AN: so, ein update. Diesmal ist es nur der erste Teil des fünften Kapitels. Mein neuer beta aragock hat mir den Anreiz dazu gegeben. Wie ist es euch lieber? etwas öfters updates und dafür zweigeteilte Kapitel? Oder länger warten und dafür das gesamte Kapitel auf einmal? Mehr als einmal im Monat ist aber so oder so nicht drin.
Vielen Dank an Aragock fürs betaen.
Kapitel 5.1: Was einst Zuhause war
Die letzte Sommerwoche verging ohne Zwischenfälle. Harry las und übte gewissenhaft. Er wurde mit dem Schreiben des magischen Vertrages inklusive der dazugehörigen Zaubersprüche einen Tag vor dem Ende der Ferien fertig, womit er sehr zufrieden war. Er war zuversichtlich, dass niemand mit fragwürdiger Loyalität auch nur in der Lage sein würde, den Vertrag zu unterschreiben. Und die, die unterschreiben konnten, würden sehr fest gebunden sein. Sie wären definitiv nicht in der Lage, die Seiten im Krieg zu wechseln, ohne ernsthaft magisch außer Gefecht gesetzt zu werden. Die Strafe bei Reden über den Klub war viel weniger streng, aber jeder, der diese Klausel brach, würde die Entscheidung bereuen und würde damit nicht ohne Harrys Kenntnis davonkommen. Am Tag vor seiner Abreise nach Hogwarts packte Harry die wenigen in seinem Zimmer herumliegenden Dinge zusammen.
Die meisten seiner Besitztümer waren bereits in seinem Koffer. Er packte alle normalen Sachen, die er für das Schuljahr besaß, in seinen alten Koffer. Er beschloss, dass er diesen Koffer weiterverwenden würde, um nicht unnötigen Verdacht zu erregen. Schulroben, Kessel, Unterrichtsbücher und ein paar persönliche Dinge wanderten in diesen Koffer. Er behielt den Rest seiner Bücherei, seinen Tarnumhang, die Karte der Rumtreiber und alles andere, dass als ungewöhnlich oder besonders wertvoll betrachtet werden konnte, in seinem neuen Koffer.
Er verbrachte den Rest des Tages so, wie er jeden anderen Tag des Sommers verbracht hatte: lesend und trainierend. Am nächsten Morgen begann Harry seine Morgenroutine wie üblich. Er ging Joggen und sagte einer unsichtbaren Tonks auf Wiedersehen. Er dankte ihr, dass sie den gesamten Sommer auf ihn aufgepasst hatte. Er war zwar der Meinung, dass es nicht nötig gewesen wäre, doch er schätzte die Tatsache, dass sie für ihn da gewesen war und jeden Morgen mit ihm gelaufen war.
Nachdem er mit seinem Workout fertig war, duschte er, zog sich an und machte sich bereit für den Tag. Er trug eine seiner Khakihosen und ein einfaches, blaues, etwas enganliegendes T-Shirt. Sein Haar hatte eine gute Länge erreicht und fiel ihm bis zu seinen Schultern. Er setzte seine farblosen Kontaktlinsen ein und trug seine neuen Turnschuhe. Er legte auch einen der Zauberstabhalfter an sein Handgelenk an und ließ seinen Zauberstab darin verschwinden. Er brauchte seinen Zauberstab nicht, wollte ihn aber in Reichweite haben, falls es eine Situation geben sollte, in der er Magie verwenden müsste. Er wollte nicht, dass jemand wusste, dass er zauberstablose Magie benutzen konnte und musste daher zumindest so tun, als benutze er einen Zauberstab.
Er las bis um 10:30 Uhr zu welchem Zeitpunkt er beschloss, dass es Zeit war zu gehen. Er hatte keine Ahnung, ob der Orden eigene Pläne hatte, um ihn zum Bahnhof zu bringen oder nicht. Er plante einfach dorthin zu apparieren. Sollte ihn jemand fragen, würde er ihnen sagen, dass er an diesem Morgen unter seinem Tarnumhang versteckt zusammen mit seinem Onkel gegangen war. Sein Onkel hatte nicht gewollt, dass ihn jemand sehen konnte.
Er fragte Hedwig, ob sie lieber mit ihm gehen oder zur Schule fliegen wollte. Er hörte die kurze Antwort: "Fliegen" in seinem Kopf. Er nickte daher und schickte sie aus dem Fenster. Er packte ihren Käfig in seinen Koffer und apparierte vor den Bahnhof Kings Cross. Er wanderte durch die Menge und über die Bahnsteige, bis er den Bahnsteig 9 erreichte. Er sah die Absperrung, die die Bahnsteige 9 und 10 voneinander trennte und ging langsam darauf zu. Als er genau in die Absperrung hineinlief, fand er sich auf dem Bahnsteig 9 ¾ stehend wieder. Der scharlachrote Hogwartsexpress stand bereit und wartete darauf, dass die Schüler einstiegen.
Der Bahnsteig war noch nicht sehr voll, da noch mehr als 20 Minuten Zeit war, bis der Zug abfahren würde. Er betrat den Zug, um ein Abteil zu finden und wählte das am Zugende aus, von dem aus man den Bahnsteig sehen konnte. Er legte seinen Koffer auf die Gepäckablage, setzte sich auf eine der Bänke und schaute aus dem Fenster auf den Bahnsteig. Familien standen zusammen und halfen den Jüngeren mit ihren Koffern. Mütter betüttelten ihre Kinder, von denen die meisten versuchten, vor den Umarmungen und der Zuneigung ihrer Mütter zu fliehen. Wenn sie nur wüssten, wie das Leben ohne all das wäre, würden sie ihre Mütter nicht so hart bekämpfen.
Als die Zeit verging wurde der Bahnsteig immer voller. Schließlich - wenig mehr als fünf Minuten vor der Abfahrt - entdeckte Harry eine Gruppe von Rotschöpfen, die durch die Absperrung eilte. Ginny kam mit ihrem Bruder Bill hindurch. Ron folgte schnell mit einem Mädchen mit buschigen Haaren neben sich, die ihn scheinbar wegen dies oder jenem ausschimpfte. 'Unverändert Ron und Hermine", dachte Harry zu sich mit einem leichten Grinsen. Die Zwillinge folgten ihnen und Mrs. Weasley bildete das Schlusslicht. Als sie die Absperrung durchquerte, hatten Ginny, Ron und Hermine bereits damit begonnen, ihre Sachen zum Zug zu schleppen und die anderen folgten ihnen.
Harry verließ das Abteil und verschloss es mit Magie, um zu verhindern, dass jemand anderes es für sich beanspruchte. Er trat aus dem Zug, um seine Ersatzfamilie zu begrüßen. Er näherte sich ihnen von hinten, Ron und Hermines Rücken vor sich. Ginny schaute in ihre Richtung und war die Erste, die ihn bemerkte. Ihre Kinnlade klappte nach unten, als sie ihn sah, aber sie fasste sich schnell wieder und nickte zustimmend, als Harry einen Finger an die Lippen hielt, um zu zeigen, dass sie nichts sagen sollte. Er schlich lautlos direkt hinter das streitende Duo.
"Jetzt hör mal zu, Ronald Weasley", ermahnte Hermine den Rotschopf.
Sie konnte den Gedanken allerdings nicht zu Ende führen, da Harry sie unterbrach, indem er sich räusperte und "Entschuldigt" sagte.
Ron antwortete ihm sofort: "Entschuldige dich selber, Kumpel. Kannst du nicht sehen, dass wir hier reden?" und schenkte ihm dabei kaum einen Blick. Ginny kicherte etwas, konnte es aber einigermaßen erfolgreich in ein Husten verwandeln.
"Ron!" ermahnte Hermine, bevor sie sich Harry zuwandte. "Kümmere dich nicht um ihn. Ihm fehlen jegliche Manieren und jeglicher Anstand. Kann ich dir mit etwas helfen?"
"Du kannst mir helfen, indem du mir eine Willkommensumarmung gibst, Hermine", antwortete er grinsend. Ihre Kinnlade klappte herunter, als sie ihn endlich genauer anschaute. Ihre Augen flackerten von der Narbe auf seiner Stirn zu seinen Augen. Ginny brach bei dieser Reaktion ihrer Freundin in Lachen aus, ungeachtet der Tatsache, dass es ihre eigene Reaktion widerspiegelte.
Ron, noch immer ahnungslos, wandte sich an seine Schwester und fragte fordernd: "Was ist so lustig?" Diese Tat diente dazu, ihren hysterischen Lachanfall noch zu verstärken. Er wandte sich als nächstes an Hermine: "Auf was verflucht noch mal starrst du so?" Ginny prustete laut, als sich Ron endlich Harry zuwandte: "Und wer zur Hölle glaubst du eigentlich ... Du meine Güte!" Ginny krümmte sich vor Lachen. Sie hatte Tränen in den Augen und kämpfte damit, in den Pausen ihrer Lachanfälle zu Atem zu kommen. Die Zwillinge, die zu ihnen gekommen waren, als Ginny angefangen hatte zu lachen, hatten beide ein schelmisches Grinsen im Gesicht.
"Harry, Kumpel, ziemlicher Auftritt, den du da hingelegt hast", begann Fred.
"Ja, nur du kannst Männer wie auch Frauen dazu bringen, dich so anzustarren", fuhr George den Gedanken fort und deutete mit seinen Händen auf Ron, Hermine und Ginny.
"Und wir waren gerade erst damit fertig, Ron zu erklären, dass du nicht auf der anderen Seite des Ufers fischst."
"Aber anscheinend hat er nicht zugehört."
"Es ist wirklich traurig."
"Wie er sich verzweifelt an diese Hoffnung klammert."
"Aber wir haben es nicht übers Herz gebracht, seine Träume platzen zu lassen."
Harry gluckste über das Verhalten der Zwillinge, während sich Ginny ihren Bauch wegen ihrer Lachanfälle hielt. Hermine brach endlich aus ihrer Starre und quietschte: "Harry!" als sie ihrem Freund um den Hals fiel.
"Es ist auch schön, dich zu sehen, Hermine", sagte Harry in ihr buschiges Haar. Sie lösten sich nach einem Moment voneinander und Harry hielt Ron seine Hand hin. "Alles okay, Kumpel?" fragte er, als sie kräftig Hände schüttelten. Ron nickte nur als Antwort und Harry wandte seine Aufmerksamkeit Ginny zu und wartete erwartungsvoll. Sie stand für einen Moment da und erholte sich von ihrem Lachanfall, bevor Harry seine Arme ausbreitete und fragte: "Bekomme ich keine Willkommensumarmung?"
Sie brauchte nicht mehr Ermutigung und antwortete, indem sie sich in Harrys Arme stürzte und ihre Arme um seinen Nacken legte. Er erwiderte ihre Tat, indem er seine Arme um ihre Hüfte legte und sie einmal im Kreis herumwirbelte, um ihren Schwung auszubalancieren, ohne auf dem Rücken zu landen. "Netter Auftritt, Potter", sagte sie ihm. "Ich habe den ganzen Sommer über nicht so sehr lachen müssen."
"Ich lebe um zu dienen" murmelte er in ihre feuerroten Locken. Als sie sich von ihm löste, sah Harry, dass ihre Wangen eine leicht rosa Farbe angenommen hatten und lachte leise in sich hinein. Er wandte sich den Zwillingen zu und hielt ihnen seine beiden Hände hin, als er sie begrüßte: "Fred, George."
"Harry, Kumpel."
"Da hast du's ihnen gezeigt."
"Du hast Stil."
"und Flair."
"Wir finden's toll", sagten sie zusammen.
"Wir hätten keinen besseren Geschäftspartner finden können."
"Definitiv die 10 Prozent wert."
Harry machte Anstalten, mit ihnen zu diskutieren, aber die Zwillinge blieben hartnäckig. "Wir meinen es ernst, Harry."
"Ohne dich hätten wir keinen Laden."
Harry gab schließlich nach und sagte: "Also gut. Wann ist überhaupt die große Eröffnung?"
"Am 15. September."
"Jepp, nur noch zwei Wochen."
"Wir wollten aufmachen, bevor die Schule beginnt."
"Aber wir haben es nicht in der Zeit geschafft."
"Unser Eulenversandhandel läuft aber noch."
"Du solltest also unsere Ware in Hoggy Hogwarts sehen."
"Das ist klasse, Jungs", unterbrach Harry ihren Redefluss. "Ihr müsst mir Bescheid geben, wie die Eröffnung läuft."
In diesem Moment fiel Mrs. Weasley über Harry her und zog ihn in eine ihrer Umarmungen, für die sie berühmt war und welche er freudig erwiderte. "Harry, Schatz. Es ist schön, dich zu sehen. Du siehst gut aus. Immer noch ein wenig dünn, aber du bist etwas kräftiger geworden. Du siehst besser aus, als du sonst zu dieser Zeit aussiehst."
Er errötete leicht unter ihrem prüfenden Blick. "Danke, ich habe diesen Sommer auf mich Acht gegeben."
"Man sieht es, Schatz", sagte sie ihm und löste die Umarmung. "Und du bist auch gewachsen. Du bist nicht annähernd so groß wie Ron, aber wer ist das schon? Ich schwöre, wenn der Junge nicht aufhört zu wachsen, werden wir die Türrahmen vergrößern müssen, nur damit er hindurchgehen kann, ohne sich bücken zu müssen. Aber schau dir nur diese Haare an", fuhr sie fort und hielt eine Locke in ihrer Hand. "Du musst sie unbedingt wieder schneiden, Schatz. Wenn wir mehr Zeit hätten, wäre ich mehr als glücklich, dass für dich zu machen."
Der Zug pfiff warnend, um die Schüler wissen zu lassen, dass sie nur eine Minute Zeit hatten, um einzusteigen. Sie sagten alle schnell Auf Wiedersehen und das Quartett betrat den Zug. Hermine und Ron erwähnten das Vertrauensschülertreffen und sagten Harry und Ginny, dass sie sich später treffen würden. Das ließ die beiden alleine auf dem Gang zurück. Harry wandte sich Ginny zu und sagte: "Ich habe schon ein Abteil am Zugende beansprucht. Möchtest du, dass ich deinen Koffer trage?"
Ginny strahlte ihn an: "Danke, Harry. Das wäre toll. Nach dir."
Harry folgte und trug Ginnys Koffer. Er war schwer. Er ließ die Magie in den Koffer fließen, um ihn etwas leichter zu machen und ihn leichter [zu handhaben zu machen] handhaben zu können. Er machte ihn nicht gewichtslos, da dass etwas zu offensichtlich gewesen wäre. Er machte ihn nur leicht genug, so dass es die Anstrengung verringerte, ihn zu tragen. Als Harry sich der Türe näherte und sie öffnete, hörte er einen der jüngeren Schüler murmeln: "Wie kommt es, dass sie sich bei ihm öffnet? Wir haben seit wir hier sind versucht, hineinzukommen."
Harry drehte sich zu ihnen um und sagte ihnen: "Ihr müsst nur den magischen Touch haben."
Als Harry sich bückte, um ihren Koffer auf die Gepäckablage über den Sitzen zu heben, stellte Ginny den Katzentragekorb ab, um ihm helfend zur Hand zu gehen: "Hier, lass mich dir damit helfen." Aber er hatte den Koffer bereits hochgewuchtet und stellte ihn auf die Ablage.
"Du hättest mich dir helfen lassen sollen", schimpfte sie leicht mit ihm. "Du hast ihn bereits den ganzen Weg zum Abteil getragen, während ich nur Mara getragen habe. Du musstest ihn nicht ganz allein auf die Ablage heben."
"Wie geht es Mara? Ich habe sie vermisst, nachdem ich sie dir geschickt habe", sagte Harry, ihre Worte ignorierend. Er streckte seine Hand in den Tragekorb und kraulte Mara hinter den Ohren. Er konnte ihr Schnurren sogar von seiner Position aus hören.
"Sie ist wunderbar, aber ich frage mich ...", Sie wurde immer leiser, als sie überlegte, wie sie ihn fragen sollte.
"Ja?" fragte Harry nach. "Was ist?"
"Nun, ich habe mich nur gewundert, wie du es hinbekommen hast, Mara für mich zu bekommen. Ich weiß, dass sie aus der Magischen Menagerie in der Winkelgasse ist, weil ich sie gesehen habe, als wir unsere Schulsachen geholt haben. Aber es gibt keine Möglichkeit, dass du dort hingegangen bist, um sie für mich zu holen und es gibt keine Möglichkeit, dass du wissen konntest, dass ich mich total in sie verliebt hatte, sobald ich sie gesehen hatte." Den letzten Teil sagte sie leise zu sich selbst.
"Ich habe meine Quellen ...", erklärte er ausweichend "und eine Eule."
"Du lässt es so mysteriös klingen", sagte sie. Sie konnte erkennen, dass er ihr nicht alles sagte, entschied aber, es für den Moment ruhen zu lassen.
"Das ist etwas seltsam, findest du nicht?" fragte sie ihn plötzlich. "Wir haben den Sommer über so viel miteinander mit Hilfe von Briefen geredet, aber wir haben so nie persönlich miteinander geredet."
"Das stimmt wohl", stimmte er ihr zu, "aber wir haben reichlich Zeit, um uns daran zu gewöhnen."
Sie belohnte diese Aussage mit einem strahlenden Lächeln. "Du hast dich seit dem letzten Jahr sehr verändert."
"Nun, es ist so, wie du es im Sommer gesagt hast", erklärte Harry. "Du musst dein Leben leben und es wirklich genießen, ansonsten wirst du nichts haben, für das es sich lohnt, zu kämpfen. In dem Moment, in dem wir zulassen, dass Voldemort uns vom leben abhält, gewinnt er."
"Weise Worte", kommentierte sie.
"Ja nun, Ich habe in meinen 16 Jahren eine Menge Lebenserfahrung gesammelt, um mir einen interessanten Blickwinkel anzueignen."
"Das ist die Untertreibung des Jahrhunderts", lachte sie. "Bist du aufgeregt darüber, zurückzukehren?"
Harry dachte einen Moment nach, bevor er antwortete: "Ich denke schon. Ich habe Hogwarts immer als Zuhause angesehen, während der Ligusterweg nur ein Ort war, an dem ich über den Sommer gehen musste, bevor ich zurück nach Hause gehen konnte, aber nach ein paar Jahren Hogwarts fühlt es sich für mich nicht mehr so sehr nach Zuhause an. Versteh mich nicht falsch: Ich bin glücklich, von den Dursleys weg zu sein, aber es ist einfach nicht mehr dasselbe, wie es mal war."
"Es tut mir leid, Harry", sagte sie traurig. "Aber denk daran: In nur einem Jahr bist du 17 und du wirst das letzte Mal hierher kommen. Danach kannst du gehen und einen anderen Ort zu deinem Zuhause machen. Du wirst dir aussuchen können, mit wem du leben und was du mit deinem Leben machen möchtest." "Ja, du hast Recht. Schon bald werde ich mein Leben kontrollieren können. So. Du hast gesagt, du würdest mir die Geschichte von dem Angriff auf die Winkelgasse erzählen", bohrte er nach.
"Oh stimmt, ich habe gesagt, dass ich das machen würde, nicht wahr?" sie lachte leise. "Also gut. Aber halt dich fest, denn dich erwartet eine besondere Geschichte. Wir sind - wie ich dir schon gesagt hatte - in die Winkelgasse gegangen, um unsere Schulsachen zu kaufen. Ron ist mit Mum zu ‚Qualität für Quidditch' gegangen, um etwas zu holen, irgendein Buch über Strategien glaub ich. Wie auch immer, Bill hat mich zur Magischen Menagerie begleitet, weil ich mir die Tiere anschauen wollte. Ich wusste, dass ich mir keines kaufen werden dürfte, aber ich wollte trotzdem gucken."
"Ich habe mich restlos in das kleine Fellbündel hier verliebt", sagte sie, während sie Mara aus ihrer Box herausholte und sie auf ihren Schoß setzte. Sie fing dann an, sie zu kraulen und fuhr mit der Geschichte fort. "Wie auch immer. Bill sagte mir, dass es Zeit war, weiterzugehen, also setzte ich das Kätzchen zu Boden und wir verließen den Laden. Gerade als wir hinausgingen, waren eine Menge `Pops` zu hören und plötzlich standen gut 20 Todesser vor uns."
Sie holte tief Luft, bevor sie weitererzählte: "Ich habe eine Sekunde gebraucht, um zu verstehen, was passierte, und die Zaubersprüche flogen schon in meine Richtung, als ich meinen Zauberstab hervorzog. Die Zaubersprüche, die auf mich gerichtet waren, wurden aufgehalten ... Bill muss ein Schutzschild errichtet haben, nehme ich an. Ich weiß es nicht, ich habe ihn nie gefragt. Wie auch immer, sie haben auch Zaubersprüche auf das Gebäude hinter uns gezielt, worauf wir versuchten, zu entkommen. Ich habe mir dabei meinen Knöchel verstaucht, aber für kurze Zeit habe ich mich mit zwei Todessern duelliert. Dann wurde ich von hinten entwaffnet. Ich habe nicht mal realisiert, dass jemand hinter mir war."
Sie fröstelte leicht, als sie fortfuhr: "Einer von ihnen packte mich von hinten und hielt meine Arme fest, während er mich in eine Gasse schleppte. Ich konnte nicht sehen, wo wir hingingen, da mein Rücken zu ihm gewandt war. Aus dem Nichts kommt diese Dschungelkatze - es muss ein Panther oder so etwas gewesen sein - durch die Gasse gerannt. Sie springt auf ein paar Kisten und hoch über unsere Köpfe hinweg. Bevor ich weiß, was geschieht, liegt der Mann, der mich hielt, ohnmächtig auf dem Boden und ein Mann - er kann nicht viel älter als du oder ich gewesen sein - fesselt sie."
Sie lächelte bei der Erinnerung an ihren Retter: "Er sagte mir, dass ich bei ihm in Sicherheit sei, packte mich, und das nächste, das ich weiß, ist, dass ich vor dem Fuchsbau stehe. Er sagte mir, ich solle hineingehen und auf den Rest warten. Er würde sicherstellen, dass sie sicher nach Hause kommen würden. Als ich mich umdrehte, um ihm zu danken, war er verschwunden."
"Das ist wirklich 'ne Geschichte", sagte Harry. Er grinste innerlich, aber bewahrte seine Haltung. "Du hattest Glück, dass der geheimnisvolle Mann dort war."
"Ich weiß", sagte sie ihm. "Ich wünschte nur, dass ich wüsste, wer er war. Er hat mir nicht gesagt, wie er heißt, nicht einmal seinen Vornamen oder so. Aber er wusste, wer ich bin. Er hatte lange Haare so wie du, aber es war hellbraun. Er hatte braune Augen, aber der Panther hatte grüne Augen, die mir bekannt vorkamen, ähnlich denen von Maras hier und Hedwigs Eulenfreund und ... deinen", sagte sie an ihn gewandt.
"Wirklich?" fragte Harry etwas unbehaglich. Er musste sich davon abhalten, nervös zu schlucken.
"Ja, und nun, wo ich darüber nachdenke, hatte er auch ungefähr deine Größe und deinen Körperbau und von der Farbe abgesehen waren seine Haare genau dieselben wie deine", dachte sie laut nach. Sie verband die Punkte in ihrem Kopf und kam schnell zu einer Schlussfolgerung. Ihre Augen leuchteten auf und sie wollte gerade etwas sagen, als die Abteiltür aufging und Neville seinen Kopf hineinsteckte.
"Da seid ihr, Leute", sagte er in einem freundlichen Tonfall. Seine Augen wurden größer, als er Harry zum zweiten Mal begutachtete, sagte aber nichts. "Macht es euch was aus, wenn wir uns zu euch setzen?" fragte er und deutete auf sich und das blondhaarige Mädchen neben sich.
Harry antwortete schnell: "Kein Problem, Neville. Es ist schön, dich zu sehen, dich auch, Luna. Wie waren eure Sommerferien?" Er blickte kurz zu Ginny und sie schaute ihn bedeutend an, eindeutig versuchend klarzumachend, dass ihre Konversation noch nicht vorbei war und später beendet werden würde.
Harry lächelte sie halbherzig an und nickte ihr leicht zu, um ihr zu zeigen, dass er verstand.
Sie verbrachten eine Stunde oder so damit, über ihre Ferien zu reden. Harry steuerte nicht wirklich viel über seinen Sommer bei, außer seine morgendlichen Work-outs und seine Treffen mit Remus Lupin. Luna hatte keinen der Schrumpfhörnigen Schnarchkackler, nach denen sie und ihr Vater gesucht hatten, gefunden. Sie waren ihnen scheinbar dicht auf den Fersen gewesen, als sie in eine Kolonie von Fuzzwuffles geraten waren, was sie davon abhielt, dem Pfad zu folgen, auf dem sie waren. Sie hatten danach keine Spur mehr von den Schnarchkkacklern entdecken können.
Neville hatte einen neuen Zauberstab und er versäumte keine Sekunde, ihn jedem im Abteil vorzuführen. Er war aus Kirschholz mit Einhornhaar als Herzstück. Er erzählte eine Geschichte über seinen Großonkel Algie, aber Harry hörte nicht richtig zu. Sie hatte irgendetwas mit seiner Kröte Trevor zu tun, aber Harry war sich nicht ganz sicher, wie sie hineinpasste.
Ginny erzählte ihnen über ihren Sommer im Fuchsbau und über Rons bescheuertes Verhalten. Sie erklärte Neville und Luna, wie sie gelogen und behauptet hatte, Dean Thomas wäre ihr Freund und wie ihr Bruder darauf reagiert hatte. Neville war voller Mitgefühl und sagte, dass er kein Recht hatte, zu versuchen, ihr Leben so zu kontrollieren, woraufhin Harry zustimmte. Luna auf der anderen Seite sagte nur: "Oh, dass ist nur, weil Ron weiß, dass Deans Haare mit Glumpees befallen sind, die - wie wir alle wissen - für Jungs absolut harmlos sind, aber ziemlich gefährlich für Frauen sein können." Die anderen drei Insassen des Abteils wechselten Blicke miteinander und kamen stumm überein, diese Aussage nicht zu kommentieren.
Nach einiger Zeit kamen Ron und Hermine von ihren Vertrauensschülerpflichten zurück, wie immer miteinander kabbelnd. Beide redeten kurz über ihre Ferien und Neville, Luna, Ginny und Harry gaben alle eine kurze Version ihrer vorigen Erzählung wieder. Es war eine friedliche und angenehme Reise, obwohl Harry es etwas ungemütlich wurde, als er entdeckte, wie Ginny ihn nachdenklich musterte. Sie holten sich ein paar Snacks vom Essenswagen, als die Verkäuferin vorbeikam und Harry teilte seine Beute mit den anderen. Er sagte ihnen, dass er für jeden ein Geschenk hatte, das er ihnen geben würde, wenn sie zurück in der Schule wären.
Malfoy erschien wie üblich mit seinen zwei Handlangern im Schlepptau in ihrem Abteil. "Nun, nun, nun" feixte er von der Tür aus. "Was haben wir hier? Potty, zwei Wiesel, ein Schlammblut, Loony und ein glorifizierter Squib. Was für ein furchteinflößender Haufen ihr seid. Dem Dunklen Lord schlottern sicherlich bereits die Knie."
"Wenn es noch nicht so weit ist, wird es bald so weit sein", erwiderte Harry ruhig, ohne sich überhaupt die Mühe zu machen, seinen Kontrahenten anzuschauen. "Also warum bist du jetzt nicht ein guter kleiner Junge und berichtest Daddy, oder hat Voldemort sich [ihm] seiner schon entledigt wegen seiner ganzen Misserfolge? Du wusstest doch, dass er in der Mysteriumsabteilung die Leitung inne hatte, oder? Dein Deppen Lord war nicht besonders erfreut darüber. Ich kann mir nicht vorstellen, was Voldemort mit deinem liebem alten Daddy gemacht hat, nachdem er es nicht geschafft hatte, Ron und Ginny hier zu kidnappen."
"Rede nicht so über meinen Vater, Narbengesicht!" kreischte Malfoy. "Er ist einer der vertrautesten Gefolgsleute des Dunklen Lords."
"Ich glaube, du meinst Diener", unterbrach Harry ruhig.
"Wie ... du ..." rief Malfoy und griff nach seinem Zauberstab. Harry hielt seine Hand hoch, um die anderen davon abzuhalten, dasselbe zu tun. Alle, mit der Ausnahme von Ron, hörten auf ihn. Malfoys Zauberstab war auf Harry gerichtet und Rons auf den blondhaarigen Slytherin. Die beiden Slytheringrobiane knackten nur mit ihren Fingerknöcheln und warteten auf Instruktionen.
"Pack deinen Zauberstab weg, Ron. Ich mache mir über diesen Möchtegerntodesser keine Sorgen." Ron schaute für einen Moment unsicher, folgte dann aber.
Malfoy grinste herablassend und nahm die Chance wahr: "Furunculus!" rief er, seinen Zauberstab auf Harry gerichtet. Sein Zauber prallte von einer unsichtbaren Wand direkt vor ihm ab und er wurde ein paar Schritte nach hinten geschleudert, während Eiterbeulen auf seinem Gesicht sprossen. Crabbe und Goyle eilten an seine Seite, unsicher, was sie tun sollten, ohne einen direkten Befehl bekommen zu haben.
Harry stand auf und ging zur Tür: "Sag Daddy doch, dass ich Hallo gesagt habe, ja?" sagte er und schloss die Tür vor der Nase der drei Slytherins. Er grinste, als er zu seinem Sitz zurückkehrte und sich hinsetzte. Seine Freunde schauten ihn alle erstaunt an.
Ron brach schließlich die Stille. "Absolut genial, Kumpel! Ich habe nicht einmal gesehen, wie du deinen Zauberstab gezückt hast."
Harrys Grinsen wuchs. "Erinnert ihr euch, dass ich euch gesagt habe, dass ich ein Geschenk für jeden von euch habe?" Als er ihr Nicken sah, fuhr er fort. "Nun, das ist es, wovon ich gesprochen habe", erklärte er, als er sein Zauberstabhalfter abnahm und dieses sofort vor ihren Augen erschien. "Es wird verhindern, dass eure Zauberstäbe herbeigerufen werden, während er im Halfter ist, und es wird unsichtbar, sobald es an eurem Arm befestigt ist. Es wird also niemand wissen, dass es überhaupt da ist."
"Abgefahren", rief Ron aus. Scheinbar waren Geschenke in Ordnung, solange er nicht der Einzige war, der sie bekam, notierte sich Harry im Geiste.
"Das ist wirklich wunderbar, Harry", sagte Hermine. "aber wie konntest du sie bekommen?"
"Ich habe sie per Eulenpost von einem Laden in der Winkelgasse geordert", erklärte er. Das schien sie zufrieden zu stellen, da sie nur nickte und sich auf der Bank zurücklehnte. Ginny grinste ihn wissend an und er schüttelte kaum merklich seinen Kopf, um ihr anzudeuten, dass sie aufhören solle, ihm diese Blicke zuzuwerfen. Sie blickte sich schnell um und zwinkerte ihm zu, bevor sie einen neutralen Gesichtsausdruck annahm. Harry knurrte sie beinahe an.
Der Rest der Zugfahrt verging schnell. Schon bald informierte Hermine sie alle, dass sie ihre Roben anziehen sollten und schleppte Ron hinaus auf den Flur, um beim Organisieren des allgemeinen Aufbruchs zu helfen. Die anderen grinsten sich angesichts des sich kabbelnden Duos wissend an. "Glaubt ihr, den beiden wird jemals ein Licht aufgehen und sie werden sich endlich küssen?" fragte Harry niemanden bestimmten.
Ginny kicherte und erinnerte Harry damit ein wenig an Jessicas Kichern. Neville schüttelte nur mit dem Kopf und sagte: "Ich weiß nicht, Harry. Aber Merlin hilf uns, wenn die beiden es nicht bald verstehen."
"Du sagst es", meldete sich Ginny zu Wort.
Luna schaute nur verträumt aus dem Fenster und schien von dem, was um sie herum geschah, nichts mitzubekommen. Der Zug bremste langsam und hielt nach einer Minute. Die vier Freunde schauten sich kurz an, bevor sie das Abteil verließen. Harry führte die Gruppe an, gefolgt von Ginny und Neville und Luna bildete das Schlusslicht. Als sie hinaustraten, hörte Harry den vertrauten und beruhigenden Ruf: "Erstklässler, Erstklässler hier rüber."
Harry drehte sich um und entdeckte schnell seinen Halbriesenfreund, der im wahrsten Sinne des Wortes die Menge überragte. Harry hob grüßend eine Hand und rief: "Alles okay, Hagrid?"
Hagrid schaute in die Menge hinunter und entdeckte Harry. Ein gewaltiges Lächeln brach aus ihm heraus und er rief zurück: "Alles okay Harry." und winkte ihm mit einem kräftigen Arm zu.
Harry lächelte breit und wandte sich wieder seinen Freunden zu. Sie gingen schnell zu den Kutschen. Harry nahm sich einen Moment, um die beiden Thestrale, die vor die Kutsche gespannt waren, zu mustern und ging zu ihnen. Er tätschelte beiden den Kopf und dankte ihnen, dass sie sie zur Schule brachten, bevor er in die Kutsche einstieg und neben Ginny Platz nahm.
Sie warteten, bis Ron und Hermine kamen, bevor sie losfuhren. Ron saß neben seiner Schwester und Hermine blieb daher der Platz neben Luna. Die Kutschfahrt dauerte wenige Minuten, die in komfortabler Stille verbracht wurden. Sie kamen am Vordereingang des Schlosses an und stiegen aus. Als sie durch die Eingangshalle zu den Türen der Großen Halle liefen, hörten sie Professor McGonagalls Stimme: "Mr. Potter, auf ein Wort."
Seine fünf Freunde schauten ihn voller Mitgefühl an. Harry lächelte sie an und deutete ihnen an, ohne ihn weiterzugehen: "Haltet mir einen Platz frei, ja? Ich bin gleich da." Sie nickten und gingen ohne ihn weiter, und er ging zu seiner Hauslehrerin, die ihn durch eine Nebentür führte.
"Mr. Potter, der Schulleiter wird heute Abend die Existenz ihres Klubs verkünden, ebenso wie ihren Status als Assistenzprofessor", informierte sie ihn. "Er würde sich gerne mit Ihnen nach dem Fest treffen, um die Details Ihres Klubs zu besprechen. Das Passwort ist Kanariencreme."
Harry grinste bei der Nennung des Passwortes breit. "Sein Geschmack wird weitläufiger." kommentierte Harry beiläufig.
"So ist es", erwiderte sie mit einem leicht angedeuteten Lächeln. "Sie sollten zum Fest gehen, Mr. Potter. Ich muss mich um ein paar Erstklässler kümmern." Harry nickte und ging zur Tür. Als er sie öffnete, stoppte sie ihn: "Mr. Potter. Ich freue mich, Sie dieses Jahr wieder auf dem Quidditchfeld sehen zu können. Ihr Besen wurde mit dem Rest ihrer Sachen in Ihr Zimmer gebracht."
"Danke Professor", erwiderte er.
"Ich hoffe, Sie hatten Recht, was Ihren Freund Mr. Weasley angeht", sagte sie.
"Glauben Sie mir, er weiß viel mehr über Quidditch als ich das tue", erklärte Harry.
"Glauben Sie es oder auch nicht, , aber das wusste ich bereits. Ich habe Sie trotzdem ausgewählt in dem Wissen, dass Sie ihren Freund zu Rate ziehen würden und Sie sich seine Hilfe mit der Strategie sichern würden, wenn Sie Kapitän wären. Ich wollte Sie als Kapitän, weil sie ein geborener Anführer sind. Sie mögen vielleicht nicht in der Lage sein, sich Strategien auszudenken, aber Sie hätten sie zum Sieg geführt. Ich hoffe, Mr. Weasley wird in der Lage sein, sich lange genug über seine Unsicherheiten hinwegzusetzen, um das Team anzuführen."
Harry war von der Erklärung leicht verblüfft. "Danke Professor. Ich werde ihm helfen, so weit ich kann."
"Ich habe keinen Zweifel, dass Sie das tun werden. Nun beeilen Sie sich", sagte sie.
Harry lächelte zurück und nickte, bevor er durch die Tür in die große Halle trat. Alle Augen richteten sich auf ihn, als er durch die Halle zum Gryffindortisch ging. Er bemerkte kaum die verzauberte Decke oder die schwebenden Kerzen, da er seine Aufmerksamkeit auf sein Ziel gerichtet hatte. Er sah, dass seine Freunde ihm neben Ron und gegenüber von Ginny einen Platz freigehalten hatten. Hermine saß gegenüber von Ron und Neville saß auf der anderen Seite von Ron. Als er sich dem Tisch näherte, war die Halle mit geflüsterten Konversationen gefüllt, meistens von der weiblichen Bevölkerung. Mädchen aus allen Jahrgängen kicherten und flüsterten hinter vorgehaltener Hand miteinander. Harry hörte ein paar vereinzelte Wörter der gemurmelten Konversationen, was bewirkte, dass sich ein Rotton auf seinem ansonsten unbewegten Gesicht ausbreitete. Er schaffte es endlich zu seinem Platz und wurde sofort von Ron angesprochen.
"Was wollte McGonagall?" fragte er.
"Professor McGonagall, Ron", korrigierte Hermine
"Genau", sagte er. "Was wollte sie?"
"Dumbledore möchte sich mit mir nach dem Fest in seinem Büro treffen", sagte Harry, das Gesicht verziehend.
"Was ist los?" fragte Hermine schnell, nachdem sie seinen Gesichtsausdruck gesehen hatte.
"Huh?" fragte Harry schwer von Begriff. "Oh, es ist nichts. Ich freue mich nur nicht gerade, wieder sein Büro zu betreten. Das letzte Mal, als ich dort war, habe ich irgendwie die Hälfte davon zerstört."
Ron verschluckte sich, während Hermine aussah, als ob sie einen Herzanfall bekommen würde. Nevilles Augen fielen fast heraus, aber Ginny sah nur ein wenig überrascht aus, vor allem aber amüsiert. "Du hast was getan?" kreischte Hermine.
Harry blickte sich um, als ein paar Köpfe sich zu ihnen umwandten. "Etwas leiser, ja?"
Hermine machte sich nicht einmal die Mühe, verlegen auszusehen: "Warum hast du das Büro vom Schulleiter zerstört?"
"Ich hatte eine sehr schlechte Nacht", erwiderte Harry grimmig.
"Was soll das heißen?" fragte Ron schwer von Begriff, bevor er endlich verstand. "Oh ..." Eine Stille hing in der Luft.
"Weißt du", begann Hermine, "du hast nie wirklich mit uns über diese Nacht geredet."
"Ich weiß", sagte Harry direkt. "Du hieltst es für angemessen, mich diesen Sommer mehrmals daran zu erinnern."
Schmerz war kurz auf Hermines Gesicht zu sehen, kurz darauf ein Ausdruck der Empörung: "Du kannst das nicht alleine durchmachen, Harry. Du musst mit uns darüber reden, was los ist."
"Nicht jeder geht mit seiner Trauer nach Anleitung um, Hermine", sagte Harry spitz und spielte auf das ‚Geschenk' an, dass sie ihm zu seinem Geburtstag gegeben hatte.
"Und manche gehen überhaupt nicht mit ihrer Trauer um", schlug sie zurück.
"Und was würdest du darüber wissen?" fragte er sie scharf.
"Nichts. Das ist der Punkt, Harry. Du hast keinen von uns zu dir vordringen lassen. Ich weiß, dass in dieser Nacht mehr vorgefallen ist, als das du uns erzählt hast. Es ist an der Zeit, mit der Geheimniskrämerei aufzuhören und uns zu sagen, was los ist."
"Ich denke, dass ist meine Entscheidung.", sagte er ihr kalt.
"Ich werde nicht locker lassen, Harry. Ich werde herausfinden, was du vor uns versteckst", sagte sie im sachlichen Ton.
"Ich bin kein Problem, dass du lösen kannst, Hermine", sagte Harry eisig.
Sehend, dass Hermine nicht aufhören würde, fragte Ginny: "Was denkst du, über was wird Dumbledore mit dir reden wollen?"
Harry lächelte ihr dankbar zu und antwortete: "Du wirst es früh genug herausfinden. Die Zuordnungszeremonie fängt an." Und wirklich, Professor McGonagall führte eine Gruppe kleiner, schüchtern schauender Erstklässler aus einer Nebentür in die Halle. Sie standen vor dem Lehrertisch und McGonagall stellte einen Stuhl in die Mitte des Raumes. Sie legte einen abgetragenen, alten Hut darauf. Der Hut lag für einen Augenblick regungslos darauf, bevor er seinen Mund öffnete, denn dieser Hut hatte einen Mund, und ihnen ein Lied vorsang, in dem er die Unterschiede zwischen den vier Häusern erklärte und die Bedeutung hervorhob, dass sie angesichts der kommenden Probleme zusammenhalten müssten.
"Das gleiche wie letztes Jahr", kommentierte Ron.
"Das ist so, weil wir keine Fortschritte bei der Zusammenführung der vier Häuser gemacht haben. Und jetzt still, die Zeremonie hat begonnen", schalt Hermine.
Ron schnitt eine Grimasse, aber Hermines Aufmerksamkeit war bereits nach vorne gerichtet. Harry blickte kurz zu Ginny und sie lächelten beide und schüttelten ihre Köpfe über die beiden, die neben ihnen saßen. Die Zuordnungszeremonie verging mit dem gelegentlichen Knurren von Rons Magen, das von einem "Du lieber Himmel, können die sich nicht ein wenig beeilen. Ich bin hungrig" gefolgt war. Oder so etwas in der Art auf jedenfall. Hermine schimpfte automatisch mit Ron und befahl ihm, aufzupassen.
Endlich wurde "Zeller, Erin", nach Hufflepuff geschickt und beendete damit die Zuordnungszeremonie. Der Schulleiter stand von seinem Stuhl in der Mitte des Lehrertisches auf und breitete seine Arme aus: "Willkommen zu einem weiteren Jahr in Hogwarts. Es gibt eine Zeit für Reden, aber dies ist sie nicht. Lasst es euch schmecken." Er setzte sich wieder und das Essen erschien auf allen Tischen in der Halle.
Laute der Zustimmung waren beim Auftauchen des Essens zu hören, gefolgt von allgemeinen Gemurmel und Unterhaltungen während des Essens. Harry und seine Freunde redeten nicht viel, während sie aßen.
Irgendwann meinte Hermine: "Das muss der neue Verteidigungslehrer sein", und deutete auf den einzigen unbekannten Lehrer am Lehrertisch.
"Wie kommschtt du d'rauf", fragte Ron mit vollem Mund.
"Ehrlich Ron. Das ist widerlich. Red nicht mit vollem Mund", schimpfte Hermine. "Wer auch immer er ist, er kann nicht so schlimm wie Umbridge sein."
"Das unterschreibe ich", mischte sich Harry ein.
"Sogar Lockhart war besser als sie es war", kommentierte Ron, diesmal ohne Essen im Mund. Er schaute zu Hermine und sagte: "Dann wiederum, manche von uns fanden ihn ziemlich toll."
Hermine errötete leicht, antwortete aber: "Das ist Jahre her, Ron. Wir waren erst im zweiten Schuljahr. Lass es gut sein."
Ron sah so aus, als ob er weitermachen wollte und Harry unterbrach deshalb: "Solange es uns erlaubt ist, unsere Zauberstäbe im Unterricht zu benutzen und wir nicht für Ehrlichkeit bestraft werden, bin ich zufrieden." Er rieb sich unbewusst über den Handrücken seiner rechten Hand, wo die Worte ‚Ich soll keine Lügen erzählen' noch immer in seine Haut eingeritzt zu sehen waren.
Ron und Hermine sahen ihn voller Mitgefühl an und sie widmeten sich wieder ihrer Mahlzeit. Schon bald verschwand das Essen und Dumbledore stand wieder von seinem Stuhl am Lehrertisch auf. Es wurde schnell leise, als die Schülerschaft bemerkte, dass der Schulleiter aufgestanden war.
"Ich nehme an, dass ihr alle das Fest genossen habt. Ich habe heute Abend ein paar Ankündigungen zu machen. Zuerst möchte ich unseren Neuzugang im Lehrerkollegium willkommen heißen: Professor Caldwell", sagte er und deutete auf den Zauberer zu seiner linken. Professor Caldwell stand auf und hob seine Hand, um den höflichen Applaus anzuerkennen, der in der Halle zu hören war. Er sah aus, als wäre er in [seinen] den Fünfzigern, hatte kurze, braune Haare, die von einem leichten Grauton durchzogen waren, war etwa durchschnittlich groß und schien sanftmütig und bescheiden zu sein. Er schien ... normal zu sein, was ziemlich abnormal für einen VgdDK-Professor war.
"Professor Caldwell wird dieses Jahr den Unterricht von Verteidigung gegen die Dunklen Künste übernehmen. Die Ausbildungserlasse, die von unserer vorigen Verteidigung gegen die Dunklen Künste Lehrkraft verabschiedet wurden, wurden alle für ungültig erklärt." Applaus war die Antwort auf diese Ankündigung. "Wir haben dieses Jahr einen anderen ... ungewöhnlichen Neuzugang zu unserem Lehrerkollegium. Wir haben einen Assistenzprofessor angestellt, der zusätzlichen Unterricht in Verteidigung geben wird. Bitte heißt unseren Assistenzprofessor willkommen: Harry Potter."
Harry wurde tiefrot, als die gesamte Schülerschaft ihren Blick auf ihn richtete. Einen Moment lang war es vollkommen still, bevor jemand ein paar Stühle von ihm entfernt am Gryffindortisch anfing zu klatschen. Dem Fingerzeig folgend fingen auch die restlichen Schüler mit der Ausnahme vom Großteil der Slytherins an zu klatschen und zu jubeln.
"Du lieber Himmel, Harry", rief Ron neben ihm aus. "Warum hast du uns nichts gesagt?"
"Sprache, Ron", schimpfte Hermine. "Das ist unglaublich, Harry. Es gab in der gesamten Geschichte der Schule erst einen anderen Schüler, der zum Assistenzprofessor ernannt worden ist."
"Ich weiß, Hermine", sagte Harry ihr. "Dumbledore hat es mir gesagt."
"Hat er dir gesagt, wer der andere Schüler gewesen ist?" fragte sie ihn. Als Harry seinen Kopf verneinend schüttelte, fuhr sie fort: " Es war Professor Dumbledore. Er half in seinem siebten Schuljahr, Verwandlung zu unterrichten."
Harry wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Er musste schlussendlich nicht einmal antworten, da Ginny sich in das Gespräch einklinkte: "Glückwunsch Harry."
Harry warf ihr ein dankbares Lächeln zu: "Danke Gin."
Sie sah ihn wieder mit einem dieser Blicke an, mit dem sie ihn bedachte, seit Neville und Luna in ihr Zugabteil gekommen waren, und Harry wandte seine Aufmerksamkeit daher ab und richtete seinen Blick wieder auf den Schulleiter.
Dumbledore breitete wieder seine Arme aus und die Geräusche ebbten wieder ab. "Ja, Mr. Potter wird dieses Jahr einen Klub anbieten, der Extraverteidigungsunterricht für alle, die das vierte Schuljahr oder höher besuchen, beinhaltet. Ich werde ihm zu einem anderen Zeitpunkt die Möglichkeit geben, euch die Details näher zu erläutern. Ein Aushang wird in euren Gemeinschaftsräumen aufgehängt werden für diejenigen, die das Informationstreffen für den Klub besuchen möchten.
Unser Hausmeister, Mr. Filch, hat mich freundlich darum gebeten, euch daran zu erinnern, dass Zauberei auf den Gängen nicht erlaubt ist und dass die recht beträchtliche Liste von verbotenen Gegenständen an seiner Tür zu finden ist. Der Verbotene Wald ist noch immer verboten: Unsere neuen Schüler - wie auch einige unserer älteren - sollten daran denken. Diejenigen, die für ihre Hausmannschaft Quidditch spielen möchten, sollten ihren Namen ihren Hauslehrern geben. Wir brauchen außerdem einen neuen Quidditchkommentator. Jeder, der interessiert ist, soll sich ebenfalls an seinen Hauslehrer wenden."
"Wie ihr inzwischen alle wisst, sind Lord Voldemort", ein kollektives Raunen war bei dem Namen zu hören" und seine Todesser wieder aktiv und werden immer mächtiger. Ich kann den Ernst der Lage nicht genug betonen. Der Schutz des Schlosses wurde über den Sommer verstärkt, aber wir müssen alle hart arbeiten, um sicherzustellen, dass die Schule sicher bleibt. Ich bitte euch, jeglichen Einschränkungen oder Regeln Folge zu leisten, die die Lehrer euch auferlegen, wie unangenehm sie auch sein mögen. Eure Sicherheit ist unsere höchste Priorität."
Harry schaute während der Rede des Schulleiters zum Slytherintisch. Einige Schüler lauschten aufmerksam. Andere sahen gelangweilt aus, hörten aber wenigstens zu, aber es gab ein paar, Malfoy mit eingeschlossen, die komplett desinteressiert und gleichgültig waren, was das Thema anging. Harry merkte sich diejenigen, die zur letzten Kategorie gehörten. Das waren die, auf die er Acht geben musste.
"Das alles gesagt", fuhr Dumbledore fort, "denke ich, dass es an der Zeit ist, dass ihr alle ins Bett geht. Der Unterricht beginnt schließlich morgen früh." Der Schulleiter setzte sich wieder hin und die Schülerschaft stand von ihren Stühlen auf und gingen durch die Doppeltür, welche sie zur Eingangshalle führen würde.
Hermine war sofort bereit und packte Ron: "Schnell Ron. Wir müssen die Erstklässler zum Gryffindorturm führen."
"Können wir das nicht die Vertrauensschüler der fünften Klasse machen lassen?" grummelte Ron, als er ihr folgte.
Ginny schaute Harry erwartungsvoll über den Tisch hinweg an, als dieser weiterhin sitzen blieb. "Ich weiß, Gin. Ich kann jetzt aber nicht reden. Dumbledore möchte mich in seinem Büro sprechen. Ich verspreche, dass wir bald reden werden, ok?"
"Na gut, Harry", antwortete sie. "Viel Glück." Sie rannte weg, um einige ihrer Klassenkameraden einzuholen und Harry stand von der Bank auf und machte sich gemächlich auf den Weg aus der Großen Halle hinaus. Er ließ sich Zeit, als er zu dem Wasserspeier ging, der das Büro des Schulleiters bewachte. Er blieb kurz bevor er den letzten Flur betrat stehen, um seinen Koffer herauszuholen und den von ihm gefertigten magischen Vertrag herauszuholen, da er sich sicher war, dass der Schulleiter ihn bitten würde, ihn ihm zu zeigen. Als er sich dem Wasserspeier näherte, murmelte er das Passwort, was den Stein zur Seite springen ließ. Harry trat durch die Öffnung und auf die Wendeltreppe, die vor ihm erschien. Er ließ sich von ihr bis nach oben befördern und benutzte den Türklopfer, der die Gestalt eines Greifs hatte, um Dumbledore auf seine Anwesenheit aufmerksam zu machen.
"Komm herein, Harry", grüßte der Schulleiter von Innen.
Harry öffnete die Tür und betrat Dumbledores Büro. Er wurde von Erinnerungen an seinen letzten Besuch in diesem Büro überflutet. Sein Pate war gerade gestorben und der Schulleiter hatte diesen Moment ausgesucht, um ihn über die Prophezeiung zu informieren, die nun bedrohlich über seinen Kopf schwebte, die eine, die besagte, dass er entweder ermordet oder ein Mörder werden würde. Er hatte in dieser Nacht das halbe Büro zerstört, aber es schien, als sei seitdem entweder alles wieder repariert oder ersetzt worden. Keine Spur der Randale war mehr zu sehen.
Harry schloss die Tür hinter sich und ging weiter in den Raum hinein. Er bemerkte Fawkes, Dumbledores Phönix, der auf einer Sitzstange neben den Tisch des Schulleiters saß. Er ging zu dem rot- und goldgefiederten Vogel und grüßte ihn mit einem: "Hallo, Fawkes", und strich über die Federn des Phönix. Fawkes rieb seinen Kopf an Harrys Hand und trillerte seine Zufriedenheit über die Aufmerksamkeit.
Dumbledore gluckste und meinte: "Ich glaube, ich habe Fawkes außer mit mir noch nie so zutraulich mit jemanden gesehen wie er es mit dir ist."
Harry schaute den Mann an, zu dem er aufgeschaut hatte, seit er ihn das erste Mal gesehen hatte und studierte ihn für eine Sekunde genau, bevor er leicht lächelte: "Danke. Wie haben Sie Fawkes überhaupt getroffen?"
"Das ist eine lange Geschichte für einen anderen Zeitpunkt", erklärte der alte Mann. "Warum kümmern wir uns nicht erstmal um die anstehenden Punkte?"
"Nun gut", erwiderte Harry. "Sie wollten die Details der DA besprechen?"
"Das ist richtig", sagte er dem jungen Mann. "Bitte setz dich Harry." Harry folgte und ging zu einem der Plüschsessel, die vor dem Schreibtisch des Schulleiters standen. Sobald er sich gesetzt hatte, fuhr Dumbledore fort: "Ich denke, wir sollten uns erst einmal um den magischen Vertrag kümmern, den die Teilnehmer unterschreiben sollen. Die Eigenschaften eines magischen Vertrags bedenkend, denke ich, dass es wichtig ist, dass ich alles absegnen kann, dass du dir vorgestellt hast, um sicherzugehen, das es für die Schüler sicher ist, zu unterzeichnen."
"Natürlich", erwiderte Harry und reichte ihm das Pergament.
Dumbledore las das Pergament aufmerksam durch und lächelte leicht, als er es durchging. Als er mit Lesen fertig war, hielt er seinen Zauberstab darüber und bewegte ihn leicht. Er zog überrascht seine Augenbrauen hoch. "Du hast die Verzauberungen bereits durchgeführt?" fragte er.
Harry fühlte ein Kribbeln am Rande seines Geistes, dass er schnell mit einer anderen Präsenz assoziierte, die versuchte seine bewussten Gedanken zu lesen. Er ließ seine Erinnerungen an den Sommer, vor allem diejenigen, die mit der Entwicklung des Vertrages zu tun hatten, fest in seinen Koffern und in seinen Gedanken verschlossen, wissend, dass der Schulleiter eine lockere Form der Legilimentik verwendete, um Erinnerungen zu erkennen, die ihm durch den Kopf schossen und die seiner Antwort widersprachen. "Ja", erklärte Harry, "Ich habe diesen Sommer alles geplant und fertig geschrieben. Ich habe die notwendigen Zauber heute im Zug ausgeführt." Er hoffte wirklich, dass er mit Okklumentik fortgeschritten genug war, um den Schulleiter davon abzuhalten, seine Lüge zu erkennen.
"Du weißt, dass ihr nicht wirklich Magie im Zug verwenden solltet, Harry.", sagte der Schulleiter streng. "Aber dann, was das Ministerium nicht weiß, macht es nicht heiß", lachte er leise und seine Augen verloren dabei nie ihr Zwinkern.
"Nein Sir", erwiderte Harry. "Ich habe die Leute im Zug schon zuvor Magie verwenden sehen, und ich habe ebenfalls schon im Zug gezaubert, ohne dafür in Schwierigkeiten zu kommen. Ich habe daher angenommen, dass es in Ordnung ist."
"Ja, die Zugfahrt ist ein wenig eine Grauzone. Aber solange niemand zu Schaden kommt, sind wir bereit, über die Verwendung von Magie während der Zugfahrt hinwegzusehen." Harry nickte, um sein Verständnis zu signalisieren. "Nun Harry, was hast du vor, während dieser Treffen zu unterrichten?"
Harry musste ein erleichtertes Seufzen unterdrücken, das er beinahe unbewusst herausgelassen hätte. "Nun, Sir. Vieles hängt davon ab, wie viele daran interessiert sind, wie weit sie sind und wie schnell sie lernen. Angenommen, dass es genügend Teilnehmer gibt, habe ich vor, den Klub in zwei verschiedene Klassen aufzuteilen. Die erste Klasse wird aus den Schülern bestehen, die ich letztes Jahr unterrichtet habe und wir werden da weiter machen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben: dem Patronuszauber.
Nachdem sie diesen beherrschen, habe ich vor, ein neues Training mit ihnen zu beginnen. Die größte Erfahrung mit Duellieren haben wir mit still stehen und abwechselnd mit dem Gegner Zaubersprüche austauschen.
Ich habe vor, das zu ändern. Ich werde neue Aspekte beim Duellieren einführen,, unter anderem Bewegung. Ich werde sie üben lassen, Zaubersprüchen auszuweichen, ohne die Hilfe eines Zauberstabes zum Schutz zu haben. Ich werde sie mit Brandzaubern üben lassen, um zu viel Schaden vorzubeugen.
Sobald sie den Dreh heraushaben, sich zu bewegen, um einen Treffer zu vermeiden, werde ich sie diese Technik in einer Duellsituation benutzen lassen. Ich werde ihnen nebenbei auch einige neue Zaubersprüche beibringen, z. B. fortgeschrittene Schutzzauber wie Contego und Servo, stärkere Schockzauber wie Attonitus und Fesselzaubersprüche wie Incarcerus. Wir werden auch Duelliertaktiken besprechen und wie man seine Umgebung zu seinem Vorteil benutzen kann. Ich habe vor, ihnen die Gewohnheit, Zaubersprüche hin und her zu wechseln, abzugewöhnen und ihnen stattdessen angewöhnen, mehrere Zaubersprüche hintereinander auf ihre Gegner loszulassen, um sie unvorbereitet zu treffen."
"Es hört sich so an, als hättest du die Dinge im Griff", lobte Dumbledore. "Was ist mit deiner zweiten Klasse?"
"Sie werden mehr oder weniger wie die andere Klasse beginnen: mit den Grundlagen", erklärte Harry. "Ich habe letztes Jahr mit Expelliarmus begonnen und sie haben sogar mit diesem Zauberspruch wirklich Hilfe gebraucht. Manche von ihnen haben ihn falsch gesagt und es gab eine Menge Probleme mit der Zielgenauigkeit und der Kraft hinter dem Spruch. Ich werde bei Schülern, die den anderen in der Klasse voraus zu sein scheinen, überlegen, sie in die fortgeschrittenere Klasse zu übernehmen. Wir werden die grundlegenden Zaubersprüche durchnehmen: Protego, Stupor, Impedimenta, solche Sachen eben, bevor wir mit den Dingen anfangen, mit denen die fortgeschrittene Klasse das Jahr begonnen hat. Die Geschwindigkeit, mit der wir vorwärts kommen, wird ganz darauf ankommen, wie sie die Dinge verstehen. Ich versuche nicht, einen Lehrplan durchzubekommen. Ich möchte nur versuchen, sicherzustellen, dass sie wissen, was sie tun, wenn die Zeit kommt und sie sich wehren müssen."
"Ein bewundernswertes Ziel", pries der Schulleiter. "Es scheint alles in Ordnung zu sein. Wie oft hast du vor, dass die Klubs Treffen haben?"
"Ich dachte, vielleicht jeweils einmal unter der Woche für eine Stunde, und einmal am Wochenende für zwei Stunden", sagte Harry ihm.
"Nun gut, dass wird funktionieren. Ich sollte dich darüber informieren, dass du während deines Unterrichts von Zeit zu Zeit von verschiedenen Lehrerkollegen besucht werden könntest. Ich werde sie informieren, dass sie alle willkommen sind, aber dass deine Autorität nicht ohne guten Grund untergraben werden sollte. Informiere mich bitte sofort, solltest du das Gefühl haben, dass ein Kollege Unruhe in deinen Unterricht bringt. Versuch bitte nicht, die Situation alleine zu lösen."
"Ja Sir."
"Ich werde das Lehrerkollegium bitten, deinen Unterricht nicht während der ersten Woche zu besuchen. Das sollte dir ausreichend Zeit geben, um dich zu orientieren und den Unterricht zu regeln, ohne Angst vor einer Unterbrechung zu haben."
"Danke Sir."
"Ich sollte dir außerdem sagen, Harry, dass dir als ein Teil deines Status als Professor auch Zutritt zu allen Gemeinschaftsräumen gewährt wird. Ich bitte dich, keinen der Gemeinschaftsräume, außer dem des Gryffindorturms, ohne guten Grund zu besuchen."
"Ja Sir."
"Du hast mehr Privilegien und Pflichten als die anderen Schüler dieser Schule, Harry. Und es wird dich zu einem gewissen Grad von den anderen Schülern trennen, aber es wäre das Beste, dich von den anderen nicht mehr als unbedingt nötig zu entfernen. Du bist noch immer ein Schüler und sie sind noch immer deine Klassenkameraden und Freunde."
"Ich werde mein Bestes versuchen", antwortete Harry ernst.
"Daran zweifele ich nicht, Harry. Du machst selten weniger", erwiderte er warm. "Nun, ich denke, dass du gerne zu deinen Freunden zurück möchtest, bevor alle zu Bett gehen. Wenn du morgen Professor McGonagall fragst, wird sie dir dein Büro zeigen. Ich habe nur noch eine Frage, bevor du gehst: Wann sollen sich alle, die am Klub interessiert sind, treffen und wo?"
"Wäre Freitag nach dem Abendessen in der Großen Halle okay?" fragte Harry.
"Das wäre perfekt, Harry. Schlaf gut heute Nacht. Du musst für deinen Unterricht morgen vorbereitet sein." Harry nickte und wandte sich zur Tür, als die Stimme des Schulleiters ihn aufhielt. "Oh und Harry?"
"Ja, Professor?"
"Ich glaube, ich habe dir noch nicht dafür gedankt, was du mit deinem Klub schon gemacht hast. Es ist offensichtlich, dass du dir viele Gedanken gemacht und einige Anstrengungen unternommen hast. Ich freue mich darauf, die Ergebnisse zu sehen", sagte er mit einem freundlichen Lächeln.
"Danke Sir. Gute Nacht. "
"Gute Nacht Harry."
Harry verließ das Büro des Schulleiters und stieg ohne Hast die Treppe hinunter. Das Treffen war wirklich nicht schlecht gelaufen, aber er würde auch nicht sagen, dass es großartig verlaufen war. Er fühlte noch immer Spannungen gegenüber dem Schulleiter. Er konnte dem Mann erstens nicht trauen und außerdem hatte er das Gefühl, dass, wenn Dumbledore das leiseste Gefühl hätte, dass er etwas verbarg, der Mann nicht ruhen würde, bis er die ganze Wahrheit herausgefunden hätte. Harry wusste, dass er vorsichtig sein musste, um seine Geheimnisse wahren zu können, was umso mehr ein Grund war, Okklumentik zu üben. Er hoffte nur, dass - wenn Snape zustimmte, ihn zu unterrichten - der Zaubertrankmeister es während eines Treffens nicht schaffen würde, seine Geheimnisse zu entdecken. Das Ganze war ein großes Risiko, aber es war eines, das er riskieren musste, um sich die notwendigen Fähigkeiten anzueignen, um seine Geheimnisse zu verstecken. Hoffentlich würden die Maßnahmen, die er im Sommer ergriffen hatte, ausreichen, um wenigstens ein paar seiner Erinnerungen vor dem schleimigen Bastard zu verstecken.
OoOoOoOoOoOoOoOAls Harry schließlich bei dem Porträt der Fetten Dame ankam, realisierte er, dass er das Passwort nicht kannte. Er erinnerte sich daran, dass der Schulleiter ihm gesagt hatte, dass er Zugang zu allen Gemeinschaftsräumen hatte und hoffte, dass das bedeutete, das er ohne Passwort hineinkommen würde. Er trat näher und fragte sie: "Könnten Sie mich bitte hineinlassen?"
Sie musterte ihn aufmerksam, bevor sie antwortete: "Nun gut, Professor Potter", sagte sie mit einem Augenzwinkern und einem Lächeln. Das Porträt schwang auf und Harry kletterte durch die Öffnung. Der Gemeinschaftsraum war bereits zum größten Teil leer. Nur ein paar vereinzelte Gruppen waren da und eine beobachtete sein Eintreten erwartungsvoll.
Er ging zu Ron, Hermine, Neville und Ginny und grüßte sie mit einem: "Hey Leute."
"Also was sollte das Verheimlichen?", fragte Ron sofort und wedelte ungeduldig mit seinen Armen in der Luft herum.
"Ich wollte euch überraschen?", erklärte Harry halbfragend und ließ sich auf die Couch fallen. Als er ihre entnervten Gesichtsausdrücke sah, erklärte er: " Ich fand es einfach ein wenig peinlich und wollte keine große Sache daraus machen, okay?"
"Das muss dir nicht peinlich sein, Harry", kommentierte Hermine. "Es ist eine große Ehre. Du wirst auf jeden Fall in der nächsten Auflage von "Geschichte Hogwarts' " auftauchen. Außerdem: Denk nur an die ganzen Extra Privilegien und Verantwortungen, die du haben wirst."
"Umso mehr, um mich von den anderen abzuheben.", fuhr Harry für sie fort. "Als ob ich nicht schon abnormal genug wäre, das ist nur noch eine andere Sache, die mich von allen anderen trennt."
"Oh, sei nicht so melodramatisch, Harry", schalt Ginny ihn. "Es ist ja nicht so, als ob du nicht mehr mit uns zusammen den Unterricht besuchen würdest oder so. Du wirst nur eine Klasse unterrichten. Es wird nicht anders als letztes Jahr mit der DA sein. Außerdem, mit all diesen Extra Privilegien, über die Hermine geredet hat, wird es für dich viel einfacher werden, mit ein wenig Regelnbrechen davonzukommen."
Harry grinste über ihre einzigartige Logik, als Hermine abrupt aufschaute und kreischte: "Ginny! Wie kannst du so etwas sagen? Es ist schlimm genug, dass Ron versucht, jede Regel zu brechen. Es ist nicht nötig, dass du dasselbe versuchst, und es ist definitiv nicht nötig, dass du Harry ebenfalls dazu aufmunterst."
"Oh bleib locker Hermine", erwiderte Ginny. "Regeln sind mehr eine Richtlinie als alles andere. Außerdem, es ist ja nicht so, als ob du über die Jahre nicht auch genügend Regeln gebrochen hast."
"Nun, ich hatte immer gute Gründe ..."
"Und wer ist das, der entscheidet welcher Grund ausreichend ist und welcher nicht?", unterbrach Ginny.
"Nun ..."
"Genau", sagte Ginny. "Also mach dich locker, was die Regeln für uns angeht, nur ein bisschen, okay? Wir sind gerade erst angekommen."
Hermine schnaubte. "Nun, wir sollten alle schlafen gehen. Wir haben morgen Unterricht." Sie schaute alle erwartungsvoll an.
Die restliche Gruppe grummelte ein wenig über ihre Aussage, folgte ihrer Aufforderung aber trotzdem. Sie murmelten alle Gute Nacht. Ginny und Hermine gingen die Treppe zu den Mädchenschlafsälen hoch, während Harry, Neville und Ron die Treppe zu dem Schlafsaal der Sechstklässerjungs hochgingen. Sie machten sich bettfertig und sagten Gute Nacht, als jeder in sein Bett ging.
OoOoOoOoOoOoOoO
Am nächsten Morgen wachte Harry ganze zwei Stunden vor dem Beginn des Frühstücks auf und zog sich schnell seine Trainingsklamotten an. Jedes Mal, wenn er sich morgens anzog, dachte er kurz an Jessica, da sie diejenige gewesen war, die ihm bei dem Auswählen seiner neuen Kleidung geholfen hatte. Es zauberte immer ein kleines, trauriges Lächeln auf sein Gesicht. Harry lief durch die verlassenen Korridore des Schlosses, ohne eine einzige Person zu treffen. Er ging durch die Eingangshalle hinaus auf die Ländereien. Es war ein sonniger, warmer Sommertag.
Er entschloss sich, heute um den See zu joggen. Er war sich nicht ganz sicher, ob die Distanz vergleichbar war mit der Strecke, die er in Little Whinging gelaufen war, aber er nahm an, dass es für heute reichen würde. Als er seinen Lauf begann, entdeckte er, dass er diese Umgebung viel mehr mochte als die des Vorortes, zu der er über den Sommer gezwungen gewesen war. Nebel lag über den See und kreierte eine wunderschöne Kulisse. Vögel zwitscherten in den Bäumen. Es gab eine Vielzahl von Bäumen und Hecken und Blumen und anderen Gewächsen am Pfad entlang und gaben ihm eine ästethische Anziehungskraft. Er lief auf der anderen Seite des Sees zurück und wandte sich zu Hagrids Hütte, um zu schauen, ob der Halbriese schon wach war.
Als er sich näherte, bemerkte er ein Licht innerhalb der Hütte. Er lächelte und lief bis zur Tür. Er hob seine Hand und klopfte dreimal laut. Innen fing es laut an zu bellen und Hagrid rief: "Platz, Fang. Wer wird denn um die Uhrzeit klopfen?" Die Tür wurde vor Harry aufgerissen und die gigantische Gestalt von Hagrid tauchte auf, der mit seiner Hand seinen Saurüden Fang an dessen Halsband festhielt. "Harry. Guten Morgen. Ich habe nicht erwartet, dich so früh zu sehen."
"Ich habe mich über den Sommer daran gewöhnt, früh aufzustehen. Ich bin jeden Morgen gelaufen und ich habe beschlossen, hier damit weiterzumachen. Ich bin gerade um den See gejoggt, als ich das Licht in deiner Hütte gesehen habe und habe deshalb gedacht, dass ich dir einen Besuch abstatten könnte", erklärte Harry.
"Das ist sehr nett von dir, Harry. Es ist wie immer schön, dich zu sehen. Komm herein und trink eine Tasse Tee."
"Danke Hagrid." Harry betrat den Raum und setzte sich an den Tisch. Fang rannte zu ihm, sobald er nicht mehr festgehalten wurde und legte seine Schnauze auf Harrys Schoß. Harry kraulte den Rüden hinter den Ohren, während dieser über seine Shorts sabberte. Hagrid stellte eine große Tasse Tee vor ihn und legte ein paar Felsenkekse auf den Tisch. Harry nahm die Tasse dankbar an, vermied die Felsenkekse aber wie die Pest. Er mochte seine Zähne wie sie waren.
"Wie war dein Sommer, Hagrid?", fragte Harry seinen Freund und nippte an seinem Tee.
"Oh, es war okay, schätze ich. Ich habe ein paar Sachen für den Orden erledigt, aber ich sollte nicht darüber reden."
"Natürlich", erwiderte Harry. "Hast du ein paar spaßige Unterrichtsstunden für uns geplant?", fragte Harry neugierig, größtenteils, weil er wissen wollte, was ihn erwartete, bevor er knietief drin steckte. Hagrids Idee von einer spaßigen Unterrichtsstunde beinhaltete normalerweise Kreaturen, die Menschen ohne Probleme in zwei Hälften zerreißen könnten.
"Das habe ich, aber ich kann dir nichts sagen, sonst würde es die Überraschung verderben", sagte Hagrid und gluckste herzhaft.
"Oh, na schön. Und da dachte ich, dass es mir Vorteile bringen würde, mit einem Lehrer befreundet zu sein", sagte Harry und tat so, als würde er schmollen.
Hagrid lachte nur über Harrys lahmen Versuch, etwas Mitleid zu bekommen. Harry nippte noch etwas an seinem Tee und stellte seine Tasse dann auf den Tisch. "Nun, ich sollte gehen, Hagrid. Ich muss mein Training beenden und mich dann fürs Frühstück fertig machen. Danke für den Tee."
"Gern geschehen, Harry. Du kannst jederzeit vorbei kommen, klar?"
"Danke Hagrid." Harry lächelte ihm über die Schulter zu, als er aus der Tür ging. Er joggte zum Schloss hoch und durch die Korridore, die Treppen hoch zum siebten Stock. Er hielt vor dem Porträt von Barnabas dem Bekloppten und lief vor ihm drei Mal hin und her, während er dabei an sein Bedürfnis für ein Workout dachte.
Eine Tür erschien gegenüber von dem Porträt und Harry ging schnell hinüber und öffnete sie. Ein Muggeltrainingsraum war zu sehen. Es gab einen Überfluss an Gewichten, Medizinbällen, Fitnessbänken, Matten und Fitnessstangen. Es war viel mehr, als er jemals brauchen würde und mehr, als er erwartete. Den Sommer über hatte er größtenteils mit seinem eigenen Körper trainiert: Liegestützen, Sit-ups und Seilspringen. Jetzt hatte er all diese Gewichte und einige Maschinen, um ihn zu unterstützen.
Keine Zeit verlierend begann Harry. Nach einiger Zeit begann er sich zu fragen, wieviel Uhr es war und eine Uhr erschien an einer der Wände. Er sah, dass es etwa die Zeit war, um die er normalerweise aufwachen würde, um seinen Tag zu beginnen. Er beendete daher seine momentane Trainingseinheit und machte sich auf den Weg zum Gryffindorturm. Er durchquerte den Gemeinschaftsraum und ging die Treppe hoch zum Jungenschlafsaal der Sechstklässler. Seine Mitbewohner fingen gerade erst an, sich zu regen. Harry ging ins Badezimmer und duschte. Er machte sich fertig für den Tag, während seine Freunde schlaftrunken aufstanden und sich ebenfalls fertig machten.
Harry war vor seinen Freunden fertig und ging daher zum Gemeinschaftsraum hinunter, um zu warten. Ein paar Schüler saßen schon herum, als er hinunterkam. Vor allem das rothaarige Mädchen, das auf einem der Sofas vor dem Kamin saß, fiel ins Auge. Sie sah so aus, als sei sie noch im Halbschlaf, obwohl sie fertig angezogen und bereit war, zum Frühstück hinunterzugehen. Harry schlich sich von hinten an sie heran und sprang über den Rücken des Sofas, um sich neben die Rothaarige hinzufläzen.
Ginny schreckte angesichts dieser unerwarteten Bewegung neben ihr hoch. Sie schaute herüber und sah Harry breit grinsend neben sich. "Tu mir das nicht an", sagte sie außer sich. "Es ist zu früh, als das sich Leute an mich anschleichen sollten. Es könnte passieren, dass ich zuerst hexe und dann erst Fragen stelle."
"Ich werde es im Kopf behalten", erwiderte Harry gutgelaunt.
"Wieso bist du heute Morgen so munter?", fragte sie grummelig.
"Ich bin schon seit ein paar Stunden wach", erklärte er. "Ich bin um den See gejoggt, habe mit Hagrid Tee getrunken und habe im Raum der Wünsche trainiert."
Ginny funkelte ihn kurz wütend an: "Ich bin kein Morgenmensch", sagte sie ihm endlich.
"Ich normalerweise auch nicht", sagte Harry ihr nachdenklich. "Aber ich hab über den Sommer eine Routine entwickelt und morgens zu joggen hilft mir wirklich aufzuwachen. Es schadet wahrscheinlich auch nicht, dass ich keine Albträume mehr habe, die mich die halbe Nacht wach halten und dass meine Visionen von Voldemort nur hin und wieder geschehen."
"Du hattest Albträume? Ich meine, außer den Visionen?", fragte sie, ehrliche Neugierde war auf ihrem Gesicht geschrieben.
"Lange Zeit so gut wie jede Nacht", sagte Harry tonlos. "Dieser Sommer hat besonders schlimm angefangen. Aber nach einiger Zeit habe ich mich mit einigen Dingen auseinandergesetzt. Ich habe Frieden mit Sirius geschlossen und ich habe eine neue Lebensphilosophie entwickelt. Ich habe diesen Sommer auch angefangen, Okklumentik zu lernen und lass mich dir sagen, dass Snape mir weniger als nichts beigebracht hat. Stell dir meine Überraschung vor, als ich ein Buch über dieses Thema gelesen habe und herausgefunden habe, dass so viel mehr dazugehört als "Machen Sie ihren Kopf frei". Wie auch immer; das hat auf jeden Fall auch geholfen. Es hat mich dazu gezwungen, meine ganzen Erinnerungen durchzugehen und sie zu ordnen. Ich bin noch immer nicht mit allem okay, aber es ist genug, um weitermachen zu können."
"Wow", erwiderte sie. "Du warst diesen Sommer wirklich fleißig, nicht?"
"Du hast keine Ahnung", antwortete er.
"Willst du mich vielleicht aufklären?", fragte sie und spitzte die Ohren.
Harry lächelte über ihren Enthusiasmus. "Ich kann dir nicht alles erzählen, zumindest noch nicht. Aber es wäre nett, jemanden zu haben, mit dem ich Reden kann und du hast schon eines meiner Geheimnisse herausgefunden", fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. Er schaute zu den Treppen und sah Ron, der herunterkam. "Lass uns später weiterreden. Da kommt dein Bruder, aber wo ist Hermine?"
"Oh, sie ist wahrscheinlich schon in der Großen Halle beim Frühstück und stellt sicher, dass die ganzen Jungspunde eine ausgewogene Mahlzeit essen, um ihnen einen guten Start in den Tag zu gewährleisten."
Harry gluckste. "Weißt du, ich wäre nicht sonderlich überrascht. Dann komm. Lass uns Ron einsammeln und runtergehen.", sagte er, während er aufstand und ihr seine Hand hinhielt, um ihr beim Aufstehen zu helfen. Sie nahm seine Hilfe mit einem dankbaren Lächeln an und sie gingen zu Ron, der den Gemeinschaftsraum schon zur Hälfte durchquert hatte. "Komm, Ron, lass uns frühstücken."
Ron nickte und grummelte ein wenig, folgte Harry und Ginny aber, als sie den Gemeinschaftsraum verließen. Als sie in der Großen Halle ankamen, war diese schon zur Hälfte mit Schülern gefüllt. Hermine war - wie erwartet - bereits am Gryffindortisch. Aber nicht - zumindest im Moment - damit beschäftigt, die Erstklässler zu belehren, die am Tischende, das am nächsten zum Ausgang war, saßen.
"Morgen, 'Mine", rief Harry, als das Dreiergespann sich dem Tisch näherte.
Hermine schaute hoch und lächelte ihren drei Freunden zu: "Guten Morgen, Harry, Ron, Ginny. Holt euch etwas zu essen. Ihr wollt eine gute Mahlzeit haben, bevor der Unterricht beginnt." Harry und Ginny lächelten sich zu. "Ich wünschte, Professor McGonagall würde die Stundenpläne schon verteilen. Ich möchte wissen, mit welchem Fach wir heute beginnen."
"Du liebe Güte, Frau", knurrte Ron. "Du solltest nicht so glücklich darüber sein, Unterricht zu haben. Das ist abnormal."
"Pass auf, was du sagst, Ron", schimpfte Hermine. "Du bist Vertrauensschüler. Du solltest den jüngeren Schülern ein Vorbild sein."
Ron rollte mit seinen Augen. "Nun, es gibt wenigstens eine Sache, über die ich mich freuen kann: Keine Zaubertränke mit Snape mehr ... niemals wieder." Ron lächelte und füllte seinen Teller.
"Professor Snape, Ron", korrigierte ihn Hermine automatisch.
"Schön für dich, Kumpel", erwiderte Harry niedergeschlagen und nahm sich ein wenig von den Eiern. "Ich wünschte, ich hätte soviel Glück."
"Du hattest deine Chance", erinnerte ihn Ron zwischen zwei Bissen. "aber nein, du musstest ja ein Ohnegleichen bei den Z. erreichen. Ich weiß noch immer nicht, wie du das geschafft hast. Du bist so schlecht in Zaubertränke wie ich das bin."
"Nun, das Fach ist viel einfacher, wenn Snape nicht bedrohlich hinter einem steht und die Slytherins nicht die Hälfte deiner Zaubertränke sabotiert", war Harrys Antwort darauf.
"Nun, Professor Snape kann dieses Jahr nicht über deine Zaubertränkefähigkeiten schimpfen", mischte sich Hermine optimistisch ein. "Du hast in den Z. ohne wenn und aber ein O bekommen. Er muss zugeben, dass du weißt was du tust."
Harry legte seine Gabel hin und schaute seine Freundin ungläubig an: "Hermine", fing Harry an, als ob er zu einem kleinen Kind reden würde. "auf welchem Planeten warst du die letzten fünf Jahre? Glaubst du, es kümmert ihn, wie gut oder [wie gut] auch nicht ich in meinen Prüfungen war? Der Mann hasst mich. Er hat mich gehasst, bevor er mich überhaupt getroffen hat. Nichts wird ihn höflich mit mir umgehen lassen. Ich garantiere dir: dieses Jahr wird nicht anders sein als die anderen."
Hermine machte Anstalten, ihn zu unterbrechen, als Ron sich zu Wort meldete, sein Mund voller Essen: "Isch weisch nischt warum du esch überhaupt verschuscht. Ich finde esch ischt esch überhaubt nischt wert"
Hermine richtete ihre Aufmerksamkeit auf Ron, während sie ihre Gabel hinlegte und ihren Teller voller Abscheu von sich wegschob. "Das ist widerlich. Ich wünschte, du würdest ein paar Manieren lernen, Ronald Weasley."
Ron nahm einen Schluck aus seinem Kelch und erwiderte: "Und ich wünschte, du würdest aufhören, mich herumzukommandieren. Du verhältst dich so, als wärst du meine Mutter oder so."
"Nun, jemand muss ja auf dich aufpassen, wenn sie nicht da ist", schnaubte Hermine hochmütig. Die Diskussion wurde durch Professor McGonagall unterbrochen, die die Stundenpläne an die Schüler verteilte. Hermines Aufmerksamkeit wurde auf den Zettel in ihrer Hand gelenkt. Man konnte sehen, wie sie leise vor sich hinmurmelte und versuchte, den neuen Plan so schnell wie möglich auswendig zu lernen.
Harry schaute auf seinen eigenen Plan und meinte:" Nun, zuerst McGonagall mit einer Doppelstunde Verwandlung. Ich habe eine Pause vor dem Mittagessen und danach Pflege magischer Geschöpfe mit Hagrid. Ich habe versucht, aus ihm herauszubekommen, was wir heute Morgen lernen würden, aber er wollte nichts verraten."
"Du warst heute Morgen bei Hagrid?", fragte Hermine.
"Ja. Ich habe nach meinem Lauf bei ihm vorbeigeschaut, weil ich Licht in seiner Hütte gesehen habe.", antwortete Harry.
"Du bist heute Morgen laufen gewesen?", fragte Ron und schaute ihn ungläubig an.
"Ja. Ich jogge jeden morgen, ich habe diesen Sommer angefangen."
"Nun, woher sollen wir diese Sachen wissen, wenn du uns nichts mehr erzählst?", fragte Ron mit einem vernichtenden Unterton.
"Nun, ich habe heute morgen Verwandlung", unterbrach Hermine. "Dann vor dem Mittagessen Geschichte. Ich habe danach eine Pause und ..."
"Du hast nicht Hagrids Fach gewählt?", fragte Harry ungläubig.
Hermine hatte wenigstens den Anstand, schuldbewusst auszusehen. "Nun, ich brauche es nicht wirklich für einen der Berufe, die ich mir überlege."
"Aber Hagrid ist dein Freund", brach es aus Harry heraus. "Ich brauche sein Fach für nichts, aber ich habe es gewählt, weil er mein Freund ist und ich ihm helfen will."
"Nun, natürlich ist er auch mein Freund.", beruhigte Hermine. "Aber mein Stundenplan war schon voll genug, ohne ein Fach hinzuzufügen, in dem ich nichts Sinnvolles lernen würde."
Harry starrte seine Freundin wütend an, als Ron sich zu Wort meldete: "Ich habe Hagrid mit dir, Kumpel."
Harry lächelte Ron zu, aber er war noch immer sauer, dass Hermine Hagrid einfach so zurückließ, nur weil sein Unterrichtsfach nicht zu ihren Berufszielen passte. Er hatte jedoch keine Zeit, sich weiter damit zu beschäftigen, da sie nur fünfzehn Minuten Zeit hatten, um hochzurennen und ihre Bücher zu holen, bevor die Klingel schellen würde. Als sie zurück ins siebte Stockwerk liefen, wandte sich Harry an Ginny: "Was hast du denn als erstes, Gin?"
Sie verzog ihr Gesicht und sagte "Doppelstunde Zaubertränke."
"Autsch", erwiderte Harry mit einer Grimasse. "Nun, wenigstens hast du es gleich hinter dir und wirst dir den Rest der Woche nicht mehr über eine Doppelte Dosierung Snape Sorgen machen müssen."
"So hab ich das noch gar nicht gesehen", lächelte Ginny. "Deine neue: Das-Glas-ist-halb-voll-Einstellung ist eine bemerkenswerte Verbesserung zu deiner Untergangsstimmung, die du letztes Jahr hattest."
"Ähmm ... Danke?", erwiderte Harry unsicher.
Sie lachte und schlug ihm leicht mit ihrer Faust gegen seine Schulter. "Ernsthaft, Harry. Es ist gut, dich in so guter Stimmung zu sehen. Ich bin froh, dass du deinen Frieden mit ... allem gefunden hast."
Harry schenkte ihr ein aufrichtiges Lächeln, während sie sich dem Porträtloch näherten. Hermine hob ihre Stimme, als sie die Fette Dame erreichten. "Gryffindor Quidditch ist am Besten"
Harry lachte laut auf, als er das Passwort hörte: "Lass mich raten. Ron hat das ausgewählt."
"Sofort richtig erkannt", sagte Ginny ihm. "Warte. Wenn du das Passwort nicht kanntest, wie konntest du gestern Nacht in den Gemeinschaftsraum kommen?"
"Sie vergessen, Miss Weasley", erwiderte Harry förmlich, "dass Sie mit einem Professor reden. Ich habe zu allen Gemeinschaftsräumen Zugang, kein Passwort notwendig."
"Verzeihen Sie mir, Professor Potter", tat Ginny so, als würde sie sich entschuldigen und machte einen kleinen Knicks. "Wie dumm von mir, einem einfachen Schulmädchen, zu vergessen, dass ich mich in der Präsenz von einem schon bald legendären Hogwartsprofessor befinde."
Harry starrte sie wütend an, aber der Effekt war ruiniert, als seine Lippen zuckten und sich ein Grinsen auf seinem Gesicht formte. "Geh weg, Weasley", sagte er ihr und schubste sie spielerisch zur Seite. Er lief zum Jungenschlafsaal hoch, um einen Racheakt zu vermeiden. Er hörte, wie sie ihm nachrief: "Dafür krieg ich dich, Potter!"
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Harry, Hermine und Ron wanderten durch die Korridore zum ersten Unterricht des Schuljahres. Ginny war mit einigen ihrer Klassenkameraden für ihren Zaubertrankunterricht in Richtung der Kerker verschwunden. Als sie das Klassenzimmer betraten, lenkte Hermine die anderen beiden sofort zu Sitzen in der ersten Reihe. Sie saß zwischen den Jungs an einem Tisch nicht ganz in der Mitte des Klassenzimmers.
Der Rest der Klasse kam bald an, gefolgt von dem Eintreten von Professor McGonagall. "Guten Morgen, Klasse", grüßte sie streng. "Sie sind alle hier, weil Sie gezeigt haben, dass Sie ausgesprochen begabt in der Kunst der Verwandlung sind. Ich erwarte von Ihnen allen, dass Sie in diesem Fach hart arbeiten, um Ihren Notendurchschnitt zu halten. Wenn ich zu irgendeiner Zeit das Gefühl habe, dass jemand von Ihnen den Standard dieses Unterrichts nicht erfüllen kann, kann es sein, dass ich denjenigen bitte, entweder Nachhilfe zu finden oder die Klasse zu verlassen. Die nächsten beiden Jahre werden schwer sein und ich werde sicherstellen, dass jeder einzelne von Ihnen, der in der Klasse bleibt, für die U.T.Z.e am Ende des nächsten Jahres vorbereitet ist. Gibt es Fragen?"
Sie sah einen Moment im Raum umher, um sicherzugehen, dass sie keine gestreckte Hand übersah. "Nein? Gut, dann werden wir mit dem heutigen Unterricht beginnen. Bitte öffnen Sie ihre Bücher auf Seite 23 und lesen die Theorie über das Heraufbeschwören von unbelebten Objekten. Wenn Sie mit der Theorie fertig sind, dürfen Sie damit beginnen, zu versuchen, einen Fingerhut heraufzubeschwören. Die meisten von Ihnen werden diesen Zauberspruch als sehr schwer empfinden, deshalb seien Sie nicht entmutigt, wenn Sie keine sofortigen Ergebnisse erzielen."
Harry öffnete sein Buch und blätterte es durch, bis er den Abschnitt über die Zauberstabbewegung und die Beschwörungsformel erreichte. Er las ihn vorsichtig durch und war der Meinung, dass es sich einfach genug anhörte. Er schloss sein Buch und ließ seinen Zauberstab aus seinem Ärmel auftauchen. Gerade als er den Zauberspruch sprechen wollte, unterbrach ihn eine Stimme.
"Was glauben Sie, was Sie da tun, Mr. Potter?", wollte seine strenge Hauslehrerin wissen.
"Ich übe den Creo-Zauberspruch", erklärte Harry.
"Ich bezweifle stark, dass Sie innerhalb von fünf Minuten die Theorie gelesen haben", erwiderte sie knapp.
"Nein, aber ich habe sie bereits gelesen. Ich habe nur noch einmal drübergelesen, um mir die Details und die richtigen Zauberstabbewegungen in Erinnerung zu rufen. Ich glaube, dass ich bereit bin, den Zauberspruch auszuprobieren", erwiderte Harry selbstbewusst.
"Ich bin der Meinung, das es klug wäre, mehr zu tun, als nur den Text zu überfliegen, aber wenn Sie darauf bestehen, dass Sie bereit sind, dann lassen Sie es uns doch herausfinden", gab sie widerstrebend nach und schaute ihn erwartungsvoll an.
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Rest der Klasse aufgehört, ihre Bücher zu lesen und beobachteten alle genau das Geschehen. Jeder in ihrer Stufe war daran gewöhnt, dass Hermine die Erste war, die jeden Zauberspruch, den sie lernten, ausprobierte und meisterte. Harry Potter zu hören, der behauptete, die Theorie hinter dem Zauberspruch bereits gelesen zu haben, bevor der Unterricht überhaupt begonnen hatte, war noch nicht da gewesen. Und zu sehen, wie er sich gegen einen Lehrer behauptete und den kühnen Anspruch erhob, bereit zu sein, den Zauberspruch sofort zu zaubern, war noch unerwarteter.
Harry sammelte sich kurz, bevor er sich der Aufgabe zuwandte. Er baute eine kleine Menge an magischer Energie in sich selbst auf, um den Zauberspruch vorzubereiten. Er hielt seinen Zauberstab fest in seiner Hand, bevor er ihn im Uhrzeigersinn drehte und ihn dann leicht nach vorne stieß und "Creo" murmelte. Er fühlte das Sammeln der magischen Energie in seiner rechten Hand. Er nahm sie, brachte sie mit der von ihm bereits aufgebauten Energie zusammen und passte die schon existierende Magie an die neue Magie an. Er ließ die Magie frei und ein Licht flackerte kurz am Zauberstabende auf. Auf der Tischoberfläche, auf die er zeigte, materialisierte sich plötzlich ein kleiner Fingerhut.
Er hörte ein Keuchen an seiner Seite, und als er hinüberschaute, sah er Hermine, die vor Schock eine Hand vor dem Mund hatte. Ron sah wie vom Donner gerührt aus. Der Rest der Klasse hatte ihre Augen noch immer auf Harry gerichtet. Ihre Blicke wanderten zwischen dem Fingerhut auf dem Tisch und der erstaunten Lehrerin an Harrys Seite hin und her.
"Außerordentlich, Mr. Potter", rief Professor McGonagall aus. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass jemand die Beschwörung vor der nächsten Unterrichtsstunde ausführen könnte, frühestens. Zwanzig Punkte für Gryffindor. Nun, können Sie es wiederholen?"
"Danke," erwiderte Harry, als er den Fingerhut verschwinden ließ. Er wiederholte seine Tat von zuvor und ein neuer Fingerhut erschien auf seinem Tisch. Am Ende des Unterrichts hatte Professor McGonagall ihn Fingerhüte in den verschiedensten Farben beschwören lassen und schließlich sogar ein einfaches Glas. Der Rest der Klasse hatte kaum mit dem Zaubern begonnen und nur Hermine konnte etwas beschwören, dass einem Fingerhut ähnelte.
"Wo hast du gelernt, das zu tun?", fragte Hermine, sobald die Glocke läutete.
"Ich habe dir gesagt, dass ich diesen Sommer nichts zu tun hatte außer zu lernen", zuckte Harry mit den Schultern. "Hör zu, ich muss Professor McGonagall etwas fragen. Ich werde euch später treffen, ok?"
"Ok, Harry", sagte Hermine. Sie sah etwas aufgebracht aus, dass sie nicht alle Fragen hatte stellen können, die sie hatte fragen wollen.
Nachdem alle Schüler gegangen waren, ging Harry zum Tisch der Lehrerin. "Professor McGonagall?"
Sie sah von ihren Papieren auf und musterte ihn: "Ja, Mr. Potter? Wie kann ich Ihnen helfen?"
"Professor Dumbledore sagte gestern Abend, dass ich Sie bitten soll, mir mein Büro zu zeigen. Ich wollte wissen, ob Sie heute Zeit haben, um es mir zu zeigen."
"Sicher. Ich habe eine kurze Pause, wenn Sie gleich gehen wollen."
"Das wäre großartig", erwiderte Harry und fügte dann hinzu: "wenn es nicht zu viele Umstände macht. Wenn Sie beschäftigt sind oder so kann ich auch später wiederkommen."
"Unsinn, Harry", sagte sie mit einem kleinen Lächeln. "Es ist der erste Unterrichtstag und ich hatte bisher nur eine Stunde. Es ist nicht so, als ob ich schon etwas zu korrigieren hätte."
Harry erwiderte ihr Lächeln. "Sie haben mich Harry genannt", meinte er.
"Ich schätze, das habe ich", dachte sie laut und stand von ihrem Stuhl auf. "Nun, du bist schließlich ein Professor. Ich schätze, es kann nicht schaden, die Förmlichkeit außerhalb des Klassenzimmers etwas zu lockern."
Harry war über ihr direktes Verhalten geschockt. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll." Er machte eine kurze Pause. "Dankeschön."
"Für was, Harry?", fragte sie ihn, als sie mit ihm auf den Flur trat.
"Das Sie mich nicht wie ein kleines Kind behandeln", erwiderte er unumwunden.
Sie schaute ihn aus dem Augenwinkel an, als sie irgendeine Treppe hochgingen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass du lange eine Kindheit hattest, Harry. Du hast oft die Reife von jemandem viel älteren gezeigt, aber du hast auch viele der Fehler gemacht, die viele andere in deinem Alter auch begangen haben. So lange du weiterhin erwachsen wirst und mit Reife handelst, werde ich dich auch so behandeln. Solltest du aber wie ein Kind handeln, werde ich dich als ein solches behandeln."
"Das hört sich fair an", sagte er ehrlich.
"Na, da sind wir", sagte sie und deutete auf eine Tür zu ihrer Rechten. Sie waren in einem Korridor im 5. Stockwerk. "Die Tür wird sich immer für dich öffnen. Du kannst ein Passwort verwenden, so dass sie sich öffnet, wenn jemand anders das Passwort benutzt. Aber ich würde dir raten, es nicht zur Gewohnheit werden zu lassen, deine Freunde in deinem Büro zu treffen. Wir geben es dir, weil du mehr Pflichten hast als die anderen Schüler und wir dachten, dass du einen Platz für dich selbst brauchen könntest, um dir diese Rolle leichter zu machen."
"Ja Ma'am. Danke."
"Gern geschehen, Harry. Und bitte, wenn wir unter uns sind, nenn mich Minerva."
"Ja Ma'am, ich meine Minerva. Merlin, und ich dachte, es wäre merkwürdig, Remus mit seinem Vornamen anzureden."
Sie kicherte tatsächlich etwas. "Nun, ich nehme an, du wirst dich daran gewöhnen. Aber ich erwarte noch immer, dass du mich im Unterricht und vor den anderen Schülern als Professor McGonagall anredest, verstanden?"
"Vollkommen", erwiderte er.
"Exzellent", meinte sie. "Nun, ich sollte zu meinem Klassenzimmer zurückgehen. Du hast heute im Unterricht wirklich eine herausragende Leistung gezeigt, Harry. Von nun an erwarte ich von dir diesen Standard, von dem ich nun weiß, dass du ihn einhalten kannst."
"Sie ... Du kannst darauf zählen", sagte er locker.
"Gut. Schönen Tag, Harry."
"Wiedersehen ... Minerva." Das war definitiv merkwürdig. Da sie ihn an der Tür verlassen hatte, öffnete er sie schließlich ganz und schaute sich genauer in seinem Büro um. Ein Schreibtisch stand zu seiner linken und war zur rechten Wand hin positioniert. Ein Stuhl mit hoher Lehne stand dahinter. Ein kleiner Kamin war an der rechten Wand, zwei plüschige Sessel und ein kleines Sofa waren zwischen seinem Schreibtisch und dem Kamin arrangiert. Zwei leere Bücherregale waren an der hinteren Wand befestigt. Es war ein gemütliches Büro. Nichts extravagantes, aber es würde für seine Bedürfnisse genügen.
Er setzte sich auf seinen Stuhl hinter dem Schreibtisch, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Er war bequem, aber zwang ihn dazu, aufrecht zu sitzen. Er würde nicht in der Lage sein, darin zu fläzen, da er dafür zu starr war und machte ihn daher ideal, um Arbeit fertig zu bekommen. Harry ging vom Schreibtisch zu einem der Sessel vor dem nun leeren Kamin. Er entdeckte, dass diese Stühle sehr komfortabel waren. Er stand auf und probierte das Sofa aus. Die Kissen schienen sich beinahe an ihn anzupassen, so bequem waren sie. Er legte sich zurück und winkte mit einer Hand, um seine Tasche zu sich zu rufen. Er holte das Buch über Schutzzauber heraus, das er am Tag zuvor begonnen hatte und verbrachte die restliche Zeit vor dem Mittagessen mit Lesen.
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vielen Dank an curylcuryl fürs reviewen!
