Was würde er jetzt tun?
Sich einfach wieder zurückziehen (was völlig absurd war) oder diese einmalige Situation und meine damit verbundene Bewegungsunfähigkeit ausnutzen?
Egal was es war, ich würde mich wahrscheinlich nicht dagegen wehren können.
Nicht mehr.
Damon führte die eine Hand, die er noch immer festhielt, zu seinem Nacken und setzte die dort ab.
Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, krallten sich meine Finger fest in seine seidigen, rabenschwarzen Haare, als seine Hand dann plötzlich meine Taille berührte und sie schließlich ganz fest hielt, als hätte er Angst, ich würde sie ihm gleich wieder entziehen.
Das stand im Moment jedoch gar nicht zur Debatte, nein, ich hatte noch nicht einmal darüber nachgedacht!
Ich war nicht fähig, auch nur an irgendetwas zu denken…
Mein Kopf war leer.
„Vielleicht…ist es das hier?", flüsterte er mit heiserer, rauer Stimme und keine Sekunde später lief sein heißer Atem über meinen Hals.
Sofort griff ich mit meiner freien Hand fiebrig nach seiner Schulter, um nicht auf der Stelle in mich zusammen zu sacken oder umzukippen, als ich begriff, dass er das vorhin Gesagte jetzt in die Tat umsetzen würde.
Was sollte das für mich bedeuten?
Jede Beherrschung hatte eine Grenze, auch meine!
Aber hatte er wirklich vor, so weit zu gehen…?
Ich konnte nur noch hoffen.
Damon seufzte in ein leises Lachen hinein und ich musste mich beherrschen, es ihm nicht gleich zu tun.
Seine Nasenspitze berührte mein Ohrläppchen und stupste ein paar mal ganz seicht dagegen, was mir beinahe ein gereiztes Schnurren entlockt hätte…
„Bist du wirklich dafür, das ich gehe, Elena?
Willst du es?"
Ich öffnete den Mund, um etwas darauf zu antworten, doch so sehr ich mich auch anstrengte, es kam kein Laut heraus.
Schnell verschloss ich meine Lippen und schluckte mühevoll das mir misslungene Wort ‚ja' herunter.
Gerade war ich mir sicher gewesen, dass er darauf warten würde, dass ich etwas sagte, da zog er sich von mir zurück, nur, um mir schnell einen festen, innigen Kuss auf den Halsansatz, kurz unter meiner Wange, zu drücken.
Erschrocken riss ich die Augen auf und hielt mich noch hitziger und energischer an ihm fest.
Urplötzlich fiel mir ein, dass sich überhaupt keine Luft mehr in meinen Lungen befand, was mich dazu veranlasste, schleunigst wieder welche in meinen Körper zu pumpen.
Die Hoffnung, dass ich ihm standhalten würde, sank von Sekunde zu Sekunde mehr.
Wenn ich ehrlich zu mir selbst war, dann wusste ich, dass ich keine Chance hatte.
Nicht gegen Liebe, zumindest nicht gegen eine so starke Anziehungskraft, wie sie hier vorhanden war.
Damon nahm seine weichen Lippen von meiner Haut und seinem Atem nach zu urteilen, wanderte er nun ein paar Zentimeter weiter nach unten.
Doch so schnell konnte ich gar nicht gucken, da hatte er sie auch schon wieder auf mich herunter gesenkt.
Mir entfuhr ein tiefgründiges Stöhnen und sofort verfluchte ich mich dafür, denn Damon hatte es natürlich mitbekommen und gleich innegehalten.
„Hast du was gesagt, Liebling?", murmelte er und ich erstarrte.
Es war so süß, wie er mich seinen ‚Liebling' nannte!
All die Zeit hatte ich von Stefan gehofft, mal wieder so genannt zu werden!
Aber nie war etwas gekommen…
Vielleicht, weil nicht ich, sondern Blut sein Liebling war?
Vielleicht aber auch einfach, weil er das kitschig fand.
Schwerfällig zwang ich mich, den Kopf zu schütteln und somit auf seine Frage zu reagieren.
Er registrierte das jedoch nur mit einem schelmischen Schmunzeln, dann kehrte er wieder zu unserem ursprünglichen ‚Gespräch' zurück: „Und wie ist es jetzt?"
Soll ich immer noch gehen?"
Diese Worte endeten in einem sinnlichen Kuss, noch weiter unten.
Nach einer ebenfalls ziemlich kurzen Pause fuhr er dann auch schon wieder fort: „Und jetzt?", während sein Mund die erste Spur auf meinem Schulterblatt hinterließ.
Mein Atem ging rasselnd und ungleichmäßig und fing dass plötzlich wieder an zu stocken, als seine Finger nun mit ins Spiel kamen:
Ganz langsam und vorsichtig schoben sie den Ärmel meines Shirts zur Seite und streiften ihn dann locker ganz von meiner Schulter, sodass jetzt nur noch der dünne Träger meines BHs störte…
MOMENT!
Störte…?
Ich fand, er störte?
Damon brachte mich noch vollkommen um den Verstand!
Und als wäre das alles noch nicht genug gewesen, ließ er nun seine gesamte Handfläche über mein Schulterblatt streichen, wodurch auch der Träger beiseite geschoben wurde.
Schließlich presste Damon dann auch noch seine zarten, aber vollen Lippen auf die Stelle, an der gerade eben noch der schützende Träger gewesen war…
