Von Eis, Schneestürmen und damit in Verbindung stehenden Problemen

V o r w o r t :

Mhm.was einem so alles durch den Kopf geht, nachdem man eine 5 bekommen hat...

Ich hasse die Lehrerin.....der Winter ist Schuld....die Schule engt mich in meiner persönlichen Freiheit ein.....brate nie, NIEMALS Fischstäbchen in drei Zentimeter hoher Pflanzenöllacke an, sonst wird dir so elendig übel wie mir gerade ist....., die Natur des Menschen schreibt ihm vor, dass er vor Winterbeginn fett wird und dann den ganzen Winter durchschläft- Schule sollte daher im Winter abgeschafft werden, die sog. "Winterschlafferien" sollte eingeführt werden......ich hätte vielleicht auch mehr lernen können....ach nöööööö, ich hab keine Lust.... * gähn * . Ich sollte mein Experiment "Wie lange überlebe ich schulisch ohne zu lernen?" an dieser Stelle abbrechen............

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ein wildes Leben

brodelt da drin....

und ich habe Angst

dass es alles

um mich fortreißt

wenn ich mich

auch nur

ein wenig öffne

®by Hans Flemming (ich hab es frei aus dem Gedächtnis geschrieben, darum könnte was daran falsch sein)

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Sauer warf sie Sarnir einen Seitenblick zu.

Legolas hatte ihr einen Kinderwärter verpasst. Den Gedanken an eine Flucht konnte sie sich somit sparen.

Sie konnte sich nicht entscheiden, wen sie im Moment mehr hasste- Nîthiel, die sich doch tatsächlich getraut hatte, ihr zu drohen! - oder Legolas, der sie auf so arglistige Weise dazu brachte, dieser Verrückten zu folgen.

Nathana erwartete sie mit besorgtem Antlitz.

"Eine solche Reise kann recht schmerzhaft für Euch werden", meinte die Rohir kopfschüttelnd, "ich verstehe den Prinzen nicht..."- "Ich auch nicht", unterbrach Oxana wütend, "aber offensichtlich bleibt mir keine andere Wahl."

Das, schwor sie sich in diesem Moment, würde sie ihm heimzahlen.

Schweigend holte sie ihren Mantel und die Armbrust aus dem Zelt, während Nathana sich um das Reiseproviant zu kümmern begann.

Sarnir blieb in ihrer Nähe stehen. Er schien sich unwohl zu fühlen.

"Was gestern Nacht geschehen ist, war...", begann er und starrte auf den Boden -

"Was gestern Nacht geschehen ist war nichts als ein einmaliger Ausrutscher", fiel sie ihm ins Wort, ihm den Rücken zugewandt.

Mühsam schlang sie den Lederriemen, an dem ihre Armbrust befestigt war, um ihren Oberkörper.

"Vergiss am besten alles, was ich gesagt oder getan habe. Ich war betrunken und müde. Ich schlage vor, wir belassen es bei Freundschaft. Du bist doch damit einverstanden?"

Sie blickte in abwartend an. Als er nicht reagierte, drehte sie sich genervt um, um nach ihrem Mantel zu fischen.

"Gut. Dann lass uns die Sache vergessen und nicht mehr darüber sprechen, in Ordnung?"

Er nickte verstört.

Sie konnte nicht sagen, ob sie ihn verletzt hatte. Vielleicht hatte er sich mehr erwartet, wer wusste?

Aber es war ihr egal. Sie war zornig und brachte irgendjemanden, an dem sie diesen Zorn auslassen konnte. Niemand nahm auf sie und ihre Wünsche Rücksicht, warum sollte es umgekehrt anders sein?

Die Versammlung am Lagerplatz hatte sich aufgelöst . Obhart führte Dollaur zu Oxana hin und reichte ihr die Zügel.

Oxana starrte den Hengst dumpf an. Sogar er sah sie vorwurfsvoll an. Vermutlich hatte ihn noch keiner gefüttert.

"Es sieht so aus, als würdest du doch noch länger als geplant mit uns reisen", lächelte Obhart.

Doch es wirkte falsch. Wieviel wussten er und Sarnir tatsächlich?

Oxana erwiderte sein Lächeln mit der selben, nicht vorhandenen Herzlichkeit.

"So sieht es aus."

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Innerhalb einer einzigen Stunde waren alle Vorbereitungen für einen langen Ritt getroffen.

Nathana übergab ihnen in aller Eile ihre Abschiedsgeschenke- es war eine Pfeife und etwas Tabak für jeden, auch einen Schlauch mit Wein befestigte sie an jeder Satteltasche.

Ihre Mäntel hatte sie zumindest notdürftig ausgebessert und gab sie ihnen mit.

Ferner reichte Bareth Obhart grinsend ein großes Stück Seife, ohne ihm die genauere Bedeutung dieses ungewöhnlichen Geschenks zu erklären.

Für Oxana hielt Kearts Frau ein Leinensäckchen mit einer angenehm riechenden Gewürzmischung bereit, die in heißem Wasser aufgekocht einen schmerzlindernden und entzündungshemmenden Tee lieferte.

Sie verabschiedeten und bedankten sich in kürzester Form und entschuldigten sich für alle Unannehmlichkeiten, die sie den Menschen bereitet hatten. Es gab einen Toten zu beklagen, Aborn, der junge Bursche, der sich Silaid in den Weg gestellt hatte.

Ach ja, und darüber hinaus gesellte sich den vieren ein weiterer Reisekamerad hinzu: Colen.

Der alte Rohir hatte, die Einwände seiner Söhne und deren Frauen außer Acht lassend, darauf bestanden, mit ihnen zu reiten. Schließlich habe er fast vier Jahrzehnte als Stadtwache gedient und wusste mit Schwert und Bogen umzugehen.

"Hoffen wir, dass er auf der Reise nicht vergisst, was ein Schwert überhaupt ist", hatte Obhart darauf hämisch eingeworfen. Man konnte ihm ansehen, was er von Colens eigentlich ehrenhafter Bitte hielt- nämlich nichts. Legolas hatte den Schiffführer darauf scharf zurecht gewiesen und Colens Vorschlag höflich angenommen.

Offenbar glaubte er, dem Rohir damit einen Gefallen zu erweisen, denn dieser hatte gesagt, er wolle wenigstens noch einmal in seinem Leben eine Heldentat vollbringen, bevor er das Zeitliche segnete.

"Eine verletzte Frau und ein Greis, dem die Gicht, nicht der Feind das Schwert aus den Händen prellt ", hörte sie Obharts gedämpfte Stimme hinter sich, "das kann ja heiter werden."

Einerseits ärgerte sie diese Schwarzmalerei, andererseits konnte sie den Schiffführer verstehen. Die Blutjäger würden wohl kaum schreiend die Flucht ergreifen, wenn sie drei Krieger, einen alten Greis und eine blasse, verletzte Frau sich annähern sahen.

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Mit dem Aufgang der Sonne folgten sie den Spuren der Blutjäger nach Süden.

Bareth und Keart versprachen, am Hofe Thengels von den Vorfällen zu berichten und sie zu entschuldigen.

Die Krönung würden sie wohl verpassen. Legolas reichte ihnen seinen Dolch als Beweis dafür, dass er sie geschickt hatte.

"Niemand kann mir diese Waffe abnehmen", behauptete er, "wenn sie sie sehen, werden sie wissen, dass ihr die Wahrheit sprecht."

Sie ritten viele Stunden in scharfen Tempo und ohne eine einzige Rast.

Oxana hatte gewusst, dass der Ritt beschwerlich sein würde, selbst für einen gesunden Menschen. Doch schon bevor die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hatte, hatte sie das Gefühl, nur noch aus Schmerz zu bestehen. Die elbische Medizin konnte ihre Wirkung schlecht entfalten, wenn der Patient ständig auf einem heftig wankenden Pferderücken saß.

Nur mehr mit Mühe und Not hielt sie sich im Sattel.

Selbst Colen schien keine Probleme damit zu haben, mitzuhalten.

Der alte Rohir schien der einzige zu sein, der ihr Leiden erkannte.

Er war es, der die beiden Elben schließlich dazu bewog, eine kurze Rast zu Mittag einzulegen. Sie aßen einige Bissen und tranken, sprachen kaum ein Wort dabei.

Die Stimmung war gedämpft.

Sarnir hatte, seitdem sie das Lager verlassen hatten, kaum einen Laut von sich gegeben.

Sowohl Legolas als auch Obhart schienen in tiefem Grübeln versunken zu sein. Und Colen war ohnehin von Natur aus ein schweigsamer Geselle.

Nur wenige Minuten saßen sie von ihren Pferden ab und rasteten.

Oxana fühlte sich erleichtert, als die Verfolgung wieder aufgenommen wurde

Wenn sie auf Dollaur saß und mit aller Kraft versuchte, sich aufrecht im Sattel zu halten, musste sie sich wenigstens nicht mit den vielen Fragen und Gedanken herumschlagen, die ihr durch den Kopf gingen.

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Das Ered Nimrais....

Seine mächtigen, eisbedeckten Gipfel deuteten steil in den Himmel empor wie mahnend erhobene Finger, die jeden, der sich ihnen näherte, eine Warnung nahe legen wollten.

Auch diese Berge waren an vielen Stellen dunkel bewaldet, doch nach dem Ende der Baumgrenze prangten seine Gipfel ungleich weiter in den Himmel hinauf als die des Sarn Gebir oder des Emyn Muil.

Oxana konnte seine wirkliche Höhe nur erahnen, denn die fernen Gipfel waren von Nebel umhüllt und schienen in den Wolken zu verschwinden.

Sie hasste diese Berge. Sie hatten ihren Vater und ihren Bruder verschlungen und auch sie an den Rand des Todes getrieben.

Sie hatte gehofft, sie in Zukunft nur mehr aus der Entfernung sehen zu müssen. Dieser Elb war Schuld daran, dass diese Hoffnung nun zunichte gemacht wurde.

Die Pferde hatten das scharfe Tempo durchgehalten und sie über den Entwasser getragen, was ein nicht ungefährliches Unternehmen gewesen war.

Als sie die Nord- Süd Straße am Fuße des gigantischen Gebirges erreichten, dampften die Körper der Tiere in der eisigen Luft und ihre Felle waren schweißgetränkt.

Flockiger Schaum tropfte von Dollaurs Nüstern, als Oxana ihn endlich anhalten ließ. Das Pferd schien am Ende seiner Kräfte angelangt zu sein.

Ihr ging es nicht viel besser.

"Warum halten wir?!"

Die Männer hatten sich bereits aus ihren Sätteln geschwungen und waren einige Schritte vorgegangen.

Die Nord- Süd - Straße, ein von Händlern gern benutzter Pfad, verlief in geringer Entfernung parallel zum steilen Gebirgswald der weißen Berge.

Im Osten führte der Pfad nach Gondor, zu Minas Tirith und der Stadt Osgiliath. Westlich führte sie direkt nach Edoras und durch die Pforte von Rohan und irgendwann ins ferne Land Eriador.

"Die Spuren führen von hier an ins Gebirge", erklärte Sarnir, "wir müssen uns beeilen. Sie wissen, dass wir ihnen folgen und haben ihr Tempo gesteigert. Ihre Spur weist nach Osten."

Natürlich, denn Erech lag ja auch im Osten.

Die beiden Elben ritten voran und Obhart holte Oxana ein, ohne dass sie es wahrnahm, denn sie war in ihren Gedanken versunken.

Die Luft roch nach Schnee, und sie wusste, dass in den höheren Regionen Kälte und Frost auf sie warteten.

Der Geruch weckte unangenehme Erinnerungen an jene Tage in ihr, die sie orientierungslos durch diese Berge geirrt war, auf der Suche nach ihrem Bruder.

Als Obhart sie fragte, woher sie denn eigentlich die interessante Information über das Ziel der Blutjäger hatte, wurde sie zornig und ließ jegliche Achtsamkeit fallen:

"Nun, weißt du, ich bin selbst eine Blutjägerin und daher all mein Wissen. Das ist es doch, was du hören wolltest, oder?"

Sie funkelte ihn abwartend an und zügelte heftig ihr Pferd, das mit einem ärgerlichen Schnauben reagierte.

Obhart sah sie irritiert an. "Nein..ähm..ich", murmelte er verlegen und verstummte.

"Wunderbar", lächelte Oxana sauer, "dann ist es ja gut. Nimm einfach an, dass ich als ehemalige Waldläuferin etwas Ahnung von diesen Bergen habe. Falls du noch irgendwelche dummen Anschuldigungen hast, können wir gerne bei einem kleinen Kampf näher darauf eingehen. Gut?"

Obhart schüttelte hastig den Kopf . "Es ist schon gut. Man darf doch wohl noch fragen..."

Er ritt an ihr vorbei und drehte sich für lange Zeit nicht mehr um. Gut. Damit war auch dieses Problem gelöst. Vorerst, zumindest.

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"Von hier weg sind sie zu Fuß weitergegangen."

Sarnir bückte sich und hob einen glänzenden Gegenstand auf. Mit dem Finger wischte der den gröbsten Schmutz davon ab. Oxana erkannte das grüne Collier sofort wieder.

"Wir sind auf dem richtigen Weg.", stellte Obhart erleichtert fest.

Legolas seufzte tief und nahm die wertvolle Kette an sich. "Wenigstens ein Lichtblick . Lasst uns hier Rast machen und die Pferde entlassen. Ich hoffe, dass auch die Blutjäger anhalten werden."

Sie stiegen von den Pferden, nahmen alles Proviant, die Wasserschläuche und Decken von den Sätteln und entließen die treuen Tiere in die Nacht.

Wehmütig sah Oxana Dollaur den Abhang hinunterlaufen, bis die Dunkelheit ihr den Blick verwehrte.

Der graue Hengst war ihr ein lieber Freund geworden in den letzten Tagen. Hoffentlich stieß ihm nichts zu.

Sie würden es den Blutjägern gleichtun und zu Fuß weitergehen, das Gelände war schon jetzt steil und felsig.

Und dabei hatten sie noch nicht einmal das eigentliche Gebirge erreicht.

Noch immer befanden sie sich in den dichten Nadelwäldern und folgten dem schmalen Trampelpfad, der schräg den Berg empor führte.

Sie kannte diesen Weg.

Es würde eine lange, beschwerliche Reise werden. Wenn Rawen nicht von diesem Pfad abwich, würden sie möglicherweise mehrere Tage lang durch eine Eiswüste marschieren müssen. Oxana fragte sich ernsthaft, ob sie noch die Kraft für so einen Gewaltmarsch aufbringen konnte, auch wenn die elbische Medizin ihre Wunden wunderbar schnell heilen ließ.

Obhart wickelte sich in seinen Mantel und begann, an einen Baum gelehnt, sich über seine mitgebrachten Vorräte herzumachen. Sarnir und Colen setzten sich neben ihn. Sie begannen sich flüsternd zu unterhalten.

Oxana breitete ein wenig abseits ihre Decke aus und ließ sich mit einem erleichterten Stöhnen darauf niederfallen.

Erst nach einigen Sekunden öffnete sie wieder die Augen und sah zum Himmel auf. In dieser Nacht war er verhangen und grau und bloß das Licht des Abendsterns bahnte sich seinen Weg durch die Wolken. Lustlos begann sie an einem Stück Lembas zu nagen.

"Ich muss mit dir sprechen". Legolas erschien in ihrem Blickfeld uns streckte ihr die Hand entgegen. Wunderbar. Das hatte ihr gerade noch gefehlt.

"Und zwar in Ruhe. Komm mit."

Er führte sie ein gutes Stück weiter den Berg hinauf, bis sich die Bäume etwas lichteten und sie auf einem kleinen, halbwegs ebenen Waldstück stehen blieben.

"Gut. Ich glaube, hier können sie uns nicht hören."

Oxana seufzte. "Nun- was ist denn so wichtig, dass du mich von meiner wohlverdienten Rast abhältst?"

Er trat einige Schritte auf die Lichtung und setzte sich auf einen umgefallenen Baumstamm. Die Leichtfüßigkeit und natürliche Anmut, mit der er sich bewegte, stach ihr dabei mehr ins Auge als sonst.

Sie folgte ihm unwillig, blieb mit verschränkten Armen und abweisendem Blick einige Schritte vor ihm stehen.

"Also?"

Nachdem Legolas für einige Momente den Kopf in den Armen geborgen hatte, faltete er plötzlich die Hände unter dem Kinn und sagte:

"Ich will wissen, mit wem wir es hier zu tun haben. Wer will mich töten?"

"Ich dachte, das hätten wir geklärt", antwortete sie kühl.

Sie machte einen abfälligen Laut. "Ja, ich bin eine Söldnerin, aber keine Verräterin. Ich werde keine Namen nennen und auch nicht den unseres Auftraggebers (der wahrscheinlich ohnehin nicht der richtige war, aber egal). Ich werde euch dabei helfen, Nîthiel zu finden, das muss fürs erste reichen."

Sie drehte sich um, um zu gehen, doch Legolas stand plötzlich vor ihr und versperrte ihr den Weg.

"Hör auf mit dieser kindischen Geheimniskrämerei", sagte er ärgerlich, "ich habe nicht vor, dir irgendetwas anzutun, begreifst du das denn nicht? Wenn du an meiner Stelle wärst, würdest du nicht anders handeln!".

"Wenn ich an deiner Stelle wäre würde ich mich freuen, dass mir jemand diese Last vom Hals geschafft hat und meine Freiheit genießen", meinte Oxana scharfzüngig.

Legolas ignorierte ihren Versuch, einen erneuten Streit vom Zaun zu brechen.

"Du weißt, dass ich dich töten könnte", behauptete er.

"Könntest du nicht", unterbrach Oxana entschieden und ruhig, "du hattest schon einmal die Möglichkeit und du tatest es nicht. Du wirst es auch jetzt nicht tun."

"Willst du es wirklich darauf ankommen lassen? ", fragte Legolas herausfordernd und seine Hand glitt bei diesen Worten an seine Hüften, dort, wo ansonsten sein Dolch hing. Doch er hatte die Waffe im Lager der Händler abgegeben und so fasste seine Hand ins Leere.

Oxanas Mund verzog sich zu einem spöttischen Lächeln. "Schon vergessen? Der Dolch ist auf dem Weg nach Edoras. Du scheinst verwirrt zu sein!"

Hätte er ihr wirklich etwas antun wollen, hätte er eines seiner Langmesser oder den Bogen dazu benützt. Dass seine Hand noch immer leer war bewies, dass es bloß eine leere Drohung gewesen war.

Was zeigte, dass dieser Elb doch schwächer war, als sie bisher angenommen hatte.

Sie beobachtete aufmerksam Legolas' Züge, die einen Ausdruck irgendwo zwischen totaler Verwirrung und Hass angenommen hatten.

Dann drehte sie sich um und kehrte mit einem triumphierenden Lächeln auf den Lippen zu den anderen zurück.

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Der nächste Tag bestand aus einem einzigen Gewaltmarsch. Sie verließen die dichten Wälder gegen Mittag und gelangten in ein steiles, von lockerem Geröll und Felsbrocken übersätes Gebiet. Die Landschaft war grau und trostlos, nur ab und an unterbrachen dürre Büsche und verkümmerte Bäume das trostlose Bild. Nicht lange dauerte es, und die Eiseskälte kroch in jede Ritze ihres Gewandes und ließ sie frieren und ihren Körper starr werden.

Bald schon kreisten die Gedanken der menschlichen Mitglieder der Gruppe nur noch um eines: Linker Fuß nach vor, rechter Fuß nach vor, linker Fuß nach vor......

Stein rechts, nach links gehen, Stein links, nach rechts gehen.

Der enge Pfad, dem sie nun schon seit dem Morgen folgten, schlängelte sich scheinbar auf Umwegen den Berg hinauf.

Von dem Ende des Gebirges war nichts zu sehen, über ihnen gab es bloß kahles, graues Gestein. Nebel verschlang die obersten Regionen.

Oxana wusste, dass es dort oben nicht viel mehr als Eis und Schnee gab und bittere Kälte. Und genau dorthin wollten sie....mit jedem Schritt, mit jedem Zug, den sie von der klirrenden Luft nahm, wuchs ihre Wut auf Legolas. Wann immer er in ihre Nähe kam, verspürte sie das Bedürfnis, ihm irgendwie wehzutun.

Zwischen ihnen herrschte seit dem Gespräch der vergangenen Nacht eisiges Schweigen, sie wichen einander aus und vermieden es sogar, einander anzusehen.

Je weiter sie dem Pfad folgten, desto unzugänglicher wurde dieser. Oft mussten sie Abschnitte des Weges umgehen, weil er verschüttet war.

Die Elben liefen voran, riefen immer wieder nach ihnen und legten nur selten Pausen ein.

Man sah ihnen an, dass sie am liebsten alleine weitergelaufen wären.

Nach einer kurzen Rast zu Mittag hatten sie die Felshänge überwunden und fanden sich einer breiten, schneebedeckten Ebene gegenüber. Sie stieg nur leicht an und endete in schneebedeckten Höhenzügen. Nicht umsonst hatte das weiße Gebirge diesen Namen erhalten: Schnee bedeckte alles, was Oxana vor sich erblickte.

"Sie müssen die Nacht durchgelaufen sein", rief Sarnir ärgerlich, "ich kann sie nirgends sehen!"

Oxana sammelte einige Sekunden lang ihren Atem.

"Ich weiß, welchen Weg sie nehmen. Und ich kenne eine Möglichkeit, ihn abzukürzen. Wir könnten die verlorene Zeit aufholen und sie vielleicht sogar auflauern. Bloß...."

"Bloß was?"

Obhart trat neben sie. Die beiden Elben kamen ebenfalls näher.

Sie atmete tief durch, um sich ein wenig zu beruhigen. "In jenem Gebiet hausen Trolle und einige abtrünnige Orks. Sie leben in Höhlen und lauern gerne Reisenden auf, die sich zu ihnen verirrt haben."

"Ich für meinen Teil bin für alles, was uns schneller aus dieser Saukälte rausbringt", knurrte Colen, der endlich zu ihnen aufgeschlossen hatte. Sein Alter schien ihm doch etwas mehr zu schaffen zu machen als er zugeben wollte.

Legolas nickte und sah sie nachdenklich an.

Nur er wusste, was mit ihrem Bruder hier geschehen war und ahnte den Schmerz der Erinnerungen, die der Anblick dieser Eiswüste in ihr auslöste.

Sie sah weg. Sein Mitleid konnte er sich sparen.

"Wo ist er, dieser Pfad?"

Oxana streckte den Arm aus und deutete auf zwei hohe, auffallend schlanke Felsen, die so steil waren, dass kein Schnee auf ihnen Halt fand. Wie zwei graue Säulen ragten sie scheinbar dicht aneinandergedreht im Nebel auf.

"Zwischen diesen beiden Felsen", antwortete sie kurz.

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Die Durchquerung des Schneefeldes dehnte sich den halben Tag hinweg. Der Schnee reichte ihnen bis an die Knie, manchmal aber brachen sie in die darunter liegende, ältere Schneeschicht ein und versanken bis an die Hüften. Immer wieder mussten die Elben umkehren, sich zu ihnen hinabbücken und ihnen aus dieser unangenehmen Lage helfen.

Sarnir und Legolas liefen (was hatte sie erwartet?) AUF der Schneedecke. Oxanas Verdacht, dass Legolas einen Pakt mit unheimlichen magischen Kräften eingegangen war, erhärtete sich dadurch.

Finster dreinschauend ließ auch sie sich helfen, wenn es unbedingt nötig war, bedankte sich aber, wenn überhaupt, mit einem kaum verständlichen Murmeln, das sowohl: "Danke sehr" als auch "bilde dir bloß ja nichts darauf ein" heißen hätte können.

Endlich gelangten sie bei den beiden Felsen an, die in Wirklichkeit zu beider Seiten einer riesigen Schlucht standen, wie Torwächter, die sie in Empfang nahmen.

Ein schmaler Bach, der irgendwo hier unterirdisch entsprang, schlängelte sich durch den Engpass. Riesige Felsbrocken lagen in dem Becken verstreut, rings umher erhoben sich steile, graue Felswände mit vielen dunklen Spalten und Höhlen darin.

Oxana war die Einzige, die einen Moment zögerte, bevor sie dem Pfad durch die Schlucht folgten.

Schluchten wie diese, in denen sich lichtscheues Gesindel tummelte, gab es in diesem Gebirge zur Genüge. Und in einer dieser Schluchten war ihr Bruder damals umgekommen. Sie wusste nicht genau in welcher. Aber vielleicht war es ja genau diese......Ach, Unsinn! Wieso sollte von allen Engpässen im Gebirgen ausgerechnet dieser derjenige sein in dem....

"Kommst du?"

Colen war stehen geblieben, um auf sie zu warten. Sein silberblondes Haar war weiß vom Schnee und bewegte sich kaum, obgleich der Wind heftig wehte und Unmengen feinen Schnee um sie herum aufwirbelte. Auch ihre Haare waren hart und kalt wie Eiszapfen und ihre Nase und Ohren waren wahrscheinlich genauso rot wie die seinen, ganz abgesehen von ihren Fingern.

Sie lächelte dankbar , schlang ihren Wollmantel fest um die Schultern und eilte den anderen hinterher. Colen sprach nicht viel, sondern schien mehr zu beobachten. Im Moment konnte sie ihn von allen ihren Weggefährten am besten leiden.

"Da oben gibt es jede Menge Platz, um sich zu verstecken und aus dem Hinterhalt anzugreifen!", rief Obhart gegen den Wind, "Legolas, Sarnir- was sagen euch eure Augen?"

"Sie sagen nicht viel!!", rief Sarnir über die Schulter zurück, "in diesem Schneechaos kann ich kaum etwas sehen!!"

Kein Wunder, denn nun begann es auch noch zu schneien und die Sicht begann sich bereits nach wenigen Metern zu verlieren.

Oxana erkannte nur noch die grauen Schemen von Legolas, der zu forderst ging. Auch Sarnir neben ihm war nicht viel mehr als eine verschwommene Andeutung seiner selbst.

Colen hinter ihr hatte sein Gesicht so gut es ging mit seinem Mantel bedeckt. Als Obhart erneut seine Stimme erhob, hörte Oxana ihn gar nicht mehr: Das Heulen des Sturms hatte seine Worte übertönt.

Wunderbar. Sie waren in einen Schneesturm geraten.

Als sie sich das nächste Mal umdrehte, war Colen verschwunden.

Als sie stehen blieb und nach vorne sah, war auch von den anderen keine Spur mehr.

Dann tauchte plötzlich etwas Großes, Dunkles neben ihr auf. Mit steifen Fingern griff sie nach ihrem Schwert, doch die Bewegungen ihres durchgefrorenen Körpers waren zu träge: Eine gewaltige Hand packte sie an den Haaren, riss sie von den Füßen und schleifte sie durch den Schnee.

Oxana brüllte vor Schmerz und Überraschung, langte nach ihrer Waffe. Doch das Monster umfasste plötzlich mit einer Hand ihre Hüften, mit der anderen ihren Oberkörper, hob sie an und schulterte sie wie einen Sack Mehl.

Der Sturm verschluckte ihre wütenden Flüche, die Decke der Höhle, an die sie mit dem Kopf stieß, tat ihr Übriges.

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N a c h w o r t : Ich hab sie NICHT ohnmächtig werden lassen ()))). Sie hat sich bloß den Kopf angestoßen!!! Nun gut, ich geb zu, sooooooooooo lang ist das Kap auch wieder nicht worden. Aber immerhin ist was passiert.

Lalalalala

Kennt jemand "wish you where here" von Pink Floyd? Mhmm..sehr guter song..

Freu mich schon auf eure Reviews!!!!