Der zweite Arbeitstag von Hanabi Lare nach ihrem Urlaub auf Ryloth diente dazu, sie auf eine Mission vorzubereiten, welche sie und ihren Chef nach Bal'demnic führen würde. Diese Vorbereitung beinhaltete nicht nur eine Einweisung in die Gebräuche der dort ansässigen reptiloiden Spezies der Kon'me, sondern auch eine Vorsichtsmaßnahme ganz spezieller Art.

Magister Damask und Hanabi saßen in einem erhabenen, durch Spiegelglas abgeschirmten Bereich der Orbitalstation Hochhafen, von wo aus man ganz unbeobachtet einen guten Blick auf die vorübereilenden Passanten hatte.

„Siehst du diese beiden?", fragte Damask und wies auf einen Mann und eine Frau. „Was denkst du. Haben sie etwas miteinander oder nicht?"

„Hmmm, ich weiß nicht. Sehen eher wie Geschwister aus."

„Aber ihr körperlicher Abstand ist viel zu nahe", erklärte der Muun. „Sie sind schon sehr lange zusammen und es läuft nicht mehr so viel zwischen ihnen."

„Woran könnt Ihr das denn erkennen?", fragte Hanabi.

„Das sieht man an bestimmten Handbewegungen in Kombination mit den Augenbewegungen. Es ist auch geschulten Individuen ohne Machtsensitivität möglich, so etwas zu erkennen. Mit der Macht geht es jedoch schneller und einfacher. Ich denke, wir konzentrieren uns zunächst auf die Hände und nehmen dann später die Augen mit dazu, damit es einfacher für dich ist."

„Ich denke, bei den meisten Leuten läuft so ein Erkennen eher unbewusst ab", vermutete sie.

„Das ist richtig, allerdings gibt es auch Leute, denen sich das nicht so leicht erschließt, vor allem bei sehr verschiedenen Spezies. Mein Meister hat sich sehr ausführlich damit beschäftigt und die einzelnen Komponenten eines solchen Beziehungsgeflechts aufgeschlüsselt. Auf diese Art und Weise haben wir einen großen Pool an Informationen über die Gestik und Mimik verschiedener Spezies zusammengetragen, den wir gezielt nutzen können, um wichtige Informationen über unsere Zielpersonen herauszubekommen."

„Denkt Ihr, wir könnten einzelne Kon'me mit solchen Informationen beeinflussen?"

„Eigentlich dachte ich dabei eher an die Jedi, denen wir auf Bal'demnic höchstwahrscheinlich begegnen werden."

Verwunderung huschte über Hanabis Antlitz. „Aber es gibt auf Bal'demnic keine Kampfhandlungen, noch nicht einmal einen Konflikt. Warum sendet der Rat dann Jedi dorthin?"

„Weil einige der Kon'me die Regeln ihrer isolationistischen Kultur verletzt und sich an die Jedi gewandt haben", erwiderte Damask mit Vorwurf in der Stimme. „Deshalb weiß der Rat jetzt, dass es auf Bal'demnic Cortosis gibt, welches von vitaler Bedeutung für die Republik sein wird. Und das, wo die Republik sich jahrhundertelang nicht um diesen Planeten geschert hat. Ich vermute jedoch, dass es jenen Kon'me eher darum geht, ein etwas größeres Stück vom planetaren Kuchen abzubekommen als bisher."

„Ein interner Machtkampf also."

Damask nickte. „Wir haben die herrschende Schicht auf dem Planeten auf unserer Seite. Ich nahm bislang an, dass das reichen würde."

„Ihr wollt mit dieser Mission also den Jedi die Unterstützung durch die Kon'me der Unterschicht entziehen?"

Darth Plagueis lächelte hinter seiner Transpiratormaske. „Fürs Erste reicht es, den Informanten und Verbindungsmann zu den Jedi ausfindig zu machen und aus dem Verkehr zu ziehen. Ich selbst werde dafür sorgen, dass die Dinge im Rat der Kon'me so bleiben, wie sie sind. Die offiziellen Entscheidungen für den Planeten werden immer noch dort getroffen, auch wenn dies manchen Leuten nicht gefallen mag."

„Aus dem Verkehr zu ziehen heißt töten?", fragte sie sicherheitshalber nach.

„Das wäre eine Option. Eleganter würde ich es jedoch finden, wenn der Informant sein Gesicht verliert, so dass niemand aus diesen Kreisen mehr auf die Idee kommt, die Republik oder gar die Jedi hinzuzuziehen."

„Ich lasse mir was einfallen", versprach Hanabi.

Plagueis nahm ihre Hand. „Du hast völlig freie Bahn."

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Die Gesichter der Jedi, welche im Mittelturm des Jeditempels zu einer Sitzung zusammengekommen waren, waren so ernst und konzentriert, wie man es auf einer Veranstaltung dieser Art erwartete.

Sie besprachen zunächst einige organisatorische Dinge, bis der Großmeister und Ratsvorsitzende zum Hauptthema kam.

„Ein Informant des Volkes der Kon'me von Bal'demnic – gesagt uns hat, dass Cortosis Damask Holdings dort abbaut. In falsche Hände, dieses lichtschwertresistente Material gelangen könnte. Eine Mission nach Bal'demnic entsenden - wir werden", sagte Yoda entschlossen. „Jemand einen Vorschlag hat, wen entsenden, wir sollten?"

„Wir sollten Meister Dooku entsenden", schlug Meister Piell vor. „Er ist erfahren in Wirtschaftsdingen und sehr überzeugend."

„Auf Clak'dor VII momentan Meister Dooku ist. Zu spät auf Bal'demnic er würde sein, zu verhandeln mit Bal'demnics Kon'me."

Meister Micah Giett räusperte sich im Ansinnen, das Wort zu ergreifen, welches Yoda ihm sogleich erteilte.

„Bereits in den Schriften von Meister Tharence steht, dass sich die Kon'me gegenüber jeglichen äußeren Einflüssen bedeckt halten. Wir könnten Meister C'baoth entsenden. Er kann ebenfalls sehr überzeugend sein", schlug er vor. „C'baoth ist hier auf Coruscant und ich bin mir sicher, dass er die Kon'me dazu bewegen wird, einer Kontrolle der Republik über die Förderung, die Raffinierung und den Export des Cortosis-Erzes zuzustimmen."

„Jemand einen anderen Vorschlag hat?", fragte Yoda.

Die Jedi-Meister schwiegen.

„Dann entschieden ist: Meister C'baoth und sein Padawan, nach Bal'demnic reisen werden."

Mit einem gelassenen Lächeln beendete Yoda die Ratssitzung. Sein Blick begegnete kurz den grünen Augen von Meister Giett, dem die Freude und der Stolz über seinen angenommenen Vorschlag anzusehen war. Der grüne Großmeister war sich sicher, dass der von Giett vorgeschlagene Jedimeister auf Bal'demnic Erfolg haben würde. Es kam Yoda dabei auch sehr zupass, dass Meister Dooku momentan abwesend war, wähnte er den Menschen von Serenno doch mittlerweile als zu sehr von Damasks Ansichten eingenommen, als dass er auf Bal'demnic wirkungsvoll die Interessen der Republik vertreten würde. Genau aus diesem Grund hatte er die Sitzung des Rates für ebendiesen Termin angesetzt.

Die beiden Twi'leks griffen den Besalisken mit voller Wucht an. Pong Krell ließ seine beiden Doppelklingen wirbeln – eine blaue und eine grüne. Damit konnte er die beiden Angreifer gut abwehren. Aber die beiden Männer schwangen nach wie vor ihre Sichelmesser und versuchten, einen schwachen Punkt ihres Gegners zu erwischen – viel zu weit unten, als dass er gleichzeitig angreifen würde können, immerhin nicht tief genug, um die Deckung seiner vier Klingen zu durchdringen. Pong Krell hatte nicht die Absicht, die Angriffe seiner Gegner lediglich zu blocken. Doch egal wie schnell sich der Sohn Ojoms auch drehte und hieb, seine spillrigen Gegner wichen ihm immer wieder aus.

Pong Krell wurde ungeduldig und versuchte aus der Umzingelung auszubrechen. Ein Salto über den gelben Twi'lek hinweg, ausgeführt mit atemberaubender Geschwindigkeit, und er konnte ihn im Überfliegen mit einem diagonalen Hieb seiner blauen Klinge zerteilen. Der blaue Twi'lek sprintete auf Krell zu, sicherlich, um seinem Kumpan Deckung zu geben - zu spät. Denn der Besalisk konnte seine beiden Klingen nun derart vor dem Angreifer kreiseln lassen, dass sie lückenlose Deckung boten. Jetzt musste er den verbliebenen Twi'lek nur noch in eine Ecke drängen …

Die blaue und die grüne Klinge vollführten immer schnellere Wirbel, während die braunen Augen des davor zurückweichenden Mannes nach rechts und nach links huschten, um irgendwo eine Möglichkeit des Entkommens auszumachen.

Pong Krell lächelte ein breites, grimmiges Lächeln. „Keine Chance, du Abschaum! Gleich gehörst du mir!"

Das Klacken der sich von außen öffnenden Tür setzte seinem ultimativen Vorpreschen ein Ende. Die beiden Doppelklingen kreiselten noch für ein paar Sekunden an Ort und Stelle, aber seine vierzehigen Füße standen bereits still.

„Padawan Krell!", ertönte die herrische Stimme eines Menschen.

Pong Krell schnaubte. Es hätte vielleicht noch eine Minute gedauert, bis er auch den Blauen erledigt hätte, aber er wusste, dass sein Meister wenig Verständnis für derlei Eitelkeiten hatte. Zeit, die Trainingssimulation abzuschalten.

„Meister C'baoth", begrüßte der Schüler den Meister und neigte das eindrucksvolle Haupt mit dem geschuppten Kamm.

„Komm mit, Padawan, wir haben viel zu besprechen."

Meister und Padawan gingen in den kartographischen Raum des Jeditempels. C'baoth aktivierte ein Paneel und die Karte der Galaxis erschien vor ihnen in der Luft.

„Wo wir uns befinden, brauche ich dir ja nicht zu sagen", begann der Meister. „Wir werden uns morgen in den Äußeren Rand, genauer gesagt in den Auril-Sektor begeben, wo sich unser nächstes Ziel, der Planet Bal'demnic, befindet. Es geht darum, die Einheimischen davon zu überzeugen, den Abbau und Vertrieb des dortigen Cortosis von der Republik überwachen zu lassen."

Pong Krell verzog den breiten Mund. „Wieso mischen sich die Jedi in Wirtschaftsangelegenheiten ein? Gibt es dieses Cortosis denn nicht auch anderswo?"

C'baoth zog ärgerlich die dichten Brauen zusammen. „Padawan Krell, wenn man keine Ahnung von solchen Dingen hat, dann sollte man vielleicht vorsichtiger fragen. Cortosis ist ein lichtschwertresistentes Material, welches, falls es in die falschen Hände gelangt, sehr viel Schaden anrichten kann. Und wenn du dich auch nur ein bisschen mit der aktuellen Politik beschäftigt hättest, dann wüsstest du auch, dass die das Cortosis abbauende Firma, Damask Holdings, dafür bekannt ist, bestimmte Systeme im Äußeren Rand zu unterstützen, die in der Republik beständig für Unruhe sorgen! Wenn du jetzt nur ein bisschen kombinierst, dann kannst du vielleicht voraussehen, dass aufbereitetes Cortosis in den Händen solcher Querulanten wie auf Felucia oder Murkhana in der Republik für erhebliche Turbulenzen sorgen könnte."

„Ich verstehe, Meister."

Der menschliche Jedimeister kniff die Augen zusammen. „Vielleicht wirst du das gar eines Tages. Vorerst erwarte ich, dass du mich auf dieser Mission begleitest und dabei lernst."

„Natürlich, Meister C'baoth."

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Plagueis und Hanabi betraten das Ratsgebäude, welches einer riesigen Seifenblase glich und direkt unter dem Gipfel eines schroffen Felsmassivs am zerklüfteten Gestein angebracht worden war. Die heiße Mittagsonne Bal'demnics sorgte für ein gleißendes Farbenspiel auf der Oberfläche jener Blase. Um diese Hauptblase herum gruppierten sich weitere Blasen, welche immer kleiner wurden, je weiter sie vom Zentrum jener kreisförmigen Stadt entfernt lagen.

Die Beiden gelangten in den Audienzsaal, dessen Tür von zwei lilafarbenen Kon'me bewacht wurde, welche Vibrolanzen in den dreifingrigen Händen trugen. Der Vorsitzende des Rates der Kon'me und die übrigen Mitglieder des Rates saßen auf einer erhöhten Plattform hinter einem langen, geraden Tisch und schauten auf die beiden Besucher herab, welche ansonsten wesentlich größer waren als die Bewohner Bal'demnics.

„Willkommen auf Bal'demnic, Magister Damask", sagte der Ratsvorsitzende, ohne die rote Frau, die einen schrägen Schritt links hinter dem Muun stand, auch nur zu behelligen.

Hanabi wusste, dass es zur Kultur der Kon'me gehörte, sich auf die Höherrangigen zu konzentrieren und die Begleitperson nicht weiter zu beachten. Ihr war es ganz recht, derart unbehelligt zu bleiben.

„Mir kam zu Ohren, dass der Rat der Kon'me mit mir über das von meiner Firma geförderte Cortosis sprechen möchte", begann Damask.

Die grünen Ohren des Ratsvorsitzenden zuckten. „Genauer gesagt geht es darum, dass die Republik einen dauerhaft vor Ort ansässigen Inspektor einsetzen wird, der die Raffinierung und den Export des Cortosis' überwacht."

„Einsetzen wird?", wunderte sich der Muun.

Die drei Finger der rechten Hand des Vorsitzenden krallten sich am Tisch fest. „Mir ist bewusst, dass diese Information für Euch überraschend kommen mag. Allerdings haben die Vertreter der Republik sehr deutlich gemacht, dass es unter anderen Umständen keinerlei Cortosis-Förderung mehr auf Bal'demnic geben wird."

Die knochigen Bögen über Damasks Augen hoben sich. „Ich war bislang der Meinung, dass sich das Volk der Kon'me nicht von außerhalb beeinflussen oder gar erpressen lässt. Woher der Sinneswandel?"

„Es geht um die Sicherheit der Republik", sagte der Ratsvorsitzende gepresst. „Und da verstehen die Jedi keinen Spaß!"

Damask erhob ablehnend die rechte Hand, so dass deren Innenfläche für die Ratsmitglieder sichtbar wurde. „Ich ebenso wenig, wenn es um einen Eingriff in meine Wirtschaftstätigkeit geht. Ihr wisst, dass ich mich nie in Eure politischen Angelegenheiten eingemischt habe, seit Damask Holdings auf Bal'demnic präsent ist. Und Ihr wollt doch gewiss, dass das so bleibt."

Der Ratsvorsitzende zuckte mit den gedrungenen Schultern. „Dessen ungeachtet warten die Jedi hier solange, bis Ihr Euer Einverständnis gegeben habt – schriftlich."

Damasks Lippen wurden noch schmaler, als sie ohnehin bereits waren. „Sicher ist es die Aufgabe der Jedi, für den Frieden und die Sicherheit in der Republik zu sorgen. Aber Bal'demnic gehört nicht zur Republik. Und was glaubt Ihr, wird wohl als nächstes kommen, wenn Ihr diesem Ansinnen der Überwachung durch die Republik zustimmt?"

„Die Republik will doch nur sicherstellen, dass das Cortosis nicht in die Hände von Aufrührern und Terroristen gerät", rechtfertigte der Vorsitzende sein vorheriges Einknicken. „Alles andere bleibt selbstverständlich Eure Entscheidung."

„Und Ihr meint wirklich, dass ich nicht zwischen verantwortungsvollen Nutzern auf der einen Seite und Terroristen und Aufrührern auf der anderen unterscheiden kann?", fragte Damask lauernd.

Der grüne Kopf des Ratsvorsitzenden bekam eine bläuliche Färbung. „Natürlich nicht. Fakt ist, dass die Republik Bedenken hat, nicht wir."

„Wenn dem so ist, warum habt Ihr das dann nicht so der Republik kommuniziert?"

Der Vorsitzende überlegte einen Augenblick. „Das haben wir ja."

Der Muun lächelte unbesehen hinter seiner Transpiratormaske. „Was würde denn schlimmstenfalls passieren, wenn Ihr dem von der Republik einzusetzenden Inspektor die Einreise verweigern würdet? Wenn ich den Vertrag nicht unterzeichne?"

Der Vorsitzende schaute ratlos die anderen Ratsmitglieder an. Plagueis kam der Gedanke, dass er jetzt so genauso eingeschüchtert und ratlos wirkte, wie er zuvor auf die Vertreter der Republik gewirkt haben musste, als diese ihm ihre Bedingungen diktiert hatten.

„Ihr könnt den Jedi sagen, dass sie Damask Holdings erst einmal beweisen müssen, dass das Cortosis, welches wir abbauen, in falsche Hände gelangen könnte. Und solange es solche Beweise nicht gibt, sollte sich die Republik besser um die Ecken kümmern, wo es wirklich brennt." Er zwinkerte dem Vorsitzenden zu. „Und solange werde ich hier auf Eurem Planeten warten."

Die schwarzen Augen des Ratsvorsitzenden schauten nicht mehr ganz so angestrengt wie zuvor. „Ich denke, wir sollten das alle zusammen klären – so in zwei Tagen?"

„Gut."

Damask nickte Hanabi zu und sie verließen den Saal, um draußen vor der Tür zu warten. Es dauerte keine fünf Minuten, da kamen die Ratsmitglieder heraus und mit ihnen der Ratsvorsitzende.

„Auf ein Wort, Magister Damask."

„Gerne", erwiderte der Muun und der Ratsvorsitzende führte sie in ein Zimmer, welches von dem breiten Flur abging, der zum Sitzungssaal führte. Die anderen Ratsmitglieder behelligten sie nicht, sondern verließen zügig das Ratsgebäude, offenbar froh, dass diese Sitzung vorüber und vielleicht sogar eine unter sechs Augen ausgemachte Lösung ihres Dilemmas in Sicht war.

„Es gibt hier einen Verräter, der die Jedi auf den Planeten geholt hat", eröffnete der Ratsvorsitzende dem Muun und der Nauto'lek. „Vor zwei Wochen wurde ein Mann namens Desh'shel dabei beobachtet, wie er die Jedi in der Hauptstadt von einem öffentlichen Interkom-Transmitter aus kontaktiert hat. Dieser Desh'shel hat bereits für viel Unruhe auf dem Planeten gesorgt, weil er will, dass die Unterschicht der Kon'me mehr gefördert werden soll." Die schwarzen Augen des Vorsitzenden weiteten sich. „Deshalb strebt er sogar einen Beitritt zur Republik an!"

„Wo finden wir diesen Desh'shel?", fragte Plagueis.

„Er ist ein Fischer und lebt und arbeitet auf halbem Wege zwischen den Cortosis-Minen und Kon'meas Raumhafen. Hier ist die Adresse."

Plagueis reichte das Stück Flimsiplast an Hanabi weiter. „Ich danke Euch. Ich verspreche, dass die Jedi Euren Planeten nicht weiter behelligen werden und alles weiter so läuft wie bisher."

Der vorspringende Kiefer des Ratsvorsitzenden mahlte genüsslich in Erwartung des erneuten Unbehelligtseins. „Das hoffe ich doch."

Die junge Nauto'lek hatte sich vorsorglich mit einem speziellen Spray eingerieben, hatte Plagueis sie doch vor den vielen blutsaugenden Insekten auf der Strecke gewarnt. Trotzdem entdeckte sie schon bald einige Pusteln auf ihren Wangen und Händen, den einzigen Bereichen, die ihre braune, enganliegende Hose plus gleichfarbiger Tunika den Plagegeistern gelassen hatte. Plagueis hatte ihr einiges von dem Bal'demnic von vor etwa zwanzig Jahren erzählt und wie viel sich seitdem geändert hatte. Ordentliche Adressen selbst für die Mitglieder der Unterschicht gehörten zu diesen Veränderungen, die ihr bei ihrer Suche jetzt halfen.

Die Hütte, die in Sicht kam, war etwas größer als die umliegenden bescheidenen bis schäbigen Behausungen der Kon'me der Unterkaste. Als Hanabi das Haus betrat, wurde sie von einer Kon'me begrüßt, die gerade einen geflochtenen Bastkorb auspolsterte, in welchem einige Eier lagen. Hanabi unterdrückte den Impuls, sich eines dieser recht großen Eier zu schnappen und sich daraus ein Spiegelei zu braten.

„Ich bin Hanabi Lare, Abgesandte von Magister Hego Damask. Ich möchte Desh'shel sprechen."

„Das ist zwecklos. Desh'shel braucht Eure Credits nicht!", sagte die werdende Mutter.

„Das wird er mir sicherlich gleich selbst sagen – und doch – die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn uns geht es nicht um Credits."

Die Frau verzog ihren Mund. „Nein, sicher nur um das Cortosis und den Erlös, den ihr damit galaxisweit erzielen könnt."

Hanabi lächelte entschuldigend. „Ich streite das auch gar nicht ab. Trotzdem will auch Damask Holdings in Frieden mit seiner Umwelt leben. Und Frieden ist es doch, was wir alle wollen."

Die Frau ging zu einer Feuerstelle und wies auf eine Gruppe Basthocker in einer Ecke des Hauses. „Na gut. Setzen Sie sich. Ich werde Ihnen einen Tee aufbrühen. Die Blue-Flyer können aber auch ganz schön zustechen, wenn ich mir Ihr Gesicht so ansehe."

Nach zwei Minuten kehrte die Frau mit zwei Tontassen, gefüllt mit einer grünlich-trüben Flüssigkeit zurück. „Wohl bekomm's."

Die Nauto'lek nippte an der Tontasse. Das Gebräu schmeckte süß und scharf zugleich … und war viel zu heiß. Die Tür öffnete sich erneut. Hanabi drehte sich in Erwartung Desh'shels herum, stattdessen lugten zwei halbwüchsige Kon'me in die Stube hinein.

„Mom? Wer ist das?"

Die Mutter schaute von dem Komlink auf, welches sie gerade betätigte. „Geht doch bitte noch zwei Stunden nach draußen zum Spielen. Dann ist das Abendessen fertig."

Die Kinder gingen wieder nach draußen, während Hanabi plötzlicher Ekel überkam, als sie an ihre Spiegeleiergelüste von vorhin dachte. Es dauerte keine fünf Minuten, da trat Desh'shel ein. Der blaugeschuppte Kon'me war mit einem Standardmeter fünfzig ein recht großes Exemplar seiner Spezies.

„Hanabi Lar, eine Angestellte von Damask Holdings", erklärte die Mutter.

„Hanabi Lare, persönliche Assistentin von Magister Hego Damask", korrigierte der Gast.

Desh'shels Augen verengten sich feindselig. „Was will der Muun denn?"

„Etwas berichtigen, so dass alle Kon'me damit gleichermaßen zufrieden sind."

„Berichtigen? Das ist ja mal was ganz Neues", höhnte Desh'shel.

Hanabi rang kurz die Hände. „Auch Damask Holdings kann nicht immer alles auf einmal in Angriff nehmen. Und was die Lage der Unterkaste Ihres Planeten angeht, so dachten wir, dass ein Mann wie Ihr bestens geeignet wäre, die Inspektionen zu übernehmen, die die Republik in den Cortosis-Minen auf Bal'demnic anstrebt."

„Woher der Sinneswandel? Angst vor den Jedi?"

Hanabi lächelte seinen Hohn weg. „Bislang wussten wir ja gar nichts von der Unzufriedenheit eines Teiles der Kon'me. Aber jetzt, wo wir es wissen, können wir handeln."

„Wie habt ihr davon erfahren?", fragte Desh'shel misstrauisch.

„Sagen wir, dass der Rat der Kon'me in der Hauptstadt möchte, dass euer Volk zusammensteht, um zukünftige Einmischung von außen überflüssig werden zu lassen. Der Rat ist zu Zugeständnissen bereit und wartet auf Ihre Antwort."

Desh'shels Unterkiefer klappte nach unten. „Wirklich? Wo ist der Haken?"

Hanabi lächelte bedeutungsvoll. „Der Haken ist, dass eine Kommission ins Leben gerufen werden soll, welche jene Gelder verwaltet, die eine bessere Gesundheitsfürsorge und Ausbildung für die Kinder der Kon'me-Unterschicht in die Wege leiten soll."

„Und wer bezahlt das?"

„Fünf Prozent der Einnahmen aus dem Cortosis-Verkauf durch Damask Holdings werden dafür zur Verfügung gestellt", erklärte Hanabi.

Ein Funkeln schlich sich in Desh'shels braune Augen. „Und wer wird diese Kommission leiten?"

Hanabi lächelte. „Ich bin mir sicher, dass Sie uns gute Vorschläge für die Besetzung dieser Personalie machen werden."

„Das könnte doch Fal'do machen", mischte sich die Mutter ein. „Er verwaltet doch auch die Fischverkaufserlöse auf dem Markt beim Raumhafen!"

„Genau deshalb hat Fal'do dafür auch nicht wirklich Zeit", meinte Desh'shel vorwurfsvoll.

„Ihr habt Zeit bis übermorgen", meinte Hanabi großzügig. „Ich werde jetzt wieder in die Hauptstadt zurückkehren. In zwei Tagen wird sich der Rat erneut mit den Jedi beraten. Ich kann doch dort auf Sie zählen?"

„Sie wollen also, dass ich vor den Rat trete und den Jedi sage, dass sie wieder abziehen sollen? Nachdem …", er biss sich offensichtlich auf die Zunge, „… sie hierhergekommen sind?"

Hanabi breitete ihre Arme aus. "Nur, dass ihr ihrem Wunsch entsprecht und ein Inspektor eingesetzt wird, der der Republik Bericht erstatten wird - Sie."

„Und was, wenn die Republik einen Inspektor von außerhalb schicken will?"

„Die Republik hat trotz allem Interesse an der Weiterverwendung des Cortosis' die Souveränität der Kon'me zu respektieren. Auch die Jedi wissen das – und sie werden Kompromisse eingehen – so wie wir alle zuweilen. Und der Rat der Kon'me will Sie als Inspektor."

Desh'shels braune Augen glänzten. Er streckte seine Hand aus. „Deal?"

Hanabi streckte ihm ihre rote entgegen. „Deal!"

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Die beiden Jedi hatten während ihres Aufenthaltes auf dem Minenplaneten in einem Zimmer übernachtet, welches von einem der Tap-Cafés in Raumhafennähe vermietet wurde. Jetzt saßen sie in jenem Tap-Café und ließen sich ihr Frühstück munden.

„Wieso gehen wir überhaupt noch einmal dorthin?", wollte Pong Krell von seinem Meister erfahren. „Ihr hattet doch gesagt, dass der Muun so oder so unterschreibt."

„Das wird er auch, Padawan Krell", versicherte C'baoth. „Aber zuvor muss er weichgeklopft werden und die Stärke der Jedi als ultimativer Kraft in der Galaxis spüren. Er ist ziemlich gewieft und wird alles versuchen, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, die ich ihm bereitet habe."

„Werde ich bei den Gesprächen auch zu Wort kommen?", fragte Krell begierig.

„Soweit bist du noch lange nicht. Du wirst zusehen und von mir lernen! Wichtig ist, dass wir gerade hier auf Bal'demnic unsere Einigkeit demonstrieren, denn ich spüre Verrat und Täuschung um uns herum."

„Ich bin auf der Hut, Meister", versicherte der Padawan.

„Ich weiß", erwiderte C'baoth jovial.

Hego Damask und Hanabi Lare waren bereits zehn Minuten vor dem anberaumten Termin vor dem Ratssitzungssaal erschienen – um vor dessen Tür einen menschliche Jedi zu sehen, neben ihm einen massigen Besalisken von über zwei Metern Körpergröße, der sogar noch Magister Damask um eine halbe Haupteslänge überragte. Die Kette am hornkammgekrönten Haupt des Besalisken enthüllte den Wissenden dessen Padawan-Status.

„Magister Damask, nehme ich an", begann der Jedimeister, dessen braunes Haupthaar bereits von weißen Strähnen durchzogen wurde. „Ich bin Meister Jorus C'baoth und das ist mein Padawan Pong Krell. Und Sie sind …?", wandte er sich an Hanabi.

„Hanabi Lare, persönliche Assistentin von Magister Damask", stellte sich diese vor.

Ihr war es peinlich, wie die suchenden Blicke des Jedimeisters zwischen ihr und ihrem Boss hin und her huschten. Sicherlich prüfte der neugierige Jedi jetzt genau das, was sie mit Damask ein paar Tage zuvor geübt hatte zu verbergen. Schickte sich so etwas überhaupt für einen Jedi? Aber auch Lo Bukk hatte Dinge getan, die sich nicht für Jedi gehörten. Ihre Gedanken darüber, wie lange diese beiden Jedi vor ihnen wohl mit ihren ganz eigenen Übertretungen mit dem Leben in ihrem Orden davonkommen würden, wurden durch C'baoths an Damask gerichtete Erklärung unterbrochen.

„Wir sind gekommen, um sicherzustellen, dass Ihr den mit den Kon'me ausgehandelten Vertrag unterzeichnet."

„Ich würde mir den Vertrag zuvor gerne ansehen", sagte der Muun zu dem Jedi.

„Sobald unsere Gastgeber eingetroffen sind", beschwichtigte ihn C'baoth.

Die Kon'me kamen ein paar Minuten nach der vereinbarten Zeit. Die grünen und blauen Männer sowie eine Frau wirkten nervös und aufgewühlt. Offenbar hatten sie heftig miteinander diskutiert, bevor sie den Flur betreten hatten.

Ein Saaldiener schloss die Tür auf und die Kon'me nahmen hinter ihrem langen Tisch auf dem Podium Platz. Ein fünfeckiger Tisch davor war den Gästen und dem Ratsvorsitzenden vorbehalten, der sich später daran setzen würde, um zu unterschreiben.

„Magister Damask wünscht den Vertrag zu sehen, bevor er ihn unterzeichnet", sagte C'baoth zum Ratsvorsitzenden, noch bevor der Muun überhaupt den Mund geöffnet hatte.

„Zunächst einmal heiße ich Euch alle hier willkommen, Meister … ähm …. Magister Damask, Meister Jedi", eröffnete der Ratsvorsitzende die Konferenz.

C'baoth runzelte erzürnt die Stirn ob der Tatsache, dass die holprige Begrüßung zuerst dem Muun gegolten hatte. Der Ratsvorsitzende wand sich unter dem strafenden Blick der blauen Augen des Jedimeisters, dann zog er umständlich eine Mappe hervor, gab sie dem Saaldiener und der brachte sie zu Hego Damask. Der Muun nahm die Mappe und studierte sie. Bereits beim Lesen der ersten Seite zückte er einen Stift und strich einige Passagen, schrieb bei anderen etwas dazu.

C'baoth räusperte sich. „Ihr solltet Änderungen mit uns absprechen, bevor Ihr in dem Vertragswerk herumkrittelt, Magister."

Plagueis schenkte dem Menschen einen schelmischen Blick. „So wie Ihr uns diesen Vertrag unter die Nase reiben wolltet, ohne ihn vorher mit uns abzusprechen."

„Mit Verlaub, Magister, aber es handelt sich hier um eine Vereinbarung zwischen der Republik und den Vertretern des Volkes der Kon'me, die immer noch die oberste Instanz auf diesem Planeten sind – Eure Eigentumsrechte hin oder her!"

„Schön, dass Ihr meine Eigentumsrechte ansprecht, Meister Jedi. Vor Eurem Auftauchen wäre ich ja niemals auf die Idee gekommen, dass die Kon'me mit meiner Verwaltung der Cortosis-Minen unzufrieden gewesen wären."

Der Saaldiener öffnete erneut die Tür, um einen weiteren Besucher einzulassen. Desh'shel betrat den Ort des Geschehens. Befriedigt registrierte Plagueis, wie der Jedi ungehalten dreinschaute. Aber C'baoth blieb stumm, bis Damask das Vertragswerk wieder zurückgab – dem Ratsvorsitzenden.

„Das ist akzeptabel", sagte jener, bevor er die Mappe vom Saaldiener an C'baoth weiterreichen ließ.

„Ihr wollt also einen Eurer willfährigen Kon'me-Günstlinge als Inspektor einsetzen", fuhr C'baoth auf und funkelte Damask an.

Dieser schmunzelte. „Wenn Ihr ihn so nennen wollt?"

Der Jedimeister reckte sich über den Tisch etwas zu Damask vor. „Dieses Mal werdet Ihr keinerlei hinterhältigen Winkelzüge starten, Magister. Die Republik wird Euch genau auf die Finger schauen!"

Der Muun gab sich unbeeindruckt von der Drohung. „Natürlich hat der Rat der Kon'me das letzte Wort, einen Inspektor für die Überwachung des Cortosisexports von Bal'demnic zu bestätigen. Und selbst Ihr als Jedi müsst zugeben, dass die damit verbundenen sozialen Zuwendungen für das Volk der Kon'me voll und ganz den Prinzipien Eures Ordens entsprechen."

„Ihr müsst mir gar nichts über meinen Orden erzählen, Magister Damask!", brauste C'baoth auf.

„Meine Damen und Herren", unterbrach der Ratsvorsitzende die Diskussion. „Hiermit nominiere ich mit seiner Zustimmung Desh'shel für das Amt des Inspektors für die Überwachung des Cortosis-Exports von Bal'demnic."

C'baoth fuhr zu dem Nominierten herum. „Auch Sie?"

„Meister Jedi, ich tue das für mein Volk", erklärte der blaugeschuppte Kon'me. „Damit wird den Forderungen der Republik Genüge getan und Ihr könnt somit wieder nach Coruscant zurückkehren."

Der Jedi-Meister verzog höhnisch den Mund. „Und Sie glauben wirklich, was in diesen Wisch hineingekritzelt wurde? Was glauben Sie wohl, wird passieren, wenn Damask und wir wieder fort sind?"

„Das tut hier nichts zur Sache", fuhr der Ratsvorsitzende dazwischen. „Ich denke, wir haben einen guten Kompromiss erzielt, mit dem alle Seiten gut leben können."

„Es ist nur seltsam, dass Ihr erst auf jene Ideen kamt, nachdem Magister Damask hier aufgetaucht ist", fuhr C'baoth den Ratsvorsitzenden an.

„Meister Jedi, ich finde, dass Ihr Euch gerade gegenüber allen Anwesenden im Ton vergriffen habt!", rügte ihn Damask.

Der Ratsvorsitzende begab sich zu den streitenden Parteien an den fünfeckigen Tisch. Der Saaldiener gab drei Exemplare des Vertrags aus, welche eigenhändig von Damask, C'baoth und dem Ratsvorsitzenden unterschrieben wurden.

C'baoth stand vom Tisch auf und sein Padawan folgte ihm umgehend. Beide Jedi bauten sich vor dem noch sitzenden Ratsvorsitzenden auf. „Ich werde den Rat der Jedi und Kanzler Kalpana über Euer Verhalten in Kenntnis setzen", erklärte der Jedimeister eisig.

Damask lächelte überlegen. „Tut das. Dann wünsche ich noch gute Heimreise …", er machte eine Kunstpause, bevor er das letzte Wort aussprach, „… Bürger."

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Der Jedi-Kreuzer hatte Bal'demnic hinter sich gelassen und war in den Hyperraum eingetreten.

„Was konnte ich denn jetzt von der Konferenz für mich mitnehmen, Meister C'baoth?", fragte Pong Krell in einem Tonfall, der dem Menschen nicht gefiel.

„Dass es bis zum Erreichen des Ziels manchmal lange dauern kann", brummte Jorus C'baoth zurück.

„Hätte die Republik eine Armee, dann hätten wir ihnen einen Stützpunkt aufs Auge drücken können, der eingreift, wo es nötig ist in diesem versifften Teil der Galaxis. So wie es einzelne Gouverneure in ihren Systemen bereits tun", grollte der Besalisk. „Dann wären die Kon'me eingeknickt und Damask wäre eher abgehauen, nicht wir!"

„Und woher bitteschön soll die Republik eine solche Armee hernehmen, Padawan Krell?", fragte der Jedimeister verärgert.

„Jetzt gebt es schon zu, Meister C'baoth: Magister Damask hat Euch reingelegt!"

„Ich war auf derartige Täuschungsmanöver vorbereitet!", schoss C'baoth zurück.

„Und jetzt stehen wir vor dem Rat und dem Kanzler quasi mit leeren Händen da!"

Die blauen Augen C'baoths funkelten zornig. „Ruhig, Padawan Krell. Wir haben zwar ein elendes Mauschelwerk vorgesetzt bekommen, aber Vertrag ist Vertrag. Der Jedi-Rat wird den faulen Kompromiss schlucken wie immer – Kalpana ebenso. Ich jedoch werde einen neuen Plan ausarbeiten, wie wir doch noch zum Ziel kommen und das Cortosis für die Republik sichern werden."

„Einen Plan, den Ihr nicht dem Rat vorlegen wollt, hab ich recht?"

C'baoth kniff kurz die Augen zusammen. „Jetzt geht es darum, den Verräter Desh'shel zu entlarven und damit die Richtigkeit des Vertrages anzufechten. Wenn es uns gelingt, die Kon'me per Spezies als unzuverlässige Vertragspartner hinzustellen, dann besteht eine Chance, den Vertrag doch noch zu kippen."

Krells gelbe Augen blitzten spöttisch auf. „Ihr haltet Euch lediglich an den Greelbaum, weil Ihr an den Ch'hala-Baum nicht herankommt, der Damask ist, nicht wahr, Meister?"

„Padawan Krell, ich verbitte mir derartige Unterstellungen!"

„Aber es ist wahr!", begehrte der Besalisk auf. „Ich wundere mich, wieso noch niemand dem Muun an seinen dürren Hals gegangen ist, wenn er so viele Feinde hat, wie Ihr sagt!"

„Padawan Krell, das sind nicht die Gedanken, die ein Jedi haben sollte!"

„Ich weiß", gab Krell betont gelangweilt zurück.

„Du weißt so wenig!", giftete C'baoth seinen Padawan an. „Und mir reicht es jetzt!"

Jedimeister Jorus C'baoth streckte seine Hände aus und ließ ihnen blaue Blitze entweichen. Der anderthalb Menschenköpfe größere Pong Krell zuckte zusammen, als er die knisternde Energie seines Meisters Händen entspringen sah. Er sah und fühlte, wie die blau gezackten Linien über seine Robe und seine dicke, braune Haut tanzten. Er wandte seinen Blick nach vorn zu seinem Meister. Irrlichterndes Gelb hatte sich in die blauen Augen des Jedimeisters gemischt, während dessen Machtblitze intensiver wurden. Pong Krell hielt dieser geballten Ladung an Hass nicht länger stand. Sein derart unvermittelt gemarterter Körper fiel auf den harten Durastahlboden des Schiffes und wälzte sich darauf hin und her. Mit einem seiner vier Arme schaffte er es, an eines seiner beiden Doppellichtschwerter zu kommen. Er nahm es vom Gürtel und ... Die Blitze verebbten, als C'baoth die Macht einsetzen musste, um dem Padawan die Waffe wegzunehmen – und die andere ebenso, wie Pong Krell merkte, als eine seiner Hände auf der anderen Seite seiner Hüfte ins Leere griff.

Die Lichtschwerter flogen hin zum Meister, der sie an den breiten, braunen Gürtel klippte. Benommen erhob sich der Besalisk vom harten Boden des Raumschiffs. Seine gelben Augen glotzten seinen Meister an.

„Sowas können Jedi?"

Ich kann so etwas!", erwiderte Jorus C'baoth gefährlich ruhig.

„Aber weiß der Rat das? Davon haben wir in der Ausbildung nur von den Sith …"

„Du wirst dem Rat besser nichts davon erzählen!", sagte C'baoth scharf, „sondern es als große Ehre ansehen, dass dir diese Lektion zuteilwurde. Und du weißt auch genau, dass ich deine letzte Chance bin, ein Jedi-Ritter zu werden, nachdem du bereits von zwei Meistern verstoßen wurdest! Eine vierte Chance bekommst du nicht und in dem Fall kannst du dich gleich beim Landwirtschaftskorps melden! Haben wir uns verstanden, Padawan Krell?"

Der Besalisk senkte sein breites Haupt. „Ja, Meister C'baoth."

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„Das hast du sehr gut gemacht", lobte Plagueis seine Erste Hand, nachdem sie erneut die Accumulator bestiegen hatten. „Der Jedimeister hat überhaupt nichts von dem mitbekommen, was zwischen uns ist."

Diese Art Lob hatte Hanabi nicht von ihrem Meister erwartet. Sie schaute für einen Moment auf den Boden, überlegend, ob das ein Wink mit dem Zaunpfahl war. Aber Plagueis sprang auch schon zu einem anderen Thema. „Was sagst du denn zu unseren beiden Jedi?"

„Sie wirken außer der Kleidung nicht wie solche. Der Meister ist viel zu herrisch", gab Hanabi ihre Eindrücke wieder. „Und wenn der Padawan erst einmal flügge ist, dann können sich die Jedi, die mit ihm zusammenarbeiten, warm anziehen."

„Noch mehr solche Jedi und die Republik fällt uns noch früher in den Schoß als gedacht", erwiderte Plagueis zuversichtlich.

Die nächste Station der Beiden war der Planet Celanon. Die Regierung des vorwiegend von einheimischen Nalroni, daneben auch von Menschen bewohnten Planeten hatte eine Feier anlässlich der Fertigstellung eines lang umstrittenen Projekts ausgerichtet. Als Plagueis mit Hanabi in einem eleganten Gleiter nach Celanon City zum Ort des Festaktes flog, säumten bereits viele Nalroni ihren Weg, um dem Hauptinitiator des ambitionierten Plans, Hego Damask, den gebührenden Respekt zu erweisen.

Hanabi musterte die Einheimischen. Sie waren eher zierlich, etwas kleiner als sie mit ihren ein Meter siebzig, hatten braunes oder goldfarbenes Fell und vorne ziemlich spitz zulaufende Schnauzen, gespickt mit dünnen scharfen Zähnen. Ihre Ohren waren lang und spitz und wackelten gelegentlich, wenn sie sich miteinander unterhielten.

„Es ist ein Glücksfall für Damask Holdings, dass Celanon nicht nur derart strategisch günstig an der Hydianischen Handelsstraße liegt, sondern dass auch seine Bewohner derart geschäftstüchtig sind, dass sie uns gute Verbündete sein können", erklärte Hego Damask seiner Angestellten.

„Keine Konkurrenten?"

„Sowohl die Nalroni als auch die Muuns verlassen ihren Heimatplaneten nur ungern. Zudem liegen unsere Heimatplaneten weit genug voneinander entfernt, als dass wir zu dauerhaften Konkurrenten werden könnten, jedoch zu guten Verbündeten, falls Kapazitäten aufgetan werden müssen, wo noch keine vorhanden sind. Treten Nalroni einer der starken Kaufmannsgilden ihres Planeten bei, so erlischt jegliche frühere Familienbindung. Du siehst also, wie wichtig ihnen der effektive Eigentumserwerb ist."

Hanabi ließ ihren Blick über die fröhlich jubelnden Einheimischen schweifen. In der Tat standen die erkennbaren Elternpaare mit ihren kleineren Kindern zusammen, während der Rest der die Straße säumenden Nalroni sich auf größere Gruppen erwachsener Individuen aufteilte – die von Damask erwähnten Gilden.

„Außerdem sind die Nalroni überaus geschickt im Analysieren des Verhaltens anderer Spezies, um deren Psyche zu erforschen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu ihrem Vorteil zu nutzen", fuhr Plagueis in warnender Stimmlage fort. „Sie helfen mir gelegentlich bei meinen Forschungen in diesem Bereich. Deshalb sei weiterhin wachsam in dem, weswegen ich dich vorhin gelobt habe."

Sie erreichten den Platz, auf dem die Feierlichkeit stattfinden sollte. Am Rande des Platzes waren einige bunte Buden aufgebaut worden, wo es lokale Naschereien und Kunsthandwerk zu kaufen gab. Braunblättrige Bäume spendeten den zahlreichen Zuschauern etwas Schatten vor der Mittagssonne Celanons. Neben dem mit Blumen dekorierten Pult, hinter dem der Gouverneur des Planeten thronte, waren ein Dutzend vieräugige Aqualishaner der Quara-Rasse gruppiert, deren Spezies für den Bau und die letztendliche Inbetriebnahme des lang ersehnten Hyperwellenverstärkers verantwortlich zeichnete. Außerdem konnte man Menschen und Twi'leks sehen, die in kleineren Grüppchen zwischen den Nalroni standen.

Der Hyperwellenverstärker selbst befand sich nicht weit außerhalb des Orbits Celanons; sein Gegenstück auf Celanon jedoch befand sich direkt vor ihnen. Der riesige, dunkelgraue Kubus nahm etwa zwanzig Standardmeter im Kubik ein. Schaulustige drängten sich um das rot schimmernde Band, welches noch die Menge auf Abstand hielt und in einem großen Viereck die Bodenstation umspannte.

„Meine Damen und Herren, lassen Sie mich nun den Mann begrüßen, der damals vor drei Standardjahren jenes Projekt auf den Weg brachte, um die Kommunikation und den Handel im Tingel-Arm und darüber hinaus zu intensivieren", begann der Gouverneur, ein goldfelliger, großer Nalroni mit schrägstehenden, bernsteinfarben leuchtenden Augen seine Rede auf Basic. „Es war ein hartes Stück Arbeit und es bedurfte vieler Verhandlungen, bis wir heute hier stehen konnten, um den Hyperwellenverstärker endlich in Betrieb zu nehmen!"

Beifall brandete auf, wobei die Nalroni nicht nur in die Hände klatschten, sondern auch mit ihren langen, buschigen Schwänzen wedelten, die so lang waren wie eines ihrer Beine.

„Es war Magister Hego Damask, der nicht eher ruhte, als bis alle Anrainer an diesem Teil der Hydianischen Handelsstraße dem zukunftsweisenden Projekt ihren Segen gaben. Nicht zuletzt mein Vorgänger hatte einige Bedenken, was die kommenden Einnahmen für unseren Planeten anging, die er durch den Bau des Hyperwellenverstärkers und die damit einhergehende notwendige geringfügige Verlegung der Hydianischen Handelsstraße bedroht sah. Aber letztendlich siegten die Überredungskunst und nicht zuletzt der Optimismus des Magisters von Damask Holdings. Und schon bald wird die bessere Kommunikation auch in diesem Teil der Galaxis dafür sorgen, dass insgesamt mehr Schiffe Celanon anfliegen werden als bisher." Er reckte die vierfingrige Pfote in die Höhe. „Ein Hoch auf Magister Hego Damask!"

Die Menge brach in Jubel aus. Ein Nalroni in Galauniform, offenbar ein Gardeoffizier, übergab Hego Damask eine aurodiumfarbene Schere, mit welcher der Muun ein rotes Band durchschneiden sollte, welches die Bodenstation des Verstärkers auf Celanon umschloss. Damask sah seine Assistentin an und übergab ihr die Schere.

„Gestattet mir, meiner Assistentin Hanabi Lare diese Ehre zuteilwerden zu lassen", sagte Damask laut und vernehmlich in Richtung Gouverneur. „Sie hat mich auf meinen Reisen tatkräftig begleitet und unterstützt und außerdem sieht es wohl auch etwas schöner aus, wenn sie an meiner statt das rote Band durchschneidet."

Die Anwesenden aller Spezies lachten gefällig. Hanabi, in ein grünes Kleid gewandet, welches zur Bankenclanrobe ihres Bosses passte, nahm die Schere und trat vor. Sie setzte die Schere an und das rote Band teilte sich und glitt um den Kubus herum zu Boden. Erneut ertönte frenetischer Jubel, welcher für eine Weile das tiefe, energetische Summen übertönte, welches die soeben in Betrieb genommene Bodenstation von sich gab.

Hanabi schaute in die ihr applaudierende Menge. Es war das erste Mal in ihrem achtzehnjährigen Leben, dass ihr eine solche Ehre zuteilwurde. Sie hatte also ein rotes Band durchschnitten. Wollte Hego Damask sie damit einer Test-Öffentlichkeit vorstellen, um ihre Wirkung auf größere Mengen lebender Wesen zu testen – auch auf Menschen, die in der Galaxis mehr oder weniger den Ton angaben, zumindest was Mode und politische Strömungen anging? War diese Präsentation ein Vorgeschmack auf größere öffentliche Aufgaben, die er ihr übertragen würde. Oder wollte er ihr einfach nur eine Freude machen?

Sie gab dem Gardeoffizier die Schere zurück und stellte sich wieder an des Magisters Seite. Sie sah, wie ihr die Blicke der Leute folgten und es schmeichelte ihr. Eine Welle des Wohlgefühls durchströmte sie, untermalt vom warmen Brummen der Bodenstation vor ihr.

Die Feier löste sich in kreisförmige Grüppchen auf, von welchen die bedeutendste ins Festzelt für Prominente gelotst wurde. Dort gesellte sich ein junger Muun zu ihnen.

„Magister Damask", begrüßte er die hohen Gäste, „welche Freude, Euch hier empfangen zu dürfen."

„Die Freude ist ganz meinerseits, San", grüßte der ältere Muun zurück, dann wandte er sich an seine Assistentin. „Darf ich vorstellen, San Hill, Leiter der Niederlassung von Damask Holdings hier auf Celanon. Sein Vater Larsh Hill war ein enger Vertrauter von mir, bevor er vor vier Jahren auf Coruscant während des Attentats auf mich getötet wurde. „San Hill, das ist meine Assistentin Hanabi Lare."

„Sehr erfreut", parlierte San Hill zu ihr zurück. „Kommen Sie von Glee Anselm?"

„Meine Mutter stammt aus Ryloth, mein Vater von Glee Anselm. Ich selbst bin auf Ryloth aufgewachsen", erwiderte sie.

„Mrs. Lare hat mich bereits beim mehreren Geschäftsmissionen erfolgreich unterstützt. Ich möchte, dass sie sich auf der folgenden Stadtbesichtigung auch die Niederlassung von Damask Holdings hier in der Stadt ansieht."

San Hills goldene Augen lächelten. „Natürlich, Magister. Ich werde die nötigen Vorbereitungen treffen."

Die Filiale von Damask Holdings auf Celanon war im obersten Geschoss eines Wolkenkratzers untergebracht. Während Damask und seine Begleitung sich einige Gebäude in der Hauptstadt anschauten, ließ San Hill einen Imbiss anrichten, an dem sich eine Stunde später außer den dreien auch die übrigen sieben Mitarbeiter im Konferenzraum bedienten – drei Muuns, zwei Menschen und zwei Nalroni.

„Es haben bereits vier Firmen in dieser Woche angefragt, ob wir für sie ein Geschäft anbahnen können", erklärte San Hill stolz. „Vor der angekündigten Inbetriebnahme des Hyperwellenverstärkers brauchte es vier Monate, um eine solche Anzahl von Anfragen zu erhalten."

„… die dann wahrscheinlich noch nicht einmal in erfolgreiche Geschäftsanbahnungen gemündet hätten", entgegnete Plagueis mit einem milden Lächeln. „Aber es ist immer gut, viel zu tun zu haben."

San Hill wurde konkreter. „Haor Chall hat angefragt, ob sich Damask Holdings an der Errichtung einer neuen Fabrik der Firma auf Bonadan beteiligen möchte."

Plagueis strich sich mit der Hand über die Spangenleiste seiner schwarz-grünen Tunika. „Das ist genau die Verbindung, die uns später nützlich sein wird. Die Xi-Char werden uns auch in Zukunft ein nützlicher Verbündeter sein. Sorgen Sie dafür, dass die neue Haor Chall-Fertigungsstätte gut durch alle Sweeperstürme auf Bonadan geleitet wird, solange sie sich noch in der Aufbauphase befindet."

„Außer mir wird sich F'kraxes darum kümmern", sagte San Hill und deutete auf den einheimischen, etwa einen Meter sechzig großen Nalroni, dessen braunes Fell in der untergehenden Sonne Celanons glänzte.

„F'kraxes ist letztes Jahr der Beste seiner Kaufmannsgilde gewesen. Jetzt, wo er für Damask Holdings arbeitet, gilt seine ganze Treue Euch", erklärte San Hill feierlich.

Hanabi musterte den derart gelobten Einheimischen. Auch dieser Nalroni hatte also all seinen bisherigen Bindungen entsagt, um jetzt für ihren Boss zu arbeiten. Sie hoffte, dass es ihm genauso gelohnt werden würde wie ihr – solange er ihr nicht in die Quere kam, freilich!

Plagueis und Hanabi verließen die Firma, um zum Hotel zu fahren. Während der Firmengleiter sie durch das abendliche Celanon kutschierte, rekapitulierte die rote Nauto'lek die Ergebnisse dieser Missionsreise. Darth Plagueis hatte nicht nur seine Besitzrechte auf Bal'demnic gesichert, indem Hanabi für ihn den ahnungslosen Desh'shel eingespannt hatte, sondern er hatte außerdem einen Jedimeister und dessen Padawan in die Schranken verwiesen, ihnen die Vertragsbedingungen diktiert - die Jedi damit mehr oder weniger von seiner Domäne Bal'demnic verjagt. Dann hatte Plagueis auf Celanon ein langwieriges Projekt zum erfolgreichen Abschluss gebracht – gegen viele vorherige Anfeindungen und Widerstände. Und sie, Hanabi Lare, war feierlich und bombastisch der Öffentlichkeit präsentiert worden – vor der Besichtigung von Celanon City.

Sie erinnerte sich daran, dass es schon einmal eine Stadtbesichtigung für sie gegeben hatte, nach welcher Hego Damask sie artig nach Hause zu ihrem damaligen Verlobten gefahren hatte. Sie war sich ziemlich sicher, dass er dieses Mal nicht so artig sein würde. Plagueis hatte im Hotel eine Suite für sie reserviert, wo sie die Nacht verbringen würden, bevor sie mit der Accumulator heim nach Muunilinst flogen. Eine Suite für sie beide – wie damals nach dem Tod Lo Bukks, wo allerdings nichts zwischen ihnen beiden passiert war. Gar nichts war seitdem körperlich zwischen ihnen passiert – seit einem Monat und zwei Wochen. Diese Reise jedoch hatte in jeder Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt und Hanabi war sich sicher, dass in dieser Nacht noch weitere Grenzen überwunden werden würden.

„Was hättet Ihr eigentlich getan, wenn die Nalroni sich weiterhin quergestellt hätten, was den Hyperwellenverstärker angeht?", fragte Hanabi Lare ihren Boss.

Plagueis' Gesicht bekam einen schelmischen Ausdruck. „Dann hätten wir dieses Scheitern eben zum Anlass genommen, um die Unzufriedenheit im Äußeren Rand noch mehr zu schüren. Irgendein hochstehender Depp in der Republik hätte sich in dem Fall sicherlich geeignet, um ihm die Schuld daran zuzuschieben."

Hanabi lachte kurz auf. „Sicherlich. Dann hat sich Damask Holdings also gar nicht so sehr für den Hyperwellenverstärker ins Zeug gelegt, wie der Gouverneur vorhin in seiner Rede betont hatte?"

Plagueis' grüne Augen schauten betont ertappt. „Sagen wir, ich hätte als letzter die Finanzierung zurückgezogen. Passel Argente von der Handelsallianz hatte schon vorher kalte Füße bekommen und vor einem guten Jahr die von ihm zugesagten Mittel auch offiziell von dem Projekt abgezogen. Im Prinzip hat Damask Holdings lediglich die versprochenen Einlagen nicht zurückgezogen, bis die langjährige Schlichtung endlich Erfolg zeitigte. Das ist alles."

„Also eine Win-win-Situation in jedem Falle."

Plagueis schenkte ihr ein Lächeln. „In diesem Zusammenhang hatte ich den Begriff noch gar nicht gebraucht … aber eigentlich hast du recht."

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Sie erreichten das Hotel. Plagueis parkte den Gleiter und holte die auf seinen Namen reservierte Chipkarte für die Suite vom Empfangstresen ab. Der Imbiss in der Firmenniederlassung von Damask Holdings war reichhaltig und üppig genug gewesen, so dass weder Plagueis noch Hanabi Hunger hatten, um jetzt noch das Hotelrestaurant aufzusuchen. Er lag allerdings auch weit genug zurück, so dass sie sich umgehend zur Suite begaben.

Plagueis hielt die codierte Chipkarte an den Scanner und die Tür glitt mit einem leisen Zischen auf. Der praktisch nicht existente Flur, der lediglich eine bessere Mantelablage war, führte in einen Empfangsraum, in welchem ein großer Holo-Bildschirm an der Wand thronte. In einem Halbkreis herum waren zwei Sofas und mehrere Sessel in rostrotem Farbton gruppiert, so dass es sich Grüppchen oder Einzelpersonen vor dem Bildschirm gemütlich machen konnten. An der rechten Wand des Zimmers befand sich eine Theke, auf welcher diverse Gläser standen. Hinter der Theke jedoch stand ein Weinregal, gefüllt mit vielerlei Weinflaschen aus allen Winkeln der Galaxis, wie Hanabis scharfe Augen anhand der verschiedenen Schriften auf den Flaschenetiketten ausmachen konnten.

Plagueis folgte ihrem Blick. „Möchtest du einen Schluck?", fragte er und strebte umgehend der Theke zu.

Sie zögerte mit der Antwort. „Danke, aber heute nicht."

Er hielt inne und drehte sich verblüfft zu ihr um. „Warum nicht?"

„Ich würde diese Nacht gerne nüchtern bleiben."

Seine Augen legten sich in Fältchen. Sie konnte nicht deuten, ob in Argwohn oder in überspielender Heiterkeit. „Warum, fürchtest du einen Überfall?"

Sie schaute kurz an Plagueis vorbei. „Nur weil wir sonst immer noch ein Glas Wein zum Abend getrunken haben, heißt das doch nicht, dass wir es immer tun müssen."

Sie sah, dass er sich einen Ruck gab, um die Strecke wieder zurückzugehen, ohne sich vorher von der Bar bedient zu haben.

„Ich werde dann erst einmal duschen gehen", kündigte Plagueis an. „Und du solltest dasselbe tun. Der linke Flügel ist deiner, der rechte meiner."

Sie ging mit ihrer Reisetasche durch die gewiesene linke Tür. In ihrem Teil der Suite gab es ein Wohn- und ein Schlafzimmer, von welchem aus ein Balkon einen Schritt in das abendliche Celanon hinausführte. Hanabis Blick schweifte nach links vom Balkon weg und fand eine weitere, jetzt gesuchte Tür. Sie verschwand sofort im Erfrischungsraum, ließ ihre Kleidung fallen und stieg in die Duschkabine. Der Wasserstrahl war auf lauwarm eingestellt und das war ihr gerade recht. Sie ließ das Wasser ein paar Minuten über ihren roten Körper plätschern. An jenem Abend, als Plagueis sie in ihrer damaligen Arglosigkeit das erste Mal auf Schloss Aborah sexuell stimuliert und befriedigt hatte, da hatte sich die Dusche danach angefühlt, als wenn sie sich damit von jener Übertretung säubern würde. Ob diese Dusche hier auf Celanon ihr wohl bereits vorab die Absolution dafür erteilen würde, wenn sie jetzt wirklich mit dem Mann, der für den Tod ihres Verlobten verantwortlich war …

Es klopfte an die dünne, opake Transparistahltür der Duschkabine. Sofort drehte sie sich von der Armatur fort und zur Tür hin. Durch das milchige Glas sah sie eine hochgewachsene Silhouette stehen. Plagueis!

„Ich nehme an, der Überfall beginnt", sagte sie betont gelassen.

„Glaubst du nach diesem Tag, nach dieser Reise wirklich an eine böse Überraschung?", fragte er von draußen zurück.

„Irgendein Vögelchen hat mir mal gezwitschert, dass die bösen Überraschungen immer dann kommen, wenn man am wenigsten mit ihnen rechnet."

„Heute nicht", hörte sie Plagueis' ruhige, aber entschlossene Stimme.

Sie schaute noch einen Moment zu den Duscharmaturen, dann schaltete sie sie ab und wandte sich erneut zur Tür, um sie vorsichtig zu öffnen. Darth Plagueis stand in einem Bademantel vor der Kabine und hielt ihr ihren hin. Sie war jetzt nach dem Duschen völlig nackt und es beruhigte sie auf skurrile Art und Weise, als der Muun ihr in den ihr zugedachten, strahlendweißen Bademantel half – zuerst ihre Arme, dann ihr Körper. Behutsam schlang er beide Seiten des dicken, flauschigen Stoffs um ihren schlanken Leib, so dass sie wieder vollständig bedeckt war. Als würde er sie sorgfältig einwickeln – wie ein Paket. Hanabi erbebte, als seine langen Hände den weichen Stoffgürtel in einer luftigen Verknotung um ihre Taille schlossen. Das Paket war vollends verpackt und geschnürt. Unweigerlich musste sie sich vorstellen, wie seine Hände diesen Gürtel wieder lösen würden – schon bald.

Der Gürtel war sicher geschlossen. Plagueis führte Hanabi aus dem Erfrischungsraum und dann zum Bett in ihrem Schlafzimmer. Ihr Herz klopfte. Er machte eine Bewegung an ihrer Schulter, die ihr bedeutete, sich mit dem Bauch nach vorne aufs Bett zu legen – also tat sie das.

Der Muun setzte sich neben sie und begann durch den Stoff hindurch ihre Schultern zu massieren. Das tat gut und doch fragte sie sich, was als nächstes kommen würde. Aber es kam nichts Nächstes – zumindest nicht sofort. Plagueis massierte weiter langsam ihre Schultern, als hätte er nichts anderes im Sinn. Sie spürte, wie gut ihr seine Berührungen taten nach all den Raumschiffflügen, dem Stehen, Sitzen und wieder Stehen und langsamen Betrachten während der Stadtbesichtigung und dem anschließenden Empfang in seiner Firmenfiliale.

Plagueis' kundige Finger wanderten etwas weiter an ihrer Wirbelsäule herunter. Wieso hatte sie eigentlich noch nicht gemerkt, wie verspannt sie auch dort war? Mit jeder Minute, die verstrich, schob sie ihre Befürchtungen mehr und mehr zur Seite. Darth Plagueis hatte gesagt, dass es keine bösen Überraschungen geben würde – und genau in diesem Moment entschied sie, ihm zu glauben – und zu vertrauen. Jetzt erst konnte sie die kreisenden Bewegungen der Finger auf ihrem Rücken voll genießen. Sie ließ einen leisen, wohligen Seufzer fahren.

Plagueis biss sich auf die Zunge, um seinem Mund nicht ein „Gut" entweichen zu lassen. Hanabi war jetzt soweit, sich auch körperlich voll und ganz auf ihn einzulassen. Wenn er sie jetzt noch extra darauf hinweisen würde, dann könnte sie das aus jenem stillen Einverständnis herausreißen, welches gerade zu gedeihen begann – dann wären all seine Mühen für umsonst gewesen. Er wusste, dass es für die meisten Wesen entspannend war, wenn die Massage von oben nach unten verlief. Also arbeitete er sich links und rechts ihrer Wirbelsäule weiter hinunter. Die Gedanken und Gefühle der Frau unter ihm lagen weitgehend offen vor ihm wie in einem Buch. Es waren keine schlechten Vibrationen, die da von unten kamen. Er würde alles dafür tun, damit das so bleiben würde.

Er rückte etwas nach unten zum Fußende des Doppelbetts und nahm ihren rechten Fuß in seinen Schoß, um auch ihn zu massieren. Eine kreisende Knetbewegung – eine zweite. Sie zuckte zusammen. Offenbar hatte er zu schnell massiert. Also wurde er wieder langsamer. Und ein entspannter Fuß belohnte ihn - vorerst.

Er massierte den Fuß zu Ende, dann nahm er sich den zweiten vor. Die rote Frau vor ihm im Bademantel, dessen Farbe jetzt in der angebrochenen Dunkelheit Celanons von Weiß zu Schmutziggrau gewechselt hatte, befand sich in einer Stimmung, die zwischen absolutem Wohlbehagen und Einschlafen schwankte. Zu letzterem durfte es nicht kommen. Nicht jetzt!

„Dreh dich um."

Gehorsam drehte sie sich auf den Rücken. Seine Hände ergriffen die Enden der Schleife, in welcher er vor einer Stunde den Gürtel ihres Bademantels vorne geschlossen hatte. Ein leichtes Beben ging durch ihren Körper. Er zog an den beiden Enden des Gürtels und die Schleife löste sich. Die Hälften des Bademantels glitten von ihrem Körper und Plagueis sah sie an. Es war das erste Mal, dass er sie derart nackt vor sich sah. Sein Blick wanderte hinunter zu ihrer Mitte. Ein probierender Finger sagte ihm, wie feucht sie bereits war. Er spürte das kurze Aufwallen ihrer Scham, welches alsbald schierer Erregung Platz machte.

Die Hand, die gerade eben noch ihre Mitte berührt hatte, glitt über ihren Bauchnabel nach oben zu einem ihrer Nippel, die sich bereits aufgestellt hatten. Er drückte ihn einmal sanft mit zwei Fingern, dann ließ er ihn wieder fahren. Ein leiser, abgehackter Laut entfuhr ihrer Kehle.

Er zog seine Hand zurück und öffnete den Gürtel seines Bademantels. Sie sah ihm dabei zu und erblickte zum ersten Mal seine völlig unbekleidete Gestalt. Da war kein überflüssiges Gramm Fett, wohl aber an Armen und anderen Stellen seines Körpers wohldefinierte Muskeln. Im Widerschein des Mondes sah sie die Konturen seines ausgeprägten Sixpacks. Ja, die Sith hielten sich gut in Form. Bevor ihr Blick weiter nach unten schweifen konnte, gab er bereits die nächste Anweisung.

„Dreh dich auf die Seite zum Fenster."

Sie tat wie geheißen und schaute durch die durchsichtige Balkontür hinaus zum nun nachtblauen Himmel, wo Celanons Mond sein fahlweißes Licht über der schlafenden Hauptstadt des Planeten ergoss.

An der Erschütterung des Betts fühlte sie, wie Plagueis sich hinter sie legte. Kurz darauf spürte sie die Wärme seines Körpers. Sie schloss halb die Augen und erstarrte in Erwartung. Seine Hände umfassten sie von hinten, glitten über ihre Brüste, kneteten diese, während sie seinen durch die Transpiratormaske leicht verstärkten Atem über ihrem Kopf hörte. Ihre hinteren Lekkus nahmen die Härte des Torsogeschirrs an seiner Brust wahr, in welches die Transpiratormaske überging.

Seine Linke, die er unter ihrer Hüfte hindurchgeschoben hatte, massierte weiterhin ihre linke Brustwarze. Seine rechte Hand jedoch glitt an ihrer rechten Seite herunter, streifte ihren Oberschenkel und wanderte zu ihrer Mitte, um dort erneut zu sondieren. Plagueis' langer Finger fühlte vor, drang in sie in. Sie zuckte; ihre Scham zog sich zusammen – ein Reflex, um den grauen Eindringling zu vertreiben, der sich umgehend wieder zurückzog, als verstünde er die Botschaft. Die zum Finger gehörende Hand schob sich unter die Kniekehle ihres rechten Beins, um es anzuwinkeln, aufzustellen – eine für sie recht bequeme Position, wie sie fand – und dann rutschte Plagueis an ihr entlang etwas nach unten. Eine weitere Erschütterung im Bett kündete davon, dass er sich hinter ihr etwas aufsetzte. Seine Hand griff erneut durch den Winkel ihres aufgestellten Beins hindurch, um ihre Mitte zu suchen – und in sie einzudringen.

Nein, nicht sein Finger; dafür war es zu breit – und zu hart.

Seine freigewordene Hand fasste sie an der Hüfte, um in seiner ebenfalls seitlichen Position besser Halt zu finden. Ein Schauer lief durch ihren Körper.

Er tat es – hatte es getan.

Jetzt endlich würde sie wissen, wie es sich anfühlte. Keine weiteren Ängste mehr. Sie atmete hart aus, dann langsam ein, vorsichtig wieder aus. Für eine Weile tat er nichts weiter, sondern ließ sein Gemächt ruhig in ihrer Höhle verharren, während seine Linke ihre Brustwarze nun so richtig hart rieb. Ja, er kostete dieses Vorstoßen aus, dieses erste Mal, wie sie erfühlte.

Er begann, sich in ihr zu bewegen - verhalten und bedächtig. Ja, er wollte sie schonen. Noch ein Grund mehr, es zu genießen. Sie fühlte von hinten wohl seinen Oberkörper mit dem Torsogeschirr gegen ihren Rücken reiben, nicht jedoch seinen Unterleib, nicht seine Mitte, der diese Lanze entsprang. Sie fragte sich, ob sie im Verlauf der Nacht diese seine Mitte wohl noch an ihrer Mitte spüren würde. Oder war es besser, wenn er diese Distanz beibehalten würde?

Seine Stöße wurden etwas schneller. Jetzt fühlte sie den Unterschied zu früher umso mehr, war doch Lo Bukks bestes Teil viel dicker gewesen. Besser jetzt nicht an ihn denken. Trotzdem überlegte sie, ob es wohl ihr Schicksal war, ständig mit Männern von anderer Spezies Sex zu haben als denen ihrer Eltern. Aber ja doch – Plagueis war ihr Schicksal. Darauf hatte sie ihre Mutter vorbereitet. Und bis jetzt war alles mit dem Muun Verbundene sehr angenehm für sie gewesen … wenn man mal von dem unglücklichen Zeltronier auf Mygeeto absah, aber so etwas gehörte nun einmal dazu, wenn man einem Sith diente.

Sie legte ihren Kopf nach hinten, um sich ihm noch mehr zu öffnen. Sein Penis stieß in seinen Bewegungen tief in ihr Innerstes vor, klopfte an ihrem Muttermund an; sie hatte das Gefühl, sich immer mehr zu weiten … aber er war mit seinem Unterleib immer noch ein Stück von ihr entfernt – ein großes Stück entfernt. Dort hinten an ihrem Po war Leere – heiße Luft. Sie dachte an ihren letzten Besuch auf Schloss Aborah, an ihr letztes Zusammensein ähnlicher Art, wo sie es ihm mit ihrem Mund besorgt hatte. Nein, seine Lanze war einfach zu lang. Das war unmöglich!

Seine Rechte wanderte wieder nach oben zu ihrer rechten Brust, um diese ebenso zu stimulieren, wie seine Linke bereits die ganze Zeit über den Nippel ihrer anderen Brust rieb und knetete. Plagueis' Hände und sein steifes Glied hielten Hanabi derart in Position, dass sie gar nicht anders konnte, als stillzuhalten und zitternd und bebend zu genießen.

Sie stöhnte gedehnt auf.

„Jaaahh", hörte sie Plagueis hinter sich in der Muunsprache zurückstöhnen, die sie mittlerweile perfekt beherrschte.

Sie legte den Kopf noch etwas weiter zurück. Wenn er so weitermachte, dann würde sie gleich kommen, ohne dass …

Seine rechte Hand ließ ihre rechte Brust wieder fahren, um sich erneut ihrer Mitte anzunehmen … wieder an diesem Punkt, der bereits völlig zugeschleimt war. Nicht nur ihre Klitoris. Vor ihrem auf dem Bett ruhenden Oberschenkel war es ebenfalls ziemlich nass geworden. Als Plagueis' langer, bleicher Finger den kleinen Knubbel vor ihrer Öffnung zu massieren begann, lief ein weiteres Rinnsal quer über ihren Oberschenkel hinunter und landete auf dem unter ihr liegenden Teil des Bademantels. Sie hatte das Gefühl, dass sie auslief … nein, das war in der Tat keine allzu böse Überraschung.

Plagueis' Stöße von hinten waren etwas kürzer geworden, als er begonnen hatte, zusätzlich zu ihrer Brust auch noch ihren Kitzler aufzuheizen. Jetzt, mit einem Mal, schien der kleine Knubbel auf ein Vielfaches seiner Größe angeschwollen zu sein – und er pulsierte wie verrückt.

Hanabi begann zu wimmern ob all der vielseitigen Lust, die sie überflutete - die sie beinahe nicht mehr ertragen konnte.

Darth Plagueis fühlte, dass der Zeitpunkt da war. Er hätte Hanabi jetzt zu gerne geküsst, hätte mit seinen dünnen Lippen zwischen ihren Lekkus herumgewühlt, aber das ging nicht wegen der verdammten Maske, die er zum Atmen brauchte. Er spürte wohl, dass ihr Kopf an seiner Brust lag, doch das Torsogeschirr vor jener hinderte ihn daran, ihre warmen, weichen Lekkus zu spüren, wie er sie gerne gespürt hätte. Sein Glied war gerademal zur Hälfte im Schoß seiner Geliebten versunken, als dass er sie zumindest mit seinem Unterleib hätte fühlen können. Zumindest das würde er sich für später aufheben. Jetzt blieben ihm nur seine Hände und der vordere Teil seines Kolbens, der kurz davor war zu explodieren.

Seine Hand an ihrem Kitzler verlangsamte sich. Sie stöhnte verlangend auf. Er kannte dieses Stöhnen. Es bedeutete, dass er den runden Knubbel schneller und härter reiben sollte – mit dem Finger. Er ließ sie noch eine Weile zappeln, sog ihr klägliches Wimmern in sich ein, dann gab er ihrem Verlangen statt.

Sein Finger kreiste schneller, seine Stöße wurden härter.

„Jaaahhh", entfuhr es ihr, dann erzitterte sie und stieß wieder diesen hellen Schrei aus, den er so an ihr liebte. Ihre Lekkus empörten sich gegen seine bewehrte Brust, dann fing sie an erneut zu schreien – länger und lauter. Er ließ seinen Finger noch eine Weile an der Stelle, um ihr Schreien solange auszukosten, wie er es selbst noch aushalten konnte. Dann ließ er ihren Kitzler fahren, umfasste ihre Hüften und stieß zu.

„Aaahhh!"

Hanabis Schmerzensschrei war gellend.

Plagueis hielt kurz inne, um ihr Zeit um Erholen zu geben. Zärtlich glitt sein Finger über ihren geöffneten, vor Lust immer noch prallen Mund. „Schhhh."

Das war zu tief gewesen. Ein leichtes Überdehnen, aber trotz allem nichts Ernstes. Die elastische Barriere vor seiner Eichel war immer noch da. Er fühlte, wie er aus seiner wogenden Mitte heraus in ihren Schoß spritzte, den er mit beiden Händen fest umklammert hielt, nicht nur, um weiter in sie hineinzustoßen, sondern auch, um wieder den nötigen Abstand herzustellen, um sie nicht ernsthaft zu verletzen.

Der Schmerzensschrei war der einzige geblieben – der Macht sei Dank. Plagueis genoss, wie sich ihre ebenfalls noch ejakulierende Mitte um seinen Kolben herum zusammenzog und wieder öffnete – wie ihr anfänglicher Schock in die ultimative Entspannung überging. Genauso, wie er es geplant hatte. Er fühlte die befreiende Nässe seines Samens wieder aus der kleinen Öffnung zurückfluten und von der Mitte seines Schwanzes herabtropfen, während sie leise zu jedem Schuss von ihm stöhnte. Noch ein paar Stöße, dann hatte er ihr seine volle Ladung gegeben.

Plagueis fühlte, wie seine Männlichkeit nach und nach wieder erschlaffte. Er beließ sie noch eine Weile in der Frau vor ihm, dann zog er sich aus ihr heraus. Hanabi lag entspannt und gelöst da. Sie hatte ihr oberes Bein angewinkelt nach vorne gezogen, so dass sie immer noch in der Seitenlage blieb. Er bettete sich wieder hinter sie wie bereits zu Anfang des Aktes, erneut ihre Brüste streichelnd. Niemand von ihnen hatte das Bedürfnis, jetzt irgendetwas zu sagen. Sie kuschelte nach wie vor ihren Hinterkopf gegen sein Torsogeschirr und ließ sich von ihm kraulen und streicheln.

Als Plagueis fühlte, dass sie kurz vor dem Einschlafen war, stand er von ihrem Bett auf. Er ging in den Erfrischungsraum, holte dort ein kleines Handtuch und säuberte damit ihre Schenkel. Er hob sie von dem von ihnen beiden besudelten Bademantel und legte sie auf das ansonsten jungfräuliche Bett, um sie hernach mit ihrer Decke zuzudecken. Den lustversifften Bademantel legte er in die Ecke des Erfrischungsraums, wo sich am nächsten Morgen das Hotelpersonal um ihn kümmern würde.

Nachdem er das getan hatte, begab sich Darth Plagueis in seinen Teil der Suite, um noch einmal zu duschen. Danach setzte er sich in seinem Bademantel auf seinen Balkon und schaute den Vollmond Celanons an. Ihm fiel ein, dass er noch vor zwei Stunden das dringende Bedürfnis verspürt hatte, sich an der gut gefüllten Bar im Empfangszimmer zu bedienen. Er entschied, dass er das jetzt nicht brauchte, um den Nachhall dieser an sich selbst adressierten Wohltat voll auszukosten.


Note der Autorin: Den Baum-Vergleich, den Pong Krell hier anführt, gibt es als chinesisches Sprichwort. Dort heißt es: Den Pflaumenbaum schelten, aber die Akazie meinen.

Bal'demnic und Plagueis' Interesse am dortigen Cortosis-Abbau werden im Roman „Darth Plagueis" von James Luceno beschrieben und zwar in den Kapiteln 1 „Anwärter" sowie Kap. 22 „Gewöhnliche Wesen" und Kap. 24 „Sith'ari".

Der Hyperwellenverstärker bei Celanon und das langwierige Ringen darum werden im selben Roman in Kapitel 17 „Tage voller Wein und Zügellosigkeit" beschrieben.

Jedimeister Micah Giett kommt im prä-TPM-Comic „Aufstand der Yinchorri" von 2002 vor.

Über Jedimeister Jorus C'baoth kann man viel im Roman „Die Kundschafter" von Timothy Zahn aus dem Jahre 2008 lesen. Dass der Besalisk Pong Krell sein Padawan war, habe ich mir für diese Geschichte ausgedacht.

Mit Pong Krell beschäftigt sich eingehend der „The Clone Wars"-Arc über den Planeten Umbara, den man in der vierten Staffel dieser Serie anschauen kann.