was letztes Mal geschah:

"Wiedersehen ... Minerva." Das war definitiv merkwürdig. Da sie ihn an der Tür verlassen hatte, öffnete er sie schließlich ganz und schaute sich genauer in seinem Büro um. Ein Schreibtisch stand zu seiner linken und war zur rechten Wand hin positioniert. Ein Stuhl mit hoher Lehne stand dahinter. Ein kleiner Kamin war an der rechten Wand, zwei plüschige Sessel und ein kleines Sofa waren zwischen seinem Schreibtisch und dem Kamin arrangiert. Zwei leere Bücherregale waren an der hinteren Wand befestigt. Es war ein gemütliches Büro. Nichts extravagantes, aber es würde für seine Bedürfnisse genügen.

Er setzte sich auf seinen Stuhl hinter dem Schreibtisch, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Er war bequem, aber zwang ihn dazu, aufrecht zu sitzen. Er würde nicht in der Lage sein, darin zu fläzen, da er dafür zu starr war und machte ihn daher ideal, um Arbeit fertig zu bekommen. Harry ging vom Schreibtisch zu einem der Sessel vor dem nun leeren Kamin. Er entdeckte, dass diese Stühle sehr komfortabel waren. Er stand auf und probierte das Sofa aus. Die Kissen schienen sich beinahe an ihn anzupassen, so bequem waren sie. Er legte sich zurück und winkte mit einer Hand, um seine Tasche zu sich zu rufen. Er holte das Buch über Schutzzauber heraus, das er am Tag zuvor begonnen hatte und verbrachte die restliche Zeit vor dem Mittagessen mit Lesen.

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Harry traf seine Freunde zum Mittagessen. Danach gingen Ron und er hinaus auf die Schlossländereien, hinunter zu Hagrids Hütte für den "Pflege magischer Geschöpfe" Unterricht. Sie wiederholten nur Tiere, die sie schon behandelt hatten; die Schulstunde war also nicht aufregend und hatte keine Beinahe-Tod-Erlebnisse. Nicht überraschend war die Klasse über die langweilige Stunde erleichtert. Als die Stunde vorbei war, gingen Ron und Harry gemeinsam zurück zum Schloss.

"Sag mir, warum ich noch immer zu Wahrsagen gehe", grummelte Ron.

"Weil deine Mum dich dazu gezwungen hat, sechs Fächer zu belegen und Wahrsagen viel einfacher als Geschichte ist, vor allem, seitdem du so begabt geworden bist, deinen eigenen Tod vorauszusehen. Denk nur daran, nun, da ich den Unterricht nicht mehr besuche, kannst du meinen Tod auch voraussagen. Sie gibt dir vielleicht sogar Bonuspunkte", witzelte Harry.

Ron lächelte: "Du hast Recht. Trelawney liebt es, über deinen Tod zu reden. Das wird so einfach werden."

"Nun, ich bin froh, dass ich helfen konnte. Viel Spaß im Unterricht", rief er gutgelaunt.

"Blödmann."

"Depp."

Harry schaute zu, wie Ron zum Nordturm ging. Harry ging mehrere Treppen hoch zum Raum der Wünsche. Er ging vor Barnabas dem Bekloppten hin und her und dachte an einen Raum, in dem er trainieren und duellieren üben konnte. Als er die Tür öffnete, fand er sich in einem großen Raum wieder. Es gab ein paar Bücherregale, die an einigen Stellen an den Wänden standen und auf einer Seite des Zimmers waren mehrere Dummies. Bevor er weiterging, drehte Harry sich um und schloss die Tür, gefolgt von den besten Privatsphärezaubern und undurchdringbaren Schutzzaubern, die er kannte. Er zog es vor, dass seine Trainingsstunden vertraulich blieben.

Neugierig geworden ging Harry zu den Dummies und betrachtete sie genau. Er fragte sich, für was sie gut waren. Als ob als Antwort auf seine ungestellte Frage - und wahrscheinlich war es sogar so - erschien ein kleines Heftchen auf einem in der Nähe stehenden Tisch. Harry ging dorthin und las den Titel: "Trainingdummies Anleitungshandbuch". Er blätterte es einige Zeit durch, klappte es dann zu und grinste breit. Das war mehr, als er erhofft hatte. Das wäre perfekt.

Die Trainings-Dummies konnten aktiviert und so eingestellt werden, dass sie herumgehen und Zaubersprüche auf jemanden richten konnten. Man konnte die Zaubersprüche, die gesprochen werden, einschränken, indem man ihnen sagte, welche Zaubersprüche sie benutzen sollten. Man konnte auch verschiedene Schwierigkeitsgrade einstellen, von Anfänger bis Duelliermeister. Er aktivierte für den Anfang zwei Dummies und zeigte ihnen den Brandzauber. Er stellte beide auf das Level eines Hogwartsabsolventen ein mit dem Gedanken, dass das ein guter Start für seine Tätigkeiten war.

Nachdem alles zu seiner Zufriedenheit eingestellt war, rief er: "Trainingsdummies. Start!" Er begann sofort, sich zu bewegen. Er versuchte nicht, seine Gegner zu verhexen. Die Übung sollte seine Reflexe und seine Reaktionszeit verbessern. Er wich nur den Zaubersprüchen aus, die seine zwei Gegner auf ihn richteten.

Er bemerkte, dass das Ausweichen relativ einfach war, solange er einen guten Abstand zwischen sich und seinen Gegnern halten konnte. Aber mit zwei Gegenspielern war es für sie einfach, sich ihm zu nähern und es Harry damit extrem schwer zu machen. Er freute sich zu sehen, dass die Dummies scheinbar bis zu einem gewissen Grad zusammenarbeiten konnten, um zu versuchen, ihn in die Enge zu treiben. Er wurde während des Trainings öfters getroffen, aber zum Ende hin begann er den Bogen herauszubekommen. Trotz seiner Müdigkeit wurde er in den letzten paar Minuten nicht einmal getroffen.

Er hörte eine Stunde vor dem Abendessen mit seinem Training auf. Statt zurück in den Schlafsaal zu gehen, um zu duschen und sich umzuziehen, dachte Harry einfach nur an sein Bedürfnis für eine Dusche. Und siehe da, einen Moment später öffnete er eine neue Tür, die zu einem Raum mit mehreren Duschen führte. Er zog sich aus und trat ein. Nachdem er fertig war, winkte er mit seiner Hand über seine Kleidung, um diese zu reinigen.

Da noch eine halbe Stunde Zeit war, bis es Abendessen geben würde, ging Harry zum Gryffindorturm, um zu schauen, was seine Freunde machten. Er betrat den Gemeinschaftsraum und sah Ron und Neville an einem der Tische Schach spielen. Ron war wie gewöhnlich am gewinnen, aber Neville schlug sich gar nicht so schlecht. Es sah zumindest so aus, als ob er Ron mehr Schwierigkeiten machte als es Harry normalerweise tat. Harry grüßte die beiden, aber setzte sich nicht zu ihnen. Er wählte stattdessen ein Sofa vor dem Kamin in dem ein Feuer brannte, das komischerweise nicht sehr viel Wärme verströmte. Er holte das Buch über Schutzzauber, das er gelesen hatte, wieder aus seiner Tasche und las dort weiter, wo er aufgehört hatte.

Nach mehreren Seiten lesen fühlte Harry, wie das Sofakissen seine Form veränderte, als weiteres Gewicht dazugefügt wurde. Er sah hoch und sah Ginny, die ihn anlächelte. „Was liest du da, Harry?" fragte sie fröhlich.

Harry hielt das Buch hoch, so dass sie den Umschlag lesen konnte. „Schutzzauber?" fragte sie und zog fragend eine Augenbraue hoch.

„Uhuh", war seine knappe Antwort.

„Lust, mir zu erklären, warum du über Schutzzauber liest?" bohrte sie nach.

„Ich finde sie interessant. Es ist wirklich etwas überraschend, dass sie uns hier auf Hogwarts nichts darüber beibringen. Es wäre ungemein praktisch, auch nur die grundlegendsten Zauber für das Leben nach Hogwarts zu kennen", erklärte Harry.

„Und seit wann bist du so an ihnen interessiert? Und am Lesen im Allgemeinen?" fragte sie.

„Seit dem Sommer", war Harrys schlichte Antwort.

„Wo wir gerade über den Sommer reden", lenkte Ginny die Unterhaltung, „wann können wir beide über andere interessante Geschehnisse reden, die in diesem Sommer passiert sind und über die ich Fragen habe?"

Harry schaute sich im Raum um, um sicherzugehen, dass niemand zuhörte. „Nicht hier drinnen, Gin. Ich verspreche dir, dass wir bald reden werden, aber bitte rede über so etwas nicht an öffentlichen Plätzen. Niemand, und ich meine niemand, hat eine Ahnung davon, und ich würde das gerne beibehalten", flüsterte er beschwörend.

Ginny sah zerknirscht aus. „Okay, Harry. Ich werde es nicht mehr ansprechen, aber können wir bitte bald reden?"

„Was hast du heute Abend vor?" fragte er.

„Ich habe nichts geplant", antwortete sie.

„Nach dem Abendessen werde ich in mein Büro gehen", erklärte er. „Es ist im fünften Stock in dem Korridor mit der Statue von Gregor dem Kriecher, wo deine Brüder letztes Jahr ihren Sumpf hinterlassen haben. Du wirst ein Passwort brauchen, um reinzukommen. Ich werde es auf ... oh, ich weiß nicht ... "Marsriegel" setzen. Sag das einfach an der Tür und sie sollte dich einlassen. Sei aber diskret. Denk dir etwas aus, was du deinen Freunden erzählst. Ich möchte nicht, dass auch nur eine Person davon weiß, dass wir uns treffen. Es darf nicht geschehen, dass etwas hiervon allgemein bekannt wird, okay?"

„Ok, Harry, Niemand wird auch nur die geringste Ahnung haben. Ich verspreche es."

Harry lächelte innerlich über seine Passwortwahl. Er konnte an nichts Spezielles denken und hatte daher einfach die Methode des Schulleiters angewandt und seine Lieblingssüßigkeit gewählt. „Danke. Nun lass uns deinen Bruder und Neville schnappen und zum Essen hinuntergehen. Hast du irgendeine Idee, wo Hermine ist?"

„Lass mal überlegen", dachte Ginny laut nach. "wenn ich Hermine wäre, wo wäre ich dann am ersten Schultag? Da muss man nicht lange überlegen: in der Bibliothek."

Harry lachte, wissend, dass sie wahrscheinlich Recht hatte. Er ging zu Ron und Neville: „Wenn es euch interessiert: Wir gehen runter zum Abendessen."

Ron sah vom Spielbrett hoch und murmelte: „Muss nur das Spiel beenden. Wir treffen euch unten." Neville sah nicht so aus, als wäre er mit Ron einer Meinung, sagte aber nichts.

Harry zuckte mit den Schultern und sah zu Ginny herüber: „Sollen wir, Miss Weasley?"

„Jederzeit, Professor Potter."

Die beiden schritten durch das Porträtloch und gingen zur Bibliothek im vierten Stock. Hermine saß an einem Tisch in der Mitte des Raumes, mehrere Bücher lagen offen um sie herum. Als sie sich näherten, meinte Ginny: „Du siehst aus, als wärst du schon in deine U.T.Z.-studien vertieft. Wie kommts?"

Hermine schaute genervt auf, zuckte mit den Schultern und sagte: „Nur so. Ich möchte nur sichergehen, dass ich mitkomme, das ist alles." Sie vertiefte sich wieder in das Buch direkt vor ihr und fing wieder an den Text zu verschlingen.

Harry und Ginny wechselten über ihren Kopf einen Blick miteinander. Ginny warf ihm einen fragenden Blick zu, woraufhin Harry seinen Kopf schüttelte und damit zeigte, dass er keine Ahnung hatte, was mit ihrer Freundin los war. Ginny schaute ihn bedeutsam an und schaute dann zu Hermine. Er verstand den Hinweis und sagte: „Nun, warum kommst du nicht mit uns runter zum Abendessen, Hermine? Die Bücher werden noch immer hier sein, wenn du zurückkommst."

Hermine schaute wieder von ihrem Buch hoch und sagte leicht ungeduldig: „Ich möchte nur den Absatz fertiglesen. Wie wäre es, wenn ich euch unten treffe?" Sie hatte ihr Gesicht wieder im Buch vergraben, noch ehe sie fertig gesprochen hatte.

Ein weiterer Blickwechsel folgte zwischen den beiden Freunden, die vor Hermine standen und sie nickten einander zu. Beide setzten sich und Ginny sagte: „Das ist okay, Hermine. Wir haben es nicht eilig und können auf dich warten."

Ein Seufzen entwich dem Bücherwurm mit den buschigen Haaren, aber sie diskutierte nicht. Nach einer weiteren Minute legte sie ihr Buch hin und schaute sich um: „Ich muss die Bücher alle wieder aufräumen, bevor wir gehen, oder Madam Pince wird meinen Kopf rollen sehen wollen."

„Ich kann helfen", bot Harry an und begann bereits verschiedene Bücher zusammenzusammeln. Als er jedes zur Hand nahm, bemerkte er einen Trend. Sie hatten alle mit Verwandlung zu tun, oder noch genauer, mit Heraufbeschwören. Harry machte sich eine geistige Notiz, aber entschied, nichts dazu zu sagen. Nach kurzer Zeit war alles wieder aufgeräumt und das Trio ging zur Großen Halle.

Als sie ankamen, entdeckten sie, dass Ron und Neville schneller gewesen waren. „Warum habt ihr so lange gebraucht?" fragte Ron ohne Umschweife.

„Wir mussten Hermine aus der Bibliothek zerren", erklärte Ginny.

„Bibliothek?" fragte Ron, als ob das Wort ihn aufs Stärkste beleidigte. „Was machst du am ersten Schultag in der Bibliothek?"

„Anders als manche Leute, Ronald," antwortete Hermine schnippisch, „warte ich nicht bis zur letzten Minute, um meine Aufgaben zu erledigen. Wir beginnen jetzt mit dem U.T.Z.-Unterricht, und wenn du nicht vorarbeitest, wirst du schnell zurückfallen."

Da er nicht wollte, dass die Situation eskalierte, wechselte Harry schnell das Thema: „So, wie hat das Schachspiel geendet?"

Rons Gesichtsausdruck veränderte sich, als er sich an das Schachduell erinnerte, das er gerade gewonnen hatte: „Nun, Neville hat sich gut geschlagen, aber ich habe es geschafft, seinen König mit einem Pferd und einem Läufer einzuschließen."

„Nun Neville, wenn es dir hilft, kann ich dir sagen, dass ich soviel ich weiß noch nie so viele von Rons Spielsteinen genommen habe, wie du es getan hast, als wir gegangen sind", bemerkte Harry.

„Danke, Harry", sagte Neville mit einem kleinen Lächeln. „Ich weiß nicht, warum ich überhaupt noch gegen ihn spiele."

„Um das Selbstwertgefühl von unserem armen Ronnikins aufzupolieren", war Ginnys Meinung. Ron wurde rot, sagte aber nichts und schaufelte sich stattdessen noch mehr Essen in den Mund.

Der Rest der Mahlzeit verging mit allgemeinem Gequatsche. Als alle mit Essen fertig waren, stand die Gruppe auf. „Nun, ich gehe zurück in die Bibliothek", sagte Hermine, nahm ihre Tasche und eilte aus der Halle.

Ron verdrehte seine Augen, als er ihr Weggehen beobachtete. Er wandte sich an Harry: „Lust auf eine Runde Schach, Kumpel?"

Harry lachte und schüttelte seinen Kopf: „Vielleicht später, Ron. Jetzt muss ich erstmal mein Büro einräumen und einige Dinge für meinen Unterricht vorbereiten."

Harry verließ seine Freunde und ging zu seinem Büro im fünften Stock. Er wusste nicht, wie lange es dauern würde, bis Ginny eintreffen würde und so holte er, nachdem er das Passwort gesetzt hatte, sein Buch über Schutzzauber heraus und ließ sich auf das Sofa vor dem Kamin fallen.

Ungefähr eine halbe Stunde später war ein leichtes Klopfen an der Tür zu hören, die sich öffnete, nachdem eine weibliche Stimme „Marsriegel" sagte. Harry schaute auf und sah, wie die hellhäutige, rothaarige Ginny zögerlich das Büro betrat. Sie schaute begutachtend umher, bevor sie sich auf einen der Sessel gegenüber von Harry setzte. „Nettes Plätzchen hast du hier.""

„Danke", sagte er und fügte dann scherzend hinzu: „Na komm, tu dir keinen Zwang an, fühl dich wie Zuhause". Sie tat so, als würde sie ihn schlagen wollen, aber war nicht annähernd nah genug, um ihn zu treffen. Harry winkte mit seiner Hand zur Tür, die zuging und sich verschloss. Er fügte einige Privatssphärenschutzzauber, über die er gelesen hatte, zum Raum hinzu, um sicherzugehen, dass nichts von ihrer Unterhaltung nach außen drang. Er seufzte, als er fragte: 2Also, was willst du wissen?"

„Du warst es, nicht wahr?" fragte sie. Sie schaute Harry erwartungsvoll an und wartete darauf, dass er bestätigte, was sie im Grunde ihres Herzens schon wusste. Er schaute ihr tief in die Augen, bevor er nickte.

„Ja", flüsterte er, seinem Blick zu Boden gerichtet. „Ich war es."

Er bemerkte nicht, wie Ginny von ihrem Stuhl aufstand und zu ihm ging, so vertieft war er in seinen Gedanken. Daher war er überrascht, als sie ohne Vorwarnung ihre Arme um seinen Nacken schlang. Sie saß neben ihm auf dem Sofa und flüsterte „Danke", in sein Ohr. Als sie ihre Arme von ihm löste, lehnte sie sich vor und drückte ihre Lippen auf seine Wange. Sie errötete leicht, stand auf und ging langsam zurück zu ihrem Sitzplatz. Harrys eigene Röte war verblasst, als sie sich wieder zu ihm umdrehte. „Ich wollte an dem Tag Danke sagen, aber du warst verschwunden, bevor ich es konnte", erklärte sie. „Du hast mein Leben gerettet und ich hatte keine Ahnung, wer du warst."

„Ich musste zurückgehen, um sicherzugehen, dass alle anderen ok waren", sagte er.

„Es ist nicht deine Aufgabe, unsere Sicherheit sicherzustellen, Harry." Er machte Anstalten zu argumentieren, aber sie beeilte sich, weiterzureden: „Trotzdem bin ich froh, dass du da warst. Wenn du nicht gewesen wärst, würde ich jetzt nicht hier sein", sie seufzte, bevor sie hinzufügte: "Das ist das zweite Mal, dass du mein Leben gerettet hast."

„Aber es war meine Schuld, dass du überhaupt in Gefahr warst", brach es aus Harry heraus. „Wenn ich nicht mit Ron befreundet gewesen wäre, hätte Malfoy dir vielleicht nicht das Tagebuch gegeben. Und du und Ron wurden diesen Sommer wegen mir angegriffen."

„Du weißt nicht, ob ...", begann Ginny zu sagen.

„Ich weiß es!" Harry wurde lauter. "Ich war da; Ich habe gehört, wie er es sagte. Du und Ron solltet lebend zu ihm gebracht werden, um mich herauszulocken."

„Du?" flüsterte Ginny nachdenklich. Plötzlich keuchte sie und rief aus: „Du hattest eine Vision." Es war eine Aussage, keine Frage. Harry nickte zustimmend mit dem Kopf und hielt seinen Blick auf den Boden gerichtet. „Oh Harry.", seufzte sie, als sie vor dem Sofa auf die Knie fiel und sein Gesicht zwischen ihre Hände nahm. „Schau mich an", befahl sie. Er gehorchte widerstrebend. Sie bemerkte, dass seine Augen von unvergossenen Tränen glänzten und sie fühlte mit ihm: „Hör mir zu. Es war nicht deine Schuld. Wir haben alle unsere Seite gewählt und wir haben uns entschieden, an deiner Seite zu stehen, im Guten, wie im Schlechten. Das ist es, was Familien machen; sie halten zusammen, egal was kommt. Und du bist ein Teil der Familie wie jeder von uns, mehr noch als Percy."

Harry schüttelte nachdrücklich seinen Kopf, oder zumindest so nachdrücklich, wie er es mit ihren Händen noch immer auf seinen Wangen, konnte. „Percy ist euer Bruder", würgte er hervor, „er ist eure Familie, euer Blut, nicht so wie ich."

„Familie ist viel mehr als nur Blut, Harry, wie du sehr genau weißt", sagte sie ihm bestimmt. „Die Dursleys sind dein Blut, aber sie sind nicht deine Familie. Percy mag unser Blutsverwandter sein, aber er hat seine Familie verlassen, er hat sein Recht verloren. Du auf der anderen Seite stellst uns immer wieder vor dein eigenes Wohlergehen. Ich meine ernsthaft, du kommst alleine zur Winkelgasse? Wieso hast du es nicht einfach Dumbledore gesagt und es ihn handhaben lassen?"

„Ich habe es Dumbledore gesagt", erklärte er. „Als ich die Vision hatte, wusste ich nicht, über wen sie redeten. Sie haben keine Namen genannt. Ron hatte mir die Nacht zuvor mit Pig einen Brief geschickt und sie haben die Eule abgefangen. Sie haben ihn aber den Brief austragen lassen, so dass wir nicht wissen würden, wo sie ihre Informationen her hatten. Ich habe Hedwig gleich am Morgen weggeschickt, aber sie kam kurz darauf Pig tragend zurück. Als ich den Brief las, habe ich zwei und zwei zusammengezählt und wusste, dass ihr es wart, hinter denen er her war.

Es war keine Zeit zu verlieren, also bin ich mit Hedwig nach Hogsmeade appariert und habe sie mit meinen Brief zum Schulleiter geschickt. Dann bin ich in die Winkelgasse gegangen und habe euch gefunden.

Eine Minute, nachdem ich angekommen bin, sind die Todesser aufgetaucht. Ich habe einen Schutzzauber für euch heraufbeschworen, um ihre erste Zauberattacke abzuwehren, aber sie haben ihre Zaubersprüche auch auf das Gebäude gerichtet. Dann war ich damit beschäftigt, Todesser außer Gefecht zu setzen und konnte keinen freien Schuss auf den einen abfeuern, der sich von hinten an dich anschlich. Als ich sah, wie du weggeschleppt wurdest, habe ich einfach nur reagiert. Das nächste, an das ich mich erinnere, ist, wie ich hinter dir herrenne. Dann habe ich zwei Todesser betäubt und dich nach Hause gebracht. Bis ich zurück war, war Dumbledore eingetroffen und hat die Todesser zusammengetrieben. Also bin ich zurück zu den Dursleys gegangen."

„Danke, Harry. Ich schulde dir wieder mein Leben", sagte sie ehrlich.

„Nein", war Harrys Antwort. „Du schuldest mir gar nichts."

„Das hast du nicht zu entscheiden."

„Ich möchte nicht, dass du glaubst, dass du mir etwas schuldig bist", schnappte Harry. „Das letzte, das ich auf dem Gewissen haben muss, ist, dass du für mich in den Weg von einem Fluch springst oder etwas ähnlich Dämliches."

„Es gibt andere Wege, eine Schuld zu begleichen", sagte sie leidenschaftlich. Harry zog fragend eine Augenbraue hoch. Sie sah das als ein gutes Zeichen an und fuhr fort: „Du hast gesagt, dass du in letzter Zeit viele Dinge, viele Geheimnisse, für dich selbst behalten hast. Nun, wenn die Dinge zu viel für dich werden oder wenn du jemanden zum Reden brauchst, der dich nicht richten wird oder dich nicht auffordern wird, mehr zu geben, als du bereit oder willig bist zu geben, dann komm zu mir. Ich werde zuhören, Ratschläge geben, wenn du sie brauchst, und ich werde nie versuchen, mehr von dir zu verlangen oder jemals einer Menschenseele erzählen, was du mir gesagt hast."

Für einige Minuten war es still. Ginny ließ schließlich Harrys Gesicht los, aber sie blieb vor ihm auf den Knien und beobachtete ihn aufmerksam. Er wich ihrem Blick kurz aus, schaute ihr dann aber suchend in die Augen. Er sah nichts außer Sorge und Ehrlichkeit in ihren braunen Augen. Sie meinte jedes Wort, das sie gesagt hatte. Die einzige Frage war, ob das etwas war, das er brauchte oder wollte.

Als die Stille andauerte, begann Ginny unter seinem prüfenden Blick nervös zu werden. Sie biss leicht auf ihre Lippe, hielt seinem Blick aber stand. Nach einer weiteren Minute wandte er seinen Blick zum Kamin, der noch immer leer war. Er hob eine Hand und ein kleines Feuer entfachte sich aus dem Nichts. Ginny nutzte den Moment, um vom Boden aufzustehen und setzte sich neben Harry auf das Sofa.

Er starrte in die prasselnden Flammen und begann schließlich zu reden: „Ich habe herausgefunden, wie das Ministerium die Zauberei Minderjähriger verfolgt. Sie verfolgen sie mit Hilfe der Zauberstäbe. Das ist der Grund, warum nie jemand wegen Spontanzauber Probleme bekommt. Es ist, weil es ohne Zauberstab passiert. Als letzten Sommer die Dementoren Dudley und mich angegriffen haben, habe ich einen stablosen Lumos gezaubert, weil ich meinen Zauberstab fallen lassen habe, als mein Cousin mich geschlagen hatte. Ich habe mir zu der Zeit nichts dabei gedacht, aber später habe ich erfahren, dass die meisten erwachsenen Zauberer Probleme hätten, so einen einfachen Zauberspruch stablos zu zaubern. Also habe ich über den Sommer angefangen, zu üben.

Es hat einige Zeit gebraucht, um wirklich den Dreh herauszuhaben, aber sobald ich das hatte, war es einfach. Ich habe nie wirklich das Gefühl meiner Magie bemerkt. Wenn du Zaubersprüche mit einem Zauberstab zauberst, ist es so unpersönlich. Du fühlst die Magie nicht wirklich, weil der Zauberstab sie für dich fokussiert. Wenn du den Zauberstab wegnimmst, ist alles, was übrig ist, du. Du kannst tatsächlich die Magie durch dich hindurchfließen fühlen. Es ist ein fantastisches Gefühl. Nun, ich habe also gelernt, ohne Zauberstab zu zaubern, was bedeutete, dass ich über den Sommer Magie anwenden konnte, ohne dass das Ministerium es herausfinden konnte.

Die Zaubertrankzutaten, um die ich am Anfang des Sommers gebeten habe, waren für den Animaguszaubertrank. Er lässt dich bewusstlos werden und lässt dich eine Vision von deiner Animagusgestalt sehen. Und hier kommt der schwarze Panther ins Spiel."

„Aber Harry", unterbrach Ginny, „es braucht Jahre, um ein Animagus zu werden. Wie hast du es in so kurzer Zeit geschafft? Und auch noch ohne Instruktionen?"

„Ich hatte mit Sirius darüber geredet, ein Animagus zu werden und er hat mir alles gesagt, dass ich wissen musste. Es hat sich herausgestellt, dass der schwierigste Teil des Vorgangs war, zu lernen die Magie so zu kontrollieren, dass man sich ohne Zauberstab verwandeln kann. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon zauberstablose Magie geübt habe, hat es nicht lange gedauert, bis ich mich vollständig verwandeln konnte.

Und das ist der Grund, warum ich diesen Sommer so viel machen konnte. Ich habe ein paar Ausflüge in die Winkelgasse unternommen, habe eine Menge Bücher beschafft, um mich beschäftigt zu halten und habe einige Dinge für mich gekauft. Remus weiß, dass ich geübt habe, um ein Animagus zu werden, aber er weiß noch nicht, dass ich die vollständige Verwandlung geschafft habe und er glaubt, dass ich letztes Weihnachten mit Üben begonnen habe. Er ist die einzige Person, die überhaupt davon weiß. Und das ist alles, was er weiß. Du bist die Einzige, die über meine zauberstablosen Fähigkeiten Bescheid weiß."

„Danke, dass du es mir erzählt hast", sagte sie ernst. „Ich weiß, dass es dir nicht leicht fällt, zu vertrauen, es bedeutet mir daher eine Menge, dass du mich ins Vertrauen gezogen hast. Ich habe aber eine Frage: Wie hast du apparieren gelernt? Ich meine, du konntest nicht in die Winkelgasse gehen, ohne schon zu wissen, wie man appariert. Es ist also nicht so, als ob du dir ein Buch gekauft hättest, um dir zu helfen. Wie und wann hast du es also gelernt?"

Ein panischer Ausdruck war aufgrund dieser Frage kurz auf Harrys Gesicht zu sehen. Deshalb korrigierte Ginny sich schnell: „Du musst es mir nicht sagen, wenn du noch nicht so weit bist, Harry. Ich werde nie nach mehr verlangen, als du gewillt bist, zu teilen. Ich habe das Versprechen so gemeint, wie ich es dir gegeben habe. Ich war nur neugierig. Aber erzähle mir nichts, dass du nicht willst, dass ich weiß." Sie lächelte, als Harry sich merklich entspannte.

„Danke", sagte er einfach. Er wandte endlich seinen Blick vom Feuer und schaute Ginny ins Gesicht. „Es ist irgendwie schön, jemanden zu haben, um mit ihm einiges zu teilen. Manchmal fühlt es sich so an, als liege das gesamte Gewicht der Erde auf meinen Schultern."

„Ich freue mich, dass ich helfen kann, Harry", sagte sie ihm aufrichtig. „Denk nur daran, dass du die Lasten nicht immer alleine tragen musst. Es gibt eine Menge Leute, die sich um dich kümmern und dir gerne helfen würden." Sie streckte ihre Hand aus und berührte seinen Arm, als sie zuende redete.

„Ich weiß", sagte er leise. „Es gibt nur ein paar Dinge, die ich selber machen muss." Nicht zuletzt stellte die Prophezeiung das sicher. Aber auch ohne die Prophezeiung würde er niemals wissendlich irgendeinen seiner Freunde in Gefahr bringen.

„Nur weil du sie selber machen musst, heißt das nicht, dass du sie alleine machen musst", kommentierte Ginny weise. „Du kannst nicht zuletzt darauf zählen, dass ich für dich hier sein werde, wann immer du mich brauchst, so lange wie du mich brauchst." Sie drückte seinen Arm, bevor sie sich zurückzog.

Harry lächelte traurig und stand auf. „Danke Gin", sagte er und streckte ihr eine Hand hin. Sie nahm die angebotene Hand und wurde auf die Beine gezogen. „Jetzt komm. Ich glaube, das reicht für heute Abend. Lass uns zum Gemeinschaftsraum zurückgehen, bevor die Anderen sich wundern, wo wir bleiben."

„Ok, Harry", sagte sie. Ein schelmisches Glitzern war in ihren Augen zu sehen, als sie fragte: „Ist es mir erlaubt, mit dir zusammen zu laufen? Oder könnte das den Leuten ein Hinweis auf unser geheimes Treffen geben?"

„Oh, sei nicht albern", erwiderte Harry, ohne eine Miene zu verziehen. „Wenn jemand fragen sollte, können wir einfach sagen, dass wir in einem Besenschrank geknutscht haben." Er hielt ihr die Tür auf und verlor dabei nie die Kontenance.

Sie starrte ihn an und ihr Mund hing für einen Moment weit auf, bevor sie ihre Haltung wiedergewann. „In deinen Träumen, Potter", erwiderte sie spielerisch.

„Ich wünschte. Ich würde für solche Träume töten", erwiderte Harry flirtend und blinzelte ihr obendrein noch zu.

„Ich weiß nicht, was ich mit dieser neuen Seite von dir machen soll. Ich meine, Harry Potter flirtet schamlos ... Was wird nur aus dieser Welt?"

Harry schubste sie spielerisch an der Schulter und grinste sie frech an. Sie erwiderte die Attacke, indem sie eine Schulter in seine Seite grub. Den ganzen Weg zum Gemeinschaftsraum lang neckten sie sich gutmütig.

OoOoOoOoOoOoOoO

In dieser Nacht hatte Ginny vieles, über das sie nachdenken musste, als sie in ihrem Bett lag und an ihren Betthimmel starrte. Sie hatte beschlossen, früh ins Bett zu gehen, um ihre Gedanken zu sammeln und daher war sie alleine im Schlafsaal, nur mit Mara an ihre Seite gekuschelt, die schnurrte, während Ginny ihr schwarzes Fell streichelte. In den letzten Tagen war viel passiert. Erst einmal war da Harry. Nun, es war eigentlich alles Harry, verbesserte sie sich selbst. Sie hatte nicht glauben können, was sie sah, als er auf dem Bahnsteig in King's Cross auf sie zugelaufen war. Das war definitiv nicht der Harry Potter gewesen, den sie ein paar Monate zuvor gesehen hatte.

Erst einmal trug er Kleidung, die ihm tatsächlich passte - Muggelkleidung, die ihm passte. Er hatte immer Zaubererkleidung gehabt, die ihm passte, aber seine Muggelkleidung war immer lächerlich groß und ausgebeult gewesen. Der Unterschied war erstaunlich. Aber es war mehr, was die passenden Klamotten zeigten, das wirklich den Unterschied ausmachte. Das war nicht der dürre Junge, der ihr Herz vier Jahre zuvor gefangen genommen hatte. Das war Harry Potter, der Mann, mit Muskeln und allem. Und sein Haar ... Er hatte immer bezauberndes Haar gehabt, dass nie glatt auf seinem Kopf liegen wollte. Es war jungenhaft und unterstrich das unschuldige Der-Junge-von-nebenan-Image, das er hatte. Dieses Image war längst verschwunden. Die dunklen Haarlocken umrahmten sein Gesicht und zum ersten Mal versuchte er nicht verzweifelt, die Narbe auf seiner Stirn zu verstecken. Sein Haar reichte ihm bis zu seinen Schultern und unterstützte seinen neuen Look großartig.

Sie konnte einfach nichts gegen die Wirkung machen, die er auf sie hatte. Ihr Herz hatte einen Schlag ausgesetzt und ihr Mund war weit offen gehangen. Wenn nicht die Narbe auf seiner Stirn gewesen wäre und seine strahlenden grünen Augen, hätte sie ihn vielleicht nicht erkannt. Sie hatte in seine Augen geschaut und erwartet, Traurigkeit und Leere in den smaragdenen Tiefen zu finden, stattdessen hatte sie ein verschmitztes Glitzern gesehen, als er ihr bedeutet hatte, still zu bleiben. Definitiv nicht der Junge, den sie ein paar Monate zuvor verlassen hatten. Dieser Junge war depressiv und launisch gewesen und hatte ausgesehen, als wäre er in der Gesellschaft von Dementoren. Dieser Mann, Harry Potter, war voller Leben. Die Art, wie er sich ihnen angenähert hatte und Ron und Hermine beide total überrascht hatte, war unbezahlbar. Sie hatte ihm gesagt, dass sie glaubte, den ganzen Sommer über nicht so sehr gelacht zu haben, aber in Wirklichkeit war sie sich nicht sicher, ob sie jemals so sehr gelacht hatte. Und mit Brüdern wie Fred und George um sie herum sagte das etwas.

Sie war sich wirklich nicht sicher gewesen, was sie von ihm erwartete. Sie hatten sich natürlich den ganzen Sommer über geschrieben. Aber sie hatten niemals wirklich viel in Person miteinander geredet. Und sie war sich nicht sicher gewesen, wie er wirklich in Person sein würde. In seinen Briefen hatte er sich immer angehört, als würde es ihm gut gehen, aber es ist viel einfacher, in Briefen zu behaupten, das es einem gut gehe, als in Wirklichkeit. Ihre Ängste schienen unbegründet zu sein, da es ihm scheinbar sogar besser ging als sonst.

Als Ron und Hermine endlich verstanden hatten und ihn ordentlich begrüßten, hatte sie gezögert, unsicher, wie sie ihn hatte grüßen sollen. Nach all ihren Briefen hatte sie sich gefühlt, als würde sie einen alten Freund wiedersehen, aber er war nicht wirklich ein alter Freund. Das einzige Mal, wo er sie umarmt hatte, war in der Kammer des Schreckens am Ende ihres ersten Schuljahres gewesen. Sie war sich nicht sicher gewesen, ob sie ihn umarmen oder nur Hi sagen oder seine Hand schütteln sollte oder irgendetwas anderes. Aber er hatte ihr das abgenommen.

Als sie ihre Arme um seinen Nacken geschlungen hatte und tief einatmete, als er sie fest in seinen Armen hielt, hatte sie ein kurzes Dejavu gehabt, als ob sie bereits zuvor in dieser Position gewesen war. Es war ein Gefühl der Vertrautheit. Sie hatte das Gefühl aber abgeschüttelt. Es war albern, wirklich zu denken, dass sie vor kurzem in seinem Armen gelegen war. Sie hatte ihn monatelang nicht gesehen und sie hatte jahrelang keine Umarmung von ihm bekommen gehabt.

Als sie sich endlich in Bewegung gesetzt hatten, hatte er angeboten, ihren Koffer zu tragen. Er hatte ihr Leid getan, als sie seine Hilfe angenommen hatte. Der Koffer war wirklich schwer. Sie hatte ihn wirklich nicht umher schleppen wollen und er war definitiv stärker als sie es war, deshalb hatte es ihr nicht zu sehr Leid getan. Aber er hatte überhaupt nicht mit dem Koffer kämpfen müssen. Und er hatte es sogar geschafft, ihn allein auf die Ablage zu wuchten. Letztes Jahr hatten Fred und George zusammengearbeitet, um diese Tat zu bewerkstelligen. Sie war gelinde gesagt beeindruckt gewesen.

Als sie sich schließlich im Abteil niedergelassen hatten, waren sie schnell in ein Gespräch vertieft gewesen. Sie hatte angefangen, ihr Erlebnis in der Winkelgasse zu erzählen. Als sie begonnen hatte, ihm über ihren Retter zu erzählen, schien etwas in ihrem Kopf Klick zu machen. Plötzlich machte das Gefühl von Dejavu Sinn. Harry war ihr Retter. Sie hatte nicht gewusst wie, aber sie war sich sicher gewesen. Er hatte dieselbe Größe, denselben Körperbau, dasselbe Haar mit der Ausnahme der Farbe. Es war eine andere Augenfarbe, aber die Augen des Panthers waren grün gewesen und nicht nur irgendein grün sondern sein grün. Maras Augen waren Harrys ähnlich, aber als sie an den Panther zurückdachte, wusste sie, dass sie nicht nur denen von Harry ähnlich waren, sie waren exakt gleich wie die von Harry. Das konnte kein Zufall sein. Er hatte wahrscheinlich gerade erst einen Weg gefunden, um seine Haar- und seine Augenfarbe zu verändern. Sie hätte Neville und Luna umbringen können, als diese hereingeplatzt waren und das Gespräch beendeten. Sie war sich sicher gewesen, dass es Harry gewesen war, aber sie hatte es von ihm hören wollen - müssen. Sie würde keine Antworten bekommen, bis sie Harry allein erwischen würde und sie hatte nicht gewusst, wann sie das bewerkstelligen würde.

Sie hatte in den Wochen nach dem Angriff in der Winkelgasse viel über ihren mysteriösen Retter nachgedacht. Sie sagte sich selber, dass das absolut natürlich war. Er war ziemlich gutaussehend und stark, und er hatte ihr Leben gerettet. Als er sie in seinen Armen gehalten hatte, war ein Gefühl der Sicherheit über sie gekommen. Es war nicht nur eine körperliche Sicherheit, sondern mehr das Gefühl der Sicherheit, dass nur geliebte Menschen, in die man absolutes Vertrauen legte, heraufbeschwören konnten. Es gab nur drei Menschen, die sie jemals so hatten fühlen lassen: Ihr Vater, ihr ältester Bruder Bill und Harry.

Sie hatte sich unleugbar zu dem mysteriösen Mann hingezogen gefühlt und hatte zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, was sie davon halten sollte. Ein Teil von ihr war froh gewesen, dass sie wirklich etwas für jemand außer den Dreien gefühlt hatte. Obwohl sie letztes Jahr mit Michael Corner gegangen war hatte sie sich niemals so von ihm angezogen gefühlt wie sie es immer bei Harry gewesen war. Er war der erste Junge gewesen, der an ihr als Frau interessiert gewesen war, aber sie hatte niemals starke Gefühle für ihn gehabt und sogar wenn sie bei ihm war, war Harry nie weit von ihren Gedanken.

Es ließ sie sich Gedanken über ihre wahren Gefühle gegenüber Harry machen. Liebte sie ihn? War es wirklich möglich, es zu wissen, wenn sie ihn kaum kannte? Sie konnte nie wirklich sagen, warum sie solche Gefühle für Harry hegte. Sicher, sie konnte eine Liste seiner besseren Qualitäten aufzählen, aber es erklärte nicht wirklich diese Anziehung, die sie fühlte. Sie hatte ihn, seit sie ihn das erste Mal gesehen hatte, anziehend gefunden: der dürre Elfjährige auf dem Bahnhof King's Cross, der nicht wusste, wie man zum Gleis 9 ¾ kam. Es waren seine Augen gewesen. Wenn sie in seine Augen schaute, verschwand alles andere.

Als sie dieselbe Anziehung aber gegenüber einem Fremden gefühlt hatte, hatte es ihr zu denken gegeben. Es war wie ein frischer Wind für sie. Sie liebte Harry sehr, auf die eine oder andere Weise, aber über die Jahre war sie es leid geworden, sich nach ihm zu sehnen. Doch sie hatte das Gefühl nie ganz abschütteln können, egal wie sehr sie es versuchte. Und sich endlich auf die gleiche Weise zu einem anderen Mann hingezogen zu fühlen hatte ihr Hoffnung gegeben, dass - auch wenn es nie mit Harry klappen würde - sie noch immer glücklich sein könnte.

Dann musste der Junge wieder alles versauen. Natürlich hatte sie sich zu dem Fremden hingezogen gefühlt, weil er überhaupt kein Fremder war. Er war Harry. Sie musste es irgendwie unbewusst gewusst haben. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, wie sie es gewusst hatte, aber es war die einzige Erklärung, die sie sich vorstellen konnte.

Die restliche Zugfahrt war schnell genug vergangen. Sie hatte bemerkt, dass Harry nicht viel über seinen Sommer erzählt hatte, aber sie war deswegen kaum überrascht gewesen angesichts ihrer Vermutungen und dem, was sie über seine Muggelverwandten wusste. Die einzige wahre Aufregung war in der Gestalt von Draco Malfoys Besuch gekommen. Sie war bereit gewesen, sich einzumischen und ihn daran zu erinnern, wie ihr Flederwichtfluch sich anfühlte, als Harry seine Hand gehoben hatte, um sie alle aufzuhalten, ihm zu Hilfe zu kommen. Als Malfoys Fluch nach hinten losgegangen war, war sie sich sicher gewesen, dass er seinen Zauberstab nicht verwendet hatte und ihr Verdacht wurde schnell bestätigt. Sie nahm ihm seine Erklärung über den verschwindenden Zauberstab und dem Halfter nicht für eine Sekunde ab. Er hatte überhaupt keinen Zauberstab benutzt.

Und als wenn Harrys verändertes Aussehen und seine augenscheinlichen zauberstablose Fähigkeiten - nicht zu vergessen die Tatsache, dass er ihr Leben gerettet hatte ... schon wieder - nicht genug wären, war da noch der Schock, als verkündet wurde, dass Harry ein Assistenzprofessor war. Es war komisch, wirklich, dass Harry die Position akzeptiert hatte, wissend, dass es ihn in den Mittelpunkt rücken würde. Er versuchte immer auszuweichen und sich bedeckt zu halten, aber alles was er tat und jeder um ihn herum schien ihn geradewegs wieder zurück ins Zentrum des allgemeinen Interesses zu drängen. Daher war sie später am Abend nicht überrascht gewesen, als er begann, sich zu beschweren, das das nur ein weiterer Aspekt war, mit dem er sich von allen anderen unterschied, ein weiterer Aspekt, der ihn anders sein ließ, um die Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Natürlich hatte sie nicht gezögert, ihn für so ein Jammern zurechtzuweisen. Der Posten hatte Vorteile, wie er sehr genau wusste, sonst hätte er ihn erst gar nicht angenommen.

Ihre Gedanken wanderten zu Ron und Hermine und ihre Beziehung zu Harry. Sie waren natürlich gute Freunde. Aber sie waren fordernd und tendierten dazu, die Dinge nicht von Harrys Standpunkt aus zu betrachten. Sie schienen zu denken, dass Harry ihnen etwas schuldete, das er jedes Detail seines Lebens sofort mit ihnen teilen musste. Und sie schienen zeitweise das Schlechteste aus ihm herauszuholen, und ließen ihn die schlechte Seite der Dinge sehen. Außer ein wenig verlegen zu sein schien er keine Probleme mit seinem neuen Posten gehabt zu haben, bis Ron und Hermine ihn in die Zange genommen hatten. Die beiden hatten im Jahr zuvor bewiesen, dass sie nicht in der Lage waren, mit einem launischen Harry klar zu kommen. Sie wussten einfach nicht, wann sie sich zurückziehen mussten und wann sie ihn konfrontieren sollten. Als er Raum für sich brauchte, setzten sie ihn unter Druck, und wenn er jemanden brauchte, um ihm die Meinung zu sagen, tänzelten sie um ihn herum und taten so, als wäre alles in bester Ordnung. Wenn es darum ging, Informationen aus ihm herauszulocken, drängten sie so sehr sie konnten, aber wenn es darum ging, ihm zu helfen, wichen sie zurück und ließen ihn seine Bürden allein tragen.

Sie würden immer für ihn da sein, wenn er in Schwierigkeiten stecken würde, aber sie schienen nicht willens zu sein, ihre eigenen Bedürfnisse ab und zu mal hinten anzustellen, um ihm bei seinen Bedürfnissen zu helfen. Es war wirklich traurig, angesichts der Tatsache, dass Harrys natürliche Neigung war, die Bedürfnisse aller anderen vor seine eigenen zu stellen. Er würde sein letztes Hemd geben, wenn jemand es brauchen würde, aber niemand schien bereit zu sein, das Gleiche für ihn zu tun. Zugegeben, er würde niemals um Hilfe bitten, aber das bedeutete nicht, dass er sie niemals brauchte. Und sollten seine besten Freunde nicht fähig sein, das zu sehen?

Sie konnte sehen, dass es ohne Zweifel Spannungen zwischen den Dreien gab. Da war, natürlich, die immer präsente Spannung zwischen Ron und Hermine. Aber es war mehr als das. Hermine war offensichtlich aufgebracht gewesen, dass Harry nicht mit ihr über Sirius geredet hatte. Nicht das Ginny ihm Vorwürfe machte, nachdem sie von dem Geburtstagsgeschenk gehört hatte, das sie ihm geschickt hatte. Nur Hermine würde jemandem ein Handbuch schicken, um der Person durch die Trauer zu helfen.

Was Ginny am meisten ärgerte war der Umstand, dass trotz der Tatsache, dass Harry mit allem in Ordnung zu sein schien, Hermine entschlossen zu sein schien, ihn depressiv werden zu lassen, so dass sie ihm heraushelfen konnte. Harry hatte ihr gegenüber freiheraus zugegeben, dass er zutiefst niedergeschlagen gewesen war, aber dass er einen neuen Blickwinkel gegenüber dem Leben entwickelt hatte und ihm das geholfen hatte, alles zu verarbeiten. Er hatte Remus während des Sommers getroffen, was ihm ebenfalls geholfen haben wird. Also warum war Hermine so aufgebracht, dass er nicht mit ihr redete? Sollte sie nicht einfach froh sein, dass es ihrem Freund scheinbar gut ging?

Ginny war sich nicht sicher, was es war, das Hermine in dieser Hinsicht so drängen ließ. Wollte sie diejenige sein, die ihm half? Oder war es einfach ihr Bedürfnis, alles über alles wissen zu müssen, das sie antrieb? Hermine war unleugbar eine brillante Hexe, aber was sie an Intelligenz hatte, fehlte ihr oft in ihren sozialen Fähigkeiten. Es war nicht so, dass sie sozial unfähig war. Hermine war gut darin, Menschen zu lesen und ihre Taten zu deuten, aber sie ließ oft ihre intellektuellen Interessen alles andere übertrumpfen. Sie war in diesem Aspekt wie ein Reporter. Wenn sie eine Story roch hörte sie nicht auf nachzuforschen, bis sie alle Details hatte, egal wer in dem Prozess darunter zu leiden hatte. Ginny beschloss, ein Auge auf sie zu haben. Sie würde Hermine Harry nicht runterziehen lassen, wenn sie etwas dagegen tun konnte.

Dann war da an dem Abend ihr Gespräch gewesen. Alle ihre Verdächtigungen waren bestätigt worden. Harry hatte ihr Leben in der Winkelgasse gerettet. Er war ein Animagus, ein Panther, und er war ziemlich begabt in zauberstabloser Magie. Obwohl sie all das erwartet hatte, war sie tief im Inneren noch immer geschockt. Wie konnte sie es nicht sein? Es passiert nicht jeden Tag, dass man einen Mann trifft, der imstande war, ohne Probleme stablose Zaubersprüche zu zaubern und der innerhalb eines Sommers gelernt hatte, ein Animagus zu werden und zu apparieren.

In seinem Büro hatte sie den Harry gesehen, den sie wirklich kannte, den mit der Last der Welt auf seinen Schultern. Sie fragte sich, wie viel von dem Harry, den er der Welt präsentierte, echt war und wie viel eine Maske. Er schien okay zu sein. Sie war normalerweise ziemlich gut darin, Menschen zu lesen und sie glaubte nicht, dass seine neue glückliche, manchmal unbekümmerte Einstellung gestellt war; es war nur ein weiterer Teil von ihm, zusammen mit der gequälten Seele. Auch ohne die neue Einstellung war er nicht so launisch, wie er es das Jahr davor gewesen war, aber sie konnte eindeutig sehen, dass er vieles auf seinen Schultern lasten hatte. Aber sie konnte auch sehen, wie entschlossen er war, es zu tragen. Es war in seinen Augen. Alles, was sie tun musste, war, in diese smaragdgrünen Augen zu schauen und sie wusste, dass er es mit der ganzen Welt aufnehmen könnte, wenn es sein musste. Und er würde es wahrscheinlich sogar tun.

Sie wusste, dass er ihr kaum etwas erzählt hatte. Das war für jeden klar ersichtlich, vor allem durch den panischen Gesichtsausdruck, als sie gefragt hatte, wie er gelernt hatte, zu apparieren. Sie wusste genau, warum er bei dieser Frage so panisch ausgesehen hatte. Er hatte erwartet, dass sie ihn drängen und nach Antworten verlangen und sie aus ihm herauspressen würde. Sie wusste auch, warum er das erwartet hatte: Ron und Hermine. Nun, vor allem wegen Hermine, wenn sie absolut ehrlich war. Hermine hatte es auf der Feier am Tag zuvor auf den Punkt gebracht: "Ich werde nicht locker lassen, Harry. Ich werde herausfinden, was du vor uns versteckst." Jep, das wäre es.

Sie hoffte, dass er ihr, wenn die Zeit verging, mehr und mehr seiner Geheimnisse anvertrauen würde, aber sie würde ihn nicht dazu zwingen. Das war es nicht, was er im Moment brauchte. Er brauchte einfach Unterstützung. jemanden in seiner Ecke, um ihm wissen zu lassen, dass er gute Arbeit leistete und um ihn zu ermutigen, weiterzumachen. Jemanden, der nichts als Gegenleistung dafür verlangte. Die Meisten bekamen das in ihrer Familie, aber Harry nicht. Er brauchte die stumme Unterstützung von irgendwoher, und da keiner seiner Freunde gewillt zu sein schien, ihn an erster Stelle zu setzen, würde sie diejenige sein, die es machte. Nicht das es ihr wirklich etwas ausmachte.

Harry zufolge wusste sie bereits mehr als jeder andere. Sie fand es schwer zu glauben, dass er all seine Fähigkeiten sogar vor Dumbledore und Remus verstecken würde, aber sie wusste, es war nicht ihr Platz, ihn auszufragen. Sie war sich sicher, dass er seine Gründe für sein Verhalten hatte. Vielleicht würde er ihr es eines Tages sagen, vielleicht auch nicht. Er war wirklich ein komplizierter Kerl, aber das machte ihn nur noch interessanter. Sie konnte sicher sagen, dass er im letzten Jahr und vor allem über den Sommer erwachsener geworden war. Einer Sache war sie sich sicher, als die Müdigkeit sie zu überwältigen drohte: es würde ein interessantes Jahr werden.

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Am nächsten Tag hatten Harry & Co als erstes VgdDK. Sie waren alle erpicht darauf herauszufinden wie ihr neuer Professor war. Da sie in der Vergangenheit einige recht interessante Erfahrungen mit VgdDK-Professoren gemacht hatten, waren sie etwas skeptisch und wussten nicht, was sie von diesem mysteriösen Mann erwarten sollten. Sie waren also ziemlich überrascht, als er vollkommen normal zu sein schien ... fast schon zu normal.

Der Unterricht hatte aus Theorie, gefolgt von der praktischen Anwendung bestanden, sehr ähnlich zu dem Unterricht von Professor McGonagall oder Flitwick. Er schien nicht so streng wie die Hauslehrerin von Gryffindor zu sein, aber er war auch nicht so enthusiastisch wie Flitwick gewesen. Er war nicht sauertöpfisch wie Snape, noch schrullig wie Trelawney. Er hatte keine definierenden Charaktereigenschaften, die Harry in der einen Unterrichtseinheit aufgefallen wären. Seine Freunde stimmten seiner Einschätzung zu, aber sie waren nicht besonders von dieser Normalität beruhigt, stattdessen waren sie skeptisch. Normal konnte schnell bedeuten, dass er irgendein großes Geheimnis hatte, das er verzweifelt versuchte zu verstecken. Das wäre genau ihr Glück.

Ron verabschiedete sich von Harry und Hermine, als diese zu den Kerkern gingen. Ron hatte nicht das notwendige O erreicht, um in Snapes Klasse gelassen zu werden, nicht dass es ihn besonders viel auszumachen schien. Sicher, er hatte darüber nachgedacht, nach Hogwarts Auror zu werden, aber er konnte sich über den mangelnden Unterricht mit Snape nicht beschweren. Harry runzelte äußerlich missbilligend die Stirn angesichts zweier weiterer Jahre Snape, aber er zog Befriedigung aus der Tatsache, dass er es für mehr tat als nur für den Zaubertränke-UTZ. Wenn Snape nur wüsste, dass er mit seinem Hohn und Spott genau in Harrys Hände spielte. Harry wollte darüber lachen, aber er hielt das Gefühl in Zaum. Er musste stoisch und unbeweglich bleiben, wenn das funktionieren sollte.

Als sie sich der Tür zum Klassenzimmer näherten, sahen sie einige Schüler, die bereits warteten. Auf der einen Seite des Flures waren Susan Bones und Hannah Abbott aus Hufflepuff und Terry Boot, Lisa Turpin, und Padma Patil aus Ravenclaw. Auf der anderen Seite standen die Slytherins: Draco Malfoy, die immer anwesenden Leibwächter abwesend, Pansy Parkinson, ekelhaft vor Malfoy herumscharwenzelnd, Theodore Nott, Daphne Greengrass, Blaise Zabini, und Tracey Davis. Es war klar, dass Slytherin die Mehrheit repräsentierte. Snape war der einzige Professor, der die Schüler seines eigenen Hauses offensichtlich bevorzugte.

Als Harry und Hermine zu den Hufflepuffs und Ravenclaws gingen, trat Draco Malfoy einen Schritt von der Wand weg, ein höhnisches Lächeln an seinem angestammten Platz: „Nun, nun", sagte er gedehnt. „es scheint, Ruhm ist alles. Was hast du machen müssen, um Teil der Klasse werden zu können, Potter? Ein paar Autogramme für die richtigen Leute unterschreiben?"

„Ne, nur meine ZAGs problemlos bestanden", erwiderte Harry in einem fröhlichen Tonfall. Er wandte sich wieder seinen Freunden zu, nur um wieder von dem blondhaarigen Slytherin unterbrochen zu werden.

„Nicht sehr weise, Potter, deinen Rücken einem deiner Feinde zuzuwenden", warnte der Junge.

Harry lachte herzhaft und drehte sich zu Draco um. „Feind?" brachte er zwischen seinem Gelächter heraus. „Voldemort ist ein Feind, Malfoy. Du bist nur ein Ärgernis, eine Fliege, die um meinen Kopf schwirrt. Sei nur vorsichtig, dass du nicht zerquetscht wirst." Er drehte sich wieder zu seinen Freunden um, die nun alle lachten.

Harry hatte bereits einen Schutzzauber auf sich gezaubert, aber es erwies sich als unnötig. Snape kam den Flur hinunter und hielt Malfoy damit davon ab, was auch immer er geplant hatte zu tun. Und Harry war sich sicher, dass Malfoy etwas geplant gehabt hatte. Der Zaubertrankmeister sagte kein Wort, als er die Tür zum Klassenzimmer aufriss und hineinrauschte, die schwarzen Roben bauschten sich hinter ihm. Die Klasse folgte ihm widerstrebend. Die Slytherins, verärgert über Harrys Worte und ihre Unfähigkeit, Wiedergutmachung zu bekommen, während der Rest allein über den Gedanken, Unterricht bei Snape zu haben, aufgebracht waren.

„Weißt du, du solltest ihn wirklich nicht so aufbringen", warnte ihn Hermine nur für ihn hörbar, als sie zu den Tischen schlurften. „Er mag nur ein verwöhnter kleiner Bengel sein, aber du weißt nicht, zu was er fähig ist."

„Entspann dich, Hermine", beschwichtigte Harry seine Freundin. „Malfoys Bellen ist viel schlimmer als sein Beißen. Sollte er es irgendwie hinbekommen, mich in einem unachtsamen Moment zu erwischen, hat er noch immer nicht die Fähigkeit, mir dauerhaften Schaden zuzufügen."

Hermine schien über seine Antwort nicht erfreut zu sein, aber Harry wurden durch Snapes eisige Stimme weitere Vorträge erspart. „Die meisten von Ihnen sind hier, weil Sie bewiesen haben, außergewöhnlich fähig in der subtilen Kunst der Zaubertrankherstellung zu sein", begann er. „Andere haben nie solch eine Neigung gezeigt," Sein Blick wanderte zu Harry. „und ich frage mich, wie sie es in diese Klasse geschafft haben." Er machte eine dramatische Pause, als ob er darauf warten würde, dass Harry die Frage, die so offensichtlich an ihn gerichtet war, beantwortete.

Nach einem Moment fuhr er fort: „Nichtsdestotrotz werden diejenigen, die es fertig gebracht haben, ohne eigene Fähigkeiten in diese Klasse zu gelangen, sich bald vor der Tür wiederfinden, da ich Inkompetenz in diesem Klassenzimmer nicht tolerieren werde. Wenn Sie nicht in der Lage sind, den Anforderungen gerecht zu werden, werde ich nicht zögern, Sie aus der Klasse zu entlassen.

Nun, die Anweisungen stehen an der Tafel." Sie erschienen, als er hinter sich mit seinem Zauberstab winkte. „Ich erwarte, dass Sie alle allein und still arbeiten." Er drehte sich um und rauschte durch die Tür, die in sein Büro führte. Die Schüler begannen alle sich zu bewegen und fingen an ihre Kessel aufstellen und die Zaubertränke vorzubereiten. Harry folgte den Anweisungen peinlich genau. Er war kurz nach Hermine mit seinem Zaubertrank fertig. Nachdem er ihn in ein Fläschchen gefüllt hatte, stand er auf und flüsterte Hermine zu: „Säubere meinen Kessel noch nicht."

Sie warf ihm in Erinnerung an letztes Jahr einen entschuldigenden Blick zu, als Snape sein Fläschchen mit dem Zaubertrank zerbrochen hatte, nachdem er es abgegeben hatte. Hermine hatte bereits für ihn seinen Kessel gesäubert und so hatte er nichts übrig gehabt, um es abzugeben. Er hatte an diesem Tag null Punkte bekommen. Der Zaubertrankmeister funkelte Harry wütend an, als dieser das Fläschchen abgab, ließ es dieses Mal aber nicht fallen. Als Harry wieder zu seinem Platz zurückging, klingelte es, um das Ende der Unterrichtsstunde anzuzeigen. Die Schüler fingen alle an, ihre Sachen zusammenzupacken. Harry ließ sich absichtlich Zeit. Er bemerkte, wie Hermine ihn genau beobachtete und auf ihn wartete, so dass sie gehen konnten.

Er flüsterte ihr zu: „Ich muss mit ihm über etwas reden. Ich hol dich dann ein." Sie schaute ihn fragend an, nickte aber zustimmend und verließ den Kerker. Der Rest der Klasse drängte aus dem Klassenzimmer. Snape schaute Harry vernichtend an, als der Rest der Schüler gegangen war.

„Der Unterricht ist vorbei, Potter", höhnte er. „Ich schlage vor, sie rennen zurück zum Gryffindorturm, bevor Ihr Fanclub zu glauben beginnt, Ihnen wäre etwas zugestoßen."

„Um ehrlich zu sein, Professor Snape", antwortete Harry fest. „Habe ich mich gefragt, ob ich mit Ihnen reden könnte." Das Gesicht des Professors wurde undurchdringlich, er antwortete aber nicht. „Ich wollte Ihnen für den Extrazaubertrankunterricht danken, den sie mir letztes Jahr erteilt haben", sagte Harry bedeutungsvoll. „Ich habe mich gefragt, ob Sie in Erwägung ziehen würden, dort weiterzumachen, wo wir aufgehört haben."

„Soweit ich mich erinnere, Potter" spuckte Snape, „haben Sie zu keiner Zeit auch nur eine meiner Unterrichtsstunden ernst genommen und nie auch nur ein wenig Anstrengung in diesem Fach unternommen. Und Ihr mangelnder Fortschritt führte zu dem kleinen Fiasko am Ende des Jahres. Nicht nur das, Sie sind auch in meine Privatsphäre eingedrungen."

„Das tut mir sehr Leid, Sir", erwiderte Harry kühl. „Meine Neugier war zu groß und ich habe meine Entscheidungen nicht durchdacht. Ich verspreche, dass so etwas nicht wieder passiert. Letztes Jahr war ich nicht bereit, den Extraunterricht so ernst zu nehmen, wie ich hätte sollen, weil niemand es für angemessen hielt, mir zu erklären, warum er notwendig war. Ich habe meine Lektion auf die harte Tour lernen müssen und ich möchte sichergehen, dass sich so etwas nicht wiederholt."

Snape funkelte ihn eine ganze Minute lang an, bevor er wieder sprach, sein Tonfall spürbar frostig: „Das letzte, was ich in meinen Leben brauche, ist zusätzliche Zeit mit Ihnen, Potter. Warum bitten Sie nicht den Schulleiter um Unterricht. Ich bin mir sicher, er wäre mehr als glücklich, auf jede Ihrer Launen einzugehen."

„Professor Dumbledore scheint mich wie ein Kind behandeln zu wollen, mich wegsperren, wo ich sicher und beschützt bin. Er würde mich nicht so antreiben wie Sie es machen würden. Sie werden nichts zurückhalten. Das ist es, was ich brauche, um gegen Vol... Sie-Wissen-Schon-Wen kämpfen zu können."

Überraschung flackerte über die normalerweise emotionslose Maske des Zaubertrankprofessors. Er erholte sich schnell genug und seine Augen verengten sich zu Schlitzen: „Donnerstagabends, sechs Uhr, beginnend nächste Woche. Wenn Sie sich verspäten, wenn Sie sich nicht anstrengen, wenn Sie auch nur falsch atmen, wird der Unterricht beendet. Und wenn ich Sie jemals wieder durch meine persönlichen Dinge stöbern sehe", er hielt inne und schnaubte. Harry stellte sich kurz vor, dass, wenn er ein Drache wäre, eine Stichflamme mit der Luft entkommen wäre. „Werde ich dafür sorgen, dass Sie sich wünschen nie geboren zu sein."

Harry hielt ein Lächeln zurück in dem Wissen, das es den Mann nur erzürnen würde und Harry wollte sein Glück nicht aufs Spiel setzen. „Danke Sir", sagte er neutral. Er wandte sich um und ging aus der Tür. Er lächelte zu sich selbst, als er die Treppen zum Erdgeschoss des Schlosses hinaufging. Er hatte ungefähr eine Stunde, bevor das Mittagessen beginnen würde und er beschloss deshalb, sich in sein Büro zurückzuziehen, um ein wenig zu lesen. Als es Zeit fürs Mittagessen war, hatte Harry das Buch über Schutzzauber beendet, das er über die letzten Tage so aufmerksam gelesen hatte. Er hatte mit einem Buch über grundlegende Heilzauber begonnen, um die verbleibende Zeit bis zum Mittagessen rumzukriegen. Er war aber entschlossen, in die Bibliothek zu gehen, um zu sehen, welche Bücher es dort über Schutzzauber gab. Er war ehrlich daran interessiert, soviel wie er konnte über dieses Thema zu lernen.

Er hatte nicht die Zeit, lange in dem Buch über Heilzauber zu lesen, aber er hatte sichergestellt, dass er auch Bücher über dieses Thema hatte. Mit seinem Glück war es nur eine Frage der Zeit, bevor er wieder in Schwierigkeiten geriet. Etwas Wissen über Heilzauber zu haben könnte dann lebenswichtig sein. Sobald er sein derzeitiges Buch beendet hatte, würde das noch etwas sein, das er in der Bücherei nachschauen würde.

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Beim Mittagessen drehten sich die Gespräche größtenteils um die DA. Aushänge waren in den Gemeinschaftsräumen der Häuser aufgetaucht, und so war natürlich jeder neugierig, von was das Informationstreffen am Freitag handeln würde - und niemand war es mehr als Harrys beste Freunde. Aber Harry beantwortete ihre Fragen genauso wie die der anderen: „Wartet einfach bis Freitag", und fügte hinzu: „Ihr wollt die Überraschung doch nicht verderben oder?"

Hermine hatte damit angefangen, ihn über den magischen Vertrag, den er für den Klub aufgesetzt hatte, auszufragen. Da er sie im Sommer deswegen gefragt hatte, war sie natürlich neugierig, was er gemacht hatte und warum er ihre Hilfe nicht weiter in Anspruch genommen hatte. Harry sagte ihr nur: „Ich habe ihn bereits geschrieben und ihn Dumbledore gezeigt. Er schien der Meinung zu sein, dass er in Ordnung sei." Sie war über seine mangelnde Auskunftsfreude nicht begeistert, aber konnte nicht mehr tun als verstimmt zu schnaufen.

Nach dem Mittagessen gingen Ron und Hermine für Kräuterkunde durch die Eingangshalle hinaus auf die Ländereien zu den Gewächshäusern. Harry ging ins siebte Stockwerk zum Raum der Wünsche. Er würde die Abwesenheit seiner Freunde nutzen, indem er trainieren würde, ohne Argwohn zu wecken. Eines der aufwendigeren Dinge in diesem Jahr würde sein, sein ganzes Extratraining vor seinen Freunden geheim zu halten. Es war sicher, dass sie neugierig werden würden, wenn er andauernd stundenlang verschwinden würde.

Aber wenn sie im Unterricht waren, würden sie nicht in der Lage sein, seine Taten zu verfolgen. Er hatte zwei Stunden Zeit, bis der Zauberkunstunterricht beginnen würde. Er teilte sein Training für den Tag in zwei Abschnitte auf. Der erste Abschnitt verlief ziemlich ähnlich wie der gestrige. Er aktivierte zwei Dummies auf dem Level eines Hogwartsabsolventen, die nur Betäubungszaubersprüche zauberten. Er verbrachte fünfundvierzig Minuten damit nur Zaubersprüchen auszuweichen - ohne die Hilfe von Magie. Er freute sich, dass er definitiv weniger oft getroffen worden war als am Tag zuvor.

Er hielt die Dummies dann an und programmierte sie neu. Er programmierte sie auf das Level von Auroren im Training, mit vielen Zaubersprüchen in ihrem Arsenal. Er wollte nicht betäubt werden und bewusstlos zurückgelassen werden, daher vermied er es, sie Zaubersprüche verwenden zu lassen, die ihn hilflos zurücklassen würden, aber das ließ ihnen genug Zaubersprüche übrig. Harry würde diesmal nicht nur ausweichen. Jetzt war es an der Zeit, zu kämpfen.

Er duellierte sich dreißig Minuten lang mit den beiden Dummies, die merklich besser als die beiden Hogwartsabsolventen waren, die Harry gewöhnt war, aber kein Problem für Harry, der nun Magie benutzen konnte. Mit seiner Fähigkeit, zwei Zaubersprüche zur gleichen Zeit zu zaubern war er nach der ersten halben Stunde noch nicht einmal getroffen worden und er hatte wiederholt seine beiden Gegner von den Beinen geholt. Er beschloss, den Rest seiner Zeit ohne Schutzzauber zu verbringen, die ihm bei seiner Verteidigung halfen. Todesser benutzten schließlich oft Zaubersprüche, die nicht durch die üblichen Schutzzauber geblockt werden konnten.

Selbst mit den fehlenden Schutzzaubern wurde Harry nur wenige Male in der letzten halben Stunde seines Trainings getroffen. Seine Beine wurden in einem Beinklammerfluch gefangen, aber er hatte den Fluch schnell aufgehoben, bevor einer der beiden Dummies seinen geschwächten Zustand ausnutzen konnte. Das war das einzige Mal, dass er auch nur entfernt nahe dran war, überwältigt zu werden. Er war auch mit einem Brandzauber und ein paar anderen simplen Zaubersprüchen getroffen worden, aber das war nicht genug, als dass es ihn vom Kampf ablenkte.

Als er fertig war, schwitzte er ziemlich und er hatte nur fünfzehn Minuten Zeit, um sich zu richten und zum Zauberkunstklassenzimmer zu gelangen. Der Duschraum erschien, als er an sein Bedürfnis daran dachte. Er wusch sich schnell und machte sich für den Unterricht fertig. Er erreichte die Klasse gerade noch rechtzeitig.

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Der Rest der Woche verging schnell genug. Sie war mit Unterricht, Training, Lesen und das gelegentliche Spiel Schach oder Zauberschnippschnapp mit seinen Freunden gefüllt. Er flog sogar einige Male einfach so zum Spaß mit seinem Feuerblitz herum. Es war lange her, seit er mit seinem Besen in der Luft gewesen war. Es war ein belebendes Gefühl. Ron hatte das Quidditchfeld für Samstagmorgen für die Auswahl gebucht. Harry freute sich auf die startende Saison. Es war zuviel Zeit vergangen, seit er gespielt hatte.

Es war schneller als gedacht Freitag und Harry begann nervös zu werden. Trotz der verschiedenen Barrieren, die er in seinen Gedanken platziert hatte, um nicht nur seine Erinnerungen zu verstecken, sondern auch seine Emotionen besser zu kontrollieren, fühlte er noch immer die Schmetterlinge in seinem Bauch rumoren. An diesem Abend begann er etwas großes, und er wusste nicht, ob er dafür bereit war. Er hatte keinen Zweifel daran, dass er vieles unterrichten konnte. Es war mehr der Gedanke an das Anleiten und das Reden vor allen, eine Autoritätsfigur zu sein, dass Harry nervös machte.

Er war niemals gerne im Mittelpunkt gestanden. Es war ihm bei seiner Wiedereinführung in die Zaubererwelt aufgezwungen worden für etwas, an das er sich nicht erinnern konnte, das er es getan hatte und bei dem er nur wenig getan hatte. Voldemort hatte versucht, ihn zu töten, und der Fluch war aufgrund der Liebe seiner Mutter zu ihm auf Voldemort, zurückgeprallt. Wie das seinen Ruhm rechtfertigte, wusste Harry nicht, aber man konnte mit den Leuten nicht argumentieren. Sie waren auf ihre Sichtweise festgelegt.

Dieses Mal stellte sich Harry aus eigenem Antrieb in den Mittelpunkt. Er setzte sich von seinen Mitschülern ab. Es war für einen würdigen Grund und nicht nur für die Aufregung, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Harry würde das niemals nur für die Aufmerksamkeit tun. Er zog es vor, dass man ihm keine Aufmerksamkeit schenkte, aber dies war zu wichtig, als dass das Einfluss haben konnte. Dies war etwas, das er im Krieg gegen Voldemort machen konnte, etwas, dass Leben retten könnte.

Er hatte keine Wahnvorstellungen davon, eine Armee aufzubauen, um den Dunklen Lord niederzustrecken, aber er konnte diesen Kids kämpfen beibringen. Wenn das bedeutete, dass auch nur einer von ihnen ein Zusammentreffen mit einem Todesser überlebte, würden die ganzen Anstrengungen sich lohnen. Aber er wusste, dass viele seiner Schulkameraden nicht damit zufrieden sein würden, beim Krieg nur am Seitenrand zu sitzen. Sie würden ausreichend für den Kampf vorbereitet werden müssen, wenn sie helfen wollten und niemand schien daran interessiert zu sein, dies zu tun. Also tat er es. Und wenn Voldemort jemals die Dreistigkeit besitzen würde, Hogwarts direkt anzugreifen würde er einer Armee mit Harry an der Spitze gegenüberstehen.

Das war der Grund, warum Harry die DA zur HA umgetauft hatte. Sie waren nicht Dumbledores Armee. Sie kämpften nicht für Dumbledore, wie es der Orden des Phönix tat. Die Erwachsenen sahen sie als Kinder an, unfähig im Krieg zu helfen. Er sah sie als Menschen an, die keine Chance bekamen. Er würde eine Armee innerhalb Hogwarts Mauern aufbauen. Was wäre passender als sich Hogwarts Armee zu nennen? Vielleicht würden diejenigen, die vorhatten, aktivere Rollen im Krieg einzunehmen, nachdem sie Hogwarts abgeschlossen hatten, besser vorbereitet und daher produktiver sein und eher überleben.

Harry verbrachte den größten Teil des Tages mit stillem Nachdenken. Er hatte an diesem Tag nur ein einziges Fach, zwei Stunden VgdDK nach dem Mittagessen. Vor dem Mittagessen trainierte er. Nach dem Unterricht zog sich Harry in sein Büro zurück, wo er blieb und über alles nachdachte, bis es Zeit fürs Abendessen war. Ginny war diejenige, die Harry daran erinnerte, dass er essen sollte. Sie erschien kurz nach fünf Uhr in seinem Büro, um ihn hinunter zur Großen Halle zu schleppen.

„Los jetzt. Beweg deinen Hintern, Potter", forderte sie, als sie in das Zimmer stürmte. Harry sprang aus dem Sessel hoch und hatte sie betäubt, bevor er überhaupt realisierte, was los war. Blitzschnell eilte er nach vorne und fing sie auf, als sie nach hinten fiel. Er schickte einen Stoß Magie durch seine Hände in ihren Körper und weckte sie damit auf. Sie öffnete langsam ihre Augen und war überrascht, sich in Harrys Armen wiederzufinden.

„Was ist passiert?" fragte sie angeschlagen.

„Du hast mich erschreckt", erklärte er halb verteidigend, halb entschuldigend. „Ich schätze, ich war ein wenig schreckhaft und habe dich betäubt, bevor ich überhaupt wusste, was passiert." Er errötete leicht und lächelte verlegen.

„Okay", sagte sie einen Moment später. „Kein Anschleichen an Harry, außer man will von den Beinen geworfen werden. Das muss ich mir aufschreiben." Er runzelte leicht seine Stirn, als er zu ihr hinunterschaute und sie wechselte daher schnell ihre Taktik: „Es ist okay, Harry. Ich hätte nicht so hereinstürmen und schreien sollen. Ich schätze, ich habe es herausgefordert."

„Es tut mir leid, dass ich dich betäubt habe", sagte er schließlich.

„Mach dir keine Gedanken." Sie hielt kurz inne und schaute ihn bedeutsam an: „Lässt du mich demnächst wieder aufrecht stehen? Oder hattest du geplant mich von den Beinen zu holen?" Sie schenkte ihm ein blendendes Lächeln.

Er erwiderte das Grinsen. „Nun, das Angebot ist verlockend. Oh, warum nicht?" Und sie war in seinen Armen, bevor sie wusste, was mit ihr geschah.

Er erreichte den Flur, bevor sie überhaupt registrierte, was passierte und daran dachte, zu reagieren. „Harry", lachte sie. „Lass mich runter", befahl sie und schlug ihm auf seinen Arm.

„Vorsichtig, Gin", warnte er sie. „Wenn du mich weiterhin so angreifst, könnte es passieren, dass ich dich fallen lasse."

„Wage es nicht, Potter", drohte sie. §Jetzt lass mich sofort runter."

„Wie du wünscht." sagte er, als er sie wieder herunterließ.

„So ist es besser.", sagte sie und sie begannen zur Großen Halle zu laufen.

Sie gingen zusammen in harmonischer Stille, bis er sich zu ihr wandte und sagte: „Danke, dass du mich abgeholt hast, Gin. Ich war in meiner eigenen kleinen Welt und hatte die vergehende Zeit gar nicht bemerkt."

„Gern geschehen, Harry."

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Das Abendessen verging zu langsam und gleichzeitig zu schnell für Harry. Es schien sich auszudehnen, während er immer nervöser wurde, aber es war vorbei, bevor er wusste, wie ihm geschah. Seine Freunde, angeführt von Ginnys Anstrengungen, hatten versucht, ihn in ein Gespräch zu verwickeln, um ihn abzulenken, aber er konnte sich auf nicht viel mehr als auf das Treffen gleich nach dem Abendessen konzentrieren. Er war dankbar für die Anstrengungen seiner Freunde, aber es funktionierte einfach nicht.

Nachdem das Abendessen beendet war, stand Dumbledore vom Lehrertisch auf, um etwas zu sagen: „Ich glaube, ihr wisst alle über das Informationstreffen Bescheid, das nach dem Abendessen abgehalten wird. Ich bitte all diejenigen des vierten Schuljahres oder darüber, die daran interessiert sind, Mr. Potters Klub beizutreten, in der Großen Halle zu bleiben. Diejenigen, die im dritten Schuljahr oder darunter oder nicht daran interessiert sind beizutreten, dürfen nun in ihre Gemeinschaftsräume zurückkehren."

Es kam Bewegung in die Halle, als die jüngeren Schüler und einige der älteren die Halle verließen. Harry sah, dass der Großteil der teilnahmeberechtigten Schüler geblieben war. Die Schmetterlinge in seinem Bauch spielten angesichts der großen Menschenansammlung in der Halle verrückt. Sein Adamsapfel bewegte sich, als er hörbar schluckte. Dumbledore sprach wieder: „Nun, Harry, du bist dran."

Er stand von seinem Platz am Gryffindortisch auf und ging durch die Halle zum Lehrertisch, wobei alle Augen auf ihn gerichtet waren. Seine Freunde lächelten ihn aufmunternd an, als er den Komfort des vertrauten Tisches verließ. Er lief zum Lehrertisch und sagte: „Danke, Schulleiter." Er nahm sich einen Moment, um seine Nerven unter Kontrolle zu bekommen, bevor er sich umwandte, um der Schülerschaft entgegenzutreten und richtete ein gemurmeltes „Sonorus" auf seine Kehle. „Willkommen", sagte er und seine Stimme hallte durch die Halle. „Ihr seid alle hier, weil ihr daran interessiert seid, dem Klub beizutreten, der früher als die DA bekannt war. Es gibt einige Dinge, die ihr wissen solltet, bevor ihr die Entscheidung fällt, beizutreten.

Dies ist kein gewöhnlicher Klub für Schüler. Wenn meine Stellung als Assistenzprofessor noch nicht genug gewesen ist, um es euch klar zumachen, erlaubt es mir, dies nun zu tun. Der Klub wird als Unterricht abgehalten werden, so wie jeder andere Unterricht hier in Hogwarts. Ich werde der Professor dieses Unterrichtes sein, was bedeutet, dass ich eine Autoritätsperson sein werde. Wenn ihr beitretet, werdet ihr meinen Anweisungen folgen oder ihr werdet rausgeschmissen. Das ist nicht irgendein spaßiger Klub, um sich zu entspannen und Spaß mit seinen Freunden zu haben. Es ist ernst, und es wird so gehandelt. Wir sind im Krieg. Dieser Unterricht ist dafür da, euch darauf vorzubereiten. Es ist unausweichlich, dass einige von euch sich in Situationen wiederfinden, wo euer Leben in Gefahr sein wird. Dieser Unterricht wird euch auf diese Situationen vorbereiten und euch hoffentlich die Mittel, die ihr benötigt, in die Hand geben, um das Zusammentreffen zu überleben.

Wenn ihr keinen Wunsch hegt, zu lernen, wie man kämpft, ist dies kein Klub für euch. Wenn ihr es nicht ernst nehmen werdet, spart euch die Mühe und tretet nicht bei. Ich kann euch versprechen, dass ich im Unterricht niemanden bevorzugen werde. Ich werde keine Neigung zu irgendeinem Haus zeigen. Ihr werdet alle gleich behandelt werden. Nicht einmal meine besten Freunde sollten erwarten, anders als ihr anderen behandelt zu werden. Während der Unterricht stattfindet, bin ich der Professor, nicht euer Freund. Ich habe die Möglichkeit, Hauspunkte zu verleihen und sie wegzunehmen und Nachsitzen zu verordnen. Ich werde nicht zögern, diese Möglichkeiten zu nutzen, sollte es notwendig sein.

Nun, diejenigen, die noch daran interessiert sind, beizutreten, müssen einen magischen Vertrag unterschreiben, bevor es euch erlaubt ist, meinen Unterricht zu besuchen." Harry holte den Vertrag aus seiner Robe hervor und hielt ihn vor der Schülerschaft hoch. „Der Vertrag hat nur wenige Klauseln, aber sie sollten ernstgenommen werden. Wie ich bereits gesagt habe, nehme ich das nicht auf die leichte Schulter und ihr solltet das auch nicht. Wenn jemand irgendwelche Vorbehalte über irgendeine der Bedingungen, die euch mit diesen Vertrag auferlegt werden, hat, dann unterschreibt ihn nicht.

Nun, der Vertrag besagt, dass ihr mit eurer Unterschrift bestätigt, dass ihr nicht die geringste Zugehörigkeit zu Voldemort", die Schülerschaft atmete kollektiv und hörbar ein, als der Name erwähnt wurde, aber Harry machte weiter, als sei nichts passiert, „oder seinen Todessern habt und dass ihr niemals in die Dienste von einem der beiden treten werdet. Jeder, der derzeit Verbindungen hat oder plant, eines Tages zu ihnen zu gehören, wird nicht in der Lage sein, den Vertrag zu unterschreiben. Ich lege jedem Betroffenen dringend nahe, es nicht zu versuchen. Jeder, der den Vertrag unterschreibt und später beschließt, Voldemort oder seinen Todessern beizutreten, wird eine böse Überraschung erleben. Das ist alles, was ich darüber sagen werde.

Ihr werdet außerdem bestätigen, dass ihr mit niemandem, der nicht Mitglied ist, darüber reden werdet, was in meinem Unterricht passiert. Das schließt Familienmitglieder mit ein. Ihr werdet in der Lage sein, ihnen zu sagen, dass ihr einen Klub beigetreten seid, der von mir geführt wird, nicht mehr. Wenn ihr versucht, mehr zu sagen, werdet ihr feststellen, dass ihr es nicht könnt. Sollte jemand es fertig bringen, diese Bindung zu brechen, gibt es weitere Verzauberungen, um euch für jeden Vertragsbruch angemessen zu bestrafen. Umso mehr ihr verratet, umso schlimmer wird die Bestrafung sein. Ich würde euch nahe legen, die Grenzen des Vertrages nicht auszuprobieren.

Jeder, der noch daran interessiert ist, beizutreten, bleibt bitte hier in der Halle. Alle diejenigen, die kein Interesse daran haben, beizutreten: Bitte verlasst nun die Halle." Harry wartete, während einige Schüler gingen. Es waren viele Slytherins, die geblieben waren, um zu sehen, was bei dem Treffen gesagt wird und grummelnd gingen. Mehrere Hufflepuffs und Ravenclaws und auch einige Gryffindors gingen ebenfalls. Harry bemerkte, dass Malfoy noch immer anwesend war und grinste amüsiert.

„Nun gut. Bitte kommt alle nach vorne, um den Vertrag zu unterschreiben." Harry wartete, als sich niemand bewegte. Sie starrten ihn alle an, als hätte er nicht mehr alle Tassen im Schrank. „Es wird heute nicht mehr gesagt werden, solange der Vertrag nicht von allen unterschrieben wurde." Er zeigte den Vertrag noch einmal. Er legte ihn hinter sich auf den Lehrertisch und wandte sich dann wieder erwartungsvoll an die Schüler.

Ginny zuckte Ron und Hermine gegenüber mit ihren Schultern und stand von ihrem Platz auf. Sie schritt selbstsicher nach vorne und lächelte Harry an, als sie sich näherte. Sie nahm den Federkiel zur Hand und schrieb ihren Namen auf das Blatt Pergament. Es leuchtete einen Moment lang in einem sanften blau auf, bevor es wieder seinen ursprünglichen Zustand annahm. „Nette Rede, Harry", murmelte sie und kehrte dann wieder zu ihrem Platz zurück. Ron und Hermine standen auf und wiederholten ihre Tat, gefolgt von einigen anderen Gryffindors. Das Pergament leuchtete bei jeder Person blau auf.

Ravenclaws und Hufflepuffs standen nun ebenfalls auf und gingen vor, um zu unterschreiben. Harry bemerkte ziemlich stolz, dass die Mitglieder der DA diejenigen waren, die die Initiative ergriffen und den Vertrag zuerst unterzeichneten. Sie vertrauten Harry anscheinend. Harry grüßte jede Person, als sie vorkamen, um zu unterschreiben. Cho Chang war unter den Ravenclaws und sie lächelte Harry an, als sie den Federkiel hochhob, um zu unterzeichnen. Harry bemerkte, dass ihre Freundin Marietta nicht da war. Schon bald kam der Rest des Gryffindortisches, um zu unterschreiben. Die Ravenclaws und Hufflepuffs folgten dem Beispiel. Nachdem sich alle wieder gesetzt hatten, schaute Harry bedeutsam zum Slytherintisch. Sie schauten ihn alle durchdringend an. Viele waren unsicher, was sie machen sollten.

„Wenn ihr keine Absicht habt, den Vertrag zu unterschreiben, muss ich euch bitten, die Halle nun zu verlassen." informierte Harry sie. Malfoy stand vom Tisch auf und warf ihm vernichtende Blicke zu. Der blondhaarige Slytherin stolzierte durch die Halle und stand dann vor Harry. Harry schaute lediglich unberührt, als Malfoy vor ihm stehen blieb. Er ging schließlich zum Pergament und nahm den Federkiel zur Hand. Er brachte den Federkiel für einen Moment näher an seinen Körper und versteckte ihn damit vor Blicken und unterschrieb dann. Einen Moment lang war es still und nichts passierte. Dann leuchtete das Pergament grellrot auf und Malfoy wurde in einem Lichtstoß mehrere Meter nach hinten geworfen.

Malfoy stand unsicher auf und kreischte: „Was zum Teufel glaubst du, was du da tust, Potter?"

„Habe ich vergessen, zu erwähnen, dass das Pergament verzaubert ist, um sicher gegenüber verzauberten Federkielen zu sein? Trotz deines recht armseligen Versuches, die Federkiele auszutauschen, ohne dass es jemand bemerken würde, war dein Plan schlecht überdacht und ausgeführt. Hast du wirklich geglaubt, ich wäre so dumm, auf so etwas nicht vorbereitet zu sein? Nun, warum gehst du nicht zurück in deinen Kerker und lässt uns mit unserem Treffen fortfahren?" Er sagte dies alles mit einem unbewegten Gesicht.

Malfoy schnaufte verärgert und wandte sich um. Die Große Halle brach sofort in Gelächter aus. „Worüber lacht ihr?" fragte der arrogante Slytherin. 2Was ist so lustig?"

Die Halle lachte nur noch lauter, als Draco sie anschrie und mit seinem Fuß auf eine Weise aufstampfte, von der er dachte, dass es autoritär wäre, aber in Wirklichkeit mehr wie ein Wutanfall von einem Fünfjährigen aussah. Malfoy schnaubte und lief so schnell er konnte aus der Halle, ohne dabei anzufangen zu rennen.

Harry wandte seine Aufmerksamkeit zurück zum Slytherintisch und sprach die dort sitzenden an. „Jeder von euch, der es ernst meint, wird kein Problem mit dem Vertrag haben. Das verspreche ich. Jedem von euch, der versucht, einen Weg darum herum zu finden, rate ich, es nicht zu versuchen und jetzt einfach mit eurer intakten Würde zu gehen."

Harry wartete wieder, dass der Tisch irgendeine Reaktion zeigte. Einige der Slytherins gingen nach einer Minute Überlegen. Nur acht blieben am Tisch sitzen. Sie wechselten alle Blicke miteinander. Schließlich, nach ein paar Minuten, stand Blaise Zabini von seinem Platz auf und schritt zu Harry. Er blieb vor ihm stehen und fragte bestimmt: „Hast du es so gemeint, was du gesagt hast, dass du alle Häuser gleich behandeln würdest? Keine Vorzugsbehandlung?"

„Jedes Wort davon", erwiderte Harry ernsthaft und schaute Blaise in die Augen.

Einen Augenblick später nickte der braunhaarige Junge und ging zum Vertrag. Er nahm den Federkiel in die Hand und unterschrieb. Nach einem Moment leuchtete das Pergament sanft blau auf. Blaise beobachtete es einen Moment länger, um seine Akzeptanz sicherzustellen, nickte Harry einmal zu und schritt dann zurück zum Slytherintisch. Von der Initiative und daraus resultierenden Akzeptanz ihres Hauskameradens ermutigt; standen die anderen Slytherins von ihren Plätzen auf und kamen nach vorne. Unter ihnen erkannte Harry Daphne Greengrass aus seinem Jahrgang. Alle acht verbliebenen Slytherins unterzeichneten den Vertrag.

Nachdem sie alle zu ihren Plätzen zurückgekehrt waren, sprach Harry alle an: „Hat jeder hier den Vertrag unterschrieben?" Niemand sagte etwas. Harry wandte sich um und nahm das Blatt Pergament zur Hand. Er hielt es vor sich und fragte es ruhig: „Zeige mir Nichtmitglieder". Die Hogwartslehrer, die in der Halle geblieben waren, leuchteten alle rot auf. Harry inspizierte die Schülerschaft und sah, dass keiner seiner Klassenkameraden von rotem Licht umgeben war. „Finite" flüsterte er und packte den Vertrag in seine Robe.

„Exzellent. Ich danke euch für eure Kooperation. Nun, bevor ich fortfahre", Harry zog seinen Zauberstab hervor und mit ein paar Bewegungen schlugen alle Türen zu und die stärksten Privatsphärenschutzzauber, die er kannte, wurden auf den großen Raum gelegt. Schüler und Lehrer schauten Harry gleichermaßen fragend an, als Harry fortfuhr: „So, das ist besser. Zu Beginn werde ich euch in zwei Gruppen aufteilen. Diejenigen, die ich letztes Jahr unterrichtet habe, die ehemaligen DA-Mitglieder, werden in der Fortgeschrittenenklasse sein. Alle anderen Mitglieder werden in der Anfängerklasse anfangen."

Von einigen der älteren Schüler war ein Stöhnen zu hören und Harry hob eine Hand, um Beschwerden zuvorzukommen. „Jeder in der unteren Klasse, von dem ich denke, dass er bereit ist, wird sofort zur Fortgeschrittenenklasse versetzt. Aber das wird nicht passieren, bis ich sage, dass ihr bereit seid. Also versucht gar nicht, mich zuvor zu fragen. Jede Klasse wird zweimal die Woche Unterricht haben. Die Anfängerklasse wird sich Dienstagabends um 19:00 Uhr für einen einfachen Unterricht treffen, die Fortgeschrittene Mittwochabends um 19:00 Uhr. Sonntags werden die Anfänger sich um 10:00 Uhr für eine Doppelstunde treffen, die Fortgeschrittenen um 13:00 Uhr.

Der Unterricht wird nächsten Dienstag beginnen", informierte Harry die Gruppe. „Wenn ihr nicht anwesend sein könnt, erwarte ich im Voraus darüber in Kenntnis gesetzt zu werden. Jeder, der es vorzieht, ohne guten Grund zu fehlen, wird dauerhaft ausgeschlossen werden. Wie ich sagte: Dies ist Unterricht, nicht irgendein alberner Klub und wird deshalb ernst genommen. Von jedem, der am Unterricht nicht teilnimmt, wird erwartet, dass er den Stoff vor der nächsten Stunde nachholt, um den Rest der Gruppe nicht aufzuhalten. Für diejenigen, die in der Anfängerklasse sind und der Meinung sind, dass sie zur Fortgeschrittenenklasse gehören: eure Chance, euch zu beweisen, wird nächsten Dienstag sein. Versucht erst gar nicht, mich davor davon zu überzeugen.

Der Unterricht wird im Raum der Wünsche abgehalten. Er ist im siebten Stockwerk gegenüber dem Porträt von Barnabas dem Bekloppten. Die Tür wird nur erscheinen, wenn der Unterricht beginnt. Versucht also gar nicht, den Raum für etwas anderes zu verwenden. Kommt nicht zu spät zum Unterricht. Ihr werdet dafür wie in jedem anderen Unterricht bestraft werden. Ich würde es vorziehen, kein Nachsitzen verteilen oder Hauspunkte wegnehmen zu müssen, aber ich werde es tun, wenn es notwendig sein sollte. Ich werde außerdem kreativere Wege haben, um eure Kooperation zu gewährleisten." schloss er mit einem Grinsen.

„Nun, ich sollte euch außerdem informieren, dass wir nicht länger als DA bekannt sein werden, was für Dumbledores Armee stand. Der Name war als Witz entstanden, da dies das war, wovor das Ministerium letztes Jahr am meisten Angst hatte und dies der Grund war, warum Umbridge hierher gesandt wurde : um es zu verhindern. Ich war der Meinung, dass ein neuer Name notwendig sei. Daher werdet ihr von nun an die Hogwarts Armee sein, kurz HA. Das ist alles, was ich zu sagen habe. Hat jemand Fragen?"

Hermines Hand schoss in die Luft. „Ja, Hermine?"

„Was werden wir in deinem Unterricht lernen?" fragte sie ihn.

„Eine sehr gute Frage", meinte er. „Die Anfängerklasse wird mit den Grundlagen anfangen. Expelliarmus, Protego, Impedimenta, Stupor und so weiter. Die grundlegenden Zaubersprüche, die in einem Duell verwendet werden. Die Fortgeschrittenenklasse wird dort weitermachen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben: Mit dem Patronuszauber. Wir werden fortgeschrittene Duelliertaktiken sowie stärkere Schilde, Schockzauber und andere Zaubersprüche durchnehmen, die verwendet werden, um euren Gegner auszuschalten. Ich sollte euch warnen: Der Unterricht wird nicht einfach sein. Er wird fast ausschließlich praktisch orientiert sein, und ihr werdet regelmäßig zeigen, was ihr gelernt habt."

Er schaute sich im Raum um: „Weitere Fragen?"

Blaise Zabini meldete sich vom Slytherintisch zu Wort: „Was passiert, wenn wir aussteigen wollen?"

„Ihr könnt jederzeit gehen, aber ihr werdet weiterhin vom Vertrag gebunden sein", informierte Harry ihn und den gesamten Raum. „Mein Ziel mit dem Vertrag war es, zu verhindern, dass bekannt wird, was wir machen, und ich wollte auch niemanden unterrichten, der ein Feind werden würde. Das letzte, was ich möchte, ist, den Feinden noch mehr Mittel in die Hand zu geben. Nachdem Voldemort besiegt ist, wird der Vertrag ungültig gemacht und ihr werdet alle frei über alles reden können. Noch etwas?"

Zacharias vom Hufflepufftisch meldete sich: „Ist es wahr, dass du und einige der anderen von der letztjährigen DA letzten Juni in einem Kampf gegen Todesser im Ministerium verwickelt wart?"

„Ähh", stotterte Harry. Er schaute zum Gryffindortisch hinüber und jeden seiner Freunde, die in der Nacht dort gewesen waren, an. Hermine und Ron schauten ihn beide voller Mitgefühl an. Ginny lächelte ihn aufmunternd an. Neville warf ihm ein kleines schüchternes Lächeln zu. Luna am Ravenclawtisch hatte nur einen träumerischen Gesichtsausdruck und Harry war sich nicht sicher, ob sie überhaupt zuhörte. Er holte tief Luft und fuhr fort. „Ich bin aufgrund von Informationen ins Ministerium gegangen, die besagten, dass mein Pate dort von Voldemort gefoltert wurde. Einige meiner Freunde bestanden darauf, mitzukommen. Wir sind in eine Falle gelockt worden und ja, wir haben gegen mehrere Todesser gekämpft. Nachdem wir sie einige Zeit abwehren konnten, wurden wir schließlich gerettet", erklärte er und gab ihnen die Kurzversion der Geschehnisse wieder.

„Nun, wenn es keine Fragen mehr über die HA gibt, dann ist dieses Treffen beendet. Ich treffe die Anfängerklasse am Dienstag um 19:00 Uhr."

Die Schüler schauten herum und sahen sich an. Manche standen auf und verließen die Halle. Die meisten der ehemaligen DA blieben da, um kurz mit Harry zu reden. Er hörte Kommentare wie "Tolle Rede", "Kann es nicht erwarten anzufangen", und "Verdammt cool, was du mit Malfoy gemacht hast." Irgendwann war die Halle leer bis auf Ron, Hermine und Ginny.

Harry wandte sich an Ginny: „Danke, Ginny. Für einen Moment habe ich mir Sorgen gemacht, dass niemand unterschreiben würde."

„Kein Problem, Harry", sagte sie ihm mit einem Lächeln. „Ich weiß, dass du uns nichts unterschreiben lassen würdest, dass nicht absolut sicher und rechtmäßig ist. Wenn Fred oder George mich gebeten hätten, einen Vertrag zu unterschreiben, wäre das eine ganz andere Sache gewesen."

„Nun, ich schätze es", sagte er ihr. „und euch beide ebenfalls", fügte er Ron und Hermine gegenüber hinzu. „Das war nervenaufreibend."

„Du hast gute Arbeit geleistet, Harry", sagte Hermine ihm ehrlich.

„Und das mit Malfoy war brillant.", fügte Ron hinzu. „Er sah albern aus mit seiner kreidebleichen Haut, den pinken, rosigen Wangen, der grellroten Nase und dem Lippenstift ... unbezahlbar."

„Nun, er kann nicht behaupten, dass ich ihn nicht gewarnt habe", erwiderte Harry unbesorgt. „Nun kommt, lasst uns zurück zum Gemeinschaftsraum gehen."

OoOoOoOoOoOoOoO

Am nächsten Tag fand sich Harry am späten Morgen auf dem Quidditchfeld wieder. Die Sonne schien am Himmel und kaum eine Wolke verdeckte die blaue Weite über ihm. Harry hatte den größten Spaß damit, auf seinem Feuerblitz herumzusausen, nichts wahrnehmend, was um ihn herum geschah. Er flog durch und um die Torringe, und düste dann über den Platz. Er ließ sich plötzlich in einen senkrechten Sinkflug fallen und zog gerade rechtzeitig hoch, so dass nur seine Fußspitzen das Gras, das auf dem Feld wuchs, berührten. Harry ließ seinen Arm hängen und fühlte das Gras unter ihm, ein Lächeln auf seinem Gesicht.

„He, Kumpel!" erreichte Rons laute Stimme Harry. „Wenn du fertig mit angeben bist ... wir halten hier das Probetraining ab."

Ausreichend zurechtgewiesen errötete Harry leicht und flog zu seinem Freund, der vor einer Gruppe hoffnungsvoller Gryffindors stand, die ihre Besen fest in ihren Händen hielten. Er landete neben dem Rothaarigen, als dieser begann, zur Gruppe zu sprechen.

„So, Ich heiße Ron Weasley und bin Kapitän des Quidditchteam von Gryffindor", erklärte Ron stolz, wobei er sein Kapitänsabzeichen ziemlich selbstgefällig zeigte. Ein Bild wie Percy Weasley, der sein Schulsprecherabzeichen polierte, bildete sich ungebeten in Harrys Vorstellung, aber er schüttelte den Gedanken schnell ab. "Ich bin sicher, ihr wisst alle, dass Harry hier unser Sucher ist", er klopfte Harry auf die Schulter. Er legte einen Arm um Katie Bells Schulter und sagte: "Das hier ist Katie Bell, Jägerin, und ich bin Hüter. Wir werden ein Probetraining für alle Positionen abhalten, da ich dieses Jahr gerne ein Reserveteam hätte."

„Gut", Ron fuhr sich nervös durch die Haare. „Warum verbringt ihr nicht ein paar Minuten in der Luft, um euch aufzuwärmen, und wir fangen dann an. Ich rufe euch dann ein wenig später wieder zu mir."

Harry wandte sich an seinen Freund, als sie ihre Köpfe Richtung Himmel neigten, um die Neulinge beim herumfliegen zu beobachten. „Also wie möchtest du es machen?" fragte Harry. Katie kam zu ihnen.

„Nun, ich dachte, ich würde sie aufteilen, je nachdem, welche Position sie haben wollen, und sie dann im Wechsel fliegen zu lassen", erwiderte Ron.

„Hört sich gut an", meinte Harry. „Macht es dir was aus, wenn ich ein paar Minuten mit ihnen fliege?" Er verspürte den dringenden Wunsch, wieder mit seinem Feuerblitz zu fliegen.

„Ja, passt", sagte Ron abgelenkt. Harry zuckte mit den Schultern und flog los. Es gab zwei Tätigkeiten in seinem Leben, die Harry vollständig glücklich machten, als ob die Welt einfach vollständig Sinn machte. Beide Male war es Fliegen. Das erste war fliegen auf seinem Feuerblitz, das andere fliegen als Eule. Das Gefühl war unglaublich befreiend, was genau das war, was Harry in seinem Leben suchte: Freiheit. Frei zu sein vom dem Krieg, von seinem Ruhm, von dem Tod, der ihn umgab, von seinem Leben im Allgemeinen, von den Menschen wie Dumbledore, die immer versuchten, ihn zu kontrollieren ... Harry musste einfach davon entkommen. Wenn er durch die Luft sauste und sie ihn vollständig umgab, während er flog, fühlte er sich, als ob all das ihn nicht berühren konnte.

Schon bald rief Ron sie alle wieder zurück. „Also gut, ich möchte, dass ihr euch nach Positionen aufteilt. Diejenigen, die wegen der Jägerpositionen hier sind, da drüben, Treiber dort, Hüter da und Sucher dort drüben", wies er an und deutete auf verschiedene Stellen auf dem Feld. Die Gryffindors gingen folgsam zu den gezeigten Stellen und warteten auf weitere Instruktionen. „Wir werden das Probetraining nacheinander abhalten. Harry, warum kümmerst du dich nicht um die Treiber, es sieht nicht so aus, das hier jemand ist, der als Sucher fliegen will. Katie und ich werden mit ein paar Ballübungen für die Jäger und Hüter anfangen."

Harry nickte Ron zustimmend zu und wandte sich der Gruppe Treiber zu, während Ron und Katie zusammen mit den Jägern und Hütern in die Lüfte flog. Ginny grinste ihm zu, als er kurz ihren Blick auf sich zog, bevor sie ihrem Bruder folgte.

Harry ließ die fünf Treiber sich vorstellen. Sie nahmen ihre Schläger mit in die Luft und er ließ sie einfach einen Klatscher hin- und herschlagen. Einem der fünf fehlte eindeutig die Hand-Augen-Koordination, um es ins Team zu schaffen. Die anderen vier schienen die einfache Tätigkeit ohne Probleme zu meistern. Er ließ sie schließlich auf Ziele schießen, und bei Ziele meinte Harry sich. Er ließ sie abwechselnd Klatscher zu ihm schlagen, während er über das Feld flog. Am Ende entschied Harry, dass es wirklich niemand besseren als Kirke und Sloper vom letzten Jahr gab. Pritchett, ein Junge aus der vierten Stufe, würde eine ordentliche Reserve sein.

Nachdem er die Treiber wieder auf den Boden geschickt hatte, flog Harry hinüber, um zu sehen, wie Ron und Katie zurecht kamen. Ron hütete gegen die potentiellen Jäger und Harry flog deshalb zu Katie, die beobachtete. Harry schaute zu, wie jeder Jäger abwechselnd versuchte, gegen Ron ein Tor zu machen. Ginny, bemerkte Harry mit etwas Genugtuung, war bei Weitem die beste aus der Gruppe. Ihre Flugtechnik war tadellos, trotz des alten Besens den sie flog. Ihre Wendungen und Täuschungen waren perfekt und ihre Genauigkeit ohne Fehl. Ron hielt einige ihrer Würfe, aber die meisten trafen.

Ein anderes Mädchen, von dem Harry glaubte, dass sie in Ginnys Stufe war, schien sich ziemlich gut zu schlagen. Ein Junge, der höchstens im dritten Schuljahr war, in Harrys Einschätzung wenigstens, schien auch vielversprechend zu sein. Harry schaute weiter zu, bis die Jäger ihre Würfe hatten. Ron flog zu ihnen und fragte Harry: „Wie ist es mit den Treibern gelaufen?"

„Ganz okay, denke ich", sagte Harry seinem Freund mit einem Achselzucken. „Auch wenn ich es nicht gerne sage, sind Kirke und Sloper die besten, die wir haben. Der Pritchett-Junge wird einen ordentlichen Reservespieler abgeben."

„Nun gut", sagte Ron. „Was denkt ihr von den Jägern?"

Katie sprach zuerst: „Ginny war bei weitem die beste. Sie wird eine Starterposition haben. Der andere ist entweder für Nate oder Stephanie. Wer auch immer den Platz nicht bekommt, sollte zusammen mit Dan Reservespieler werden."

Harry fragte, wer Stephanie, Nate und Dan waren, bevor er seine eigene Meinung sagte: „Ich stimme definitiv bei Ginny zu. Basierend auf dem, was ich sah, würde ich Stephanie den letzten freien Platz geben. Aber ich stimme mit Nate und Dan als Reservespieler zu."

Ron nickte zustimmend. „Ich stimme euch zu. Wir können Stephanie für den Moment in der Startposition festlegen und können es später noch immer ändern, wenn wir entscheiden, dass Nate besser ist. Lass uns landen und ihnen die Neuigkeiten sagen und dann die Hüter gegen die drei Jäger halten lassen." Katie und Harry nickten und die drei flogen zum Boden, wo all die möglichen Spieler zusammen warteten.

„Nun gut", begann Ron. „Wir haben unsere Entscheidung, was die Treiber und Jäger angeht, getroffen. Unsere Treiber in den Starterpositionen sind Kirke und Sloper und unser Reservespieler ist Pritchett." Die beiden in der Startformation gaben sich fünf und schlugen dem anderen Jungen, der als Reserve spielen würde, auf die Schulter. „Unsere Jäger in den Startpositionen sind die folgenden: Katie Bell, Ginny Weasley und Stephanie Owens. Als Reservejäger haben wir Nate Torrent und Dan Hopkins. Denkt daran, dass nur, weil ihr jetzt in der Startformation oder Reserve seid, dies nicht garantiert, dass das die ganze Saison so sein wird. Ich werde immer den besten Spieler auf jeder Position spielen lassen.

Ich danke allen, die hergekommen sind, um als Jäger oder Treiber zu spielen. Wir müssen nur noch den Reservehüter finden. Jeder im Team muss bis zum Ende des Probetrainings bleiben. Der Rest von euch darf bleiben oder gehen, was auch immer ihr möchtet. Danke noch einmal, dass ihr hier wart. Nun, wenn meine drei Jäger bitte wieder fliegen würden, dann können wir anfangen, dass unsere Hüter Tore verhindern."

Harry und Ron schauten aus der Luft zu, wie jeder der drei Hüter von den Jägern auf Herz und Nieren geprüft wurde. Die Wahl war nicht sehr schwierig, da einer der drei deutlich mehr Tore verhindert hatte als die anderen beiden. So wurde Kyle Stevens als Reservehüter ausgewählt. Ron dankte den anderen beiden für ihr Kommen, als diese wieder auf den Boden zurückflogen. Ron rief alle Spieler, die eine Position im Team bekommen hatten, zusammen, um eine Ankündigung zu machen. Er sagte ihnen allen, dass er noch keinen Übungsplan zusammengestellt hatte und dass er ihnen Bescheid sagen würde, sobald er das Feld reserviert hatte. Das erledigt kehrte die Gruppe ins Schloss zurück.

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Vielen Dank an mausimehl und baba für die reviews.

Es ist einfach klasse, dass ihr euch meldet!