The Life Unlived

by sshg316

Chapter 4: Acceptance

SUMMARY: SSHG; DH-compliant. Während sie die Besitztümer von Severus Snape durchsieht, macht Hermione eine faszinierende Entdeckung, die ihr Leben für immer verändert.

DISCLAIMER: Alle erkennbaren Charaktere und Handlungsorte sind Eigentum von JKR. Es ist keine Urheberrechtsverletzung beabsichtigt.

BETA READERS: DeeMichelle und Subversa

BRIT PICKER*: LettyBird

TRANSLATION: AleaThoron


Das Ungelebte Leben

Kapitel 4: Akzeptanz

"Gib das zurück, James!", brüllte Albus Severus aus voller Lunge, während er dem älteren Jungen hinterherjagte, der sein Geschenk für Rose entwendet hatte und in die Küche gerannt war, wobei er das fröhlich bunt verpackte Präsent über seinen Kopf hielt.

"James Sirius Potter", ermahnte Ginny ihn streng. Sie reichte Hermione rasch die Schüssel mit Zuckerguss, den sie dabei waren, in einen Spritzbeutel zu schöpfen, und drehte sich herum, um sich mit ihren Söhnen zu befassen. "Gib das deinem Bruder zurück und benimm dich. Du bist Gast und kein Radaubruder."

Der ältere Junge übergab das Geschenk und entschuldigte sich bei seiner Mutter, verpasste jedoch dem Hinterkopf seines Bruders einen Klaps, als sie ihm den Rücken zukehrte. Unglücklicherweise für ihn war dies jedoch seinem Vater nicht entgangen, dessen strenger Blick eine harte Standpauke versprach, sobald sie nach Hause zurückgekehrt waren. Danach nahm Harry die beiden Jungen mit ins Wohnzimmer für eine Partie Zauber-Schnipp-Schnapp in der Hoffnung, dass er sie bespaßen konnte, bis der Kuchen fertig war. Falls dies nicht gelingen sollte, so vermutete Hermione, befanden sich viele Weasleys im Wohnzimmer, um die Jungen beschäftigt zu halten. Ginny entschuldigte sich ebenfalls, als Lily schüchtern in die Küche kam, um sie abzuholen, und sagte, dass ihre Großmutter sie bräuchte.

Hermione lächelte zufrieden. Das Cottage war bis zum Rand mit Familienmitgliedern und Freunden gefüllt, die alle um freien Platz unter Hunderten von bunten Ballons und Luftschlangen wetteiferten. Die Geräusche von Gelächter und spielenden Kindern hallten überall durch die Zimmer hindurch wider und Hermione platzte beinahe vor Freude darüber, selbst als sie darum kämpfte, die Dekoration auf dem Kuchen fertigzustellen. Das Geburtstagskind wartete im Moment sehr geduldig, auf dem Knie ihres Vaters am Esstisch sitzend und stolz den Hogwarts-Brief vorzeigend, der an diesem Morgen per Eule angekommen war.

Ron schien angemessen beeindruckt und sehr stolz auf seine Tochter zu sein, da er jedem, der ihm zuhören würde, erzählte, dass er sich sicher war, dass seine Rose eines Tages Schulsprecherin sein würde … und eine Gryffindor noch dazu. Luna warf ein, dass – in Anbetracht von Roses Intellekt – Ravenclaw das Haus für sie sein könnte.

Rose stimmte ihr bei. "Gryffindor hat wirklich einen eher ungestümen Ruf, Vati. Ravenclaw könnte fürs Lernen zuträglicher sein."

"Wenn du weiterhin Worte wie 'zuträglicher' verwendest, wirst du mit Sicherheit zu einer Ravenclaw!", lamentierte Ron.

Xenophilius' unbändiges Gelächter hallte überall im Haus wider. "Nichts ist an Ravenclaw auszusetzen, Mr. Weasley. Warum? Ich selbst bin aus diesem tüchtigen Haus gekommen, und schauen Sie, was aus mir geworden ist!"

Ron warf flüchtig einen entsetzten Blick auf seine Frau, doch Eleanor lachte nur und erklärte Rose, dass er keine Rolle spielen würde, in welches Haus sie sortiert würde. Ron protestierte natürlich heftig, wobei er bekundete, dass seine Tochter eine Gryffindor sein würde und dies endgültig sei.

Hermione schnappte das Gespräch von der Küche aus auf und verdrehte ihre Augen, während Severus, der auf einem Stuhl sitzend seiner Frau zusah, wie diese mit einem Spritzbeutel voller rosarotem Zuckerguss kämpfte, lediglich schadenfroh grinste.

"Warum funktioniert das nicht?", grollte Hermione verärgert.

Severus erhob sich und bewegte sich dergestalt, dass er hinter ihr zu stehen kam, während seine Arme sich um sie legten, um ihre Taille zu umschließen. Er legte seine Hände auf die ihrigen und ließ beide Handpaare hinunter zum Boden des Beutels gleiten, bevor er sanft presste. Mit einigen leichten Schnipsern seines Handgelenkes kreierte er zügig eine einzelne filigrane pinkfarbene Rose. Seine Hände lösten sich vom Beutel, und er ließ sie auf ihren Hüften ruhen. "Du könntest jederzeit Magie verwenden, wie du weißt", deutete er an, wobei seine tiefe Stimme gegen ihr Ohr widerhallte.

Sie erschauerte und lehnte sich leicht gegen ihn. Nach der Nacht, in der sie bei ihm Trost gesucht hatte, schien irgendetwas bei beiden von ihnen klick gemacht zu haben. Severus hatte für die Dichotomie ihrer Gedanken mehr Verständnis aufbracht und hatte ihr geduldig die Zeit gegeben, die sie so verzweifelt gebraucht hatte. Hermione, gerüstet mit dem Wissen um ihr Freisein von seinen Erwartungen – ebenso wie von ihren eigenen – und dem Wissen um sein Verständnis fühlte sich nun mit ihrem 'neuen' Leben weitaus wohler, weitaus zufriedener. Während der vergangenen wenigen Wochen verbrachten sie und Severus ziemlich viel Zeit zusammen, in der sie miteinander sprachen und Dinge teilten, was zu mehreren Runden von ziemlich schamlosem Flirten geführt hatte, was bei Hermione eher das Gefühl von auf die Folter gespannt werden zurückließ.

"Du spielst nicht fair. Und ich wollte den Kuchen für Rose auf Muggel-Art machen. Das ist weitaus persönlicher."

"Du bist eine Hexe, Hermione", sagte Severus, als er zu seinem Platz zurückkehrte, allerdings erst, nachdem er mit seinen Hände an ihren Seiten entlanggestrichen war. "Deine Magie zu benutzen, ist genauso persönlich wie es auf Muggel-Art zu machen."

Sie seufzte. "Ich vermute, dass du Recht hast." Mit einem Wutschen und Wedeln ihres Zauberstabes wurde der Kuchen fertiggestellt, mit elf perfekt modellierten pinkfarbenen Rosen. "Da." Sie klatschte in die Hände und lächelte Severus glücklich an. "Wir sind bereit. Könntest du bitte jedermann ins Esszimmer rufen? Ich werde den Kuchen hineinbringen."

Er lachte, ein Klang, der schnell zu ihrem Lieblingsgeräusch geworden war, und sagte: "Ich glaube, dass du genauso aufgeregt bist wie Rose."

Hermione gab seiner Schulter einen Klaps, als er sich an ihr vorbeidrängelte. "Es geschieht nicht jeden Tag, dass meine Tochter elf Jahre alt wird. Das ist ein Anlass von großer Tragweite."

Severus hielt inne und neigte sich herunter, um ihre Wange zu küssen. "Das ist es."

Ihre Blicke verfingen sich ineinander, und Hermione verspürte die Sogwirkung ihrer unbestreitbaren Anziehungskraft. Sie lächelte ihm beinahe schüchtern zu, und begann dann, die Kerzen auf den Kuchen zu stecken, während Severus loszog, um die Gäste zu versammeln.

Binnen kurzem war jedermann ins Esszimmer hineingezwängt, wobei Rose, mit einem breiten Grinsen, das sich über ihr Gesicht erstreckte, an der Stirnseite des Tisches platziert war. Severus spähte in die Küche, und Hermione gab ihm grünes Licht.

"Darf ich um Eure Aufmerksamkeit bitten", forderte Severus mehr, als dass er darum bat. "Heute ist der elfte Geburtstag der jungen Miss Weasley." Seiner Proklamation wurde Schweigen entgegengebracht. Er seufzte verärgert. "Nun? Singt!"

Hermione kicherte über seinen schroffen Befehl, da sie wusste, wie sehr er es hasste, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen; solch eine spezielle Angelegenheit verfehlte niemals ihre Wirkung, ihn grummelig zu machen. Die Gäste waren sich offensichtlich dessen ebenfalls bewusst, da sie lediglich lachten und damit begannen zu singen, als Hermione den Kuchen mit seinen elf entzündeten Kerzen hereintrug, und diesen direkt vor Rose platzierte.

"Happy birthday to you. Happy birthday to you. Happy birthday, liebe Rose. Happy birthday to you!"

Das Gesicht ihrer Tochter wurde durch die winzigen flackernden Flammen angestrahlt, als sie ihre Augen schloss und sich etwas wünschte. Hermione lehnte sich gegen die Wand und lächelte, während sie beobachtete, wie Rose die Kerzen ausblies. Sie hatte damit gerechnet, das Ereignis als schwierig zu empfinden – eine Erinnerung an Geburtstage irgendwo in den Untiefen ihres Bewusstseins verloren. Stattdessen erkannte Hermione, als sie beobachtete, wie ihre Eltern Rose halfen, ihren Geburtstagskuchen aufzuschneiden und zu servieren, während Hugo und die anderen Kinder aufgeregt die Szene observierten, wie glücklich sie sich schätzen konnte, an solch einem besonderen Tag von ihren Lieben umgeben zu sein.

Ihr Blick fand Severus, dort drüben, wo er stand und mit Xenophilius sprach, und sie konnte nur daran denken, wie wundervoll ihr Leben wirklich war.

Severus wandte seinen Kopf, ihre Augen verfingen sich ineinander, und seine Lippen verzogen sich in den Tick eines kleinen Lächelns.

Ja, sie war tatsächlich eine glückliche Hexe.

Mit diesem Gedanken kam die Erkenntnis, dass, obwohl sie sich nicht an alles aus ihrer Vergangenheit erinnern konnte, sie wahrlich ihre Gegenwart liebte. Sie war glücklich mit ihrem Leben, aufrichtig glücklich. Sie und ihre Familie waren gesund, sie hatte einen Job, der sie herausforderte, Eltern, die sie immer unterstützt hatten, wahre Freunde, die sie liebten, zwei wundervolle Kinder … und einen Ehemann, der sie anbetete.

Vielleicht war es an der Zeit, die Vergangenheit dort abzulegen, wo sie hingehörte und hier zu leben, im Jetzt.

Weil sie ohne jeden Zweifel wusste, dass es keine andere Zeit oder keinen anderen Platz gab, an dem sie lieber sein mochte.


Bald genug waren die Gäste wieder gegangen, und alles, was nun noch übrig blieb, war aufzuräumen. Da Hermione die Hauptlast der Vorbereitungen getragen hatte, scheuchte Severus sie nach oben für ein langes heißes Einweichen in der Badewanne, während er sich zur gleichen Zeit des Chaos' annahm, das die Party hinterlassen hatte.

Während sie in der Badewanne weichte, dachte Hermione an die Erleuchtung, die ihr an diesem Tag gekommen war und wusste, was sie jetzt tun wollte. Erstmals seit langem waren ihre Gedanken und ihr Herz unverkrampft. Ein tiefer Frieden bemächtigte sich ihrer, was sämtlichen Strapazen und Befürchtungen der letzten Monate erlaubte, dahinzuschwinden. Sie aalte sich für fast eine Stunde im duftenden Wasser, wobei sie das Wasser gelegentlich mit einem Wärmezauber aufheizte. Erst, als ihre Finger und Zehen verschrumpelt wie Pflaumen waren, verließ sie die Badewanne.

Sie zog ein warmes Nachthemd und ihren Lieblingsmorgenmantel an, griff nach den erforderlichen Gegenständen, und kehrte danach nach unten zurück. Als sie das Esszimmer durchquerte, sah sie Severus am Küchenherd stehen, und auf dem Tresen wartete ihre Teekanne bereits auf ihre umgehende Benutzung. Lächelnd setzte sie ihren Weg ins Wohnzimmer fort, wo sie sich auf der Couch zusammenrollte, um zu warten.

Nur wenige Minuten waren vergangen, bis Severus das Wohnzimmer betrat, zwei Tassen Tee in der Hand. "Ich dachte, dass ich dich herunterkommen gehört habe", sagte er. "Du hättest mir Gesellschaft in der—" Er brach den Satz abrupt ab, als er die Gegenstände auf ihrem Schoß bemerkte.

Hermione blickte zu ihm auf und lächelte. "Ich denke, dass es an der Zeit ist, die Vergangenheit aufzuarbeiten und dann den nächsten Schritt zu machen, oder?" Sie ließ eine Hand den Deckel des obersten Albums entlanggleiten und sagte: "Bitte setz' dich, Severus. Lass uns das gemeinsam tun, in Ordnung?"

Anstatt sich zu setzen, schüttelte er seinen Kopf, drehte sich auf dem Absatz herum und ging in die Küche zurück, was Hermiones Herz vor Enttäuschung im Sturzflug bis hinunter in ihre Zehenspitzen rutschen ließ. Hatte sie zu lange gewartet?

Gerade, als sie im Begriff war, sich selbst in eine heillose Panik hineinzusteigern, kehrte er mit zwei Gläsern Wein zurück. "Ich glaube, dass wir das hier beide brauchen werden, bevor wir fertig sind", sagte er in schleppendem Tonfall, während er ihr ein Glas mit dunkelrotem Wein reichte und sich dann neben ihr auf der Couch niederließ.

Sie lächelte erleichtert. "Danke."

Dann, mit einem tiefen Atemzug, öffnete sie den Einband des ersten Foto-Albums.


"Du warst eine wunderschöne Braut", sagte Severus, als sie ihrer beider Fotos von ihrer Hochzeit durchschauten.

"Das Kleid ist hübsch", antwortete Hermione. Das einfache elfenbeinerne Kleid aus Seide, das sie getragen hatte, war genau die Art von Kleid, die Hermione mochte; es war ein Etuikleid, ganz leicht figurbetont an der Taille, und dann nach unten fließend, wo es ihre Füße bedeckte. Die Linie des gerade geschnittenen Mieders wurde visuell durch die schmalen Stoffbänder verlängert, die sich um ihre Oberarme schlangen, was ihre Schultern unverhüllt ließ. Ihr Haar war herunter gelassen und anscheinend reichlich in Seidenglatts Haargel getaucht worden, seine natürliche buschige Beschaffenheit gebändigt in seidig glänzende, weiche Wellen.

"Das Kleid war wirklich hübsch, aber ich habe von der Frau gesprochen, die es getragen hat." Severus nippte an seinem Wein und blätterte dann die Seite um. "Ich kann nicht glauben, wie sehr die Kinder im Laufe der letzten drei Jahre gewachsen sind", sagte er und lachte, während er Hugo und Rose dabei beobachtete, wie sie sich gegenseitig im Garten herumjagten; die Hochzeitsfeier hatte im Cottage stattgefunden.

Hermione zog ihre Beine unter ihren Körper und lehnte sich gegen seine Schulter. "Kinder neigen dazu, das zu tun. Ich schwöre dir, dass sie jedes Mal zu wachsen scheinen, sobald du deine Augen schließt."

"Das tun sie. Es kommt mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass Rose mich darüber informiert hat, dass ich ein kleines Mädchen bitter nötig hätte, und dass sie sich sicher wäre, dass ihr Vater bereit sein würde, sie mit mir zu teilen."

Hermione lachte, und musste dann ihr Weinglas wieder ins Gleichgewicht bringen, weil es gefährlich kippte. "Ich kann mir lediglich vorstellen, wie sich Ron dabei gefühlt hat."

Severus schmunzelte spöttisch. "Rose hat nicht gefragt – sie hat ihn bloß daran erinnert, dass er selbst ihr erklärt hätte, dass es wichtig sei zu teilen, und dass, weil er ein kleines Mädchen hätte und ich nicht, dies nur angemessen wäre und das einzig Richtige, was man tun könne."

"Nun, vielleicht hat Ron schließlich doch Recht – klingt eher Gryffindor von ihr, oder?"

Er nippte an seinem Wein und schob ihre Bemerkung mit einer Handbewegung beiseite, als sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Fotos richtete.

Sie blätterte die Seite um und lächelte über einen grinsenden Xenophilius. Er war in dunkelgraue Fest-Roben gekleidet, und sein weißes Haar stand wie eine riesige Baumwollquaste von seinem Kopf ab. "Dein Trauzeuge?", fragte Hermione.

Severus nickte, während seine eigenen Lippen amüsiert zuckten, als Xenophilius einen Garten-Gnom erspähte und aufgeregt begann, mit dem Finger auf ihn zu deuten. "Er ist mein ältester und liebster Freund."

Hermione kannte Luna und ihren Vater sehr gut, und während sie im Laufe der letzten paar Monate Zeugin dieser innigen Freundschaft zwischen Severus und Xenophilius gewesen war, war sie auch jetzt noch von dem Gedanken fasziniert; es schien dermaßen unwahrscheinlich. "Und Eglantine?"

Er trank einen Schluck Wein, und nur, weil sie ihn derartig aufmerksam beobachtete, bemerkte Hermione die Art und Weise, wie sich der Griff seiner Hand um das Glas verstärkte. "Sie war das selbstloseste Wesen, das ich jemals gekannt habe, der Inbegriff ihres Hauses: loyal, hart arbeitend, kreativ."

"Du vermisst sie", sagte Hermione, als sie den in seinem Tonfall nachklingend Ansatz von Wehmut hörte. Sie konnte sich nicht vorstellen, Harry oder Ron zu verlieren; dies würde gleichbedeutend mit dem Verlust eines Armes oder eines Beines sein. Überwältigt von dem Wunsch, ihm wenigstens ein klein bisschen Trost anzubieten, streckte Hermione ihre Hand aus und ergriff die seinige; langsam entspannte er seine Finger, und sie verflocht sie mit den ihrigen.

Er seufzte, und die kleine Furche zwischen seinen Brauen vertiefte sich noch weiter. "Das tue ich."

"Nach dem, was Luna mir erzählt hat, wart ihr alle sehr guten Freunde", sagte Hermione, darauf hoffend, ihn dazu zu ermuntern, ihr mehr zu erzählen. Nach Monaten, in denen sie auf Eierschalen gewandelt war, ertappte sie sich selbst plötzlich dabei, so viel über ihn erfahren zu wollen, wie es ihr möglich war.

"Das waren wir."

Sie schaute zu dem Foto auf dem Kaminsims hinüber, demjenigen, das die Lovegoods und Severus zeigte, demjenigen, das sie erstmals in Lunas Wohnzimmer gesehen hatte. "Sie waren während einer sehr dunklen Zeit für dich da. Ist das der Grund dafür, warum sie sich niemals dem Orden angeschlossen haben, trotz der Tatsache, dass sie das Licht unterstützten?"

Er schluckte hart und nickte dann, während sein Kiefer sich bei der Anstrengung zusammenpresste, seine Gefühlsregungen in Schach zu halten, obwohl es eine einfache Frage war. "Scharfsinnig", sagte er leise. "Sie waren – wie Eglantine häufig meinte – mein Rückzugsort, mein 'weicher Platz, um zu stürzen'."

Hermione rieb ihren Daumen gegen seinen Handrücken. "Ich bin froh, dass du diesen Platz hattest."

"Ich auch."


"Was ist mit Lily?", Hermione fragte bedächtig; sie wusste nicht, wie er auf solch eine Frage reagieren würde. Severus hatte niemals von Harrys Mutter gesprochen, doch Hermione war sehr neugierig hinsichtlich ihrer Person.

Nachdem er einen großen Schluck Wein getrunken hatte, sagte er: "Was soll mit ihr sein?"

"Harry hat nie erzählt, was geschehen ist, aber ich weiß ein klein wenig. Ihr hattet ein Zerwürfnis. Es war für eure Freundschaft verheerend – so viel weiß ich."

"Das war es."

Wer Asagt, muss auch B sagen, dachte Hermione. "Harry sagte … er hat gesagt, dass du in sie verliebt warst."

"Ich dachte, dass ich es wäre, ja."

Hermione zerrte mit ihren Zähnen an ihrer Unterlippe, während sie sich den Kopf darüber zerbrach, ob sie ihre nächste Frage stellen sollte oder nicht. Ihre Neugierde war allerdings zu stark, um diese zu ignorieren. "Was ist geschehen?"

Ein Muskel in seinem Kiefer zuckte pulsierend, und sein ganzer Körper versteifte sich, bevor er sich mit Bedacht entspannte. "Ich möchte lieber nicht über die Einzelheiten diskutieren. Allerdings war es meine Schuld, mein Fehler … und obwohl ich mich zum Narren gemacht habe bei meinen Versuchen, mich zu entschuldigen, hat sie mir niemals dafür verziehen. Xenophilius und Eglantine haben versucht, das Zerwürfnis zu reparieren, aber aufgrund meiner unbesonnenen Handlungen ging die Familie, die wir geschaffen hatten, unwiderruflich zu Bruch."

Hermione versuchte sich vorzustellen, ihren Jungs für einige der dummen Dinge nicht zu verzeihen, die sie während ihrer Jahre in Hogwarts gesagt oder getan hatten, doch sie konnte es nicht. "Ist das der Grund dafür, warum …", fragte sie sich laut, wobei sie innehielt, sobald sie bemerkte, dass sie sprach.

Er antwortete ihr trotzdem. "Warum ich Jahre damit verbracht habe, Leute von mir zu stoßen? Wie ich schon vorhin gesagt habe – du bist sehr scharfsinnig."


"Weißt du", nörgelte sie nach einer Viertelstunde voller beinahe einsilbiger Antworten auf ihre Erkundigungen, "du warst weitaus mitteilsamer, als ich erstmals nach Hause gekommen bin."

Nach Hause.

Diese beiden Worte ließen ihre Gedanken abrupt ins Stocken geraten. Hatte sie diesen Ausdruck in Bezug auf das Cottage schon vorher einmal verwendet? Sie glaubte dies nicht – bis jetzt … ja. Es passte. Dies war 'Zuhause'. Eine warme, wohlige Empfindung breitete sich durch ihre Gliedmaßen aus – und das kam nicht vom Wein.

Severus' Antwort unterbrach ihre Träumereien. "Das liegt daran, weil die Heilerin empfohlen hat, dass ich so offen und mitteilsam wie möglich bin. Sie dachte, dass es … dein Erinnerungsvermögen anschubsen könnte."

"Oh." Hermione war ein wenig enttäuscht.

"Natürlich – all die Fragen, auf die du so verzweifelt Antworten bekommen willst, sind Fragen, die du und ich in der Vergangenheit erörtert haben. Trotzdem bleiben sie … schwierige Themen für mich, um mich damit zu befassen."

War es möglich, auf sich selbst eifersüchtig zu sein?

Hermione fragte sich, ob sie am Ende möglicherweise doch zu viel Wein gehabt hatte.


Eine Stunde später saß sie seitwärts auf der Couch, mit gekreuzten Beinen, den Blick auf Severus gerichtet, ihre Aufmerksamkeit gefesselt von ihrem Ehemann, als dieser von den Freunden sprach, die er dermaßen offensichtlich liebte. Die drei Gläser Wein, die er getrunken hatte, hatten seine Zunge gelöst und seine Hemmungen abgebaut … oder vielleicht war auch ihr echtes Interesse Aufmunterung genug gewesen. Bei Severus war dies schwer zu sagen.

"Wir waren ein merkwürdiger Haufen – ein Haufen merkwürdiger Typen – wirklich: der Exzentrische, die Zauberkunst-Gelehrte, die Muggelgeborene … und ich." Er schüttelte seinen Kopf, während ein winziges, beinahe erstauntes Lächeln über seine Lippen huschte. "Selbst jetzt finde ich es unglaublich, dass sie willens waren, sich mit einem solch missmutigen, sich in Schwierigkeiten befindlichen Jungen anzufreunden. Ich weiß nicht, was sie in mir gesehen haben."

Doch Hermione glaubte, dass sie eine Ahnung dahingehend haben könnte. "Ich denke, jeder von ihnen sah Reflexionen von sich selbst – Intelligenz, Loyalität, Tapferkeit."

"Als nächstes wirst du mich darüber informieren, inwiefern ich die Verkörperung aller vier Häuser bin oder irgendein ähnlicher Quatsch. Ich versichere dir, ich bin Slytherin durch und durch", äußerte er sich spöttisch.

Sie verdrehte ihre Augen. "Aber du besitzt wirklich jene anderen Charakterzüge. Es war einzig deine clevere Wesensart, die dich in Slytherin landen ließ."

"Nein", murmelte er, während er – ohne wirklich etwas zu sehen – den Boden seines Weinglases anstarrte. "Es war die Dunkelheit, von der ich mich dermaßen angezogen fühlte, die zu meiner Einsortierung führte." Severus hielt inne und grinste dann. "Habe ich dir von der Zeit erzählt, als Eglantine ihr Exemplar von Höchst potenteZaubertränke auf eine Art und Weise verzauberte, so dass es jedes Mal diesem Straßenköter Black den Arsch versohlte, wenn er mich Snivellus nannte? Es war verdammt genial!"

Hermione lachte — er hatte eindeutig zu viel Wein gehabt.


"Was ist das?", fragte Hermione, als sie die Seite umblätterte. Severus war sehr viel entgegenkommender geworden und hatte sein privates Album mit einem Aufrufezauber herbeigerufen, das mit Fotos aus der Zeit vor ihrer Ehe gefüllt war. Sie schauten im Augenblick auf ein Bild, das wohl nur wenige jemals gesehen hatten: Ein Severus Snape, der Lederhosen trug und finster blickte, während er neben einem sichtlich ekstatischen Xenophilius stand, der ebenfalls in Lederhosen gekleidet war und praktisch vor Begeisterung auf und ab hüpfte, währenddessen er irgendwo außerhalb des Fotos hinzeigte.

"Was in aller Welt habt ihr gemacht?"

Severus gab den Seufzer eines schwer geprüften Mannes von sich. "Wir waren in Schweden, auf der Suche nach Schrumpfhörnigen Schnarchkacklern. Es scheint mir nicht möglich zu sein, den Mann davon zu überzeugen, dass sie nicht existieren."

"Ich hätte nicht gedacht, dass sie in Schweden Lederhosen tragen würden", grübelte Hermione.

Er verzog das Gesicht zu einer Grimasse und sagte: "Tun sie auch nicht."

Hermione lachte, während Severus sie mit vorgetäuschter Entrüstung anfunkelte.

Sobald ihr Gelächter abgeebbt war, schaute sie ein wenig genauer hin und bemerkte die silbrigen Narben auf Severus' Nacken, aufgrund des Hemdes mit offenem Kragen, das er auf dem Foto trug. "Das wurde nach dem Krieg genommen."

Einen Herzschlag später antwortete er. "Ja."

Sie blickte von dem Foto auf, um ihn anzustarren, während in ihrem Kopf ihre Gedanken durcheinander wirbelten. "Sie haben es gewusst", sagte sie höchst überrascht. "Xenophilius und Luna wussten die ganze Zeit, dass du am Leben warst?"

Er schnaubte. "Mehr als das – sie haben mein Leben gerettet, haben mich danach aus Großbritannien herausgeschmuggelt. Und dann haben sie mein Geheimnis für mehr als ein Jahrzehnt bewahrt."

Sie hatten es gewusst. Sie war über Jahre hinweg von Alpträumen darüber überflutet worden, was sie in der Heulende Hütte hatte mit ansehen müssen … und von Schuldgefühlen geplagt, dass sie ihn dort zurückgelassen hatte, ohne überhaupt nur zu versuchen zu helfen. Und diese ganze Zeit hatte Luna es gewusst, war jedoch außerstande dazu gewesen, ihren Schmerz zu mildern.

"Ich war dort, weißt du. Ich habe dich gesehen – als du … als ich dachte, dass du …" Sie wandte den Blick ab, während sich ihre Augen bei der Erinnerung daran mit Tränen füllten, wie er hilflos in einer Lache seines eigenen Bluts gelegen hatte. "Es tut mir so leid."

"Ich weiß, Hermione", sagte er, wobei er seinen Arm auf eine Art bewegte, so dass sie sich direkt neben ihm niederlassen konnte. "Ich weiß."


"Was hat dich dazu bewogen, nach Großbritannien zurückzukehren?", fragte Hermione, als sie an der Tasse Tee nippte, von der Severus darauf bestanden hatte, dass sie sie tränke, weil – wie er sagte – der Wein sie 'ziemlich rührselig' mache.

Er zuckte mit den Achseln. "Es war an der Zeit. Ich wurde Italiens zunehmend müde – ungeachtet der schönen Umgebungen – und ich wollte mehr Zeit mit Xenophilius und Luna verbringen. Wir hatten Jahre damit verbracht, etwas vorzutäuschen, was es nicht gab – unsere Freundschaft zu verbergen, nachdem ich mich den Todessern angeschlossen hatte, indem wir jedermann glauben machten, dass die beiden alle Bande zu mir zerschnitten hätten. Glücklicherweise hat niemand dies jemals in Zweifel gezogen, und wir haben es bewerkstelligt, uns jede Woche zum Abendessen in ihrem Haus zu treffen, bis der Dunkle Lord zurückkehrte. Danach habe ich – trotz der Einwände von Xenophilius – wahrhaftig alle Verbindungen abgebrochen, um sie zu schützen. Ich habe mich in meinem Leben niemals mehr gefürchtet, als in jener Nacht, in der ich erfahren habe, dass Luna während der letzten paar Monate des Krieges gefangen genommen worden war – wenn ihre Verbindung zu mir entdeckt worden wäre … " Er hielt inne und räusperte sich.

"Jedenfalls, nachdem die Ausstellung über den Krieg im Museum für Zauberei eröffnet hatte, schien es so, als dass ich willkommen sein würde, und es gab keine Notwendigkeit mehr, mich zu verbergen. Wie ich sagte – es war an der Zeit." Er hielt inne und runzelte dann die Stirn. "Das war der Grund, und – die für die Ausstellung verantwortlichen Idioten hatten den Bereich, der meine Rolle im Krieg darstellte, im Zentrum des Ausstellungspavillons untergebracht … als ob ich eine Art verdammter Held wäre. Jemand musste ihnen die Missstände aufzeigen und sie in die richtige Richtung schubsen."

Hermione legte eine Hand auf seinen Arm und lächelte sanft. "Du bist ein Held, Severus."

Er schüttelte seinen Kopf. "Nein. Ich war ein Spion, und meine Motivationen waren nicht immer derartig edel, wie manche es vorziehen würden zu glauben", kam er mit einem flüchtigen wissenden Blick in ihre Richtung zum Schluss. "Mein Abschnitt in der Ausstellung hätte in irgendeiner dunklen Ecke, im Schatten angesiedelt sein sollen … genauso, wie ich es war."

"Du bist nicht länger im Schatten", erinnerte Hermione ihn, während sie leicht seinen Arm drückte.

Er schaute auf sie und schenkte ihr ein kleines Lächeln. "Nein. Jetzt kann ich im Licht stehen."


Sie hatten die Positionen gewechselt, so dass Severus mit seinem Rücken gegen die Armlehne der Couch gepresst saß, ein Bein über die ganze Länge des Sofas ausgestreckt, der andere Fuß nachdrücklich auf den Fußboden gestellt. Hermione war zwischen seinen Beinen platziert, ihr Rücken gegen seine Brust gelehnt, als sie damit fortfuhren, gemeinsam die Fotos zu betrachten.

"Was sagt sie?", fragte Hermione, während sie über ein Bild von Severus lachte, der Rose auf der Schaukel anschubste, welche am Baum im Garten hing. Ein breites Lächeln ließ ihr Gesicht erstrahlen, als sie vorwärts und dann zurück flog.

"Lass mich sehen", sagte er und stützte sein Kinn auf ihrer Schulter ab, als sie auf das Foto zeigte. "Ah, ja. Ich erinnere mich an diesen Tag ziemlich gut. Es war kurz nachdem du und ich damit begonnen haben, uns regelmäßig miteinander zu treffen. Sie kreischte wie eine Todesfee und forderte, dass ich sie höher hinaufstoße. Meine Ohren klingeln noch immer davon."

Hermione lachte und blätterte die Seite um. Ihr Herz schwoll beim Anblick des Fotos von Severus auf genau derselben Couch an, auf der sie jetzt saßen. Rose und Hugo hatten sich auf beiden Seiten von ihm an ihn gekuschelt, wobei ihre beiden fuchsroten Köpfe auf seinem Brustkorb ruhten und seine Arme um ihre Schultern lagen. Ein Exemplar von The Beano wurde unsicher in Severus' vollkommen lockeren Fingern gehalten, und alle drei schliefen.

"Sie vergöttern dich", sagte sie, während ihre Finger den Rand des Fotos nachzeichneten.

Er lächelte schief. "Das Gefühl ist gegenseitig."


"Wie haben wir … unsere Bekanntschaft erneuert?", fragte sie, als sie erkannte, dass sie keine Vorstellung davon hatte, wie es dazu gekommen war, dass sie zueinander gefunden hatten.

"Solch eine Förmlichkeit", machte sich Severus lustig. "Durch Luna, natürlich. Ich war in ihrem Haus, um die Habseligkeiten einzusammeln, die ich ihr zur Aufbewahrung anvertraut hatte, und du warst zufällig zum Tee dort. Zu diesem Zeitpunkt wusstest du bereits, dass ich am Leben und zurück in Großbritannien war, aber unsere Wege hatten sich bis dahin nicht gekreuzt. Du hast – wie immer – dazu tendiert, alles haargenau durchleuchten zu müssen, und bevor ich wusste, wie mir geschieht, hatten wir uns darauf verständigt, uns am nächsten Abend zum Abendessen zu treffen, um unsere Diskussion fortzusetzen. Der Rest, wie man sagt, ist Geschichte."

"Oh."

Er schmunzelte spöttisch und wölbte eine Augenbraue. "Du hast irgendetwas Skandalöseres erwartet?"

"Naja, es ist eher … gewöhnlich", gestand sie ein. "Ich vermute, dass ich irgendetwas ein wenig mehr Außergewöhnliches oder Aufregendes erwartet habe — vielleicht so etwas wie ein Forschungsprojekt."

Er lachte. "Wie klischeemäßig."

Mit einem gespielt finsteren Blick streckte ihm Hermione die Zunge heraus und grinste dann.


Sie waren fertig damit, die Foto-Alben zu durchforsten, und genossen jetzt einfach ihre gegenseitige Gesellschaft. Hermione lehnte sich nach wie vor gegen ihn, ihren Rücken gegen seinen Brustkorb gepresst und ihren Kopf unter sein Kinn gesteckt. Einer seiner Arme ruhte auf ihrem Bauch, während der andere über der Rückenlehne der Couch hing.

"Ich habe das vermisst", murmelte Severus in ihr Ohr.

Sie lächelte. "Ich auch."

"Du hast keine Erinnerung daran."

"Nein", sagte Hermione mit einem schlitzohrigen Grinsen. "Aber ich kann es mir ausmalen."

Er platzierte seinen Mund direkt an ihrem Ohr, und Hermione erschauerte, als er mit leiser, sanfter Stimme antwortete: "Und hast du dir das häufig ausgemalt?"

"Manchmal", sagte sie bedächtig, dankbar dafür, dass er sie nicht auf die Weise sehen konnte, wie ihre Wangen bei ihrem Eingeständnis erglüht waren.

Severus erwiderte nichts darauf, doch die Finger der Hand, die auf ihrem Bauch ruhte, hatten damit begonnen, sich in kleinen, wohlüberlegten Kreisen zu bewegen.

Er versuchte, sie umzubringen.

Nach mehreren Minuten dieser exquisiten Folter begann er, in einem Redeschwall aus leise gesprochenen Worten zu sprechen, als ob er seine Gedanken nicht davon abhalten konnte, seinen Lippen zu entströmen. "Ich habe immer geglaubt, dass ich meine Tage in Einsamkeit verbringen würde, und ich hatte dies als mein Schicksal im Leben, als mein Los, akzeptiert. Nachdem ich mich den Todessern angeschlossen hatte, war mein Leben für romantische Verwicklungen nicht förderlich. Es gab niemals eine ungefährliche Zeit, um irgendjemanden in mein Leben zu holen, und selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, fühlte ich mich dessen unwürdig. Trotzdem wünschte ich mir verzweifelt das, was Xenophilius und Eglantine hatten … diese Art von die Seele tief erfüllender Verbindung. Ich habe so etwas in der Richtung eines Abends bei einem ausgedehnten Trinkgelage in einem Anfall von Selbstmitleid ihnen gegenüber sogar zugegeben."

Er hielt inne und seine Finger stellten ihre Bewegungen ein. Hermione hielt ihren Atem an, während sie sich fragte, ob er fortfahren würde, oder ob ihm plötzlich bewusst geworden war, dass er mehr offenbarte, als er beabsichtigt hatte. Dann begannen seine Finger, sich erneut zu bewegen, und er sprach weiter.

"Ich habe niemals auch nur für einen Moment geglaubt, dass ich diese Art von Liebe, diese Art von Verbindung mit einer anderen Person erfahren würde. Und dann kamst du daher, und es war mehr, als ich mir jemals hätte vorstellen können." Seine Stimme brach, und Hermione spürte einen warmen Tropfen Flüssigkeit auf ihren Nacken fallen. "Als du dein Gedächtnis verloren hast—"

Hermiones Sicht verschwamm, als ihre Augen sich mit Tränen füllten, und sie drehte sich in seinen Armen herum, bis sie ihm ins Gesicht schaute, während sie auf seinem Brustkorb lag. "Ich bin jetzt hier, Severus. Ich mag mich nicht an alles erinnern können, aber ich bin jetzt hier." Sie streckte die Hand nach oben, um das Indiz für die einzelne Träne wegzuwischen, die seine Wange hinuntergerollt war.

Er erhaschte ihre Hand, bevor sie sie ihm entziehen konnte, und seine Augen schlossen sich, als er ehrfürchtig einen Kuss in ihre Handfläche drückte. Als sich seine Augen öffneten, keuchte Hermione auf, als er das volle Ausmaß seiner Liebe zu ihr und seines Verlangens nach ihr offenbarte.

"Ich habe deine Berührung vermisst", sagte er mit kratzender Stimme, als er ihre Handfläche gegen seine Wange presste und sein brennender Blick tief im Inneren ihrer Seele ein Feuer entfachte. "Niemand hat mich jemals berührt … bis auf dich."

Die Tränen, die an ihren Wimpern gehangen hatten, liefen nun ihre Wangen hinunter. "Dann lass mich dich berühren", wisperte sie, während die Finger ihrer freien Hand zitterten, als sie mit einem Knopf an seinem Hemd spielte. "Ich will … ich brauche—"

Ihre Worte wurden von dem Geräusch seines gequälten Aufstöhnens übertönt, als er ihren Körper zu sich heraufzerrte, bis sie sich ihm von Angesicht zu Angesicht gegenübersah. "Nein. Tu das nicht aus Mitleid heraus oder—"

Sie brachte ihn zum Schweigen – nicht mit ihren Fingern, sondern mit ihren Lippen. Sie dominierte den Kuss, forderte mit ihrem Mund und ihrer Zunge, dass er ihr Zugang gewährt. Als er zögerte, zwickte sie seine Unterlippe mit ihren Zähnen, um sich dann tief in seinen Mund hineinzugraben, als sich seine Lippen vor Überraschung teilten. Und dann verlor sie sich darin, wie er schmeckte und sich anfühlte, verlor sich in dem Gefühl seiner Zunge, die gegen die ihrige glitt, als er schließlich auf sie reagierte und mit ihr um Kontrolle rang. Feuer loderte tief in ihrem Inneren, und sie bot sich mit Freuden den Flammen dar.

Severus riss seinen Mund von dem ihrigen los; sein Atem kam in kurzen keuchenden Stößen, als er sie anstarrte. "Hermione, bist du sicher?"

Sie nickte vehement, ihr eigener Atem abgehackt, während ihre Finger damit begannen, die Knöpfe seines Hemdes zu befreien, bis ihre Hände imstande waren, nach innen zu schlüpfen. "Ich will deine Frau sein. Ich will deine Freundin sein, deine Geliebte … und ich will, dass du zu mir gehörst. Mein Ehemann. Ich will dich. Ich will dieses Leben. Bitte", bettelte sie beinahe. Ihre ganze Wesenheit – Körper und Seele – schrie nach ihm, ihre Worte als Wahrheit zu akzeptieren.

Sein Kuss war seine Erwiderung darauf.


A/Ü: Erklärung für den Begriff 'Brit picker': Bezeichnung für eine Person, die aus Großbritannien stammt und eine Fanfiktion-Geschichte durchliest, deren Autor/Autorin nicht-Britisch ist, um auf Akkuratesse hinsichtlich britischer Ausdrücke für die Charaktere und/oder Handlungsorte zu achten und gegebenenfalls diese zu korrigieren.