Ja, ich fand sie wirklich mehr als nur ansehnlich!
Sie hatte alles, was sich ein Mann wünschte!
Deshalb hatte ich mich entschlossen sie ran zu lassen, um wenigstens für ein paar Stunden nicht an Elena zu denken.
Aber wie ich mir schon vorher gedacht hatte, war dieser klägliche Versuch total in die Hose gegangen…
Schlimmer noch:
Sogar, wenn ich das Mädchen geküsst hatte – es hatte sich gestern auch herausgestellt, dass es sich dabei um eine gewisse ‚Olivia' handelte – hatte ich Elenas Gesicht vor meinen verschlossenen Augen gesehen.
Ich hatte mir die ganze Zeit vorgestellt, dass sie es war, mit der ich im Bett lag!
Und doch kam jedes Mal die Ernüchterung…
Hörte das denn nie auf?
Stöhnend stand ich vom Bett auf und deckte Olivia dann wieder zu.
Ich zog mir eine Hose an und streifte mir ein Hemd über.
Ich wollte Frühstück machen und es mit hoch nehmen, denn ich hatte keine Lust, Elena unter die Augen zu treten!
Außerdem…verspürte ich schon wieder den Durst nach Blut und ich hatte mir vorgenommen, Olivia am Leben zu lassen, weil ich mich so jederzeit ablenken konnte und nicht immer neu anfangen musste.
Mit noch offenem Hemd schlich ich runter in die Küche.
Ich schob zwei Toasts in den Toaster und hoffte, sie war nicht zu hochnäsig, um so etwas Simples wie Toastbrot zu essen.
Dann lief ich schnell in den Keller und holte mir eine Kompresse, die ich – wieder oben – über einem leeren Glas ausquetschte.
Mit dem Glas in der Einen und den Toasts auf einem Teller in der anderen Hand, wollte ich mich danach wieder auf den Weg in die nächste Etage machen.
Ich drehte mich um und – da stand sie.
Wie immer wunderschön und diesmal mit einem doch schon ziemlich betörenden Negligé.
Seit wann trug sie so was?
…doch nicht etwa für Stefan?!
„Morgen.", murmelte sie, nachdem sie mich eine Weile angestarrt hatte und ging zur Anrichte, um Kaffee einzuschenken.
Ich beobachtete sie noch immer wie versteinert, denn meine Augen wurden von ihrem Anblick gefesselt.
„Könntest du dich vielleicht auch mal ganz anziehen?", fragte sie dann genervt und schaltete die Maschine ein, als sie bemerkt hatte, dass ich keinen Kaffee gekocht hatte.
Sie drehte sich wieder zu mir herum.
Mit einem schelmischen Grinsen betrachtete ich mein offen stehendes Hemd und hob dann die Schultern, um ihre Frage zu beantworten.
„Ich hab leiden beide Hände voll…", gab ich unschuldig zurück und freute mich unheimlich, als sie seufzte.
Hatte ich gerade einen Knick in der Optik oder haftete ihr Blick wirklich auf meinem nackten Oberkörper…?
Sie schüttelte plötzlich den Kopf und kam auf mich zu.
Verunsichert bewegte ich mich nicht von der Stelle, besser gesagt konnte ich mich nicht weg bewegen!
Allein die Vorstellung in meinem Kopf, dass sie mir mein Hemd zuknöpfen würde, jagte mir einen regelrechten Schauer über den Rücken!
Mein Gehirn begriff erst, als ihre zarten Hände hoch zu meinem Kragen griffen und ihn zurecht zogen.
Dabei wurde ich unabsichtlich noch ein Stück weiter zu ihr gezogen, was den Abstand zwischen uns noch weiter verkürzte.
Dann begann sie, jeden Einzelnen der Knöpfe zu schließen.
Verdammt, wie ich diesen Moment genoss…
Sie hatte am Untersten angefangen und mit jedem weiteren Knopf musste sie sich ein wenig mehr vorlehnen, um die Stoffenden des Hemdes zusammen zu ziehen, weshalb wir einander noch näher kamen.
Die ganze Zeit über starrte ich gierig auf ihre so wunderbaren, vollen Lippen und wünschte mir nichts sehnlicher, als diese jetzt zu berühren.
Sie auf Meinen zu spüren…
Gerade war sie beim Vorletzten angekommen, da rutschte ihr Finger ab und traf meine Brust.
Sofort fing diese Stelle Feuer und begann, zu kribbeln.
Ein wohliges Gefühl durchströmte jeden Zentimeter meines Körpers!
Sie sah zu mir hoch und unsere Blicke gruben sich ineinander.
