Shanida fühlte sich alleingelassen. Magister Damask war bereits seit drei Wochen abwesend und sie begann mehr und mehr zu überlegen, ob er nicht nur auf Geschäftsreise war wie offiziell bekanntgegeben, sondern ob seine Firma möglicherweise nicht mehr die Bedeutung für ihn hatte wie früher. Damit würde letztendlich auch ihre Bedeutung als seine Assistentin sinken. Sie überlegte, ob er in der Zeit seiner Abwesenheit vielleicht einen Sith-Schüler ausbildete. Wer könnte das wohl sein? Der junge Muun namens San Hill vielleicht, dessen Vater bei jenem Attentat auf Coruscant ums Leben gekommen war? Der gelbe Twi'lek, der manchmal ins Büro kam, ohne dass jemand wusste, was er dort wollte? Sie hatte einmal die Empfangsdame, eine Muun in den Mittdreißigern namens Perana Rumer, gefragt, was für eine Art Arbeit jener Twi'lek eigentlich für die Firma verrichtete, aber Peerana hatte lediglich gemeint, dass dies eine der Sachen sei, die niemanden etwas angingen. Dann war da noch ein jüngerer, finster dreinblickender, sonnengebräunter Mensch, von dem sie wusste, dass er von Ciutric IV stammte. Sate Pestage erledigte für Magister Damask jene Sachen, die mit Computern zu tun hatten und war für die Organisation von Firmenpräsentationen oder geschäftlichen Meetings zuständig.

Gelegentlich schaute auch Senator Palpatine von Naboo vorbei, wobei es in der Regel so war, dass der rotgelockte Mensch in einem Gleiter vor der Firma wartete, bis der Magister von Damask Holdings dazustieg. Das war für Shanida ein ganz heißer Kandidat. Immerhin hatte Palpatine damals versucht, sich vermittels Gedankentricks an ihr vorbei Einlass in die Firmenzentrale zu verschaffen. Subtil zwar, aber für Shanida deutlich genug. Sie hatte dazu geschwiegen, wie sie dachte, dass es von ihr erwartet wurde. Wie sie es für sich selbst anstrebte. Damals auf der Firmenfeier hatte Damask ihr den Senator gar offiziell vorgestellt. Palpatine hatte so freundlich und harmlos geschaut wie eh und je. Aber waren Sith nicht immer anders, als sie zu sein vorgaben?

Ihr Komlink summte. Sie schaute darauf und sah die miniaturisierte Gestalt von Magister Damask darüber in Wartestellung schweben. Sofort nahm sie die Verbindung an.

„In fünf Minuten wird ein Gleiter unten stehen. Er wird dich zur Orbitalstation Hochhafen bringen. Dort wird dich der Fahrer zu meinem Landeplatz führen", hörte sie Damasks Stimme, die ihr mittlerweile gerade wegen ihres metallischen Klangs so vertraut schien, so einzigartig, wie sie dadurch war.

Sie ergriff ihre für diese Fälle gepackte Reisetasche und verließ das Büro. Es war das erste Mal seit ihrer Ankunft auf dem grünen Planeten, dass sie ihn verließ.

„Sie gehen schon?", fragte die Vorzimmerdame sie.

Shanida wurde bewusst, dass Peerana nicht Bescheid wusste. Das schmeichelte ihr.

„Ein Gleiter wartet unten auf mich. Magister Damask hat mich soeben angerufen."

Die Muun schenkte ihr ein wissendes Halblächeln.

„Tja, dann viel Erfolg", meinte sie in einem Ton, der zwischen Erwartung und unterdrücktem Neid schwang.

Als sie die Firmenzentrale verließ, kam auch schon ein großer schwarzer Gleiter herangeschwebt. Er war derart gepanzert, das er sowohl bewaffneten Angriffen trotzen als auch in die Stratosphäre Muunilinsts vordringen konnte. Am Steuer saß der gelbe Twi'lek, den sie bereits vom Sehen kannte.

„Wird Zeit, dass ich mich vorstelle. Mein Name ist Kellam und ich arbeite für den Kurierdienst Yellowship."

„Wie passend!", erwiderte Shanida. „Und wie ich sehe, verschicken Sie auch lebende Wesen."

„Ich verschicke alles!", tönte der gelbe Mann mit kräftiger Baritonstimme.

„Wie lange arbeiten Sie denn schon für Magister Damask."

„Das ist eine Gefälligkeit, die ihm Gardulla die Hutt schuldete. Und hier auf Muunilinst habe ich viel mehr Freiheiten als auf Nal Hutta." Er grinste. „Zumindest solange ich genau das tue, was man mir aufträgt."

Shanida ließ sich das durch den Kopf gehen. Es gab viele Auswärtige, die auf dem Muun-Planeten arbeiteten. Sie war eine davon. Aber sie stand über dem Twi'lek, der Damask zwar schon viel länger kannte, aber offenbar in einer Art Subfirmen-Verhältnis zu dessen Firma stand. Und jetzt war er ihr Chauffeur.

Kellam zog den Gleiter hoch und sie erhoben sich in die vorgeschriebene Flugbahn zum Hochhafen. Die kreisförmige Orbitalstation kam in Sicht, gekrönt von einer riesigen Säule in der Mitte. Sie dockten an einer der zahlreichen Öffnungen der Riesenscheibe an und stiegen aus. Mit wachsendem Stolz registrierte Shanida, wie ein Muun-Beamter nach dem anderen den gelben Mann und die neben ihm gehende rote Frau durchwinkten, als seien sie hochrangige Staatsgäste – oder sie gar geflissentlich ignorierten. Ihr Weg endete in einem separaten Hangar, in welchem ein Schiff stand. Das Schiff war so schwarz und glänzend wie der Gleiter und glich einem länglichen Wurfpfeil. An beiden Seiten des Schiffsrumpfes sah sie Module, die offenbar zusammengeklappt waren. Im Gegensatz zu den anderen, größeren Hangars waren hier keinerlei Raumhafenbeamte zu sehen, die irgendetwas bewachen oder gar kontrollieren würden. Shanida wusste, dass Magister Damask viel Wert auf seine Privatsphäre legte, aber dass das soweit ging, erstaunte sie.

Die Einstiegsluke öffnete sich, um rotes Licht aus dem Inneren des schnittigen Schiffes quellen zu lassen.

„So, hier endet mein Job", sagte Kellam und seine braunen Augen sandten ihr den Abschiedsblick.

„Guten Heimflug", erwiderte Shanida förmlich.

„Das muss noch einen halben Kunter warten", gab er trocken zurück.

„Das ist doch immerhin schon mal eine konkrete Zeitspanne", meinte sie, die nicht wusste, wie viele Kunter und Penter es noch dauern würde, bis sie ihren Heimatplaneten wiedersehen würde, auf welchem jene beiden Halbjahreseinheiten galten.

Shanida schritt auf die rot leuchtende Öffnung zu, betrat das Schiff. Im Inneren sah sie Magister Damask, welcher eine Handbewegung machte. Die Einstiegsluke schloss sich.

„Das macht Ihr auch mithilfe der Macht?"

„VierDes Schaltkreise werden dadurch jedes Mal irritiert, wenn er in der Nähe ist. Aber mittlerweile kennt der Droide einen Weg, das auszugleichen. Aber zunächst einmal: Willkommen auf der Accumulator, meinem größten Schiff!"

Er machte eine Geste, die ihr bedeutete, ihm zu folgen. Der Gang, den sie durchmaßen, war immerhin fünfzig Standardmeter lang und führte ins Cockpit. Dort befand sich bereits der metallicgraue 11-4D und wartete auf weitere Anweisungen.

„Du kannst loslegen, VierDe", sagte Plagueis und verließ mit Shanida wieder das Cockpit, um mit ihr in den zentralen Aufenthaltsraum zu gehen.

„Wir fliegen nach Zeltros", eröffnete er ihr. „Die dortige Zentralbank untersteht momentan der Kontrolle des IBC, nachdem es dort einige Unregelmäßigkeiten gegeben hatte und sich die Regierung des Planeten deshalb an die Muuns wandte. Und wir beide werden jetzt eine unangekündigte Inspektion jener Bank durchführen."

„So etwas wie eine Inventur?", fragte Shanida.

„Das auch. Aber deine Aufgabe wird es vornehmlich sein, mir bei den Verhören zu assistieren."

Die Accumulator machte den Sprung in den Hyperraum. 11-4D kam aus dem Cockpit in den Hauptraum.

„Hast du schon einmal Sabacc gespielt?", fragte Hego Damask seine Angestellte.

„Ja, das haben wir auf Ryloth hin und wieder gespielt. Aber ich bin nicht besonders gut darin."

„Du hast immer die höchste Karte auf den Stich gelegt, die du hattest, nicht wahr?", fragte der Muun sie.

„Nein", protestierte sie. „Ich habe auch schon niedrigere auf den Stich getan, um meine hohen für das Endstechen zu behalten. Wenn ich dann mal gewonnen habe, dann meist, weil einer der Mitspieler sich übernommen und mehr als 23 Punkte zusammengerafft hatte."

„Hast du dich nie gefragt, wieso es überhaupt eine Obergrenze von 23 Punkten gibt, anstatt, dass man einfach so viele Punkte zusammenrafft, wie man kann?", fragte Plagueis.

„Ich vermute, damit man Mäßigung lernt. Schließlich gibt es sogar eine Spielkarte, die genauso heißt."

Magister Damask lächelte. „Schon halb richtig. Es geht jedoch vielmehr darum, sich in jeder Hinsicht zu kontrollieren. Sei es im Gewinnstreben, im Rückzug oder aber im Übervorteilen des Gegners. Denn nur, wer sich selbst kontrollieren kann, kann auch andere kontrollieren, zunächst eine Gruppe von Wesen, ein Volk, einen Planeten – eine Galaxis!"

Shanida lächelte. „Große Worte – aber ich nehme an, zunächst geht es um schnöde Punkte."

Damask nickte. 11-4D verteilte die Karten und sie erwogen die Möglichkeiten.

Shanida schaute ihr Blatt an. Alle vier Farben der Münzen, Kolben, Schwerter und Stäbe waren gleichmäßig vertreten, darunter einige Karten der Kommandanten, Asse, Herrinnen und Meister. Damask legte eine Zehn der Kolben. Shanida stach sie mit einem Kommandanten aus. Am Ende der fünften Runde hatte sie 21 Punkte beisammen, während Magister Damask erst 20 zusammenhatte. Die Sonderkarte der Königin der Luft nahm ihr in der nächsten Runde zwei ihrer Punkte. Nach ein paar weiteren Runden hatte sie 22 Punkte erreicht, während Magister Damasks Punktestand auf Minus Zehn abgesackt war. Die letzte Runde war angebrochen. Sie spielte jenes Kolben-As aus, welches sie zurückgehalten hatte – genau für diesen Moment. Sie würde jetzt die magischen dreiundzwanzig Punkte erreichen. Damit würde sie in dieser Runde das Spiel beenden – und es gewinnen!

Plagueis spielte seine letzte Karte aus – den Tod, welcher ihm dreizehn Minuspunkte brachte. Shanida rechnete nach und ihre Gesichtszüge erschlafften.

„Der Tod besiegt alles", erklärte der Muun. „Und genau dadurch habe ich jetzt minus dreiundzwanzig Punkte erreicht."

Geschlagen ließ Shanida ihre zwei verbliebenen Karten aus der Hand gleiten. Sie wusste, dass Minus dreiundzwanzig Punkte ebenso Sieg bedeuteten, als wenn sie jene Zahl im Plus erreicht hätte. Solch ein Sieg war selten beim Sabacc, aber sie hatte schon davon gehört – um es jetzt auch mit eigenen Augen zu sehen.

„Wer mich töten will, macht mich dadurch nur noch stärker", sagte Plagueis. „Du wolltest unbedingt gewinnen und genau das war dein Untergang."

Sie kaute an ihrer Unterlippe. „Solange es beim Spiel bleibt."

„Oh, glaub mir, dabei wird es nicht bleiben. Aber ich kann dafür sorgen, dass es nicht zu deinem Untergang führen wird."

Sie fand es angezeigt, das düstere Thema zu wechseln.

„Wie lange werden wir auf Zeltros bleiben?"

„Nur bis zum übernächsten Morgen", versicherte ihr ihr Chef.

༺═────────────═༻

Die Accumulator trat aus dem Hyperraum aus. Der lilane Planet Zeltros kam in Sicht. An seiner nördlichen Polkappe pulsierten regenbogenfarbige Lichter. Shanida nutzte das Ankommen im Realraum, um ihrem Verlobten mitzuteilen, warum und wie lange sie ihm fernbleiben würde.

„Wieso erfahre ich das erst jetzt?", schnaubte Lo Bukk.

„Ich habe es erst vor zwölf Stunden erfahren."

„Vor zwölf Stunden!"

„Es gab so viel zu besprechen. Dann waren wir im Hyperraum. Er hat mir jetzt erst gesagt, wie lange es dauern wird, sonst hätte ich mich schon eher gemeldet."

„Er weiß doch, dass du verlobt bist!", sagte der Zabrak am anderen Ende der Leitung aufgebracht.

„Er hat ja selbst keine Familie. Vielleicht hat er einfach nicht daran gedacht", nahm sie Damask in Schutz.

„Ich bin mir sicher, er denkt an alles, bevor er etwas tut … oder nicht tut", setzte er bedeutungsschwanger hinzu.

„Ich glaube, du machst dir zu viele Gedanken, Liebling", wiegelte sie ab. „Es ist ja etwas Unangekündigtes. Deshalb durfte auch niemand vorab davon erfahren – auch du nicht."

Nachdem sie gelandet waren, begaben sie sich zum Gebäude der Zentralbank, welche sich im Zentrum der Hauptstadt des Planeten Zeltros befand. Helllilafarbene Zeltronier mit dunkel-lilanen Haaren und violetten Augen flanierten an ihnen vorbei. Die gesamte Hauptstadt bestand aus vorwiegend runden Häusern, von welchen einige als Wolkenkratzer riesigen Zylindern gleich in die zartlila Wolkendecke ragten, welche dann und wann dem leuchtend lilanen Himmel Platz machte. Hin und wieder lächelten einige Einheimische sie freundlich an, was Shanida an Ryloth erinnerte. Muuns lächelten in der Öffentlichkeit höchst selten.

Es war kurz vor zehn Uhr. Schon bald würde die Zentralbank öffnen. Plagueis postierte sich mit Shanida unauffällig neben dem großen Hauptportal. Eine Zeltronierin mit fast weißer Haut, glatten lilanen Haaren, Augen in genau demselben Farbton sowie dunkelblauen Lippen kam herbei. Shanida sah freudige Überraschung in den Augen der zierlichen, schlanken einheimischen Frau, während sich ihre eigenen schwarzen unwillkürlich verengten.

Die Zeltronierin holte eine Chipkarte aus ihrer Handtasche und ließ sie über die elektronische Kennungsfläche des Portals gleiten. Geräuschlos glitt die große doppelflügelige Tür auf.

„Magister Damask, ich freue mich, Euch wiederzusehen. Willkommen in der Zentralbank von Zeltros", sagte die mutmaßliche Bankangestellte euphorisch, etwas zu euphorisch für Shanidas Geschmack.

„Die Freude ist ganz meinerseits, Mrs. Hellya. Ich kann davon ausgehen, dass Sie die Angelegenheit vertraulich behandeln und sich verhalten, als wären wir nicht hier", gab Plagueis liebenswürdig zurück und blinzelte sie verschwörerisch mit seinen grünen Augen an.

„Natürlich, Magister Damask. Ihr könnt Euch auf mich verlassen", parlierte die Zeltronierin zurück und ihre lilanen Augen erwiderten sein Zwinkern, bevor sie an den Gästen vorbeihuschte und im Inneren des Gebäudes verschwand.

Shanida sah ihr für einen Moment nach. Unbehagen stieg in ihr auf, dann wandte sie sich wieder ihrem Chef zu.

„Ich sehe, sie haben dazugelernt", konstatierte Damask.

„Inwiefern?"

„Bei meinem letzten Besuch hatten sie sich um eine Standardminute verspätet, aber das war noch gar nichts im Vergleich zu den Zuständen von vor fünfzehn Jahren."

Shanida schaute auf ihr Chrono am Armgelenk. Ja, es war genau zehn Uhr Lokalzeit. Nicht eine Minute früher oder später. Sie betraten das Gebäude und gingen in die Rechnungslegungsabteilung.

„Wir gehen nicht erst zum Chef?", fragte Shanida leise.

„Das ist eine Spontanüberprüfung. Sie wissen nie, wann genau sie stattfindet. Vor allem nicht, wo wir beginnen."

Mit 11-4D im Schlepptau näherten die Beiden sich einem Computerterminal, wo Damask sofort die Daten des derzeitigen Chefs der Zentralbank sowie die seiner engsten Mitarbeiter aufrief. Shanida sah regelmäßige Zahlenkolonnen auf dem Bildschirm hinuntersausen. Mit einem Mal stoppte 11-4D den Datenfluss.

Damask stutzte ebenfalls. „Ein Konto der Progga-Sippe!", zischte er leise.

Shanida hörte, dass 11-4D leise piepte. Offenbar speicherte er gerade etwas ab. Damask wies seiner Angestellten ein anderes Terminal zu, welches sie nach bestimmten Daten abzusuchen hatte. Sie brauchte bis zum Nachmittag dafür. Als sie endlich damit fertig war, bemerkte sie, dass es kurz vor Dienstschluss war. 11-4D rollte zu ihr heran, als hätte er nur darauf gewartet, dass sie fertigwurde. Hatte Damask darauf gewartet?

Der Medi-Droide führte sie in einen Salon, in dessen Mitte eine reich gedeckte Tafel stand. Einige Flaschen Wein und andere Getränke standen bereit. Das kam Shanida gerade recht, aber sie bemerkte, dass sich ihr Boss nicht um das kulinarische Angebot im Raum scherte. Vielmehr erklärte er seiner Assistentin das weitere Vorgehen. Also dachte sie nicht mehr an das Essen und Trinken, sondern hörte ihm zu.

Nach einer Weile öffnete sich die Tür zum Salon. Ein Muun, angetan mit einer hohen, dunkelgoldfarbenen, mit Längsaussparungen durchbrochenen Haube betrat den Raum, gefolgt von einem lilafarbenen Zeltronier.

„Magister Damask, welche Ehre, dass Ihr uns hier auf dieser Welt besucht", sagte der Muun unterwürfig.

„Geheimrat Aaro Better, Ihre Bilanz in den fünf Jahren, die Sie jetzt hier die Stellung halten, kann sich durchaus sehen lassen", sagte Damask jovial von oben herab statt einer Begrüßung, während seine Augen zwischen dem braunäugigen Muun und seinem mindestens dreißig Standardjahre jüngeren zeltronischen Begleiter prüfend hin und her wanderten. „Und das ist …"

„Sheedan Laa, mein Stellvertreter", stellte Better den Zeltronier an seiner Seite vor.

„Ich hätte da einige Fragen, was eine gewisse Transaktion angeht, die vom Konto von Laa auf ein Konto von Progga dem Älteren erfolgte."

„Progga dem Älteren?", fragte der Muun scheinbar überrascht.

Shanida fand, dass der derzeitige Chef der Zentralbank von Zeltros ziemlich gut aussah. Seine braunen Augen ließen ihn gar wärmer und temperamentvoller erscheinen als die meisten seiner Speziesgenossen. Sie wunderte sich spontan über sich selbst. Früher auf Ryloth wäre es ihr nie in den Sinn gekommen, Muuns attraktiv zu finden. Aber das Leben auf Kamino und später auf Muunilinst schien ihre Sichtweise auch in dieser Hinsicht erweitert zu haben. Und wenn Magister Damask nicht diese Maske tragen würde, dann …

„Ja, genau dieser kriminelle Hutt!", donnerte Damask den Speziesgenossen an. „Wie wir herausgefunden haben, hat Progga seine Leute abgestellt, um auf Dantooine ein Kasino zu bestellen und zu bewachen, welches Ihrem Stellvertreter gehört!"

Aaro Better schwieg. Der Blick seiner braunen Augen wanderte von seinem Begleiter zu Damask und von dort zu dessen Assistentin, um an den Spitzen ihrer derzeit vier sichtbaren Lekkus hängenzubleiben.

„Es ist galaxisweit bekannt, dass Proggas Piratenbande erst vor zwei Standardjahren Kristalltransporte überfallen hatte, welche Mygeeto in Richtung Sluis Van verlassen hatten!", fuhr Damask in seiner Anklage fort. „Seitdem boykottieren wir jene Hutt-Sippe und jeder Muun weiß das! Wieso Sie nicht!"

„Das ist mir durchaus bekannt, Magister Damask. Allerdings war mir nicht bewusst, dass es sich bei der Wanton-Betreibergesellschaft um ein Unternehmen jener Hutt-Gruppe handelt."

„Und wieso wurde dann Progga selbst im Kasino gesehen?", fragte Damask spitz.

„Das entzieht sich meiner Kenntnis", sagte Better.

„Aber nicht seiner", eröffnete der einflussreichere Muun die nächste Runde und starrte Sheedan Lah in die alarmiert dreinschauenden hell-lilanen Augen.

Damask gab 11-4D einen Wink und der vierarmige Droide projizierte ein Holovid in die Mitte des Salons, wo man lebensgroß den lebenslustigen Zeltronier zusammen mit einem dicken Hutt sehen konnte, der dem lilanen Humanoiden gönnerhaft eine Pranke auf die Schulter gelegt hatte. Links und rechts wurden beide von Zeltronierinnen und weiblichen Twi'leks flankiert, die ihnen die Füße oder den Rücken massierten, während der Hutt einen Zug aus einer Hookah-Pfeife nahm, welche ihm von zwei links und rechts neben dem Raucherutensil knienden Menschen hingeschoben worden war.

Sheedan Laa senkte den Blick.

„Better, Sie werden sofort einen neuen Betreiber für jenes Kasino suchen!", befahl Damask.

Der braunäugige Muun tauschte einen Blick mit seinem zeltronischen Begleiter.

„Du kommst mit!", sagte Shanida zu dem Zeltronier, der höchstens zehn Standardjahre älter als sie sein konnte.

„Kennen wir uns so gut, dass wir schon beim Du sind?", fragte Laa schnippisch.

Shanidas schöngeschwungener Mund offerierte ein kühles Lächeln. „Ich schätze, das lässt sich nachholen."

Während Damask und seine Assistentin mit dem Zeltronier und dem Droiden den Salon verließen, kamen ihnen die zahlreichen Angestellten der Bank entgegen, um sich an den ihnen vom unangekündigten Inspektor versprochenen Köstlichkeiten zu laben. Damask malte sich aus, welch gute Miene der Direktor der Bank nun in Gegenwart der anderen Angestellten aufsetzen musste, um sich nicht die Demütigung anmerken zu lassen, welche ihm gerade widerfahren war.

Aus der vorbeiflutenden lilafarbenen Menge stach Shanida das weiße Antlitz von Mrs. Hellya entgegen, welche die rote Nauto'lek geflissentlich ignorierte, während ihre lilanen Augen an Magister Damasks hochgewachsener Gestalt klebten.

„Ihr verlasst uns bereits?"

Der Muun nickte der Zeltronierin zu. „So ist es. Dann bis zum nächsten Mal", sagte er genauso freundlich zu ihr, wie er vor acht Stunden am Eingangsportal mit ihr gesprochen hatte. In Shanida wütete die stumme Frage, ob sich ihr Chef wirklich die ganzen acht Stunden über mit Revisions- und Inspektionsangelegenheiten herumgeschlagen hatte wie sie selbst.

Der Chef von Damask Holdings und seine Assistentin führten den ehemaligen Stellvertreter von Direktor Better zu einem wartenden Gleiter. Schweigend stiegen sie ein und der Gleiter hob ab, um sie zurück zum Raumhafen zu bringen, wo Damasks Schiff stand.

„Was passiert jetzt mit mir?", fragte Sheedan Laa beunruhigt.

„Du weißt ja, was die Progga-Sippe mit den Kristallen von Mygeeto getrieben hat", sagte Plagueis barsch. „Und ab jetzt wirst du deren Hüter sein!"

„Was hat das zu bedeuten?!", fragte der Zeltronier aufgebracht, aber Plagueis konnte die Angst in ihm hochkriechen fühlen. Er und Shanida labten sich daran.

„Alles zu seiner Zeit!", erwiderte Plagueis kalt.

Als die Accumulator wieder aus dem Hyperraum austrat, sahen sie einen weißen Planeten unter sich.

„Mygeeto, meine Heimat!", sagte Plagueis zu Shanida und zu dem Zeltronier, der mittlerweile ziemlich blass geworden war und auch das Essen abgelehnt hatte, welches ihm Shanida eine Stunde zuvor lächelnd angeboten hatte.

Der schwarze Wurfpfeil kreiste über einem Berggebiet, so weiß und eisig wie der Rest von Mygeeto, um auf einem Hochplateau zu landen. Der Sithlord und die Assistentin stiegen aus, den frierenden Zeltronier zwischen sich. Plagueis schien die Kälte nichts auszumachen. Er trug lediglich seine Bankenclantracht, während Shanida einen weißen Pelzmantel trug, den Hego Damask an Bord gehabt hatte. Ihr schwante Unheil, als sie sah, dass Hego Damask sich nicht die Mühe machte, seine Machtkünste vor dem lilanen Mann zu verbergen, als er mit deren Hilfe die Luke schloss, so wie er jene einen knappen Tag zuvor für Shanida geöffnet hatte.

„Ihr habt Jedikräfte?", fragte Sheedan Laa den Muun.

„Sieht man das nicht?", kam dessen schnippische Antwort.

„Magister Damask. Ich weiß, dass die Jedi die Hutts verabscheuen. Kann ich es nicht irgendwie wieder gutmachen?", sagte der vor Kälte zitternde lilane Mann zu seinem Verschlepper.

„Aber das tust du doch bereits", erwiderte der Muun und ließ hinter der Transpiratormaske ein verschrobenes Lächeln aufblitzen. „Und ehrlich gesagt ist es mir egal, was die Jedi von den Hutts halten."

Es war später Abend auf Mygeeto und die Strahlen der Sonne des Planeten tauchten die Schneelandschaft in ein rotes Leuchten, während die Drei einem gewundenen Bergpfad nach oben folgten, welcher sie zu einem Höhleneingang führen sollte.

„In einer Höhle hat mein neues Leben begonnen", begann Darth Plagueis mit feierlicher Stimme dem Zeltronier zu erzählen, als sie den Höhleneingang durchschritten hatten. „Und auch für dich wird diese Höhle eine ganz neue Erfahrung bereithalten."

„Es g…gibt hier K…Kristalle?", fragte Sheedan Laa bibbernd.

Plagueis nickte hinter seiner Transpiratormaske. Der Weg führte auch in der Höhle noch bergan, bis sie nach einer Runde einen Abgrund erreichten, von welchem aus man in die Tiefe sehen konnte – die Mitte des Berges. Plagueis holte eine Laserlampe aus einer Tasche seines dunkelgrünen Gewandes und aktivierte sie. Ein hellgrüner Strahl erhellte die ansonsten dunkle Tiefe. Tief unten flatterten einige aufgescheuchte weiße Tierchen wild und wirr umher, um tiefer und damit wieder in den Schutz der Dunkelheit einzutauchen. Shanidas Augen folgten dem grünen Strahl weiter, bis sie das Ende des Abgrundes erspähten. Dort unten glitzerte etwas rot, orange, gelb und weiß, wie um der immerwährenden Schwärze zu entfliehen, wo der Laserstrahl unerwartet Erweckung gebracht hatte.

„Siehst du das vielfarbige Funkeln da unten?", fragte Plagueis zu Laa gewandt. „Das sind Kristallspitzen von meterhohen Stalagmiten, welche seit Millionen von Jahren aus der dunklen Tiefe in die Höhe wachsen. Irgendwann werden sie hier oben ans Licht kommen … aber manchmal öffnet sich plötzlich eine Tür und man kann zu ihnen kommen …", hörte Shanida seine tiefe Stimme, die nicht ihr galt.

„Du willst sie sehen, sie berühren, sie fühlen", spann Plagueis verheißungsvoll den Faden fort. „Wer weiß, vielleicht bist du auch gar der erste, der sie gleich besuchen wird."

„Nein … i…ich w…will nnnnichtttt!", sagte Sheedan Laa mit zitternden Lippen.

„Doch, du willst es", erwiderte der Muun ungerührt, dann wandte er sich zu Shanida um.

„Vollende es!"

Ihre schwarzen Augen weiteten sich kurz. Sie sah in den schwarzen, grün erhellten Gesteinsschlund. Ihr kam der Gedanke, dass diese Kristallgruft ohne jede Mühe auch ihr ewiges eisiges Grab werden könnte, wenn sie jetzt versagte.

Sie wandte ihren Blick dem unglückseligen lilanen Mann zu, dessen Finger jetzt dunkelviolett angelaufen waren und steif nach unten hingen.

„Du willst jetzt zu diesen Kristallen gehen!", sagte sie mit ähnlich tiefenentspannter Stimme wie ihr Chef und machte dazu eine passende Handbewegung. „Die Kristalle bergen unerschöpfliche Energie … sie werden dir Wärme schenken … für immer …!"

„Für immer?", fragte Sheedan Laa.

„Für immer!", wiederholte die rote Frau und breitete ihre Arme aus, die sie ansonsten eng an ihren in den Pelz gehüllten Körper gepresst gehalten hatte.

„Geh … Geh zu den Kristallen!"

Der Zeltronier hörte plötzlich auf zu zittern. Und er machte einen Schritt auf den völlig ungesicherten Abgrund zu.

„Geh … zu … ihnen!", wiederholte Shanida mit Nachdruck, während die Dunkle Seite sie durchflutete. Der da hatte sich mit den Feinden und niederen Konkurrenten der Muuns eingelassen. Er hatte verdient, was er bekommen würde. Und die Sache wäre zu Ende.

Ein weiterer Schritt und der lilane Mann glitt auf dem abschüssigen Boden aus. Shanida und Plagueis sahen dabei zu, wie er kopfüber in den Schacht fiel – mitten in den grünen Kegel des Lichts, welches der Sithlord vorhin entzündet hatte.

„Die Kristalle werden ihn aufspießen, nicht wahr?", fragte sie den Muun.

„Wenn ihm das Schicksal gnädig ist, erleidet er vorher einen Herzinfarkt", erwiderte Plagueis mit milder Stimme.

„Wird man ihn nicht vermissen?"

„Ja, das wird man", bestätigte er sie. „Aber vor allem werden sie fürchten, der nächste zu sein. Sie werden den Mund halten und tun, was geboten ist und lassen, was unterlassen werden sollte. Töte einen und versetze tausend in Angst und Schrecken. Und das funktioniert noch viel effektiver, wenn das Schicksal des Verschwundenen unbekannt bleibt."

„Und es wird niemand nach ihm suchen?"

„Wo denn?", fragte Plagueis zurück und zuckte mit den Achseln. „Wer denn? Aaro Better wird sich einen neuen Bettgespielen suchen müssen."

Shanida riss die Augen auf. „War er das?"

Plagueis lächelte wissend. „Auch so etwas zu erkennen werde ich dir noch beibringen."

Sie erwiderte nichts darauf, sondern folgte Hego Damask, der sich dem Höhlenausgang zugewandt hatte. Sie liefen den gewundenen Pfad zurück nach unten, um erneut sein Schiff zu besteigen.

༺═────────────═༻

„Es ist schon spät", sagte Plagueis, „ich werde uns in der Hauptstadt Jygat zwei Zimmer reservieren, bevor wir morgen wieder heimfliegen."

Shanida hatte im Prinzip nichts dagegen. Aber dann dachte sie an Lo Bukk, dem sie versprochen hatte, am übernächsten Morgen wieder daheim zu sein. Ein Blick auf die Planetenzonenfunktion ihres Chronos sagte ihr, dass jener Morgen auf Muunilinst bereits angebrochen war.

Während die Accumulator auf dem Weg in die klimatisierte Hauptstadt Mygeetos war, wollte Shanida Lo Bukk anrufen. Sie stoppte in ihrer Bewegung, als sie einfiel, dass er diesen Anruf möglicherweise zurückverfolgen könnte. Aber sicherlich sollte niemand wissen, dass sie jetzt auf Mygeeto waren.

„Ruf ihn ruhig an", beruhigte Damask sie, als er ihr Nesteln am Handgelenk bemerkte.

Also ging sie in eine Kabine und rief Lo Bukk an.

„Was dauert denn so lange?", wollte ihr Verlobter wissen.

„Die Inspektion dauerte länger als geplant. Mehr gibt es nicht zu sagen."

„Lang und weilig. Was gibt es da schon viel zu erzählen, wenn man Konten überprüft", erwiderte er und schickte ein Lachen hinterher.

„Du sagst es", gab sie ihm recht und verabschiedete sich.

Sie stellten Ihr Raumschiff im Raumhafen von Jygat ab, welcher ein Zwischenreich zwischen der riesigen überkuppelten Stadt und dem weißen unwirtlichen Planeten darstellte.

Im von Damask reservierten Hotel gab es ein Restaurant, in welchem sie zu Abend aßen. Sie hatte sich mittlerweile daran gewöhnt, dass er seine Nahrung durch einen Trinkhalm in der Nase zu sich nahm.

„Das war sehr anstrengend für dich", meinte Hego Damask verständnisvoll zu ihr. „Ich würde dir gerne fünf Tage freigeben, damit du dich um deine Familie kümmern kannst."

„Das ist … sehr großzügig, danke!", sagte sie erleichtert.

Sie hätte ihren Chef niemals deswegen gefragt und rechnete es ihm hoch an, dass er von sich auf diese Idee kam. Sie würde mit Lo Bukk darüber reden, in jenen fünf Tagen ihre Mutter auf Ryloth zu besuchen. Diese würde sich über einen Besuch ihrer einzigen Tochter und des Schwiegersohns in spe gewiss freuen. Aber jetzt wollte sie erst einmal diesen Abend genießen und das bedeutete zunächst das gute Essen und den würzigen Wein, den man von Muunilinst herangeschafft hatte. Danach würde sie von ihrem Chef sicherlich noch eine nette Geburtsvorbereitungsmassage erhalten und dann wunderbar einschlafen. Sie nahm einen Schluck aus ihrem Glas Wein und fühlte, wie dessen Wärme sie durchströmte.

„Ihr habt keine Familie, oder?", fragte sie, angefeuert vom Weingenuss des mittlerweile zweiten Glases.

„Wie kommst du darauf?", fragte Damask offenbar verwundert zurück.

„Ihr seid immer in der Firma … oder woanders. Die anderen Muuns, die woanders sind, sagen immer, dass sie ihre Familie besuchen, oder sie werden von ihr besucht."

„Ich bin mit meiner Arbeit verheiratet – und mit meinem Orden. Es hat immer Wesen gegeben, die solche Prioritäten hatten und es wird sie auch weiterhin so geben."

Seine Antwort beruhigte sie in einer seltsamen Art und Weise. Nein, Hego Damask würde keine weitergehenden Forderungen an sie stellen, außer sich gelegentlich an ihrem Orgasmus zu weiden. Zumindest, bis das Kind da war. Würde es dann enden?

Das Essen war vorbei. Er brachte Shanida eine Etage nach oben und zeigte ihr ihr Zimmer. Es war groß und geräumig, viel geräumiger als die Hotelzimmer, die sie von Kamino oder Ryloth kannte.

„Nach der Entspannungsmassage wirst du gut schlafen", meinte er.

Sie lächelte. Dann zog sie ihre schwarze, eng anliegende Hose und den Schlüpfer aus und legte sich wie gewohnt auf das Bett im Schlafzimmer. Eigentlich war die Situation absurd. Sie beide hatten gerade ein Wesen vom Leben zum Tode befördert. Dann hatten sie gut gegessen und getrunken. Und jetzt sollte sie in anderer Hinsicht schwelgen. Aber wieso fühlte sich das alles so an, als wäre es folgerichtig?

Plagueis fasste ihr zwischen die Beine, die sich reflexhaft für seine verwöhnende Hand spreizten. Er fühlte, dass Shanida unten herum in Erwartung kommenden Vergnügens schon sehr feucht geworden war. In seiner Hose spannte plötzlich etwas. Er musste sich zusammenreißen, um nicht heftiger zu atmen. Er genoss noch für ein paar Augenblicke ihre nasse erwartungsvolle Erregung, dann deckte er ihren Kitzler mit ihrem genau dafür produzierten Schleim ein, so dass in der Stille des Zimmers schmatzende Geräusche zu hören waren. Er fühlte, wie sich ihre Mitte lustvoll zusammenzog und wieder öffnete, wie Shanida bei dieser ersten, einschmierenden Berührung ihren Atem anhielt, ihn kurz darauf stoßartig freigab.

Dann erst fing er an, ihre Mitte zu massieren – zuerst langsam … sehr langsam … bis sie ihn anbettelte, schneller zu werden. Zögerlich kam er ihrem Verlangen nach. Er ließ sich extra viel Zeit damit, bis er fühlte, dass ihre Erregung bald abebben würde, wenn er es jetzt nicht zu Ende bringen würde. Also beschleunigte er etwas. Seine rechte Hand öffnete ihre weiße Bluse und fuhr über ihren Busen, massierte ihre rechte Brustwarze, während seine Linke zwischen ihren Beinen jenen kleinen, roten Knubbel dicker und praller werden ließ. Ein abgehacktes Stöhnen war die Belohnung, welches immer lauter wurde. Jetzt konnte er zumindest ebenfalls etwas schneller atmen, ohne dass sie es als unschicklich empfinden würde.

Schließlich schnellte ihr Oberkörper nach oben und ihre Lekkus standen wieder von ihrem Kopf ab, den sie in höchster Erregung verzückt nach hinten gelegt hatte. Plagueis rieb noch solange mit seiner Hand an ihrer Mitte weiter, bis sie genug hatte und Tränen in ihren zusammengekniffenen schwarzen Augen erschienen. Dann ließ er von ihr ab und brachte auch seine eigene Atmung wieder auf normales Niveau.

„Magister Damask", hörte er von unten ihre Stimme. „Aber Ihr hattet schon auch mal … Liebe?"

„Das ist schon lange her und nichts, womit ich dich jetzt behelligen würde."

Jetzt war sie neugierig geworden. Nicht unbedingt auf die lang verflossene Liebe.

„Nicht? Aber was macht Ihr denn eigentlich, wenn … Euch danach ist? Ihr geht doch nicht … irgendwohin?", meinte sie kichernd.

Er schaute auf Shanida hinunter und packte ihre Brust wieder in die unschuldig weiße Bluse, die er vorhin geöffnet hatte, um das Vergnügen zu steigern. Langsam ließ er die runden Knöpfe wieder in die dafür vorgesehenen Schlitze gleiten. Einen, zwei, drei – endlich war die Bluse wieder züchtig geschlossen. Er hatte an diesem Abend vielleicht vier Gläser von dem Wein getrunken. Zwei weitere und er wäre ebenfalls in solch einer weinseligen Stimmung wie sie. Aber das ließ er nicht zu. Während bei ihr bereits zwei Gläser ausreichten, um sie derart aufzuschließen. Aufschließen war der leichte Part, alles darüberhinausgehende jedoch wollte gut Weile haben, auf dass es glücken sollte.

„Die vier, fünf Mal im Jahr, wo es noch einmal aufflammt, kann ich es gut unterdrücken."

„Vier, fünf Mal? … Im Jahr?", wiederholte sie ungläubig. Sie überlegte fieberhaft, ob sich eines dieser vier, fünf Male möglicherweise mit der weißen Zeltronierin auf deren Heimatplaneten ereignet haben könnte … bei einer ebenso unangekündigten „Inspektion" … Mrs. Hellya – so hatte er sie genannt … Die Gedanken an jene Begegnung piesackten die junge Nauto'lek … Eine Möglichkeit keimte in ihr auf. „Auch so mit der Hand?"

Er nickte. „Aber das ist schwer. Ich glaube nicht, dass jemand das so …", er schaute an sich hinunter, „hinbekommen würde."

Sein Blick wanderte von seiner Mitte zurück zu ihren noch vor Lust prallen Lippen. Jene öffneten sich zögerlich, um noch zögerlicher zu sagen: „Ich würde es gerne mal probieren. Auch wenn es keine Geburtsvorbereitung ist."

Jetzt musste er lachen. „Nein, das sicher nicht."

Sie kicherte erneut. „Es weiß ja niemand. Und ich würde mich doch gerne mal revanchieren."

Er schaute versonnen an ihr vorbei. „Nun, wenn das so ist."

Er stand auf und ließ seine Hose herunter, zog seinen Slip aus. Eigenartig erregt setzte sich Shanida wieder auf. Er setzte sich zu ihr aufs Bett und sie schob seine grüne Tunika nach oben, um sein schlaffes graues Glied zu sehen, welches lang und traurig zwischen seinen im Gegensatz dazu sehr straffen Oberschenkeln hing.

Fünfmal im Jahr – und sie wäre es, die diesen Bereich seines Lebens von nun an abdecken würde! Sie würde sich damit nicht nur für die angenehme Geburtsvorbereitung revanchieren, sondern auch zusätzlich an Vertrauen gewinnen – an Einfluss.

Sie nahm das offenbar vernachlässigte Organ zwischen ihre roten Finger, rieb daran. Zunächst passierte nichts.

„Du solltest die Eichel hier oben in die Hand nehmen und mit der anderen Hand den unteren Schaft massieren", hörte sie seine tiefe Stimme.

Sie tat wie ihr geraten. Zufrieden merkte sie, wie Hego Damasks Lanze langsam steif wurde. Wenn das in dem Tempo so weiterging, dann würde es ihr wahrhaftig gelingen. Sie rieb eine Weile wie beschrieben. Es kam ihr wie eine halbe Stunde vor, auch wenn sie sich nicht traute, dabei auf ihr Chrono zu illern.

„Jetzt etwas schneller", hörte sie seine nun etwas heisere Stimme.

Sie rieb schneller – oben an der Eichel.

„Unten noch doller umfassen und immer wieder im Wechsel zudrücken und etwas lockerer werden", hörte sie ihn neben sich keuchen.

Sie kam auch diesen Anweisungen nach. Immer steifer wurde der Schwanz ihres Chefs … immer heftiger sein Atem, der der Transpiratormaske mit einem Keuchen entwich, welches in seiner metallischen Verzerrtheit die Situation besonders bizarr machte.

Ja, sie war auf dem richtigen Weg, jubilierte es in ihr.

Sie fühlte, wie der lange Kolben in ihrer Hand erzitterte – bis er explodierte. Sie schaute weg, als es passierte und lächelte in sich hinein, während sie die Glitschigkeit des warmen Saftes auf ihrer Handinnenfläche spürte. Sie hatte es wirklich geschafft! Schon bald würde sie schlafen können – gut schlafen!

Er schaute auf ihre zierliche rote Hand, die mit seinem Sperma benetzt war. Er hatte es doch wirklich geschafft … seinen Orgasmus derart lange hinauszuzögern, so dass er ihr das Gefühl gab, etwas Herausragendes geleistet zu haben … etwas wahrlich Herausragendes! Das würde ihm fürs Erste reichen. Alles andere hätte seine Zeit … und die würde kommen.

Shanida stand auf und ging zum Waschbecken, um sich die Hände zu waschen. Sie vergaß auch nicht, einen feuchten Lappen mitzubringen, mit dem er seine Mitte reinigen konnte. Nachdem dies getan war, erhob er sich und zog sich an.

„Was für eine Revanche", sagte er lächelnd hinter seiner Transpiratormaske. „Und nun Gute Nacht!"

„Gute Nacht", erwiderte sie, dann drehte er sich um, um zur Tür zu gehen – in sein eigenes Zimmer.

Endlich konnte sie sich ausziehen, ihre eigene Mitte auswischen. Jetzt noch schnell das Nachtgewand aus der Tasche gekramt. Hastig streifte sie sich das lange Hemd über, da fiel sie auch schon aufs Bett und war eingeschlafen.