Kapitel 3: Von kalter Suppe und zu viel Schminke

Sie blinzelte, die Schleier vor ihren Augen begannen sich zu lüften. Komisch...sie hatte sich etwas anderes erwartet. Einen unerträglich heißen Ort, mit züngelnden Feuern an jeder Ecke und voller Dämonen und feuerspeiender Bestien... das hier war ein Wald. Und diese Wesen waren wohl Elben, wenn sie nicht alles täuschte... *

"Haben die Orks sie verletzt?"

"Nein, aber sie wäre beinahe an einem Stück Brot erstickt."

Oxana verdrehte genervt die Augen. Wie oft hatten die Elben in den letzten zehn Minuten eigentlich ein und dieselbe Frage immer wieder gestellt? Man sagte ihnen doch ein ausgezeichnetes Gehör nach- warum fragten sie immer wieder so hirnlos nach? Wahrscheinlich wusste inzwischen schon jeder über ihr kleines Missgeschick Bescheid und diese Fragerei diente bloß dazu, sie zu reizen, was ihnen auch sehr gut gelang. "Wie geht es dir?" erkundigte sich ein Elb, der sich in dem Moment neben sie stellte.

Einige wenige Krieger waren noch dabei, ihre Pfeile aufzusammeln und sicherzugehen, dass auch wirklich jeder der Orks, die regungslos im nassen Laub lagen, absolut tot war.

Die meisten allerdings hatten sich auf einer breiten Lichtung gesammelt und warteten auf den Abmarsch. Oxana zuckte mit den Schultern. Wie sollte es ihr schon gehen?

Sie hätte vor ein paar Minuten um ein Haar wegen einer Brotkruste das Zeitliche gesegnet, wäre um ein weiteres Haar beinahe von einem Ork erschossen worden, weil sie zu dämlich war, eine Lederlasche zu öffnen, bevor sie den Bolzen aus dem Gürtel zog und wurde nun von zehn Elben wie ein Kleinkind für ihre Ungeschicklichkeit belächelt.

Sie kam sich vor wie eine einzige große Lachnummer- ein kein sehr angenehmes Gefühl. "Es geht schon wieder", murmelte sie, "danke für eure Hilfe. Wie habt ihr mich überhaupt gefunden?". Der Elb zuckte mit den Schultern. "Zufall. Wir haben die Spur der Orks heute morgen entdeckt und sind ihr hierher gefolgt."

"Wer sind WIR eigentlich?"

"Wir...", antwortete ein weiterer Elb vor ihr und verlangsamte sein Tempo, bis dass sie Schulter an Schulter gingen, "...sind Grauelben und Untergebene König Thranduils. Wir werden dich zum Palast bringen, wo du dich ein wenig ausruhen kannst. Warst du alleine unterwegs?"

Oxana war geistesgegenwärtig genug, um als Antwort zu nicken. Rawen hatte sicher ihre Gründe, wenn sie sich versteckt hielt, und Silaid würde den Wald wohl kaum heil verlassen, wenn die Elben ihn erst einmal entdeckt hatten- wenn überhaupt.

Endlich hatten sich alle acht Elbenkrieger eingefunden und man machte sich auf den Weg nach Nordost, wo, wenn Oxana sich recht erinnerte, irgendwo die alte Waldstraße, ein Waldfluss, der giftiges Wasser führte und Thranduils Palast liegen mussten.

"Ich war auf dem Weg von einem Onkeln im grauen Gebirge zurück nach Edoras und habe kurz Rast am Waldrand gemacht, als sie plötzlich hervorsprangen und mich angriffen. Ich bin in die Wälder geflüchtet, um mich vor ihnen verbergen zu können."

Der blonde Elb nickte. "Eine gute Entscheidung- ich hätte nicht anders gehandelt an deiner Stelle. Oh, verzeih, wo bleibt meine Höflichkeit? Mein Name ist Sarnir*** und dies ist mein Bruder, Leriel***." Oxana nickte beiden Elben höflich zu. Sie sahen sich wirklich ein wenig ähnlich, obgleich Leriel blond und Sornir dunkelhaarig war- ihre Augen waren von der selben, waldgrünen Farbe und sie überragten sie beide um einen Kopf. "Woher kommst du?" "Geboren wurde ich in Ithilien, aber aufgewachsen bin ich in Edoras".

"Und wer ist dein Onkel?"

Diese Elben stellte eindeutig zu schnell zu viele Fragen die sie nicht beantworten konnte. "Ein Einsiedler im grauen Gebirge. Er versteht sich sehr gut mit den Zwergen."

Das hatte sie einfach sagen müssen, zu gespannt war sie auf die Reaktion der beiden Elben, da es ja bekannt war, dass Elben und Zwerge einander auf den Tod nicht leiden konnten. "Oh", meinte Sarnir scheinbar unberührt und fragte nicht mehr weiter nach, worüber Oxana heilfroh war.

Sie erreichten König Thranduils Hallen mit der Abenddämmerung und Oxana musste sich eingestehen, noch nie ein so seltsames Bauwerk gesehen zu haben. Eine hölzerne Brücke führte über einen schmalen Fluss zu der Eingangspforte, hinter der eine Treppe steil abfallend ins Innere der Erde führte.

Sie hatte immer geglaubt, das alte Volk liebe frische Luft und die Sonne, warum hauste sein König dann unterirdisch? "Nicht alle Räume des Palastes liegen unter der Erde", erklärte Leriel freundlich, "darüber hinaus bietet diese Bauweise viel mehr Schutz und Sicherheit als eine Behausung in den Bäumen. Du hast sicher schon davon gehört, dass der Düsterwald nicht gerade ein sicherer Ort ist."

Ja, davon hatte ihr Rawen erzählt.

In den letzten Jahrzehnten sei aus dem einstmals hellen und freundlichen Wald eine Brutstelle für Biester aller Art, besonders für Spinnen geworden, und Schatten hätten sich zwischen den Bäumen eingenistet.

Auf dem Weg hierher hatte Oxana nicht bloß einmal das Gefühl gehabt, von unsichtbaren Augen verfolgt zu werden. Vielleicht hatten ihr Rawens Geschichten aber auch bloß Angst eingejagt.

Es wurde ihr ein kleines Zimmer zugeteilt, in dem sie sich für diese Nacht ausruhen konnte. Sarnir und Leriel führten sie danach durch den riesenhaften Palast. Schon nach wenigen Zimmern und Hallen hatte Oxana die Orientierung und sich selbst in ungläubigem Staunen verloren.

Das Gebäude war größer als alles, was sie je zu Gesicht bekommen hatte, selbst größer als der Hof zu Edoras, der ihr als Kind stets überdimensional erschienen war. Besonders die Hallen des Feuers taten es ihr an, zwei * gigantische, nur spärlich eingerichtete Hallen mit zwei riesigen Kaminen in jeder , in denen helle Feuer loderten.

Trotzdem die Hallen aus Stein und nur wenig Holz erbaut waren, war es beinahe wohlig warm darin und als Sarnir, Leriel und die anderen Jäger gemeinsam mit ihr ein kleines Mahl einnahmen, fühlte sie sich seit langem wieder einmal richtig wohl.

"Quel kaima- das heißt gute Nacht auf Sindarin", verabschiedete sich Sarnir und er und sein Bruder verbeugten sich tief vor ihr, bevor die Gruppe sich auflöste und einige Dienerinnen anfingen, den Tisch abzuräumen.

Einer von ihnen trug Sarnir auf, sie in ihr Zimmer zurückzuführen. Ihre Befürchtung, vor den König geführt zu werden, erwies sich als unbegründet. "Thranduil hat wichtige Geschäfte zu regeln- die Weinlieferung für den vergangenen Monat ist ausgeblieben, und wie du dir denken kannst liegen ihm die Wachen nun schon seit Wochen in den Ohren." Leriel grinste vielsagend und nickte zustimmend.

"Davon kann ich ein Lied singen. Ich bin Kerkerwache und bestehe auf einen Schlummertrunk nach einem anstrengenden Arbeitstag!" Oxana starrte ihn an.

Er war ein Wärter.

Ihre Finger begannen sachte zu zittern.

Sie lächelte gezwungen, nickte abgehackt.

Sarnir lachte leise. "Du bist sozusagen ein unzulässiger Gast am Hof, aber ich denke, für eine Nacht werden wir dich ungestraft hier schlafen lassen können."

Die beiden verbeugten sich höflich, dann verließen sie die Hallen. Ein Tag, dann würde sie gehen und sich wieder ihrem Beruf zuwenden können. Ein Opfer, das sie gerne brachte, denn es bedeutete gutes Essen und eine ruhige Nacht in einem Bett- ein BETT!

Darüber hinaus bot sich ihr die einmalige Chance dar, den Palast zu erkunden. Falls es nötig sein würde, in das Gebäude einzudringen, würde sie über Ausgänge und mögliche Verstecke Bescheid wissen. Oxana wartete eine Weile auf einem Sessel sitzend, dann wurde es ihr zu langweilig und sie half den beiden elbischen Frauen dabei, das Geschirr in die große Küche zu tragen.

Während Lyria, die dunkelblonde Elbe , die sich um sie kümmern sollte und eine weitere Dienerin summend den Abwasch erledigten stand Oxana neben dem Herdfeuer vor ein paar Töpfen und Pfannen und naschte von den Resten des Males. Es hatte unter anderem geschmorten Fisch gegeben mit Knollen und irgendwelchen Wurzeln, die ganz vorzüglich schmeckten, und sie konnte nicht genug davon bekommen.

Sie war so vertieft in ihr Schlemmen, dass sie gar nicht bemerkte, wie die Tür aufging und zwei Elben in die Küche traten.

Erst als Lyria und die andere Elbe plötzlich ihre Händen an den Schürzen abwischten und ein gestammeltes : "Mae govannen, cynn nîn, mae govannen hiril nîn![seid gegrüßt, mein Prinz, seid gegrüßt, meine Dame]", hervorbrachten, hob sie den Kopf.

Es waren eine schwarzhaarige Elbe mit grünen und ein blonder Elb mit himmelblauen Augen. Beide trugen sie äußerst schöne und kostbare Gewänder, die wohl auf ihre hohe Abstammung hinweisen sollten.

Die Frau trug ein langes, weißes Hemd und dazu einen dunkelgrünen, mit silbernen Blättern und kleinen Edelsteinen bestickten Rock, während der Mann eine silberne Tunika mit schwarzen Verzierungen und eine schwarze Hose trug.

An einem Arm trug er zusätzlich eine wunderschön gearbeitete Schiene aus reinem Mithril, zwar stabil aber offensichtlich eher als Schmuck gedacht.

Er nickte den beiden Frauen zu, die dunkelhaarige Elbe lächelte andeutungsweise- keiner von ihnen schien Oxana in ihrer Ecke zu bemerken.

"Alae Lyria! Lugin. Annach nin i halph?[Hallo Lyria! Ich habe Hunger. Gibst du mir etwas Suppe?]. Die Augen der Elbe stachen unangenehm aus ihrem blassen Gesicht hervor, verliehen ihr den durchdringenden Blick einer Katze.

Schuld daran waren vermutlich die Unmengen an schwarzer Farbe, die ihre Augen umrahmten wie zwei dunkle Faustabdrücke. Lyria nickte hastig, eilte zu einem Regal und kramte ein Teller hervor, in das sie die vom Mahl übriggebliebene Suppe hineinschöpfte um es der Elbe mit demütig gesenktem Haupt zu überreichen.

Der Mann nickte ihr dankbar zu und Lyria machte sich eiligst wieder an die Arbeit, vermutlich, um nicht faul zu wirken.

Die andere Dienerin allerdings stand noch einige Sekunden lang regungslos da und starrte den Mann an, als säße ihm irgendein hässliches Tier im Gesicht oder als wäre sonst was ganz besonders an ihm.

Oxana runzelte die Stirn. Sie fand, dass Sarnir besser aussah als dieser Elb. Erst als Lyria ihre Freundin an der Schulter packte und herumriss, kehrte wieder Leben in die Frau zurück. Ihre Wangen allerdings behielten ihre tiefrote Farbe.

Oxana schüttelte innerlich den Kopf. Schulterzuckend wandte sie sich wieder dem Essen zu.

Sie bemitleidete Rawen und Silaid, die wohl gerade frierend im Düsterwald hockten und sich kein Feuer anzumachen getrauten, aus Angst, entdeckt zu werden.

Gerade hatte sie ein ziemlich großes Stück Fisch aus der Pfanne gefischt und näherte es ihrem geöffneten Mund, als ihr jemand auf die Schulter klopfte.

"[Mein Essen ist kalt. Wärm es auf.]**". Oxana starrte verständnislos in das schmale Gesicht der schwarzhaarigen Elbe.

"Häh?" "[Du sollst mein Essen aufwärmen!]" Es klang etwas aggressiv und sehr herrisch. "Ich- spreche- kein - Sindarin", versuchte Oxana sich zu verständigen und nahm beide Hände zu Hilfe, um der schwarzhaarigen Elbe zu bedeuten, dass sie kein Wort verstand. Dabei rutschte ihr das glitschige Stück Fisch aus den Händen und landete auf dem schneeweißen Oberteil der schönen Dame.

Die Frau sprang mit einem entsetzen Kreischen, das dem Schrei eines Adlers in seiner Tonhöhe sehr nahe kam, zurück.

"Pass gefälligst auf, du Bauerntrampel!", fluchte sie ungehemmt auf Westron und zupfte das Fleisch mit spitzen Fingern von ihrem Dekolté, "weißt du eigentlich wie wertvoll diese Bluse ist? Das soll dir von deinem Lohn abgezogen werden!"

Oxana konnte sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen. Die zornfunkelnden Augen der Frau ließen sie kalt, amüsierten sie eher.

"Wenn's sein muss", meinte sie schulterzuckend und bemerkte, dass die beiden Dienerinnen sie entsetzt ansahen und ihr mit panischen Gesten etwas zu mitzuteilen versuchten.

"Entschuldige dich gefälligst für dein Ungeschick, du Tölpel!", verlangte ihr grünäugiges Gegenüber.

Oxanas Augenbraue wanderte nach oben. Sie mochte die Art nicht, auf welche die Elbe mit ihr sprach. Trotzdem murmelte sie ein undeutliches : "Tschuldige" und wandte sich wieder ihrem Essen zu.

Sie hatte keine Lust, einen Streit vom Zaun zu brechen.

"DAS IST DOCH DIE HÖHE!"

Oxana zuckte erschrocken zusammen, so laut gellte der Schrei der Frau durch die Küche. "Beruhige dich, Nîthiel****!"

"Siehst du denn nicht was sich diese Göre leistet? Du kannst doch ein solches Verhalten nicht billigen!" "Sie ist sicher neu hier, nicht wahr? Sie weiß wahrscheinlich nicht, wem sie hier gegenübersteht."

Eine kräftige Hand legte sich auf ihre Schulter und zog sie herum.

Der Mann schien die Ruhe selbst zu sein, ein krasser Gegensatz zu seiner zornesroten Begleiterin.

"Wie heißt du?"

"Oxana".

"Gut, Oxana. Dies hier ist Lady Nîthiel, meine Verlobte. Und nun entschuldige dich bei ihr."

Langsam aber sicher begannen die beiden ihr auf den Geist zu gehen.

Aber wenn sie danach wieder weiteressen konnte, sollten sie ihre dämliche Entschuldigung haben.

"Entschuldigt, Lady Nîthiel."

Die beiden Dienerinnen atmeten hörbar erleichtert auf und auch der Mann lächelte, nahm den Teller Suppe, den seine Verlobte zur Seite gestellt hatte und hielt ihn Oxana hin.

"Und nun wärm die Suppe auf, wie die Lady es dir befohlen hat." "

Und wenn Ihr euch auf den Kopf stellt- nein." Lyria wieselte rasch zu ihnen und hob bittend eine Hand. "Herr, ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor. Oxana ist..." "Nein, Lyria, es ist keine Ausrede, wenn sie erst seit kurzem auf dem Hof ist. Sie hat zu gehorchen!"

Oh, es schien als könnte der Elb doch zornig werden!

"Aber Herr...!" "LYRIA!", donnerte er. Die Dienerin zuckte zusammen und wich mit eingezogenem Kopf zurück. Der Mann sah Oxana fest in die Augen. Sie hielt seinem Blick mühelos stand, stemmte sogar die Arme in die Hüften. Soweit hatten sie es schon, dass sie irgendwelchen Elben die Suppe aufwärmen sollte!

"Ich befehle dir, die Suppe aufzuwärmen", sprach der Elb gefährlich leise. Nîthiel grinste triumphierend hinter dem Rücken ihrs Verlobten.

Oxana lachte auf. "Ihr habt mir nichts zu befehlen, Spitzohr!" In ihren Augen loderte Kampfgeist auf, während die seinen sich vor Unglauben weiteten und sein Mund sich mit einem hörbaren "Pop!" öffnete. "Ich habe mich wohl verhört?" Er lächelte, sichtlich um seine Selbstbeherrschung bemüht.

Oxana schüttelte energisch den Kopf, reckte das Kinn nach vor und lächelte kühl.

"Das habt Ihr nicht, Elb. Niemand hat mir zu befehlen, was ich zu tun habe. Schon gar nicht irgendein dahergelaufener Elb mit seiner überschminkten Verlobten!"

Nîthiel sog scharf Luft zwischen den Zähnen ein. "Lass mich, Legolas", zischte sie und schob den Elb kurzerhand beiseite, um vor Oxana Aufstellung einzunehmen, "ich werde ihr eine Lektion erteilen, die sie ihren Lebtag lang nicht vergessen wird!" Und damit stürzte sie auf Oxana los. Oxana machte einen raschen Schritt beiseite und versetzte der Frau gleichzeitig einen gezielten Tritt in den Rücken, der sie gegen die Wand schleuderte und kurz benommen werden ließ.

"Wo habt Ihr euch denn DIE gebändigt?", fragte Oxana den Elben und band ihr rotes Haar gemächlich zu einem festen Knoten, bevor Nîthiel erneut kreischend auf sie zugestürmt kam und gemeiner Weise versuchte, ihr das Gesicht zu zerkratzen.

Oxana gelang es zwar, ihre Hand beiseite zu schlagen, allerdings blieb eine lange, blutende Wunde auf ihrer Wange zurück. Der Schmerz ließ sie noch aggressiver werden und als sie das helle Blut über ihr Hemd fließen sah, packte sie eine Pfanne, um sie der Frau über den Schädel zu ziehen.

Sie kam nicht dazu: Legolas hatte ihr Handgelenk gepackt und ihr die "Waffe" aus den Händen gerissen. Wütend trat sie nach ihm, doch er wich ihren Tritten geschickt aus, verdrehte ihren Arm so brutal, dass sie vor Schmerz aufheulte und sich im nächsten Moment fand sie sich zwischen Küchentisch und Elb eingeklemmt.

Sie stöhnte leise, als er seinen Griff verstärkte und ihr den Arm noch weiter nach oben bog. Genau in diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und Sarnir und Leriel kamen hereingestürmt, gefolgt von den beiden Dienerinnen.

"AUFHÖREN!" "Wachen, helft uns! Das Mädchen hat mich angegriffen!", beschwerte sich Nîthiel mit unangenehm hoher Stimme, die sie wohl immer hatte, "sie wollte mich töten!" "Töten?" Weder Sarnir noch Leriel schienen sorecht glauben zu können, was sie da hörten.

"Ach Unsinn!", begehrte Oxana auf und drehte den Kopf, soweit es ihr möglich war, "diese Ziege hat geglaubt, ich würde für sie kochen!"

Die beiden Frauen warfen einander Blicke zu, die Feuer zu Eis hätten erstarren lassen, während die Männer vielsagende Blicke tauschten. Schließlich war es Legolas, der das eisige Schweigen brach. "Wer ist sie? Ich habe sie noch nie zuvor hier gesehen!" Noch ein Zentimeter und er würde ihr den Arm brechen. "Lasst...mich zu erst einmal los!", keuchte sie.

Zögernd folgte er, blieb aber hinter ihr stehen.

"Wer ist sie?", wiederholte er herrisch. "Sie ist erst heute im Düsterwald angekommen. Sie ist das Mädchen, das wir vor den Orks gerettet haben." Legolas musterte sie kühl, während Nîthiel an seine Seite gelaufen kam und sich bei ihm einhakte.

"Die, die fast an dem Brot erstickt wäre?"

Die Elbenbrüder nickten grinsend. Wie es aussah hatte die Kunde vom Neuankömmling bereits ihre Runde im Palast gemacht. Oxana spürte, wie sie rot anlief. "Und wer sind die zwei?" Sie zeigte auf das Pärchen, "Sicher Adelige! Die beiden führen sich auf wie irgendwelche Könige!"

Sarnir lächelte ihr verzeihend zu, als hätte sie etwas äußerst Dummes gesagt.

"Das ist auch ihr gutes Recht als die zukünftigen Herrscher über den Düsterwald. Oxana- dies ist Prinz Legolas vom Düsterwald und seine Verlobte Lady Nîthiel aus Lórien. Nîthiel, Prinz- dies ist unser Gast- Oxana aus Edoras."

*gibt es eigentlich 2 Hallen des Feuers? Keine Ahnung. ** diese [Klammern]sollen bedeuten, dass der Text hier in Sindarin, bzw. einer anderen Sprache steht. Nur so.

***Sornir= sind. F. "Fels"

*** Nîthiel= Frau der Jugend (sind.)