.
„Gehen wir weiter", sagte sie. „Ich werde es dir auf dem Weg erklären."
Harry zögerte einen Augenblick lang, dann winkte ihm Aldysse zu gehorchen und sie liefen die Treppe weiter herunter.
„Mum war mit mir schwanger, als sie gestorben ist. Das wusste sie noch nicht. Ich bin mit ihr gestorben. Sie hat Zeit gebraucht, bis sie den Geist eines Babys bei sich gespürt hat. Als sie verstanden hat, dass ich da war, bin ich vor ihren Augen erschienen. Es war wie eine Geburt."
Harry sagte nichts und schaute weiter Ellas lange rote Haare an. Sie erreichten die geheimen Kerker des Schlosses und betraten einen großen vollen Raum. Harrys Name lief durch den ganzen Saal.
„Lily! Harry ist da!", sagte eine entfernte Stimme.
Lily und James Potter bahnten sich einen Weg durch die Menge und näherten sich mit eiligen Schritten.
„Harry!", rief Lily aus.
Sie blieb vor ihm stehen, lächelte ihm zu und legte ihre körperlose Hand auf Harrys Wange. Er spürte eine leichte Brise darauf. Sie war genauso wie auf dem Foto. Sie hatte sich nicht verändert, war nicht älter geworden. Sein Vater hatte an ihrer Seite innegehalten und sah Harry nostalgisch an.
„Du bist so sehr gewachsen", sagte er. „Ich habe den Eindruck, mich in deinem Alter wiederzusehen."
„Auch ich war von eurer Ähnlichkeit schockiert", meinte Ella. „Er hat mir gesagt, dass ich Mum ähnelte, noch bevor er wusste, dass ich seine Schwester bin."
„Wirklich?", antwortete Harrys Mutter. „Ich finde doch, dass Ella einen schlechteren Charakter hat als ich."
„Darüber möchte ich nicht wetten!", rief James aus. „Wie die Mutter, so die Tochter! Harry ist genauso wie ich."
„Vielleicht trotzdem ein bisschen weniger schelmisch."
Albus Dumbledore betrat den Kerker, dicht von Sirius gefolgt.
„Sehr erfreut, dich wiederzusehen, Harry."
„Ich auch, Professor."
„Und dieses Tor?", fragte Sirius.
„Ich habe es verzaubert, damit jede Seele, die durch es geht, in die dritte Welt gelangt."
„Wow!", rief er aus. „Beeindruckend. Ich werde mich lange nicht mehr diesem Tor nähern."
Cedric Diggory betrat auch den Kerker und sah geschwächt und atemlos aus.
„Cedric!", rief Ella aus und näherte sich ihm.
Harry spürte, wie sich sein Herz verkrampfte.
„Sie haben sich hauptsächlich im Astronomieturm und im südlichen Flügel des Schlosses versammelt. Ich denke, sie sind etwa 200 oder 250 in 30er Gruppen und sie suchen nach dem Tor. Manche Gruppen haben Geiseln und andere scheinen verschwunden zu sein, sie sind gerade dabei, nach ihnen zu suchen."
„Haben sie dich gefoltert? Was haben sie dir angetan?", fuhr Ella besorgt fort.
„Ich habe sie verschwinden lassen", sagte Harry ein wenig stolz und sah dabei seine Schwester an.
„Harry!", rief Cedric aus. „Du bist endlich angekommen. Ich bin froh, dich wiederzusehen."
„Mein Bruder ist gerade angekommen. Du solltest dich ein bisschen erholen."
„Aber das Tor ist schwach, wir müssen es schützen."
„Es ist nicht nötig, Cedric", sagte Sirius. „Harry hat das Tor verzaubert. Selbst, wenn sie es finden und aufmachen, werden sie sich in der dritten Welt befinden. Aber sie werden sich nicht lange täuschen lassen. Wenn sie entdecken werden, dass das Tor nicht mehr das gleiche Ziel hat, werden sie ahnen, dass Harry da ist, und sie werden alle Geister foltern, die sie auf ihrem Weg finden werden, um ihn wieder zu finden und ihn das Tor entzaubern lassen."
„Sie werden sowieso jeden Geist foltern, den sie auf ihrem Weg finden werden", sagte Dumbledore. „Der beste Weg wäre schnell zu handeln, während sie alle noch im Schloss sind. Das Problem ist, dass Harry der Einzige ist, der die Macht hat, sie in die dritte Welt zu schicken, nachdem sie herausgefunden haben, dass das Tor nutzlos geworden ist."
„Harry wird sie nie alle auf einmal oder einzeln besiegen können", fügte James hinzu. „Der einzige Weg wäre, sie gruppenweise zu zerstören und dafür müssen wir sie entweder zum Tor führen, aber Harry allein kann es aufmachen, oder zu Harry führen, der sie vertreiben wird."
„Wie können wir sicher sein, dass alle besiegt sind?", fragte Harry.
„Dank einem Wunder, das ich vollbracht habe", antwortete sein Vater. „Hast du sie gefunden, Cedric?"
Diggory gab Harrys Vater ein Stück Pergament.
„Ich habe es geschafft, eine Karte nach dem Modell der Karte des Rumtreibers zu erschaffen. Es fehlen jedoch Informationen wie die Namen der Leute, die man auf der Karte sieht. Remus ist für solche Karten begabter als ich. Das Einzige, was man sehen kann, ist der Unterschied zwischen den guten und den bösen Geistern, da die letzten mit einem roten Punkt versehen werden."
James entfaltete die Karte langsam und blickte darauf.
„Im Moment sind sie weit vom Tor entfernt. Aber eine der Gruppen ist auf einer Treppe, die zur richtigen Etage führt. Wir haben noch zwanzig gute Minuten, während sie alle Türen prüfen."
„Ist Salazar immer noch oben auf dem Astronomieturm?", fragte eine Stimme etwas weiter entfernt.
Ein alter Mann näherte sich langsam.
„Voldemort ist gerade eben bei ihm eingetroffen, Sir", antwortete Harrys Vater.
Der alte Mann seufzte.
„Er ist zwar sein Nachfahre, aber Salazar wird trotzdem mit ihm kurzen Prozess machen", sagte er. „Er ist ein Halbblüter und er wird ihn nicht als seinen wahren Erben anerkennen. Die Einzige, die eventuell gepasst hätte, wäre Miss Irre gewesen, die das Mal bekommen hat."
„Und er soll besser nicht auf mich zählen", antwortete sie.
„Das verstehe ich gut, Miss Irre", schloss er. „Lasst uns schnell die Gruppen bilden und die Schlacht vorbereiten."
Der Mann drehte sich zu Harry um und reichte ihm die Hand.
„Godric Gryffindor", stellte er sich vor.
