The Life Unlived
by sshg316
Chapter 5: Life to the Fullest
SUMMARY: SSHG; DH-compliant. Während sie die Besitztümer von Severus Snape durchsieht, macht Hermione eine faszinierende Entdeckung, die ihr Leben für immer verändert.
DISCLAIMER: Alle erkennbaren Charaktere und Handlungsorte sind Eigentum von JKR. Es ist keine Urheberrechtsverletzung beabsichtigt.
BETA READERS: DeeMichelle und Subversa
BRIT PICKER*: LettyBird
TRANSLATION: AleaThoron
Das Ungelebte Leben
Kapitel 5: Das Leben voll auskostend
Präzise sechs Monate nach Roses Geburtstag erneuerten Hermione und Severus ihr Hochzeitsgelübde. Hermione erlangte niemals die Erinnerungen an jene fünf Jahre wieder, doch dies spielte keine Rolle. Ihr gemeinsames Leben war mit Höhen und Tiefen, Freuden und Sorgen angefüllt, doch sie bereute niemals einen einzigen Moment davon. Sie hatte ihre Weichen gestellt – und ihr Herz daran gehangen – in Richtung auf das Hier und Jetzt und der Zukunft erlaubt, sich ohne Einmischung selbst zu entfalten.
"Slytherin? Warum in aller Welt würde der Hut Hugo, meinen süßen kleinen Jungen, nach Slytherin schicken? Da muss irgendein Irrtum vorliegen."
Hermione war ernsthaft besorgt, dass mit dem Sprechenden Hut irgendetwas nicht in Ordnung sein könnte. Hugo war ein liebenswürdiges, extrovertiertes Kind, das, als er älter wurde, immer mehr seinem Vater nachgeriet. Ron war praktisch das Aushängeschild für das Haus Gryffindor – mutig, draufgängerisch, lebenslustig, impulsiv. Hugo war weitgehend genauso. Dass er nach Slytherin einsortiert worden war, musste ein Versehen sein. Es gab keine andere Erklärung.
Severus setzte sich im Bett auf und bewegte sich dorthin, wo sie gegen das Kopfende des Bettes gelehnt saß, und legte einen langen Arm um ihre Schultern. Er griff nach ihrer Hand, um sie davon abzuhalten, weiterhin nervös an ihrem Ring zu drehen. Hermione lehnte ihren Kopf gegen seine Brust und schmiegte sich in seine Wärme.
"Bist du enttäuscht?", fragte er neutral.
Hermione rollte ihre Augen. "Nein. Ich bin nur einfach überrascht. Bei den beiden hätte ich es von Rose erwarten können – sie kann entsetzlich gewieft sein, wenn sie das will. Aber Hugo? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, was sich der Hut dabei gedacht hat."
Severus schnaubte. "Falls es dir aufgefallen ist, wenn Rose sich raffiniert verhalten hat – sie ist eine Gryffindor, keine Slytherin, was unter Beweis stellt, dass ihre Einsortierung berechtigt war." Er ignorierte den leichten Schlag gegen seine Brust und hat fuhr fort: "Was Hugo angeht – du siehst das Kind durch die Augen einer Mutter, Hermione. Du hast niemals sein eher ehrgeiziges und ziemlich durchtriebenes Wesen bemerkt, weil seine Freude an der Gesellschaft von Anderen die perfekte Tarnung bietet. Allerdings kann ich dir mit allergrößter Sicherheit erklären, dass er die Intelligenz seiner Mutter geerbt hat—"
"Vielen Dank auch."
"—die strategische Denkweise seines Vaters und einen spitzbübischen Charakterzug, der einzig von seinen Onkeln gekommen sein kann. Der Junge hat bislang allein deshalb Schwierigkeiten vermieden, weil er weiß, wie man nicht erwischt wird. Es ist an der Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen, Hermione – Hugo ist ein wahrer Slytherin."
Hermione seufzte, während ihre Finger kleine Kreise auf die kleine Stelle entblößter Haut zeichneten, wo die Knöpfe an der Oberseite seines Nachthemdes endeten. "Das muss dein Einfluss sein", sagte sie und bewegte sich, bis sie halb auf ihm lag.
In Severus' Augen glänzte so etwas Ähnliches wie Stolz. "Zweifellos", sagte er, und dann rollte er sie auf ihren Rücken, ihren Körper mit seinem eigenen bedeckend. "Und jetzt – wie würde es dir gefallen, vom ehemaligen Hauslehrer von Slytherin beeinflusst zu werden?"
"Was zur Hölle glaubst du, dass du da tust?"
Severus hielt inne – seinen Rücken ihr zugewandt – und nahm dann seine Betätigung wieder auf, seinen Schreibtisch auszuräumen. "Ich setze als gegeben voraus, dass Minerva dir davon erzählt hat."
Hermione schloss die Tür zu seinem Büro und stand mitten im Raum, ihre Arme verschränkt. "Ja, obwohl ich es lieber von dir gehört hätte."
Er legte behutsam das gerahmte Familienfoto ganz oben in den Schrankkoffer und schloss diesen. "Ich wollte dir eigentlich heute Abend davon zu erzählen."
"Und was dann, Severus? Willst du dein Arbeitszimmer ebenfalls räumen? Willst du vor mir davonlaufen?"
Er ließ seinen Kopf hängen, während er sich gegen den Schreibtisch abstützte. "Vielleicht sollten wir darüber reden, wenn ich heute Abend nach Hause zurückkehre."
"Nein!" Sie marschierte vorwärts und streckte die Hand aus, um ihn herumzudrehen, damit er ihr ins Gesicht blickte. "Du hast nicht vor, heute Abend nach Hause zu kommen, stimmt's?" Sie studierte sein Gesicht und war darüber schockiert, was sie fand. "Du hast vor wegzugehen? Ohne mich? Ohne die Kinder?"
Er sagte nichts. Er musste dies auch nicht – sein gequälter Gesichtsausdruck sprach Bände.
Hermione zwang ihre Stimme dazu, fest zu bleiben. "Von all den lächerlichen, dummen, idiotischen Plänen, die du zusammengebraut haben könntest … und worüber? Eine grundlose Beschuldigung durch das Kind eines ehemaligen Todessers, der auf Rache aus ist?"
Severus riss sich mit einem Ruck aus ihrem Griff, die Maske aus Gleichmut, die er vor so langer Zeit abgelegt hatte, jetzt felsenfest verankert. "Es wird eine Untersuchung geben. Jeder Missgriff, jeder Fehler, jede Sünde, die ich jemals begangen habe, werden auf dem Präsentierteller landen. Ich werde nicht hier stehen und weiterhin unterrichten und vorgeben, dass alles gut ist. Ich werde dir und den Kindern nicht erlauben, die Konsequenzen meiner Handlungen zu tragen."
"Hör auf damit." Sie streckte die Hand aus und ergriff ihn vorn an seinen Roben. "Ich werde dich das nicht machen lassen. Wir sind eine Familie, und als solche werden wir dieser Problematik gemeinsam ins Auge sehen. Sie haben keine Beweise, und du hast bereits erklärt, dass du dich Veritaserum unterziehen würdest. Du hast niemals deinen Zauberstab auf dieses Kind gerichtet – letzten Endes wird die Wahrheit herauskommen. Ich verstehe nicht, warum du derartig beunruhigt bist—"
"Sie werden mich ans Kreuz schlagen!", schrie Severus, und senkte dann seine Stimme zu einem Flüstern. "Sie werden die Gelegenheit benutzen, um ihre Neugierde über die Vergangenheit bis zum Erbrechen zu sättigen, um sich in jeden Winkel meiner Psyche, meiner Erinnerungen hineinzugraben und dort zu stöbern. Sie werden jedes Wort, das ich ausspreche, jede Geste, die ich mache, auf eine Art und Weise darstellen, die es durch die Einbeziehung von aufgebauschten oder reißerischen Einzelheiten darauf anlegt, starkes Interesse zu wecken und alles im Propheten drucken für jedermanns Augen zu sehen. Und sie werden dich und die Kinder gehörig runterputzen und alte Wunden wieder aufreißen. Ich werde dies nicht zulassen – nicht, wenn es in meiner Macht steht, das zu verhindern."
Hermione legte ihre Hand unter sein Kinn und lenkte seinen Blick auf den ihrigen. "Severus, du denkst im Moment nicht sonderlich klar. Die Zauberer-Welt betrachtet dich als Helden. Und bezüglich deiner Position als Professor hat der Schulrat gesagt, dass sie das allergrößte Vertrauen in dich haben."
Ihre Worte ließen ihn innehalten. Er forschte in ihrem Gesicht, als ob er nach irgendeinem Anzeichen suchte, das die Unrichtigkeit ihrer Behauptung andeutete.
"Und woher, genau, willst du das wissen?"
Sie wölbte eine Augenbraue, als sie in das Innere ihrer Tasche griff und ihm dann den Brief reichte, den Minerva ihr zugegesandt hatte, um ihm diesen zu übergeben. "Minerva hat mich freundlicherweise hinsichtlich deiner ziemlich voreiligen Kündigung in Alarmbereitschaft versetzt und mir erlaubt, per Flohnetz in ihr Büro zu kommen. Sie hat mir den Brief gegeben, als ich angekommen bin und mich gebeten, dass ich ihn direkt an dich aushändige. Wenn du dir die Mühe gemacht hättest, ihr ein paar Minuten mehr von deiner Zeit zu schenken, würdest du wissen, dass der Schulrat bereits eine Verlautbarung gegenüber der Presse abgegeben hat, in der der Rat sein unerschütterliches Vertrauen erklärt, dass sich diese Beschuldigungen als gänzlich falsch erweisen werden. Sie haben ebenfalls verkündet, dass die Anwesenheit der Presse bei der Anhörung nicht gestattet ist, und dass dir eine Vertrauensperson bewilligt wird, um sicherzustellen, dass ausschließlich jene für diese Beschuldigung relevanten Fragen gestellt werden."
Als sie ausgeredet hatte, hatte er bereits den Brief geöffnet und war dabei, den Inhalt zügig zu überfliegen. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe niemals erwartet—"
"Offensichtlich nicht", unterbrach ihn Hermione kurz angebunden, während ihre Augen feucht glitzerten. "Du warst im Begriff, deine Familie aufzugeben, und ich ziehe es vor zu glauben, dass du so etwas unter normalen Umständen nicht in Erwägung gezogen hättest."
"Natürlich würde ich das nicht!"
"In der Tat", fuhr Hermione fort, als ob er nicht gesprochen hätte, "scheine ich mich an ein gewisses Versprechen zu entsinnen, dass du vor ein paar Jahren abgegeben hast – dass du mich niemals verlassen würdest. Ich habe immer geglaubt, dass du ein Mann von Wort bist."
Er zog sie zu sich heran und hielt sie fest, als ob seine bloße Existenz davon abhängen würde, sie in seinen Armen zu halten. "Ich habe allein dich und die Kinder schützen wollen", sagte Severus abgehackt, während er sein Gesicht in ihrem Haar vergrub.
"Weder brauchen noch wollen wir deinen Schutz, Severus – wir brauchen dich. Ich bin kein dummes kleines Mädchen, das verhätschelt werden muss. Ich will an deiner Seite durchs Leben gehen – was immer uns auf unserem Weg auch begegnen mag. Wir werden das hier durchstehen, und auch alles andere, was das Leben uns an Steinen in den Weg werfen wird – gemeinsam. Das ist der einzige Weg."
Sie spürte sein antwortendes Nicken, und dann warf sie ihre Arme um seinen Hals und begann zu weinen; ihre Angst bei dem bloßen Gedanken daran, dass er so kurz davorgestanden hatte davonzulaufen, war übermächtig.
Er hielt sie eng an sich gedrückt, bis ihre Tränen versiegt waren, und dann murmelte er: "Denkst du, dass Minerva mir erlauben würde, meinen Kündigung rückgängig zu machen?"
Hermione seufzte erleichtert. "Ich bin davon überzeugt, dass sie das machen wird."
"Severus, versuch' mal, still zu halten. Ich will dich nicht mit dieser Nadel piksen. Da. Das ist perfekt", sagte Hermione, während sie ihrer Hände Werk bewunderte. Die tiefrote Rose war so dunkel, dass sie sich beinahe gegen das Schwarz seiner formellen Fest-Roben verlor. Zumindest wog das Grün es ein Stück weit auf. Sie lächelte, als sie sich an den Tag erinnerte, an dem sie von der Geburt von Draco Malfoys Sohn im Prophet gelesen hatte, und wie sehr sie den armen Jungen wegen der unglückseligen Wahl seiner Eltern hinsichtlich eines Namens bemitleidet hatte. Und jetzt …
"Warum muss es ausgerechnet Scorpius Malfoy sein?", grummelte Severus zum millionsten Mal.
"Genug", sagte Hermione entschieden. Sie hielt sanft sein Gesicht zwischen ihren Händen und zog seinen Blick auf sich. "Scorpius mag nicht der Zauberer sein, den du für sie auserkoren hättest, aber er ist derjenige, den Rose erwählt hat. Ich gebe zu, dass ich zu Anfang meine eigenen Zweifel hatte, aber sie liebt ihn, und du weißt sehr genau, dass Scorpius den Boden unter ihren Füßen anbetet."
Sie ließ ihn los, zupfte dann an seinen Ärmeln und ließ ihre Hände die Vorderseite seiner Roben entlang gleiten, um sie zu glätten. "Also, heute ist die Hochzeit unserer Tochter, und du stehst im Begriff, sie vor den Traualtar zu geleiten und sie dem Bräutigam zuzuführen. Ruiniere das nicht für die beiden, indem du finster blickst und schmollst. Du wirst dich benehmen. Verstanden?"
Severus ließ einen schweren Seufzer entweichen, sein missmutiger Gesichtsausdruck schmolz in Melancholie. Er lehnte seine Stirn gegen die ihrige und sagte: "Ich will sie nicht dem Bräutigam zuführen."
Hermione zog sich vor Überraschung von ihm zurück. "Du willst das nicht? Aber ich dachte, dass du zugestimmt hättest, dass sowohl du als auch Ron sie vor den Traualtar geleiten. Rose hat ihr Herz daran gehängt! Du darfst sie nicht enttäuschen—"
"Das ist nicht, was ich meinte", unterbrach er sie, seine dunklen Augen aufgewühlt. "Ich bin nicht bereit, sie einem Bräutigam zu überlassen … noch nicht."
"Oh, Severus", murmelte Hermione begreifend, während eine Hand in sein Genick driftete. "Sie liebt dich so sehr, und egal wie alt sie ist, Rose wird immer dein kleines Mädchen sein."
Severus wartete in der Eingangshalle, als sie die Tür öffnete. Hermione stellte ihre Tasche zu ihren Füßen ab und öffnete dann den Verschluss an ihrem Cape.
"Nun?", verlangte er ungeduldig zu wissen, "Wirst du mich den ganzen Abend lang auf die Folter spannen, oder wirst du dich dazu herablassen, mich hinsichtlich des Erfolges deiner Präsentation zu informieren?"
Sie ignorierte ihn und zog ihr Cape aus. Erst nachdem sie es an die Garderobe gehängt hatte, antwortete sie.
"Es lief gut."
"Es lief gut," wiederholte er, sein Ton gereizt, und Hermione wusste, dass sie nur noch für ein paar Momente mehr standhalten konnte, bevor er sich drastischen Maßnahmen zuwenden würde, um die Information zu erhalten, die er haben wollte – wie Kitzeln.
Sie entschied sich dafür, ihr Glück herauszufordern.
"Ja."
Er schenkte ihr seinen allerbesten finsteren Blick – zu einem gewissen Zeitpunkt in ihrem Leben hätte sie dabei Angst empfunden – und verschränkte seine Arme über seiner Brust.
Hermione rollte ihre Augen und versuchte dann, an ihm vorbei in die Küche zu gehen. Er streckte einen Arm aus, um ihren Weg zu blockieren und damit ihren Abgang aufzuhalten, und warf ihr flüchtig einen warnenden Blick zu.
"Hermione …"
Sie schnaubte. "Oh, schon gut." Sie seufzte und blickte zu ihm auf, während sie versuchte, ihren Gesichtsausdruck neutral zu halten. Aber sie konnte sich dem Zucken ihrer Lippen nicht erwehren, die drohten, zu einem unbändigen Grinsen zu erblühen.
"Du hast es geschafft", sagte er.
Ein breites Lächeln erschien. "Ja, ich hab's geschafft", bestätigte sie und warf sich dann in seine Arme.
"Ich hab's gewusst", sagte er, während sich seine Arme in einer kurzen festen Umarmung um sie zusammenzogen, bevor er sie bei der Hand nahm und sie in die Küche geleitete. "Das verlangt nach einer Ze le b rie rung – Champagner?"
Hermione kam zu einem abrupten Halt, als sie die Küche betrat. Der kleine Küchentisch war mit ihrer feinsten Tischwäsche, Kristall und Porzellan gedeckt worden. Ihre Lieblingsessen war bereits serviert worden und eine Flasche Champagner in der Mitte des Tisches kaltgestellt.
"Severus", hauchte sie, "das ist wunderschön. Danke." Sie drehte sich herum, um ihm ins Gesicht zu schauen, und presste ihre Lippen auf die seinigen.
Sie genossen ihre Desserts, als Hermione amüsiert fragte: "Was hättest du getan, wenn ich sie nicht davon überzeugt hätte, mir das Forschungsstipendium zuzuerkennen?"
Er hob eine Augenbraue, und sein Mund verzog sich zu einem kleinen, schiefen Lächeln. "Ich hätte gesagt, dass es eine Attitüde aus Mitleid war."
Hermione lachte. Severus besaß durchaus einen romantischen Charakterzug, einen, dem er gelegentlich nachgab, zu ihrem großen Vergnügen.
"Wann werden die Forschungsarbeiten beginnen?", fragte er, während er ihr ein weiteres Glas Champagner eingoss.
"In einem Monat oder so. Ich muss die Zusammenzustellung des Teams abschließen, und dann gibt es ein paar Vorarbeiten, die erledigt werden müssen, bevor wir mit den Versuchen bei den Patienten beginnen können."
"Gut."
Hermione wartete darauf, dass er weitersprach, doch er schwieg, sein Blick auf die Tischdecke fokussiert, während seine langen Finger den Stiel seines Champagnerglases entlangrannen. Sie legte ihren Kopf schief. Seine Resonanz war eher ungewöhnlich gewesen; normalerweise hätte er weitere Fragen gestellt und verschiedene Hypothesen diskutiert. "Geht es dir gut?"
"Natürlich", sagte er, seine Miene ausdruckslos.
Jetzt wusste sie, dass etwas nicht in Ordnung war. "Entzieh' dich mir nicht. Weder mag ich das noch schätze ich es. Wo liegt das Problem?"
Er ließ einen Finger über den Rand seines Champagnerglases gleiten, seine Augen blindlings mitten auf den Tisch fixiert. "Ich verstehe deine Beweggründe für dieses Projekt. Allerdings – ich kann mir nicht helfen, mich zuweilen zu fragen … Was hoffst du, damit zu erreichen?"
"Ich bin mir nicht sicher, was du meinst", erwiderte Hermione verwirrt. "Wir haben darüber mehrfach diskutiert. Willst du, dass ich das Projekt aufgebe?"
"Natürlich nicht", sagte er nachdrücklich. "Das Thema Gedächtnisverlust ist für uns beide bedeutungsschwer. Das St. Mungo's hat mit der Auswahl von dir und deinem Team eine weise Entscheidung für das diesjährige Forschungsstipendium getroffen. " Er hielt inne, und sie beobachtete, wie schwer er sich tat, seine Bedenken zu artikulieren. "Dein Projekt hat viele alte Fragen wieder auferstehen lassen, das ist alles. Ich frage mich bloß, ob …"
"Ja?"
"Ich frage mich, ob du dies möglicherweise im übertragenen Sinne als eine Art Reinigung der Emotionen bezüglich deines eigenen Gedächtnisverlusts betrachtest. Vielleicht hegst du sogar so etwas wie Bedauern über deine Entscheidung zu bleiben … hinterher."
Von allen Dingen, die er hätte sagen können, war dies dasjenige, das sie am wenigsten für möglich gehalten hätte. Nach all diesen Jahren zu erkennen, dass er immer noch Zweifel an ihrer Liebe zu ihm hegte, war herzzerreißend. "Weshalb würdest du überhaupt jemals solch einen Gedanken entwickeln?"
Er zuckte mit den Achseln, und Hermione erhob sich von ihrem Platz und quetschte sich zwischen ihn und den Tisch, bis sie auf seinem Schoß saß.
"Hör mir jetzt sofort zu, Severus Snape. Ich liebe dich. Ich habe niemals auch nur für einen einzigen Moment unser gemeinsamen Lebens bereut. Ich bin da, wo ich sein will – hier, in diesem Augenblick, mit dir."
Er entspannte sich und legte seinen Kopf in ihre Halsbeuge, während seine Hände über ihren Rücken hinaufglitten, bis sich eine seiner Hände in ihrem Haar verhedderte. Dann zog er ehrfurchtsvoll mit seinem Mund eine Spur entlang ihres Halses zu ihrem Ohr und murmelte: "Danke."
"Hugo, sie ist wunderschön!", erklärte Hermione mit leiser Singsang-Stimme, während ihre Augen das winzige Wesen in sich einsogen, das sie in ihren Armen hielt. Tiefblaue Augen blinkten ihr eulenhaft entgegen, und der perfekte kleine Rosenknospen-Mund öffnete sich zu einem ausladenden Gähnen. Hermione grinste und ließ ihre Finger behutsam eine samtene Wange hinuntergleiten, absolut verzaubert vom neuesten Zuwachs in ihrer Familie.
"Herzlichen Glückwunsch", sagte Severus, als seine Hand auf Hugos Schulter klopfte und er sich danach herunterbeugte, um die Wange seiner sehr abgespannten Schwiegertochter zu küssen, die auf der Couch ruhte. Dann bewegte er sich so, dass er hinter Hermione zu Stehen kam, um über ihre Schulter hinweg auf das kleine Mädchen zu spähen, das sie zu Großeltern gemacht hatte. "Ja, sie ist definitiv eine Weasley", sagte er, während er den Anblick der flaumigen Fusseln aus rotem Haar oben auf dem Kopf der Neugeborenen in sich aufnahm.
Ron lachte, was das Baby erschreckte. "Das ist ziemlich offensichtlich, Kumpel."
"Wo ist Eleanor?", fragte Hermione, während sie den Säugling sanft auf und ab hüpfen ließ, um sie zu beruhigen; sie hatte mit der Frau, an die sie jetzt als eine Freundin dachte, seit ein paar Wochen nicht gesprochen, da sie mit einem Projekt für die Mysteriumsabteilung beschäftigt gewesen war.
Hugo gluckste. "Sie ist im Zimmer nebenan. Ist in Ohnmacht gefallen, als Vati sie 'Oma' genannt hat."
"Das ist sie nicht. Sag die Wahrheit, Hugo", schimpfte Rose, obwohl ihre Augen ihren Ton Lügen straften; sie war viel zu glücklich, um wirklich über ihren Bruder verärgert zu sein. "Tessa hat eine Art Magen-Darm-Infekt, und Eleanor und Vati waren die ganze Nacht mit ihr auf. Der Heiler hat gesagt, dass es für sie in Ordnung wäre, das Baby zu besuchen, solange sie einen Hygiene-Zauber für die sanitären Einrichtungen verwenden würden, aber Eleanor ist in ihrem Stuhl eingeschlafen, so dass Vati sie nach Hause geschickt hat, um Schlaf nachzuholen."
"Ist Tessa okay?", fragte Hermione, in Sorge über das Jüngste der Halbgeschwister ihrer Kinder. Tessa würde in ein paar Monaten elf Jahre alt werden. Zusätzlich gab es noch drei weitere: John war fünfzehn Jahre alt, Roger, der siebzehn war und Henry mit zwanzig Jahren.
"Ja, Eleanor hat gesagt, dass sie in ein paar Tagen wieder in Ordnung sein sollte", antwortete Ron. "Ich hoffe in der Tat, dass sie Recht hat, denn ich bin todmüde."
"Und wie kommt es dann, dass du immer noch hellwach bist, Vati?", fragte Hugo schelmisch; er kannte offensichtlich bereits die Antwort auf seine Erkundigung.
Ron schickte einen schwer beleidigten flüchtigen Blick in Richtung seines Sohnes und verschränkte dann die Arme über seinem Brustkorb, bevor er murmelte: "Ich hatte eine von diesen zischenden Muggel-Brausen mit diesem Kaffeetin-Zeug drin."
"Du meinst Koffein?", fragte Rose alarmiert. "Vati, du weißt doch, dass Eleanor es nicht mag, wenn du koffeinhaltige Getränke trinkst – das letzte Mal, als du so eins getrunken hast, hast du drei ganze Tage nicht geschlafen!"
"Nur, weil ich mehr als eins davon getrunken habe!", sagte Ron sich verteidigend.
"Wie viele hattest du?", fragte Severus, amüsiert durch die Geschichte.
Ron murmelte unterdrückt eine Zahl vor sich hin, und blickte dann flüchtig auf, nur, um aller Augen auf ihn gerichtet zu finden. "Sieben, in Ordnung? Es war heiß, und ich habe Durst gehabt!"
Hermione lachte leichthin gemeinsam mit den anderen, um den Säugling nicht zu erschrecken, doch die kleine Dahlia Hermione Weasley begann trotzdem zu jammern. "Ich glaube, dass da jemand ihre Mama will."
"Ich werde sie eben ins andere Zimmer bringen, um sie zu füttern", sagte Lydia.
Hugo war sofort an Lydias Seite und half ihr aufzustehen. Er hob die kleine Dahlia aus Hermiones Armen und wich dann seiner Frau nicht von der Seite, als sie langsam in Richtung zu ihrem gemeinsamen Schlafzimmer strebte.
Hermione seufzte und lehnte ihren Hinterkopf gegen die Schulter ihres Mannes, als er seine Arme um sie schlang. "Sie ist perfekt, nicht wahr?"
Severus murmelte seine Zustimmung. "Es wird interessant sein, ein Baby in der Familie zu haben."
Ihre Hände auf seine Arme legend, reckte Hermione ihren Kopf, so dass sie auf ihren Mann schauen konnte. "Hast du jemals bedauert, dass wir niemals ein eigenes Kind hatten?"
Sie hatten niemals aktiv versucht, ein gemeinsames Kind zu bekommen, sie hatten allerdings auch niemals irgendetwas unternommen, um dies zu verhindern. Es hatte sich einfach für sie nicht ergeben. Hermione hätte nichts dagegen gehabt, ein Kind mit Severus zu haben, doch dies wäre nur das Sahnehäubchen auf der Torte gewesen – ihr Leben fühlte sich auch so ausgefüllt und vollkommen an.
Hermione beobachtete, wie Severus seinen Blick über ihre wachsende Familie schweifen ließ, wie sein Blick dann auf Rose und die kleine Rundung fiel, die gerade erst sichtbar geworden war; sie würden in ein paar kurzen Monaten abermals Großeltern sein. Schließlich schaute er sie an, und seine Augen glitzerten verdächtig, als er sagte: "Nein. Ich bereue gar nichts. Ich habe mehr, als dass ich mir jemals hätte wünschen können."
Hermione ergriff mit ihrer knorrigen Hand fest Severus' Arm, als sie mit ihrer Familie auf dem überfüllten Bahnsteig stand. Der jüngste ihrer Urenkel, Severus Ronald, reiste zu seinem ersten Jahr in Hogwarts ab, und Severus hatte gewünscht, sich von ihm zu verabschieden. Er verließ das Cottage nicht häufig, wagte sich gewöhnlich nur so weit als bis zum Garten hinterm Haus, da seine Gesundheit in den letzten Monaten eher prekär gewesen war, doch er war entschlossen gewesen, den letzten von dieser Generation nach Hogwarts zu verabschieden. Und so war ihr Enkel, Peter, das mittlere Kind von Rose und Scorpius, früh an diesem Morgen angekommen, um sie zu begleiten, als sie auf Gleis Neundreiviertel apparierten.
Nach unzähligen Küssen, Umarmungen und Tränen, bestieg der junger Severus Weasley schließlich den Zug. Er winkte enthusiastisch aus einem offenen Fenster, und der Zug begann, sich in Bewegung zu setzen, der Auftakt zu der lang erwarteten Reise des jungen Burschens nach Hogwarts.
Es gab danach eine weitere Welle aus Küssen und Umarmungen, da die Enkelkinder alle ihre eigenen geschäftigen Leben – Dinge zu erledigen und Menschen zu treffen – hatten. Binnen kurzem waren nur noch Hermione und Severus gemeinsam mit Peter auf dem Bahnsteig zurückgeblieben, der geduldig gewartet hatte, um sie nach Hause zu eskortieren.
Als sie in Richtung des Apparierpunkts gingen, schüttelte Hermione ihren Kopf. "Es scheint erst gestern gewesen zu sein, dass Severus geboren wurde. Wo in aller Welt ist die Zeit abgeblieben?"
Severus schenkte ihr ein heiseres Glucksen und drückte ihre Hand. "Ich glaube, dass du es warst, die mir vor vielen Jahren gesagt hat, dass Kinder eine Methode haben, sich immer dann zu entwickeln, wenn man nicht hinschaut."
"Das tun sie mit Bestimmtheit."
Hermione liebte und hasste Tage wie diesen gleichermaßen. Sie liebte die Zeit, die sie mit der Familie verbrachte, und in der sie – sozusagen – die Früchte ihrer Arbeit sehen konnte; doch es war insofern bittersüß, als dass es sie genau daran erinnerte, wie schnell die Zeit davonlief.
Ihre Grübeleien wurden unterbrochen, als Severus abrupt stehen blieb. Sie blickte zu ihm auf und runzelte die Stirn. "Bist du in Ordnung? Du siehst ein wenig blass aus."
"Es geht mir gut. Nur ein wenig außer Atem. Gib mir einen Mom—"
Dann beobachtete sie – völlig entsetzt – wie Severus vorwärts taumelte, heldenhaft darum ringend, aufrecht stehen zu bleiben.
"Peter!", rief Hermione aus, verzweifelt darum bemüht, ihren Griff um Severus' Arm aufrechtzuerhalten, als er zu ihren Füßen zusammenbrach.
"Es tut mir leid, Mrs. Snape."
Der junge Heiler schenkte Hermione ein mitfühlendes Lächeln und ging dann davon, auf zu seinem nächsten Patienten.
Sie stand mitten im Korridor, und seine Worte hallten im Inneren ihres Kopfes nach.
'Sein Verstand scheint genauso scharfsinnig zu sein wie immer, doch sein Körper ist verbraucht. All seine lebenswichtigen Organe versagen langsam, und seine Magie erschöpft sich. Ich würde sagen, dass er wenigstens ein paar Stunden hat, höchstens jedoch ein paar Tage.'
Ein paar Stunden? Hermione konnte schon allein den Gedanken an eine Welt ohne Severus darin nicht mental erfassen. Sie wollte nicht auch nur ansatzweise solch eine Möglichkeit in Erwägung ziehen, und doch – in schon wenigen Stunden würde diese Welt ihre Wirklichkeit sein.
Sie stand wie festgefroren, außerstande, sich zu bewegen, abgesehen von dem Daumen, der ihren Ehering um ihren Finger drehte.
Ihr Ehemann.
Severus.
Sie musste ihn sehen, musste mit ihm zusammen sein, um jede einzelne Sekunde mit ihm zu verbringen. Sie würde bei ihm bleiben … bis zum bitteren Ende.
Hermione schluckte die Schluchzer herunter, die nach ihrer Kehle griffen und verzweifelt versuchten, ihr zu entkommen. Ihren Rücken straffend, drehte sie sich herum, um ihren Blick auf den Pulk aus Familie und Freunden zu richten, die sich versammelt hatten, nachdem sie von Severus' Zusammenbruch auf dem Bahnhof gehört hatten. Die meisten ihrer Kinder, Enkelkinder und Urenkel waren anwesend, genauso wie Harry und Ginny, Ron und Eleanor, Luna und ihr Mann, Johannes, und Dutzende von diversen Weasleys.
"Der Heiler sagt, dass er dieses Mal nicht nach Hause kommen wird", sagte sie unverblümt. "Ich werde hier bei ihm bleiben, bis …" Sie hielt inne, nicht imstande, die Worte tatsächlich auszusprechen, und versuchte, ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden, bevor sie sich ihren Kindern zuwandte. "Rose, Hugo, Luna. Ich hätte gern, dass Ihr bleiben würdet – zumindest für kurze Zeit. Severus wird Euch sehen wollen."
Sie blickte sich auf dem überfüllten Korridor um und lächelte zitternd. "Vielen Dank für Eure Anwesenheit. Es bedeutet mir so viel, dass Ihr gekommen seid. Der Heiler sagt, dass er in diesem geschwächten Zustand für mehrere Tage am Leben bleiben könnte - wenn Ihr also gern nach Hause zurückkehren würdet, bitte, empfindet es nicht so, als ob Ihr um meinetwillen hierbleiben müsstet."
"Wir werden bleiben, Hermione", sagte Harry, während er mit seiner Hand durch seinen weißen Haarschopf fuhr und dann einen Arm um Ginnys Schultern legte.
"Wir auch." Rons Gesicht war fleckig, und seine Augen waren feucht. Severus hatte eine wesentliche Rolle im Leben seiner Kinder gespielt, und in gewisser Hinsicht – wie Hermione plötzlich begriff –hatten die beiden Zauberer ein sehr außergewöhnliches, allerdings sehr reales Band zueinander geformt.
Sie spürte eine Hand auf ihren Arm – Luna. Sie wollte ihre Arme um ihre Freundin schlingen, so dass sie gemeinsam trauern konnten – doch sie wusste, dass sie dies später tun würden.
Hermione schloss ihre Augen und nahm sich einen Moment Zeit, um ihre Gedanken zu sammeln, doch sie blieben zusammenhanglos. Der Tod, wusste sie, war ein Teil des Lebens, doch das machte es nicht leichter zu ertragen. Sie hatten Arthur vor fünf Jahren verloren, und Molly war ihm innerhalb eines Jahres nachgefolgt. Xenophilius war im vorherigen Sommer hinter den Schleier gezogen worden, was Severus besonders hart getroffen hatte. "Jetzt bin ich der letzte von uns", hatte er ihr in abgehackter Sprechweise zugewispert, während er die Schnitzerei der vier Häuser in seinen Händen gehalten hatte.
Und nun …
Rose und Hugo nahmen jeder eine ihrer Hände und führten Hermione in den Raum; Luna folgte ihnen dahinter allein. Obwohl Hermione nichts anderes wollte, als zu weinen und zu wüten, wusste sie, dass sie ihre Emotionen unter Kontrolle halten musste; sie konnte psychisch zusammenbrechen … später.
Hermione beobachtete – weder sah noch hörte sie die Szene, die sich vor ihr abspielte – als Severus sich von den Kindern, die er als seine eigenen ansah, und der Patentochter verabschiedete, die er so sehr anbetete. Ihr Geist war in Erinnerungen ihres gemeinsamen Lebens gefangen, von den Freuden und Sorgen, den sie geteilt hatten. Wie sollte sie ohne ihn weitermachen?
"Hermione."
Seine Stimme zerrte sie aus ihren Gedanken heraus, und sie bemerkte, dass sie allein waren.
"Komm her", sagte er, seine Stimme schwächer, als sie diese jemals gehört hatte.
Sie ging zu ihm hinüber und setzte sich auf den Stuhl neben seinem Bett, nahm seine Hand zwischen ihre beiden Hände. "Wie fühlst du dich? Hast du Schmerzen?"
"Nein. Ich fühle mich … müde. Und in Verlegenheit gebracht."
"Verlegen?"
"Ich bin auf dem verdammten Bahnhof zusammengebrochen", grummelte er, während seine bleichen Wangen sich leicht pink färbten. "Es wird morgen groß im Tagespropheten zu lesen sein."
Hermione konnte sich eines zärtlichen Lächelns nicht erwehren, selbst, als sie ihre Tränen zurückhielt. Sie tätschelte seine Hand und sagte: "Nun, du hast schon immer einen dramatischen Abgang geliebt."
Er gab ein kurzes schnaubendes Gelächter von sich, das Geräusch mehr durch seinen Atem verursacht, als durch seine Stimme. Er drückte ihre Hand und sagte: "Ich muss dir etwas erzählen, Hermione. Dies hier wird meine letzte Chance dazu sein — meine Zeit läuft ab."
Die Tränen, die sie so tapfer zurückgehalten hatte, ergossen sich nun aus ihren Augen und strömten ihre runzligen Wangen hinunter.
Er ergriff ihre Hand fester. "Es wäre ein Leichtes für mich gewesen, niemals nach Großbritannien zurückgekehrt zu sein, und den Rest meines Lebens im selbstgewählten Exil verbracht zu haben. Und dann kamst du und hast mein Leben auf den Kopf gestellt … und hast mir erlaubt, wirklich zu leben. Es gibt niemanden anderen, mit dem ich dieses Leben lieber gelebt hätte. Vielen Dank dafür, dass du es mit mir geteilt hast. Ich liebe dich."
Hermione wischte ihre Tränen mit einer Hand weg und lächelte ihn zitternd an. "Dich zu lieben, war der schönste Teil meines Lebens. Ich wünschte, ich hätte die verloren gegangenen fünf Jahre zurück … nicht, weil ich immer noch empfinde, dass irgendetwas verloren gegangen ist – denn dem ist nicht so, schon lange nicht mehr – sondern, weil es noch weitere fünf Jahre voller Erinnerungen mit dir bedeuten würde. Ich liebe dich, liebe dich so sehr."
Keine weiteren Worte wurden zwischen ihnen gesprochen. Sie hielten einander bloß an den Händen, während sie in die Augen des jeweils anderen starrten; Worte waren nicht erforderlich.
Eine Stunde verging, dann zwei, bis sich Severus' Augen letztendlich schlossen und seine Atmung sich verlangsamte. Hermione legte ihren Kopf auf seinem Unterarm, ihre Augen geöffnet, auf das weiße Bettlaken seines Krankenhaus-Bettes starrend. Sie atmete bewusst, stimmte ihr Einatmen zeitlich mit seinem ab, während der vertraute Geruch nach Zaubertrank-Zutaten und Kräutern ihre Nasenlöcher füllte. Ihre Hände klammerten sich eisern an seinen fest, selbst als sein Griff sich lockerte. Er sog einen letzten Atemzug ein, und dann bewegte er sich nicht mehr, und sie wusste … er war gegangen.
Ihre Augen schließend, begann Hermione zu weinen. Er war gegangen. Was würde sie je ohne ihn anfangen?
"Hermione?"
Lunas Stimme durchschnitt den Nebel innerhalb ihres Geistes. Ihre Augen fühlten sich bleiern an, als ob sie eingeschlafen wäre. Sie bemerkte plötzlich, dass Severus' Hand nicht länger in der ihrigen lag. Hatten sie ihn bereits weggebracht?
"Hermione!"
Sie öffnete ihre Augen und war augenblicklich verwirrt. Sie hatte gesessen, doch jetzt schien es so, als ob sie läge, da sie an die Decke schaute. Sie verlagerte ihren Körper, und irgendetwas fiel aus ihrer Hand auf den Fußboden. Desorientiert und konfus war Hermione im Begriff, Luna zu fragen, wer sie zu Bett gebracht hatte, als die Hexe ihr Sichtfeld betrat.
"Merlin sei Dank, du bist wach! Ein Heiler sollte bald hier sein. Du warst ziemlich lange bewusstlos, also habe ich mich mit dem St. Mungo's in Verbindung gesetzt. Was ist geschehen? War es ein Blibbernder Humdinger?"
Hermione schloss ihre Augen und öffnete sie dann wieder, doch alles blieb dasselbe. Sie schaute sich in Lunas Wohnzimmer um, und fand sich umgeben von Severus' Büchern und Pergamenten und Tagebüchern. Ihr ganzer Körper zitterte, als sie ihre Hände vor ihre Augen hob. Ihr Ehering fehlte, und ihre Haut war glatt und makellos.
"Oh, nein. Nein." Sie setzte sich auf und schaute weiterhin auf ihre Hände, ballte sie dann zu Fäusten, als sie ihre Arme um sich selbst schlang, während sie sich wie unter Schmerzen krümmte. Ihr Blick senkte sich auf den Fußboden und landete auf einer kleinen, hölzernen Kugel. "Nein! Das ist nicht möglich. Das ist nicht wahr."
"Geht es dir gut?", fragte Luna, die neben der Couch kniete, ihre grauen Augen voller Besorgnis geweitet.
Hermione schüttelte langsam ihren Kopf, als sie in das jugendliche Gesicht ihrer Freundin blickte – ein Gesicht, das sie seit Jahrzehnten nicht gesehen hatte. "Nein. Nein!"
In ihrer Qual löste sie sich in einen reißenden Strom aus Tränen auf.
A/N: Bringt mich nicht um! Bitte! Wartet einfach ein klein bisserl länger mit mir, und es wird alles erklärt werden – ich verspreche es. Viele von Euch haben genau dies kommen sehen, und wirklich, es gab genügend Hinweise, so dass diese Entwicklung nicht völlig unerwartet gewesen sein sollte. Habe ich Recht? *versucht sich mit allen Mitteln herauszuwinden *
Die Fernsehepisode mag einigen von Euch an diesem Punkt klar sein. Nein, es ist nicht Dallas.;) Irgendwelche Mutmaßungen? Ich werde die Antwort nach dem nächsten Kapitel posten.
Außerdem habe ich vergessen, meine Anmerkungen zum vorherigen Kapitel beizufügen, dass die Zeile "Ich hätte nicht gedacht, dass sie in Schweden Lederhosen tragen würden" ein Wink an meinen Mann war – sie ist aus einem seiner Lieblingsfilme, "Die Glücksritter".
sshg316
A/Ü: Erklärung für den Begriff 'Brit picker': Bezeichnung für eine Person, die aus Großbritannien stammt und eine Fanfiktion-Geschichte durchliest, deren Autor/Autorin nicht-Britisch ist, um auf Akkuratesse hinsichtlich britischer Ausdrücke für die Charaktere und/oder Handlungsorte zu achten und gegebenenfalls diese zu korrigieren.
Ja, die Fernsehepisode … Das hat auch mich damals, als ich diese Geschichte zum ersten Mal las, fürchterlich ins Grübeln gebracht. Im Nachhinein war es eigentlich offensichtlich, aber zu der damaligen Zeit … Ich hab' die Lösung nicht gefunden gehabt. *schäm*
Alea
