Die Kapitoltour dauerte fast zwei Stunden und war wirklich sehr lustig.
Finch und ich verstehen uns großartig und wollen uns heute Abend in der Empfangshalle treffen.

Als ich gemeinsam mit Lyme unsere Etage erreiche, mache ich mich sofort auf die Suche nach meinem Baby.

Ich kann die beiden nirgendwo finden, weshalb ich Brutus frge, ob er die beiden gesehen hat. Ich wollte ihn eigentlich nicht stören, da er gerade am telefonierenist, aber ich mache mir Sorgen um Julius. Brutus erklärt mir, dass die beiden auf dem Dach sind und auch den Weg dort hin.

Als ich auf der Dachterasse ankomme, höre ich als erstes ein glockenhelles Lachen. Wut steigt in mir auf, dass kann doch nicht Catos Ernst sein.

Tatsächlich sitzt er auf einer Decke mit Julius auf dem Schoß und Glimmer aus Distrikt 1 neben den beiden.

Noch haben sie mich nicht entdeckt, weshalb ich beschließe sie zu belauschen.

"Er ist so niedlich", kichert das Mädchen und streicht meinem Sohn über die weichen Haare. "Er hat deine Augen. Ich kann es nicht glauben, dass du einen Sohn hast."
"Ich auch nicht", lacht Cato und spielt mit Julius' kleiner Hand. "Clove hat mich wirklich damit überrascht. Ich hab mir damals hunderte von Gründen überlegt, warum sie mich verlassen hat. Mit einem Baby hätte ich allerdings nie gerechnet."
"Julius ist aber definitiv die süßeste Überraschung", knufft Glimmer ihn sanft in die Seite.
"Das stimmt", nickt Cato grinsend. "Er sieht aus wie Clove. Ich kann es noch selbst nicht ganz glauben, dass er tatsächlich ein Teil von mir ist."
"Siehst du ich habe doch gesagt, dass alles gut wird", lächelt sie ihn sanft an. "Es wäre nur schön, wenn ihr unter anderen Umständen zusammengekommen wärt."

"Das ist ja mein Problem", setzt er in seinem Jammerton an. "Wir sind ja nicht wieder zusammen."
"Warum nicht?", harkt Glimmer weiter nach.

Ich habe genug gehört und möchte die beiden nicht weiter stören, weshalb ich mich nach unten auf die fünfte Etage zu Finch schleiche.
Wenn Cato seinen Jammerton aufsetzt, dann ist es immer besser, wenn man so schnell wie möglich verschwindet. Cato ist an sich, sobald es um mich oder seine Familie geht der größte Softie, den es gibt. Ich bewundere diese Eigenschaft, dass er so skrupellos sein kann und gleichzeitig doch so liebevoll. Für die, die er liebt, würde Cato wirklich alles tun, auch wenn er ansonsten sehr unberechenbar ist.

Ich dachte bisher immer irgendwie, dass ich für Cato nur ein Zeitvertreib war und er mich nie wirklich liebte, aber anscheinend habe ich mich da getäuscht.

Ich schleiche mich leise in Finchs Zimmer. Sie hat mich bisher noch nicht bemerkt, da sie auf dem Bett liegt und ein Buch liest.
Ich springe neben sie auf die Matratze, worafhin sie vor Schreck aufspringt.
"Was machst du hier?", ruft Finch nach Luft schnappend.
"Ich hatte Langweile", zucke ich die Schultern. "Cato ist mit Julius und dem Mädchen aus 1 beschäftigt."

"Wer ist denn Julius?", will Finch wissen als sie sich wieder beruhigt und neben mich setzt.

Stimmt ja, ich habe ihr noch gar nichts von Julius erzählt. "Er ist mein Sohn."

"Du hast schon ein Kind?", weiten sich ihre Augen.

"Ja", nicke ich lächelnd. "Er heißt Julius und ist drei Monate."

"Das tut mir Leid", sieht sie mich mitleidig an. "Du solltest mit deinem Baby zuhause sein."

"Es ist wie es ist", zucke ich die Schultern. "Da kann man nichts ändern."

"Ich weiß", seufzt Finch leise.

"Hast du jemals an einen Widerstand gedacht?", flüstere ich ihr zu.

"Solche Gedanken könnten dich umbringen", erwidert sie mir fast tonlos.
Ich kann die Angst in ihrer Stimme hören. Natürlich hat sie Recht, aber ich kann mir einfach nicht helfen.
Plötzlich kann ich die Rebellen verstehen, die ihr Leben riskieren um für eine sicherere Welt zu schaffen. Alles, was diese Leute wollen, ist die zu schützen, die sie lieben.

Früher hätte ich nie so gedacht, aber eine Mutter zu sein hat mich verändert. Ich will gar nicht daran denken, dass Julius irgendwann mal in den Spielen enden könnte.

Selbst wenn ich gewinnen würde, Julius wäre trotzdem Halbwaise. Das Leben ist einfach nicht fair, mein Kleiner ist doch nur ein winziges, unschuldiges Baby.

Ich wünschte ich könnte irgendwas tun, aber ich weiß nicht was. Das einzige, was mir einfällt wäre mit Lyme zu reden. Natürlich ganz vorsichtig, falls an den Gerüchten doch nichts dran ist.

Ich möchte nicht, dass Finch stirbt oder Cato. Klar, ich kenne Finch noch nicht so lange, aber sie ist wirklich cool und ich denke wir könnten sogar beste Freunde werden. Das einzige, was ich jedoch im Moment tun kann, ist die Zeit, die uns bleibt mit ihr und meiner Familie zu verbringe. Außerdem muss ich verhindern, dass Finch als Jungfrau stirbt.

"Ich habe gehört, dass hier im Trainingscenter ein Pool ist", grinse ich sie an. "Wir ziehen uns jetzt Bikinis an, dann ködere ich Marvel und Cato nach unten. Dann toben wir herum, viel nackte Haut und schon kommt alles von selbst."

Finch wird so rot wie ihre Haare. "Ich weiß nicht."
"Komm schon", fordere ich sie lachend auf. "Das wird lustig."
Ich springe vom Bett auf und drehe dann die Musik auf bevor ich mir an ihrem Kleiderschrank zu schaffen mache. Ich suche nach einem Bikini und einem Bademantel für Finch. Ich zwinge sie dazu beides anzuziehen und schminke sie dann dezent mit wasserfestem Make-up. Sie sieht wirklich wahnsinnig hübsch aus.

Gemeinsam gehen wir nach unten zu meiner Etage.

"Julius, hör mal Mama ist wieder da", empfangen meine Jungs mich.

Ich ziehe Finch hinter mir her ins Wohnzimmer zu den beiden. "Hey ihr beiden", nehme ich Julius von Cato. "Darf ich vorstellen, dass ist Finch. Cato geh dich umziehen, wir gehen schwimmen."

"Dein Wunsch ist mir Befehl", winkt mein Ex Finch irritiert zu, geht dann allerdings davon.

Ich gehe mit Finch in mein Zimmer und reiche ihr dann Julius, während ich mich ebenfalls umziehe. Ich fühle mich nicht sonderlich wohl in meinem Körper, denn obwohl ich meine Figur wieder zurückhabe, hinterließ die Schwangerschaft doch ein paar Schäden. Meine Brust ist so ziemlich ums dreifache gewachsen, weshalb ich unschöne Streifen zurückbehalten haben.

"Er ist so niedlich", flüstert Finch, die Julius sanft wiegt.

Wir ziehen ihn um und gehen dann runter zum Pool mit Cato und sammeln auf dem Weg noch Marvel und Glimmer ein.

Ich hoffe nur zwischen den beiden läuft nichts, aber wie es scheint habe ich Glück gehabt. Glimmer hat nur Augen für Julius und knuddelt ihn die ganze Zeit vorsichtig, während Cato und ich mit Finch und Marvel im Wasser toben.
Es ist wirklich lustig und meiner Meinung nach ist alles, was Marvel zurückhalt über Finch herzufallen ist unsere Anwesenheit.
"Cato, ich glaube Julius ist müde", gebe ich Cato zu verstehen, dass es Zeit für uns ist zu gehen.
Überraschenderweise kapiert er meinen Wink sogar und folgt mir aus dem Pool zu Glimmer. Sie kommt noch mit uns auf unsere Etage und wir sehen alle gemeinsam einen Film.

Ich bin wahnsinnig neugierig, ob zwischen Finch und Marvel heute Nacht noch was läuft.