Und wirklich beklagen konnte ich mich nicht, bei dem Anblick, der mir hier geboten wurde…!
Diese geraden Gesichtszüge, die makellose Haut und sein Geruch…
Tief sog ich die Luft um mich herum ein und genoss den Augenblick, in dem ich völlig von seiner Männlichkeit vernebelt war.
Da bemerkte ich, wie er seinen Kopf in meine Richtung drehte und mich ansah.
Schnell richtete ich meinen Blick auf die Straße und verbot mir jegliche Gedanken an ihn.
Immerhin war ich ja noch verletzt, dass er einfach so gegangen war!
„Hat er dir gesagt, was er vorhat?", hörte ich ihn neben mir sagen und fuhr herum.
Ich schaffte es kaum, ihm einfach nur in die Augen zu sehen!
„Hm?", murmelte ich, weil ich schon wieder vergessen hatte, was er von mir wollte.
„Ich hab gefragt, ob du weißt, was Stefan vorhat…mit Ric."
Ich hob die Schultern und starrte dann weiter auf den grauen Asphalt: „Er hat nichts gesagt.
Aber wenn ich ehrlich bin…es interessiert mich auch gar nicht wirklich.
Obwohl ich mir ja eigentlich schon denken kann, was er macht."
Ich wusste, er musterte mich noch immer, aber ich hatte nicht vor, zu sagen, was damit gemeint war.
Ich wollte ihm nichts von dem möglichen Antrag sagen, denn es könnte ihn vielleicht verletzen.
Aber…was dachte ich da eigentlich?
Damon konnte nicht verletzt werden, er verletzte nur andere.
Trotzdem entschied ich, dass ihn das nicht zu interessierten hatte.
Dabei ging es schließlich nur um Stefan und mich.
„Was meinst du?", fragte er und drehte seinen Kopf ganz in meine Richtung.
Nur zögerlich wandte ich mich u ihm um und blickte ihm direkt in die Augen.
„Ich möchte nicht darüber reden.", sagte ich lediglich und bemerkte in dem Moment, dass wir standen.
Aber nicht an einer Ampel, sondern – zu meinem Glück – auf dem Anwesen.
So hatte ich wenigstens die Möglichkeit, vor ihm zu flüchten und mich in Stefans Zimmer zu verbarrikadieren.
…und keine Sekunde später ergriff ich diese Möglichkeit auch.
Ich öffnete sie Wagentür und stieg aus.
Dann machte ich mich auf den Weg zum Haus.
„Elena!", rief er und kam mir hinterher.
Schnelle tauchte er neben mir auf.
Ich seufzte und wimmelte ihn augenverdrehend mit den Worten ‚Das geht dich nichts an.', ab.
Er ließ mich daraufhin in Ruhe, was mich verwunderte, denn eigentlich konnte er ja ziemlich hartnäckig und auch überzeugend sein.
Aber jetzt schien er sich damit zu Frieden zu geben und folgte mir stumm ins Haus.
Damon bog gleich in die Küche ab, während ich lieber nach oben ging.
Ich verschwand in Stefans Zimmer, wo ich mir gleich die Jacke auszog und mich aufs Bett warf.
Für einen kurzen Augenblick schloss ich die Augen und wünschte mir, dass Stefan hier wäre.
Gut, eigentlich freute ich mich schon ein wenig, dass er weg war, aber ich könnte jetzt einen Arm um meine Schultern gebrauchen, der mich von Damon ablenkte.
Brauchte ich wirklich Ablenkung?
Ich war definitiv ein hoffnungsloser Fall…
„Elena?"
Was war denn jetzt schon wieder?!
Konnte ich denn nicht mal meine Ruhe haben?
Ich rappelte mich aber trotzdem auf und schleppte mich zur Treppe.
„Elena!", rief er wieder und erschien unten im Flur.
„Jaja…", murmelte ich nur und stieg die Stufen runter: „Was ist?"
„Stefan."
Ich legte augenblicklich einen Gang zu und rannte jetzt zu ihm.
Er hielt mir sogleich einen Zettel vor die Nase.
Erwartungsvoll, aber auch fragend sah ich zu ihm auf, dann nahm ich das Stück Papier in meine Hände.
Elena, ich und Ric werden noch eine Weile weg bleiben. Ich hoffe, Damon ist dir eine gute Gesellschaft. In Liebe, Stefan.Traurig ließ ich meine Hände sinken.
War es jetzt mein Schicksal, ein Wochenende allein mit Damon zu verbringen?
„Wo ist er hin, Elena?
Ist irgendwas?
Sag endlich die Wahrheit.", bat er mich und ich konnte es nicht mehr verheimlichen.
Dann war er eben verletzt, na und?
„Stefan bereitet seinen Antrag an mich vor."
