Also, ich setz jetzt Mal einen Disclaimer rein:

Alle Personen (ausgenommen: Sarnir, Leriel, Lyria, Obhart, Wynna, die

Rohirmädchen, Colen, Bareth, sein Bruder, dessen Name mir grad nicht

einfällt, Nathana, Nîthiel, Silaid, Rawen, die Blutjäger, Asona,

Kreidinger=der Wirt, Dollaur und seine Pferdgenossen und natürlich

Edembo, unser sympathischer Held mit dem etwas kurzem Auftritt, ah, und

die verrückte Connatica) und Orte (ausgenommen: namenlose Hafenstadt,

Obharts Schiff, das Lager der Rohirrim, die Schneeschlucht der Trolle,

der verzauberte Wald und die fallenübersäte Lichtung) gehören Tolkien,

Tolkien, Tolkien. * in den Staub werfe *

V o r w o r t :

@Sheila: Sarnir hat was gehört. Aber nicht jedes Wort. Warum glaubst du wollte er unbedingt hinunter? * g *Falls du ein Sarnir- Fan bist- das Kappi hier wird dich dann sicher interessieren ;)

@Jinx: dein Geburtstag ist da? Ähm...*räusper* ... DAS WAR NATÜRLICH ABSICHT! Nichts, was in meinen Geschichten vorkommt, überlasse ich dem Zufall!! (PS: ich weiß wie du dich fühlst. Ich hab am 11.sept. geburtstag...)

@Aureliel :Legolas raucht im HDR nicht? Nun gut, dann geb ich euch bald die Erklärung WARUM er damit aufgehört hat ... HARHARHAR..

@DragonSleep: ich kann mir nicht helfen...aber bei jedem deiner Reviews denke ich automatisch an diesen Drachen von „DragonHeart", bloß ein paar Nummern kleiner, auf einem Bürostuhl sitzend mit einer Riesentafel Schoki in der Hand. (PS: alle Macht dem Schoki!! Iss, solange du kannst- ich darf auf ärztlichen Rat hin nicht allzu viel davon essen – Neurodermitis- blablabla. Quacksalber.)

@theSilent: hehe, da melden sich ja sogar die Stillen zu Wort wenn man ein bisschen Druckt macht...

@Flexia, Leahna, Ondin, Niennay und all jene, die ich noch vergessen haben sollte : Das Vorwort sollte nie länger als die Geschichte an sich werden. ;- )- Danke!

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" I want to heal

I want to feel

what I thought was never real

I want to let go of the pain I've held so long.

I want to heal I want to feel like I'm close to something real

I want to find something I've wanted all along somewhere I belong."

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("somewhere I belong" linkin park)- danke Sarah, es passt viel besser als das, was ich vorher hatte!

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Was sie dem Mädchen erzählt hatte, war nur ein Bruchteil dessen gewesen, was ihr in ihrem Leben widerfahren war.

Sie war keine Kriegerin wie Oxana gewesen- und auch in Schönheit und Ausstrahlung hätte sie sich mit der jungen Frau in ihrem Alter nicht messen können. Nicht einmal in Schlagfertigkeit.

Nie hatte sie gesehen, was hinter dem weißen Gebirge im Norden lag, obwohl sie noch jetzt oft darüber nachdachte. Doch ihre alten Knochen hätten eine so anstrengende, lange Reise nicht mehr mitgemacht. Darüber hinaus vermochten sie ferne Länder, fremde Städte und Menschen nie wirklich zu locken.

Sie liebte Gondor, seine weiten, grünen Ebenen, seine Flüsse und Täler, die Nähe zum Meer.

Die Abenteuer die das Leben ihr gestellt hatte, waren von einer ganz anderen Art gewesen als die dieser drei fremden Krieger.

Hunger, Armut, Schädlinge und Krankheiten waren ihre Feinde gewesen, und ihre Waffen Geduld, Ausdauer und ein ständig gleich bleibendes Maß an Zuversicht. Die größte Herausforderung von allen war aber wohl ihre Ehe und die Erziehung ihrer vier Kinder gewesen.

Später, als ihr Mann gestorben und ihre Kinder eigene Familien gegründet hatten, war es dieser Wald geworden. Eine zeitlang hatte sie als Kräuterweib ihren Unterhalt verdient, dann wurde sie Köhlerin. Mit eigenen Händen hatte sie alles hier erbaut, die Gruben ausgehoben, den Keller gemauert...es hatte Jahre und viel Mühe gekostet.

Asona wich schnell einen Schritt zur Seite, als der abgesägte Ast vom Baum und vor ihre Füße auf den weichen Waldboden fiel. Mit zitternden Fingern lehnte sie die Säge, die sie an einen langen Stock gebunden hatte, an den Baumstamm und bückte sich ächzend nach dem Ast. Einen Augenblick lang blieb sie gebeugt stehen, schloss die Augen. Diese verfluchten Kreislaufbeschwerden! Von Jahr zu Jahr wurden sie schlimmer.

Noch vor wenigen Sommern hatte sie es ganz alleine mit gleich zwei Wölfen aufnehmen können!

Energisch packte sie den Ast und zog ihn aus dem Wald. Es war erschreckend, wie schnell das Alter sie eingeholt hatte.

Stirnrunzelnd blickte sie in die Grube hinunter. Es war wirklich erstaunlich, dass der Rotschopf den Sturz überlebt hatte. Man musste wirklich unglaubliches Glück haben, um.... sie hob den Blick und ließ ihn über die dunklen Baumwipfel schweifen. Dann lächelte sie kopfschüttelnd.

Der Wald.

Sie lebte hier nun schon seit über einem Jahrzehnt, und doch konnte sie nicht behaupten, ihn ganz zu kennen. Nie würde sie ihn und all die Wesen die darin lebten ganz begreifen.

Er hatte immer schon seinen eigenen Willen gehabt, jung und launisch wie ihr Nachwuchs im Kindesalter waren seine Bäume.

Und bisweilen bereitete es ihnen Vergnügen, ein wenig in das einzugreifen, was tief unter ihren Wipfeln vor sich ging.

Es war ein sanfter Zauber, der dann wirkte.

Winzige Dinge veränderten sich. Etwa drehte der Wind für eine Sekunde oder eine Wurzel wuchs plötzlich dort, wo vorher nichts war. Geräusche wurden verstärkt, manchmal auch Gefühle.....Winzigkeiten, die selbst dem scharfsinnigen Elbenvolk leicht entgingen.

Einzig und allein die Götter wussten, ob und welcher Sinn hinter diesen kleinen Streichen des Waldes stand.

„Ich würde nur zu gerne wissen, was ihr vorhabt", murmelte sie und warf den Ast quer über die Grube. Nur noch zwei, drei Äste dieser Größe und die Falle würde wieder zugedeckt sein.

„Mit wem sprecht Ihr?!", rief der dunkelhaarige Elb ihr zu.

Sarnir....er war hübsch. Wie die meisten Elben. Sie liebte es, die beiden Männer zu beobachten, denn es ließ sie an schöne Zeiten zurückdenken.

Die große Rothaarige warf ebenfalls gerne einen Blick auf diesen Düsterwaldprinzen- zumindest wenn sie sich unbeobachtet fühlte. Diese kleine Amazone ... etwas ruppig, etwas unweiblich...nun ja, mit den Kleidern, die sie ihr gegeben hatte, ließ sich wenigstens in diesem Punkt Abhilfe schaffen.

Vom Prinzen war übrigens gerade nichts zu sehen. Seltsam. Soeben hatte er doch auch neben der Föhre gestanden.

„Ich rede mit den Luftgeistern! Sie sagen, dass der Regen uns für ein paar Tage verschont!", gab sie zurück und widmete sich wieder ihrer Arbeit.

Sarnir schüttelte den Kopf. „Seltsame Alte....Legolas, siehst du etwas?!" Er hob den Kopf und blinzelte zum Wipfel der Föhre hinauf hinauf.

Dunstiger Nebel schwebte dicht über dem Waldboden und verdeckte, gemeinsam mit den dichtstehenden Bäumen, die Sicht. Und so hatten sie sich entschlossen, einfach eine Etage höher zu gehen und von dort die Umgebung zu überblicken.

„Der Nebel ist dicht...aber ich sehe Erech....es liegt bloß einen halben Tagesmarsch von hier!"

Die Stadt Erech lag am Fuße des gleichnamigen Berges.

Dorthin würde ihr Weg sie führen. Auch wenn vermutlich eine kleine Blutjägerarmee sie dort erwartete- sie würden Nîthiel, Colen und den Söldnern dorthin folgen. Obwohl sie so viele von ihnen getötet hatten, war es diesem Gesindel letztendlich doch gelungen, sie bis hierher zu locken.

Sarnir schüttelte den Kopf und sah misstrauisch zum Himmel auf. Nein, den Göttern die Schuld dafür zuzuschieben wäre zu einfach gewesen. Und doch....

Legolas kam federnd neben ihm auf, klopfte sich ein paar Nadeln aus dem Gewand und seufzte: „Die Sonne geht bald unter. Wenn es Obhart morgen früh nicht besser geht müssen wir ohne ihn weiter."

„Kann mir bitte jemand helfen!?!"

Oxanas ungewohnt schrille Stimme ließ die Elben sowie Asona aufsehen.

Dir rothaarige junge Frau stand aufgeregt winkend ein paar Schritte vor der geöffneten Tür der Hütte. Sie war im Haus geblieben, um sich um Obhart zu kümmern.

Sie lief noch ein Stück nach vor, blieb aber nach wenigen Schritten wieder stehen, aus Angst, erneut im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen zu verlieren.

„Beeilt euch! Ich glaube er wacht auf...was soll ich machen??"

Endlich reagierten die anderen, die Elben sahen einander überrascht an, dann rannten sie gleichzeitig los, Asona hinkte hintendrein.

Tatsächlich, der Schiffführer war wach und saß aufrecht auf seinem Lager.

Die zahlreichen Felle und Decken, mit denen sie ihn eingehüllt hatten, hatte er abgestreift.

Sein Gesicht und sein Oberkörper waren zwar noch blass und schweißbedeckt vom Fieber, doch er sah eindeutig besser aus als in der Nacht zuvor.

„Ich wusste nicht was ich tun soll", jammerte Oxana hilflos und trat zur Seite, um Sarnir ans Bett treten zu lassen, der augenblicklich damit begann, den Schiffführer zu untersuchen.

Sie fühlte sich ein wenig unnütz, mit solcherlei Dingen hatte sie keine Erfahrung. Kein Wunder, sie hatte die letzten Jahre damit verbracht, Menschen das Leben zu nehmen, nicht, es ihnen zu retten.

„Wie geht es deiner Schulter?", erkundigte sich Sarnir und begann, sich am festen Verband zu schaffen zu machen.

Obhart stieß mürrisch seine Hand weg. „Sie tut weh, was dachtest du denn? Ihr seid ja nicht gerade zimperlich gewesen, als ihr mir den Pfeil rausgezogen habt!"

Er sah auf, schien erst jetzt Oxana und Legolas zu bemerken.

„Was ist mit IHR passiert?", rief er überrascht und straffte sich.

Oxana verstand erst nach Sekunden. „Ach so", lächelte sie zog hastig das große, buntgemusterte Tuch über den doch relativ weiten Ausschnitt ihres Kleides, „das hat Asona mir geliehen. Meine Sachen sind noch nicht trocken."

Es war ein blaurotes, durch oftmaliges Waschen ein wenig blassfarbenes Kleid aus feinem Leinen. Wie alles, was Asona ihr lieh, lag es fast ein wenig zu eng an und war an einigen Stellen zu kurz. Sie machte ein ärgerliches Gesicht und drehte an ihren Armschonern. „Was gaffst du so?!"

In diesem Moment trat Asona in den Raum. „Lebt er?"

Obhart sah auf. Sein Gesicht verlor an Fassung. „Die alte Hexe!", stieß er hervor, „es gibt sie wirklich! Ich dachte ich hätte sie mir bloß eingebildet..."

Erst jetzt schien er sich seiner Umgebung bewusst zu werden. Erstaunt sah er sich in dem engen, vollgestopften Raum um.

Asonas Gesicht verdüsterte sich schlagartig. „Die alte Hexe wird dich gleich mit einem Fluch belegen, wenn du nicht auf deinen Ton achtest, Junge!".

Obhart murmelte eine hastige Entschuldigung. Oxana verstand die Welt nicht mehr. Was hatte diese zierliche alte Frau an sich um den Schiffführer so fügsam zu machen? Hätte sie es nicht besser gewusst, sie hätte Magie damit in Verbindung gebracht.

Aber egal.

Wenn Obhart bereits wieder in seinen gewohnten, dreisten Tonfall zurückfiel, konnte das nur eines heißen: Es ging ihm wieder besser. Möglicherweise gut genug, um sie Morgen früh zu begleiten.

Ein leises Knurren riss sie aus ihren Gedanken. Obhart starrte schuldbewusst auf seinen Bauch.

Sarnir stand grinsend auf. „Bleib noch eine Weile liegen. Essen kannst du später. Oxana- dein Tee ist gefragt. "

Der Schiffführer verzog angewidert den Mund. „Tee! Tut mir einen Gefallen und gebt etwas Wein hinzu, damit er wenigstens genießbar ist."

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Nach dem Abendessen, an dem Obhart bereits teilnehmen durfte, ließ sich der „Orkschlächter"erst einmal kräftig darüber aus, dass man ihn, schwerverwundet und dem Tode nahe, doch tatsächlich auf einer zerfressenen Matratze Tür an Tür mit dem Vieh gelagert hatte- während sich der Rest von ihnen in dem komfortablen Keller erholen hatte dürfen.

„Du hättest dich ja beschweren können", meinte Oxana grinsend, und Legolas legte nach:

„Nimm es nicht so tragisch, in deinem Zustand hättest du ohnehin keinen Unterschied gemerkt."

Oxana gluckste fröhlich und zog an ihrer Pfeife.

Obhart ließ seine Teeschale sinken und sah die beiden ungläubig an.

„Was ist hier los?", fragte er misstrauisch und sah sich argwöhnisch in der Stube um, „was habt ihr mit dem Prinzen und dieser grimmigen Kleinen gemacht? Seit wann lacht sie? Seit wann lacht ihr GEMEINSAM?"

Oxana zog eine Braue hoch.

Er hatte Recht. Dann wanderte ihr Blick den langen Stiel der Pfeife entlang zu dem glühenden Kraut. Mit der Zeit begann es ihr immer besser zu schmecken. Die Nebenwirkungen waren wohl ihre seltsam gute Laune. Dummerweise war es beinahe aufgebraucht....sie würde nachher noch in ihrem Rucksack nach etwas davon suchen.

Genüsslich blies sie einen etwas unförmigen Rauchring und beobachtete, wie er davon schwebte. Kurz bevor er den Kamin erreichte, löste er sich auf. Zum ersten Mal seit langem fühlte sie sich wieder einmal richtig wohl.

Asona legte sich in ihrem Zimmer Schlafen.

Die beiden Elben, Obhart und sie saßen auf Stühlen oder auf dem Teppich in einem Kreis in der Stube.

Sie ließen den Abend mit sinnloser Unterhaltung, Wein und Pfeifenkraut verstreichen. Keiner von ihnen sprach von dem, was vor ihnen lag, sondern genossen einfach- wer wusste schon, wann sie so etwas das nächste Mal tun konnten?

Schließlich begleitete Sarnir Obhart über die Treppen hinauf, denn auf seine strenge ärztliche Anweisung hin brauchte der Schiffführer viel Schlaf für die bevorstehende Reise. „Ich werde nach etwas Pfeifenkraut suchen", meinte Oxana und folgte den beiden. Legolas blieb achselzuckend alleine vor dem Kamin zurück und blies weiter Rauchringe.

„Fühlst du dich nicht gut?"

Sarnir hatte die Tür zu Obharts Krankenzimmer gerade hinter sich geschlossen. Er legte den Kopf schräg, als habe er ihre Frage nicht verstanden. Sie wusste, dass dem nicht so war. Elben überhörten nie etwas.

„Du warst so schweigsam die ganze Zeit über."

Sie beobachtete ihn genau. Schon vor Stunden waren ihr seine verdrießlichen Blicke aufgefallen, das abfällige Verziehen eines Mundwinkels hie und da, das missmutige Hochziehen einer Braue.

Er ging rasch an ihr vorbei, hob einen Wassereimer auf und entleerte dessen Inhalt in den großen Kessel.

„Du und Legolas vertragt euch ja plötzlich ganz ausgezeichnet", stellte er wie nebenher fest und drehte sich unvermittelt zu ihr um. Es klang beinahe wie ein Vorwurf. Für einen kurzen Augenblick sah er sie forschend an, als wartete er auf eine ganz bestimmte Reaktion.

„Du solltest dich darüber freuen- schließlich ist er dein Freund."Sie verstand sein Problem nicht.

Sie ging zu ihrem Rucksack, der neben dem Kamin an der Wand stand und begann darin herumzukramen. In dem Säckchen mit dem Pfeifenkraut fanden sich nur noch ein paar zerbröselte Blätter.

„Freund...", wiederholte der Elb gedehnt.

Sarnir bückte sich, warf eine Handvoll trockener Holzspäne in die Glut und blies ein Feuer an.

Oxana sah überrascht auf. Was hatte dieser ironische Unterton zu bedeuten?

Sarnir sah auf. „Wie kommst du darauf, dass wir Freunde sind? Früher vielleicht, als wir noch Kinder waren...aber heute bin ich Teil der königlichen Leibgarde und ihm somit untergeordnet. Wir sind nicht gleichberechtigt- unter solchen Umständen lässt sich eine Freundschaft schwer aufrechterhalten."

„Nicht wenn klare Grenzen festgelegt sind, die keiner von beiden überschreitet", erhob Oxana Einwand und richtete sich enttäuscht auf. Offenbar hatte sich der schier endlose Vorrat an Kraut nun doch erschöpft.

„Er hat eine Grenze deutlich überschritten. Vielleicht hat er es nicht einmal gemerkt, als er es tat...aber er hat ein Versprechen gebrochen, das er einst gegeben hat", murmelte Sarnir und starrte in den Kessel.

„Welches Versprechen?"

Sekunden, in denen der Elb sie nachdenklich musterte, wartete sie vergebens auf eine Antwort.

Sarnir erinnerte sich an jenen Tag vor - ja, wie lange war das jetzt eigentlich schon her? Jahrhunderte vermutlich- zurück. Leriel, Sarnir, Legolas und dessen Bruder hatten einander von Kindesbeinen an gekannt.

Gemeinsam hatten sie sich im Fechten, Bogenschießen und Ringen geübt, waren zusammen in den Hallen des Feuers gesessen und hatten den Worten ihrer Lehrer gelauscht. Irgendwann hatten die Königskinder begonnen, ihren Verpflichtungen dem Volk gegenüber nachzugehen. Und mit der Zeit hatte sich eine klare Trennlinie zwischen ihnen und ihren Untergebenen herauskristallisiert . Leriel wurde zum Kerkerwächter, Sarnir trat der königlichen Leibgarde auf Legolas' Wunsch hin bei- er wollte einen Freund in seiner Nähe wissen.

Doch bevor Sarnir gemeinsam mit einer Handvoll anderer Elben den Treueschwur leistete, gelobten die beiden jungen Elben, einander stets ehrlich die Meinung zu sagen und sich gegenseitig so zu respektieren, wie es unter Freunden üblich war.

„Natürlich hieß das nicht, dass ich ihn ungestraft vor all seinen Leuten bloßstellen durfte", lächelte der Elb und warf eine Handvoll Teeblätter in das kochende Wasser, „bloß, dass wir auf die Gefühle des anderen Acht geben würden."

„Und wie hat er dieses Versprechen gebrochen?", fragte Oxana, die sich auf die niedrigen Bretter gesetzt hatten, die den Stall der Ziegen vom Rest der Hütte trennten. Eine Ziege war sogleich herbeigerannt und begann gierig an ihrem Kleid zu zerren. Oxana grinste und verpasste ihr einen Klaps auf den Kopf, worauf das freche Vieh sie doch tatsächlich mit den Hörnern anstieß.

Geschwind sprang sie auf.

Als sie aufblickte, stand Sarnir plötzlich ganz dicht vor ihr.

„Das weißt du tatsächlich nicht?", fragte er leise und blickte ihr forschend in die Augen. Dann lachte er leise. „Nein, das tust du wirklich nicht. Und er weigert sich auch, es zuzugeben. Ihr seid beide so stur..."

Sie sah ihn unverständig an. „Was?"

Lange blickte er grüblerisch in ihr Gesich.

Dann schob er eine Hand unter ihr Kinn, hob ihr Gesicht an, beugte sich vor und küsste sie sanft auf die Lippen.

Oxana riss erstaunt die Augen auf.

Vergeblich wartete der Elb ein paar Herzschläge lang darauf, das sie seinen Kuss erwiderte.

So schnell wie es begonnen hatte, war alles wieder vorbei. Er löste sich von ihr, räusperte sich und senkte den Blick.

Starr stand Oxana da und wartete auf eine Empfindung. Doch da war nichts. Bloß ein wenig Überraschung über Sarnirs plötzliche Kühnheit. Aber ansonsten....nichts. Sie hatte seine Lippen auf ihren gespürt, aber es hatte nichts ausgelöst in ihr.

Sarnir lächelte traurig. „Das habe ich befürchtet", seufzte er.

Es war, als höre sie seine Worte, war dabei aber unfähig, ihren Sinn zu begreifen. Stumm strich sie mit Zeige- und Mittelfinger auf ihre Lippen und sah verwirrt auf ihre Hand hinab.

Er griff nach ihren Fingern, umschloss sie. Sie wich seinem Blick aus.

„Du weißt, was ich für dich empfinde", sagte er sanft, „und mein Angebot steht. Vielleicht liebst du mich jetzt nicht....aber mit der Zeit kann sich aus Freundschaft mehr entwickeln."-er seufzte leise. „Ich will dich zu nichts drängen. Aber weißt du..."Er suchte nach Worten. „Manche Dinge haben eine Zukunft, andere hingegen nicht."

„Aber ich..."- „Schttt!", unterbrach er sie, „nimm dir soviel Zeit wie du brauchst. Aber du wirst sehen, dass ich Recht habe. Es gibt Träume, die immer Träume bleiben werden."

Oxana verstand absolut gar nichts mehr. Für etwa eine Sekunde. Sie mochte Gleichnisse nicht. Und sie mochte es nicht, wenn man ihr ins Wort fiel. Und dann begriff sie.

„Du glaubst dass...?"Sie schnappte nach Luft. Leise lachend, den Kopf schüttelnd trat sie von ihm weg. „Neeeein"....sie grinste und wackelte mit dem Zeigefinger, „nein, ich glaube, du hast da etwas ganz falsch verstanden. Nur weil wir uns nicht mehr an die Kehle gehen heißt das noch lange nicht dass...."

„Ich bin nicht blind", sagte Sarnir schlicht und widmete sich wieder seinen Tee.

„Das nicht, aber offensichtlich siehst du Gespenster!", lachte sie. Es klang nicht ganz so überheblich, wie es hätte sollen. Pah- da war man einmal etwas freundlicher zu Legolas und etwas weniger beklemmt, und schon kamen die ungeheuerlichsten Anschuldigungen!

Ihr Blick fiel auf ein trockenes Kräuterbündel an der Wand, das einen betörenden Duft ausströmte. Es erinnerte sie ein klein wenig an das Aroma von süßem Galenas. Sie zuckte mit den Schultern, riss es von seinem Haken und ging damit zur Bodenklappe.

„Kommst du mit?", fragte sie tonlos. Sarnir schüttelte den Kopf. „Ich kümmere mich noch um Obharts Wunden und lege mich dann hin. Viel Spaß noch."

Viel Spaß noch...was sollte das schon wieder heißen?

Verärgert verschwand sie im Keller.

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N a c h w o r t :

Kurz, jaja, ich weiß.

Mal überlegen. Einigen wir uns auf 200 Reveiws? Okay, das is vielleicht ein bisserl zuviel.

Ach, egal. Schreibt, wenn's gut war, sonst lasst es. (Tipp: natürlich könnt ihr auch schreiben wenn's nicht gut war und nur so TUN, also obs gut war ;- )

Außerdem....es kann sein, dass ich mit dem nächsten Kappi ein Risiko eingehe. Ein ziemliches sogar.