9. Nicht zu ändern
Zusätzliche Pairings: Eobard/Barry, Caitlin/Ronnie, Erw. von Iris/Eddie, Westallen und Thallen
Zusätzliche Warnings: Eobard ist ein Bastard
Die Welt lag ihm zu Füßen. Seine Existenz war gesichert, das Monster, das ihn jagte, war eingesperrt, er lebte unter seinem eigenen Namen und nicht mehr unter dem von Harrison Wells, seine Leistungen wurden als seine Leistungen anerkannt, er hatte einen gutaussehenden Omega-Liebhaber, Einfluss, Freunde, Ressourcen, und Macht. Eigentlich sollte er zufrieden sein. Nur, dass er nicht zufrieden war. Manche Dinge ließen sich selbst mit dem Speer des Schicksals nicht ändern, wie es schien.
Eobard versuchte sein Möglichstes um seine Wut unter Kontrolle zu halten und seine Stimme nicht zu heben, als er fragte: „Was meint ihr mit „Barry ist weg"?!"
Cisco wechselte einen nervösen Blick mit Caitlin, die wiederum zu Ronnie blickte. „Nun, er scheint … verschwunden zu sein", erklärte Cisco dann langsam und schluckte hart.
„Ich verstehe." Er konnte selbst die Kälte in seinen Tonfall hören. Wenn er einer der anderen wäre, dann hätte er in diesem Moment Angst vor sich selbst. Bleib ruhig, erinnerte er sich selbst, Niemandem ist geholfen, wenn du deswegen deine Kontenance verlierst.
„Nun, da niemand so einfach verschwinden kann, sollte es doch ein Leichtes sein ihn wiederzufinden, nicht wahr? Genau für solche Fälle haben wir ihn doch gechipt, oder etwa nicht?", meinte er also scheinbar leichthin.
Cisco schluckte erneut. „Das dachten wir auch, aber wir konnten ihn nicht aufspüren. Er scheint sich den Chip … entfernt zu haben", gab er zu.
Eobard atmete tief durch. „Ihr wollt mir also sagen, dass er tatsächlich verschwunden ist. Spurlos. Dass er aus StarLabs hinaus gewandert ist, seine sieben Sachen gepackt hat, seinen Job hingeschmissen hat, und auf nimmer wiedersehen in der Unterwelt von Central City verschwunden ist?", fasste er das, was sie ihm mitgeteilt hatte, zusammen, „Und dass ihr das alles zugelassen habt?"
Seine drei Protegés wechselten nervöse Blicke. „Ich verstehe", murmelte Eobard und schlug Cisco dann unvermittelt ins Gesicht. Nicht einmal mit voller Stärke, aber es reichte aus, um den Omega ins Schwanken geraten zu lassen. Caitlin zuckte zurück, und Eobard baute sich wütend vor ihr auf.
„Ja, ich sollte auch dich schlagen, denn immerhin warst du es doch, die ihm damals dabei geholfen die Wahrheit zu entdecken, nicht wahr? Wir wären überhaupt nicht in dieser Situation, wenn er niemals erfahren hätte, dass der Teilchenbeschleuniger explodiert ist!", fuhr Eobard sie an, „Aber, du musstest ihm ja auch unbedingt von der dunklen Materie in seinen Zellen erzählen! Und deswegen hat er damit begonnen uns zu misstrauen! Hat von den Experimenten erfahren und von unserer Verbindung zu Darhk und Merlyn! Und deswegen ist er jetzt abgehauen!"
Ronnie schob sich tapfer vor Caitlin. „Lassen Sie sie in Ruhe, Dr. Thawne!", forderte er.
„Ach, du, halt den Mund. Wenn ich meinen Wecker repariert haben will, dann rufe ich dich. Deine Meinung interessiert mich nicht. Keine von euren Meinungen! Wieso gebe ich mich eigentlich mit euch ab? Stein ist dreimal so nützlich wie ihr alle zusammengenommen. Selbst mein Bett-Omega ist dreimal so schlau wie ihr!", knurrte Eobard wütend, „Wenn ihr wisst, was gut für euch ist, dann findet ihr Barry wieder und bringt ihn zurück hierher. Wir haben keine dreieinhalb Jahre Daten gesammelt um nun nichts damit anfangen zu können!"
Er verpasste Ronnie einen verärgerten Schubs, der dazu führte, dass der Beta-Mann in Caitlin stolperte und diese zu Fall brachte. Cisco sprang neben sie um ihr wieder aufzuhelfen, und alle drei starrten Eobard mit verängstigen Augen an. Der schnaubte nur verächtlich und stampfte wütend davon. Wenn er länger hier bleib, dann würde er sich vielleicht noch zu etwas hinreißen lassen, das er bereuen würde.
Tatsache war diese schöne neue Welt lief nicht so, wie er es sich erhofft hatte. Er hatte StarLabs und sein Team, aber womit er nicht gerechnet hatte, war die Tatsache gewesen, dass sie, egal wie sehr er ihre Leben umschrieb, immer noch sie selbst sein würden. Eigentlich hätte er damit rechnen müssen, immerhin wollte er sie an seiner Seite, weil sie selbst waren, aber … Nun das alles war nun mal nicht so einfach.
Cisco, Caitlin, und Ronnie waren seine engsten Vertrauten. Aber sie standen eben auch so weit unter ihm. Immerhin waren sie nicht einmal Alphas. Caitlin und Ronnie waren Betas, und Cisco war sogar ein Omega. Das sagte doch schon alles über sie aus, nicht wahr? Sie waren ihm in jeder Hinsicht unterlegen, und das wussten sie auch, aber anstatt es ihm zu danken, dass er sie trotzdem förderte, enttäuschten sie ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Rathway war in dieser Realität gar nicht erst Teil seines Teams geworden. Eobard konnte sich nur zu gut an seinen Verrat in der alten Realität erinnern, nein Eobard hatte sich sein Team sehr genau ausgesucht. Er hatte die Besten der Besten gewollt, oder die Besten, die er kriegen konnte, ohne zu riskieren, dass sie zu gut wären. Immerhin wollte er ja nicht, dass sie ihm auf die Schliche kamen. Deswegen hatte er ja auch Jackson auf Stein angesetzt. Wenn der gute Professor von seinem Vorgesetzten ständig unter Druck gesetzt wurde, dann hatte er keine Zeit über das nachzudenken, was um ihn herum vor sich ging.
Barry hatte aber offensichtlich darüber nachgedacht und die Wahrheit erkannt und war daraufhin abgehaut.
Es ist, weil ich ihm das Speed Force-Monster als den Mörder seiner Mutter präsentiert habe, das war Overkill. Ich wollte ihn zufrieden stellen, aber stattdessen habe ich ihn dadurch erstrecht misstrauisch gemacht.
Dabei hatte er die Zeitlinie soweit umgeschrieben, wie es ihm möglich war um Barry an seiner Seite zu behalten. Er wusste, dass Barry an seiner Dr. Wells-Identität als Mentor gehangen hatte, und daher war ihm wieder ein Mentor gewesen und hatte ihn zugleich von seinem Ziehvater Joe West entfremdet und seinen biologischen Vater in der kritischsten Phase von Barrys Entwicklung im Gefängnis gelassen. Und ihn dann persönlich die Freiheit ermöglicht. Er hatte auch zugelassen, dass Iris West Eddie Thawne heiratete, obwohl ihn diese Bindung persönlich schmerzte (er wollte die West-Allen-Linie wirklich nicht in seiner Familie, nein danke), und Barry zugleich zu beschäftigt gehalten als dass er auch nur auf die Idee einer intimen Beziehung mit den beiden verfallen könnte.
Aber trotzdem war es dem Omega gelungen Dinge zu entdecken, die er nicht wissen sollte, und misstrauisch zu werden. Und zuletzt hatte ihn das dazu veranlasst auszureißen.
Mir gefällt das nicht. Wenn seine Partner erfahren würden, dass er den Flash verloren hatte, nun dann wären sie sehr unzufrieden, um es vorsichtig zu formulieren. Ich sollte den Speer einfach noch einmal benutzen um das alles zu richten.
Nur leider würde das nicht ohne Konsequenzen bleiben. Laut den Aufzeichnungen, die Malcolm beschafft hatte, waren diejenigen, die den Speer einmal zusammen benutzt hatten miteinander und mit dem Speer verbunden, was bedeutete, dass Damien, Malcolm, und sogar Snart und Rory bemerken würden, wenn er den Speer einsetzen würde. Deswegen hatte sie ja überhaupt erst übereingestimmt ihn gemeinsam zu benutzen – damit keiner den anderen betrügen konnte.
Natürlich war es nur eine Frage der Zeit bis die anderen zu ihm jammern kommen würden und verlangen würden, dass er den Speer erneut benutzen würde. Und dann wieder. Und wieder. Es würde immer so weiter gehen. Und ganz abgesehen davon, bald würde ihnen klar werden, dass sie mit dieser Fälschung von einer Welt, die sie erschaffen hatte, nicht glücklich waren, und früher oder später wurde einer von ihnen auf die Idee kommen die alte Zeitlinie wiederherzustellen, und das konnte Eobard nicht zulassen. Auf keinen Fall. Der einzige Grund, warum er existierte, was der Speer. Er hatte seine Zukunft zurück in die Existenz geschrieben und sich selbst mit den Speer doppelt abgesichert, indem er die Regeln der Realität so verändert hatte, dass er weiter existieren würde, egal, was mit der Gegenwart geschah. Aber all das war mit einem einfachen Wunsch wieder rückgängig zu machen. Und er machte sich keine Illusionen, die anderen wollten ihn mindestens so gerne loswerden wie er sie.
Aber er hatte bereits Pläne für den Speer. Es würde Zeit brauchen – vermutlich an die sechs Monate, aber dieses Problem würde er aus der Welt schaffen. Zuvor musste er sich aber um sein aktuelles Problem kümmern.
Ach, Barry, du konntest es nicht lassen, nicht wahr? Er hatte gedacht, auf echte Bande anstatt auf simple Biologie zu setzen, wäre die richtige Herangehensweise, aber vielleicht hätte Barry sich nicht abgesetzt, wenn er Eobards Omega gewesen wäre. Eobard persönlich war ja der Meinung, dass Sex nicht mehr war als ein bedeutungsloses Vergnügen, aber er wusste auch, wie sehr Barry an seinen Partnern hing. Wenn sie dieses Band verbunden hätte, wäre es dann anders gekommen?
Erinnerungen an Flashpoint suchten ihn ungebeten heim, an seine Brunft, die er gemeinsam mit Barry verbracht hatte. Man konnte sich unangenehmere Dinge vorstellen. Aber damals hatte er sich noch nicht an sein Leben als Dr. Wells erinnert. Nicht daran, wie er Barry hatte aufwachsen sehen.
Aber für einen Sohn hat er als erstaunlich illoyal herausgestellt. Nicht, dass Cisco, Caitlin, oder Ronnie aus Zuneigung zu ihm halten würden. Oh, nein, in Wahrheit hatten sie nur zu viel Angst vor ihm um sich gegen ihn zu stellen. Dafür hatte er gesorgt. Immer wieder.
Er wollte ihnen keine Angst machen, er wollte, dass sie ihn liebten und verehrten, aber da sie seine engsten Vertrauten waren, wussten sie alles von ihm. Und das wiederum hatte ausgereicht um ihnen das erste Mal Angst einzujagen, und es hatte auch ihren Zweifel geweckt und sie zum Widerstand aufgerufen. Um sie irgendwie bei der Stange zu halten, hatte Eobard zu fragwürdigen Mitteln greifen müssen.
Caitlin und Ronnie waren einfacher unter Kontrolle zu halten: Durch Ronnie und Caitlin. Liebe war eben immer vor allem eine Schwäche.
Bei Cisco hatte Eobard kreativer werden müssen, doch immerhin hatte der junge Mann einen Bruder, also ließ sich auch das einrichten. Eobard wusste, dass Cisco jedes Mal, wenn er Dante im Krankenhaus besuchte, daran erinnert wurde, was passieren würde, wenn er sich gegen ihn wandte. Eobard war überzeugt, dass das niemals passieren würde.
Genauso wenig wie Ronnie riskieren würde, dass Caitlin etwas zustieß und umgekehrt. Bindungen, sie schwächten den Menschen. Eobard hatte keine echten hier in dieser Zeit, und genau deswegen hatte er keine Schwächen. Damien hielt es genauso. Malcolm allerdings stand über kurz oder lang ein böses Erwachen bevor.
Nun, er würde lernen, oder auch nicht. Eobard hatte andere Sorgen. Sobald er Barry wiedergefunden hätte, würde er mit dem jungen Omega sprechen und ihn zur Vernunft bringen. Ironischerweise war diese Beziehung trotz all den Dingen, die er vor ihm geheim hielt, seine ehrlichste gewesen. Aber wenn sich das ändern musste, dann musste es sich eben ändern. Joe und Iris West waren immerhin entbehrlich für ihn geworden, nun da er mit dem Speer sicher gestellt hatte, dass er existieren würde. Und Henry Allen war nun, wo er nicht mehr im Gefängnis war, so verletzlich wie niemals zuvor. Wie ein Zootier in freier Wildbahn.
Wenn Barry das Spiel so spielen wollte, dann würde Eobard ihm den Gefallen tun.
Doch für heute hatte er genug.
Ray Palmer war gerade dabei die Toiletten zu putzen. „Raymond, ich brauche dich in meinem privaten Labor in, sagen wir, einer halben Stunde. Dusch dich vorher noch mal", befahl er dem Hausmeister mit gekräuselter Nase und vagem Ekelgefühl. Hände, die gerade das getan hatten, wollte er eigentlich nicht auf seinen Körper spüren. Nun, man konnte sie immer noch festbinden. Das war vielleicht gar keine so schlechte Idee, immerhin musste Eobard ein paar seiner Aggressionen los werden.
Zumindest ihn habe ich noch, meinen treuen Omega, dachte er, Wenn er mir nur irgendetwas bedeuten würde, dann wäre das alles zumindest ein wenig mehr als nur eine angenehme Ablenkung.
Nun, nicht einmal Eobard Thawne konnte alles haben. Zumindest noch nicht. Aber er hatte noch gute sechs Monate Zeit das zu ändern. Und vielleicht würde er das ja auch tun.
Fin.
A/N: Oh, Eobard, warum musst du nur so böse sein? Und ja, das war mehr ein Eobard-Kapitel, als ein Caitlin, Cisco, Ronnie-Kapitel, aber immerhin wisst ihr jetzt, was mit denen in dieser schönen neuen Welt nicht stimmt. Bei Gelegenheit gibt es vielleicht mehr von ihnen.
Nächstes Mal zurück zu Rip.
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