Neues Kapitel! Und eine kleine Anmerkung: Die Charaktere von Damon, Stefan und Elena sind von mir geringfügig verändert und intensiviert worden! Ihr werdet es im Laufe der Story merken.

Sie starrte mich regelrecht an!

Mit einem Ausdruck auf dem Gesicht, der vollkommen entgeistert, aber vor allem erschrocken war.

Mein Atem stockte und blieb schließlich ganz aus.

In dem Moment benötigte ich keine Luft, denn alles, was ich brauchte, war ja da: Elena.

Gott, sie war wunderschön!

Aber ich wollte mir nichts vormachen…ich würde sie immer noch bezaubernd finden, wenn sie einen Lumpensack tragen würde.

„Damon…?", kam es über ihre Lippen.

Meine Gesichtszüge entspannten sich ein wenig und ich glaubte sogar für einen Moment, ein kleines Lächeln bei ihr zu sehen!

Doch so schnell, wie es gekommen war, verschwand es auch wieder und ein leerer Ausdruck trat in ihre so wundervollen rechtbraunen Augen.

„Was willst du?", sagte sie dann und es war so eiskalt, dass ich richtig erschrak.

Sie wollte mich nicht hier haben!

Sie hasste mich.

Ich hätte es wissen müssen!

Warum war ich überhaupt hier?

Ich sollte nicht da sein.

Gerade wollte ich Kehrt machen, da sprach sie weiter: „Was fällt dir ein, nach so langer Zeit die her zu kommen?

Nachdem du uns alle im Stich gelassen hast?"

Ich senkte beschämt den Blick.

Eigentlich müsste ich die Augen verdrehen, doch danach war mir im Moment ganz und gar nicht.

Denn sie hatte Recht!

Mit allem.

Und ich fühlte mich schuldig, weil ich deswegen alle verletzt hatte…

Was in aller Welt war los mit mir?

Ich wollte nicht so denken!

Ich wollte nicht so fühlen!

Ich wollte einfach nicht so sein!

Schnell ließ ich meinen Gesichtsausdruck versteinern und verhinderte somit, dass nach draußen gelang, was in mir drin passierte.

Doch dann sah ich etwas, das meine Vorsätze völlig durcheinander brachte:

Elena liefen Tränen über die Wange!

Ich konnte sie nicht weinen sehen.

Nichts war schlimmer, als die Frau meiner Träume traurig zu sehen!

Und tatsächlich, was weichte mich ein wenig auf.

Aber ich konnte mich beherrschen und blieb wie eingefroren stehen.

‚Sie interessiert mich nicht.

Sie darf mich nicht kontrollieren.', machte ich mir in Gedanken klar.

Langsam stieg sie ein paar Stufen weiter nach unten.

Plötzlich fing sie an, zu rennen, wurde immer schneller und schneller!

Sie stürzte auf mich zu und als sie bei mir angekommen war, umarmte sie mich.

Ja, sie legte ihre Arme wie einen Schraubstock um meinen Hals und klammerte sie an mir fest!

Beim besten Willen…dem konnte ich nicht widerstehen.

Meine Hände fanden wie von selbst den Weg zu ihrer Taille und hielten sie noch fester.

Tatsächlich, gerade hielt ich sie in meinen Armen!

Meine Elena!

Wie ich es vermisst hatte, sie so zu spüren, so mit ihr umzugehen…

Es war einer der Momente, in denen man merkte, wie sehr man jemanden doch liebte.

Genießerisch schloss ich die Augen und sog ihren unverwechselbaren Duft ein.

„Ich hab dich so vermisst.", nuschelte sie an meinem Ohr und damit wurde mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.

„Ich dich auch.", murmelte ich daraufhin und wollte mich am Liebsten sofort dafür ohrfeigen!

Ich wollte ihr doch nicht zu nahe treten!

Nicht jetzt und nicht nach dem, was passiert war.

Liebevoll gab ich ihr einen Kuss auf den Scheitel und ließ sie dann los.

Auch, wenn es schwer war…das durfte ich nicht.

Was, wenn Stefan ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte?

Was, wenn sie seine Verlobte, wenn nicht sogar schon seine Frau war?

…dann sollten weder ich noch sie aneinander denken.

Ich verbot mir jeglichen Blickkontakt und sah lieber wieder nach unten.

„Aber jetzt ist ja alles wieder gut, ich bin ja da.", witzelte ich und zwang mir ein Grinsen aufs Gesicht.

Gerade wollte ich aufsehen, da traf mich eine schallende Ohrfeige.

Entgeistert sah ich sie an: „Was soll das?"