Von Verrücktheiten und Schlammschlachten

V o r w o r t :

Ich habe eine zweii ich habe eine zweieieiei!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und ich dachte mir: ich lass euch jetzt alle an meinem glück teilhaben und schreib ein wirklich gutes kapitel, eines, in das ich mich voll reinhänge!!!!

Es ist zwar nicht extreeeeeem lang, aber dank einer gewissen leserin (zwinker) bin ich auf ein paar gewisse ideen (zwinker) gekommen die ich in diesem kap (zwinker) durchgeführt (zwinker) habe (zwinkerzwinker.....sag mal, was is heute mit meinen augen los?????)

@alle reviewer : IHR SEID SOWAS VON WAHNSINNIG LIEB!!! Und nein, das ist jetzt nicht die übliche : " ich schleim mich bei der kundschaft ein"- Anrede!!!! UND DAS MAG WAS HEISSEN!!! Und ja, ich weiß, Bart Simpson sagt nicht HAHA, aber wisst ihr was??? Ich bin zu faul, um das jetzt umzubessern!! Tralatraltralllaaaaaa ()))))))))))))))

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"Du kannst dir nicht aussuchen, wen du liebst- nur wessen Liebe du erwiderst."

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(aus irgendeinem Film. Weiß nicht mehr welchen. Aber es blieb mir in Erinnerung.)

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Die Spur führte sie tiefer und tiefer in den riesigen Wald hinein.

Oxana versuchte sich an das Wenige zu erinnern, was sie über diesen Teil des Landes wusste.

Sie wusste, dass am südlichen Rand der Wälder einige Köhler arbeiteten, denn am Waldrand wuchsen genügend Buchen, Eichen und andere Harthölzer.

In ihrer Zeit bei den Waldläufern hatte sie die einfachen Hütten oftmals aus der Entfernung gesehen.

Nur ein einziges Mal war sie gemeinsam mit einer kleinen Jägertruppe tiefer in die Wälder vorgedrungen, doch ihre Erinnerung daran war verblasst.

Man munkelte, dass Wölfe sich in diesem Gebiet seit Jahrhunderten prächtig vermehrten und viele verfeindete Rudel nachts hungrig umherstreiften, auf der Suche nach Wild und anderer Beute.....

Auch die Coer, Werwölfe, die größer, hässlicher und ungleich stärker als ihre grauen Verwandten sein sollten, siedelten in Märchen und Legenden in diesen dunklen Wäldern.

Oxana gab freilich nicht viel auf diese Ammenmärchen. Waldgeister, Werwölfe, Feen ... nein, von solchen Dingen hielt sie nichts.

Darüberhinaus kam es ihr vor, als liefen sie schnell genug, um den Wald noch in dieser Nacht zu durchqueren.

"Könnt ihr sie sehen? Wie weit sind sie entfernt?!", rief sie atemlos den Elben zu und ärgerte sich darüber, dass sie nun einige Schritte hinter sie und Obhart zurückgefallen war.

Ihre schweren Kleider, die Waffen, ihre Bein- und Armschützer ergaben in Summe ein nicht zu verachtendes Gewicht, das sie tiefer in den Schnee drückte und mit jeden Schritt zu wachsen schien.

Sie wurde langsamer, machte kurz Halt, um etwas Luft zu schnappen. Die Männer liefen weiter, schienen ihr Zurückbleiben in ihrem Jagdeifer gar nicht zu bemerken.

Oxana bückte sich, berührte mit den Fingerkuppen den Schnee und betrachtete die Spuren genauer.

Es waren sieben Menschen hier entlanggelaufen...Colen war wohl einer von ihnen, also sechs Blutjäger.

Nein....sie runzelte die Stirn...da waren Stellen, an denen die Schneedecke nur oberflächlich etwas zerkratzt war.

Rawen. Doch es waren nicht die einzigen Spuren dieser Art. Da waren noch die von Nîthiel.

Einer der Blutjäger war verletzt, seine Spur verlief unregelmäßig, an manchen Stellen hatte sich der Schnee hellrot verfärbt.

Kaltes Entsetzen ergriff von ihr Besitz. Es waren 26 gewesen. Nun waren es nur mehr SIEBEN!!

"Ich störe dich nur ungern, doch wir haben es eilig", erschrak Legolas sie.

Sie starrte ihn an, schüttelte leicht den Kopf.

"Neunzehn Leben!", ächzte sie, "NEUNZEHN! Die Toten in Rohan gar nicht miteingerechnet! Und das alles nur wegen..."

Sie brach ab, biss sich auf die Lippen.

"Wegen mir", beendete Legolas bitter. "Das wolltest du doch sagen, oder?"

Sie schüttelte den Kopf.

"Nein", behauptete sie ehrlich , "das wollte ich nicht. Sie starben wegen ihrer Gier und ihrer Mordlust. Dich trifft keine Schuld. Viel eher sollte ich mich für die meinen schämen."

Sie stand auf, seinem Blick ausweichend.

"Du bist nicht wie sie", behauptete Legolas nachdrücklich, und die Festigkeit seiner Stimme schaffte es beinahe, sie zu überzeugen.

Sie lächelte bitter, schüttelte den Kopf.

"Du irrst dich. Ich bin kein bisschen besser als sie. Denkst du, ich tötete, bloß weil ich Geld brauchte?"

Sie schüttelte den Kopf, lachte herb.

Doch sein Gesicht blieb ruhig, umsonst wartete sie auf Anzeichen von Entsetzen oder Ekel.

Jäh hob er seinen Arm, strich ihr eine Strähne aus der Stirn.

Es war bloß eine flüchtige, kaum spürbare Berührung, und trotzdem erschauderte sie sondergleichen und musste sich zusammenreißen, um nicht erschrocken zurückzuweichen.

"Du bist nicht wie sie", wiederholte Legolas ganz einfach, senkte hastig die Hand und wandte sich um.

"Und nun komm. Dieser Wald ist mir nicht geheuer und der Vorsprung der Blutjäger wächst mit jeder Sekunde, die wir hier herumstehen!".

Närrin, dachte sie scheltend, lässt dich von einer freundschaftlichen Geste aus dem Konzept bringen ! Du hast bereits zwei Nächte in seinen Armen verbracht und brichst jetzt nahezu zusammen, wenn er dir nur über die Wange fährt! Du brauchst dringend ein heißes Bad und viel, viel Schlaf....

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Die Sonne versank, und mit ihr verschwand der Schnee aus dem Wald.

Aber wer nun dachte, sie wären nun schneller und besser vorangekommen, der sollte sich irren- denn kaum hatten die vier Jäger Schnee und Eis endgültig hinter sich gelassen, da begann es leicht, aber beständig zu nieseln.

Ihre Kleider, die ohnehin längst nicht mehr wärmten, aber immerhin im Laufe des Tages etwas getrocknet waren, sogen sich erneut voll.

Der Regen nahm zu, vermutlich schüttete es außerhalb des Waldes in Eimern, die Bäume hielten im Inneren des Waldes zumindest das Ärgste von ihnen ab.

"Was ist eigentlich mit dem Wetter los*?!", knurrte Obhart misslaunig, "wenn es nicht gerade stürmt und schneit, dann schüttet es ununterbrochen! Natürlich ist der Winder bereits hereingebrochen- aber heißt es nicht, dass im Süden das Klima milder wird?! Schon langsam beginne ich zu vergessen, was das Wort t r o c k e n überhaupt bedeutet!"

Legolas und Sarnir grinsten bloß breit, wofür sie von den beiden Menschen mit bösen Blicken bestraft wurden.

Es war doch wirklich ein Kreuz! Der Waldboden war bald aufgeweicht und matschig. Zu allem Überfluss hatte Oxana seit gestern ein Loch in ihrem Stiefel.

"Wie weit sind sie noch entfernt?!", rief sie atemlos, "es ist fast stockdunkel, ich bin triefnass, meine Beine tun weh, ich bin müde und hungrig! Bitte sagt, dass wir sie gleich eingeholt haben!"

"Wir haben sie gleich eingeholt!", rief Legolas fröhlich und drosselte sein Tempo.

Oxana stutzte und griff nach ihrer Armbrust. "Mach dich nicht über mich lustig!", rief sie verärgert.

"Ich würde es doch nie wagen..." er grinste breit. Fast gemächlich nahm er den Bogen von seinem Rücken, zog einen Pfeil.

Sarnir tat es ihm gleich und meinte: "Fünf. Die drei alten Tannen neben dem bemoosten Felsen, die beiden Föhren auf dem Hügel."

"Häh? Was? Wo?" Sie wollte stehen bleiben, doch Obhart gab ihr einen kleinen Schubs. "Lauf weiter. Sie sollen glauben, wir hätten sie nicht bemerkt."

Legolas kam etwas näher, scheinbar zufällig, und wies nach rechts. "Siehst du die drei dunklen Tannen, die in einer Reihe hintereinander stehen?", flüsterte er, "und den Hügel..."

Er verstummte, als sie seine Worte mit einem sauertöpfischen Blick bedachte und verzog entschuldigend das Gesicht. "Oh, verzeih, ich vergaß, du siehst ja nichts."

"Ich sehe nur dunkle Bäume", entgegnete Oxana dumpf, "und dazwischen Lücken.".

Sein Grinsen verriet ihn.

"Obhart, Oxana- ihr solltet euch vielleicht besser im Hintergrund halten."

Die beiden Menschen sahen einander an und hielten im Moment wohl beide das Gleiche von dem Rat des Elben.

Keiner von ihnen dachte auch nur daran, sich "im Hintergrund" zu halten.

"Oh ihr großen, starken Elbenkrieger", spöttelte Oxana und zog lautlos ihr Schwert, "wir elenden Sterblichen, die wir dahinsiechen in unseren Städten, können uns auch selbst ganz gut zur Wehr setzen!"

Sie grinste schadenfroh, als sie den bestürzten Ausdruck in Legolas' Gesicht erkannte, denn es waren Nîthiels Worte, die sie da eben benutzt hatte.

Nun waren sie den Bäumen, hinter denen die Blutjäger lauerten, schon erheblich näher gekommen.

"Was sagst du?", rief sie Obhart zu, "sollen wir es ihnen beweisen?"

"Ihr braucht uns gar nichts zu beweisen!", knurrte Legolas fahrig, "ich glaube euch auch so. Es war ein gutgemeinter Rat, mehr nicht! Ich zweifle nicht an deinem Können, bloß..."

"Dann ist es ja gut!", rief sie übermütig dazwischen.

Sarnir fing ihren Blick, schüttelte warnend den Kopf, wie um ihr von ihrem Vorhaben abzuraten.

Doch schon längst hatte eine bizarre, heitere Lust von ihr Besitz ergriffen, und sie ignorierte seine stumme Warnung.

"Mädchen, beruhige dich", murrte Obhart genervt.

Sie grinste.

Beschwingt sprang sie nach vor, ließ ihr Schwert durch die Luft sausen und schrie:

"Kommt nur her, meine Freunde! Ihr braucht nicht schüchtern zu sein, ich werde euch schnell und schmerzlos ins Jenseits befördern, versprochen! Denn wisst ihr, darin habe ich mich bereits Jahre geübt!"

Legolas fluchte irgendetwas auf Sindarin, dessen Bedeutung Oxana nicht verstand, aber es war ihr auch egal.

Sie sah kaum mehr als die dunklen Umrisse der Bäume im Regen, und auch wusste sie, dass sie tollkühn und verwegen handelte.

Das Prasseln des Regens übertönte beinahe das Zischen des heransausenden Pfeils. Sie hörte...spürte...aber trotzdem, dass sich ihr etwas näherte und warf sich instinktiv zur Seite.

Etwas streifte ihren Hals hinterließ einen brennenden Streifen auf ihrer Haut.

Sie landete auf dem schlammigen Waldboden, spürte, wie ihre Hände bis zu den Gelenken im weichen Morast einsanken und irgendetwas Glitschiges unter ihren Fingern davonkroch.

Jemand packte sie am Oberarm und riss sie unsanft in die Höhe. Es war Sarnir. Er stellte sich schützend vor sie und feuerte einen Pfeil ab.

Oxana knurrte. Wofür hielt er sie? Für ein schutzbedürftiges Kind??

Sie hob den Kopf, sah sich um.

Legolas war an ihnen vorbei auf den Hügel zugelaufen, stand dort mit seinem Bogen und zielte auf einen der Bäume.

Obhart war in einen Schwertkampf mit einer langzotteligen Gestalt verwickelt und entfernte sich immer weiter vom Hauptgeschehen.

Sarnir hatte getroffen. Bei den Tannen war also nur noch einer übrig. Hier wurde sie nicht mehr gebraucht.

Enttäuscht sah sie sich um und ließ das Schwert sinken. Das sollte alles gewesen sein? Sie fühlte sich wie ein trotziges Kind, dem etwas vorenthalten wurde, das es unbedingt haben wollte. Sie hatte unsägliche Lust darauf, sich auf einen Zweikampf einzulassen.

"Langweilst du dich?".

Sie zuckte zusammen, riss das Schwert in die Höhe und wäre um ein Haar gestolpert. Panisch sah sie sich nach allen Seiten um.

Keiner der anderen schien etwas bemerkt zu haben.

Legolas hatte alle Hände voll damit zu tun, den Pfeilen der beiden Blutjäger auf dem Hügel auszuweichen, Obhart wälzte sich mit seinem Gegner im Schlamm, Sarnir lief auf den verbliebenen Mann zu, dem offensichtlich die Pfeile ausgegangen waren.

Aber das war doch eindeutig Silaids Stimme gewesen! Bildete sie es sich am Ende gar ein?

"Zeig dich, schlangenzüngiger Bastard!", schrie sie, und ihre Stimme überschlug sich beinahe.

Sie drehte sich um ihre eigenen Achse, suchte selbst die Wipfel der Bäume mit Blicken ab. Wie sie es hasste, wenn er sich anschlich!!

Der dichte Regen verschleierte ihr die Sicht, doch für eine Sekunde glaubte sie, etwas Dunkles hinter einem Baum verschwinden gesehen zu haben.

Mit einem triumphierenden Schrei stürzte sie auf den Baumstamm zu und hieb bedachtlos ins Holz. Da war niemand, was wohl auch zu erwarten gewesen war.

Sie wandte sich um. Ahnungslos hatte sie sich von dem Halbork vom Rest der Truppe fortlocken lassen.

Ihr Mut schwand, als sie begriff, dass sie alleine war.

"Wenn du glaubst, du könntest mich so einschüchtern, dann hast du dich geirrt!!", schrie sie zornig und riss ihr Schwert mühsam aus dem Stamm, "KOMM HER UND KÄMPFE!!!"

Sie spürte ihr Herz in ihrem Hals klopfen. Sie hatte gesehen, wie Silaid seine Opfer jagte, tötete.

Er liebte es, sie zu quälen. Und nun trieb er dasselbe, verruchte Spiel mit ihr! Es machte sie unbeschreiblich wütend, doch zugleich drohte ihre Angst sie zu übermannen.

Silaid war kein Gegner, der fair kämpfte.

Sie drehte sich ruckartig um. Oft hatte er seine Opfer von hinten erstochen.

Da war nichts . Nichts, nur zahllose Baumstämme in der nassen Dunkelheit.

Manchmal schoss er ihnen mit Pfeilen in die Beine, sodass sie nicht mehr davonlaufen konnten.

Oder er schleuderte Messer auf sie, und man hatte keine Chance, ihnen auszuweichen.

"Suchst du etwas?"

Sie kreischte, wirbelte herum und holte aus. Mitten in der Bewegung erstarrte sie.

Der Elb blinzelte verwirrt.

"Legolas!" Sie atmete auf und senkte das Schwert. "Sind sie besiegt? Geht es den anderen gut?"

Er nickte. Entweder die Männer hatten verteufelt schnell gekämpft, oder sie drehte sich bereits länger hier im Kreis, als sie angenommen hatte! Irgendetwas schien mit der Zeit nicht zu stimmen.

Prompt wich ihre Erleichterung. Hier war sie, die langersehnte Beute, schutzlos, auf einem silbernen Tablett. Silaid lachte sich vermutlich gerade ins Fäustchen.

"Geh!", verlangte sie nervös.

"Nein", weigerte sich der Elb seltsam ruhig, "nicht bevor du mir gesagt hast, was das sollte. Mit deinem kindischen Verhalten hast du die gesamte Gruppe in Gefahr gebracht. Was ist los mit dir?"

Sie wich seinem Blick aus, hörte seine Worte kaum, suchte stattdessen den Bereich hinter ihm ab und drehte sich immer wieder um.

"Können wir das nicht später bereden?", drängte sie und schob sich an ihm vorbei. "Sehen wir zuerst nach den anderen".

Sie wollte ihn am Arm fassen und mitziehen, doch der Elb umschloss ihr Handgelenk und zwang sie herum.

Zornig riss sie sich los. "Wage es nicht noch einmal, Hand an mich zu legen, Elb!", zischte sie böse und vergaß für einige Sekunden die Gefahr, in der sie schwebten.

Wenn es etwas gab, was sie mehr hasste, als eine Lügnerin genannt zu werden, dann das.

Wütend stieß sie ihn zur Seite und stapfte an ihm vorbei. Erneut packte er sie an der Schulter. Sie knurrte wütend, ergriff sein Handgelenk und wollte es verdrehen, doch irgendwie schaffte er es, sich ihrem Griff zu entwinden.

Bevor sie sich versah, hatte er ihre Unterarme umfasst, drängte sie mit seinem eigenen Körper zurück und gegen einen Baumstamm.

Dann küsste er sie.

Sie riss die Augen auf, versuchte zu protestieren, doch Legolas erstickte ihre Worte mit einem fast brutalen Kuss, der ihr beinahe das Atmen unmöglich machte.

Dann, bevor sie dazu kam, ihn irgendwie gröber zu verletzen, ließ er sie los und trat einen Schritt zurück.

Seine Brust hob und senkte sich unregelmäßig, er starrte sie an, als hätte er soeben ein Gespenst gesehen.

Sie hingegen war zur Salzsäule erstarrt und fragte sich, wann dieser groteske Traum wohl endlich sein Ende finden würde.

Ihre eigenen Lippen brannten wie Feuer, und, um es vorsichtig auszudrücken: Ihr schoss im Moment einiges durch den Kopf.

....... Du solltest ihm eine Ohrfeige verpassen. Er hat es verdient. Seine Lippen sind ungewöhnlich weich für einen Mann. Er ist ja gar kein Mann. Er ist ein Elb. Ein wenig schmecken sie auch nach diesem würzigen Wein........

"Kein Wunder dass du ihn nicht abstechen** konntest", kicherte eine unangenehm kratzige Stimme.

Legolas und Oxanas Blicke wanderten nach oben. Auf den untersten Ästen einer Fichte hockte eine schwarze, krumme Gestalt.

Das letzte Licht des Tages glänzte blank in den gelben Augen des Halborks, so wie man es sonst nur Nachts bei Raubtieren sah.

Er stieß einen Laut aus, der einem spöttischen Lächeln ganz nahe kam und richtete etwas in Oxanas Richtung.

Sie sog scharf Luft ein. Irgendetwas sagte ihr, dass sie sich nun besser nicht bewegen sollte.

"Was hält er da?", flüsterte sie leise.

"Eine Armbrust!", rief Silaid an der Stelle des Elben, "weißt du, du hast mir die Vorzüge dieser Waffe erst richtig bewusst gemacht! Sie ist praktisch, hat eine große Reichweite und - das ist wohl das Wichtigste- sie hinterlässt herrlich blutende Wunden!"

Er machte eine kurze Pause.

"Und denkt gar nicht erst daran, einen Pfeil abzufeuern, Hoheit, denn sie wäre tot, bevor Ihr den Bogen auch nur in der Hand hieltet!"

"Schieß!", flüsterte Oxana, "schieß oder er wird uns beide töten! So bleibt uns wenigstens eine Chance!"

Die scharfen Ohren des Halborks vernahmen auch diese Worte und wieder konnte er sich ein Kommentar nicht verkneifen.

"Ja, mein Prinz, schießt auf mich und opfert diese kleine Verbrecherin! Ich weiß doch, wie sehr Ihr nach meinem Blut lechzt! Heimlich bereitet es Euch doch Vergnügen, uns abzuschlachten**, nicht wahr?"

Oxana runzelte die Stirn. "Was soll dieses Gewäsch, Silaid?", rief sie ärgerlich.

Der Halbork lachte meckernd, balancierte geschickte den Ast entlang und begann schnell und ohne Zwischenstopp den glatten Stamm herabzuklettern.

Dabei wandten sich seine glühenden Augen nicht ein einziges Mal von seinen beiden Opfern, genauso wenig wie die Armbrust.

Mit einem zufriedenen Grunzen sprang er zu Boden, richtete sich auf, soweit es ihm seine krumme Gestalt erlaubte und kam ein paar Schritte näher.

Die neuen schwarzen Kleider, die er vermutlich irgendeinem toten Söldner abgenommen hatte, glänzten nass und waren voller dunkler Schlammflecken.

"Du siehst aus, als hättest du eine anstrengende Flucht hinter dir", spottete Oxana und trat ihm einen kleinen Schritt entgegen. "Es war erstaunlich, wie schnell du am Pass das Weite gesucht hast!"

Irgendwie brachte sie sogar jenes herablassende, kühle Lächeln zustande, welches sie auszeichnete.

Silaid grinste breit.

"Gib doch einfach zu, dass du dich fürchtest, Menschlein. Ich kenne dich zu gut, um dir deine Schauspielerei abzunehmen. Du bist schwach und du wirst es immer sein, hör auf, dir etwas vorzumachen."

"Du wagst es, mir zu drohen, kleines Scheusal? Hast du vergessen, was ich mit deinem Ohr gemacht habe?".

"Hast du vergessen, was ich mit deinen Haaren gemacht habe? Und was ich mit deinen Augen hätte machen können?"

Nun gut, diese Runde ging an den Halbork.

"Und nun sei still, sonst erschieße ich dich. Und wirf das Schwert weg."

Oxana starrte Silaid baff an, tat aber vorsorglich, was er verlangte, obwohl sie vor Zorn überschäumte.

"Hmmmh....unser Herr Elb", murmelte Silaid und besah sich Legolas genauer, "Ihr müsst verzeihen, aber es wird Zeit, dass man Euch endlich einfängt, bevor Ihr noch mehr Chaos anrichten könnt."

Legolas blieb bewundernswert ruhig.

"Und wer bist du, dass du glaubst, du könntest es mit mir aufnehmen?"

Silaid verzog abfällig den Mund.

"Ihr scheint äußerst überzeugt von Eurem Können zu sein, mein Prinz ! Aber wisst Ihr, unsereins weiß über Eure Schwächen bestens Bescheid, so etwas ist immerhin unser Job!"

Die Armbrust zeigte noch immer auf Oxana. Schlag ihn nieder, dachte diese angespannt, schlag in nieder oder tu sonst irgendetwas, bevor ich es tue, ich halte das nicht mehr lange aus!!

"Du willst mich mit deinem bösartigen Geschwafel verunsichern", meinte Legolas.

Es klang wie eine Feststellung, als analysiere er laut das Verhalten seines Gegenspielers.

"du weißt vom Tod meines Bruders und willst mich damit verunsichern. Nun gut, wie du meinst. Bloß sei dir eines gewiss- 300 Jahre sind ausreichend Zeit, um solche Wunden verheilen zu lassen."

Silaid schwieg, seine Verblüffung war ihm anzumerken. Doch er fasste sich schnell wieder und begann beinahe dämonisch zu grinsen. Da war noch etwas, sie konnte es in seinen Augen lesen.

"Was ist, wenn ich Euch sage, dass der Mörder Eures geliebten Bruders noch lebt?"

Oxana verstand nicht wirklich, worum es im Moment ging. Ihre Augen klebten an der Armbrust, die ihren Puls seit Minuten in schwindelerregende Höhen trieb. Lange hielt sie das nicht mehr durch.

"Dann glaube ich dir das nicht. Ich sah ihn mit eigenen Augen sterben", antwortete Legolas kühl.

"Und wenn ihr den Falschen verurteilt habt?"

Silaid starrte den Prinzen abwartend an.

Oxana atmete tief durch.

"DAS REICHT!"

Sie sprang blitzschnell aus der Schusslinie und griff nach der Armbrust. Silaid war zwar überrascht von ihrem unerwarteten Angriff, reagierte aber schnell und wehrte ihre Hände geschickt ab.

Auch Legolas überwand seine Überraschung sogleich, entriss dem Halbork mühelos die Armbrust, schoss den Bolzen wahllos in irgendeine Richtung und schleuderte die Waffe hinterher.

Sie wirbelte durch die Luft und versank irgendwo in der Dunkelheit im Schlamm

Oxana lachte triumphierend, zog ihren Dolch und stach damit nach Silaids Gesicht. Wieder einmal wurde ihr demonstriert, wie schnell sich dieser bewegen konnte: Wie ein Aal schlängelte der Halbork sich zwischen den Händen seinen beiden Angreifern hindurch und lief los.

"Bleib stehen, Feigling!", rief sie aufgebracht und lief ihm nach.

Silaid hatte gar nicht vor, zu fliehen. Nach wenigen Metern blieb er stehen, drehte sich um und hob den Arm.

Da war plötzlich ein Messer in seiner Hand.

Er hielt es an der Spitze und schleuderte es in dem Moment ab, da Oxana das matte Glänzen richtig deutete.

Es blieb ihr keine Zeit mehr, auszuweichen.

Schützend zog sie den Kopf zwischen die Schultern und kreuzte die Arme vor ihrem Gesicht. Mit zusammengekniffenen Augen wartete sie auf große Schmerzen.

Es tat weh, aber irgendwie war es nicht die Art von Schmerz, die sie erwartet hatte.

Das Messer traf sie, allerdings war es der stählerne Griff, der schmerzhaft gegen ihren Schädel prallte, nicht die Klinge.

Sie hörte einen dumpfen Laut, als Knochen und Metall aufeinanderprallten, und Silaids leises Fluchen.

"Dieser verdammte Regen!"

Als sie die Augen das nächste Mal öffnete, lag ihr Gesicht halb im Schlamm begraben.

Der harte Schlag gegen den Kopf hatte sie wohl für einige Sekunden körperlich sowie geistig außer Gefecht gesetzt.

Sie spuckte alles aus, was sie unbeabsichtigt zu sich genommen hatte, wischte sich mit dem Handrücken angeekelt den schlimmsten Schmutz aus dem Gesicht und richtete sich so schnell wie möglich auf.

Anfangs sah sie die beiden Kämpfenden gar nicht, so unerkenntlich hatte der Schlamm ihre Körper gemacht.

Erst als Silaid ein heiseres Fluchen ausstieß, wurde sie auf ein sich windendes Bündel aufmerksam und erkannte, halb entsetzt, halb belustigt, dass Elb und Halbork verbittert miteinander auf dem Waldboden rangen.

Legolas' blondes, seidiges Haar hatte sich in ein Bündel schmutzignasser Fransen verwandelt, die irgendwie an Würmer erinnerten, unter der Schmutzschicht auf seinem Gesicht hätte sich ebenso gut ein Ork verbergen können.

An Silaid hingegen machte sich die unfreiwillige Schlammpackung nicht schlecht, nein, sie schien seine gefährliche Ausstrahlung eher noch zu unterstreichen.

Seine gelben Augen stachen aus der Schlammschicht hervor wie Sterne am schwarzen Nachthimmel.

Ihrem Kampf fehlte jegliches Maß von Elleganz, es war eine einzige Rangelei . Silaid hatte sich gemeiner Weise in Legolas' Haar verkrallt und zog erbarmungslos den Kopf des Prinzen in dessen Nacken.

Erst nach Sekunden, in denen sie die beiden seltsamen Gegner interessiert beobachtet hatte, kam ihr die Idee, dem Prinzen zu Hilfe zu eilen.

Mit einigen weit ausgreifenden Schritten war sie bei den Zweien, hob einen kräftigen Ast auf, zögerte aber einen Moment, aus Angst, den Falschen zu erwischen. Dann sprang sie hinzu und zerschlug das Holz an Silaids Kopf.

Der Halbork brüllte vor Schmerz und griff sich jammernd an den Schädel, wobei er die Haare seines Gegners losließ. Legolas bedankte sich und rieb sich stöhnend die schmerzende Kopfhaut.

Schnell versetzte Oxana Silaid einen Tritt in die Seite, der ihn niedergehen ließ, und setzte ein Bein auf seine Brust, um den zappelnden Halbork unten zu halten.

Gleichzeitig streckte sie den Arm aus, um dem Prinzen auf die Beine zu helfen.

Wahrscheinlich hatte dieser so etwas gar nicht nötig, trotzdem ergriff er dankbar ihre Hand und sprang auf. Im selbem Moment grub Silaid die Krallen beider Hände in ihre Wade und drückte mit unglaublicher Kraft zu.

Sie brüllte und riss das Bein zurück. Der Halbork sprang augenblicklich auf und ergriff die Flucht.

Legolas suchte seinen Bogen, der im Schlamm versunken war und folgte ihm.

Triefend nass im Schlamm hockend und sich jammernd das Bein reibend wartete Oxana auf seine Rückkehr.

Die fand bereits nach wenigen Minuten statt.

"Er muss sich in irgendeiner Höhle verkrochen haben", sagte plötzlich eine Stimme. "Ich kann seine Spuren kaum sehen, der Boden ist bloß noch Morast und Wasser."

Sie hatte gar nicht gemerkt, dass der Elb vor sie getreten war.

"Kleines Biest!", regte der sich auf, "der kann sich auf was gefasst machen, wenn er mir das nächste Mal über den Weg läuft!"

Besorgt ließ er sich vor ihr auf die Knie sinken.

"Wie geht es deinem Bein?"

"Es wird schon wieder. Ich frage mich, warum es alle auf meine Wade abgesehen haben", scherzte sie und stand demonstrativ auf. Mühsam verbiss sie sich ein schmerzhaftes Stöhnen.

An einigen Stellen hatten Silaids Katzenkrallen das Schuhleder durchbohrt und sich tief in ihre Haut gegraben. Aber es waren oberflächliche Wunden, die schnell verheilen würden.

"Die Wunde an deinem Hals gehört verbunden", stellte Legolas besorgt fest. Sie nickte widerwillig. "Das soll Sarnir übernehmen. Wie geht es deinen...Haaren?"

Legolas grinste schief. "Sie sind vermutlich um ein gutes Stück länger geworden, so fest, wie dieses Monster daran gezerrt hat".

Einige Sekunden starrten sie betreten aneinander vorbei.

Dann begann Oxana verhalten zu lachen.

Legolas legte den Kopf schräg.

Sie räusperte sich. "Entschuldige. Es ist bloß....ihr habt so lustig ausgesehen, als ihr euch dort am Boden gewälzt habt....."

"Dein Humor ist äußerst gewöhnungsbedürftig, habe ich das schon einmal erwähnt?", Er klang ein wenig beleidigt. Ungeschickt begann er, einige Dreckklumpen aus seinem Haar zu zupfen.

Sie beobachtete ihn, ernstlich um ihre Fassung bemüht, konnte sich ein albernes Kichern nicht ganz verhalten.

Er grinste. "Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich dich lachen sehe."

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Sie kehrten zu den Tannen und Föhren zurück, wo sie von Sarnir und Obhart erwartet wurden. Der Elb war gerade dabei, sich um die Wunden des "Orkschlächters" zu kümmern.

Oxana riss entsetzt die Augen auf, als sie den fingerdicken Pfeil sah, der aus Obharts Schulter ragte. Sein Gesicht war blutüberströmt, seine Haltung gebeugt und kraftlos.

Legolas und sie begannen beinahe gleichzeitig zu laufen.

Der Pfeil saß tief im Fleisch. Sie mussten ihn stecken lassen und so verbinden, wenn sie nicht riskieren wollten, dass Obhart an der Wunde verblutete. Das Blut in seinem Gesicht stammte von einer langen, tiefen Wunde an seiner Stirn, die sein Gesicht wohl um eine weitere Narbe bereichern würde, aber nicht weiter gefährlich war.

"Trotzdem müssen wir ihn an einen trockenen, warmen Platz bringen", riet Sarnir, "einen Fußmarsch wird er nicht mehr lange durchhalten. Wir müssen den Pfeil entfernen und die Wunde ordentlich verbinden- und er braucht Schlaf."

Legolas ließ seinen Blick nachdenklich in den Wald schweifen. Der Regen hatte nicht nachgelassen.

Oxana versuchte nicht zu den Leichen der Blutjäger hinzusehen, deren Blut sich mit dem Schlamm vermengte und fortgespült wurde.

"Am Südrand gibt es einige armselige Hütten. Köhler wohnen dort. Es sind freundlicher Menschen, Leute aus Gondor, die ein einfaches Dasein fristen. Sicher werden wir bei einem von ihnen Unterschlupf finden. Allerdings wird es eine Weile dauern, sie zu erreichen. Wenn wir uns beeilen, sind wir morgen früh bei ihnen. Denkst du, Obhart kann....?"

Sarnir seuftzte. "Er muss."

"Und er wird", brachte sich Obhart stöhnend ein, "und redet gefälligst nicht in der dritten Person über mich. Ich bin anwesend und sehr wohl noch lebendig.....auch wenn ihr mich offensichtlich schon eher als tot betrachtet, der Weise nach zu urteilen, auf die ihr....über mich sprecht".

Er atmete tief durch, rang sich ein Lächeln ab, das zu einer Grimasse aus Schmerz verkam.

Legolas grinste. "Oh nein, er hat uns durchschaut."

Doch in seinen Augen stand Sorge. Und nicht nur er sorgte sich. Die Wunde blutete stark, Obhart war bereits bleich wie Kreide. Sie mussten sich beeilen.

Die beiden Elben stützten den Schiffführer, richteten ihn behutsam auf und folgten Oxana, die ihnen den Weg zu den Köhlern wies. Oder zumindest nach Süden.

Irgendwo würde dieser Wald schon aufhören. Er musste es.

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* hihihhihi * inmeinemhexenkesselrühr* ** Entschuldigt für die unfeinen Ausdrücke. Aber Silaid ist abgrundtief böse und hatte niemals das Privileg, eine höher bildende Schule zu frequentieren, nun redet er auch dementsprechend.