Eigentlich müsste ich wütend sein über diese Aussage und dass sie ausgerechnet von Damon kam, aber es machte mich einfach nur unendlich traurig.
„Bin ich wirklich wie Katherine?", fragte ich ihn mit zittriger und brüchiger Stimme.
Damon senkte seine Schultern und schien endlich mitzubekommen, was er gerade gesagt hatte.
Seine Augen musterten mich besorgt und er setzte zu etwas an: „Elena-", doch ich unterbrach ihn schnell.
„Findest du, ich stehe ihr mit ihren Lügen und Intrigen in nichts nach?
Bin ich in deinen Augen wirklich wie sie, Damon?"
Damons Augen weiteten sich und er hob die Hände, um mich bei den Schultern zu packen, aber ich schüttelte ihn schnell ab.
Eigentlich hätte er es trotzdem tun können, er war ein Vampir und ich war nur ein mickriger Mensch, aber er tat es nicht und ich war ihm dankbar dafür.
„Du lügst mindestens genauso oft wie sie, wenn es um deine Gefühle geht."
Also doch.
Hatte er überhaupt auch nur die geringste Ahnung, wie sehr er mich damit verletzte?
Aber vielleicht hatte er auch Recht, zumindest teilweise.
Meine Gefühle verriet ich und zwar am laufenden Band.
Das rechtfertigste aber in keinster Weise seine Behauptung, ich könnte Katherines Schwester sein!
Denn auch, wenn ich nicht immer so ehrlich war und vielleicht manchmal ganz schön zwischen den beiden Salvatore-Brüdern hin und her pendelte, war ich in keiner Hinsicht Katherine ähnlich.
Ich war weder intrigant, noch hinterhältig oder verlogen wie sie!
Und das würde mir auch keiner vorwerfen können, vor allem nicht Damon…
„Elena, ich – du weißt, dass ich das nicht so gemeint habe!
Es ist nur-"
„Oh doch, Damon, natürlich hast du es so gemeint!
Genauso, wie du es gesagt hast.", unterbrach ich ihn erneut und entfernte mich ein paar Schritte weil ich es nicht aushielt, so nah bei ihm zu stehen du ihm in die tiefblauen Augen zu sehen.
„Nein!
Verdammt, Elena, das ist mir nur so rausgerutscht…
Wirklich, du kennst mich doch.", flehte er und wollte auf mich zukommen, aber ich hielt ihn mit der ausgestreckten Hand auf Abstand.
Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass er trotzdem so weit gehen würde, bis meine Hand auf seine Brust traf und ich zusammenzuckte, da es sich so ungewohnt und gleichzeitig so unheimlich gut anfühlte.
Das war es auch, was mich dann daran hinderte, das zu sagen, was ich hatte sagen wollen.
Automatisch entwickelte sich eine ziemlich lange Pause, in der keiner auch nur ein Wort sagte und wir uns mal wieder nur mit Blicken unterhielten.
Und eigentlich hatte ich mir gewünscht, das hieraus kein Gespräch mehr werden würde, aber ich hatte mich getäuscht.
Damon ergriff nicht nur das Wort, sondern auch meine Hand und hielt sie fest in seinen.
Es war verwirrend schön, aber trotzdem wollte ich es nicht.
„Hörst du?
Es tut mir Leid, Elena, aber so ist es nun mal.
Du bist nicht wie Katherine, das…na ja, das war vielleicht ein wenig übertrieben.
Aber es ist doch so?!
Jedes Mal, egal ob ich bei dir bin, ob ich mit dir rede oder deine Hand halte, wie jetzt, lügst du dich selbst und auch mich an.
Glaubst du, ich bekomme es nicht mit?
Glaubst du, ich bekomme nicht mit, wie du anfängst zu glühen oder zu zittern?
Das tue ich, Elena, hörst du, und es macht mich glücklich.
Aber warum wehrst du dich dann dagegen, wenn es doch alles ist, was du willst?", sagte er mit rauer Stimme und mein Atem ging plötzlich ziemlich schnappend.
Ich musste mich krampfhaft zu einer Antwort durchringen: „Was kann ich dafür, wenn mein Körper so auf dich reagiert?
Ich bin auch nur eine Frau, Damon."
Er lachte auf, nicht nur sarkastisch sondern auch wirklich ernsthaft belustigt.
Meine Hand konnte ich aber selbst nicht aus Seiner befreien, als er abgelenkt war.
Sein Griff war wie Stahl.
„Das ist nicht dein Körper, Elena, das ist dein Herz.", flüsterte er ganz sanft und besagtes Organ machte einen riesigen Hüpfer, sodass es hart gegen meine Brust schlug und ich kaum noch Luft bekam.
Er…er wusste es?
Alles?
Ich war geliefert, endgültig!
Als er meinen ängstlichen Blick sah, fuhr er mit seinem typischen Damon-Grinsen fort, welches ich so liebte: „Und selbst wenn es dein Körper wäre…worauf genau reagiert er dann so extrem?"
Damons eine Hand glitt von Meiner und wanderte zu meinem Gesicht.
Er strich mir meine Haare hinter das Ohr und legte seine Hand dann hauchzart auf meine Wange, um seinen Daumen zärtlich darüber streichen zu lassen.
Meine Lider wurden mit einem Mal ganz schwer und fielen einfach zu, ohne dass ich sie hätte aufhalten können, ich hatte keine Kontrolle mehr über sie.
Mein Herz hämmerte wild protestierend gegen meine Rippen und ich war mir sicher, wenn er jetzt damit weitermachte, würden sie alle nacheinander in sich zusammen brechen…
