AM NÄCHSTEN TAG IM ANWESEN…
Damons PoV
„Damon?"
Ich seufzte und stand vom Sofa auf, antwortete jedoch nicht.
Es war Stefan, der mich rief, weshalb ich zögerte.
Ich hatte keine Lust ihn zu sehen, doch noch weniger hatte ich Lust, Elena zu sehen.
Im Moment brauchte ich einfach mal Ruhe, um mich in meinem dummen Leben zu suhlen und das einzig gute daran richtig auszukosten – den Alkohol.
Ich vergötterte diesen Menschen zutiefst, der dieses wunderbare Ablenkungsmittel erfunden hatte!
Damit war ein kleiner Teil meines Lebens gerettet und – mehr oder weniger – sinnvoll.
Das konnte ja auch nicht jeder behaupten, von daher…
Stefan erschien im Türrahmen und sofort wandelte sich seine Miene in einen wissenden Ausdruck, der sogar ein Lachen beinhaltete, welches zwar unecht war, aber immerhin etwas.
Er lehnte sich gegen die Wand und sah kritisch zu mir herüber, was mich unheimlich amüsierte.
„Sieht so aus, als hättest du mal wieder den sprichwörtlichen Besen gefressen, Bruder, also was ist?
Sind am blauen Himmel Wolken aufgezogen?", fragte ich belustigt und ließ mich wieder auf der Couch nieder.
So, wie er mich gerade musterte, stimmte meine Vermutung also.
„Schon klar, dass du deinen Erfolg gebührend feiern musst.", meinte dieser und es ärgerte mich, dass er in Rätseln sprach.
Hätte ich Erfolg gehabt, womit auch immer, dann würde ich sicherlich davon wissen, nicht?
Ich grinste noch breiter, als ich darüber nachdachte, was seine sonst auch so heile Weilt aus dem Gleichgewicht gebracht haben könnte.
Sicherlich ging es um Katherine, die mal wieder bei ihm angekrochen gekommen war, um ihn um den Finger zu wickeln…
Diese Idee hätte wirklich von mir sein können, aber ich war nicht so armselig, dass ich erst diese Schlampe holen musste, um Stefan die Laune zu vermiesen.
Das ging viel leichter und schneller, wenn man das Codewort ‚ELENA' dafür benutzte!
Wie lustig, dass es auch noch genau danach aussah!
Ich ärgerte mich schon jetzt, dass ich nichts damit zu tun hatte.
„Würdest du mir sagen, was passiert ist?
Dann könnten wir uns zusammen freuen."
Ich trank noch einen Schluck aus dem Glas in meiner Hand und wartete dann auf eine Antwort von ihm.
„Damon, tu nicht so unschuldig, wir wissen beide, dass das auf deinen Mist gewachsen ist.", sagte er genervt, aber noch immer verstand ich nur Bahnhof.
„Ich würde es ja gern zugeben, aber leider hab ich noch immer nicht die geringste Ahnung, wovon du sprichst."
Er schnaubte und langsam wurde mir klar, wie ernst er das hier eigentlich meinte.
Das hieß nicht, dass ich etwas an meiner Einstellung ändern würde, nein, denn ich hatte diesmal ja wirklich nichts gemacht.
Der Spaß, sich darüber lustig zu machen, war also umso größer.
„Ach nein?
Hast du nicht?
Dann hast du Elena also nicht manipuliert und ihr gesagt, sie solle meinen Antrag ablehnen?", gab er angesäuert zurück und mein Lächeln blieb mir im Hals stecken.
