Hilfe?

Von mir?

Ich wollte meinen Gesichtsausdruck besser gar nicht sehen, denn ich konnte mir ungefähr vorstellen, wie dumm ich gerade aussah.

Völlig verdattert musterte ich sie.

Wobei sollte ich ihr denn helfen?

Allein, dass sie mich brauchte, brachte mich ja schon fast zum Orgasmus!

Und jetzt sollte ich ihr auch noch helfen?

Ernsthaft?!

Elena lächelte entschuldigend, bemerkte aber meine Irritiertheit schnell und versuchte, sich zu erklären.

Es blieb aber bei dem Versuch dessen…

„Vielleicht…

Also ich - wir haben darüber gesprochen, dass…

Ich und Stefan-"

Sie stöhnte, wahrscheinlich über sich selbst, und griff sich dann überfordert an den Kopf.

Ein paar Mal rieb sie ihre Hand über die von Falten bedeckte Stirn.

Am Liebsten hätte ich ihr natürlich dabei geholfen, hielt mich aber dann doch zurück, weil ich mir in Erinnerung rief, wie das wohl rüber kommen würde.

„Du weißt ja, dass Stefan mir einen Antrag machen wollte.

Ich meine, natürlich!

Du bist es ja gewesen, der es ihm ausgeredet hat!", setzte sie erneut an, blieb aber wieder stecken, als sie mir direkt in die Augen sah.

Ich bemerkte mit Schrecken, wie viel Angst, Traurigkeit, aber auch finstere Entschlossenheit, von der ich hoffte, dass ich sie mir nur einbildete, in ihrem Blick lagen.

„Er hat dir den Antrag doch gemacht.", sagte ich und das klang wie eine Feststellung.

Kein Wunder, dass Elena es auch genauso aufnahm:

Sie nickte kleinlaut und blickte stumm zu Boden, als müsste sie sich für etwas verantworten, was sie getan hatte.

Aber so war es ja auch?!

Sie hatte abgelehnt und noch immer kannte niemand anderes den wirklichen, wahren Grund dafür!

Vielleicht war ja auch jetzt die Zeit gekommen, um genau dieses Geheimnis zu lüften?

„Jedenfalls…

Na ja, ich weiß nicht so recht, wie ich das sagen soll…

Es ist kompliziert und vielleicht wirst du das auch gar nicht verstehen, weil ich es selbst auch nicht richtig verstehe.", murmelte sie und versuchte nebenbei, den Sachverhalt wenigstens mit ihren Händen erklären zu können, doch so war es nicht.

Ich beschloss, diesem wirren Gestammel ein Ende zu setzen und sie von ihrer Sprachlosigkeit zu befreien.

„Du hast abgelehnt."

Sie sah mich fassungslos an.

Ich wusste, dass ich jetzt auf mich und damit auf das Gespräch mit Stefan aufmerksam gemacht haben musste, aber das war es wert.

„Du weißt davon?

Von allem?

Ich meine…er hat es dir schon erzählt?", fragte sie und schluckte dabei nervös.

Sicher hatte sie das nicht erwartet und wollte jetzt wissen, wie das Gespräch wohl verlaufen war und wie es Stefan nun ging!

Hauptsache dem armen, unschuldigen Stefan ging es gut!

Ach, wie ich das hasste…!

Sie sorgte sich um sein Wohlergehen, während er sie nur belog und hinter ihrem Rücken weiterhin Menschenblut trank!

Stefan konnte man einfach nur verachten, er hatte sie doch überhaupt nicht verdient!

Elena war viel zu gut für diese Welt, aber vor allem für ihn.

„Schon?", lachte ich mürrisch: „Das ist fast über eine Woche her!

Natürlich hat er es mir erzählt.

Und selbst wenn nicht…an seiner Laune hätte ich gemerkt, dass was passiert wäre und dann müsste ich es nur noch herausfinden."

Sie war noch immer ein wenig unsicher, zog die Ärmel ihres Pullovers nach vorn und bedeckte ihre Hände damit.

Wenn ich sie so sah, wünschte ich mir, sie in den Arm nehmen zu können und einfach nur für sie da zu sein oder ihr wenigstens die Wahrheit über Stefan zu sagen…

Aber mir waren die Hände gebunden.

Besser noch: Mir war der Mund verboten.

Nicht, dass ich auf so etwas hörte, aber ich hatte nicht vor, Elena da mit rein zu ziehen und sie womöglich zum Druckmittel zu machen

Besagte hatte sich scheinbar auch endlich wieder gefangen: „Nun ja, da du das weißt, können wir diesen Teil überspringen…

Also, wie gesagt, ich brauche deine Hilfe!

Stefan ist jetzt übertrieben wütend auf mich und ich fürchte, er würde mir überhaupt nicht zuhören.

Aber ich will das unbedingt wieder gutmachen und da ist mir nur eine Möglichkeit eingefallen, was ihm zeigen würde, dass ich es ernst meine.

Und dazu brauche ich dich…"

Sie zögerte, es schien ihr schwer zu fallen, es über die Lippen zu bekommen.

Doch dann straffte sie ihr Gesicht und sah mich entschlossen an.

„Damon, ich möchte, dass du mich in einen Vampir verwandelst."