Maybe
it's a fairy tale,
but
I believe
in happily ever after.
Sharpay kam am Freitag mit einer großen Unsicherheit in die Schule. Sie hatte große Angst davor, dass Troy seinen Teamkameraden alles über sie erzählt hatte. Ein kleiner Teil von ihr glaubte, dass seine Teamkameraden ihm vielleicht auch gar nicht glauben würden.
Sie schaute sich um. Alle Augen waren wie immer auf sie gerichtet. Jedoch konnte sie keine Veränderung darin erkennen. Sie sahen wie immer aus.
Sie wussten es also nicht. Sharpay atmete erleichtert aus und rauschte die Halle entlang. Die Meute teilte sich wie immer vor ihr. Sie erreichte ihren Spind und öffnete ihn, um ihre Bücher herauszuholen, welche sie für Geschichte brauchte.
Oh nein. Nicht schon wieder Troy Bolton. Sie hatte ihre Sachen zusammen und ging nun zu ihrer ersten Stunde. Sie setzte sich auf ihren Platz, ignorierte jedoch Troy's Blick. Sie wusste, dass er sie anschaute. Kurz nachdem es geklingelt hatte, waren sie auf dem Weg zur Bibliothek.
Sharpay warf ihre Bücher auf den Tisch und setzte sich auf einen Stuhl. Sie ignorierte Troy immer noch, genauso wie sie es die letzten Tage getan hatte. Sie nahm sich ein Buch und öffnete es dort, wo sie aufgehört hatte. Nun fing sie an zu lesen, schaute aber ab und zu über den Rand ihres Buches. Troy schaute sie die ganze Zeit an und tat nichts.
Nachdem sich dieses Szenario zehn Minuten lang abspielte, hielt Sharpay es nicht mehr aus. „Bolton!", zischte sie, „Warum starrst du mich so an? Such dir jemand anderen, den du so anstarren kannst."
Troy zuckte mit den Augenbrauen, „Oh, du redest also mit mir?" Das war es, was er wollte.
„Ja", zischte Sharpay, „Aber nur, weil du endlich mal etwas machen sollst. Der Vortrag schreibt sich nicht von selbst. Könntest du vielleicht was aufschreiben?"
„Ich denke wir sollten über gestern reden", sagte er.
„Das glaube ich nicht. Lass diesen Gedanken in deinem Kopf", murmelte Sharpay und ihre Augen wanderten zurück zum Buch, las aber nicht weiter. Sie gab vor zu lesen und wartete darauf, dass Troy ihr etwas erwidern würde.
„Aber…", begann Troy, „Ich wusste gar nicht, dass du Basketball spielst."
„Shhhhh!", sagte Sharpay und schaute sich eiligst um, ob jemand sie gehört hatte, „Sprich nicht so laut darüber."
Troy lachte. Er liebte es sich mit ihr zu kabbeln. „Oh!", sagte er und begann seine Stimme zu heben, „Du willst also nicht, dass jemand weiß, dass du Bask-."
„Halt die Klappe!", unterbrach Sharpay ihn, genauso wie an dem Tag, als er ihren Song sang.
„Warum sollte ich?", fragte Troy, „Du redest nicht mir also, also warum sollte ich dich nicht belästigen?"
Sharpay knallte ihr Buch zu. Sie waren nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt. „Wie oft habe ich es dir jetzt schon gesagt Bolton?", zischte sie, „Ich möchte nicht dass du freundlich zu mir bist. Aber wenn du nicht endlich die Klappe hältst, dann mache ich dein Leben zur Hölle. Genauso das deiner Freundin und das von deinen Freunden. Verstanden?"
Troy schaute ihr in die Augen, „Du riechst gut."
Sharpay warf sich mit einem Ausdruck von Ekel auf dem Gesicht zurück, „Sei ruhig!"
„Kann ich dir nicht mal ein Kompliment machen?"
„Nein!", sagte Sharpay und schnalzte mit den Fingern, „Behalte deine Gedanken bei dir. Wer weiß, vielleicht wird ja Montez Eifersüchtig, wenn du mein Parfum magst?"
Troy schüttelte nur mit dem Kopf, „Musst du sie Montez nennen?"
„Ich nenne sie so wie ich will, Bolton.", antwortete Sharpay und öffnete ihr Buch um weiter zu lesen. Sie nahm sich ihren Stift und ihren Block und begann sich Notizen zu machen.
Sie kam nicht sehr weit, da Troy sie erneut unterbrach, „Warum magst du pink so gerne?"
Sie atmete verärgert aus als sie sagte, „Warum magst du Basketball? Gleiche dumme Frage."
„Warum magst DU Basketball?", fragte Troy nur um ihr auf die Nerven zu gehen.
„Müssen wir das erneut diskutieren?", meckerte sie.
Ja, bis du mir sagst, was du machst?", sagte Troy, „Bist du gut? Hast du Lust ein paar Körbe zu werfen?"
Sie rollte mit den Augen, „Lass mich doch endlich in Ruhe. Es ist nichts, womit du dein kleines Gehirn belasten musst."
Sie klangen wie ein Ehepaar, das seit 50 Jahren verheiratet ist, aber sie merkten es nicht. Troy liebte es Sharpay zu necken, auch weil sie immer wieder darauf einging. Und Sharpay dachte Troy ginge ihr auf die Nerven, bis sie nicht mehr zu ihm sagte, dass er aufhören solle.
„Aber ich wollte … Ich wusste nicht dass du spielst? Ich dachte du wärst nicht so richtig sportlich?"
„Da ist eine Menge an Dingen von denen du nichts weißt Bolton."
„Hör endlich auf mich Bolton zu nennen. Ich habe auch einen Namen!", sagte Troy.
„Ich weiß, aber ich nenne dich so wie ich will."
Genau in diesem Moment läutete die Glocke und Sharpay sammelte ihre Sachen zusammen. Als sie gerade dabei war zu gehen, hielt Troy sie auf.
„Wir sollten dieses Wochenende daran weiterarbeiten, meinst du nicht auch?", fragte er sie, „Du könntest zu mir nach Hause kommen.
Sharpay seufzte. Sie wusste dass sie sich treffen musste, „Na gut, welcher Tag?"
„Samstag?", schlug Troy vor.
„Ich glaube nicht, dass ich da Zeit habe. Ich habe ein Sp…", sie stoppte sich selber, „Ich habe ein Date zum Mittag."
Troy grinste. Er wusste dass sie „Spiel" sagen wollte, „OK, dann komm danach zu mir?"
Sie rollte mit den Augen, „Na gut, welche Zeit?"
„Wenn du mit deinem ´Date´ fertig bist. Ich bin den ganzen Tag daheim."
Sharpay nickte, „ In Ordnung, tschau-tschau!" Sie schaute ihn ein letztes Mal an und schlenderte dann aus der Bibliothek heraus. Troy schaute ihr nach. Wenn sie glaubte er würde aufgeben, dann hatte sie sich geirrt.
Auf jetzt, Jungs!" Coach Bolton klatschte in seine Hände, „Zwei und zwei zusammen und dann spielt ihr ein bisschen Eins gegen Eins!"
Troy und Chad gingen sofort zusammen und warfen sich den Ball hin und her.
Troy's Gedanken waren weit weg vom Training. Er dachte über Sharpay nach.
„Hey!", sagte Chad um zu ihm hindurch zu dringen, „Du schweifst ab!"
„Tut mir leid.", entschuldigte sich Troy und nahm den Ball.
„Worüber hast du denn nachgedacht?", fragte Chad und bekam den Ball zurück, „Gabby?"
„Ja ich habe über Gabby nachgedachte. Meine Freundin."
Chad schenkte ihm einen seltsamen Blick, „Okay, aber mach es nicht. Bleib mit deinen Gedanken beim Spiel.
Sharpay aß ihr Essen, während sie innerlich Ryan und Kelsi verfluchte. Sie saßen weiter am gleichen Tisch zur Mittagszeit. Es war ja auch immer schon so. Der Drama Club hatte den Tisch auf der Empore und keiner traute sich ihn zu besetzen, während sie es sich nicht trauten sich an einen Tisch unten in der Halle zu setzen. Sie hasste es, sich nach dem Streit mit Ryan an diesen Tisch zu setzen. Auch weil Ryan und Kelsi sich alle zehn Sekunden küssten und es war für sie wirklich ekelhaft ihrem Bruder dabei zuzusehen.
Auch wenn sie das Essen der Cafeteria hasste, nahm sie einen weiteren Bissen und kaute darauf herum.
Keine Chance! Sie konnte keine Sekunde länger an diesem Tisch verbringen. Sie schob ihr Essen in die Tischmitte und stand auf, danach schnappte sie sich ihre Tasche und verschwand die Treppen hinunter. Sie interessierte es auch nicht ob jemand bemerkte, dass sie weg war. Sie wusste sowieso schon die Antwort. Sie würden es nicht bemerken, da sie ja einander hatten.
Sie raste durch die Schule, bis sie die Aula erreicht hatte. Dort öffnete sie die Tür und rauschte hinein, dabei erschreckte sie die Schüler die dort drin saßen.
„Raus mit euch!", sagte sie und warf ihre Tasche auf die Bühne, „Alle raus! Sofort!" Alle verließen, nachdem sie ihre Sachen zusammengepackt hatten, fluchtartig die Aula.
Nachdem die Tür verschlossen war, konnte sie nur noch allen Frust aus sich herausschreien. Sie hasste ihr Leben!
Troy's Blick folgte Sharpay, als sie sich ihren Weg durch die Cafeteria bahnte und hinaus. Er wunderte sich, wo sie hin wollte.
„Ich", er schaute Zeke an, „Ich muss mal aufs Klo. Seh dich in der nächsten Stunde." Bevor Zeke irgendetwas erwidern konnte, war Troy schon aus der Cafeteria verschwunden. Er hatte eine Idee wo sie hinwollte, doch sicher war er sich nicht. Er folgte ihr in sicherem Abstand und sah sie in die Aula verschwinden. Kurz danach kamen ein paar Schüler heraus. Er konnte es sich nur so erklären, dass sie sie hinausgeworfen hatte. Er wusste, dass sie alleine sein wollte, aber er konnte nicht anders. Er öffnete die Tür und fand eine sehr wütende Sharpay vor, welche am Schreien war.
Als die Tür mit einem Krachen ins Schloss fiel, drehte sie sich um, „Hab ich euch nicht gesagt ihr sollt verschwinden?", schrie sie. Erst jetzt realisierte sie, dass es Troy war, der dort stand, „Was machst du denn hier? Verfolgst du mich schon wieder? Bist du ein Stalker?"
„Nein, habe ich nicht", sagte er und hob ebenfalls seine Stimme. Er wusste, dass er nur so jetzt mit ihr reden konnte, „Ich sah dich aus der Cafeteria verschwinden und wollte nachschauen ob bei dir alles in Ordnung ist."
„Also bist du mir gefolgt", schlussfolgerte sie, „also doch ein Stalker!"
„Nein ich bin nie nicht hinter dir hergeschlichen", schrie Troy. „Nie nicht?", schrie Sharpay, „Lern erst mal Deutsch bevor du weiter mit mir redest!"
„Es tut mir leid dass ich meine Wörter nicht so perfekt auswähle, wie du deine!", schrie er zurück.
„Das habe ich nie gesagt!" „Ich weiß", meinte Troy, „ich wollte dich nur ein wenig ärgern. Ist doch viel besser als gar nicht mit dir zu reden."
„Nun, deine Beleidigungen würden mehr bringen, wenn sie genauer auf mich zutreffen würden!", schrie sie und stürmte auf ihn zu.
„Bitte was? Beleidigungen? Das sollten keine Beleidigungen sein, sondern eher Komplimente."
Sie brach ihre Bewegung ab, „Ach wirklich? Ich dachte es wäre eine Beleidigung!"
Er lächelte sie an. Nun hatte er etwas Komisches geschafft. Sie hatte aufgehört zu schreien. „Es war wirklich keine, Sharpay", sagte er und nahm ihre Hand, „du glaubst, dass sich keiner um dich sorgen würde, aber das ist nicht wahr. Ich mache mir Sorgen."
Sie zog ihre Hände aus den seinen und ging ein paar Schritte zurück, „Das ist kompletter Schwachsinn und das weißt du auch, Troy."
„Nein ist es nicht. Ich mache mir wirklich Sorgen um dich und du verheimlichst etwas. Ich würde gerne wissen was es ist, weil ich glaube, dass du nicht so gemein bist wie du immer tust."
„Woher willst du das wissen?", fragte sie, „Du kennst mich doch gar nicht."
„Nein, dass tue ich auch nicht, aber nur weil du niemanden an dich heran lässt."
„Dafür habe ich meine Gründe", sagte sie, schnappte sich ihre Tasche und wollte in Richtung Tür gehen. Doch Troy bekam sie am Arm zu fassen, „Hör mir doch zu Sharpay".
„NEIN!", sagte sie bestimmt, „Ich habe dir nichts zu sagen. Ich weiß auch nicht warum du versucht freundlich zu mir zu sein. Gewinnst du vielleicht 50€ wenn du mit der Eiskönigin redest? Ich würde dir das Doppelte geben wenn du mich endlich in Ruhe lassen würdest."
„Es gibt keine Wette!", sagte Troy und versuchte sie zu beruhigen. Er streichelte ihre Hand mit seinem Daumen. „Ich möchte dich wirklich nur kennen lernen."
Sie schaute ihn mit einem Blick an, der ihm sagte, dass sie überlegte in wie weit sie ihn in ihr Leben einweihen sollte. „Nein…", flüsterte sie schließlich.
„Ich werde der ganzen Schule dein Geheimnis erzählen, wenn du nicht mit mir redest", sagte Troy.
Er wusste, dass er sie erpresste, aber sie musste ihn einfach verstehen. Er wollte sie einfach besser kennen. Glaubte sie ihm nicht wie viele Sorgen er sich machte? Sie waren seit dem Kindergarten beste Freunde gewesen. Sie hatten Spaß gehabt und mit ihren Müttern Basketball gespielt.
Sie stoppte in der Bewegung und schaute ihn an. Sie hatte Tränen in den Augen. „Also gut", flüsterte sie, „Ich werde mit dir reden. Aber wenn sich dies alles zu einem großen Scherz herausstellen sollte, dann werde ich dich töten Troy Bolton, haben wir uns verstanden?"
„Du musst mich aber auch Troy nennen", ließ er sie wissen und kreuzte seine Arme.
„Okay, TROY…", spottete sie, „Ich werde am Sonntag zu dir nach Hause kommen. Da können wir dann gemeinsam an unserem Projekt arbeiten und auch REDEN, so wie du es unbedingt willst."
„Das ist alles was ich von dir will." Er lächelte.
Troy bemerkte, dass sie sich ein bisschen verändert hatte. Und so wie sie sich jetzt verhielt, hatte er also doch Recht. Es gab eine komplett andere Seite, die Sharpay hatte, welche die Schule nicht kannte.
Sie lehnte sich ein Stück vor und küsste seine Backe.
