ÜBER EINE WOCHE DANACH…
Damon PoV
Ich stand auf und legte mir ein Handtuch um die Schultern
Das ich gerade fast zweihundert Kilo gestemmt hatte, merkte man mir gar nicht an.
Aber eigentlich hatte es ja auch gar nichts gebracht…
Ich machte das nur, weil ich Ablenkung brauchte.
Ablenkung von diesem ganzen Mist, der sich hier abspielte!
Langsam und gemächlich machte ich mich auf den Weg in mein Zimmer, während ich mich mal wieder fragte, was das hier eigentlich für eine verfahrene Situation war.
Stefan bekam ich kaum noch zu Gesicht, weil er tagsüber in seinem Zimmer war und wahrscheinlich den Rausch der vorherigen Nacht ausschlief oder sich mit irgendwem ein Schäferstündchen genehmigte, was ich allerdings weniger glaubte, wenn dann würde er wohl nur bis in die Mittagsstunden in irgendwelchen Clubs abhängen.
Wenn ich ihn hier im Anwesen einmal sah, dann nur mit einer Flasche Alkohol oder einem Glas Blut, das bestimmt nicht von einem Tier stammte.
Er trank sich zu und manchmal glaubte ich sogar, er hätte vergessen, warum überhaupt.
Und Elena, die der Grund für alles war, war zu Hause.
Ich hatte oft mit dem Gedanken gespielt, einfach zu ihr zu gehen, weil ich sie so sehr vermisste, um mir zu nehmen, was mir zustand!
…aber ich konnte nicht.
So sehr ich sie auch brauchte, ich wusste, sie hatte gerade andere Probleme und musste erst einmal mit sich selbst fertig werden.
Aber auch das konnte ich nicht so recht verstehen…
Immerhin war sie es doch, die alles durcheinander gebracht hatte!?
Sie hatte den Antrag abgelehnt!
Einfach so!
Und wahrscheinlich wusste sie selbst nicht einmal warum.
Und weil ich gerade beim Thema war, konnte ich nicht verhindern, dass meine Gedanken abdrifteten:
Was, wenn sie es wegen mir getan hatte?
Wenn sie doch etwas für mich empfand und das so viel war, dass sie ihrer eigentlichen Liebe die Hochzeit absagte?
Und das alles nur für mich, Damon, einen verdammten, von Hass zerfressenen Vampir?!
Allein schon die Vorstellung dessen brachte mich in den siebten Himmel!
Wie würde es dann erst sein, wenn ihre so zarten, weichen Lippen die meinen…
„Hey."
Mit diesem simplen Wort wurde ich aus meiner Gedankenwelt gerissen und merkte, dass ich mich bereits in meinem Zimmer befand.
…besser gesagt war ich gerade herein gekommen.
Mein Blick flog auf und endlich sah ich den Verursacher der Unterbrechung:
Es war Elena.
Sie hatte am Fenster gestanden und hinaus gesehen und sich scheinbar erst ungedreht, als sie das leise Knarren der Tür gehört hatte.
Sie sah so wunderschön aus wie immer, obwohl sie ziemlich schlampige Klamotten trug, die ich noch nie an ihr gesehen hatte.
Ihr Blick haftete auf meinem Gesicht und hätte mir jetzt einen hochroten Kopf beschert, wäre ich ein Mensch gewesen.
Aber so lösten ihre tiefbraunen Agen nur eine ziemlich trockene Kehle bei mir aus, die mich zum mühevollen Schlucken drängte.
„Wie geht es dir?", brachte ich mühevoll über die Lippen.
Erst als das raus war, entspannte ich mich langsam wieder.
Dass ich sie gerade nicht begrüßt hatte, interessierte mich nicht.
Aber Elena schien meine Frage auch einfach übergehen zu wollen, denn sie zeigte nicht die geringste Regung.
Davon angestachelt tauschte ich das Handtuch in meiner Hand gegen ein frisches T-Shirt, welches ch mir dann sofort anziehen wollte.
Aber Elenas Blick brachte mich dazu, doch ins anliegende Badezimmer zu gehen und dort mein Oberteil zu wechseln.
Sie konnte mich aber trotzdem sehen und dass Elena meinen Oberkörper richtig gierig anstarrte, blieb mir natürlich nicht verborgen!
Sehnsüchtig erwiderte ich diesen Blick, zwang mich aber im nächsten Moment, das Shirt schnell anzuziehen und kam dann zurück ins Zimmer.
Elena ging ein paar Schritte auf mich zu, zögerte, blieb dann aber doch stehen.
Sie sah mich verzweifelt an, bevor sie endlich etwas aussprach: „Ich brauche deine Hilfe, Damon."
