Vielen Dank an "Der Hofnarr" und aragock fürs betaen.

Kapitel 2: Guck Mama, ohne Zauberstab

Am nächsten Morgen beschloss Harry, zuerst an Hermine zu schreiben. Er musste eine Menge Briefe schreiben, und es war daher das Beste, sofort damit anzufangen. Er kletterte aus dem Bett und ließ sich auf den wackligen Stuhl vor seinem Schreibtisch fallen. Pergament, Federkiel und Tinte waren auch gleich zur Hand und Harry fing an zu schreiben.

Liebe Hermine,

mir geht es so gut wie man es erwarten kann. Eine Zeit lang war ich in einem schlechten Zustand, aber die letzten Tage ging es mir besser. Ich habe angefangen, ein bisschen zu lernen. Es hilft mir, mich abzulenken. Ich esse so viel wie ich hier immer esse, was sicherstellen sollte, dass Mrs. Weasley das nächste Mal, wenn wir uns sehen, für ein wenig Wirbel um mich sorgen wird.

Ich hoffe, bei dir und deinen Eltern läuft alles gut. Du wirst ihnen früher oder später die Wahrheit sagen müssen. Vielleicht ist jetzt ja die richtige Zeit. Lass sie einfach wissen, dass du jetzt ein Teil der Zaubererwelt bist und sie ein Teil von dir ist. Hilf ihnen, zu verstehen, dass du immer noch in Gefahr sein wirst, auch wenn sie dich aus Hogwarts nehmen. Es würde dir nur deine Hilfsmittel nehmen, um dich zu wehren und um dich selbst zu beschützen. Das Beste für dich wäre, weiter zu lernen, so dass du dich richtig verteidigen kannst, sollte es so weit kommen. Ich bin sicher, sie werden es verstehen. Wenn du Hilfe oder so etwas brauchst oder glaubst, ein Brief von mir könnte helfen, sag einfach Bescheid. Ich würde dir ja anbieten, dich zu besuchen, um dir zu helfen, wenn du mit ihnen redest, aber im Moment bin ich hier mehr oder weniger gefangen.

Pass auf dich auf

Harry

Harry schickte Hedwig mit dem Brief los und ging dann zur Tür und hinaus. Er frühstückte schnell, sehr zum stummen Missfallen seiner Verwandten. Die Drohung, die Moody und die Anderen auf dem Bahnhof gemacht hatten, hing noch immer über ihren Köpfen und sie waren unwillig, Harry Probleme zu machen. Stattdessen ignorierten sie ihn, was Harry nur passte.

Nachdem er wieder hochgegangen war, setzte sich Harry zurück an den Tisch und wandte seine Aufmerksamkeit in sich. Es wurde Zeit, dass er begann, zauberstablose Magie zu üben. Er war sich nicht sicher, wie er anfangen sollte. Bis jetzt hatte er nur gelernt, wie er seine Magie durch seinen Zauberstab fokussieren konnte. Niemand hatte ihm je gesagt, dass es möglich war, ohne Zauberstab zu zaubern.

Harry dachte an die Nacht zurück, als er von Dementoren angegriffen worden war und versuchte, herauszufinden, was er getan hatte. Alles, an was er sich erinnern konnte, war, wie er in der Dunkelheit fieberhaft herumgesucht hatte und er sich verzweifelt gewünscht hatte, sehen zu können, was er tat. Er hatte Licht gebraucht und einfach 'Lumos' gesagt, ohne wirklich darüber nachzudenken.

Er rief sich die Zeiten, als er Spontanmagie verwendet hatte, in Erinnerung in der Hoffnung, dass es irgendwie zu dem führen würde, was er wissen musste, um zauberstablos zaubern zu können. Immer, wenn er Spontanmagie verwendet hatte, hatte er gewollt, dass etwas passierte und es war dann einfach geschehen. Nicht immer auf die Weise, wie er gewollt hatte, aber vielleicht war das einfach, weil er keine richtige Kontrolle über die Magie gehabt hatte.

Einmal hatte er Dudley und seiner Gang entkommen wollen und das Nächste, an das er sich erinnerte, war, dass er auf dem Dach seiner Schule war.

Ein anderes Mal hatte er gewollt, dass seine Tante Marge den Mund hält und ihr aufgeblähtes Ego im Zaum hält. Wenn er daran zurückdachte, war aufgebläht nicht die beste Wahl für einen Gedanken gewesen, da genau das passiert war. Sie war wie ein Luftschiff aufgeblasen worden und war davongeschwebt.

Den einzigen Unterschied, den er erkennen konnte, war die Kontrolle. Als er Lumos gesprochen hatte, hatte er seine Magie kontrolliert. Er hatte eine bestimmte Funktion gewollt und hatte das gewünschte Ergebnis bekommen. Bei den anderen Malen hatte er nur gewollt, dass irgendetwas passiert, um das Problem aus der Welt zu schaffen, ohne eine bestimmte Lösung vorzugeben und hatte sporadische Ergebnisse bekommen. Theoretisch musste Harry also nur etwas wirklich möchten und es dann in einer bestimmten Weise wollen, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren.

Mit diesem Gedanken im Kopf fing Harry an und versuchte seinen Federkiel ohne die Hilfe seines Zauberstabs fliegen zu lassen.

Eine Stunde später hatte der Federkiel kaum gezuckt und es war fraglich, ob die Ursache dafür Harrys Magie, der Wind, oder doch nur eine Wunschvorstellung von Harry war. Harry fing an, frustriert zu werden. Er begann, an all die Dinge zu denken, die er diesen Sommer erreichen wollte und wie sehr es helfen würde, wenn er zauberstablose Magie beherrschen würde. Er wünschte, dass sein dummer Federkiel sich einfach bewegen würde. Und er tat es.

Der Federkiel schoss in die Höhe und blieb mit seiner Spitze in der Zimmerdecke hängen, während die Feder herunterhing. Harry hatte etwas in sich aufwallen gefühlt, von dem er nur annehmen konnte, dass es seine Magie war. Er hatte den Federkiel endlich dazu gebracht, sich zu bewegen, aber es war nicht ganz das, was er sich erhofft hatte. Er hatte nur minimale Kontrolle über das, was passierte. Er kontrollierte den Zauberspruch, aber nicht die Stärke.

Von seinem kleinen Erfolg etwas bestärkt konzentrierte Harry sich auf den Federkiel, der in der Decke steckte. Er wollte, dass er aus der Decke herausgeht und langsam auf seinen Tisch schwebte. Er konnte sehen wie der Federkiel anfing sich zu bewegen und fühlte wie sich etwas in ihm regte. Das letzte Mal war es ein Stoß, schnell und machtvoll gewesen. Dieses Mal war es eine sich langsam bewegende Strömung in ihm. Der Federkiel befreite sich und schwebte langsam hinunter auf seinen Schreibtisch. Als der Federkiel landete, hörte auch die Strömung in ihm auf.

Harry wandte seine Aufmerksamkeit einem kleinen Buch auf dem Schreibtisch zu. Er konzentrierte sich auf sich selbst und das Gefühl der Magie, die durch seinen Körper floss. Er hoffte, es reproduzieren zu können. Er wollte, dass das Buch vom Schreibtisch wegflog. Er konnte fühlen, wie die Magie sich langsam ihn ihm aufbaute und durch seinen Körper floss. Einen Moment später erhob sich das Buch und schwebte über dem Schreibtisch.

Harry probierte das an einigen anderen Dingen aus und erhöhte mit dem Nächsten immer das Gewicht. Nachdem er sein Bett ein paar Zentimeter über dem Boden hatte schweben lassen und es dann langsam und geräuschlos wieder auf den Boden befördert hatte, entschied er, dass er das Schweben drauf hatte. Also entschloss er sich, sich einem anderen Zauberspruch zuzuwenden.

Er entschied als nächstes den Aufrufezauber zu probieren. Er konzentrierte sich wieder darauf, seine Magie zu sammeln, bis sie anfing wie zuvor zu fließen. Er richtete dann seine Aufmerksamkeit auf seinen Federkiel und wollte, dass er zu ihm kam. Er fühlte, wie sich die Magie in ihm etwas veränderte, aber er kämpfte dagegen an, so dass er sie konstant hielt und er nicht die Kontrolle über den Zauberspruch verlor. Das führte dazu, dass der Federkiel sich zwischen schweben und zu Harry fliegen abwechselte, scheinbar nicht in der Lage, sich zu entscheiden.

Harry hörte auf und der Federkiel fiel auf den Boden. Er hob ihn auf und legte ihn wieder auf den Schreibtisch, bevor er zurücktrat und es erneut versuchte. Er fühlte dieselbe Veränderung in seiner Magie und musste diese zurückhalten, was dieselbe Auswirkung wie zuvor auf den Federkiel hatte. Er unterbrach und überlegte, was passierte. Es gab offensichtlich einen Unterschied. Es war, als ob er gleichzeitig einen Aufrufezauber und einen Schwebezauber sprach.

Die Frage war: Warum passierte das? Hatte er mehr Probleme, seine Magie zu kontrollieren, weil es ein schwierigerer Zauber war? Würde es sein Problem lösen, wenn er in der Lage wäre, seine Magie davon abzuhalten, mit ihm zu kämpfen? Harry wünschte sich, dass er jemanden hätte, dem er diese Fragen stellen könnte.

Er versuchte es noch einige Male mit denselben Ergebnissen, und es frustrierte ihn. Als seine Frustration wuchs, schien er sogar noch mehr Schwierigkeiten mit dem Zauber zu haben, und der Federkiel flog öfter im Zickzack oder sogar in eine ganz andere Richtung oder flog viel schneller herum als Harry es wollte.

Er beschloss, für heute aufzuhören, bevor der Federkiel ihm noch ins Auge stechen würde und bemerkte, dass es bereits Abend war und er das Mittagessen verpasst hatte. Er ging hinunter in die Küche und sah seine Tante und seinen Onkel, die sich zum Abendessen hinsetzten. Dudley war nirgends zu sehen. 'Muss mit der Gang unterwegs sein', dachte Harry. 'Sonst würde er niemals ein Essen verpassen.'

Die Dursleys ignorierten Harry demonstrativ, genauso, wie es in diesem Sommer ihre Angewohnheit war. Während er sich etwas vom Schweinebraten nahm, den seine Tante gekocht hatte, konnte er die Anspannung seines Onkels förmlich spüren. Der Mann brauchte seine ganze Kraft, um einen Schwall von Beleidigungen zurückzuhalten, die er am Liebsten auf Harry losgelassen hätte. Aber er war offensichtlich in der Lage, seine Feindseligkeit im Zaum zu halten, da er seinen Neffen nur zornig anfunkelte, bevor er sich wieder seinem Essen widmete.

Harry aß schnell und ohne etwas zu sagen, bevor er seinen Teller in die Spüle stellte und schnell wieder nach oben ging, begierig, der Spannung zu entkommen und in die beruhigende Abgeschiedenheit seines Zimmers zurückzukehren. Harry verbrachte den Rest des Abends wieder über seinen alten Schulbüchern, um alles, was er von ihnen lernen konnte, zu lernen, bevor er schließlich ins Bett ging und der Schlaf ihn übermannte.

OoOoOoOoOoOoOoO

Lieber Ron,

ich habe heute von Harry gehört, was glaube ich offensichtlich ist, da ich Hedwig darum gebeten habe, diesen Brief auszuliefern. Ich habe deine Nachricht bekommen. Es hört sich so an, als sei er für einige Tage in schlechter Verfassung gewesen und es ihm jetzt erst langsam besser geht, was kaum überraschend ist. Ich nehme an, dass er Ginny zuerst geschrieben hat, weil es nicht so riskant war; er konnte so vermeiden, über die etwas heikleren Themen zu reden und er dachte, dass sie nicht nachfragen würde, da sie ihn nicht so gut kennt wie wir ihn kennen. Ich würde mir darüber nicht zu viele Sorgen machen. Ich bin mir sicher, dass du morgen von ihm hören wirst.

Ich warte ungeduldig auf unsere ZAG-Ergebnisse. Ich hoffe, sie sind nicht wegen Allem, was gerade im Ministerium passiert, verspätet. Ich habe das Meiste für die UTZ-Kurse, die ich belegen möchte, gelesen. Hast du schon angefangen zu lernen? Du weißt, dass die UTZe unglaublich wichtig sind und du kannst nie zu früh damit anfangen, dich vorzubereiten. Du kannst nicht wirklich erwarten, mit deinen derzeitigen Anstrengungen einen UTZ zu erreichen. Du wirst die nächsten zwei Jahre besonders hart arbeiten müssen. Ich schreibe dir gerne einen Lernplan, damit du auf dem Laufenden bleibst.

Ich muss noch einen anderen Brief schreiben und habe ein längst überfälliges Gespräch mit meinen Eltern zu planen, also werde ich das hier abkürzen müssen. Denk wenigstens darüber nach, ein Buch zu öffnen und lass mich wissen, wenn du von Harry hörst.

Alles Liebe

Hermine

Rons schlechte Laune hatte sich zuerst gebessert, als er die weiße Eule in sein Zimmer fliegen sah. Es war jedoch nur kurzlebig, da er nicht Harrys unordentliche Handschrift, sondern Hermine Grangers säuberliche Schrift auf dem Pergament sah. Es war nicht so, dass er nicht gerne von Hermine hörte. Er konnte es nur nicht erwarten, von seinem besten Freund zu hören.

Seine schlechte Laune wurde noch schlechter, als er Hermines Brief fertig gelesen hatte. 'Wieso muss sie mich immer nerven?', dachte Ron bitter. 'Und Harry ... Was zur Hölle ist mit ihm los? Ich bin sein bester Kumpel und er hat schon meiner Schwester und Hermine geschrieben, aber nicht mir. Er lässt besser bald was von sich hören, sonst wird er was von mir zu hören kriegen. Und wem zur Hölle schreibt Hermine jetzt? Es wird besser nicht wieder an Vicky sein ...'

Ron ließ den Brief auf seinen Schreibtisch fallen und ging aus dem Zimmer. Er lief gerade die Treppen hinunter, als sich eine Tür auf dem Stockwerk unter ihm öffnete. Ginny ging hinaus und die Treppen hinunter, ohne die Gestalt ihres Bruders auf der Treppe zu sehen. Als Ron weiter nach unten ging, bemerkte er, dass ihre Zimmertür noch immer offen stand. Er konnte ihren Schreibtisch sehen und erkannte etwas Pergament, dass darauf verstreut war. Seid Ginny Harrys Brief bekommen hatte, hatte er versucht, Ginny zu überreden, ihm ihn zu zeigen.

„Er ist mein bester Freund, nicht deiner. Ich habe ein größeres Recht als du, zu wissen, wie es ihm geht", hatte Ron gefaucht.

„Ich denke, dass ist Harrys Entscheidung, du egozentrischer arroganter Blödmann. Wenn er mit dir reden will, wird er dir eine Eule schicken. Wenn er mit mir reden möchte und nicht mit dir, dann ist das seine Entscheidung und sein Recht und es gibt nichts, was du dagegen tun kannst. Wenn du weniger an dich selbst und mehr an Harry denken würdest, hätte er dir vielleicht schon geschrieben. Ich sag's dir zum letzten Mal: Du wirst Harrys Brief nicht lesen", hatte Ginny wütend gefaucht, eindeutig von ihrem älteren Bruder genervt, bevor sie ihn aus ihrem Zimmer verfrachtet und ihm die Tür vor der Nase zugeschlagen hatte.

'Was weiß sie schon? Es ist schließlich wie Hermine gesagt hat, Harry hat Ginny nur geschrieben, weil sie ihn nicht so gut kennt und sie keine Fragen über Sirius stellen oder ihn zum Sprechen bewegen würde. Also warum sollte ich nicht wissen, was er ihr geschrieben hat?' Mit diesem Gedanken schlich Ron sich in Ginnys Zimmer und durchsuchte das Pergament auf ihrem Schreibtisch. Er entdeckte schließlich das vertraute Gekrakel von seinem besten Freund und bemerkte sofort die Länge des Briefes, was seine brennende Neugier nur noch anfachte.

Er hatte gerade den ersten Absatz fertig gelesen, als eine rothaarige Furie an der Tür explodierte: „Was zum Teufel glaubst du was du da machst?" In einem Augenblick hatte sie das Zimmer durchquert und ihm den Brief aus den Händen gerissen, während sie ihn mit ihren Blicken erdolchte.

„Ich habe geschaut, wie es meinem besten Freund geht. Wieso schreibt er dir so einen langen Brief? Und für was entschuldigt er sich? Was zur Hölle steht im Rest des Briefes?"

„Ich kann nicht glauben, dass du dich in mein Zimmer geschlichen und meine Post gelesen hast. Du hast überhaupt kein Recht, irgendeinen von meinen Briefen zu lesen, egal ob sie von Harry sind oder nicht. Und wenn du keinen Flederwichtfluch abkriegen willst, schlage ich vor, dass du schnell von hier verschwindest und mein Zimmer nie mehr betrittst."

Bei dem Wort 'Flederwicht' verschwand Ron schnell aus dem Zimmer, bevor sie ihren Satz beenden konnte. Ginny hatte ein Temperament, das dem der anderen Weasleys in nichts nachstand und trotz ihrer geringen Größe war sie jemand, den man nicht unterschätzen sollte.

Er beeilte sich, zurück in sein Zimmer zu gehen und war verwirrter als bevor er es verlassen hatte. Harrys Brief an Ginny war nicht nur eine kurze Nachricht, um sie um einen Gefallen zu bitten, so wie er es gedacht hatte. ‚Warum würde sich Harry überhaupt bei ihr entschuldigen? Und warum so ein langer Brief? Sie ist nur meine kleine Schwester. Aber vielleicht hat er ihr nur geschrieben, weil sie in der Nacht in der Mysteriumsabteilung dabei war. Vielleicht hat er Neville und Luna auch geschrieben, um sich zu entschuldigen und sich mit ihnen anzufreunden. Er hat geschrieben, dass er mit Ginny befreundet sein möchte. Nun, ich werde Harry einfach fragen, was los ist, wenn er mir schreibt.'

Ron wandte sich wieder Hermines Brief zu: „Sie schreibt besser nicht wieder an Vicky."

OoOoOoOoOoOoOoO

Als Harry in seine Träume trat, wartete Sirius wieder im selben Klassenzimmer auf ihn. „Hiya Harry", sagte er fröhlich.

„Hi Sirius."

„Also ... Wie lief es mit der zauberstablosen Magie?", fragte Sirius.

„Wow, es ist auch schön, dich zu sehen", erwiderte Harry trocken.

„Aber hallo, entdecke ich da einen Sinn für Humor?", grinste Sirius und hielt sich eine Hand an die Brust. „Es tut mir leid Harry. Ich bin nur so ungeduldig und will wissen, wie es gelaufen ist. Es passiert nicht jeden Tag, dass man einen Zauberer trifft, der die Fähigkeit für zauberstablose Magie hat. Das könnte ein riesiger Vorteil für dich sein. Also: wie war dein Tag und wie lief es mit der zauberstablosen Magie?"

„Mein Tag war gut. Ich hatte ein wenig Erfolg mit der zauberstablosen Magie, aber nicht so viel wie ich gehofft hatte. Ich habe 'Wingardium Leviosa' ziemlich gut hinbekommen, aber als ich einen Aufrufezauber versucht habe, habe ich nicht die besten Ergebnisse erzielt. Es hat sich so angefühlt, als ob meine Magie in zwei verschiedene Richtungen gezogen wurde, und ich hatte Probleme, sie zu kontrollieren. Dann wurde ich immer frustrierter und dann wurde es schlimmer. Ich werde es morgen noch einmal versuchen müssen."

„Hmmm ... Ich wünschte, ich könnte dir helfen. Aber auch dieser kleine Erfolg ist vielversprechend."

„Ja ... Ich möchte ein paar Zaubersprüche mit meinem Zauberstab ausprobieren. Vielleicht hilft es mir, mit einem Zauberstab zu zaubern und mich auf die Magie zu konzentrieren, um es besser zu verstehen", sagte Harry.

„Hört sich gut an. Lass dich nicht aufhalten." Sirius setzte sich und sah seinem Patenkind zu.

Harry sah sich im Zimmer um und entdeckte einige Federkiele auf einem Tisch. Er zog seinen Zauberstab hervor und mit einem Wutschen und Schnipsen und den Worten 'Wingardium Leviosa' schwebte der Federkiel in der Luft. Harry ließ ihn einige Sekunden in der Luft, bevor er ihn wieder auf den Tisch schweben ließ. Er stand für einen Moment nachdenklich da, bevor er sagte: „Wenn ich mich konzentriere, kann ich die Magie in mir fühlen. Es hat sich genauso wie vorher angefühlt, es ist nur etwas anders wegen dem Zauberstab. Vorher war es, als würde die Magie einfach in mir fließen. Jetzt ist es mehr auf den Zauberstab und meinem rechten Arm konzentriert."

Harry ging ein paar Schritte zurück und benutzte den Aufrufezauber mit einem kurzen „Accio." Der Federkiel sauste auf ihn zu und er fing ihn mit seiner linken Hand in der Luft. Er benutzte noch einmal einen Schwebezauber und dann noch einmal einen Aufrufezauber und überlegte eine Minute. „Sie sind verschieden", sagte er schließlich und nickte. Er begann auf und ab zu gehen, während er mit seiner Erklärung weitermachte: „Ich kann die Magie von beiden spüren, aber sie ist verschieden. Als ich vorher zauberstablos gezaubert habe, habe ich mich auf die Magie konzentriert und versucht, sie gleich zu lassen. Aber als ich versucht habe, etwas zu mir zu rufen, habe ich gefühlt, wie meine Magie versuchte, sich zu verändern und ich habe es bekämpft. Das ist der Grund, warum sie sich so unentschlossen verhielt. Ich habe versucht, den Federkiel mit einem Schwebezauber zu mir zu rufen."

Sirius schaute Harry nur an und fragte schließlich: „Was bedeutet das dann?"

„Es bedeutet, dass ich die verschiedenen Wege, wie die Magie sich anfühlt, lernen muss, so dass ich mehr Zaubersprüche ohne Zauberstab verwenden kann. Es wird etwas Übung brauchen, aber wenn ich es hinkriege, meine Magie zu kontrollieren und sie für meine Bedürfnisse umzuformen, dann sollte ich theoretisch in der Lage sein, jede Art von Magie zauberstablos verwenden zu können", erklärte Harry.

„Das wäre unglaublich", rief Sirius aus und stand auf. „Aber das ist ein ziemlich großes 'wenn'."

„Nun, ich muss es einfach versuchen und schauen wie es funktioniert."

„Hört sich nach einem Plan an. Da das jetzt geklärt ist, wie wär's, wenn wir jetzt mit der heutigen nächtlichen Unterrichtsstunde beginnen?", fragte Sirius. „Ich hab mir überlegt, dass wir heute mit den Grundzügen des Apparierens beginnen."

„Wirklich? Du wirst mir beibringen, wie man appariert?"

„Ich werde es zumindest versuchen. Hoffentlich wird sich das, was du hier lernst, in die reale Welt übertragen. Notfalls können wir die Theorie besprechen und hoffen, dass es genug ist, wenn die Zeit gekommen ist, sie wirklich zu benutzen."

Sirius fing an, über die grundsätzlichen Dinge des Zauberspruchs zu reden. Man musste sich sein Ziel in seinem Kopf vorstellen und dabei so detailgetreu wie möglich an die exakte Position, zu der man apparieren wollte, denken. Jegliche Unentschlossenheit oder Ungenauigkeit konnte zum Splintern führen. Sobald man das Ziel vor Augen hatte, benötigte es nur eine kleine Drehung des Zauberstabs, während man sich auf seinen Körper an seinem Ziel konzentrierte und voila, hatte man appariert. Der Zauberspruch benötigte keine Zauberformel.

„Natürlich ist es viel einfacher, zu einem Platz, den man sehen kann zu apparieren, da das ja schon den ersten Schritt, den der Vorstellung, wegnimmt. Orte, die du sehr gut kennst, sind auch einfacher, weil es einfacher ist, sich das Ziel klarer vorzustellen. Die Entfernung spielt auch eine Rolle. Wenn man versucht, zu weit zu apparieren, kann es katastrophale Folgen haben." Sirius war in einen Lehrermodus gefallen, um das Thema zu erklären, was ganz anders als sein normales verschmitztes Selbst war.

„Du wirst dich vielleicht fragen, warum du nie gesehen hast, wie jemand seinen Zauberstab gezückt hat, bevor er appariert ist. Sie apparieren nicht zauberstablos. Tatsache ist, dass es einfach ist, die Zauberstabbewegung unauffällig zu machen, da es nur eine kleine Drehung benötigt. Sagen wir mal, mein Zauberstab steckt so in meinem Gürtel", kommentierte Sirius und steckte seinen Zauberstab in seinen Gürtel. „Ich könnte einfach meine Hand in die Hüfte stemmen und den Zauberstab drehen, ohne ihn herauszunehmen." Sirius beendete den zweiten Teil seines Satzes auf der anderen Seite des Raumes. „Nun, ich schätze, Apparieren funktioniert hier mehr oder weniger auf die gleiche Weise. Warum versuchst du es nicht mal?"

Harry stand auf und sah Sirius fragend an.

Sirius grinste ihn an und sagte: „Such dir einfach einen Ort in diesem Raum aus, zu dem du apparieren möchtest. Konzentrier dich auf die genaue Stelle und verankere es in deinem Kopf. Dann konzentrier dich darauf, an dieser Stelle zu sein und dreh deinen Zauberstab."

Harry nickte und schaute sich im Zimmer um, bevor er seinen Blick auf eine der Ecken konzentrierte. Seine Augenbrauen zogen sich vor Konzentration zusammen, während Harry die Stelle in seinem Kopf verankerte. Er zog seinen Zauberstab hervor und starrte die Stelle noch einen Moment an, bevor er seinen Zauberstab drehte. Ein lautes Knallen war zu hören, aber Harry stand noch immer an derselben Stelle wie zuvor. Er schaute zu seinem Patenonkel.

„Nicht schlecht für einen ersten Versuch", grinste Sirius. „Du hast etwas gemacht, dass Flackern genannt wird. Du hast praktisch auf die gleiche Stelle, auf der du stehst, appariert. Normalerweise bedeutet das, dass du während du den Zauberstab gedreht hast, dich nicht darauf konzentriert hast, woanders zu sein. Probier es noch einmal."

Harry tat wie geheißen und konzentrierte sich auf die Ecke. Als er zufrieden war, drehte er wieder seinen Zauberstab. Ein weiteres Knallen war zu hören und Harry fand sich einen halben Meter von der Ecke entfernt wieder und starrte auf die Ecke. Er drehte sich schnell um und jauchzte: „Ich hab's geschafft!"

„Gut. Sehr gut.", meinte sein Pate. „Mach das noch einige Male zu verschiedenen Orten im Raum und dann machen wir weiter."

Harry tat dies und apparierte zu verschiedenen Stellen im Raum, mit dem gleichen Ergebnis. Nachdem er das fünfte Mal erfolgreich appariert hatte, wandte er sich seinem Paten für weitere Unterweisungen zu.

„Okay, du machst das super. Du kannst ohne Probleme zu einer bestimmten Stelle apparieren, aber jetzt müssen wir an deiner Position arbeiten", erklärte Sirius. „Du willst nicht apparieren und zur Wand schauen. Du willst in die Zimmermitte schauen. Sobald du apparieren richtig drauf hast, kannst du schwerere Dinge ausprobieren wie z.B. in eine sitzende Position auf einen Stuhl zu apparieren. Aber für den Moment konzentrier dich einfach darauf, an eine bestimmte Stelle zu apparieren und dabei in eine bestimmte Richtung zu schauen."

Harry nickte, um zu zeigen, dass er die Anweisungen verstanden hatte, bevor er sich der Aufgabe zuwandte. Er schaute wieder zu der ersten Ecke, zu der er appariert war und konzentrierte sich darauf, an dieser Stelle zu sein und zur Raummitte zu schauen. Er nahm sich eine Minute, um es wirklich in seinem Kopf zu verankern, bevor er seinen Zauberstab drehte und wollte dann, dass er an der neuen Stelle war. Harry hatte seine Augen geschlossen, bevor er seinen Zauberstab gedreht hatte. Nachdem er das verräterische Knallen gehört hatte, öffnete er langsam seine Augen und schaute sofort seinen strahlenden Paten an.

„Ausgezeichnet Harry", lobte Sirius. „Jetzt apparier überall im Raum."

Harry tat wie geheißen. Der Rest des Trainings verlief in ähnlicher Weise. Sirius ließ ihn an seiner Schnelligkeit und Genauigkeit arbeiten. Als Sirius die nächtliche Schulstunde für beendet erklärte, war Harry in der Lage, innerhalb von wenigen Sekunden an jeden Ort im Zimmer zu apparieren und dabei in jede Richtung zu sehen, die er wollte.

OoOoOoOoOoOoOoO

Harry wachte auf und sah Hedwig mit einem Brief für ihn auf dem Kopfende seines Bettes warten. Er setzte sich auf und nahm das Pergament. Er faltete es mit einer Hand auf, während er mit der anderen über Hedwigs Federn streichelte. Er erkannte Hermines akkurate Schrift.

Lieber Harry,

ich hoffe, es macht dir nichts aus, aber ich habe Hedwig gefragt, ob sie einen Brief an Ron austragen kann und dann wieder zu mir zurückkommen würde, um meine Antwort abzuholen. Keine eigene Eule zu haben macht es manchmal schwer in der Zaubererwelt in Kontakt zu bleiben. Ich habe mich sehr gefreut, deinen Brief zu bekommen. Ich habe mir große Sorgen um dich gemacht, und es ist eine große Erleichterung, von dir zu hören und zu wissen, dass es dir langsam besser geht.

Sirius hätte gewollt, dass du das Beste aus deinem Leben machst und seine Erinnerung ehrst, indem du das Leben genießt.

Ich muss sagen, dass ich freudig überrascht war, als ich gehört habe, dass du angefangen hast, diesen Sommer zu lernen. Es ist gut, zu sehen, dass du die Schule endlich ernster nimmst. Mit dem UTZ-Unterricht werden die nächsten zwei Jahre die wichtigsten in unserem Leben werden. Unsere UTZ-Noten werden entscheiden, welche Karrierepfade wir nach Hogwarts einschlagen können. Ich würde nicht wollen, dass du nur begrenzte Zukunftsaussichten hast, weil du dich in der Schule nicht angestrengt hast. Ich hoffe nur, dass deine neue Einstellung auf Ron abfärbt. Wenn er glaubt, dass der UTZ-Unterricht ohne Probleme zu schaffen ist, wird er sich noch umgucken.

Wenn wir gerade von Ron sprechen: Er scheint ziemlich aufgebracht zu sein, dass du ihm noch nicht geschrieben hast. Es hört sich so an, als ob er Ginny das Leben schwer machen würde, seit du ihr geschrieben hast, und sie lässt ihn nicht deine Nachricht lesen. Du solltest ihm schreiben, so dass er aufhören kann, sich Sorgen zu machen. Wir machen uns nur Sorgen um dich, Harry. Bleib in Kontakt.

Alles Liebe

Hermine

Mit einem Seufzen entschied sich Harry, dass er Ron bald schreiben sollte. Er wollte schließlich keinen Streit zwischen Ginny und Ron verursachen. Davor richtete sich Harry aber und ging hinunter um etwas zu essen. Als er in sein Zimmer zurückkehrte, verlor Harry keine Zeit. Er begann sofort an seiner zauberstablosen Magie zu arbeiten.

Er fing wie am Tag zuvor mit einem einfachen Schwebezauber an. Als Harry geübter wurde, den Zauber zauberstablos zu zaubern, ließ er mit „Wingardium Leviosa" mehrere Dinge auf einmal über dem Boden schweben. Zufrieden mit sich selbst entschied Harry, zum Aufrufezauber zu wechseln. Wie am Tag zuvor konzentrierte er sich auf seine Magie, ließ sie durch sich hindurchfließen und konzentrierte sich dann darauf, den Federkiel zu sich zu rufen. Er fühlte, wie sich sein Magiefluss veränderte, aber dieses Mal bekämpfte er die Veränderung nicht. Er ließ es geschehen und ließ die Magie sich so verändern, wie er es von letzter Nacht wiedererkannte, als er den Aufrufezauber mit seinem Zauberstab gezaubert hatte. Sein Federkiel flog zu ihm und er fing ihn mit Leichtigkeit.

Von seinem Erfolg bestärkt begann Harry, verschiedene Dinge zu sich zu rufen. Nach einigen erfolgreichen Versuchen änderte er sein Verhalten. Bis jetzt hatte er gewollt, dass seine Magie sich zuerst zum Schwebezauber änderte und ließ sie sich dann in den Aufrufezauber verändern. Er beschloss nun, zu wollen, dass seine Magie direkt die Form des Aufrufezaubers annahm. Er war der Meinung, dass er in der Lage sein müsste, sofort den richtigen Zauberspruch aufzurufen, wenn er die zauberstablose Magie je richtig beherrschen wollte. Er hatte schnell den Bogen raus und wechselte zwischen Schwebe- und Aufrufezauber hin und her.

Harry fing an, verschiedene Zaubersprüche, die er über die Jahre in Zauberkünste und Verwandlung gelernt hatte, auszuprobieren. Er versuchte keine Sprüche, die er in Verteidigung gegen die Dunklen Künste gelernt hatte, da er keinen Gegner hatte, um sie an ihm zu üben. Er hatte großen Erfolg, aber einige Male musste er kämpfen, um das richtige Ergebnis zu erzielen. Nach einigen von diesen Versuchen bemerkte Harry, dass seine Magie unbeständig wurde, wenn er frustriert war. Er machte mehr Fehler und er konnte fühlen, wie die Magie in ihm nicht mehr im Fluss war.

Als er das erkannte, nahm er sich Zeit, um sich wieder zu beruhigen, bevor er wieder anfing. Von da an behielt er seine Magie im Auge, um sicherzugehen, dass er nicht die Kontrolle über sie verlor. Immer, wenn er frustriert wurde und sah, dass sein Magiefluss nicht mehr ruhig war, machte er einige Minuten Pause, bevor er weitermachte. Als er aufhörte, wurde es langsam dunkel und er bemerkte, dass er das Mittagessen schon wieder verpasst hatte.

Er rannte hinunter, um zu Abend zu essen und sah, dass seine Verwandten bereits gegessen hatten. Er machte sich deshalb schnell Nudeln mit Käse. Während Harry alleine aß, dachte er über die Bedeutung von dem nach, was er an diesem Tag gelernt hatte. Seine zauberstablose Magie konnte im kommenden Krieg eine große Hilfe sein, aber seine Gefühle durften ihm nicht im Weg stehen. Wenn er frustriert oder aufgebracht war, war es wahrscheinlich, dass seine Magie unberechenbar wurde, was im Schlimmsten Fall den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen könnte. Nicht nur für ihn, sondern auch für einen seiner Freunde oder Schulkameraden oder sonst jemanden.

Voldemort versteckte sich nicht mehr und Harry wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bevor er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen würde und der Krieg richtig beginnen würde. Er würde nicht unvorbereitet sein. Aber was konnte er tun? Wie konnte er sich selbst trainieren, so dass seine Gefühle ihm nicht länger im Weg standen? Wen kannte er, der ihm helfen konnte, Kontrolle zu erlangen, der ihn bis zu seinem Äußersten treiben konnte und ihn zwingen konnte in den schlimmsten Situationen gesammelt und ruhig zu bleiben? Harry konnte sich nur eine Person vorstellen, die zu dieser Beschreibung passte, eine Person, die alle seine Schwachpunkte kannte und diese ohne Unterlass verwendete, ohne zurückzuweichen. Severus Snape war genau der richtige Mann für diesen Job.

Harry wusste nicht, ob er es in UTZ-Zaubertränke schaffen würde. Er war der Ansicht, dass die ZAG-Prüfung ziemlich gut gelaufen war. Zaubertränke waren viel einfacher, wenn Snape ihn nicht nervös machte und ihn alle paar Minuten verspottete. Aber er war sich nicht sicher, ob er gut genug für ein O abgeschnitten hatte. Harry beschloss, dass es vielleicht eine gute Idee sein würde, einen Plan B zu haben, nur für den Fall der Fälle. Dann fiel es ihm ein: Okklumentik. Er würde fragen, ob er sein Okklumentiktraining wieder beginnen dürfe. Es war etwas, dass er wahrscheinlich sowieso lernen sollte.

Nachdem Harry seine Mahlzeit beendet hatte, entschied er, dass es an der Zeit war, seinem lieben alten Schulleiter zu schreiben. Er wollte mit der DA weitermachen und würde dafür die Erlaubnis brauchen. Er würde auch um Erlaubnis bitten, Snape zu fragen, ob sie das Okklumentiktraining wieder aufnehmen könnten. Harry lief wieder hoch in sein Zimmer und fing an zu schreiben.

Sehr geehrter Professor Dumbledore,

zuerst möchte ich mich für mein Benehmen in Ihrem Büro vor ein paar Wochen entschuldigen. Ich war wütend und aufgebracht, aber ich hatte kein Recht, Ihr halbes Büro zu zerstören. Ich hoffe, nichts wurde so sehr zerstört, dass es nicht mehr zu reparieren ist. Aber sollte dies doch der Fall sein, bin ich mehr als bereit, Ihnen die Kosten zu erstatten oder es auf einem anderen Weg wieder gut zu machen. Nachdem das geklärt ist, möchte ich zur Sache kommen.

Ich möchte Sie zwei Dinge fragen. Als Erstes würde ich gerne Ihre Erlaubnis bekommen, die DA fortzuführen (wobei eine Namensänderung vielleicht angebracht wäre). Ich hätte gern, dass die DA ein von der Schule genehmigter Klub wird und ich würde gern weiterhin unterrichten. Ich denke, der Klub sollte für alle Schüler im vierten Schuljahr oder darüber offen sein, aber es sollte einige Kriterien geben, bevor sie eintreten können. Hermines magischer Vertrag war eine gute Idee, aber ich glaube nicht, dass es genug ist. Ich würde gern etwas Ähnliches haben, um zu verhindern, dass jemand dem Klub beitritt, der versucht, etwas, das ich gelehrt habe für dunkle Zwecke zu missbrauchen. Er sollte außerdem verhindern, dass Mitglieder mit Nichtmitgliedern über den Klub reden. Sollten Sie mehr Informationen über meine Absichten für den Klub brauchen, fragen Sie bitte einfach.

Mein zweites Anliegen ist Ihre Erlaubnis, meinen Okklumentikunterricht mit Professor Snape wieder aufzunehmen. Ich denke, es wäre angemessen, wenn ich ihn fragen würde, aber so, wie die Dinge im letzten Jahr zwischen uns endeten, fürchte ich, dass er der Idee nicht besonders zugetan sein wird. Ich hätte gerne Ihre Erlaubnis und - wenn nötig - Ihre Hilfe, ihn davon zu überzeugen, mich wieder zu unterrichten.

Mit freundlichen Grüßen

Harry Potter

Harry rollte das Pergament zusammen und ging zu Hedwigs Käfig, in dem die schneeweiße Eule saß und erwartungsvoll auf ihre nächste Auslieferung wartete. Harry streichelte ihr über die Federn, bevor er seinen Brief festband und seinen Arm für die Eule ausstreckte. Sie sprang mit einem anerkennenden Schuhuhen darauf. Er ging zum Fenster und gab Hedwig etwas Schwung, worauf sie in den sich verdunkelnden Himmel und außer Sicht flog. Harry kehrte zu seinem Schreibtisch zurück, um noch etwas zu lesen, bevor er schließlich ins Bett ging.

OoOoOoOoOoOoOoO

Harry erzählte seinem Paten alles über seine zauberstablosen Experimente des Tages. Er erzählte ihm von seinen Erfolgen und seinen Schwierigkeiten und von den Schlussfolgerungen, die er über seine Fähigkeit gezogen hatte. Er erzählte Sirius von seiner Entscheidung, zu lernen, seine Gefühle besser zu kontrollieren und von dem Brief, den er Dumbledore geschrieben hatte, um zu fragen, ob er mit den Unterrichtsstunden mit Snape und der DA weitermachen dürfe. Sirius war geschockt und stolz über Harrys Erzählung. Er hatte gesagt, was für eine reife Entscheidung er getroffen hätte. Wozu Harry nur sagte: „Ja, ich habe nicht wirklich die Zeit, länger ein Kind zu sein, oder? Voldemort wird nicht warten, bis ich bereit bin, mich ihm zu stellen. Umso früher ich also bereit bin, umso besser."

Nach der unbehaglichen Stille, die dieser Aussage gefolgt war, hatte Harry wieder apparieren geübt. Er lernte in eine sitzende Position zu apparieren, eine der schwierigeren Varianten, von dem sein Pate ihm erzählt hatte. Als Harry mehr und mehr übte, wurde er immer mehr mit dem Gefühl dieser Magie vertraut. Aus einer Laune heraus konzentrierte sich Harry besonders hart auf sein Ziel und sammelte die Magie in sich und ließ sie in die Gestalt fürs Apparieren fließen. Mit einem Knall hatte Harry es geschafft, ohne Zauberstab zu apparieren.

Als er in der Nacht immer mehr übte, fühlte er sich mit dem Ablauf immer wohler. Er erkannte, dass er kleine Änderungen in der Magie verursachen und sein Auftauchen verlangsamen konnte, was den zusätzlichen Effekt hatte, dass es das Geräusch, das er verursachte, ziemlich minimierte. Langsamer aufzutauchen bedeutete, dass nicht so viel Luft auf einmal verdrängt wurde. Zur großen Freude von Sirius verursachte er am Ende der Nacht kaum noch ein Geräusch. „Sogar Dumbledore verursacht mehr Geräusche als du und ich bin mir ziemlich sicher, dass er auch einen Zauberstab braucht", lobte Sirius.

Es ist nicht nötig zu erwähnen, dass Harry mit den Fortschritten, die er machte, sehr zufrieden war. Er war nun in der Lage, außerhalb der Schule und während des Sommers ohne Auswirkungen zu zaubern. Und er lernte, wie man apparierte, etwas, dass er erst in einem ganzen Jahr lernen sollte.

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Am nächsten Morgen wartete Hedwig wieder mit einem Brief auf ihn. Harry erkannte sofort die schnörkelige Handschrift des Schulleiters und er begann zu lesen.

Lieber Harry,

ich muss sagen, dass ich überrascht war, von dir zu hören. Mach dir keine Sorgen über das, was in meinem Büro vorgefallen ist. Es macht mich nur traurig, dass mein schlechtes Urteilsvermögen dich so viel gekostet hat.

Was deine Anliegen angeht hast du meine Zustimmung, Professor Snape zu fragen, ob ihr euren Okklumentikunterricht wieder aufnehmen könnt. Sollte er nicht einfach zu überreden sein, bin ich gerne bereit, dir zur Seite zu stehen. Und ich möchte hinzufügen, dass ich sehr stolz auf dich bin, dass du diese Entscheidung getroffen hast. Es zeigt eine große Reife.

Was dein anderes Anliegen angeht denke ich, dass es eine großartige Idee ist die DA weiterzuführen. Wenn es ein offizieller Klub sein soll, werde ich allen Details zustimmen müssen, bevor du mit dem Unterweisen beginnen kannst. Ich muss deine Pläne für den magischen Vertrag, den du erwähnt hast, wissen und dein Lehrplan muss auch von mir oder einem Professor meiner Wahl genehmigt werden. Das Letzte, was geklärt werden muss, ist deine Stellung im Klub. Du wirst eine Autoritätsperson in diesem Klub sein und du wirst eine offizielle Funktion brauchen, um deine Autorität zu unterstützen. Ich werde vor Schulbeginn deinen Vorschlag mit dem Rest der Belegschaft bereden und wir werden entscheiden, was für Privilegien und Pflichten du bekommen wirst, so dass es mit deiner Position übereinstimmt.

Ich möchte dich noch mal für deine Reife, die du mir gezeigt hast, loben. Ich freue mich, dich zu Schulbeginn wieder zu sehen.

Mit freundlichen Grüßen

Albus Dumbledore

Harry legte den Brief beiseite. Er war noch immer nicht glücklich über den Schulleiter, aber er wusste, dass er dessen Hilfe brauchte. Er freute sich, dass der Schulleiter keine Probleme mit seinem Anliegen hatte und sogar bereit zu sein schien, ihm Hilfestellung zu geben. Eine offizielle Position zu haben, um die DA zu leiten, würde ihm helfen, besser arbeiten zu können, vor allem mit neuen Mitgliedern.

Bevor er sich mit etwas Anderem beschäftigte und darüber die Zeit vergaß, entschied Harry, dass er Ron einen Brief schreiben würde.

Lieber Ron,

mir geht es ganz gut. Die Dursleys ignorieren mich größtenteils, was definitiv eine Verbesserung ist.

Ich habe gehört, dass du Ginny wegen meinem Brief das Leben schwer machst. Ich wünschte, du würdest das nicht tun. Ich habe Ginny geschrieben, weil ich es wollte und ihr etwas zu sagen hatte. Wenn du ein Problem mit mir hast, lass es bitte nicht an Ginny oder jemand anderen aus. Rede einfach mit mir darüber. Du könntest auch darüber nachdenken, sie wegen Dean in Ruhe zu lassen. Es ist ihre Sache, mit wem sie sich trifft, nicht deine. Ich bin der Meinung, dass sie fähig ist, auf sich selbst aufzupassen.

Was machst du diesen Sommer? Ich habe tatsächlich die letzte Zeit etwas gelernt, da ich nichts Besseres zu tun habe. Ich wünschte, ich könnte über den Sommer mit einem Zauberstab üben. Ich möchte nicht, dass meine Duellierfähigkeiten einrosten. Es scheint etwas albern vom Ministerium zu sein, sich über Magie von Minderjährigen Sorgen zu machen, wenn Voldemort wieder da ist. Aber wenigstens haben sie endlich zugegeben, dass er zurück ist.

Es tut mir leid, dass ich nicht früher geschrieben habe, aber für einige Tage habe ich keine Post gelesen, ganz zu schweigen davon, Briefe zu schreiben. Und als ich dann endlich dazu kam, habe ich einige vor diesem schreiben wollen. Versteh das nicht falsch. Es bedeutet nichts.

Pass auf dich auf,

Harry

Als er unterschrieb, tauchte eine fremde Eule mit einem Paket im Fenster auf. Harry nahm vorsichtig das Paket und schaute es genau an. Es war von der Apotheke in der Winkelgasse. In der Annahme, dass es die Zutaten waren, um die er gebeten hatte, riss Harry es auf, um sicherzugehen, dass er alles hatte, was er brauchte. 'Das war wirklich schnell', dachte er sich, während er sicherstellte, dass er alles hatte, was er brauchte. Da Hedwig sowieso zum Fuchsbau fliegen würde, entschied er, dass er Ginny einen Brief schreiben würde, um ihr und Mrs. Weasley zu danken.

Er zog eine neue Rolle Pergament hervor und begann am Brief zu schreiben. Als er ihn fertig hatte, unterzeichnete er und rollte beide Briefe zusammen, um sie Hedwig zu geben. „Du bekommst dieses Jahr ziemlich viel Bewegung, nicht wahr, Mädchen?", fragte Harry seine Eule und gab ihr beide Briefe, wobei er ihr erklärte, welcher für welche Person bestimmt war.

Nachdem er Hedwig weggeschickt hatte, zog Harry die Vorhänge zu, um zu verhindern, dass irgendjemand in sein Zimmer schauen konnte und begann sein Training für den Tag.

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Den Nachmittag verbrachten Ron und Ginny Weasley im Garten. Ron warf Gnome aus dem Garten und Ginny pflückte Beeren. Es war ein heißer Sommertag und die Sonne schien erbarmungslos auf die beiden hellhäutigen Rothaarigen herunter, als sie arbeiteten.

Als Ron einen weiteren Gnom über die Hecke schleuderte, bemerkte er einen weißen Fleck am Himmel, der sich ihm näherte. Er wartete, bis die weiße Eule zu ihm geflogen war und ihr Bein mit dem angebundenen Brief ausstreckte. „Scheint so, als hätte Harry mir einen Brief geschrieben", verkündete Ron laut und warf seiner Schwester ein selbstgefälliges Grinsen zu.

Nachdem Hedwig von ihrem ersten Brief befreit war, flog sie zu Ginny und hielt ihr anderes Bein aus, an dem ein zweiter Brief befestigt war. „Scheint so, als ob er mir auch geschrieben hat. ", kommentierte Ginny leichthin. Sie sah nicht den wütenden Blick, den Ron ihr schenkte, als sie zum nächsten Baum ging, um in dessen Schatten ihren Brief zu lesen. Ron stakste währenddessen ins Haus zurück. Gemütlich gegen den Baumstamm gelehnt widmete sich Ginny Harrys Brief.

Liebe Ginny,

vielen vielen Dank. Ich habe heute die Sachen von der Apotheke bekommen. Sie kamen viel früher als ich erwartet habe. Bitte danke auch deiner Mum von mir. Du hast Recht. Es hat nichts mit Snapes Unterricht zu tun und ich verspreche dir, dass ich dir erklären werde, was ich vorhabe (solange du versprichst, es nicht weiterzusagen), aber ich kann es nicht in einem Brief tun. Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich mich diesen Sommer auf das, was kommen wird vorbereite und dass diese Zutaten mir eine Menge helfen.

Hermine hat erwähnt, dass mein letzter Brief an dich Probleme zwischen dir und Ron verursacht haben könnte. Wenn das stimmt, möchte ich dir sagen, dass es mir Leid tut. Ich wollte nicht, dass Ron sauer auf dich ist. Wenn er auf jemanden wütend ist, dann sollte er es auf mich sein und er hätte es nicht an dir auslassen sollen. Ich habe ihm das auch in dem Brief, den ich ihm geschrieben habe, gesagt. Er wird's also hoffentlich kapieren und dich in Ruhe lassen.

Ich habe ihm auch gesagt, dass dein Liebesleben ihn nichts angeht. Ich bin mir nicht sicher, ob er auf mich hören wird, aber ich habe ihn wissen lassen, dass du auf dich selber aufpassen kannst. Wie läuft es denn mit dir und Dean? Um ehrlich zu sein habe ich ein leicht schlechtes Gewissen, weil ich ganz vergessen habe, dass du gesagt hattest, dass du ihn jetzt triffst. Aber ich hoffe, zwischen euch läuft alles gut. Dean ist ein feiner Kerl. Er wird dich gut behandeln und wenn nicht, wird er mehr als nur einem wütendem Bruder Rede und Antwort stehen müssen.

Danke für das, was du über unsere Gemeinsamkeiten gesagt hast, wie wir beide von Voldemort hereingelegt worden sind. Ich habe es noch nicht von diesem Standpunkt aus betrachtet. Ich kann das Gefühl noch immer nicht loswerden, dass ich das Fiasko verhindern hätte können, wenn ich das Ganze nur etwas mehr durchdacht hätte. Aber es hat mir geholfen, die Dinge erträglicher zu machen. Ich weiß, dass ich nicht die ganze Schuld an dem, was passiert ist, trage, aber ich fühle mich noch immer teilweise dafür verantwortlich.

Glaub es oder nicht, aber ich trainiere und lerne ziemlich viel diesen Sommer, sogar ein wenig über Zaubertränke. Aber nicht alles, was ich tue, ist für den Unterricht. Ich habe darüber nachgedacht, die DA nächstes Jahr weiterzuführen. Ja, so ist es. Die DA wird weiter bestehen. Ich habe bereits die offizielle Bestätigung. Ich hatte Dumbledore um Erlaubnis gefragt und er hat sie mir ohne zu zögern gegeben. Wir werden vielleicht den Namen ändern. Es wird ein offizieller Klub für Viertklässler und höhere Klassen sein. Es wird eine Art Qualifikation geben, einen magischen Vertrag, um bestimmte Unerwünschte davon abzuhalten, beizutreten. Ich habe bisher niemanden davon erzählt. Ich würde es also zu schätzen wissen, wenn du für den Moment niemanden davon erzählen würdest. Ich würde gern ein paar Asse im Ärmel behalten.

Nun, ich hoffe du genießt den Sommer. Hab Spaß, bleib gesund und schreib bald wieder.

Pass auf dich auf,

Harry

Ginny faltete den Brief zusammen und steckte ihn in ihre Hosentasche. 'Was meint er damit, dass er es noch niemand anderes gesagt hat? Er hat Ron und Hermine sicher über die DA erzählt, oder? Vielleicht wollte er einfach nicht, dass ich Dean oder irgendeinem anderen Freund etwas erzähle, so dass es nicht jeder aus Hogwarts erfährt', dachte Ginny, als sie ins Haus ging. Sie sah Hedwig in der Küche und fragte: „Hedwig macht es dir was aus etwas zu warten, so dass du meine Antwort zurück zu Harry nehmen kannst?"

Hedwig schuhute, um zu zeigen, dass sie warten würde und Ginny stieg daraufhin die Treppen in ihr Zimmer hoch, um ihre Antwort an Harry zu schreiben. Sie zog Harrys Brief aus ihrer Hosentasche und legte ihn in eine der Schubladen, die sie verschlossen hielt. Sie hatte daraus gelernt, als sie Ron ihre Briefe hatte lesen sehen, die sie auf ihrem Schreibtisch hatte liegen lassen. Als sie gerade ihren Federkiel in die Tinte tauchen wollte, wurde ihre Türe aufgerissen und ein zorniger Ron war zu sehen.

„Du musstest es ihm erzählen, nicht wahr? Was soll das? Versuchst du ihn gegen mich aufzubringen oder was? Ist es das? Denkst du, dass er dich dann vielleicht endlich bemerkt?", beschuldigte Ron seine Schwester.

„Wovon redest du?", fragte Ginny genervt und drehte sich auf ihrem Stuhl um, um ihren Bruder anzuschauen.

„Nun, da er die Hälfte seines Briefes damit verbracht hat, mir zu sagen, dass ich meine liebe kleine Schwester besser behandeln soll", schnappte Ron, „Kann das nur bedeuten, dass du dich bei ihm über mich beschwert hast. Und ich will wissen, warum du versuchst, meinen besten Freund gegen mich aufzubringen."

„Erstens" erwiderte Ginny frostig „ist das Einzige, was ich Harry über dich erzählt habe, gewesen, dass du nicht aufhören kannst, über Dean Thomas zu reden, seit ich ihn im Zug erwähnt habe", Ginny stand vom Stuhl auf und näherte sich ihrem Bruder. „Zweitens, glaubst du wirklich, dass ich nichts Besseres mit meinem Leben anzufangen weiß als zu versuchen, deins zu ruinieren? Harry schien wütend genug auf dich zu sein, auch ohne meine Hilfe, also vielleicht solltest du dir weniger Sorgen darüber machen, was ich über dich sage oder auch nicht und einfach erwachsen werden." Sie stupste Ron gegen die Brust, während sie redete und drängte ihn zurück durch ihre Tür. Sobald er nicht mehr in ihrem Zimmer war, knallte sie die Tür vor seiner Nase zu.

Sie verschloss die Tür und ging wieder zu ihrem Schreibtisch. Wenn sie davor nicht vorgehabt hatte, in ihrem Brief an Harry über Ron zu reden, dann hatte sie es weiß Gott jetzt vor. Er konnte wirklich manchmal ein kompletter Blödmann sein.

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Harry hatte seit einigen Stunden zauberstablose Magie geübt. Er war etwas besorgt, Apparieren auszuprobieren. Trotz seines Erfolges in seinem nächtlichen Training mit Sirius gab es immer die Möglichkeit, dass er einen Fehler machen würde, und es wäre Niemand da, um ihm zu helfen, wenn er zersplinterte. Also hatte er Apparieren nicht geübt und sich auf andere Zaubersprüche konzentriert.

Irgendwann hatte er seine Vorhänge in Vorhänge aus dickerem Material verwandelt, um seine Zauberei vor der Außenwelt zu verbergen. Seine bisherigen waren ziemlich dünn gewesen und hätten nicht das Licht blockieren können, das manche der Zauber verursachen könnten. Sein Vertrauen in seine Fähigkeiten wurde stärker, als er immer mehr Erfolg mit der zauberstablosen Magie hatte. Er war noch immer nicht auf demselben Stand wie mit einem Zauberstab, aber die Kluft wurde immer kleiner. Im Moment war der größte Unterschied seine Zauberschnelligkeit. Er brauchte immer einen Moment, um seine Magie zu sammeln und sie auf die richtige Weise zu wandeln, bevor er etwas zaubern konnte. Er hoffte, dass - wenn er weiterhin übte - es für ihn zweite Natur sein würde, seine Magie innerhalb eines Augenblicks zu sammeln und zu wandeln.

Harry nahm schließlich all seinen Mut zusammen und versuchte sich am Apparieren. Er begann wie beim ersten Mal sehr langsam, als er das Apparieren ohne Zauberstab versucht hatte. Er konzentrierte sich auf eine Ecke in seinem Zimmer und stellte sicher, dass er das Ziel fest in seinem Kopf verankert hatte, bevor er seine Magie sammelte und sie in den Apparierzauberspruch umformte. Sobald er zufrieden war, konzentrierte er sich darauf, in der Zimmerecke zu sein und dabei zur Zimmermitte zu schauen. Er wollte, dass seine Magie ihn dorthin brachte. Mit einem Knall tauchte Harry in der gewünschten Ecke auf und schaute zum Fenster.

Von seinem ersten Erfolg ermutigt fuhr Harry mit Üben fort und apparierte überall im Raum herum. Er begann langsam, wurde aber immer schneller, als sein Selbstvertrauen wuchs. Er begann dann, die Geräusche des Apparierens zu dämpfen, so wie er es die Nacht zuvor getan hatte, bis kaum noch etwas zu hören war, wenn er verschwand und wieder auftauchte.

Später am Abend bemerkte Harry, dass es zur Gewohnheit wurde, dass er Mahlzeiten verpasste, denn sein Magen erinnerte ihn laut daran, dass er weder zu Mittag noch zu Abend gegessen hatte. Er schlich sich hinunter in die Küche, um seinen knurrenden Magen zu beruhigen. Als er in sein Zimmer zurückkam, war hinter den neuen, dickeren Vorhängen ein klopfendes Geräusch zu hören. Als er den Vorhang zur Seite zog, sah er eine überaus verärgerte Hedwig, die hinein wollte.

Harry öffnete schnell das Fenster und ließ seine Eule herein. „'Tschuldige Hedwig", versuchte Harry die Eule zu beruhigen. „Ich war unten etwas essen."

Immer noch verärgert streckte Hedwig ihr Bein aus, so dass Harry den angebundenen Brief nehmen konnte. Sobald Hedwig von ihrer Last befreit war, flog sie fort. Als Harry das Pergament aufrollte, entdeckte er eine Handschrift, mit der er immer vertrauter wurde.

Lieber Harry,

es tut mir leid, dass ich dir das antue, aber ich muss bei Jemandem meinen Frust über deinen besten Freund, meinen lieben Bruder Ron loswerden. Also mach dich auf eine Schimpftirade gefasst.

Der unmögliche Kerl hat vielleicht Nerven.

Erst hat er mir wegen Dean keine Ruhe gelassen. Dann hat er mich damit genervt, dass ich ihn deinen Brief lesen lassen soll und hat behauptet es wäre sein Recht als dein bester Freund, und nachdem ich hundert Mal gesagt habe, dass er sich verpissen soll, hab ich ihn beim Herumschnüffeln in meinem Zimmer erwischt, wo er meine Briefe gelesen hat. Er hat deinen gefunden und seinen Kommentaren nach zu urteilen würde ich sagen, er hat ein oder zwei Absätze gelesen, bevor ich ihn erwischt habe.

Als ob das noch nicht genug wäre, ist er - nachdem er deinen Brief bekommen hat - heute in mein Zimmer gestürmt und hat mich beschuldigt, dich gegen ihn aufzubringen. Er sagt, dass die Hälfte deines Briefes daraus bestand, ihn wegen seines Verhaltens gegenüber mir zu schelten. Ich habe ihm gesagt, dass das Einzige, das ich erwähnt hatte, gewesen war, dass er nicht aufhören kann, über Dean zu reden. Ich habe ihm auch gesagt, er soll erwachsen werden. Ich habe ihn auch wissen lassen, dass du wütend genug auf ihn zu sein scheinst, auch ohne meine Hilfe und bevor ich dir überhaupt geschrieben hatte. Wenn du ihm sagen könntest, woher du deine Informationen hast - und ich nehme mal an es war von Hermine, da ich ihr darüber geschrieben hatte - könnte mir das eine Weile Ruhe verschaffen. Andererseits könnte das auch Hermine ins Kreuzfeuer bringen.

Nun, bevor du anfängst, mir Entschuldigungen zu schreiben, will ich dir gleich sagen, dass ich nichts davon hören will. Mein Bruder ist der Blödmann, nicht du. Das soll nicht heißen, dass du noch nie einer gewesen bist, aber du hast dieses Mal nichts Falsches getan und du bist nicht im Geringsten für das Verhalten von meinem Bruder verantwortlich. Wenn es nicht das gewesen wäre, hätte dieser unreife Depp etwas Anderes gefunden, um mir auf die Nerven zu gehen. Ich wollte dir danken, dass du dich für mich eingesetzt hast. Merlin weiß, dass Ron nicht auf mich hört, aber er könnte vielleicht auf dich hören.

Wie auch immer. Keine Ursache wegen der Zaubertrankzutaten. Und ich werde auf das Versprechen zurückkommen (natürlich werde ich es geheim halten). Ich freue mich, dass die DA weitergehen wird und dieses Mal sogar offiziell. Darf ich mit Ron und Hermine darüber sprechen? Du hast gesagt, ich sollte es niemanden gegenüber erwähnen, aber ich dachte, du wirst es wenigstens den Beiden erzählen, oder? Ich werde es nicht erwähnen, solange du nicht das Okay gegeben hast, aber ich bin einfach überrascht, dass du es mir als Erste erzählt hast.

Oh, und was Dean angeht. Mach dir keine Sorgen, dass du die Sache zwischen ihm und mir vergessen hast. Du hattest andere Dinge im Kopf. Um ganz ehrlich zu sein, ich hätte es inzwischen selbst vergessen, wenn ein bestimmter Idiot mich nicht andauernd daran erinnern würde. Ja, so ist es, du hast das richtig verstanden. Ich habe das Ganze erfunden, um zu beweisen, dass Ron einen Aufstand machen würde, egal mit wem ich mich treffen würde. Sieht so aus, als ob ich Recht hätte. Sag das aber Ron nicht. So nervig, wie er mit der ganzen Sache ist, habe ich doch Spaß damit, ihn damit zu ärgern. Noch mal Entschuldigung wegen der Tirade, aber ich habe das alles jemandem erzählen müssen.

Schreib schnell zurück.

Mit Liebe,

Ginny

Harry konnte Rons Verhalten nicht fassen. 'Wie kann er es wagen, meinen Brief an Ginny ohne Erlaubnis zu lesen? Und wie konnte er seine eigene Schwester beschuldigen, dass sie mich gegen ihn aufhetzen würde? Der hat Nerven, zu behaupten, er hätte das Recht als mein 'bester Freund', die Briefe zu lesen, die ich an Ginny schreibe. Jetzt ist die Zeit, in der wir alle zusammenhalten müssen und er fängt mit jedem Streit an', dachte Harry. Ginny hatte es am Besten gesagt: Ron musste erwachsen werden; sonst würde er zurückbleiben. Wie Harry zu Sirius gesagt hatte: Er hatte keine Zeit, kindisch zu sein: er musste eine Prophezeiung erfüllen.

Harry vergrub sich wieder in seiner kleinen Büchersammlung, um zu lernen, bevor er ins Bett ging. Es war nur eine Stunde später, als Harry müde wurde und sich langweilte. Er hatte die meisten der Bücher bereits gelesen und konnte nicht mehr viel Neues lernen. Er beschloss die Bücher für den Moment sein zu lassen und die Briefe an Neville und Luna zu schreiben, die er versenden wollte. Er fing mit Nevilles' Brief an.

Lieber Neville,

ich bin mir nicht sicher, wie ich anfangen soll, aber lass dir zuerst einmal danken. Ohne deine Hilfe und die der Anderen hätte ich es wahrscheinlich nicht lebend aus dem Ministerium geschafft. Du hast viel Mut gezeigt, dich den Todessern entgegenzustellen. Du bist ein guter Freund, Neville. Ich bin mir sicher, deine Eltern wären stolz auf dich.

Ich möchte mich auch dafür entschuldigen, dass ich dich umsonst in Gefahr gebracht habe. Du bist mit mir gekommen, um meinen Paten zu retten, in dem Wissen, dass wir höchstwahrscheinlich Todessern oder Voldemort begegnen würden und ich kann dir dafür nicht genug danken. Aber hätte ich die Dinge besser durchdacht und wäre vorsichtiger gewesen, hättest du nicht einmal in dieser Situation sein müssen. Das tut mir sehr leid.

Du hast gezeigt, dass du ein ausgezeichneter Duellant bist. In der DA letztes Jahr wurdest du schnell einer der Besten und warst oft einer der Ersten, der einen neuen Zauber beherrscht hat. Und ich wette, dass du mit einem neuen Zauberstab, der zu dir passt, nur noch besser wirst. Ich würde dir gern deinen Zauberstab bezahlen, wenn du mich lässt. Es war meine Schuld, dass du in dieser Nacht dort warst und wenn das nicht gewesen wäre, würdest du keinen neuen Zauberstab brauchen. Es ist das Mindeste, das ich tun kann. Und wenn deine Oma wegen dem Zwischenfall wütend auf dich ist, schicke ich ihr gerne einen Brief, um alles zu erklären und volle Verantwortung zu übernehmen. Ich möchte nicht, dass du wegen mir Ärger bekommst.

Ich hoffe, du genießt deinen Sommer. Erzähl mir, was du so machst. Ich steck wieder bei den Muggeln fest, also habe ich nichts zu tun als zu lernen, um mich zu beschäftigen. Meld dich.

Pass auf dich auf,

Harry

Einer fertig, fehlte noch einer.

Liebe Luna,

zuerst einmal möchte ich dir danken. Du hast dich bereit erklärt mit mir zu kommen, um meinen Paten zu retten, obwohl du wusstest, dass es gefährlich sein würde und ich kann dir dafür nicht genug danken. Ohne deine Hilfe zusammen mit der der Anderen würde ich jetzt vielleicht nicht mehr hier sein.

Ich möchte mich auch entschuldigen, dass ich dich überhaupt in Gefahr gebracht habe. Hätte ich die Dinge kurz durchdacht, hätte ich vielleicht erkannt, dass es nur eine Falle war, um mich in Gefahr zu bringen. Wenn ich nicht so dumm gewesen wäre, wären du und die Anderen niemals in Gefahr gewesen. Das tut mir sehr leid.

Wenn es etwas gibt, das ich für dich tun kann, kannst du mich immer fragen. Ich bin dein Freund. Nachdem das nun gesagt ist, wie ist dein Sommer? Haben du und dein Vater schon angefangen, nach dem Schrumpfhörnigen Schnarchkackler zu suchen?

Ich hoffe, ihr findet einen. Ich stecke im Moment bei meinen Muggelverwandten fest und habe deswegen nichts anderes zu tun als zu lernen. Melde dich und lass mich wissen, wie die Suche läuft.

Pass auf dich auf,

Harry

Harry rollte die beiden Pergamente zusammen und wandte sich Hedwig zu, die kurze Zeit vorher wiedergekommen war und ihrem Käfig makellos sauber und ihre Wasserschüssel neu gefüllt vorgefunden hatte. Sie hatte das anscheinend als ausreichende Entschuldigung angesehen, da sie Harry keine Probleme mehr machte. Harry gab ihr nacheinander die beiden Briefe und erklärte ihr, für wen sie waren. „Sicheren Flug", sagte Harry zu seiner Eule, die auf seine Schulter hüpfte und ihm liebevoll ins Ohr kniff, bevor sie durchs Fenster flog, um ihre Post auszutragen.

Harry schaute auf seine Armbanduhr und beschloss, noch eine halbe Stunde zu lernen, bevor er schlafen gehen würde. Er holte das Buch über Duellieren hervor, das er letztes Weihnachten bekommen hatte, um ihm mit der DA zu helfen und fing an zu arbeiten.

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Harry brauchte an diesem Abend eine lange Zeit, um einzuschlafen, da er nicht aufhören konnte, über seine neu erstandenen Zaubertrankzutaten nachzudenken und der Tatsache, dass das bedeutete, dass er bald ein Animagus werden würde. Er hatte das Gefühl, dass es ihm helfen würde, sich verbundener mit seinem Vater und Sirius zu fühlen, wenn er ein Animagus werden würde, was das Ganze so wichtig für Harry machte.

Als er endlich einschlief, wartete Sirius wie bereits gewohnt auf ihn. „Wie war dein Tag?", fragte ihn sein Pate.

„Großartig!", antwortete Harry enthusiastisch. „Ich konnte in meinem Zimmer ohne Probleme ohne Zauberstab apparieren. Ich habe auch zauberstablose Magie geübt und fühl mich immer wohler damit. Ich brauche noch immer ein paar Augenblicke für meine Zaubersprüche, aber ich glaube, ich werde immer besser. Es fühlt sich langsam natürlicher an. Ich habe heute auch ein Paket von der Apotheke bekommen. Es ist alles drin, was ich für den Animaguszaubertrank brauche."

„Das ist klasse. Dann lass uns heute Nacht die Schritte zum Brauen des Zaubertrankes besprechen. Du musst dir jeden Schritt genau einprägen und dich an alle Details erinnern, da du nichts, was du hier aufschreibst mit dir nehmen kannst. In solchen Momenten wünscht man sich, dass es Denkarien etwas häufiger geben würde", sagte Sirius.

„Ich werde mein Bestes tun, um mich an alle Anweisungen zu erinnern. Ohne Snape, der herumschleicht, wird das Brauen hoffentlich ohne Probleme ablaufen. Ich sage dir, ich war über den Unterschied erstaunt, als ich meinen Zaubertrank-ZAG abgelegt habe.", meinte Harry.

„Mach dir wegen Snape keine Sorgen. Außerdem: warst nicht du Derjenige, der entschieden hat, dass diese Einstellung nicht hilft?"

„Schön, du hast Recht", antwortete Harry mit einem leichten Grinsen.

„Du glaubst es besser", grinste Sirius. „Nun, lass uns anfangen, ja?"

Harry nickte zustimmend und Sirius begann Harry die einzelnen Schritte für den Animaguszaubertrank zu erklären. Er wiederholte die Schritte mehrmals und ließ Harry die Schritte auf Kommando vortragen. Als Harry die Schritte perfekt wiederholen konnte, egal ob in der richtigen Reihenfolge, von hinten nach vorne oder jeden Schritt durcheinander, entschied Sirius endlich, dass Harry es im Kopf hatte.

Er beschloss, für heute Nacht Schluss zu machen, aus Angst, dass er Harry vom Zaubertrank ablenken könnte. Er wünschte Harry eine Gute Nacht und verschwand.

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Harry begann, sobald er aufgewacht war, mit dem Zaubertrank. Er wollte keine Zeit verschwenden oder sich selbst die Möglichkeit geben, etwas von den Schritten zu vergessen. Er holte seinen Kessel aus seinem Koffer und suchte alle Zutaten zusammen, die er brauchen würde. Bald arbeitete er fieberhaft an dem Zaubertrank. Er wachte über dem Kessel, rührte wenn notwendig im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn um und hackte, zerstampfte und mischte Zutaten wie vorgeschrieben. Er absolvierte jeden Schritt genau und erreichte die gewünschte Farbe und Dicke. Der Zaubertrank musste jetzt nur noch drei Stunden köcheln, bevor er getrunken werden konnte.

Harry schaute auf die Uhr und entdeckte, dass er ein paar Stunden gearbeitet hatte. Sein Magen knurrte, um die Tatsache zu unterstreichen, dass er noch nichts gegessen hatte. Er entschied den Forderungen seines Körpers Folge zu leisten und ging zuerst ins Badezimmer. Nachdem er sich gewaschen hatte, zog Harry sich an und ging hinunter, um sich etwas zu essen zu machen. Er ging die Treppen hinunter in die Küche und durchstöberte den Kühlschrank.

Seine Tante bemerkte Harry und - entgegen ihrer Vorliebe, ihren Neffen wegen der Warnung, die die Dursleys vom Orden bekommen hatten, komplett zu ignorieren - schimpfte sie mit ihm. „Und was glaubst du, was du da tust?", fragte sie mit einer schrillen Stimme. „Wir haben bereits gefrühstückt und es ist zu früh fürs Mittagessen. Wenn du etwas möchtest, dann hättest du hier sein sollen, als es etwas gegeben hat. Das hier ist kein Restaurant, das sich nach deinen Wünschen richtet. Wenn du etwas essen möchtest, wirst du das nach meinen Regeln tun. Ich will nicht, dass du meine Küche durcheinander bringst."

Harry brauchte seine gesamte Willenskraft, um sich davon abzuhalten, seine neu gefundenen zauberstablosen magischen Fähigkeiten auszuprobieren. Harry nahm sich einen Moment, um sich zu sammeln, bevor er in der Lage war, eine geeignete Antwort zu formulieren: „Gut. Vielleicht gehe ich hoch und schreibe meinem Freund Mad-Eye Moody wie wenig ich zu essen bekomme. Du erinnerst dich an Mad-Eye, oder? Du hast ihn diesen Sommer auf King's Cross kennen gelernt. Er hatte einen Melonenhut auf und hat ein verrückt aussehendes Auge, das sich in seiner Augenhöhle dreht."

Das Verhalten seiner Tante wechselte in Rekordzeit von rachsüchtig in ängstlich. Sie erinnerte sich, von wem er redete und erinnerte sich auch an die Drohung, die gemacht worden war. Nicht nur das, der Junge hatte das böse Wort in ihrem Zuhause gesagt. Sie schaute schnell aus dem Fenster, um sicherzugehen, dass niemand in der Nähe war, der lauschen konnte. Diese lästigen, neugierigen Nachbarn.

Sie zwang sich zu einem Lächeln und schaffte es: „Natürlich. Wir lassen dich einfach in Ruhe, so dass du dir hier etwas zu Essen machen kannst. Stell sicher, dass du hinterher aufräumst.", herauszupressen, bevor sie aus der Küche stürmte.

Harry grinste, als seine Tante so schnell verschwand und widmete sich wieder seiner Aufgabe. Er machte sich schließlich ein Schinkensandwich und schenkte sich ein Glas Saft ein. Er setzte sich an den Tisch und genoss sein Essen. Er aß allein und räumte pflichtschuldig hinter sich auf, als er fertig war.

Er ging zurück in sein Zimmer und bemerkte, sobald er eintrat eine winzige Eule, die aufgeregt hin- und herflog. Als die Eule ihn bemerkte, fing sie sofort an über Harrys Kopf zu kreisen. Seine Quidditchfertigkeiten nutzend fing er den Vogel in der Luft und sagte: „Das reicht Pig." Er erlöste die Eule von ihrer Last, bevor er sie wieder frei ließ. Er ignorierte dieses Mal die nervtötende Eule und setzte sich an den Bettrand, um den Brief zu lesen.

Lieber Harry,

whoa, Kumpel. Ich weiß, dass es dir gerade nicht so super geht, aber du musst es nicht an mir auslassen. Ganz ehrlich: Ich weiß nicht, warum du auf Ginny hörst. Sie hat einfach Spaß daran, mein Leben zu ruinieren, also hör auf nichts, was sie über mich sagt. Und wenn wir gerade über Ginny reden: Wie kommt's, dass du ihr diesen Sommer so viel schreibst? Du weißt, dass sie in dich verknallt ist und du willst ihr doch keine falschen Hoffnungen machen. Das Letzte, was du brauchen kannst, ist, wenn sie den Harry Potter Fanclub wieder eröffnet oder? Ich weiß, dass sie jetzt mit Dean zusammen ist, aber ich bezweifle, dass das lange hält. Du solltest einfach nicht so mit ihr spielen, Kumpel.

Wenn wir schon über falsche Hoffnungen reden: Ich glaube, Hermine schreibt wieder ihrem alten Freund Vicky. Ich möchte mich hier nicht einmischen, aber ich kann nicht anders als mich zu fragen, ob es wirklich sicher für sie ist ihm zu schreiben, verstehst du? Ich meine, er besucht Durmstrang. Die Schule ist bekannt dafür, die Dunklen Künste zu lehren. Ihr alter Schulleiter war immerhin ein Todesser. Können wir uns wirklich sicher sein, dass er auf unserer Seite ist? Ich glaube, wir sollten mit Hermine darüber reden. Sie wird es vielleicht ernster nehmen, wenn es von uns beiden kommt.

Was soll das ganze mit dem Lernen diesen Sommer? Du steckst jeden Sommer bei den Dursleys fest, aber du hast davor nie viel über den Sommer gelernt. Wenn du den ganzen Sommer lernst, wird Hermine erbarmungslos sein und wollen, dass ich meinen gesamten Sommer über den Büchern verbringe. Sie wird mich wahrscheinlich dazu bringen wollen, meine gesamten Schulbücher für das nächste Jahr durchzulesen, bevor das Schuljahr überhaupt angefangen hat. Du lässt mich hier wirklich im Stich, Kumpel.

Mein Sommer war bis jetzt ziemlich langweilig. Ich musste ein wenig im Haushalt helfen. Die Zwillinge haben ihre eigene Wohnung in der Winkelgasse und sind deswegen nicht mehr so oft da. Diesen Sommer sind es nur ich und Ginny. Und es war in letzter Zeit nicht gerade eine Freude, sie um sich zu haben. Ich hatte also nicht wirklich was zu tun. Nun Kumpel, lass dich von den Muggeln nicht runterziehen und schreib schnell zurück.

Ron

Harry konnte nur den Kopf schütteln, als er den Brief von seinem Freund zur Seite legte. Ron hatte wirklich Nerven, so etwas von Ginny zu sagen. Und er konnte die Sache mit Hermine und Viktor noch immer nicht in Ruhe lassen. Nun, Harry würde sich in diese Diskussion nicht einmischen. Ron war blind vor Eifersucht und das nicht das erste Mal in seinem Leben, dachte Harry reuevoll. Er würde früher oder später zugeben müssen, dass er Hermine mochte und er würde lernen müssen, dass er nicht entscheiden konnte, mit wem Hermine ihre Zeit verbrachte. Harry glaubte Hermine, wenn diese sagte, dass sie mit Viktor nur befreundet sein wollte.

'Vielleicht, wenn Ron es endlich einsehen und ein wenig seinen Mut zusammenkratzen würde, könnte er zugeben, dass er Hermine mag und diesen ganzen Unsinn beenden' dachte Harry. Er schnaubte ungläubig und beantwortete seine Aussage laut: „Klar, und vielleicht wird Voldemort erkennen, dass sein Weg falsch ist und ehrenamtlich in St. Mungos helfen, diejenigen zu heilen, die im Krieg verletzt wurden."

Er wusste, dass er Rons Verhalten gegenüber Ginny und Hermine ansprechen musste, er wusste aber auch, dass er, wenn er es nicht richtig handhabte, alles nur noch schlimmer machen würde. Er wünschte, sein Freund würde ein wenig reifer werden, so dass er nicht so vorsichtig mit dem sein müsste, was er ihm sagte. Sein Freund hatte ein unglaubliches Temperament und sobald er sich in etwas hineingesteigert hatte, konnte man nicht mehr mit ihm reden. Er beschloss, nicht gleich zurückzuschreiben, da er etwas mehr Zeit brauchte, um sich zu beruhigen und seine Gedanken zu sammeln.

Er hatte noch immer eine Stunde Zeit, bis der Zaubertrank bereit war, um getrunken zu werden. Er beschloss, seine zauberstablose Magie zu üben, um die Zeit zu überbrücken. Nach 45 Minuten begann er apparieren zu üben. Harry wusste, dass er die Basis konnte und ohne Probleme überall im Raum apparieren konnte und entschied, etwas zu wagen. Er hatte noch nicht versucht, an eine Stelle außerhalb seines Raumes zu apparieren.

Er warf sich seinen Tarnumhang über, um sich vor seinen Verwandten zu verstecken. Dann konzentrierte er sich auf das Esszimmer, da er wusste, dass um diese Tageszeit niemand dort sein würde. Da es das erste Mal war, dass er außerhalb seines Zimmers apparieren würde, nahm er sich Zeit, sich auf sein Ziel zu konzentrieren, bevor er seine Magie aktivierte und aus seinem Zimmer disapparierte. Da er das Apparieren verlangsamte, um seine Ankunft zu verstecken, machte Harry kaum ein Geräusch, als er heil und gesund im Esszimmer erschien. Er grinste und begann in verschiedene Zimmer des Hauses zu apparieren, bis es an der Zeit war, nach dem Zaubertrank zu sehen.

Er erschien wieder in seinem Zimmer und ging zum Kessel, der in der Ecke auf dem Boden stand. Er schöpfte etwas von dem Zaubertrank in ein Glas und ließ es einige Minuten abkühlen. Als er sich sicher war, dass er lange genug gewartet hatte, hob er das Glas hoch und sagte: „Wird schon", und trank. Es dauerte nur einen Moment, bevor es wirkte. Er wurde schläfrig und torkelte zum Bett. Er schaffte es gerade noch so in sein Bett, bevor er vom Zaubertrank übermannt und ohnmächtig wurde.

Harry fand sich in einem dunklen Wald wieder. Es gab wenig bis gar kein Licht und Harry nahm daher an, dass es Nacht war. Doch der Wald war so dicht, dass die Sonne hätte scheinen können, ohne dass er es bemerkt hätte. Trotz des fehlenden Lichts konnte er überraschend gut sehen. Als sein Körper sich ohne sein zutun bewegte, erkannte Harry, dass er nur ein Beobachter in dieser Vision war. Er hatte keinerlei Kontrolle. Der Körper, in dem er war, pirschte leise durch den Wald.

Harry konnte kurz seine Pfoten sehen, als er durch das Unterholz und zwischen den Bäumen schlich. Er hatte schwarzes Fell und schien katzenartig zu sein. 'Ich bin ein Panther'. dachte Harry sich. 'Das ist meine Animagusform.' Harry konzentrierte sich auf das Gefühl seines Körpers und er bemerkte, dass Magie durch ihn floss. Er prägte sich das Gefühl ein, so dass er die Magie nachempfinden konnte, wenn er sich verwandeln wollte.

Der Panther lief weiter durch das Dickicht und strich durch den Wald, als er sich geräuschlos an seine Beute anpirschte. Er schlich sich an ein anderes Tier heran, auf das Harry nur wenige Blicke erhaschen konnte und deswegen nicht erkannte. Als er sich näherte, sprang der Panther es mit großer Geschwindigkeit an und hatte das kleinere Tier schnell niedergeschlagen.

Von seinem Erfolg (oder sollte er sagen von dem Erfolg des Panthers?) begeistert jauchzte Harry in Gedanken und der Panther unterstützte dies mit einem siegreichen Knurren. Und dann wurde es schwarz um ihn. Harry nahm an, dass dies das Ende der Vision anzeigte und bereitete sich darauf vor, aufzuwachen.

Ohne gewarnt zu werden wurden Harrys Augen von hellem Licht geblendet. Harry konnte für kurze Zeit nichts sehen und er fühlte Luft überall um sich herum. Als die Punkte vor seinen Augen verschwanden, erkannte Harry, dass er zur untergehenden Sonne schaute. Er bemerkte auch schnell, dass er nicht auf dem Boden stand, noch dass er fiel. Er segelte auf einer Luftströmung.

Von der Aussicht zu fliegen begeistert jauchzte Harry heute zum zweiten Mal. Er versuchte einen Blick auf sich zu erhaschen, als der Körper, in dem er war, mit seinen Flügeln schlug. Harry konnte erkennen, dass seine Flügel von schwarzen Federn bedeckt waren. Er versuchte zu erraten, was für ein Vogel er sein könnte. Er glaubte nicht, dass er ein Rabe oder eine Krähe war, aber das waren die einzigen Vögel, die ihm einfielen, die schwarz waren.

Irgendetwas in ihm schien darauf zu bestehen, dass er eine Eule war. Er hatte noch nie eine schwarze Eule gesehen, aber das bedeutete nicht, dass sie nicht existierten. Und er konnte das bohrende Gefühl in sich einfach nicht loswerden. Er war eine schwarze Eule. Harry konzentrierte sich wieder auf seine Magie, um sich an die Form zu erinnern. Er bemerkte, dass sie sehr ähnlich zu der vom Panther war. Das machte Sinn, wenn man bedachte, dass beide Zauber ihn in eine Tiergestalt verwandelten. Der kleine Unterschied zwischen den beiden musste der Unterschied zwischen Eule und Panther sein.

Die Eule flog hinunter in einen Wald. Die Sonne war inzwischen fast untergegangen und im Wald war es dunkel. Harry konnte so gut wie im hellen Tageslicht sehen, sogar besser. Sein Sehvermögen war außergewöhnlich gut. Er könnte wahrscheinlich eine Nadel 30 Meter weit weg auf dem Boden entdecken. Er sah ein kleines Nagetier auf dem Boden umherhuschen. Die Eule breitete ihre Flügel aus und stürzte sich gewandt hinunter auf das Nagetier und hatte es in ihren Krallen, bevor die Maus überhaupt bemerkt hatte, dass sie in Gefahr war.

Harry hatte wieder nur einen Moment Zeit, um sich über seinen Erfolg zu freuen, bevor es Schwarz um ihn wurde. Er fragte sich, ob das seine letzte Vision gewesen war oder ob noch mehr kommen würde. Seine Frage wurde beantwortet, als er aus seinen Träumen in die wachende Welt gerissen wurde.

Harry war verwirrt. Er hatte gedacht, dass er gesagt bekommen würde welche Gestalt er als Animagus annehmen würde. Er hatte erwartet, nur ein Tier zu sehen, nicht zwei. Bedeutete dass das er sich aussuchen könnte, welches Tier er werden wollte oder was? Er wagte es nicht zu hoffen, dass er beide Tiere werden könnte. Er wusste, dass das unmöglich war. Er musste Sirius das nächste Mal, wenn sie sich trafen, fragen.

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Sirius ließ sich vollkommen verwirrt auf einen Stuhl fallen, nachdem Harry die Bombe hatte platzen lassen. „Was meinst du damit, dass du zwei Tiere gesehen hast?", fragte er schließlich. „Du hast nur eins."

„Ich weiß, das verwirrt mich ja so", erwiderte Harry. „Erst war ich dieser Panther, der durch einen Wald pirschte. Dann wird alles schwarz um mich und dann kann ich plötzlich wieder etwas sehen, nur dass ich dieses Mal eine Eule bin, die am Himmel fliegt. Das ist nicht normal oder?"

Nein, das ist definitiv nicht normal", erwiderte Sirius und lief in dem kleinen Klassenzimmer auf und ab, wobei er gedankenverloren den wenigen Tischen, die herumstanden, auswich. „Bist du dir sicher, dass du den Zaubertrank richtig gebraut hast? Ich meine wirklich sicher? Ist es auch nur im Entferntesten möglich, dass du einen Fehler gemacht hast?"

„Der Zaubertrank war perfekt, da bin ich mir ganz sicher", meinte Harry frustriert. „Es war die richtige Farbe, Konsistenz, Dicke, alles. Ich bin mir sicher, dass ich es richtig gemacht habe. Es kann nicht am Zaubertrank liegen."

„Das ergibt überhaupt keinen Sinn", kommentierte Sirius. „James und ich haben jedes Buch in der Hogwartsbibliothek über Animagi gelesen, Verbotene Abteilung und alles. Und nicht einmal wurde erwähnt, dass es überhaupt möglich wäre, mehr als ein Tier während der Vision zu sehen."

„Was glaubst du bedeutet das?", fragte Harry zögernd.

Sirius ließ die Schultern sinken und antwortete: „Ich weiß es einfach nicht."

„Vielleicht kann ich mir aussuchen, welches ich sein will", schlug Harry vor.

„Oder vielleicht ...", Sirius stoppte, während er über die Auswirkungen nachdachte. „Vielleicht kannst du dich in beide Tiere verwandeln."

Sirius Vorschlag machte Harry sprachlos. Er hatte die Möglichkeit niemals ernsthaft erwogen. Die Möglichkeit war ihm kurz durch den Kopf gegangen, aber er hatte den Gedanken schnell abgetan und hatte angenommen, dass sein Pate dasselbe tun würde. Niemand hatte bisher mehr als eine Animagusform gehabt, die Meisten hatten nicht einmal eine Einzige. Andererseits hatte bisher auch niemand eine Vision von mehr als nur einem Tier gehabt.

Harry erwog schließlich doch die Möglichkeit, dass sein Pate Recht haben könnte. Das ließ ihn lächeln. Er konnte es nicht erwarten, eins der beiden Tiere zu sein, aber der Gedanke, dass er beide Tiere sein könnte, war überwältigend. Er würde ohne die Hilfe eines Besens fliegen können. Er würde ohne Angst durch den Verbotenen Wald schleichen können. Er würde Jäger und nicht Beute sein.

„Vielleicht hast du Recht", sagte Harry schließlich. „Es hat sich natürlich angefühlt, die Eule und der Panther zu sein. Und ich habe mir gemerkt, wie sich die Magie im Körper anfühlt, während ich in ihnen war, so dass ich es wiederholen könnte. Vielleicht kann ich wirklich beide sein."

„Nun, es kann zumindest nicht schaden, es zu versuchen", meinte Sirius grinsend.

Harry lächelte. „Also können wir anfangen? Gibt es noch etwas, das ich wissen muss?", wollte Harry eifrig wissen.

„Ungeduldig, mhm?", ärgerte ihn Sirius. „Wenn man dein Wissen über zauberstablose Magie in Betracht zieht, kann ich nicht mehr wirklich viel sagen. Wenn das wie deine andere zauberstablose Magie funktioniert und wenn du bedenkst, dass du schon weißt, wie du deine Magie auf die richtige Weise manipulieren musst, nehme ich an, dass du schon 90 % hast. Alles, was du tun musst, ist mit den Verwandlungen anzufangen. Es ist das Beste, wenn du damit anfängst, ein Gliedmaß nach dem anderen immer wieder zu verwandeln. Sobald du in der Lage bist, jeden Teil deines Körpers einzeln und immer wieder zu verwandeln, kannst du die vollständige Verwandlung versuchen."

Harry verlor keine Zeit und schloss seine Augen. Er konzentrierte sich auf sich selbst. Wie er es nun schon so oft getan hatte, rief Harry seine Magie hervor, bis er sie frei fließen fühlen konnte. Er konzentrierte seine Magie in seinen linken Arm und wollte, dass sie die Form, die er während der Vision im Panther gefühlt hatte, annahm. Sobald es sich richtig anfühlte, konzentrierte Harry sich auf die mit schwarzem Fell bedeckte Pfote, die er durch den Wald hatte schleichen sehen. Mit diesem Bild vor Augen wollte Harry, dass sein linker Arm die Pfote wurde.

Es war ein merkwürdiges Gefühl. Harry fühlte, wie sein Arm sich verwandelte, Muskeln und Knochen sich umformten und Fell auf seinem Körperteil wuchs. Er konnte nicht mehr seine Finger bewegen, stattdessen konnte er Krallen herausfahren und wieder einziehen. Er öffnete seine Augen und sah, dass er erfolgreich gewesen war. Es fühlte sich komisch an Mensch zu sein aber eine Pfote zu haben. Aber er schüttelte das Gefühl ab und lächelte über seinen Erfolg. Harry schaute zu seinem Paten, um dessen Reaktion zu sehen.

Sirius grinste und schüttelte seinen Kopf:" Ich weiß nicht, ob ich stolz oder wütend sein soll. Es hat mich Monate über Monate an Übung gekostet, bevor ich so weit war. Deinen Vater auch, obwohl er um zwei Wochen schneller gewesen war als ich. Und hier kommst du, 30 Sekunden nachdem du angefangen hast und hast einen verwandelten Arm. Als ich das Training zuerst angesprochen habe, dachte ich, dass wir, wenn wir Glück haben, zu Weihnachten fertig sind. So wie es jetzt aussieht, bist du in ein paar Tagen soweit."

„Nun, die zauberstablose Magie hat wirklich geholfen", meinte Harry trocken. „Alles, was ich tun musste, war, wie immer meine Magie hervorzurufen und sie in die Gestalt zu formen, die ich in der Vision gefühlt hatte, meinen Arm dann in eine Pfote verwandeln wollen und voila", Harry winkte mit seiner Pfote vor seinem Paten herum.

„Wenn du es so sagst, hört es sich so einfach an", erwiderte Sirius sarkastisch.

„Außer der Tatsache, dass ich nie in der Lage war, meine Magie zu fühlen oder sie hervorzurufen, so wie du es tust. Ich frage mich langsam, ob Dumbledore überhaupt so viel Kontrolle und Wahrnehmung über Magie hat wie du Harry."

„Sei nicht albern. Ich habe nicht annähernd seine Fähigkeiten. Ich habe ihn sich mit Voldemort duellieren sehen. Er war unglaublich. Sie beide waren es. Ich kann mich nicht annähernd mit ihnen vergleichen", schloss Harry verzagt.

„Noch", konterte Sirius. „Du bist jung, Harry. Aber ich habe noch niemanden gesehen, der die Dinge so schnell begriffen hat wie du es hier hast. Wenn du in dieser Geschwindigkeit weitermachst, wirst du dich am Ende des Jahres gegen Dumbledore in einem Duell behaupten können. Glaub mir."

Harry lächelte nur über den Enthusiasmus seines Paten. Er war durch das Lob ermutigt, aber er ließ es sich nicht zu Kopf steigen. Er glaubte nicht, dass es möglich war, so schnell so mächtig zu werden, aber das erste Mal in einer langen Zeit fühlte er, wie Hoffnung in ihm aufkeimte. Sirius glaubte an ihn und für den Moment war das genug.

Vielen Dank für die Reviews!

Ela23: Danke für die Komplimente!

mimaja: ich hoffe der Stress ist vorbei? Schön, dass du wieder dabei bist. Es wird eine Harry/Ginny Story, das ist wahr, aber sehr spät. Es geht natürlich um die beiden, aber um dich zu beruhigen: Taking Control ist die einzige Geschichte, die ich je gelesen habe, in der mir das Pairing gefallen hat. Und natürlich ist diese Geschichte hier nicht nur Romanze. Es geht auch vor allem um Harry und wie er sich entwickelt. Mädchen dürfen da natürlich auch nicht fehlen^^ . Und was Harrys Animagus angeht…wie du siehst hattest du gar nicht so unrecht ;)

Nina911: Schön wieder von dir zu hören. Ich finde die Charaktere von fakeasmile auch sehr gut porträtiert und entwickelt. Wir werden sehen wie sich das weiter entwickelt ;)

Schnuppenstern: Klar mache ich weiter! Langsam, aber sicher.

InaBau: Schön, alte Bekannte begrüßen zu dürfen! Die Idee mit Sirius fand ich auch sehr einzigartig. Diese Art des Wiedersehens hatte ich zuvor (und danach) nie mehr gelesen. Ginny ist super und Ron ist zwar ein Idiot, aber nicht hoffnungslos…das dauert aber noch…lange…sehr lange… es wird kein einfacher Weg für ihn…