Völlig perplex starrte ich auf seine Hand.

Er wollte mit mir tanzen?

Hier?

Jetzt?

…überhaupt?

Ich konnte mir ein Schlucken nicht verkneifen, denn das war einfach zu schön, um wahr zu sein!

Ja, eigentlich sollte ich mich nicht darüber freuen, aber das war ein eindeutiges Zeichen seiner Zuneigung!

Denn er wusste noch immer, was mir gefiel und wie ich dachte.

Und in dem Moment war es für mich einfach nicht möglich, diesem Lächeln, diesem Blick und diesem Werbe zu widerstehen.

Ich war doch auch nur ein Mensch?!

Aber das war auch keine Entschuldigung…

Ich hatte ihm so lange widerstanden, warum dann jetzt noch?

Es war doch nur ein Tanz!

„Gut, ein Tanz.", willigte ich ein und legte meine Hand in seine.

Er zog mich von der Couch hoch und führte mich auf das Parkett.

Wir stellten uns gegenüber auf und er legte seine noch freie Hand an meinen Rücken.

Zum Glück!

Sonst wäre ich wahrscheinlich sofort umgekippt, hätte er wirklich nach meiner Hüfte gegriffen…

Aber wie gesagt…er wusste, was ich wollte.

(Was aber in dem Fall nicht ganz stimmte, denn ich konnte es nicht leugnen, dass ein Teil von mir sicher sehr davon angetan gewesen wäre.)

Und da begannen wir auch schon zu tanzen.

Ich wusste nicht, um welchen Tanz es sich dabei überhaupt handelte oder welcher Schritt als nächstes kam, denn ich konzentrierte mich einfach nicht darauf.

Das Einzige, was mich beschäftigte und mich völlig einnahm, war Damon.

So verrückt das auch klingen mochte…es war mir nicht möglich, meine Blicke auch nur eine Sekunde von seinem Gesicht, seinen wunderschönen Augen, zu nehmen!

Ich war gefesselt, hypnotisiert und total benebelt von der Art, wie er mich gerade ansah.

So verträumt, so innig und so voller Liebe, dass es beinahe wehtat.

Aber ich konnte nicht wegsehen!

Zu schön war dieser Augenblick, in dem uns beide etwas verband, war wohl nicht nachvollziehbar war.

Es schien, als konnte ich jetzt hinter seine Maske, durch die dicke Fassade und direkt auf den Grund seiner Seele sehen.

Der erhoffte Blick auf seine Gedanken blieb mir aber doch verwehrt.

Wie hatte ich mir das auch vorgestellt?

Er war viel zu lange weg gewesen.

Und auch, wenn es zwischen uns so sein würde, als wäre er immer hier gewesen, so wäre doch nicht alles wie früher.

Aber es gelang mir kurz zu fühlen, wie er fühlte…

Da war nichts als Schmerz, Unruhe, wieder Schmerz, aber vor allem Dunkelheit.

Wie hielt er das bloß aus?

Wie hielt er es aus, so allein zu sein, seine Gefühle so zu verstecken?

Es war mir ein Rätsel.

Und ich konnte es nicht verhindern, dass es mir schon wieder Leid tat.

Mir war klar, dass Damon nicht bemitleidet werden wollte, doch es schmerzte mich einfach zu sehr, wie unglücklich er war.

Wie schaffte er es, trotz dieser inneren Leere aufrecht zu stehen, zu gehen, zu reden, mir überhaupt in die Augen zu sehen?

Er war stark, das hatte ich schon immer gewusst.

Oder war es genau das, was er abschaltete?

Das Wissen, wie schlecht es ihm eigentlich ging?

Ich wünschte, ich könnte ihm helfen oder wenigstens einen kleinen Teil dazu beitragen, dass er sich besser fühlte…

Und ich wusste auch schon, wie.

So absurd das jetzt auch rüber kommen würde…ich zögerte nicht, ich tat es einfach.

Ohne weiter nachzudenken senkte ich meinen Kopf auf seine Brust und unterbrach damit den geregelten Tanz.

Ich zog meine Hände ebenfalls zu seinem Oberkörper und krallte mich in sein Shirt.

Damon wusste scheinbar nicht so recht, was ich wollte, doch dass es ihm gefiel stand außer Frage.

Und es dauerte nicht lange, bis er mir nachgab und seine Hände zu meiner Taille runter rutschten.

Dann spürte ich sein Kinn an meinem Kopf und wie er mich noch näher an sich zog.