Von Befreiungsaktionen und kalten Nächten
V o r w o r t :
* schluchz * * heul * * küsschenindierundewerf* DANKE! Ich bin so was
von gerührt! Ihr seid das beste Publikum das ich je hatte ! (eigentlich
seid ihr das einzige Publikum das ich je hatte....)
zu den Reviews...:
@Sheila: hast zwar bei kap 18 reviewt, aber wurscht. Danke! Mach weiter
so ! * g *
@Nilli...: das Geheimnis bleibt wirklich unter uns, oki? Wenn die anderen
wüssten dass....na ja, du weißt es ja. ;-)
(ich will jetzt keinen ausschließen! Wenigstens nicht bewusst.... *g *)
@ Leahna: oh, Legolas kommt schon noch an den Zug...aber ich dachte mir,
warum sollten sich zwei Leute immer sofort ineinander verlieben? Das ist
ja eher eine Seltenheit. Und noch seltener ist, dass sie es sofort merken
und sich gegenseitig in die Arme fallen.
@Thuringwen: so mal ganz unter uns : du bist mir die liebste von
allen. Deine sympathische Ausstrahlung, dein angenehm dezenter Humor,
deine einfühlsame Art, ich, auf deiner Author- Altert - List...... *
SCHLEIM* ;-)))
@Ondin: 19 Kapitel! Versuch das mal aufzuholen! Könnten doch einen
kleinen "wer schreibt die meisten Kapitel- Wettstreit" veranstalten, was
sagst du? * gg *
@HexenLady: Yo, so bin ich, ein Risikomensch durch und durch * ggggg *
@linaya: (und zu dieser Person möchte ich folgendes anmerken: Sie darf
nur so ehrlich zu mir sein, weil ich sie kenne. Diese Dame ist nämlich
sozusagen meine Negativ- Muse, die mir immer sagt, was schlecht an meinen
Geschichten ist, was ich nicht hätte tun sollen und was im Grunde völlig
sinnlos war. Sie zerstört meine Träume und lässt meine Arbeit überflüssig
erscheinen. Kurz: Meine beste Freundin)
gut, mal angenommen ich lasse jeden sterben, der mir irgendwie
überflüssig erscheint. Dann wären es nicht mehr 9, sondern nur noch 2
Ringgefährten (Aragorn, Legolas).
Und Neo hätte keine Trinity mehr.
Und Ben Affleck keine Lopez oder Bulldogge...ähm, ich wollte sagen
Bullock.....neinein, das lassen wir lieber sein * ggg *! (obwohl es schon
einen gewissen Reiz auf mich ausübt...harharhar....)
Im Grunde bin ICH doch eigentlich das Schicksal meiner Kinder.....ich
könnte z. B. die ganze Höhle einstürzen lassen und die geschichte fände
damit ihr Ende. Eigentlich bin ich ja...so was wie eine... G ö t t i n .
("Connatica sei gelobt!" "Preiset Connatica!" "Hoch lebe die Göttin
der...Phantasie, Beschützerin der schulisch Schwachen, Rächerin der
schlechten Noten..") ..mhmmmmm..
----Eindeutiger Fall von Größenwahn----Einlieferung erfolgt in absehbarer
Zeit------
"NEIN! NICHT BEVOR ICH DIESES KAP FERTIGGESCHRIEBEN HABE!!"
----Haltet die Patientin! Bei allen Dingen, die euch lieb und heilig sind-
HAAALTET SIEE!!!!---------
* blödkicher *
*purzelbaumschlag *
* inzwangswestewinde*
" ich......habe......die Maaaacchhhhhtttt"... . . .
Fortsetzung folgt...... (Orgelspiel)
********************************* ******************************************
Oh bitte nein!
Das durfte doch nicht wahr sein!
Hatte sie ihm denn nicht deutlich genug übermittelt, dass es keine Zukunft für sie gab?
Obwohl....ihre Zukunft lag wahrscheinlich ohnehin in einem Kochtopf.
"Sarnir!", jammerte sie verzagt und hob dabei die Hand, um ihm eine Haarsträhne aus der Stirn zu streichen.
Noch nie hatte sie sich so hilflos gefühlt, zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie keine Ahnung, wie sie reagieren sollte.
Vor ihr saß ein Wesen, das älter war als sie begreifen konnte, denn es hätte die Grenzen ihrer Vorstellungskraft gesprengt. Ein Elb, schön und stark, aber genauso fremd und unbegreifbar.
Soeben hatte ihr dieses Wesen seine Liebe gestanden, und hatte ihr somit seine schwache Stelle enthüllt.
Er war ihr ein lieber Freund geworden und sie wollte ihm unter keinen Umständen weh tun. Im Moment wäre es ihr sogar leichter gefallen, einen Menschen zu töten, als diesem Elb seelische Schmerzen zuzufügen.
Die Schritte in der Dunkelheit wurden lauter.
Oxana spürte Panik in sich aufsteigen.
Abwartend sah Sarnir sie an, doch als sie zu reden begann, stumpften seine waldgrünen Augen zusehends ab.
"Sarnir, sag das nicht, ich bitte dich! Du liebst mich nicht, glaub es mir!"
Verzweifelt rang sie nach Worten.
"Vielleicht denkst du, dass es Liebe ist, aber in Wahrheit kannst du nicht mehr für mich empfinden, weil du genau weißt, dass ich sterblich bin!"
Doch ihre Mühe war umsonst. Ihre unbeholfenen Worte vermochten das traurige Flackern in seinem Blick nicht zu mindern. Egal was sie sagte, es schien ihn nur noch mehr zu verletzen.
Der Elb griff nach ihrer Hand, barg sie in den seinen und presste sie sanft.
Dann sah er sie so ernst an, dass ihr Schauer über den Rücken jagten und sagte:
"Behaupte nicht, dass ich dich nicht liebte. Mein Herz schlägt schneller vor Freude, wenn ich dich bloß sehe. Jede einzelne Faser meines Körpers brennt darauf, dich zu berühren, seit jener Nacht. Ich sehe dein Gesicht vor mir, sobald ich meine Augen schließe und fühle mich geborgen und sicher, wenn ich in deiner Nähe bin. Kein Gefühl, das ich kenne, ist annähernd so stark wie dieses. Ich weiß genau, was ich fühle."
Er verstummte.
In ihrem Hals bildete sich ein dicker Kloß, denn sie spürte, dass er aus tiefstem Herzen gesprochen hatte.
Plötzlich wurde sie von Angst erfüllt. Sie hatte keine Ahnung gehabt, dass sie fähig war, solche Gefühle bei jemandem hervorzurufen.
"Wenn du auch nur annähernd so viel für mich empfindest wie ich für dich, wird es reichen, um mein Leben mit Freude zu erfüllen", fuhr er fort.
Sie schluckte. Ihr wurde heiß. Verdammt, warum musste sie an diese blöde Wand gefesselt sein? So konnte sie nicht einmal davonlaufen!
Natürlich hatte sie ihn gern. Sehr sogar.
Aber auf eine andere Weise, nicht so, wie sie zum Beispiel Aragorn geliebt hatte.
Wer wusste, vielleicht konnte sie nach all den Jahren gar nicht mehr richtig lieben. Möglicherweise war freundschaftliche Zuwendung das einzige, wozu sie noch fähig war.
Ein Bild entstand vor ihrem inneren Auge: Sarnir und sie, Hand in Hand auf einer weiten Wiese, vor ihnen zwei süße, kleine Kinder in hellen Gewändern mit lockigem Haar. Sie selbst trug ein schneeweißes Kleid und hielt eine zarte Blume in der Hand, die ihr Mann für sie gepflückt hatte.
Schaudernd kehrte ihr Geist in die Wirklichkeit zurück.
Liebe.
Heirat.
Kinder.
Wo blieb dieser dämliche Troll?!?
Sie sah bereits seine Umrisse näherkommen, aber irgendwie schien er sich in Zeitlupe fortzubewegen.
"Egal, was du nun antwortest, ich werde es akzeptieren. So lange du die Wahrheit sagst."
Wie konnte sie ihm die Wahrheit sagen, wenn er sie so ansah?
War es nicht egal, wenn sie ihm in den Glauben sterben ließ, dass seine Liebe erwidert wurde? Keiner würde je davon erfahren, und auch ihr würde kein Stein aus der Krone fallen.
Vor allem würde sie ihm nicht wehtun müssen.
"HABT IHR EUCH JETZT AUSGESPROCHEN?", röhrte es hinter ihnen. Edembo hatte sie erreicht. In seinen riesigen Pranken hielt er ein überdimensionales, schartiges Schwert und einen Speer.
"Einen Moment noch, bitte", murmelte Oxana in Gedanken und wandte sich an Sarnir.
"Warum ich?", fragte sie ihn verständnislos.
Er zuckte mit den Schultern.
"Vielleicht liegt es an deiner respektlosen Art oder deinem Einfallsreichtum, was Schimpfwörter angeht". Er grinste schräg. "Ich kann es nicht sagen. Doch braucht Liebe einen Grund?"
Nein, das brauchte sie nicht.
Edembo räusperte sich. Es klang wie ein entferntes Donnergrollen. "MEIN MAGEN KNURRT, KÖNNTET IHR EUCH BEEILEN?!"
Es klang eindeutig weniger freundlich als noch zuvor.
"Nur noch einen Augenblick!", fertigte Sarnir ihn ab.
Er wartete auf eine Antwort.
"Sarnir ich...."- "SO JETZT REICHT'S ABER! DAS IST MEINE HÖHLE UND IHR SEID MEIN ESSEN! ICH BESTIMME, WANN GEGESSEN WIRD!!"
Oxana schaffte es gerade noch, sich zur Seite zu werfen, als das Schwert zwischen sie und dem Elben fuhr. Funken sprühten, als Eisen und Stein mit unglaublicher Wucht gegeneinander prallten und der Boden erbebte.
Oxana kam unsanft am Boden auf und rollte sich über die Schulter ab. Ein scharfer Schmerz durchzuckte ihren Körper, als sie die verletzte Schulter belastete.
Mit zusammengebissenen Zähnen taumelte sie in die Höhe.
Sarnir war wesentlich schneller wieder auf den Beinen als sie und eilte zu ihr hin, um sich schützend vor sie zu stellen.
"HALTET STILL, ES HAT DOCH SOWIESO KEINEN SINN!", grollte Edembo verärgert und hob das Riesenschwert zu einem weiteren Streich. Sie hatten Glück, dass der Troll sich so schwerfällig bewegte. So konnten sie jede seiner Bewegungen mit den Augen verfolgen.
Der Troll umpackte den Schwertgriff mit beiden Pranken, hob die Waffe über den Kopf und knurrte bedrohlich.
"Wenn ich j e t z t sage, springst du zur Seite, verstanden?", raunte Sarnir über die Schulter zurück.
Oxana legte den Kopf schräg.
"Welche Seite?"
"JETZT!"
Sarnir versetzte ihr einen unsanften Stoß in den Rücken, der sie haltlos nach vorne taumeln ließ.
Mit rudernden Armen stolperte sie an der Wand entlang, bis sie schließlich das Gleichgewicht verlor und hart auf den Boden fiel.
Wieder erzitterte der Boden unter ihr, als das Trollschwert ihn traf, doch dieses Mal mischte sich ein unangenehmes, hohes Geräusch hinzu: Das von splitterndem Eisen.
Die Fesseln!
Hoffnungsvoll wandte Oxana den Kopf. Ihr Blick blieb an der Stelle hängen, wo Schwert und Kette aufeinandergetroffen waren.
Nun gut, sie hatte richtig gehört, etwas WAR zersplittert.
Nämlich Edembos' Schwert. Es, oder bessergesagt, seine Bruchstücke, lagen vor den Füßen des verblüfften Trolls, der nun nur noch einen nutzlosen Stumpf in den Händen hielt.
Oxanas Brauen wölbten sich.
Da hatten die elbischen Schmiede wirklich ganze Arbeit geleistet!
Sarnir stand auf der anderen Seite der Kette und sah stirnrunzelnd auf das Schlamassel hinab. Fast schuldbewusst zuckte er mit den Schultern, als sie ihm böse Blicke zuwarf.
Edembo begann unschön klingende Worte in seiner Muttersprache von sich zu geben und die Bruchstücke des Schwertes beiseite zu räumen.
"NA GUT, DANN MUSS ICH EUCH EBEN AUFSPIESSEN!", knurrte er achselzuckend und hob den Speer an.
Oxana beugte sich kampfbereit nach vor, fixierte die mannsgroße Waffe. Sie würde ihr Leben so teuer wie möglich verkaufen!
Ein Zischlaut zerriss die Luft und ein schlankes, langes Etwas bohrte sich in die Hand des Trolls. Der Speer fiel zu Boden, zähflüssiges, dunkles Blut quoll aus der tiefen Wunde hervor. Der Pfeil hatte die gewaltige Pranke des Trolls zur Gänze durchbohrt.
Oxana sah zum Höhleingang hin und hätte am liebsten vor Freude laut gejubelt: Sie lebten noch!! Da waren sie, Colen, Legolas und Obhart, bewaffnet und äußerst lebendig, und sie waren gekommen, um sie hier rauszuholen!
Zwar sahen alle drei Männer ein wenig angeschlagen und durchgefroren aus, aber das machte nichts, denn sie hatten Bögen und Schwerter!
"Das wurde aber auch Zeit!", rief Sarnir erfreut und rasselte mit seiner Kette. "Sucht nach den Schlüsseln!"
Legolas hielt etwas in die Höhe. Im Gegenlicht des Eingangs konnte Oxana nicht genau erkennen, was es war.
"Die haben uns die beiden anderen bereits gegeben!", rief der Colen stolz und schwenkte sein Schwert in der Luft. "Und das hier noch dazu!" An der Spitze der Waffe baumelte eine blutige Trollhand.
"MEINE BRÜDER!", jaulte Edembo voller Schmerz, "DAS WERDET IHR MIR BÜSSEN!"
Und damit stürzte er, ungeachtet seiner schweren Verletzung, auf die Eindringlinge los.
Obhart lief ihm schwertschwingend und brüllend entgegen, während Colen etwas ruhiger hintendrein lief.
Legolas, der den ersten Pfeil abgeschossen hatte, hatte bereits einen weiteren aufgelegt und zielte damit auf den Kopf des Riesen.
Er feuerte, und der Pfeil traf auch die Stirn des Trolls, doch dieser, in die Wut über den Tod seiner Brüder gefangen, schien es gar nicht zu bemerken und trampelte weiter auf den Höhlenausgang zu. Legolas sprang leichtfüßig an ihm vorbei und lief auf die beiden Gefangenen zu, um sie von ihren Fesseln zu befreien.
Obhart sprang nach vor, duckte sich geschickt unter der Faust des Giganten hinweg und schnitt mit seinem Breitschwert eine tiefe, blutende Wunde in das Schienbein des Trolls.
Wieder brüllte Edembo so laut, dass kleine Steine und Staub von der Decke rieselten und die gesamte Höhle erzitterte. Doch der Schmerz schien ihn nur noch rasender zu machen.
Er taumelte, fing sich aber schnell wieder und fixierte Legolas an, der ihm noch immer den Rücken zuwandte.
Oxanas Herz stockte.
"PASS AUF! HINTER DIR!"
Legolas drehte sich fast gemächlich um, spannte dabei einen weiteren Pfeil ein und feuerte ihn in Edembos Auge.
Der Troll heulte unerträglich laut, taumelte und stürzte.
Als er sich erneut aufrichten wollte, war Colen über ihm und enthauptete ihn mit einem mächtigen Schwerthieb.
Legolas dankte ihm, versicherte sich, dass alle wohlauf waren und begann, ihre Fesseln aufzuschließen.
"Warum seid ihr erst jetzt hier?", beschwerte sich Oxana, als er sich vor sie hinkniete und die Fesseln öffnete.
Legolas sah stirnrunzelnd zu ihr auf. "Du solltest froh sein, dass wir überhaupt hier sind! Diese Biester sind äußerst schwer tot zu kriegen, wie du gerade gesehen hast! Und wir mussten draußen gleich mit zwei von der Sorte kämpfen!"
"Und trotzdem seid ihr beinahe zu spät gekommen!", maulte sie unbeeindruckt.
Legolas zog den Schlüssel zurück und grinste zu ihr hinauf.
"Eigentlich gefällst du mir ganz gut, wenn du so hilflos und gefesselt bist, weißt du?"
Sie schnappte empört nach Luft und spürte, wie sie errötete.
Lachend steckte Legolas den Schlüssel ins Schloss und drehte zweimal um. Ein leises Knacken ertönte, und sie war endlich ihre Fußfesseln los.
***************************** *******************************************
Sie machten eine kurze Pause im vorderen Teil der Höhle, wo der Geruch noch am erträglichsten war und erforschten einen Teil der Trollbehausung.
Ihre Waffen fanden sie mitsamt einer Unmenge anderer wertvoller Gegenstände im hinteren Teil des Tunnels, ordentlich auf einem Haufen geschlichtet.
Die drei Trollbrüder hatten die Schwerter, Lanzen, Rüstungen, Schilder, Schmuck und Gold wohl den unzähligen anderen armen Seelen abgenommen, die ihnen in die Falle gegangen waren.
Keiner von ihnen wagte es, etwas von den Sachen zu nehmen, auch wenn ganz nützliche Dinge dabei waren. Es schien ihnen wie Grabschändung, an den Sachen der Verstorbenen zu rühren.
Es dauerte fast zwei Stunden, bis sie den Berg hinabgestiegen und auf den Pfad im Tal gelangt waren.
Der Schneesturm war vorüber, und der Wind hatte sich gelegt, doch es war viel Schnee gefallen und man sank an den tiefsten Stellen bis an die Hüften ein.
So kam es, dass sie mit Einbruch der Nacht noch immer in Sichtweite der Trollhöhle und somit noch in Gefahr waren, denn sicher hausten viele andere Untiere in den Felswänden über ihnen.
Sie fanden Unterschlupf in einer breiten Grotte, die nur wenige Schritte in den Felsen hineinreichte, und verbrachten dort die Nacht, wagten es aber nicht, ein wärmendes Feuer zu entzünden. Zwar gab es eine Unmenge an weit in die Felsen reichenden Höhlen, doch in ihnen mochten weitere Trolle oder andere, noch furchtbarere Dinge hausen.
Schweigend saßen sie im Dunklem, in ihre Mäntel und Decken gehüllt, auf dem eisigen Boden und versuchten einen Platz zu finden, wo der Wind nicht hinfand.
Oxana kramte den Wein, den ihr die Rohirrim gegeben hatten, aus ihrem Rucksack, und nahm einige Schlucke. Die würzige Flüssigkeit ließ ihren Körper auftauen und ihr wurde wenigstens lange genug warm, um einschlafen zu können.
Irgendwann in der Mitte der Nacht wachte Oxana auf. Sie hatte sich ihren Mantel fest um die Schultern gewickelt, zusätzlich eine Decke um die Beine geschlagen und sich wie ein Kleinkind in eine Nische gekauert.
Trotzdem hatte die Kälte sie aufgeweckt. Vermutlich war ihr Körper noch zu schwach, um genug Wärme zu erzeugen.
Nach einigen vergeblichen Versuchen, wieder einzuschlafen, stand sie leise auf, nahm den Weinkrug und begann damit auf- und abzugehen, wobei sie hin und wieder einen Schluck nahm.
Ab und zu sprang sie, um ihr Blut ein wenig in Bewegung zu bringen und ihren Kreislauf anzuheizen.
Leises Schnarchen drang aus der Ecke, wo Obhart und Colen Rücken an Rücken schlummerten. Wo die Elben lagen konnte sie nicht sagen, dazu war es zu finster.
Wenigstens ein Gutes hatte die klirrende Kälte- man konnte herrlich alle Sterne am Himmel sehen.
"Ein interessanter Tanz, den du da machst", lachte eine Stimme aus der Dunkelheit.
Sie erschrak bis aufs Mark, ließ den Krug fallen. Fluchend bückte sie sich danach und rettete, was zu retten war. Es war nicht viel.
"Hervorragend! Siehst du, wegen dir habe ich fast die Hälfte verschüttet!", zischte sie Legolas an. Er saß mit hinter dem Kopf verschränkten Armen gegen die Felswand gelehnt auf seiner Decke und beobachtete die Sterne.
Die Beine hatte er lässig von sich gestreckt, und es schien, als mache ihm die Kälte überhaupt nichts aus.
"Du solltest ohnehin nicht zuviel davon trinken", meinte der Elb gleichgültig, "es ist nicht gut, sich mit Alkohol aufzuwärmen."
Sie warf einen bösen Blick auf ihn hinab.
"Und was schlägst du sonst vor? Ein Feuer können wir nicht entzünden, das wäre zu riskant, das waren deine eigenen Worte."
Legolas nickte. "Du hast Recht. Aber du musst schlafen, ansonsten könntest du dir hier draußen noch den Tod holen."
So wie er es aussprach, wollte sie ihm fast glauben.
Die Kälte hatte ihr zugesetzt, das war wahr. Mehr vielleicht, als sie es sich eingestehen wollte. Sie mochte es nicht, das "schwache Glied" in der Kette zu sein. Und Schwäche zu zeigen war noch nie ihre Stärke gewesen.
"Was ist heute zwischen dir und Sarnir in der Höhle passiert?", fragte Legolas.
"Was soll schon passiert sein?", fragte sie, aber es klang unsicher. "Warum fragst du?"
Legolas zuckte mit den Schultern. "Er scheint verändert zu sein. Wenigstens war er heute auffallend ruhig."
Oxana zögerte.
Dann ließ sie sich neben dem Elben auf die Decke fallen.
Peinlich berührt begann sie, mit ihren Fingern zu spielen. Legolas kannte Sarnir. Möglicherweise würde er ihr sagen können, wie sie handeln sollte.
"Er hat mir etwas gesagt", druckste sie herum und räusperte sich. Dann drehte sie sich um. Ob er sie hören konnte?
"Aha...?"
Sie sah zum Himmel auf und seufzte leise: "Er hat mir gesagt, dass er mich liebt."
Sie sah den Prinzen an. Sein Gesicht war ausdruckslos. "Ich habe es bereits geahnt", antwortete er schlicht.
"Und du hast gesagt dass....?"
"Ich habe gar nichts gesagt", antwortete sie verzweifelt, "ich wusste nicht, was ich sagen sollte!"
Mit einem ergebenen Seufzen lehnte sie sich gegen die Felswand und zog die Beine an.
"Was soll ich tun?"
Legolas lachte leise. "Das einzig Richtige: Sag ihm die Wahrheit. "
"Und wenn die Wahrheit nicht das ist, was er hören will?"
"Es geht nicht darum, was du willst, sondern was er will. Seit wann kümmerst du dich um das, was andere wollen?"
Eingeschnappt senkte Oxana den Blick und starrte auf ihre Fingerspitzen. Doch er hatte gar nicht Unrecht. Diese Reise....sie hatte sie verändert.
"Verzeih, ich wollte dich nicht kränken", entschuldigte sich Legolas mit sanfter Stimme. "Sag es ihm. Mitleid oder Gutmütigkeit sind keine Basis für eine solche Beziehung."
Sie nickte.
Schweigend folgte jeder seinen eigenen Gedanken.
Sie zog den Mantel fester um ihre Schultern.
Plötzlich streckte Legolas die Hand aus.
"Ich wüsste eine bessere Möglichkeit, wenn es dir nichts ausmacht", sagte er zögerlich.
Sie verstand nicht, was er meinte, reichte ihm trotzdem nach einigen Sekunden ihre Hand.
Er zog sie sanft näher an sich heran, legte einen Arm um ihre Schultern.
Als sie die Wärme spürte, die von seinem Körper ausging, schmiegte sie sich automatisch an seine Seite und presste sich eng an ihn. Wie konnte sein Körper bloß so warm sein, während die Luft um sie herum klirrte?
Unter ihrer Hand fühlte sie sein Herz schlagen.
Sein gleichmäßiger Rhythmus beruhigte ihren Geist und bald schlief sie tief und fest.
*************************** **********************************************
N a c h w o r t :
Mhmmm....was für ein traumhafter Abschluss..
Freue mich auf ebenso traumhafte Reviews!
* gähn * - eure zufriedene Conna
V o r w o r t :
* schluchz * * heul * * küsschenindierundewerf* DANKE! Ich bin so was
von gerührt! Ihr seid das beste Publikum das ich je hatte ! (eigentlich
seid ihr das einzige Publikum das ich je hatte....)
zu den Reviews...:
@Sheila: hast zwar bei kap 18 reviewt, aber wurscht. Danke! Mach weiter
so ! * g *
@Nilli...: das Geheimnis bleibt wirklich unter uns, oki? Wenn die anderen
wüssten dass....na ja, du weißt es ja. ;-)
(ich will jetzt keinen ausschließen! Wenigstens nicht bewusst.... *g *)
@ Leahna: oh, Legolas kommt schon noch an den Zug...aber ich dachte mir,
warum sollten sich zwei Leute immer sofort ineinander verlieben? Das ist
ja eher eine Seltenheit. Und noch seltener ist, dass sie es sofort merken
und sich gegenseitig in die Arme fallen.
@Thuringwen: so mal ganz unter uns : du bist mir die liebste von
allen. Deine sympathische Ausstrahlung, dein angenehm dezenter Humor,
deine einfühlsame Art, ich, auf deiner Author- Altert - List...... *
SCHLEIM* ;-)))
@Ondin: 19 Kapitel! Versuch das mal aufzuholen! Könnten doch einen
kleinen "wer schreibt die meisten Kapitel- Wettstreit" veranstalten, was
sagst du? * gg *
@HexenLady: Yo, so bin ich, ein Risikomensch durch und durch * ggggg *
@linaya: (und zu dieser Person möchte ich folgendes anmerken: Sie darf
nur so ehrlich zu mir sein, weil ich sie kenne. Diese Dame ist nämlich
sozusagen meine Negativ- Muse, die mir immer sagt, was schlecht an meinen
Geschichten ist, was ich nicht hätte tun sollen und was im Grunde völlig
sinnlos war. Sie zerstört meine Träume und lässt meine Arbeit überflüssig
erscheinen. Kurz: Meine beste Freundin)
gut, mal angenommen ich lasse jeden sterben, der mir irgendwie
überflüssig erscheint. Dann wären es nicht mehr 9, sondern nur noch 2
Ringgefährten (Aragorn, Legolas).
Und Neo hätte keine Trinity mehr.
Und Ben Affleck keine Lopez oder Bulldogge...ähm, ich wollte sagen
Bullock.....neinein, das lassen wir lieber sein * ggg *! (obwohl es schon
einen gewissen Reiz auf mich ausübt...harharhar....)
Im Grunde bin ICH doch eigentlich das Schicksal meiner Kinder.....ich
könnte z. B. die ganze Höhle einstürzen lassen und die geschichte fände
damit ihr Ende. Eigentlich bin ich ja...so was wie eine... G ö t t i n .
("Connatica sei gelobt!" "Preiset Connatica!" "Hoch lebe die Göttin
der...Phantasie, Beschützerin der schulisch Schwachen, Rächerin der
schlechten Noten..") ..mhmmmmm..
----Eindeutiger Fall von Größenwahn----Einlieferung erfolgt in absehbarer
Zeit------
"NEIN! NICHT BEVOR ICH DIESES KAP FERTIGGESCHRIEBEN HABE!!"
----Haltet die Patientin! Bei allen Dingen, die euch lieb und heilig sind-
HAAALTET SIEE!!!!---------
* blödkicher *
*purzelbaumschlag *
* inzwangswestewinde*
" ich......habe......die Maaaacchhhhhtttt"... . . .
Fortsetzung folgt...... (Orgelspiel)
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Oh bitte nein!
Das durfte doch nicht wahr sein!
Hatte sie ihm denn nicht deutlich genug übermittelt, dass es keine Zukunft für sie gab?
Obwohl....ihre Zukunft lag wahrscheinlich ohnehin in einem Kochtopf.
"Sarnir!", jammerte sie verzagt und hob dabei die Hand, um ihm eine Haarsträhne aus der Stirn zu streichen.
Noch nie hatte sie sich so hilflos gefühlt, zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie keine Ahnung, wie sie reagieren sollte.
Vor ihr saß ein Wesen, das älter war als sie begreifen konnte, denn es hätte die Grenzen ihrer Vorstellungskraft gesprengt. Ein Elb, schön und stark, aber genauso fremd und unbegreifbar.
Soeben hatte ihr dieses Wesen seine Liebe gestanden, und hatte ihr somit seine schwache Stelle enthüllt.
Er war ihr ein lieber Freund geworden und sie wollte ihm unter keinen Umständen weh tun. Im Moment wäre es ihr sogar leichter gefallen, einen Menschen zu töten, als diesem Elb seelische Schmerzen zuzufügen.
Die Schritte in der Dunkelheit wurden lauter.
Oxana spürte Panik in sich aufsteigen.
Abwartend sah Sarnir sie an, doch als sie zu reden begann, stumpften seine waldgrünen Augen zusehends ab.
"Sarnir, sag das nicht, ich bitte dich! Du liebst mich nicht, glaub es mir!"
Verzweifelt rang sie nach Worten.
"Vielleicht denkst du, dass es Liebe ist, aber in Wahrheit kannst du nicht mehr für mich empfinden, weil du genau weißt, dass ich sterblich bin!"
Doch ihre Mühe war umsonst. Ihre unbeholfenen Worte vermochten das traurige Flackern in seinem Blick nicht zu mindern. Egal was sie sagte, es schien ihn nur noch mehr zu verletzen.
Der Elb griff nach ihrer Hand, barg sie in den seinen und presste sie sanft.
Dann sah er sie so ernst an, dass ihr Schauer über den Rücken jagten und sagte:
"Behaupte nicht, dass ich dich nicht liebte. Mein Herz schlägt schneller vor Freude, wenn ich dich bloß sehe. Jede einzelne Faser meines Körpers brennt darauf, dich zu berühren, seit jener Nacht. Ich sehe dein Gesicht vor mir, sobald ich meine Augen schließe und fühle mich geborgen und sicher, wenn ich in deiner Nähe bin. Kein Gefühl, das ich kenne, ist annähernd so stark wie dieses. Ich weiß genau, was ich fühle."
Er verstummte.
In ihrem Hals bildete sich ein dicker Kloß, denn sie spürte, dass er aus tiefstem Herzen gesprochen hatte.
Plötzlich wurde sie von Angst erfüllt. Sie hatte keine Ahnung gehabt, dass sie fähig war, solche Gefühle bei jemandem hervorzurufen.
"Wenn du auch nur annähernd so viel für mich empfindest wie ich für dich, wird es reichen, um mein Leben mit Freude zu erfüllen", fuhr er fort.
Sie schluckte. Ihr wurde heiß. Verdammt, warum musste sie an diese blöde Wand gefesselt sein? So konnte sie nicht einmal davonlaufen!
Natürlich hatte sie ihn gern. Sehr sogar.
Aber auf eine andere Weise, nicht so, wie sie zum Beispiel Aragorn geliebt hatte.
Wer wusste, vielleicht konnte sie nach all den Jahren gar nicht mehr richtig lieben. Möglicherweise war freundschaftliche Zuwendung das einzige, wozu sie noch fähig war.
Ein Bild entstand vor ihrem inneren Auge: Sarnir und sie, Hand in Hand auf einer weiten Wiese, vor ihnen zwei süße, kleine Kinder in hellen Gewändern mit lockigem Haar. Sie selbst trug ein schneeweißes Kleid und hielt eine zarte Blume in der Hand, die ihr Mann für sie gepflückt hatte.
Schaudernd kehrte ihr Geist in die Wirklichkeit zurück.
Liebe.
Heirat.
Kinder.
Wo blieb dieser dämliche Troll?!?
Sie sah bereits seine Umrisse näherkommen, aber irgendwie schien er sich in Zeitlupe fortzubewegen.
"Egal, was du nun antwortest, ich werde es akzeptieren. So lange du die Wahrheit sagst."
Wie konnte sie ihm die Wahrheit sagen, wenn er sie so ansah?
War es nicht egal, wenn sie ihm in den Glauben sterben ließ, dass seine Liebe erwidert wurde? Keiner würde je davon erfahren, und auch ihr würde kein Stein aus der Krone fallen.
Vor allem würde sie ihm nicht wehtun müssen.
"HABT IHR EUCH JETZT AUSGESPROCHEN?", röhrte es hinter ihnen. Edembo hatte sie erreicht. In seinen riesigen Pranken hielt er ein überdimensionales, schartiges Schwert und einen Speer.
"Einen Moment noch, bitte", murmelte Oxana in Gedanken und wandte sich an Sarnir.
"Warum ich?", fragte sie ihn verständnislos.
Er zuckte mit den Schultern.
"Vielleicht liegt es an deiner respektlosen Art oder deinem Einfallsreichtum, was Schimpfwörter angeht". Er grinste schräg. "Ich kann es nicht sagen. Doch braucht Liebe einen Grund?"
Nein, das brauchte sie nicht.
Edembo räusperte sich. Es klang wie ein entferntes Donnergrollen. "MEIN MAGEN KNURRT, KÖNNTET IHR EUCH BEEILEN?!"
Es klang eindeutig weniger freundlich als noch zuvor.
"Nur noch einen Augenblick!", fertigte Sarnir ihn ab.
Er wartete auf eine Antwort.
"Sarnir ich...."- "SO JETZT REICHT'S ABER! DAS IST MEINE HÖHLE UND IHR SEID MEIN ESSEN! ICH BESTIMME, WANN GEGESSEN WIRD!!"
Oxana schaffte es gerade noch, sich zur Seite zu werfen, als das Schwert zwischen sie und dem Elben fuhr. Funken sprühten, als Eisen und Stein mit unglaublicher Wucht gegeneinander prallten und der Boden erbebte.
Oxana kam unsanft am Boden auf und rollte sich über die Schulter ab. Ein scharfer Schmerz durchzuckte ihren Körper, als sie die verletzte Schulter belastete.
Mit zusammengebissenen Zähnen taumelte sie in die Höhe.
Sarnir war wesentlich schneller wieder auf den Beinen als sie und eilte zu ihr hin, um sich schützend vor sie zu stellen.
"HALTET STILL, ES HAT DOCH SOWIESO KEINEN SINN!", grollte Edembo verärgert und hob das Riesenschwert zu einem weiteren Streich. Sie hatten Glück, dass der Troll sich so schwerfällig bewegte. So konnten sie jede seiner Bewegungen mit den Augen verfolgen.
Der Troll umpackte den Schwertgriff mit beiden Pranken, hob die Waffe über den Kopf und knurrte bedrohlich.
"Wenn ich j e t z t sage, springst du zur Seite, verstanden?", raunte Sarnir über die Schulter zurück.
Oxana legte den Kopf schräg.
"Welche Seite?"
"JETZT!"
Sarnir versetzte ihr einen unsanften Stoß in den Rücken, der sie haltlos nach vorne taumeln ließ.
Mit rudernden Armen stolperte sie an der Wand entlang, bis sie schließlich das Gleichgewicht verlor und hart auf den Boden fiel.
Wieder erzitterte der Boden unter ihr, als das Trollschwert ihn traf, doch dieses Mal mischte sich ein unangenehmes, hohes Geräusch hinzu: Das von splitterndem Eisen.
Die Fesseln!
Hoffnungsvoll wandte Oxana den Kopf. Ihr Blick blieb an der Stelle hängen, wo Schwert und Kette aufeinandergetroffen waren.
Nun gut, sie hatte richtig gehört, etwas WAR zersplittert.
Nämlich Edembos' Schwert. Es, oder bessergesagt, seine Bruchstücke, lagen vor den Füßen des verblüfften Trolls, der nun nur noch einen nutzlosen Stumpf in den Händen hielt.
Oxanas Brauen wölbten sich.
Da hatten die elbischen Schmiede wirklich ganze Arbeit geleistet!
Sarnir stand auf der anderen Seite der Kette und sah stirnrunzelnd auf das Schlamassel hinab. Fast schuldbewusst zuckte er mit den Schultern, als sie ihm böse Blicke zuwarf.
Edembo begann unschön klingende Worte in seiner Muttersprache von sich zu geben und die Bruchstücke des Schwertes beiseite zu räumen.
"NA GUT, DANN MUSS ICH EUCH EBEN AUFSPIESSEN!", knurrte er achselzuckend und hob den Speer an.
Oxana beugte sich kampfbereit nach vor, fixierte die mannsgroße Waffe. Sie würde ihr Leben so teuer wie möglich verkaufen!
Ein Zischlaut zerriss die Luft und ein schlankes, langes Etwas bohrte sich in die Hand des Trolls. Der Speer fiel zu Boden, zähflüssiges, dunkles Blut quoll aus der tiefen Wunde hervor. Der Pfeil hatte die gewaltige Pranke des Trolls zur Gänze durchbohrt.
Oxana sah zum Höhleingang hin und hätte am liebsten vor Freude laut gejubelt: Sie lebten noch!! Da waren sie, Colen, Legolas und Obhart, bewaffnet und äußerst lebendig, und sie waren gekommen, um sie hier rauszuholen!
Zwar sahen alle drei Männer ein wenig angeschlagen und durchgefroren aus, aber das machte nichts, denn sie hatten Bögen und Schwerter!
"Das wurde aber auch Zeit!", rief Sarnir erfreut und rasselte mit seiner Kette. "Sucht nach den Schlüsseln!"
Legolas hielt etwas in die Höhe. Im Gegenlicht des Eingangs konnte Oxana nicht genau erkennen, was es war.
"Die haben uns die beiden anderen bereits gegeben!", rief der Colen stolz und schwenkte sein Schwert in der Luft. "Und das hier noch dazu!" An der Spitze der Waffe baumelte eine blutige Trollhand.
"MEINE BRÜDER!", jaulte Edembo voller Schmerz, "DAS WERDET IHR MIR BÜSSEN!"
Und damit stürzte er, ungeachtet seiner schweren Verletzung, auf die Eindringlinge los.
Obhart lief ihm schwertschwingend und brüllend entgegen, während Colen etwas ruhiger hintendrein lief.
Legolas, der den ersten Pfeil abgeschossen hatte, hatte bereits einen weiteren aufgelegt und zielte damit auf den Kopf des Riesen.
Er feuerte, und der Pfeil traf auch die Stirn des Trolls, doch dieser, in die Wut über den Tod seiner Brüder gefangen, schien es gar nicht zu bemerken und trampelte weiter auf den Höhlenausgang zu. Legolas sprang leichtfüßig an ihm vorbei und lief auf die beiden Gefangenen zu, um sie von ihren Fesseln zu befreien.
Obhart sprang nach vor, duckte sich geschickt unter der Faust des Giganten hinweg und schnitt mit seinem Breitschwert eine tiefe, blutende Wunde in das Schienbein des Trolls.
Wieder brüllte Edembo so laut, dass kleine Steine und Staub von der Decke rieselten und die gesamte Höhle erzitterte. Doch der Schmerz schien ihn nur noch rasender zu machen.
Er taumelte, fing sich aber schnell wieder und fixierte Legolas an, der ihm noch immer den Rücken zuwandte.
Oxanas Herz stockte.
"PASS AUF! HINTER DIR!"
Legolas drehte sich fast gemächlich um, spannte dabei einen weiteren Pfeil ein und feuerte ihn in Edembos Auge.
Der Troll heulte unerträglich laut, taumelte und stürzte.
Als er sich erneut aufrichten wollte, war Colen über ihm und enthauptete ihn mit einem mächtigen Schwerthieb.
Legolas dankte ihm, versicherte sich, dass alle wohlauf waren und begann, ihre Fesseln aufzuschließen.
"Warum seid ihr erst jetzt hier?", beschwerte sich Oxana, als er sich vor sie hinkniete und die Fesseln öffnete.
Legolas sah stirnrunzelnd zu ihr auf. "Du solltest froh sein, dass wir überhaupt hier sind! Diese Biester sind äußerst schwer tot zu kriegen, wie du gerade gesehen hast! Und wir mussten draußen gleich mit zwei von der Sorte kämpfen!"
"Und trotzdem seid ihr beinahe zu spät gekommen!", maulte sie unbeeindruckt.
Legolas zog den Schlüssel zurück und grinste zu ihr hinauf.
"Eigentlich gefällst du mir ganz gut, wenn du so hilflos und gefesselt bist, weißt du?"
Sie schnappte empört nach Luft und spürte, wie sie errötete.
Lachend steckte Legolas den Schlüssel ins Schloss und drehte zweimal um. Ein leises Knacken ertönte, und sie war endlich ihre Fußfesseln los.
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Sie machten eine kurze Pause im vorderen Teil der Höhle, wo der Geruch noch am erträglichsten war und erforschten einen Teil der Trollbehausung.
Ihre Waffen fanden sie mitsamt einer Unmenge anderer wertvoller Gegenstände im hinteren Teil des Tunnels, ordentlich auf einem Haufen geschlichtet.
Die drei Trollbrüder hatten die Schwerter, Lanzen, Rüstungen, Schilder, Schmuck und Gold wohl den unzähligen anderen armen Seelen abgenommen, die ihnen in die Falle gegangen waren.
Keiner von ihnen wagte es, etwas von den Sachen zu nehmen, auch wenn ganz nützliche Dinge dabei waren. Es schien ihnen wie Grabschändung, an den Sachen der Verstorbenen zu rühren.
Es dauerte fast zwei Stunden, bis sie den Berg hinabgestiegen und auf den Pfad im Tal gelangt waren.
Der Schneesturm war vorüber, und der Wind hatte sich gelegt, doch es war viel Schnee gefallen und man sank an den tiefsten Stellen bis an die Hüften ein.
So kam es, dass sie mit Einbruch der Nacht noch immer in Sichtweite der Trollhöhle und somit noch in Gefahr waren, denn sicher hausten viele andere Untiere in den Felswänden über ihnen.
Sie fanden Unterschlupf in einer breiten Grotte, die nur wenige Schritte in den Felsen hineinreichte, und verbrachten dort die Nacht, wagten es aber nicht, ein wärmendes Feuer zu entzünden. Zwar gab es eine Unmenge an weit in die Felsen reichenden Höhlen, doch in ihnen mochten weitere Trolle oder andere, noch furchtbarere Dinge hausen.
Schweigend saßen sie im Dunklem, in ihre Mäntel und Decken gehüllt, auf dem eisigen Boden und versuchten einen Platz zu finden, wo der Wind nicht hinfand.
Oxana kramte den Wein, den ihr die Rohirrim gegeben hatten, aus ihrem Rucksack, und nahm einige Schlucke. Die würzige Flüssigkeit ließ ihren Körper auftauen und ihr wurde wenigstens lange genug warm, um einschlafen zu können.
Irgendwann in der Mitte der Nacht wachte Oxana auf. Sie hatte sich ihren Mantel fest um die Schultern gewickelt, zusätzlich eine Decke um die Beine geschlagen und sich wie ein Kleinkind in eine Nische gekauert.
Trotzdem hatte die Kälte sie aufgeweckt. Vermutlich war ihr Körper noch zu schwach, um genug Wärme zu erzeugen.
Nach einigen vergeblichen Versuchen, wieder einzuschlafen, stand sie leise auf, nahm den Weinkrug und begann damit auf- und abzugehen, wobei sie hin und wieder einen Schluck nahm.
Ab und zu sprang sie, um ihr Blut ein wenig in Bewegung zu bringen und ihren Kreislauf anzuheizen.
Leises Schnarchen drang aus der Ecke, wo Obhart und Colen Rücken an Rücken schlummerten. Wo die Elben lagen konnte sie nicht sagen, dazu war es zu finster.
Wenigstens ein Gutes hatte die klirrende Kälte- man konnte herrlich alle Sterne am Himmel sehen.
"Ein interessanter Tanz, den du da machst", lachte eine Stimme aus der Dunkelheit.
Sie erschrak bis aufs Mark, ließ den Krug fallen. Fluchend bückte sie sich danach und rettete, was zu retten war. Es war nicht viel.
"Hervorragend! Siehst du, wegen dir habe ich fast die Hälfte verschüttet!", zischte sie Legolas an. Er saß mit hinter dem Kopf verschränkten Armen gegen die Felswand gelehnt auf seiner Decke und beobachtete die Sterne.
Die Beine hatte er lässig von sich gestreckt, und es schien, als mache ihm die Kälte überhaupt nichts aus.
"Du solltest ohnehin nicht zuviel davon trinken", meinte der Elb gleichgültig, "es ist nicht gut, sich mit Alkohol aufzuwärmen."
Sie warf einen bösen Blick auf ihn hinab.
"Und was schlägst du sonst vor? Ein Feuer können wir nicht entzünden, das wäre zu riskant, das waren deine eigenen Worte."
Legolas nickte. "Du hast Recht. Aber du musst schlafen, ansonsten könntest du dir hier draußen noch den Tod holen."
So wie er es aussprach, wollte sie ihm fast glauben.
Die Kälte hatte ihr zugesetzt, das war wahr. Mehr vielleicht, als sie es sich eingestehen wollte. Sie mochte es nicht, das "schwache Glied" in der Kette zu sein. Und Schwäche zu zeigen war noch nie ihre Stärke gewesen.
"Was ist heute zwischen dir und Sarnir in der Höhle passiert?", fragte Legolas.
"Was soll schon passiert sein?", fragte sie, aber es klang unsicher. "Warum fragst du?"
Legolas zuckte mit den Schultern. "Er scheint verändert zu sein. Wenigstens war er heute auffallend ruhig."
Oxana zögerte.
Dann ließ sie sich neben dem Elben auf die Decke fallen.
Peinlich berührt begann sie, mit ihren Fingern zu spielen. Legolas kannte Sarnir. Möglicherweise würde er ihr sagen können, wie sie handeln sollte.
"Er hat mir etwas gesagt", druckste sie herum und räusperte sich. Dann drehte sie sich um. Ob er sie hören konnte?
"Aha...?"
Sie sah zum Himmel auf und seufzte leise: "Er hat mir gesagt, dass er mich liebt."
Sie sah den Prinzen an. Sein Gesicht war ausdruckslos. "Ich habe es bereits geahnt", antwortete er schlicht.
"Und du hast gesagt dass....?"
"Ich habe gar nichts gesagt", antwortete sie verzweifelt, "ich wusste nicht, was ich sagen sollte!"
Mit einem ergebenen Seufzen lehnte sie sich gegen die Felswand und zog die Beine an.
"Was soll ich tun?"
Legolas lachte leise. "Das einzig Richtige: Sag ihm die Wahrheit. "
"Und wenn die Wahrheit nicht das ist, was er hören will?"
"Es geht nicht darum, was du willst, sondern was er will. Seit wann kümmerst du dich um das, was andere wollen?"
Eingeschnappt senkte Oxana den Blick und starrte auf ihre Fingerspitzen. Doch er hatte gar nicht Unrecht. Diese Reise....sie hatte sie verändert.
"Verzeih, ich wollte dich nicht kränken", entschuldigte sich Legolas mit sanfter Stimme. "Sag es ihm. Mitleid oder Gutmütigkeit sind keine Basis für eine solche Beziehung."
Sie nickte.
Schweigend folgte jeder seinen eigenen Gedanken.
Sie zog den Mantel fester um ihre Schultern.
Plötzlich streckte Legolas die Hand aus.
"Ich wüsste eine bessere Möglichkeit, wenn es dir nichts ausmacht", sagte er zögerlich.
Sie verstand nicht, was er meinte, reichte ihm trotzdem nach einigen Sekunden ihre Hand.
Er zog sie sanft näher an sich heran, legte einen Arm um ihre Schultern.
Als sie die Wärme spürte, die von seinem Körper ausging, schmiegte sie sich automatisch an seine Seite und presste sich eng an ihn. Wie konnte sein Körper bloß so warm sein, während die Luft um sie herum klirrte?
Unter ihrer Hand fühlte sie sein Herz schlagen.
Sein gleichmäßiger Rhythmus beruhigte ihren Geist und bald schlief sie tief und fest.
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N a c h w o r t :
Mhmmm....was für ein traumhafter Abschluss..
Freue mich auf ebenso traumhafte Reviews!
* gähn * - eure zufriedene Conna
