11. Das war auch schon alles
Zusätzliche Pairings: Coldflash, Eddie/Iris, Westallen
Zusätzliche Warnings: Character Death (mehrfacher)
Es begann damit, dass sich Micks Nase kräuselte, als Leonard an ihm vorbeiging und seinen Platz auf den Barhocker neben ihm einzunehmen. Das Kräuseln hätte Leonard eine Warnung sein sollen, aber er hatte ihm nicht genug Beachtung geschenkt und es einfach ignoriert.
„Ich sehe dich in letzter Zeit kaum noch", merkte Leonard an, „Das ist nicht gut. Wenn ich nicht weiß, wo du bist, und mich die anderen danach fragen, muss ich etwas erfinden. Und es sollte zumindest glaubwürdig klingen, wenn es schon nicht wahr ist."
Mick warf ihm einen leeren Blick zu. Dann erwiderte er: „Ich bin nicht derjenige, der dauernd verschwindet." (Was nicht wahr war, manchmal war Mick derjenige, der verschwunden war. Leonard nahm an, dass er sich mit seinem geheimen Liebhaber traf, doch sicher konnte er nicht sein).
Leonard bestellte sich ein Bier und zuckte mit den Schultern. „Ich arbeite", erklärte er. (Was der Wahrheit entsprach, denn wer konnte den Speer des Schicksals besser von einem Speedster stehlen als ein anderer Speedster?)
„Oh ja, klar", erwiderte Mick darauf nur ironisch.
Leonard warf ihm einen scharfen Blick zu, sagte aber nichts.
„Du weißt, dass diese Reporterin tot ist, oder?", sagte Mick dann.
Im ersten Moment dachte Leonard an Iris West und war ein wenig erschrocken, doch dann fiel ihm ein, dass Susan Williams ein Problem gewesen war und es nun vermutlich nicht mehr war. „Zumindest jetzt weiß ich es", meinte er und nahm seine Bierflasche von dem Barkeeper entgegen und nippte daran. Dieses Gespräch gestaltete sich anstrengender als erhofft. Eigentlich war er hergekommen um sich mit Mick zu versöhnen und ihm von seinem Kontakt zum Widerstand zu erzählen, aber nun verwarf er diesen Gedanken wieder. Mick war eindeutig uneinsichtig. Und er schien aus irgendwelchen Gründen wütend auf Leonard zu sein.
Micks Augen ruhten noch immer auf ihn. Dann schüttelte er den Kopf. Als wäre er enttäuscht von Leonard. „Du schläfst also mit dem Flash", stellte er fest und klang dabei eher resignierend als wütend.
Leonard zuckte die Schultern. „Und du wusstet genau, dass er derjenige ist, nach dem wir für Thawne suchen sollen, und hast nichts gesagt", gab er zurück, „Damit sind wir quitt, denke ich." Er nippte noch einmal an seiner Flaschen. Der irrationale Wunsch sich zu betrinken flammte in ihm auf. Aber das konnte er nicht. Er war eine öffentliche Person, wenn jemand bemerken würde, dass er betrunken war, wäre es nur noch eine Frage der Zeit bis seine „Partner" davon Wind bekommen würden, und dann wäre es nur wiederum noch eine Frage der Zeit bis sie sich gegen ihn wenden würden. Und dann könnte er Mick und Lisa nicht mehr beschützen.
„Warum?", wollte Mick wissen.
Leonard sah ihn verwirrt an. „Warum was?", wollte er wissen.
Mick verdrehte die Augen. „Warum schläfst du mit dem Flash?!", zischte er und blickte den Beta erwartungsvoll an.
Dieser zuckte mit den Schultern. „Hast du den Jungen mal gesehen?", verteidigte er sich, „Warum sollte ich nicht mit ihm schlafen?"
„Vielleicht weil er in dein Erzfeind ist, und du alles tun wolltest um ihn zu vernichten?", schlug Mick vor.
„Nicht in dieser Realität", widersprach Leonard, „Hier ist er einfach nur …. Teil einer Art Spiel für mich." Auch wenn es ein gefährliches Spiel war, dass er betrieb.
Nun wirkte Mick wirklich wütend. „Also tust du das um dich an ihn zu rächen, das ist es doch, oder? Du nimmst Rache für etwas, an dass er sich nicht einmal erinnern kann!", warf er Leonard vor, „Das ist nicht in Ordnung, Leonard. Der Junge ist ein Omega! Du kannst nicht einfach mit ihm ins Bett steigen als wäre er irgendein Beta oder Alpha!"
Leonard seufzte. Mick und Omegas. Das wurde immer wieder mal zum Problem, und Leonard gestattete es sich immer wieder mal zu vergessen, dass es immer wieder ein Problem wurde. Und dann war er der Dumme.
„Tatsächlich weiß ich sehr genau, was er ist", erklärte er, „Und du irrst dich, es ist keine Rache." (Zumindest nicht nur). „Und wieso regst du dich so auf? Das hier, diese Welt hier, ist nicht real. Sobald wir den Speer haben, werden wir das alles hier auslöschen als hätte es nie existiert. Und dann ist es nie passiert. Er wird sich nie an das erinnern, was zwischen uns war. Und was zwischen uns ist, will er genauso sehr wie ich. Und sieht es als genau das gleiche an wie ich." (Leonard wusste genau, dass Barry ihn immer noch nicht über den Weg traute und nur mit ihm schlief um ihn in falscher Sicherheit zu wiegen, also war es ein Spiel, dessen Regeln sie beide kannten und damit fair).
Mick sah ihn nachdenklich an. Für einen Moment wirkte er fast hoffnungsvoll als er fragte: „Liebst du ihn denn?"
Leonard blinzelte und fragte sich, ob er richtig gehört hatte. Dann lachte er. Micks Miene verfinsterte sich. Leonard beruhigte sich wieder und meinte entschuldigend: „Tut mir leid, es ist nur … diese Frage. Ich kenne ihn kaum, Mick. Und außerdem ist er der Flash."
Mick schüttelte nur den Kopf. „Vergiss es", meinte er, „War eine dumme Frage. Hätte sie nie stellen dürfen." Das war allerdings wahr. Wieso hatte er sie ihm überhaupt gestellt? Leonard Snart verliebte sich nicht. Schon gar nicht in den verdammten Flash!
Obwohl, Mick stammte aus der Zukunft, nicht wahr? Aus einer Zeit, in der Leonard bereits tot gewesen war. „Sag mal….", begann er, doch Mick unterbrach ihn. „Du hast mich nie danach gefragt. Nach den Umständen deines Todes. Oder überhaupt nach der Zukunft", meinte er, „Interessiert es dich denn überhaupt nicht? Das, was passiert ist, meine ich."
„Wieso sollte es? Wir haben mit dem Speer verhindert, dass es jemals passiert ist, und damit ist es nicht nur nicht passiert sondern wird auch nie passieren. Und was muss ich schon wissen? Dass ich weich geworden bin und für einen Haufen Loser gestorben bin?", erwiderte Leonard unterkühl, „Diesen Fehler werde ich kein zweites Mal machen."
„Du hast es damals nicht als Fehler angesehen", murmelte Mick.
Leonard tat so, als hätte er es nicht gehört, und Mick brachte das Thema auch nicht wieder auf. Verliebt in den Flash. War das seine Zukunft gewesen? Barry war gut im Bett, aber … Leonard Snart verliebte sich nicht. Oh, nein, diesen Fehler machte er einfach nicht. Egal, was er empfand, wenn er den Omega roch, berührte, oder seine Stimme hörte. Genug gespielt, ich muss das beenden. So schnell wie möglich.
Letztlich erzählte er Mick nichts von dem Widerstand.
Susan Williams Tod ging durch alle Nachrichten. Und Barry sah darin mehr als nur eine weitere Geschichte über eine zum Schweigen gebrachte Journalistin. Er sah darin ein Vorzeichen. Ein Vorzeichen dafür, dass etwas Schlimmes passieren würde.
Natürlich versuchten die regierungstreuen Medien im Nachhinein alles um sie zu diskreditieren. Nicht, dass sie vorher einen besonders guten Stand gehabt hätte, doch nun stellten es alle so dar, als wäre sie ein ruhmsüchtiger Beta gewesen, der sich unbedingt einen Namen hatte machen wollen. Der so weit gegangen war Geschichten zu erfinden, um dieses Ziel zu erreichen. Anderer veröffentlichen Hinweise auf eine besorgniserregende Krankengeschichte, Auszüge aus Telefonaten, in denen sie behauptete, verfolgt worden zu sein. Und dann hieß es schnell, dass sie an paranoiden Wahnvorstellungen gelitten hatte.
Wie sich das mit der Tatsache, dass sie ums Leben gekommen war, vereinen ließ, wusste Barry nicht, aber die Menschen waren immer schon bereit gewesen jeden Unsinn zu glauben, den die Medien ihnen vorsetzen. Nur die Wenigsten würden Fragen stellen.
Andere aber ….
Und das führte ihn in Iris' Appartement, wo er ihre Sachen packte. „Barry, was machst du hier?", wollte sie wissen, als sie mit dem Schlüssel in der Hand und besorgter Miene in ihrem Schlafzimmer auftauchte, „Warum packst du meine Sachen zusammen?"
„Weil du Urlaub machen wirst. Einen langen geheimen Urlaub, fern von der Arbeit und Central City. Alleine. Sag Eddie nicht, wo du wirklich hinfährst, und fahr nicht Verwandten oder Bekannten. Nimm einen Ort, der möglichst weit weg ist. Und versuch deine Spuren zu verwischen. Am Besten du fliegst ins Ausland und reist von dort per Zug und Bus weiter – mit frisch gekauften Tickets. Je weniger man deine Bewegungen nachverfolgen kann, desto besser", erklärte Barry.
Iris sah ihn ungläubig an. „Du willst, dass ich einfach so abhaue und meinen Ehemann darüber belüge?", vergewisserte sie sich.
„Nach dem, was mit Susan Williams passiert ist, halte ich das für nötig", meinte er und drückte ihr ihren Koffer in die Hand.
Iris schüttelte entschieden den Kopf. „Oh, nein, ich werde nicht einfach gehen und euch alle im Stich lassen!", verkündete sie bestimmt.
„Doch das wirst du", widersprach ihr Barry, „Du wirst es tun, weil ich dich darum bitte. Bitte geh. Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl. Ich …. bin mir sicher, dass Susan Williams erst der Anfang war. Wenn ich mir auch noch um dich Sorgen machen muss, dann kann ich niemandem helfen, Iris. Also bitte. Geh."
Iris sah ihn lange nachdenklich an. Dann meinte sie: „Na gut. Aber nur dieses eine Mal. Für dich. Ich wollte immer schon mal eine Rucksacktour durch Europa machen. Dann werde ich das eben jetzt tun."
Barry nickte erleichter. Damit hatte er eine Sorge weniger. Genug andere blieben ihm noch.
„Hast du in letzter Zeit mit deiner entzückenden Frau gesprochen?", wollte Eobard von Eddie Thawne wissen. Soweit es Eddie anging, war Eobard ein entfernter Cousin von ihm, was er mit Dokumenten nachweisen konnte, und Eddie auch noch nie hinterfragt hatte. Dafür hatte er mit dem Speer gesorgt. Alle paar Wochen trafen sie sich zum Lunch. Hauptsächlich deswegen damit Eobard seinen Vorfahren im Auge behalten konnte. Und durch ihn die Wests. Leider hatte es ihm das in den letzten Monaten nicht dabei geholfen herauszufinden, wo Barry steckte.
„Sie ist mit ein paar Freundinnen auf die Bahamas geflogen", erklärte Eddie, „Also lautet die Antwort nein. Aber diese ganze Sache mit Susan Williams hat sie sehr erschüttert. Ich denke mal, sie braucht Abstand um das zu verdauen. Jedes Mal, wenn ein Kollege von ihr stirbt, nimmt sie das sehr mit."
„Ja, man bekommt nicht gerne seine eigene Sterblichkeit vor Augen geführt, nicht wahr?", stimmte Eobard ihm zu, „Die Bahamas, ja? Ist nett dort." Und ich bin mir sicher, dass die gute Iris West nicht dort ist.
Eobard bezahlte das Essen, verabschiedete sich von Eddie, und dachte nach. Etwas lag in der Luft, und es gefiel ihm gar nicht. Er musste sich beeilen, wenn er Barry zurückhaben wollte. Damien plante einen Großschlag gegen den Widerstand. Und das schon bald. Er sollte Cold besser befehlen Barry dort sofort raus zu schaffen. Bis jetzt hatte er gehofft, dass der Omega von selbst zu ihm kommen würde, sobald er seine Wut und Enttäuschung überwunden hätte, aber offenbar hatte er sich geirrt. Das Zuckerbrot hatte nicht gewirkt, es war an der Zeit für die Peitsche.
Sein Handy klingelte. Es war Damien. Ausgerechnet. Ihn zu ignorieren konnte sich Eobard nicht leisten. Zumindest noch nicht. Wenn der Professor endlich schneller arbeitet, dann muss ich mich seinen Wünschen aber hoffentlich nicht mehr lange fügen.
„Unser Testobjekte-Transporter wurde überfallen", sagte Damien sofort ohne sich mit einer Begrüßung aufzuhalten, „Es war dieser andere Speedster in Central City."
Eobard seufzte. Typisch Barry. Kaum war Iris aus der Stadt, dachte er, er müsse sich nicht mehr zurückhalten, und lief Amok. „Er wird langsam lästig", stellte er fest.
„Keine Sorge", erwiderte Damien, „Wir haben gerade erst ein Widerstandsnest in Starling ausgehoben, und einer unserer Gefangenen hat geredet, bevor wir ihn für immer zum Schweigen gebracht haben. Wir wissen jetzt, wie wir dein Speedster-Problem beseitigen können. Du musst nur das Zauberwort sagen, und wir kümmern uns darum."
Das hatte er davon, dass er sich in den letzten Monaten immer wieder über Barrys Machenschaften beschwert hatte. Damien erwartete nun von ihm genauso mit dem geheimnisvollen Speedster-Feind umzugehen wie der ehemalige Assassine selbst mit all seinen Feinden umging. Natürlich könnte ich sagen, dass ich mich selber um ihn kümmere, aber wenn ich seinen Tod danach nicht beweisen kann, könnte Damien damit beginnen mich zu verdächtigen.
„Er ist ein Speedster, Damien. Bist du sicher, dass du und deine Mädchen mit ihm klar kommen würden?", wollte er wissen.
„Du hast in StarLabs doch eine Anti-Speedster-Kanone, wenn ich mich nicht irre. Die können wir uns ja ausborgen. Damit sollte es kein Problem sein", meinte Damien großzügig, „Also, soll ich deine Stadt für dich zurückerobern oder nicht?"
Eobard konnte nicht länger zögern. „Ja, Damien, erledige das bitte für mich. Sämtliche Ressourcen von StarLabs stehen dir dazu zur Verfügung. Und ich bin sicher, es wird sich in Zukunft eine Gelegenheit finden, bei der ich mich bei dir revanchieren kann", sagte er. Dann legte er auf und rief Cold an.
„Cold, Sie müssen Barry zu mir bringen. Das ist die letzte Gelegenheit dazu. Wenn Sie scheitern, dann wird Damien das Problem auf permanente Weise lösen."
„Was ist denn so dringend?" Barry hatte schlecht geschlafen und war es nicht gewohnt von anderen herumkommandiert zu werden als wäre er ein Hündchen. Nicht mal von Leuten, mit denen er schlief. Er war nicht erfreut gewesen, als Snart ihn angepiepst und herbestellt hatte, weil es „wirklich dringend war".
Sie trafen sich in der leerstehenden Wohnung am Stadtrand, die Snart gemietet hatte. Wie jedes Mal, wenn er herkam, überzeugte sich Barry zuerst davon, dass niemand irgendwo in der Nähe lauerte, ließ Snart zuerst eintreffen, überprüfte dann noch einmal alles, und rannte erst danach zum Häuserblock. Jedes Mal rechnete er mit einem Erschießungskommando mit Anti-Speedster-Waffen, und jedes Mal war er milde überrascht, dass keines auftauchte. Trotzdem war der Sex immer schnell und kontrolliert, und Barry behielt dabei immer die Türe im Auge. Leonard Snart war einfach niemanden, der er vertrauen konnte.
Snart war vollkommen bekleidet, saß am Küchentisch, hielt keine Getränke bereit, und sah Barry ernst an. „Du musst mit mir kommen, Barry. Sofort", erklärte er ruhig, „Eobard will dich sehen."
Barry lachte. „Da kann er lange warten", meinte er.
„Diesmal ist es anders", meinte Snart, „Er sagt, wenn du nicht kommst, dann kümmert sich Darhk um dich."
„Jetzt hab ich aber Angst", meinte Barry voller Sarkasmus.
„Das solltest du auch", erwiderte Snart unbeeindruckt, „Hast du schon mal Bilder von den Leichen derer gesehen, die von Darhk und seinen Vollstreckerinnen erwischt wurden?"
„Sie werden mich nicht erwischen", verkündete Barry überzeugt, „Sag Eobard, dass ich lieber bereit bin mich Darhk zu stellen als auch noch eine Minute in seiner Gegenwart zu verbringen."
Snart schüttelte den Kopf. „Barry, verstehst du nicht? Eobard will dich lebend. Darhk wird dich töten", meinte er eindringlich.
Barry zuckte die Schultern. „Dann sterbe ich eben."
Wie aus dem Nichts tauchte die Waffe in Snarts Hand auf. Es war diese seltsame Kanone, die der Beta immer mit sich herumtrug und die aussah als wäre sie StarLabs-Design. Er zielte mit ihr auf Barry. „Wirklich?", wunderte sich dieser.
„Du lässt mir keine andere Wahl", behauptete Snart. Barry schnaubte. „Du wirst nicht auf mich schießen", meinte er und wandte sich zum Gehen. Und konnte dann gerade noch genug ausweichen um von dem Eisstrahl nur am linken Fuß getroffen zu werden. „Was zum Teufel…" Er keuchte und versuchte aufzustehen, doch er lag am Boden der Wohnung, sein Fuß war am Boden festgefroren, und Snart trat vor ihn. Bedrohlich ragte seine Gestalt über Barry auf. Diesem kam diese Szene unerklärlicher Weise bekannt vor.
„Irgendwie endet es immer auf dieselbe Weise für uns beide, Flash", meinte Snart und zielte mit seiner Eis-Waffe auf Barry, „Das hier ist zu deinem eigenen Besten, glaub mir."
Barry schüttelte nur ungläubig den Kopf. Er hatte keine Ahnung, was der Beta damit meinte. Aber er hatte immer gewusst, dass es eines Tages soweit kommen würde, nicht wahr? Und er war vorbereitet. Immer.
Sie kam durchs Fenster. Barry hielt sich gerade noch rechtzeitig die Ohren zu. Snart nicht. Der gellende Schrei des Kanarienvogels ließ ihn sich die Ohren zuhalten und auf Barry vergessen, aber es war der nächste Schrei, der ihn in die Brust traf und gegen die nächste Wand schleuderte.
„Soll ich ihn erledigen? Oder sollen wir ihn mitnehmen? Vielleicht ist er ganz nützlich", meinte Snarts Angreiferin.
Barry schüttelte den Kopf. „Lass ihn hier", meinte er nur, „Dann lernt er seine Lektion vielleicht. Hilf mir mal mit dem Eisbrocken auf meinem Fuß."
„Aber gerne, halt dir noch mal kurz die Ohren zu", meinte Tina Boland und schrie dann noch einmal los.
„Stimmt was nicht mit dir? Du siehst mitgenommen aus", stellte Mick fest, als er Leonard das nächste Mal sah. Er schien fast auf eine Reaktion von seinem Partner zu lauern. Dieser war nur müde. Er hatte nie vorgehabt Barry zu Thawne zu bringen, hatte dem Omega aber deutlich machen wollen, dass sein Leben in Gefahr war, doch die geplante Entführung war gründlich danebengegangen, und dann hatte er erfahren, dass Darhk und seine Vollstreckerinnen den Speedster von Central City getötet hatten.
Barry Allen würde nicht mehr in der Lage sein ihm dabei zu helfen den Speer zu stehlen. Das war enttäuschend und ärgerlich, und Leonard war wütend auf Barry und sich selbst, weil ihr letztes Treffen so aus dem Ruder gelaufen war, aber das war auch schon alles.
Er wusste, was Mick von ihm erwartete. Ein Eingeständnis von Trauer. Von Schwäche. Aber das würde ihm Leonard nicht liefern. „Er wäre sowieso früher oder später gestorben", meinte er nur schulterzuckend.
Mick schien dazu nichts zu sagen zu haben.
Es war nicht lange danach als eine wütende Iris West bei ihm im Büro auftauchte. „Sie haben ihn umgebracht!", schleuderte sie ihm entgegen, „Ich habe Ihnen vertraut. Ihnen genug geglaubt um Sie einander vorzustellen. Und Sie haben ihn nur benutzt, bis Sie alles von ihm hatten, was Sie gebraucht haben und ihn dann fallen gelassen!"
Leonard musterte sie unbewegt. „Auf wen sind Sie hier eigentlich wütend, Miss West? Auf mich, oder auf sich selbst, weil Sie mich ihm vorgestellt haben?", wollte er wissen.
Iris Wests Augen funkelten wütend. „Ich werde alles, was ich über Sie weiß, veröffentlichen. Barry ist auch nicht untätig gewesen, während Sie ihn ausgehorcht haben!", verkündete sie mit kaum unterdrückten Zorn, „Ich werde dafür sorgen, dass jeder die Wahrheit über Sie und Ihre Verbündeten erfährt, und dann werden Sie das alles hier verlieren! Ihr Büro, Ihre Banken, Ihre Macht! Das hier ist erst der Anfang, verlassen Sie sich darauf!"
Leonard überlegte kurz sie mit der Eiskanone hier und jetzt zu töten. Sie würde es nicht einmal kommen sehen. Und wenn sie ihre Drohung wahrmachte, dann wäre sie sowieso die Nächste auf Darhks Liste. Sie jetzt zu töten, würde ihr das alles ersparen.
Aber dann dachte er daran, wie sehr Barry diesen Alpha geliebt hatte. Er hatte es nie direkt gesagt, aber Leonard hatte es immer gewusst. Ich werde nicht weich, wenn ich sie nicht töte. Sie ist sowieso so gut wie tot. Ich muss nichts tun. Ich kann einfach daneben sitzen und es geschehen lassen. Oder er könnte sie warnen. Sie würde ihn vielleicht nicht glauben, aber er hätte es zumindest versucht.
Aber ich bin nicht Mick, mich schert im Grunde doch nicht, was mit diesen Leuten geschieht. Barry Allen war gut im Bett, das war aber auch schon wieder alles.
„Tun Sie, was Sie nicht lassen können, Miss West", meinte Leonard schließlich.
„Oh ja", zischte sie, „Sie können sich darauf verlassen, dass ich das auch tun werde!" Und dann stolzierte sie aus seinem Büro. Leonard sah ihr unbewegt hinterher. Das, rief er sich selbst noch einmal in Erinnerung, war auch schon alles.
Fin.
A/N: Um das Schicksal des Rests des Widerstands geht es im nächsten Kapitel. Das vorerst auch das letzte geplante ist. Eigentlich wollte ich Barrys Tod in diesem Kapitel beschreiben, aber ich konnte nicht. Vielleicht hole ich das im nächsten nach.
Reviews? (bzw. falls ihr noch Wünsche für diese Fic habt, wäre das ein guter Zeitpunkt sie anzubringen)
