Von Nîthiels Märchenstunde

********** *********************************** ************************* ***

V o r w o r t :

Endlich wieder im Internet!!! * denbodenküss*

Leider hatte ich Probleme mit dem auf- die - Diskette- Speichern und kann euch darum nur 2 neue kaps liefern. Aber in denen passiert dafür einiges....

Ich sage bloß: Ich hatte eine Menge zu tun in den Ferien. Mein Laptop ist futsch, er ist mir sozusagen "abgestürzt", bloß im wortwörtlichen Sinne....fragt bitte nicht wie ich das wieder geschafft habe. Auf jeden Fall sind sämtliche Daten und die nächsten 3 Kapitel auf Nimmerwiedersehen und für immer verloren und ich konnte alles noch mal neu schreiben.

Außerdem weiß ich jetzt: Es heißt Sarn Gebir und nicht Sarn Gebirge. Außerdem Sarnir und nicht Sornir.Außerdem stimmen die Zeitangaben (also fünf Tage für die Strecke Düsterwald- Edoras sind nämlich ein bisschen wenig, aber wurscht, wer schaut denn da schon drauf, ernsthaft?) nicht so richtig.

Danke für eure Reviews! Ich bedank mich jetzt immer allgemein bei allen, das find ich am fairsten. Also, ich freu mich total, dass ich offensichtlich jemandem die Sprache geraubt habe *gg * Außerdem möchte ich noch mal erwähnen, dass auch Mr./Ms. Anonym seine/ihre Kommentare abgeben kann, wenn er/sie möchte. Ich weiß selbst auf früheren Tagen, wie toll es ist, wenn so was möglich ist. Bloß: Bleibt schön höflich, meine Lieben!

@ alle die meine FF lesen- Ihr habt offensichtlich einen guten Geschmack ;- )

eure conna

************* ********************************************** ***************

Sie hätte misstrauisch werden sollen, als Nîthiel ihr Hilfe angeboten hatte.

Während sie mit langsamen, präzisen Schnitten das Bauchfleisch in zentimeterdicke Scheiben schnitt, schielte sie misstrauisch zu der Elbe hinüber.

Nîthiel stand einige Schritte neben ihr vor einem Regal voller Gewürzkistchen.

Obhart hatte sie vor wenigen Minuten in sein Heiligtum, die Kombüse, geführt und ihnen alles gezeigt. Der Raum war eng und mit einer Reihe Regale, Schränkchen und einer überdimensionalen Arbeitsplatte im Zentrum ausgestattet. Gleich neben der Tür prangte ein neuer, prächtig gekachelter Holzofen mit glänzender Ofenplatte.

Der Kapitän hatte ihnen stolz erklärt, dass er alles hier eigenhändig angefertigt hatte. Darüber hinaus hatte er ihnen eingebläut, dass ja alles an seinem ursprünglichen Platz zu sein hatte, wenn sie mit der Arbeit fertig waren.

"Mach du das, ich schaffe es nicht!", rief Nîthiel. Sie versuchte nun schon seit Minuten, die kleinen Gewürzkistchen aus ihren von Obhart entworfenen Halterungen zu lösen, hatte nun aber offensichtlich die Geduld verloren.

Oxana zögerte damit, das unterarmlange Tranchiermesser beiseite zu legen. Die stählerne Klinge hatte ihr ein unbewusstes Gefühl der Sicherheit verliehen. Ohne das Teil war sie völlig unbewaffnet, ihre Waffen trug sie nicht, wozu brauchte man auch Schwert und Armbrust in einer Küche?

Seufzend legte sie das Messer dann doch neben das halbaufgeschnittene Bauchfleisch und machte sich daran, selbst die beiden Kistchen mit Pfeffer und Salz aus dem Regal zu nehmen. Es erwies sich als kinderleicht, dies zu tun.

Als sie sich umdrehte hatte Nîthiel ihren Platz eingenommen.

Sie sah angeekelt auf den Braten hinunter.

Dann wanderte ihr Blick zu dem Messer hin. Oxana tat es ihr gleich. Eine Sekunde lang sahen sie einander an, dann sprangen beide Frauen wie auf Kommando gleichzeitig nach vor.

Die Elbe war näher und daher auch schneller. Ihre schlanken Finger umschlangen den dunklen Messergriff und hoben die Klinge auf.

Nachdenklich drehte sie das Messer in ihren blassen Händen und betrachtete es, als hätte sie noch nie zuvor ein solches Ding gesehen.

Oxana stellte die Gewürze achtlos beiseite und streckte eine Hand aus. "Ihr solltet mir das besser wieder geben", verlangte sie. Wachsam beobachtete sie jede einzelne Bewegung der Elbe.

Nîthiel sah auf. Ihre Augen funkelten belustigt. Sie blies sich eine Strähne aus der Stirn und schüttelte den Kopf. "Nein", sagte sie einfach. Sie senkte die Klinge und begann damit die hölzerne Arbeitsplatte zu ritzen.

Oxana spannte sich automatisch, als sie sah, mit welcher Sicherheit Nîthiel die Klinge führte.

Die knisternde Spannung, die plötzlich zwischen ihnen lag, schien fast greifbar zu sein.

"Nîthiel, Ihr...."- "SEI STILL!", donnerte die Elbe.

Oxana zuckte gegen ihren Willen heftig zusammen und wich gleichzeitig einen Schritt zurück. Das Gewürzregal klapperte, als sie dagegen stieß.

"Schön, siehst du, es geht ja", lächelte Nîthiel. Doch in ihren Augen blieb jenes bedrohliche Glänzen, das Oxana sagte, dass dies hier mehr als eine ihrer üblichen, nichts sagenden Streitereien war. Und die Art, auf die Nîthiel plötzlich das Messer gegen sie richtete, sagte ihr, dass die Elbe sehr wohl wusste, wie man eine solche Waffe zu halten und damit umzugehen hatte.

Vorsorglich hielt sie ihren Mund, während sie möglichst unauffällig nach einer passenden Waffe Ausschau hielt. Aber Obhart hatte in seiner voraussehenden Art alle Küchengegenstände in ein dafür vorgesehenes Kistchen gegeben- und dieses Kistchen hing hinter Nîthiel.

Die Elbe lächelte, als hätte sie ihre Gedanken erraten.

"Ich will dir nichts tun", lächelte sie, was aber Oxana seltsamerweise nicht beruhige, vielleicht lag es ja an dem blanken Messer in ihrer Hand, "ich will bloß, dass du mir einen Moment zuhörst."

Sie nahm das Messer und begann damit sanft über das Bratenstück zu streichen.

"Dieses Stück Fleisch", begann sie, "gehört mir."

Oxanas Augenbraue wanderte nach oben, sie legte verwirrt den Kopf schräg. "Soweit ich weiß gehört es Obhart", meinte sie.

"ICH SAGTE, DU SOLLST STILL SEIN!", schrie Nîthiel und hob die Waffe. Das wirkte. Oxana verstummte.

"Gut, also, dieses Fleisch gehört mir. Ich allein habe das Recht, es zuzubereiten, denn es gehört MIR. Jetzt ist es vielleicht noch roh und zäh- aber ich werde es würzen und kochen und dann wird es zart und wohlschmeckend sein, genauso, wie ich es will. Denn- egal wie es dir vorkommen mag- es gehört mir."

Gut, soviel hatte sie bisher auch begriffen. Aber nicht, worauf die Elbe eigentlich hinauswollte.

"Wenn ihm jemand zu nahe kommt, bekommt er es mit mir zu tun. Denn nur ich darf es bearbeiten. Verstehst du? Ich LIEBE , nein, mehr noch: Ich BEGEHRE es. Begreifst du, was ich damit sagen will?"

Oxana starrte sie einen Moment lang dumpf an. Dann nickte sie. Offensichtlich war es unter den Elben nicht üblich, eine solche Vorliebe für rotes Fleisch zu haben wie Nîthiel sie anscheinend hatte. Vielleicht galt es ja sogar als Verbrechen- sie kannte noch lange nicht alle Eigenheiten dieses Waldvolkes.

"Na gut, dann bereitet eben Ihr das Fleisch zu und ich kümmere mich um die Zuspeisen. Ich werde auch keinem davon erzählen, versprochen. Aber nun sollten wir weitermachen...." -

Sie machte einen Schritt auf Nîthiel zu, doch deren Gesicht verlor plötzlich alle Farbe. Sie hob die Klinge und rammte sie zornig in den Braten.

"Bei Illuvatár und all den Vallar!", krächzte sie, "wie kann man bloß so stumpfsinnig sein?!"

Oxana verstand nicht.

"Dann drücke ich es eben so aus, dass selbst du es verstehst: LEGOLAS - GEHÖRT - MIR! Er ist MEIN Verlobter! Ich weiß nicht, was in jener Nacht in der Scheune zwischen euch vorgefallen ist - und ich will es auch gar nicht. Doch du solltest dir eines merken: Lass ihn in Ruhe, wenn du heil in Edoras ankommen willst."

"Das hört sich wie eine Drohung an."

Nîthiel nickte. "Das IST eine Drohung! Ich kann es nicht ausstehen, wenn mir jemand meine Pläne durchkreuzt!"

"Eure Pläne? Welche Pläne denn?"

Nîthiel setzte zu einer Antwort an, dann riss sie die Augen erschrocken auf. "Das würde dir so passen!", lachte sie, "aber weißt du, du solltest mich besser nicht unterschätzen- du hast ja keine Ahnung, wozu ich fähig bin!"

Oxana runzelte die Stirn. An dieser Aussage hing wohl mehr Wahres als sie sich eingestehen wollte.

"Wollt Ihr mich etwa von einem Baum stoßen?"

Nîthiel starrte sie ausdruckslos an, dann nahm sie plötzlich erneut das Messer an sich und hielt es unter Oxanas Kinn. Dieser wurde es nun zu bunt, sie packte das Handgelenk der Elbe und wollte ihr die Waffe aus der Hand reißen. Nîthiel entrang sich ihrem Griff allerdings mit erstaunlicher Leichtigkeit.

"Setz dich dort hin!", befahl sie und fuchtelte mit dem Messer zum Küchenschemel hin. Oxana gehorchte, wenn auch widerwillig.

"Und nun werde ich dir eine kleine Geschichte erzählen", meinte Nîthiel, als sie sich gesetzt hatte. Sie lächelte fast mütterlich, hob das Messer, wie um ihr zu zeigen, dass sie nicht zögern würde, es zu benutzen und begann zu reden:

"Es waren einmal ein Prinz und eine Prinzessin, die einander inniglich liebten. Kurz bevor die beiden allerdings heiraten und den Thron besteigen konnten, schlich sich ein böser Mörder in die königlichen Gemächer und tötete den armen Prinzen. Die Prinzessin war furchtbar traurig und sehr zornig, denn sie hatte sich schon sehr auf den Thron und seine Freuden gefreut."

Nîthiel machte eine kurze Pause, in der sie ein lang gezogenes Seufzen ausstieß.

"Und natürlich auch auf ein Leben an der Seite ihres Geliebten", fügte sie fast hastig hinzu.

"Eines Tages lernte die Prinzessin den jüngeren Bruder des Prinzen kennen. Es dauerte lange, aber letztendlich verliebte auch er sich in sie und sie versprachen einander zu heiraten."

"Dieser Prinz heißt dann wohl Legolas und ist ganz zufällig Thronerbe. Wie praktisch", schob Oxana sarkastisch unter. Nîthiel schien sie nicht zu hören.

"Dreihundert Jahre lang brauchte sie, bis sie das Herz des Prinzen gewann", fuhr sie fort, "das ist selbst im Leben eines Elben keine kurze Zeit. Und darum ist die Prinzessin auch nicht gewillt, sich ihren Mann von irgendeinem dahergelaufenen Bauerntrampel aus Edoras abspenstig machen zu lassen. Das verstehst du doch sicher?"

DREIHUNDERT JAHRE?!?

Nîthiel hatte wirklich d r e i h u n d e r t l a n g e Jahre damit verbracht, sich bei Legolas einzuschmeicheln? Eine unvorstellbare Zeitspanne!

Seit wenigen Minuten hielt sie die Elbe für gefährlich. Nun aber hielt Oxana sie auch für verrückt.

Sie schluckte. Wie konnte man so viel Zeit damit verschwenden, jemanden an sich zu binden, der einen nicht liebte? Diese Bindung zwischen Legolas und Nîthiel war keine Verlobung, es war das Ergebnis eines z w e i h u n d e r t s i e b e n u n d s e c h z i g Jahre andauernden Projektes!

Andererseits...war regte sie sich so auf? Was kümmerten sie Nîthiels Machtgelüste und unmoralische Vorhaben? Sie war selbst alles andere als ein Kind der Unschuld und würde in ein paar Tagen all das hier weit hinter sich gelassen haben.

"Keine Sorge, die Prinzessin wird ihren Prinzen behalten", murrte sie, "und so ganz nebenbei hat der BAUERNTRAMPEL kein Interesse an dem Prinzen."

Nîthiel lachte hell auf. Oxana blinzelte verwirrt.

"Wenn das so ist, dann wirst du aufhören, dich mit ihm zu unterhalten. Du wirst für den Rest der Reise nicht mit ihm sprechen, weder über das Wetter noch von irgendwelchen Inseln in der westlichen See."

Die Elbe schien zu überlegen. Dann meinte sie: "Am besten wird es sein, wenn du ihn nicht einmal mehr ansiehst." Sie nickte, wie um sich selbst zuzustimmen.

Oxana schüttelte den Kopf.

"Nein. Ich habe eine bessere Idee: Ich werde morgen eure Gruppe verlassen und alleine nach Osgiliath weiterreisen. Alles, was ich von euch verlange, ist Wegzehrung und ein Pferd. Danach werdet ihr mich nie wieder sehen."

Nîthiel war eindeutig überrascht, aber schien diesem Vorschlag gegenüber nicht unbedingt abgeneigt zu sein.

Es erforderte Oxanas gesamte Überzeugungskraft, um Nîthiels Einverständnis zu erlangen, aber schließlich gelang es ihr.

Zufrieden machten sich beide Frauen wieder an die Arbeit.

Oxana lächelte zufrieden gestellt, während sie das Fleisch würzte.

Sie war einfach genial!

Sie würde behaupten, noch ein paar Besorgungen in Osgiliath fertigen zu müssen und dann erst nach Edoras zu reisen.

Wenn sie erst einmal alleine war, konnte sie nach Rawen und Silaid suchen und sie bitten, sie wieder in ihre alte Gruppe aufzunehmen.

Außerdem lief sie außerhalb dieser Reisegemeinschaft keine Gefahr mehr, von ihren eigenen Leuten aus Versehen umgebracht zu werden.

Nîthiel, Obhart, Sarnir, Legolas....morgen würde sie die vier alles, was mit ihnen zu tun hatte, hinter sich gelassen haben. Legolas. Sie blickte auf ihre Hände hinab und schauderte. Wie viele Menschen sie damit bereits getötet hatte! Bloß bei diesem einen Elben wollte es ihr nicht gelingen!

Es lag sicherlich daran, dass er ein Elb war. Anders konnte sie es sich nicht erklären. Ja, er hatte sie wohl behext und vermutlich wollte er sie in Edoras verhaften lassen. Aber auch das würde nicht eintreffen, wenn sie sich von der Gruppe getrennt hatte.

Ein halber Tag und eine Nacht lagen noch vor ihr, dann würde diese ganze absurde Geschichte ihr Ende finden.

Stolz auf sich selbst schob sie den Braten ins Rohr.

********* *********************** ************************************* **

N a c h w o r t : ())))))))))))))))))))))))))

11. Kapitel