12. Kapitel

Oxana war kein Mensch, der sich leicht Angst einflößen ließ. Natürlich, immerhin hatte sie die letzen Jahre damit zugebracht, die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele kennen zu lernen.

Sobald man wusste, wozu ein Mensch fähig war, wenn er sein Gewissen verloren hatte, begann man Dingen wie mehrmaliges, absichtliches Anrempeln, gestellte Beine und ein paar Schlangen im Bett eine geringfügigere Bedeutung beizumessen.

Nîthiel hatte sich immerhin auch immer höflich bei ihr entschuldigt, wenn ihr Ellbogen wieder einmal zufällig in Oxanas Auge gelandet war.

Oder als sie Oxana die halbe Treppe hinuntergeworfen hatte, weil sie selbst den Halt verloren und sich an Oxana festhalten hatte wollen. Die Schlangen allerdings, so behauptete sie, mussten wohl schon vorher an Bord gewesen sein. Und sie sollte es ja nicht wagen, ihr so etwas in die Schuhe zu schieben, sonst würde sie die wahre Nîthiel kennenlernen.

Und irgendwie jagte diese Drohung Oxana wirklich ein wenig Angst ein. Aber nur ein ganz klein wenig.

Nach dem ersten Tag ging es ja noch, sie hatte bloß zwei kleine blaue Flecken durch einen unglücklichen Zusammenstoß mit dem Schiffmast. Am Abend des zweiten Tages hatten sich ein Veilchen, ein verrenkter Fuß und ein verstauchtes Handgelenk (der Treppensturz, der Ellbogen) hinzugesellt.

Es war der Abend des zweiten Tages, und Oxana hatte sich fest vorgenommen, Nîthiel am nächsten Tag zur Rede zu stellen. So konnte es nicht weitergehen, auch wenn es nur noch zwei Tage dauern würde, bis sie Edoras erreicht hatten.

"Eine Nacht, so klar wie schon lange nicht mehr", sagte Legolas, ohne den Blick vom glasklaren Sternenhimmel zu senken. Der Wind spielte sanft mit seinem Haar. Es schillerte silbern im fahlen Licht des zunehmenden Mondes. Obwohl es eiskalt war, schien ihm nicht kalt zu sein. Oxana hingegen zitterte wie Espenlaub- vor Kälte.

"Jaa..seeeehr klaar", bestätigte sie mit klappernden Zähnen und rieb sich die Schultern, dann die Hände, und schließlich die Wangen, die bereits stark gerötet waren.

In dieser Nacht war ihr zu viel durch den Kopf gegangen, als dass sie schlafen hätte können. Sarnir, Obhart und Nîthiel waren bereits vor Stunden zu Bett gegangen. Nicht zum ersten Mal fragte Oxana sich, wie Elben eigentlich schliefen. Rawen pflegte, sich auf einen Stuhl zu setzen und vor sich hin zu dösen. Dabei war sie weder richtig wach noch schlief sie, es war eher ein seltsamer Dämmerzustand, aus dem sie jeden Moment wieder erwachen konnte.

Oxana aber hatte sich lange unruhig in ihrem Bett gewälzt, bevor sie leise an Deck geschlichen war, um alleine zu sein und ihren erhitzten Kopf an der eisigen Nachtluft zu kühlen.

Doch wie es aussah, war sie in dieser Nacht nicht die einzige, die Ruhe und Abgeschiedenheit suchte.

Zitternd lauschte sie dem Klang der Wellen, dich sich in der Dunkelheit unter ihnen rauschend am Schiffsbug brachen. Gestern hatten sie die Ebene des Celebrant passiert. Wäre es hell gewesen, hätte man weit ihm Norden die Stelle gesehen, an der sich der Limklar mit dem großen Strom vereinigte. Zu ihrer Linken erstreckten sich die braunen Lande, ein wüstes, ödes Gebiet im Herzen Rhovanions. Es erstreckte sich vom südlichen Ende des Düsterwaldes bis zum Gebirge Emyn Muil, dessen Ausläufer sie in der Dämmerung bereits gesehen hatten. Zu ihrer Rechten wellte sich die Landschaft. Hier befanden sich das Hügelland, oder Wold, wie die Einheimischen es nannten, und Ost Emnet, ein Teil Rohans den sie durchreiten würden, um nach Edoras zu gelangen.

Aber Oxana zweifelte daran, dass die Söldner sie so weit kommen ließen.

Möglicherweise würden sie bereits morgen von einer Horde Blutjäger in Empfang genommen werden, wenn sie an den Ausläufern des Sarn Gebirges* das Schiff verließen.

Viele Fragen gingen ihr durch den Kopf. Wie würden Rawen und die Söldner vorgehen? Was sollte sie tun, um sich selbst am besten zu schützen? In die Wälder flüchten, wenn sie an Land gegangen waren? Jedoch waren die Wälder in den Bergen ebenfalls nicht ungefährlich.....

Sie würde mit Rawen reden und ihr erklären, was geschehen war, und dass sie keine Schuld daran hatte. Genau das würde sie tun. Aber was, wenn Rawen nicht bereit war, sich umstimmen zu lassen?

Und wann würden sie endlich dieses köstliche Bauchstück essen, das Obhart in der Kombüse hütete wie einen wertvollen Schatz?? Im Gasthaus hatte sie es versäumt, etwas anderes als das elbische Reiseproviant zu sich zu nehmen, was sie inzwischen bitter bereute. Nichts gegen Fisch, Obst und Gemüse- aber mit der Zeit begann sie dieser elbischen Schmalkost überdrüssig zu werden....

"Siehst du dort?" Oxana erschrak fürchterlich. Sie hatte den Elb neben sich total vergessen.

Legolas wartete, bis sie zu ihm hinsah. Dann zeigte er nach Osten, Siehst du diese hellen Sterne? Das sind die Remmirath**" Oxana blies sich in die Hände und murmelte: "Die Remmirath...in meiner Sprache nennt man sie die Netzsterne." "Du scheinst dich da oben auszukennen!", lobte Legolas, seine Verwunderung nicht verbergend.

"Nun, ich habe viele verborgene Talente", schmunzelte Oxana geheimnisvoll. Sie warf dem Elben einen kurzen Seitenblick zu. Zum ersten Mal seit sie einander kannten, bat sich ihnen die Möglichkeit dar, sich ungestört von Spinnen, lästigen Verlobten, mordlustigen Blutjägern oder Giftanschlägen (...) zu unterhalten.

Ob ihm auch so seltsam zumute war wie ihr?

"Erzähl mir von dir", verlangte Legolas plötzlich und wandte ihr sein Gesicht zu.

"Von mir?", wiederholte Oxana verwirrt, und Legolas nickte ermunternd.

"Du hast mir das Leben gerettet- schon zweimal. Gestern war ich dem Tod so nahe wie noch nie. Ich hatte Angst wie noch nie zuvor in meinem Leben." Seine Augen wurden dunkel, sein Gesicht ernst. Es hatte diesen Ausdruck an diesem Tag bereits öfter angenommen. Etwas an ihm hatte sich verändert. Es war nicht bloß dieser nachdenkliche Blick. Ihr war aufgefallen, dass er nur noch selten lachte. Oxana verspürte einen schwachen Stich. Es war ihre Schuld.

"Ich wusste, was du fühltest", begann sie zögerlich, "und ich wollte nicht, dass er dich holt."

"Der Tod?"

Sie nickte. Sie wollte nicht weiter darüber sprechen. Es bereitete ihr Unbehagen.

Legolas schien das zu spüren und kam auf seine Bitte zurück.

"Erzähl ! Hast du eine Familie ? « Woher wusste er bloß immer, was er sagen musste? Er war unglaublich einfühlsam, schien ihre Gedanken lesen zu können. Selbst Aragorn hatte ihre Signale nicht so gut deuten können wie dieser Elb. Er war ihr unheimlich. Vielleicht konnte er ja wirklich in ihren Kopf sehen.

Oxana zögerte mit einer Antwort. Sie lief Gefahr, sich in Widersprüche zu verwickeln, wenn sie weitersprach.

"Mein Vater starb, als ich vierzehn war. Er und drei andere tapfere Männer wurden bei einem Orkangriff getötet. Sie hatten den König auf einer Reise nach Gondor begleitet und wurden im Gebirge überfallen...." Sie machte eine kurze Pause und starrte auf ihre Hände hinab. Was tat sie hier? Es war wie verhext! Sie hatte angefangen zu sprechen, und aus irgendeinem Grund konnte sie nicht wieder damit aufhören.

"Mein Bruder Rion verschwand noch im selben Jahr, und mit ihm ein ganzer Jägertrupp, der in den weißen Bergen unterwegs war. Monate später tauchten einige von ihnen wieder in Edoras auf. Rion war nicht dabei. Keiner der Männer konnte sagen, was mit ihm geschehen war. Sie erzählten von Trollen, die sie angegriffen und einige von ihnen mit sich genommen hatten. Nach dem Angriff hatten sie sich verstecken müssen und einen langen Umweg in die Stadt zurück genommen.".

Oxana seufzte leise. Ihre Mutter hatte sich damals den halben Tag lang in ihr Zimmer eingesperrt. Als sie herausgekommen war, hatte sie gelächelt, als wäre nichts geschehen, und hatte wieder mit ihrer Arbeit begonnen. Kein Wort war zwischen ihnen über das Geschehene gefallen. Sie sprach weiter: "Einer der Männer hatte den Verstand verloren. Eines Morgens sagte man mir, dass er in der Nacht meiner Mutter seinen Dolch in den Leib gestoßen hatte. Sie war Heilerin gewesen und hatte seine Wunden versorgen wollen. Einer ihrer Kollegen teilte mir mit, dass ich nun eine Waise wäre."

Ihre Hände ballten sich, ohne dass sie es merkte, zu Fäusten und ihre Lippen pressten sich zu einem dünnen Strich zusammen. Nicht, dass sie noch getrauert hätte. Dazu lag alles schon viel zu lange zurück. Sie war schon vor Jahren damit fertig geworden. Der Zorn war es, der ihre Züge verdüsterte. Der Zorn über das, was infolge der Hartherzigkeit der Menschen mit ihr geschehen war. Und was aus ihr geworden war....

"Hattest du denn keine Verwandte, zu denen du gehen konntest?", erkundigte sich Legolas.

Sie schüttelte den Kopf. "Unsere ursprüngliche Heimat war Ithilien, dort lebten auch all unsere Freunde und Verwandten. Als die Dunkelheit in Mordor wuchs, flüchteten sie und wir verloren uns aus den Augen. Und selbst wenn ich wollte, könnte ich sie nicht mehr finden, denn ich war ein Kleinkind als wir Ithilien verließen und kann mich an kaum jemanden erinnern."

"Und was ist mit deinem Onkel im Ered Mithrin?"

Oxana blinzelte. "Welcher O....?"

Sie biss sich auf die Zunge. "Ähm....von ihm erfuhr ich erst sehr viel später durch Zufall", antwortete sie schnell.

Legolas schien nichts gemerkt zu haben. Sie atmete innerlich auf.

"Und danach?"

"Nun, weißt du, es war erstaunlich, wie schnell die Türen vor meiner Nase zugeschlagen wurden, wenn ich an ihnen klopfte. Vorausgesetzt, sie wurden überhaupt geöffnet. Es hieß, ich sei alt genug, um alleine für mich zu sorgen, ich sei schließlich kein Kind mehr, und man hätte keinen Platz für mich. Du kannst dir vorstellen, wie fassungslos ich war."

Legolas nickte mitfühlend. "Dann gab es also niemand, der sich deiner annahm?"

"Oh, doch, doch. Ich verließ Edoras und fand nach langer Suche schließlich einen Menschen, der mich aus Mitleid zu sich nahm. Ein Bauer aus Rohan. Ich musste als Magd bei ihm arbeiten und bekam dafür Unterkunft und Essen. Ich lebte drei Jahre auf dem Hof. Doch noch hoffte ich darauf, dass mein Bruder am Leben war, und als ich alt genug dazu war, verließ ich den Hof und zog allein ins weiße Gebirge, um nach ihm zu suchen. Ich war eine kleine Närrin, kannte die Berge nicht und hatte keine Ahnung, was ich da eigentlich tat. Um ein Haar hätte ich mir in diesen verfluchten Bergen den Tod geholt. Ein paar Waldläufer lasen mich auf, abgemagert und halb erfroren in einer Höhle liegend. Und so wurde ich zu einer Waldläuferin. Dieses Volk ist mir bis heute das Liebste von allen geblieben."

Sie verstummte und grinste Legolas breit an. "Genug, um ein Buch darüber zu schreiben, nicht wahr?"

Legolas verzog amüsiert den Mund. "Na ja, ein ganz dünnes vielleicht".

Aber in seinen Augen sah sie, dass ihre Geschichte ihn schon längst gefesselt hatte und sie hatte gemerkt, wie aufmerksam er ihren Worten gelauscht hatte. Nun ja, Elben waren ja bekannt für ihre Neugierde und ihren schier unstillbaren Wissensdurst.

"In den folgenden Jahren bereiste ich zahllose Länder und Städte, lernte die Menschen und ihre Sitten kennen....doch ich gebe zu, von den Elben habe ich nicht allzu viel gesehen. Mein Leben spielte eher im Westen."

"Die Zauberinseln....", Legolas nickte, "und wie lerntest du Aragorn kennen?", fragte er unvermittelt.

"Oh!" Oxana grinste. "Den habe ich ja ganz vergessen. Ich kannte ihn bereits als kleines Mädchen, er diente unter dem Namen Thorongil an Thengels Hof...damals lehrte er mich das Kämpfen mit dem Schwert. Mein Vater hatte darauf bestanden, dass ich in dieser Kunst unterrichtet werde, wofür ich ihm bis heute dankbar bin. Nach dem Tod meiner Familie verloren Aragorn und ich uns aber aus den Augen und trafen einander erst Jahre später in den blauen Bergen wieder."

"Wenn ich dich so reden höre, könnte man meinen, dass..." Er räusperte sich und legte den Kopf schräg, "ihr beide wart doch nicht etwa....?"

Oxana zögerte sekundenlang, dann nickte sie. Die beiden Männer waren gute Freunde, sehr gute sogar. Sie konnte ihm sicherlich vertrauen.

Legolas Kinnlade klappte nach unten. "Aber was ist mit Arwen?! Aragorn war doch schon immer in sie verliebt!"

Oxana nickte traurig. "Und das war er auch damals. Darum trennten wir uns bald."

Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen.

Aragorn....er war wohl der einzige Mann gewesen, den sie jemals wirklich geliebt hatte. Es war eine kurze, aber glückliche Zeit gewesen, die sie um nichts missen wollte, und sie waren in Freundschaft voneinander geschieden. Aragorn hatte ihr damals mehr gegeben als seine Liebe, die sie für kurze Zeit erblühen hatte lassen.

Sie war ihm seltsamerweise nie böse gewesen- auch jetzt nicht, dazu mochte sie ihn zu sehr. Bloß die Trauer war geblieben, die kam, wann immer sie an ihn dachte.

Sie sah zu dem Elben hinüber, doch der hatte das Gesicht zur Seite gedreht. Ein ungutes Gefühl begann sich in ihr breit zu machen. Hatte sie gerade etwa einen Fehler gemacht? Er würde doch nicht Arwen davon erzählen? Allerdings durfte ihn eine solche Offenbarung doch nicht allzu sehr überraschen- wer glaubte schon, dass ein Mann in seinen besten Jahren jahrzehntelang enthaltsam leben würde? Verhielt es sich bei den Elben etwa anders?

Der Elb unterbrach ihre Gedanken. "Keine Angst, euer.... Geheimnis.... ist gut aufgehoben bei mir."

Seine Stimme klang seltsam ausdruckslos. Oxana runzelte alarmiert die Stirn, doch noch immer drehte er sein Gesicht wie durch Zufall so, dass es unmöglich war, eine Regung davon abzulesen.

"Erzähl weiter!", forderte Legolas sie auf und schenkte ihr ein Lächeln, das sie ihm um ein Haar abkaufte.

Mehr konnte sie nicht erzählen. Nach der Trennung von Aragorn war die alte Oxana gestorben, und mit ihr jegliche Naivität und Gutgläubigkeit.

Sie hatte eine zeitlang versucht, sich als Kriegerin in die Dienste von Königen zu stellen, doch keiner wollte eine Frau in seinem Heer haben. Irgendwann hatte sie damit begonnen, Orks und Verbrecher zu jagen, welche Städte bedrohten und Menschen getötet hatten. Von der Belohnung hatte sich gut leben lassen.

Eines Tages war sie einer grünäugigen Blondine über den Weg gestolpert, die zufällig auf genau dieselbe Orkbande Jagd machte, hinter der sie gerade hergewesen war.

Ihr Name war Rawen, und sie war die erste Elbe, die Oxana je zu Gesicht bekommen hatte.

"Wir werden ja sehen, wer schneller ist", hatte Rawen damals gesagt. Eine Wette wurde abgeschlossen: Diejenige von ihnen, welche die Orks zuerst aufspürte, würde zwei Drittel der Belohnung einheimsen.

Natürlich war Rawen schneller gewesen. Und von jenem Tag an hatte Oxana stets versucht, die Elbe zu übertreffen, egal in welcher Hinsicht.

Später waren sie auf Silaid gestoßen, der damals noch wesentlich kleiner und ungefährlicher gewesen war, und hatten ihn in ihre Gruppe aufgenommen.

Und eines Tages hatte sie ein Ruf aus Dûnland ereilt. Sie sollten einen entflohenen Spion für die Dûnländer einfangen......

"Danach geschah nichts Besonderes mehr", antwortete Oxana lächelnd und verbarg ihre Hände unter ihrem Mantel. Sie hatten zu zittern begonnen.

"Ich reiste weiter umher und irgendwann stieß ich dann auf meinen Onkel, bei dem ich ab und zu eine zeitlang wohnte." "Und wie hast du dir dein Brot verdient, wenn du alleine warst?" "Ich jagte." Das zum Beispiel war keine Lüge. Auch wenn der Elb unter "jagen" etwas vollkommen anderes verstand als sie meinte.

Sie verlagerte ihr Gewicht von einem Bein auf das andere, wobei sie Acht geben musste, ihren verstauchten Fuß nicht zu sehr zu belasten. Es hätte sie nicht gewundert, wäre das Schiff plötzlich angehalten, weil der Anduin zugefroren war.

Legolas öffnete plötzlich die Spange, die seinen grauen Mantel an der Brust zusammenhielt und breitete ihn über ihre Schultern.

Oxana schauderte, als er dabei flüchtig über ihren Hals streifte und wieder einmal begann es an der Stelle, wo er sie berührt hatte, fast schmerzhaft zu kribbeln.

Dann aber zog er seine Hand zurück, lächelte und sah wieder zu den Sternen auf.

"Du hattest ein ereignisreiches Leben, für dein Alter", murmelte er.

"Wer weiß? Vielleicht habe ich das alles eben erfunden und dich die ganze Zeit an der Nase herumgeführt..." Abwartend beobachtete sie ihn. Legolas zuckte mit den Schultern. "Kann sein. Aber ich vertraue dir. Warum sollte ich dir auch misstrauen?"

Sie blinzelte verständnislos. Sie verstand diesen Elben nicht. War es das, was einem Jahrtausende Lebenserfahrung lehrten? Sein Vertrauen willkürlich an Fremde zu verschenken?

"Und wenn ich nun wirklich so böse bin wie Nîthiel es sich einbildet? Wer weiß- vielleicht bin ich bloß hier, um dich umzubringen."

Legolas lachte leise und schüttelte den Kopf. "Wenn du das wolltest, hättest du es schon längst getan", behauptete er leichthin.

Sie schwiegen beide und beobachteten den Himmel. Der eiskalte Wind konnte ihr nun nichts mehr anhaben- der Elbenmantel wärmte ausgezeichnet, obwohl er sehr dünn war. Unbewusst schmiegte sie sich in das weiche Gewebe.

Vielleicht hat er ja Recht, dachte Oxana schaudernd. Vielleicht hatte sie ihn nie töten wollen.

Noch lange standen sie nebeneinander da und redeten, bevor die Sonne sich im Osten über die braunen Lande erhob und den Anduin in ein glitzerndes Band verwandelte, das sich wie geschmolzenes Silber durch die Ebene schlängelte. **************************************************************************** **** *Rammirath(sind.)=Netzsterne/vernetzte Sterne(westr.), (weit im Osten) : Wir kennen sie unter dem Namen "Plejaden". Offener Sternhaufen im Sternbild des Stieres, in dem man bis zu 11 Sterne mit bloßem Auge erkennen kann. Ich wär furchtbar stolz und superintelligent wenn diese Informationen auf meinem Mist gewachsen wären. Sind sie aber nicht. Hab im Lexikon & im Internet nachschlagen/suchen müssen. N a c h w o r t :

Und, wie habt ihr das Kap gefunden? Da wurde ziemlich viel geredet, oder?? Wir brauchen wieder mal ein Kap, wo was passiert, oder? Ich finde schon- und ich hab auch schon eine Idee!!! Ich war bereits versucht, die Leonado di Caprio/Cate Winslet- stehen mit ausgestreckten Armen auf dem Bugspriet und halten sich für die Könige der Welt- Szene zu veräppeln. Außerdem hätte ich die beiden endlose Diskussionen über Sternbilder und den Sinn des Lebens führen lassen können. Stattdessen hab ich lieber was Sinnvolles geschrieben ;-)

Sorry für diese verspätete Verspätung eines verspäteten Updates! Aber auch ich habe (man glaubt es kaum!) ein Privatleben= Stress, Streit, Schule....