Kapitel 6: Eine Armee im Entstehen TEIL 2

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging Ron zu Wahrsagen, während Hermine in die Bibliothek ging. Harry ging zum Raum der Wünsche, um mit den Trainingsdummies zu arbeiten, aber eine Hand legte sich auf seine Schulter, als er vom Weg zum Gryffindorturm abwich. Als er sich umdrehte, um den Urheber zu finden, sah er sich Dean Thomas gegenüber stehen.

Dean schaute ein wenig unsicher, als er sprach: „Hey Harry, kann ich dich etwas fragen?"

Harry musterte den Jungen und fragte sich, was dieser auf dem Herzen hatte. „Sicher. Sollen wir irgendwo hingehen, wo wir unter vier Augen reden können oder ...?" ließ er die Frage unbeendet in der Luft hängen.

Dean zuckte mit den Schultern. „Das ist nicht wirklich nötig. Schau, ich wollte dich wegen Ron fragen ..." Er beendete den Satz nicht, unsicher, wie er fortfahren sollte.

„Was ist es?" forderte Harry ihn auf. „Stimmt etwas nicht mit Ron?"

„Ich bin mir nicht sicher", erwiderte Dean. „Seit wir zurück sind, verhält er sich mir gegenüber merkwürdig. Zuerst dachte ich, dass ich es mir nur einbilden würde, aber inzwischen bin ich mir da nicht so sicher. Er scheint mit allen anderen kein Problem zu haben, aber er spricht selten mit mir und wenn er es tut, verändert sich sein Tonfall komplett. Er wird kalt, fast beißend. Es fühlt sich fast so an, als würde ich mit Malfoy oder so reden ... Wie auch immer: Du weißt nicht zufällig, was mit ihm los ist, oder? Habe ich etwas gemacht? Oder etwas gesagt?"

„Hast du ihn darauf angesprochen?", fragte Harry, der schon eine Ahnung hatte, was die Ursache war, aber es Dean nicht erklären wollte. Er konnte sich nicht vorstellen, dass Ginny das wollen würde und er wusste nicht, wie Dean reagieren würde.

„Ich habe versucht, ihn zu fragen, was los ist, aber er sagt nur, dass alles in Ordnung sei und wendet sich ab", sagte Dean und wedelte ausschweifend mit seinen Armen in der Luft.

Harry seufzte, bevor er antwortete: „Ich glaube, ich habe eine Idee, was es sein könnte. Es ist nichts, dass du getan hast und es ist nichts, über das Ron sich aufregen sollte. Es ist mehr ein Missverständnis als alles andere. Ich möchte nichts sagen, bevor ich nicht ein paar Fakten überprüft habe. Kann ich nochmal auf dich zukommen?"

Dean zuckte mit den Schultern. „Ja, ich schätze schon. Es war nicht meine Absicht, dich in irgendetwas zu verstricken. Es ist einfach nur so verdammt frustrierend, vor allem, da wir im selben Raum schlafen. Ich habe angenommen, wenn jemand weiß, was los ist, dass das du sein würdest."

„Hey, kein Problem", sagte Harry mit einem Lächeln. „Wir reden später, Dean."

Während Dean zum Gryffindorturm ging, setzte Harry seinen Weg zum Raum der Wünsche fort. Er glaubte nicht, dass Ginny vergessen haben könnte, Ron die Wahrheit über ihre nichtexistente Beziehung zu Dean zu erzählen, aber er wollte sie fragen, um sicherzugehen. Und er würde Dean nichts über ihre Flunkerei erzählen, ohne zuvor um Erlaubnis zu bitten. Er versuchte sich zu erinnern, was sie gesagt hatte, wie ihr heutiger Stundenplan aussah. Er wusste, dass sie es an diesem Morgen beim Frühstück erwähnt hatte. Er glaubte, dass sie gesagt hatte, dass sie am Morgen zuerst VgdDK hatte, gefolgt von einer Pause und Mittagessen. Das gab ihm zwei Stunden zum Trainieren, bevor ihr Unterricht beendet sein würde.

Harry bat den Raum um seinen üblichen Trainingsraum mit den Trainingsdummies und nachdem er mehrere Privatsphärenschutzzauber aufgestellt hatte, begann er. Sein Training bestand aus dem Ausweichen ohne magische Hilfe, Duellieren ohne sich zurückzuhalten und Duellieren ohne Schutzzauber. Er ließ sich genug Zeit, um sich frisch zu machen und um zum VgdDK-Flur zu gelangen, um Ginny abzufangen, nachdem ihr Unterricht beendet war. Als er sein Ziel erreichte, waren es noch drei Minuten, bis die Glocke läuten würde.

Er lehnte sich ein wenig weiter hinten im Korridor an die Wand und wartete, bis die Klasse entlassen wurde. Schon bald öffnete sich die Tür zum Klassenzimmer und die Gryffindors und Ravenclaws der fünften Stufe strömten aus dem hellerleuchteten Klassenzimmer. Er sah Luna, als sie vorbeiging, lächelte ihr freundlich zu und nickte grüßend.

Er entdeckte schließlich die vertraute Mähne aus rotem Haar, die zu Ginny Weasley gehörte, als sie aus dem Klassenzimmer trat. Sie war einer der letzten, die hinaustrat und redete angeregt mit Jack Sloper und einem der Mädchen aus ihrem Jahrgang. Harry glaubte, dass ihr Name Mandy war, konnte es aber nicht mit Sicherheit sagen. Als sie zu ihm gingen, schaute Ginny hoch und sie sahen sich kurz in die Augen. Ein breites Grinsen erschien auf ihren Lippen und wurde einen Moment später von einem frechen Glitzern in ihren Augen vervollständigt.

„Professor Potter", begrüßte sie ihn. „Wie schön, Sie heute zu sehen. Was führt Sie zu diesem wunderbaren Korridor?"

„Weißt du", dachte Harry laut nach und kratzte sich gedankenverloren am Kinn, „ich könnte dir Nachsitzen erteilen für das Verspotten eines Professors."

„Nun, Professor Potter", schnurrte Ginny und trat näher zu Harry, „würde ich persönlich mit Ihnen Nachsitzen haben?" Ginnys Freundin kicherte mädchenhaft, während Hitze in Harrys Gesicht aufstieg im Angesicht der kaum verschleierten Anspielung und gab ihm eine Röte, die jedem Weasley Konkurrenz machte.

Harry schluckte hörbar, als er sich einen Moment nahm, um sich zu sammeln. Als er antwortete, war es in einem forschen, geschäftlichen Tonfall: „Um die Wahrheit zu sagen, ja. Wenn du mir bitte zu meinem Büro folgst, werde ich dir die Einzelheiten in kurzer Zeit näher erläutern." Er drehte sich um und ohne noch einmal zurückzuschauen schritt er entschlossen zu seinem Büro im fünften Stockwerk. Als er die Tür erreichte, öffnete er sie und wartete im Flur. Einen Moment später kam Ginny um die Ecke und ging zur Tür, wobei sie Harry einen fragenden Blick zuwarf, den er geflissentlich ignorierte. Ohne Kommentar bedeutete er ihr mit einer Handbewegung, vor ihm das Büro zu betreten.

Ginny stand in der Mitte des Zimmers, während Harry hinter sich die Tür zuzog, verstohlen mit einer Handbewegung Privatsphärenschutzzauber hinzufügte und dann in einen der Sessel sank. Ginny folgte seinem Beispiel und setzte sich in den Sessel ihm gegenüber. Er behielt seinen stoischen Gesichtsausdruck einen Moment bei, bevor er breit grinste und in ein herzhaftes Gelächter ausbrach: „Gut gespielt. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Ich habe hart daran gearbeitet, vollständige Kontrolle über meine Emotionen zu haben, aber dieser Kommentar hat mich vollkommen überrascht."

„Was kann ich sagen?" fragte sie, ein großes Lächeln auf den Lippen. „Es ist eine Gabe."

„So ist es", antwortete er ernst. „Aber Flirts beiseite: Es gibt einen Grund, warum ich im Korridor auf dich gewartet habe."

„Oh?" schnurrte sie suggestiv und lehnte sich in ihrem Sessel nach vorne.

„Hör damit auf", tadelte er mit einem Grinsen.

„Sorry", sagte sie in einem keineswegs entschuldigenden Ton. „Fahre fort. Über was möchtest du mit mir reden?"

„Nun, es geht um Dean", begann er. „und Ron. Dean hat mich heute Morgen nach dem Frühstück zur Seite genommen. Er hat mich gefragt, ob er irgendetwas getan hat, um Ron zu verärgern, weil dein Bruder sich scheinbar in letzter Zeit ziemlich abweisend ihm gegenüber verhalten hat."

„Oh nein", ächzte Ginny.

„Bitte sag mir, dass du daran gedacht hast, Ron die Wahrheit über dich und Dean zu erzählen", sagte Harry bittend.

„Natürlich habe ich daran gedacht, es ihm zu sagen", rügte sie abgelenkt. „Ich habe nur darauf gezählt, dass Ron sich vernünftig verhält, sobald er die Wahrheit über die Situation herausgefunden hat und die Abneigung, die er über den Sommer gegenüber Dean aufgebaut hat, ablegt. Ich habe meinen Bruder offensichtlich zu viel zugetraut."

„Nun, so, wie ich das sehe, haben wir zwei Probleme, mit denen wir uns beschäftigen müssen", sagte Harry logisch. „Wie bekommen wir es hin, dass Ron aufhört, ein Idiot zu sein? Und was sagen wir Dean?"

Ginny stöhnte, lehnte sich nach vorne und verbarg mit ihren Händen ihr Gesicht.

„Ok, eins nach dem anderen: soll ich für dich mit Ron reden?"

„Nein", meinte Ginny. „Es ist meine Schuld, dass er sich wie ein Idiot verhält. Und er ist mein Bruder. Ich sollte diejenige sein, die es ihm erklärt. Ich möchte nicht, dass er seinen Ärger an dir auslässt."

„Nun, wenn du Hilfe brauchst, lass es mich wissen", sagte er ihr. „Nun. was soll ich Dean sagen? Ich habe ihm schon gesagt, dass ich den Grund vielleicht wissen könnte und dass es nichts ist, dass er gemacht hat, sondern mehr ein Missverständnis seitens Rons als alles andere. Ich wollte nicht mehr sagen, ohne zuerst mit dir zu reden."

„Danke Harry", sagte sie ihm aufrichtig. Sie beugte sich nach vorne und drückte leicht sein Knie. „Es ist nett von dir, dass du auf mich aufpasst, aber ich denke, wir sollten ihm die Wahrheit sagen. Er hat ein Recht darauf, zu wissen, warum mein Bruder sich ihm gegenüber wie ein Idiot verhält. Gott, dass wird eine peinliche Unterhaltung."

„Ich rede mit Dean und werde ihm alles erklären", bot Harry an. „Du kümmerst dich nur darum, deinen Bruder aufzuklären."

„Nein", schüttelte Ginny ihren Kopf. „Nein, ich sollte diejenige sein, die es ihm erzählt. Das ist mein Durcheinander und du solltest nicht helfen müssen, alles in Ordnung zu bringen." Als sie mit Reden fertig war, war ihr Kopf zu Boden geneigt, versteckt in ihren Händen.

„Ginny." sagte Harry sanft. Er lehnte sich nach vorne und drückte sanft ihr Gesicht nach oben, um ihr in die Augen zu schauen. „Dafür sind Freunde schließlich da, stimmts? Um mit dem Durcheinander der anderen zu helfen? Du kümmerst dich um Ron und lässt mich mit Dean reden."

Ginnys Augen glitzerten, als sie in Harrys hypnotisierendem Blick gefangen war: „Danke, Harry. Das bedeutet mir wirklich viel. Ich habe mich nicht auf diese Unterredung gefreut ... Ich kenne den Kerl nicht einmal wirklich."

„Es ist nicht erwähnenswert", sagte er freundlich und nahm schließlich seinen Finger von ihrem Kinn und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Er wandte seinen Blick zum Kamin, der in diesem Moment zum Leben erwachte. Er seufzte zufrieden.

Nach einigen Minuten brach Ginny die Stille. „Harry?" fragte sie vorsichtig.

„Hmmm?" antwortete er abgelenkt.

"Ich hasse es, es jetzt anzusprechen, jetzt, wo du gerade zugestimmt hast, mir mit der ganzen Ron-Dean-Situation zu helfen ...", begann sie zögerlich.

Harry richtete wieder seine ganze Aufmerksamkeit auf die rothaarige junge Frau, die ihm gegenüber saß. „Ginny, zögere nie, mich um etwas zu bitten. Wenn du etwas brauchst, dann frag einfach", sagte er voller Wärme und fügte dann noch nachträglich hinzu: „Das schlimmste, das passieren kann, ist, dass ich Nein sage."

Sie lächelte ihn warm an, als sie fortfuhr: „Nun, ich möchte wirklich ein Animagus werden. Und ich habe gehofft, dass du mir vielleicht helfen könntest, es zu lernen. Ich kann alles Notwendige selber lesen, ich habe nur gehofft, dass du mir vielleicht mit der Verwandlung helfen könntest. Ich weiß, du bist sehr beschäftigt, deshalb erwarte ich nicht, dass du viel Zeit dafür aufwendest, aber wenn du dich vielleicht eine Stunde oder zwei in der Woche mit mir treffen könntest, würde ich das wirklich schätzen."

„Ich finde, das ist eine großartige Idee", antwortete Harry ehrlich. „Natürlich helfe ich dir, so gut wie ich kann zumindest. Ich glaube nicht, dass ich die Verwandlung wirklich auf konventionelle Weise geschafft habe, aber es könnte sein, dass ich dir helfen könnte."

„Oh, Harry, danke", Ginny quietschte fast vor Freude, als sie sich aus ihrem Sessel in Harrys Schoß warf und ihre Arme um seinen Nacken schlang.

Harry lachte, als er sie an der Hüfte festhielt. „Nun, Miss Weasley", begann er in einem förmlichen Tonfall. „Dankst du all deinen Lehrern auf diese Weise? Ich bin mir nicht so sicher, ob es als annehmbares Benehmen in einer Schüler-Lehrer-Beziehung akzeptiert wird."

Ginny schlug ihm spielerisch auf den Arm. „Sei kein Idiot, Harry." Sie stand von seinem Schoß auf und stellte sich vor ihn hin.

„Um dein Training beginnen zu können, müssen wir den Animaguszaubertrank brauen. Ich habe nicht alle benötigten Zutaten, da ich dich im Sommer um genau so viel gebeten habe, wie ich gebraucht habe und nicht um mehr. Ich werde in die Winkelgasse gehen müssen, um mehr zu holen, vielleicht dieses Wochenende."

„Harry, du kannst nicht einfach in die Winkelgasse gehen", protestierte Ginny und drehte sich schnell zu ihm um.

„Und warum denn nicht?" fragte Harry, amüsiert über ihre Reaktion.

„Was, wenn du erwischt wirst? Für so etwas könntest du rausgeworfen werden! Ich könnte damit nicht leben, wenn du wegen mir Schwierigkeiten bekommen würdest", schimpfte sie eifrig.

„Sei nicht albern", meinte er und bekam dafür einen hitzigen Blick von dem temperamentvollen Mädchen zugeworfen. „Erst einmal werde ich nicht erwischt werden. Zweitens würde es Dumbledore nicht wagen, mich hinauszuwerfen, auch wenn er es herausfindet. Ich würde die Standpauke meines Lebens kassieren, sicher, und er würde noch mehr ein Auge auf mich haben als bisher, aber er würde niemals in Erwägung ziehen, mich rauszuwerfen."

„Wie kannst du dir so sicher sein?" fragte sie ihn.

„Vertrau mir in dieser Angelegenheit. Dumbledore würde alles in seiner Macht stehende tun, um mich hierzubehalten, um mich unter seiner Fuchtel zu behalten und mich so sicher wie möglich zu wissen. Das ist der Grund, warum er nichts über meine sommerlichen Entdeckungen und Abenteuer weiß. Solange er nicht ahnt, dass ich in der Lage bin, meinen eigenen Weg zu gehen, wird er nicht so sehr ein Auge auf mich haben, um mich tatsächlich davon abzuhalten, dies zu tun. Ich denke, das ist der Grund, warum er mir die Stelle als Assistenzprofessor angeboten hat: um zu versuchen, mich hier beschäftigt und zufriedengestellt zu halten und um mich davon abzulenken, was draußen geschieht. Er denkt, solange ich etwas habe, auf das ich mich konzentrieren kann, werde ich den Krieg in seinen Händen lassen, bis er mich als bereit erklärt."

„Harry?", fragte Ginny unsicher. „Was meinst du?"

„Hmm", fragte er unaufmerksam. „Ach nichts, ich bin nur ein wenig mit meinen Gedanken abgeschweift. Im Prinzip glaubt er, dass ich damit zufrieden sein werde, an den Seitenlinien zu sitzen und zuzusehen, wie der Krieg verläuft, aber er wird sein blaues Wunder erleben. Ich werde für den Moment den braven, kleinen Jungen spielen, um ihn mir vom Hals zu halten, bis ich bereit bin. Ich habe es hinbekommen, diesen Sommer ziemlich viel zu leisten, ohne dass es jemand bemerkt hat und ich habe das Haus fast jeden Tag verlassen, wenn auch nur, um als Animagus ein wenig Bewegung zu bekommen."

„Also das ist es, warum du uns immer gesagt hast, dass wir uns wegen dir keine Sorgen machen müssen, dass dieser Sommer so viel besser als normalerweise sei. Hier sind wir, eingesperrt im Haus und fühlen uns schlecht, weil du bei den Muggels feststeckst und überhaupt nichts zu tun hast, während du die ganze Zeit draußen in der Winkelgasse herumspaziert und als Panther herumgerannt bist", rief sie in einer Mischung aus Heiterkeit und Empörung aus.

„Ich habe euch gesagt, ihr sollt euch wegen mir keine Sorgen machen", sagte Harry mit einem selbstzufriedenen Lächeln. „Es ist nicht meine Schuld, dass niemand auf mich gehört hat."

„Niemand hat zugehört, weil wir alle angenommen haben, dass du den ganzen Tag im Haus mit deinen Verwandten feststeckst. Als du nicht darum gefleht hast, dass wir dich herausholen, haben wir angenommen, dass es deswegen war, weil du uns nicht gegenüberstehen wolltest, dass du dich noch immer über die Geschehnisse im Juni schuldig gefühlt hast. Stell dir unsere Überraschung vor, als du an King's Cross aufgetaucht bist; mit langen Haaren, ohne Brille, einem Körper, der die weibliche Bevölkerung dieses Schlosses bereits verrückt werden lässt; und statt niedergeschlagen zu sein, lachst und lächelst du und witzelst herum."

„Aber ich habe euch allen Briefe geschrieben und euch gesagt, dass es mir viel besser geht ...", setzte Harry an.

„Ich weiß, was du in deinen Briefen geschrieben hast", unterbrach Ginny ihn und stand von ihrem Platz auf, „Aber es wäre typisch für dich, zu sagen: „Es geht mir gut", wenn du gerade im Sterben liegst, emotional oder körperlich." Seine einzige Antwort war ein Grinsen und ein Nicken. „Siehst du? Wir wussten nicht, was wir denken sollten. Ich dachte, dass es dir gut ginge, aber ich habe niemals das erwartet." Sie gestikulierte mit ihren Händen ausschweifend in seine Richtung, bevor sie sich mit einem "Umpf" auf ihren Sessel fallen ließ.

„Hast du jetzt alles herauslassen können?" fragte er amüsiert.

Sie funkelte ihn an, aber der Effekt war ruiniert, da ein Lächeln auf ihrem Gesicht auszubrechen drohte. „Für den Moment zumindest."

Er gluckste kurz, bevor er fortfuhr: „Gut. Nun, wie ich bereits sagte, werde ich dieses Wochenende in die Winkelgasse gehen müssen, um kurz in der Apotheke vorbeizuschauen. Ich glaube, sie öffnet um acht Uhr. Vielleicht gehe ich dann morgen während des Frühstücks. Wir müssen uns eine Geschichte überlegen, die wir den anderen erzählen, falls sie mich fragen, wo ich während des Frühstücks war."

„Aber Harry, wie wirst du die Ländereien verlassen, um disapparieren zu können?" fragte ihn Ginny.

Harry zog eine Augenbraue hoch und grinste frech: „Ich habe meine Wege."

Sie rollte mit den Augen und sagte: „Also was wirst du den anderen sagen, wenn sie fragen, wo du warst?"

„Hmmm", fragte er sich und klopfte mit seinem Fuß auf dem Läufer vor dem Feuer. „Wie wäre es damit: Wir verschieben es auf Sonntagmorgen. Du musst mit mir gleich früh morgens zum Frühstück kommen, so dass du vor allen anderen da bist. Ich werde schnell frühstücken und dir sagen, dass ich in meinem Büro sein werde, um den Unterricht fertig vorzubereiten. Jeder, der da ist, wird mich gesehen und möglicherweise auch gehört haben. Und du kannst sagen, dass ich vorbeigekommen, aber in mein Büro gegangen bin, um etwas Arbeit zu erledigen. Ich bringe meinen Tarnumhang mit, so dass ich in und aus meinem Büro schleichen kann, ohne dass es irgendjemand mitbekommt."

„Hört sich an, als hättest du an alles gedacht", sagte sie ihm.

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Harry konnte Dean nach dem Essen abfangen und führte ihn zu einem unbenutzten Klassenzimmer. Dean saß an einem der Tische, während Harry vor ihm auf und ab ging. „Okay, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weiß, warum Ron sich so verhält", begann Harry mit seiner Erklärung, wie Ginny Ron erzählt hatte, dass sie miteinander ausgehen würden, nur um ihn aufzuregen und beschrieb dann Rons überfürsorgliche-Bruder-Routine im letzten Jahr mit Michael Corner und wie uneinsichtig er auch den Sommer über gewesen war. Er erzählte Dean, dass er heute mit Ginny darüber geredet hatte und dass sie Ron deswegen ansprechen würde und dass Ron so hoffentlich aufhören würde, sich aus keinem Grund wie ein Blödmann zu verhalten.

Dean war während der ganzen Geschichte still dagesessen, die Augenbrauen zusammengezogen. Als Harry schließlich mit Reden fertig war und ihn erwartungsvoll anschaute, sprach Dean schließlich: „ Nun, ich schätze, das erklärt es dann", sagte er einfach. „Ich wünschte allerdings, dass mir jemand zuvor Bescheid gegeben hätte."

„Nun, wir hatten nicht erwartet, dass Ron noch immer was gegen dich haben würde, nachdem er die Wahrheit wusste", erklärte Harry.

„Oh, das ist es nicht. Das ist wirklich keine große Sache", hier grinste Dean ihn anzüglich an. „Ich wünschte nur, Ginny hätte es mir zuvor gesagt. Ich meine, wenn ihr Bruder sowieso sauer auf mich sein würde, hätte ich wenigstens ein paar der Vorteile genießen können, mhm Kumpel?"

Harry wusste nicht, ob er lachen sollte, weil Dean es so gut aufnahm oder ihm einen Schlag auf den Kopf für die Anspielung geben sollte. Schlussendlich tat er beides nicht. „Nun es ist jetzt vorbei", sagte er schließlich. „Ginny sollte in der Lage sein, Ron ziemlich schnell den Kopf zurechtzurücken. Glaube mir, sie ist ein Mädchen, mit der du dich gut stellen solltest."

„Sprichst du aus Erfahrung, Kumpel?"

„Gott sei Dank größtenteils nur Erfahrungen aus zweiter Hand", gab Harry zu. Dean lachte nur.

„Nun, danke dass du mir alles erklärt hast, schätze ich", sagte Dean. „Ich denke, ich werde jetzt zurück zum Gemeinschaftsraum gehen."

„Hört sich nach einem Plan an", stimmte Harry zu.

Als sie das Porträt der Fetten Dame erreichten und durch die Öffnung eintraten, suchte Harry in der Meute Gryffindors nach dem patentierten Weasleyroten Haar. Er entdeckte Ginny mit ein paar Mädchen aus ihrer Stufe und mehreren geöffneten Büchern vor ihnen an einem Tisch. Sie schaute hoch, ein fragender Blick auf ihrem Gesicht, als er und Dean eintraten. Er gab ihr den Daumen hoch, um sie wissen zu lassen, dass alles gut gelaufen war. Sie belohnte ihn mit einem Lächeln als Antwort und sagte lautlos: „Danke schön."

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Der Sonntagmorgen kam schon bald und Ginny wanderte durch die Korridore zum Raum der Wünsche. Sie hatten die Nacht zuvor beschlossen, dass sie Harry dort nach seinem Workout treffen und dann zusammen zur Großen Halle gehen würden. Harry würde schnell essen und dann zu seinem Büro gehen. Er würde die Tür öffnen, hineingehen, seinen Tarnumhang drüberziehen, direkt wieder hinausgehen und die Tür zuziehen.

Ginny war früh dran. Sie hatte eingewilligt, Harry um zehn vor acht Uhr zu treffen, aber sie war um halb acht fertig und beschloss, früher loszugehen. Sie war sich nicht ganz sicher, was sie erwartete, wenn sie dort ankam. Harry hatte erwähnt, dass er nach seinem morgendlichen Lauf in den Raum der Wünsche ging, um zu trainieren, aber sie hatte keine Ahnung, was das beinhaltete. Als sie den richtigen Korridor erreichte, sah sie, dass die Tür gegenüber dem Porträt von Barnabas dem Bekloppten schon da war und so trat sie leise ein.

Das Zimmer war ziemlich groß und mit Regalen mit Gewichten, die überall verstreut standen, gefüllt. Auf einer Seite gab es verschiedene Maschinen, die ihr vollkommen unbekannt waren. Eine andere Ecke war relativ offen und mit einer weichen Matte bedeckt. Ginny wanderte gedankenverloren zu den Workoutmaschinen, obwohl sie keine Idee hatte, für was sie gut waren und schaute sich weiter in ihrer Umgebung um.

Als sie weiter in den Raum hineinlief, konnte sie das schwere Atmen von jemandem hören. Sie bahnte sich einen Weg um die Maschinen, um dessen Urheber zu finden. Als sie ihn schließlich gefunden hatte, konnte sie eine Sekunde nicht mehr atmen und sie musste sich an der nächsten Maschine festhalten, um stehen bleiben zu können. Von einer Stange, die an der Wand befestigt war, hängend war Harry Potter, oben ohne. Sie sank langsam auf den Sitz der Maschine, an der sie sich festgehalten hatte und beobachtete ihn ungestört.

Sie beobachtete ihn, wie er dort eine Weile hing, bewegungslos, mit Schweiß, der über sein Gesicht und seinen entblößten Oberkörper rann. Sein Haar war zusammengebunden, um es aus seinem Gesicht zu halten, aber ein paar Strähnen hatten sich befreit und klebten durch den Schweiß an seinen Wangen. Ein konzentrierter Blick tauchte auf seinem Gesicht auf, als er mit seinem Training fortfuhr, sich überhaupt nicht bewusst, dass er Publikum hatte.

Ginny sah gebannt zu wie die Muskeln in Harrys Armen und Oberkörper sich zusammenzogen, als er sich nach oben zog, bis sein Kinn über der Stange war. Er ließ sich langsam wieder absinken, seine Muskeln die ganze Zeit arbeitend. Sobald seine Arme vollständig gestreckt waren, ächzte er, als er sich wieder nach oben zog, sein Kinn über der Stange. Er ließ sich langsam wieder absinken und Ginny war hypnotisiert. Sie merkte, dass sie sich nicht bewegen konnte, noch konnte sie ihr klopfendes Herz beruhigen. Sie mochte ihre Verknalltheit gegenüber dem Jungen Harry Potter aufgegeben gehabt haben, aber sie konnte die Anziehung zu dem Mann vor ihr nicht leugnen.

Nur dieses Mal hatte es nichts damit zu tun, dass er Harry Potter, der-Junge-der-lebt war, noch hatte es irgendetwas damit zu tun, wie nobel und mutig er gewesen war, noch wie selbstlos er war. Es hatte nichts damit zu tun, wer Harry Potter tief innen drin war, dass ihre Aufmerksamkeit in der Vergangenheit geweckt hatte. All diese Dinge machten Harry trotz seines Aussehens für sie attraktiv. Das sollte nicht heißen, dass Harry zuvor unattraktiv gewesen war. Seine Augen waren immer atemberaubend gewesen und er war immer irgendwie süß gewesen, aber das hier war anders. Das war nicht süß; das war sexy. Er hatte nicht länger das jungenhafte gute Aussehen. Das war ein Mann, ganz einfach. Und einer der erlesensten Exemplare, die sie jemals gesehen hatte.

Soweit sie sehen konnte, war kein Gramm Fett an seinem Körper. Und mit dem Ausblick, den sie gerade hatte, sagte das wirklich etwas aus. Sogar von ihrer Distanz aus konnte sie unterschiedliche Muskeln an ihm sehen. Seine Bauchmuskeln waren fein gezeichnet und gaben ihm einen netten Sixpack. Sein Oberkörper war perfekt geformt. Als er sich wieder langsam absinken ließ, konnte sie sehen, wie die Bizeps und Trizeps in seinen Armen arbeiteten. Während sie ihm weiter zuschaute, leckte sie sich unbewusst über ihre plötzlich trockenen Lippen.

Und dann ließ er sich von der Stange fallen und fiel die wenigen Meter, die er über dem Boden gewesen war. Er nahm sein Shirt, das in der Nähe auf dem Boden lag und wischte damit den Schweiß von seinem Gesicht und seinem Nacken. Als er damit fertig war, schaute er endlich auf und bemerkte, dass er nicht länger allein war. Er begann zu erröten und insgeheim war sie begeistert, dass die Röte nicht nur auf sein Gesicht begrenzt war. Dennoch konnte sie die Hitze in ihrem Gesicht aufsteigen fühlen und wusste, dass sie wahrscheinlich sogar noch röter war als er.

Er verkreuzte nervös die Arme vor seiner Brust und schaute an seinem nackten Oberkörper hinunter. Er schaute sie wieder an und eine Stille senkte sich auf sie herab. Nach etwa einer Minute, in der sie sich nur gegenseitig angeschaut hatten, schüttelte Ginny sich schließlich aus ihrem Bann wach und sagte: „'Tschuldige, ich wollte dich nicht unterbrechen oder so. Ich war früh dran und habe deshalb beschlossen, gleich her zu kommen statt zu warten. Als ich hier ankam, wurde ich einfach neugierig und habe mich umgesehen." Sie sagte das alles ziemlich schnell.

„Es ist okay", sagte er ihr ehrlich. „Ich war nur überrascht, dich hier zu sehen, das ist alles. Ich habe dich nicht hereinkommen hören und ich bin Gesellschaft hier drin nicht gewöhnt."

„Oh", meinte sie niedergeschlagen. „Nun, ich kann draußen warten, wenn dir das lieber ist." Sie begann in Richtung des Ausgangs zurückzuweichen.

„Nein", rief er etwas lauter aus, als es notwendig gewesen wäre. „Nein, es ist okay, wirklich. Ich war sowieso gerade fertig. Lass mich nur kurz unter die Dusche gehen und ich werde gleich zurück sein."

„Dusche?", wunderte sie sich laut.

„Das ist der Raum der Wünsche, weißt du?" bedeutete er ihr und zeigte auf eine Tür, die gerade an einer Seitenwand aufgetaucht war. „Es wird nicht lange dauern."

Sie nickte zerstreut und sah zu, wie er durch die neugebildete Tür ging. Sie ließ sich auf den gepolsterten Sitz der Maschine fallen, neben der sie gestanden hatte und ließ ihre Gedanken wandern. Ein Bild von Harry, oben ohne, der Klimmzüge machte, tauchte immer wieder vor ihren Augen auf. Es war schwer, dieses mentale Bild wieder zu vergessen. Sie hatte gewusst, dass er sich über den Sommer sehr verändert hatte und hatte bereits anhand seiner neuen Kleidung und wie diese ihm passte sehen können, dass er viel muskulöser war als im Jahr zuvor. Aber es war eine ganz andere Sache, seine muskulöse Gestalt in Aktion zu sehen. Sobald die weibliche Bevölkerung erkennen würde, was genau er unter seinen unförmigen Roben versteckte, würde keine alleinstehende Frau übrig bleiben, die nicht um Harry Potter herumscharwenzeln würde.

Sie war froh, dass sie so schwer daran gearbeitet hatte, über ihre Nervosität in Harrys Gegenwart hinwegzukommen; ansonsten wäre sie nun wahrscheinlich vor Verlegenheit im Boden versunken.

Selbst mit all der Arbeit, die sie sich gemacht hatte, war sie noch immer peinlich berührt und so nervös, wie man es kaum glauben konnte gewesen, als er sie beim Beobachten bemerkt hatte. Aber was konnte er erwarten? Er hatte sie vollkommen überrascht. Nun, da sie wusste, was sie erwarten musste, war sie sicher, dass sie sich in Zukunft besser im Griff haben würde.

Es ließ sie aber inne halten. Harry überraschte sie in diesem Jahr immer wieder und sie war sich nicht ganz sicher, was sie über ihn denken sollte. Das letzte Jahr über hatte sie gedacht, dass sie endlich über Harry hinweg kam. Sie war beinahe ihr gesamtes viertes Schuljahr lang mit Micheal Corner zusammen gewesen, nicht, das es jemals etwas wirklich Ernstes gewesen war, aber sie hatte endlich ihre mädchenhaften Fantasien über Harry losgelassen. Sie hatte niemals wirklich aufgehört, etwas für Harry zu fühlen, sie hatte nur die hoffnungslose Anbetung und Heldenverehrung sein lassen.

Aber sie war sich nicht ganz sicher, was das für sie bedeutete und was ihre Gefühle für Harry nun waren. Eine Attraktivität bestand, es war sinnlos, zu versuchen, es zu leugnen. Jedes Mädchen, das sehen konnte, was sie gerade gesehen hatte und etwas anderes behauptete, würde lügen, dass sich die Balken bogen. Er war traumhaft. Aber sie hatte ihn schon immer körperlich attraktiv gefunden. Seine Augen waren für sie immer sein attraktivstes Merkmal gewesen und sie hatten sich definitiv nicht verändert. Jetzt war da jedoch so viel mehr.

Aber was war noch hinter der körperlichen Anziehung? Letztes Jahr war es einfach gewesen, ihre Gefühle für Harry zu vergessen, da er so ein launischer und nerviger Blödmann gewesen war. Sie hatte sich noch immer um ihn gesorgt, trotz seiner Einstellung, aber es war nicht schwer, an andere Jungs zu denken, oder sogar sich mit anderen Jungs zu treffen, als Harry so mürrisch gewesen war. Aber dieses Jahr war er anders. Dieses Jahr war er in Kontrolle. Es war eine so große Veränderung, dass sie kaum glauben konnte, dass er die gleiche Person war. Letztes Jahr war er verloren und vollständig ohne Ziel gewesen. Seine Gefühle hatten ihn oft überwältigt und er hatte keinerlei Kontrolle gehabt. Nun kontrollierte er seine Gefühle. Er war verspielt, glücklich ... flirtete sogar, womit sie noch immer Probleme hatte, es zu glauben.

Er hatte noch immer eine ernste Seite, aber er schien zu wissen, dass es eine Zeit und einen Ort dafür gab. Er war noch immer ziemlich schnell peinlich berührt, doch er ließ das Gefühl ihn nicht länger lähmen. Er erholte sich schnell wieder und konnte seine Würde aufrechterhalten. Er hatte auch gelernt, sein Temperament im Zaum zu halten. Er teilte nicht mehr gedankenlos aus, sondern behielt einen kühlen Kopf und gelassen mit Idioten wie Malfoy.

Es gab eine Menge, dass jedes Mädchen anziehen würde, aber sie war sich einfach nicht sicher. Sie wusste dass sie ihn als einen Freund liebte. Das war eine Tatsache. Aber nachdem sie sich in der Vergangenheit in die Junge-der-lebt-Vorstellung verliebt hatte, würde sie sich nicht hineinsteigern, ohne ihn zuerst besser kennenzulernen. Sie würde sein Kumpel sein, beschloss sie. Und die Zukunft würde für sich selbst sprechen.

Ungefähr zehn Minuten, nachdem er verschwunden war, kam Harry sauber, erfrischt und vollständig angekleidet zurück in den Trainingsraum. „'Tschuldige, dass du warten musstest", sagte er zu Ginny.

„Oh. Das ist kein Problem", erwiderte sie. „Wie ich schon sagte, ich war diejenige, die zu früh dran war. Bist du jetzt bereit, zur Großen Halle zu gehen?"

„Ja, lass uns gehen."

Und so gingen sie durch die noch immer leeren Flure und die Treppen hinunter, die zur Großen Halle führten. Sie trafen nicht eine einzige Person auf ihrem Weg, da es noch immer fünf Minuten waren, bis das Frühstück beginnen würde. Niemand war je am Sonntag früh beim Frühstück außer Harry. Er war auch letzte Woche für den Beginn der Mahlzeit da gewesen. Es machte Sinn, da er so früh wach war, um zu joggen und zu trainieren. Frühstück war an den Wochenenden verlängert für diejenigen, die ausschlafen wollten und er wollte nicht auf alle anderen warten, bis diese aufwachten, nur damit er essen konnte.

Sie betraten die Große Halle und sahen, dass alle Haustische leer waren. Professor McGonagall und Snape waren die einzigen anderen beiden Menschen, die in der Halle anwesend waren und saßen auf ihren üblichen Plätzen am Lehrertisch. Die beiden Gryffindors saßen nebeneinander an ihrem Haustisch und ignorierten die fragenden Blicke, die ihre Hauslehrerin ihnen zuwarf. Sie unterhielten sich einige Minuten angeregt, bis das Essen begann auf dem Tisch aufzutauchen. Harry widmete sich ausgiebig seinem Frühstück, während Ginny nur nebenbei etwas aß, während sie die Unterhaltung weiterführte. Sie hatte schließlich alle Zeit der Welt, während Harry etwas in Eile war, zur Winkelgasse und zurück zu gelangen, bevor um zehn Uhr sein Unterricht begann.

Als Harry seine Mahlzeit beendete, waren mehrere Schüler in die Große Halle getreten und wanderten zu ihren jeweiligen Haustischen. Ein paar Gryffindors waren ein wenig weiter unten am Tisch dazu gekommen, während der Rest der Frühaufsteher gleichmäßig zwischen Ravenclaw und Hufflepuff verteilt zu sein schien. Der Slytherintisch war noch immer leer.

Harry verkündete sein Gehen laut genug, dass die Gryffindors ein wenig weiter am Tisch es hören konnten, aber nicht so laut, das es unnormal schien. Er sagte Ginny, dass er sie später sehen würde und schritt aus der Halle. Er ging entschlossen zu seinem Büro im fünften Stock, öffnete die Tür und trat ein. Ohne die Tür zu schließen duckte er sich in eine Ecke des Zimmers und warf seinen Tarnumhang über. Sobald er vollständig verdeckt war, verließ er das Zimmer und schloss die Tür mit einer Handbewegung.

Er ging zum Dach des Westturms zur Eulerei. Er hatte entschieden, dass der beste Weg zum Verlassen der Ländereien sei, als Eule wegzufliegen. Er stellte sicher, dass niemand da war, als er ankam und verwandelte sich dann. Er flog hinauf zum Gebälk und entdeckte seine schneeweiße Gefährtin. Er grüßte Hedwig und erklärte, dass er auf dem Weg zur Winkelgasse war, um eine Besorgung zu erledigen. Als sie anbot, mit ihm zu fliegen, sagte er ihr, dass er nicht den ganzen Weg über fliegen würde, nur weit genug von den Ländereien weg, um sich zurück in seine menschliche Gestalt zu verwandeln, bevor er den Rest des Weges apparieren würde.

Und so trat Harry seinen Weg an. Er flog durch eines der Fenster, die hoch im Turm waren und schwebte durch den freien Himmel. Einige vereinzelte Wolken waren an diesem Morgen am Himmel, die im Moment die Sonne verdeckten, aber nicht genug, um dem wunderschönen Tag einen Dämpfer zu verpassen. Es gab noch immer strahlend blauen Himmel zu sehen und es gab kaum etwas auf der Welt, dass die Freude am Fliegen verderben könnte. Harry segelte auf den Luftströmungen und ließ sich von ihnen über den See tragen. Er kreiste ein wenig, gelegentlich mit den Flügeln schlagend, um seinen Flug zu korrigieren und genoss die Freiheit ausgiebig, die das Fliegen immer bot.

Nach einigen Minuten des Spielens über dem See nahm er den Kurs zu den Außenbezirken von Hogsmeade wieder auf, wo er während des Sommers immer hinappariert war, wenn er in seinen Animagusgestalten toben wollte. Als er eine: genügend versteckte Stelle erreichte, verwandelte er sich wieder zurück in seine menschliche Gestalt, noch immer von seinem Tarnumhang verdeckt. Es war praktisch, dass sich dabei alles mitverwandelte, was man am Körper trug. Er nahm den Umhang von den Schultern und packte ihn schnell in seinen Koffer, den er immer in einer Hosentasche mit sich trug.

Er musste sein Aussehen verändern, bevor er in die Winkelgasse gehen konnte. Daher veränderte er seine Haarfarbe zu der hellbraunen Farbe, die er über den Sommer verwendet hatte. Er kürzte sein Haar markant und ließ es so kurz, dass sein Haar sich nicht widerspenstig verhalten konnte. Für den letzten Schliff wandte er einen Kosmetikzauber an seiner Narbe an. Er zauberte einen Spiegel hervor, um sein Aussehen zu überprüfen und sah, dass er überhaupt nicht so wie sonst aussah, mit Ausnahme seiner Augen. Er hatte beinahe vergessen, seine Kontaktlinsen zu wechseln. Er tat dies schnell und sah braune Augen, die ihm aus dem Spiegel ansahen.

Zufrieden ließ Harry den Spiegel verschwinden, packte den Koffer zurück in seine Hosentasche und apparierte zur Winkelgasse. Die Straßen waren ziemlich verlassen mit nur ein paar Einkaufenden, die zwischen den Geschäften liefen. Ihnen kaum Aufmerksamkeit schenkend ging Harry in Richtung der Apotheke. Es dauerte nicht lange, bis er alles fand, was er brauchte, und zehn Minuten, nachdem er das Geschäft betreten hatte, verließ er dieses mit den Zutaten in seinem Koffer verstaut wieder.

Er hatte noch immer viel Zeit, bevor er nach Hogwarts zurückkehren musste und so beschloss er, ein wenig herumzulaufen. Als er an Gringotts vorbeiging, bemerkte er ein schrecklich in leuchtend grünen und pinken Farben bemaltes Geschäft zu seiner linken. Als er sich ihm näherte, erinnerte er sich plötzlich, dass heute der vierzehnte September war und morgen der Tag der großen Eröffnung von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze sein. Bevor er überhaupt das Schild sah, wusste er, vor welchem Geschäft er stand. Niemand sonst als Fred und George würde jemals ein Geschäft in solch grellen Farben bemalen.

Er ging an dem Geschäft vorbei und schaute in die Schaufenster, als er daran vorbeiging. Er sah Fred und George hart arbeiten, Regale auffüllen und Schaufensterdekorationen aufstellen. Sie bereiteten wohl die Eröffnung morgen vor. Er war versucht, ihnen länger zuzuschauen, aber er wollte keine Aufmerksamkeit erregen und beschloss daher, noch ein wenig weiterzugehen. Als er das Ende der Gasse erreichte, entschied er, dass es wahrscheinlich an der Zeit war, zurückzugehen.

Er apparierte an den Ort zurück, von dem er in die Winkelgasse appariert war, nahm wieder sein normales Aussehen an und verwandelte sich in eine Eule und das alles in weniger als einer Minute. Er nahm sich die Zeit, seinen Flug wirklich zu genießen in dem Wissen, dass er genügend Zeit hatte. Nachdem er etwa zehn Minuten über den Schulländereien geflogen war, kam Hedwig herbei. Man konnte sehen, wie das Paar im Tandem flog, sich umkreiste, sich gegenseitig jagte und synchronisierte Muster flog.

Harry hatte die schönste Zeit seines Lebens, als er gemeinsam mit seiner loyalsten und beständigsten Freundin der letzten sechs Jahre flog. Hedwig hatte mit Harry alles miterlebt, seit er die Zaubererwelt kennengelernt hatte. Selbst als er bei den Dursleys festsaß, war sie immer bei ihm gewesen. Und sie war während seiner Wandlung im Sommer da gewesen, im buchstäblichen wie im übertragenen Sinne. Sie wusste wahrscheinlich mehr von seinen Geheimnissen als jeder andere, Sirius mit eingeschlossen. Sogar bevor er gelernt hatte, mit ihr zu kommunizieren, hatte er immer mit seiner Eule geredet. Er hatte immer das Gefühl gehabt, dass sie ihn irgendwie verstand. Als er gelernt hatte, dass er mit ihr kommunizieren konnte, war er nicht so sehr geschockt, dass sie alles verstand, was er sagte, sondern mehr über die Tatsache, dass sie auf ihre eigenen Weise in der Lage war, zu kommunizieren. Er hatte das niemals vermutet.

Nachdem er etwa zwanzig Minuten mit Hedwig geflogen war, beschloss Harry, dass es an der Zeit war, zurück zu seinem Büro zu gehen. Er hatte schließlich Unterricht den er vorbereiten musste. Er und Hedwig flogen zusammen zur Eulerei. Hedwig ließ sich auf einen der Balken nieder, während Harry elegant zu Boden schwebte. Er schaute sich während seines Sinkfluges genau im Raum um und sah, dass der Raum leer war. Als er landete, verwandelte er sich daher zurück in seine menschliche Gestalt und warf sich wieder den Tarnumhang über.

Er machte sich vorsichtig auf den Weg zu seinem Büro. Die Flure waren belebter, als sie es am Morgen gewesen waren, und so war er gezwungen sich langsam zu bewegen, um kein Geräusch zu verursachen oder in jemanden hineinzulaufen. Als er sich dem Korridor näherte, in dem sein Büro war, hörte er vor sich bekannte Stimmen.

„Es ist mir egal, ob er allein sein möchte. Er muss darüber Bescheid wissen. Eulen fliegen normalerweise nicht auf diese Weise miteinander. Es muss eine Art Paarungsritual sein, und wenn Hedwig bald Mutter sein wird, sollte Harry darüber Bescheid wissen", schnaufte Hermine. Harry musste sich anstrengen, nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Es war schlimm genug, als Ginny geschrieben und angedeutet hatte, dass die beiden Eulen möglicherweise mehr als nur Freunde seien, aber dass seine Freunde glaubten, dass er gerade ein Paarungsritual mit Hedwig absolviert hatte ... es war einfach zu viel.

Nachdem er sich etwas beruhigt hatte, beeilte er sich und sah Rons schlaksige Gestalt, gerade als er um die Ecke bog. Sie waren kurz davor, seine Bürotür zu erreichen. Er konnte Ginnys Antwort hören: „Ich stimme dir zu, dass er darüber Bescheid wissen sollte, aber ich verstehe nicht, warum du es ihm gleich jetzt sagen musst. Er hat mir gesagt, dass er sich für den Unterricht vorbereitet und nicht unterbrochen werden will, außer es sei dringend. Ich würde das kaum dringend nennen. Außerdem habe ich schon erwähnt, dass er darauf ein Auge haben sollte. Hedwig hat sich laut Harry den Sommer über mit ihm angefreundet."

„Harry weiß bereits von der Eule?" fragte Hermine und hielt inne.

„Ja", rief Ginny aus. „Das habe ich dir in den letzten fünf Minuten versucht, zu erklären, aber du hörst mir ja nicht zu. Er hat mir gesagt, das die Eule oft zu Besuch gekommen war, als er bei seinen Verwandten war."

„Aber wie kannst du dir sicher sein, dass es die gleiche Eule ist?" brachte Ron sich ein. „Vielleicht war das eine andere Eule, mit der sich Hedwig angefreundet hat."

„Ich weiß es, weil ich die Eule getroffen habe, über die Harry gesprochen hat", antwortete Ginny kurz angebunden.

„Wann?" fragten Hermine und Ron gleichzeitig.

„Als Harry mir Mara geschickt hat, hatte er die andere Eule die ganze Zubehör für sie tragen lassen", erklärte sie.

Als sie weiterredeten, schlich Harry an ihnen vorbei zu seiner Bürotür. Mit einer Handbewegung ließ er eine Ritterrüstung hinter dem Dreiergespann einen Zentimeter über dem Boden schweben und wieder auf den Boden fallen. Als sich alle umdrehten, um zu sehen, was das Geräusch verursacht hatte, öffnete Harry die Tür zu seinem Büro, trat ein, warf den Tarnumhang beiseite, trat wieder heraus und schloss die Tür hinter sich. „Was soll der Lärm hier draußen?" fragte er seine Freunde.

„Hi, Harry", grüßte ihn Ginny strahlend. „Wie läuft es mit deinen Unterrichtsplänen?"

„Sehr gut, bis ihr alle aufgetaucht seid und den ganzen Lärm gemacht habt", beschwerte Harry sich zum Spaß.

„Jetzt warte aber mal eine Sekunde", begann Hermine zu widersprechen.

„Entspann dich, Hermine", sagte Harry mit einem Lächeln. „Ich habe nur gescherzt. Was bringt euch Leute also in meine Ecke hier?"

„Nun, wir haben gerade Hedwig und eine schwarze Eule gesehen, wie diese ein - wie wir glauben - Paarungsritual auf den Ländereien absolviert haben. Wir haben nur gedacht, dass du Bescheid wissen solltest, nur im Falle des Falles. So wirst du nicht eines Tages aus heiterem Himmel mit einer Babyeule überrascht werden", erklärte ihm Hermine.

Er lächelte breit als Antwort und hatte noch immer Mühe, seine Heiterkeit zu verbergen. „Ich verstehe. Die beiden schienen über den Sommer sehr eng miteinander befreundet zu sein, aber ich habe niemals gedacht, dass es irgendetwas mit einer Paarung zu tun hätte. Was lässt dich glauben, dass sie irgendeine Art Paarungsritual absolviert haben?"

Hermines Tonfall veränderte sich zu dem, den Harry Vortragsmodus nannte. Sie benutzte diesen Tonfall oft, wenn sie eine Antwort aus einem Buch zitierte oder etwas jemanden erklärte. „Nun, erst einmal flogen sie tagsüber gemeinsam zum Vergnügen. Normalerweise fliegen Eulen nur nachts zum Vergnügen, da sie von Natur aus nachtaktiv sind. Zweitens habe ich noch nie Eulen gesehen, die so koordiniert miteinander geflogen sind. Es war, als würden sie miteinander tanzen oder so. Es war wunderschön anzusehen. Die Hälfte der Mädchen aus dem Gryffindorturm waren vom Fenster nicht wegzubewegen und haben ihnen beim Fliegen zugesehen."

„Was du nicht sagst", sagte Harry, ehrlich überrascht, dass so viele Menschen ihnen beim Fliegen zugesehen hatten. „Danke fürs Erzählen. Ich werde ein Auge darauf haben müssen. Aber für den Moment sollte ich mich wieder meiner Arbeit zuwenden. Ich muss die Vorbereitungen für den Unterricht heute abschließen. Vergesst nicht, etwas zu tragen, das euch etwas Bewegungsfreiraum erlaubt. Wir werden heute mit ein paar neuen Übungen beginnen."

„Was werden wir tun?" fragte Ron.

„Ich will euch doch nicht die Überraschung verderben", sagte Harry mit einem Lächeln. „Ihr werdet es bald genug herausfinden. Tragt einfach nichts Unförmiges wie eure Schulroben und es wird passen. Sagt es den anderen, wenn ihr jemanden sehen solltet. Ich bin mir nicht sicher, ob alle daran denken werden."

„Sieh es als erledigt an", meinte Ginny und packte Ron und Hermine am Arm, um sie umzudrehen: „Wir sehen dich dann beim Mittagessen, Harry."

„Ja, bis später, Kumpel", rief Ron.

Harry winkte ihnen allen zu. Als sie begannen, wegzugehen, schaute Ginny über ihre Schulter zurück zu ihm, eine Augenbraue hochgezogen. Er lächelte ihr zu und zwinkerte mit dem Auge. Ginny grinste und winkte ihm noch einmal zu, bevor sie auch schon um die Ecke bogen und nicht mehr zu sehen waren.

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Es war nicht viel später, dass sich Harry im Raum der Wünsche vor einer großen Gruppe Schüler stehend wiederfand und diese in dem Aufbau von Schutzzaubern instruierte. Der Großteil seines Unterrichts bei den Anfängern wurde damit verbracht, den Protego zu perfektionieren. Sie arbeiteten auch am Petrificus Totalus.

Das Mittagessen war eine schnelle Sache für Harry. Nachdem sein erster Unterricht zu Ende war, rannte er hinunter zur Großen Halle, schlang schnell etwas Essen hinunter und eilte zurück zum Raum der Wünsche, um diesen für seinen nächsten Unterricht vorzubereiten. Der Raum musste etwas anders sein als er es normalerweise war und daher wollte er die Extrazeit, um sicherzugehen, dass alles korrekt vorbereitet war. Nachdem er dreimal an der richtigen Stelle hin und her gegangen war und sich vorstellte, was er brauchte, öffnete Harry die Tür, die vor ihm erschienen war.

Das Erste, das er bemerkte, war die Größe des Raumes. Er war groß, viel größer als ihr üblicher Raum und machte der Größe der Großen Halle Konkurrenz. Es gab eine kleine Bühne am Anfang des Raumes, auf der er Anweisungen geben konnte. Auf dem Boden waren überall im Raum über ein Dutzend große Kreise markiert. In der Mitte von jedem dieser Kreise war ein kleinerer Kreis eingezeichnet, der etwa einen Meter Durchmesser hatte.

Er ging zu jedem Kreis und sprach einen Zauberspruch über ihn. Der Zauberspruch war eine Art Schutzzauber, der oft in Duellierturnieren verwendet wurde. Sein Zweck war es, jegliche Zaubersprüche zu absorbieren, die in den Barrieren landeten. Harry verwendete eine schwache Version des Zauberspruchs, da während dieser Übung keine starken Zaubersprüche von seinen Schülern verwendet werden würden.

Er wanderte eine Weile auf der kleinen Bühne auf und ab und ging die Unterrichtsstunde im Kopf durch. Er überlegte, was er sie machen lassen wollte und wie er es umsetzen wollte. Irgendwann fingen die Schüler an, das Zimmer zu betreten. Als die Uhr ein Uhr schlug, schloss Harry die Türe und zauberte mit einer Zauberstabbewegung Schutzzauber auf sie. Er holte den magischen Vertrag, den alle unterschrieben hatten, heraus und murmelte. „Zeige mir Nicht-Mitglieder." Nichts passierte. Zufrieden verstaute Harry den Vertrag wieder in seinen Roben und bat um die Aufmerksamkeit von allen. Der ganze Raum wurde sofort still und alle hörten ihm zu.

„Dankeschön. Wir werden den Unterricht mit dem Patronuszauber beginnen. Das wird das letzte Mal sein, dass wir ihn im Unterricht behandeln. Es ist jedoch sehr wichtig, dass ihr alle diesen Zauberspruch zaubern könnt. Wenn jemand nach dem heutigen Tag weiterhin Probleme mit dem Spruch hat, könnt ihr jederzeit zu mir kommen und außerhalb des Unterrichts mit mir reden." Harry demonstrierte der Klasse noch einmal die richtigen Zauberstabbewegungen und die richtige Zauberformel, um sie daran zu erinnern. „Nun, ich möchte, dass ihr alle eure positiven Gedanken und Erinnerungen hervorholt und euch auf sie konzentriert und es dann einfach probiert. Wenn ihr in der Situation seid, dass euer Patronus das letzte Mal im Unterricht keine Gestalt annehmen wollte, würde ich vorschlagen, dass ihr einen stärkeren Gedanken oder eine stärkere Erinnerung findet. Der Zauberspruch benötigt starke positive Gefühle, um ihm Kraft zu geben. Den richtigen Fokus zu finden ist also entscheidend. Ihr dürft anfangen."

Mehrere Schüler begannen sofort. Diejenigen, die das letzte Mal in der Lage gewesen waren, einen gestaltlichen Patronus herbeizuzaubern, waren dabei zusammen mit einigen anderen Schülern die führende Gruppe. Harry bemerkte unter diesen Schülern Ginny und Neville, mit denen Harry nach dem letzten Unterricht geredet hatte. Er hatte sie beide dazu ermuntert, sich etwas Neues auszusuchen, auf das sie sich beim nächsten Versuch konzentrieren wollten und war interessiert, die Ergebnisse davon zu sehen.

Neville war der erste der Beiden, der den Zauberspruch probierte. Er kreierte einen dicken Nebel aus Dampf, der an bestimmten Stellen undurchdringlicher zu werden schien, als ob er versuchte, eine Gestalt anzunehmen, aber es noch nicht wirklich konnte. Harry lächelte ihn ermutigend an und blickte zu Ginny. Sie trug einen konzentrierten Ausdruck auf ihrem Gesicht, als sie die Worte „Expecto Patronum" rief.

Eine schlanke silberne Gestalt kam schnell aus ihrem Zauberstab hervor und umkreiste sie beschützend. Er näherte sich, um das Tier zu begutachten. Es hatte vier Beine und einen langen Schwanz. Es bewegte sich anmutig wie eine Katze. Ginny grinste ihren Patronus breit an. Sie schaute hoch und sie sahen sich kurz in die Augen. Ein Blick des plötzlichen Verständnisses tauchte auf ihrem Gesicht auf und ein Rotton erschien auf ihrem Hals und ihrem Gesicht. Sie konzentrierte sich wieder auf ihren Patronus und gab dem Nebel einen freundlichen Klaps, als es vor ihr saß. Ihre Hand tauchte durch die Gestalt hindurch und die Gestalt verschwand.

Hermine stand neben Ginny und freute sich ehrlich für ihre Freundin: „Ginny!" quietschte sie, was neu für Harry war, da Hermine nie quietschte, das war etwas für andere, mädchenhaftere, Mädchen. „Es war wunderschön. Es war eine Art Katze nicht wahr?" Ginny nickte nur als Antwort, noch immer rot im Gesicht. „Was für eine Katze war es, was meinst du? Sie war ziemlich groß", überlegte Hermine. „Es könnte eine Löwin oder ein Luchs gewesen sein ... vielleicht ein Tiger, vielleicht ein ...",sie japste plötzlich und hielt eine Hand vor den Mund. „Ich weiß, was es war", verkündete sie mit einem wissenden Lächeln.

„Hermine ...", warnte Ginny, aber Hermine achtete nicht auf sie.

„Was hattest du gesagt war dein mysteriöser Retter gewesen? Oh ja, ich erinnere mich jetzt: ein Panther." Hermine genoss dies alles sichtlich. Harrys Mund klappte leicht vor Schock angesichts dieser Offenbarung auf. Wenn Ginnys Gestalt ein Panther war, dann gab es eine ziemlich große Chance, dass er erraten konnte, welche Erinnerung sie verwendete, um ihrem Patronus Kraft zu geben. Und es war doch etwas schmeichelnd, wenn er ehrlich mit sich selbst war.

Hermine währenddessen fuhr mit ihrer Folter fort: „Es macht Sinn, wirklich, schließlich hast du mir alles über ihn erzählt."

„Hermine ... du hörst jetzt besser sofort auf", verlangte Ginny, die Drohung in ihrer Stimme nicht zu überhören.

Aber wieder ignorierte Hermine sie und quälte ihre Freundin weiterhin: „Was hast du über ihn gesagt? Wie gutaussehend und stark er war und wie du dich in seinen Armen sicher gefühlt hast?" Harry grinste. Wenn das nicht das ultimative Erpressungsmaterial war.

Ginny hatte offensichtlich genug: „So Hermine", sagte sie laut, trotz der Tatsache dass ihre Freundin direkt neben ihr stand: „hast du schon von Viktor Krum gehört? Du hast erwähnt, dass du ihm vor kurzem geschrieben hast, nicht wahr?"

Das hatte das gewünschte Ergebnis. Hermines Grinsen verschwand schnell. „Was ist das über Vicky?", fragte eine Stimme laut. Hermines Schultern versteiften sich merklich. Sie starrte Ginny finster an, die den Blick erwiderte und ihre Zunge herausstreckte. Hermine drehte sich um, um sich Ron zu widmen und Harry nahm die Gelegenheit war, um zu Ginny zu gehen.

„Einen ziemlich gutaussehenden Patronus hattest du da", kommentierte Harry leichthin. „Wunderschöne Kreatur, wenn ich das so sagen darf. Niemals zuvor habe ich etwas mit mehr Anmut und Kraft gesehen."

„Oh, Klappe, Potter", war Ginnys Antwort darauf und schubste Harry an der Schulter.

„Kein Grund, aggressiv zu werden, Gin", erwiderte Harry ruhig. „Ich habe dir lediglich ein Kompliment gemacht. Du hast gute Arbeit geleistet. Einen Patronus heraufzubeschwören ist schwierige Magie. Du solltest auf dich und deinen Patronus stolz sein."

„Fang gar nicht erst an, Harry. Ich bin nicht in der Stimmung." Und Harry konnte sehen, dass sie es todernst meinte. Er beschloss, dass er aufhören sollte, bevor sie sich entschied, einen Gegenangriff zu starten, so wie sie es mit Hermine gemacht hatte. Er ließ sein neckendes Grinsen verschwinden und schaute sie ernst an.

„Ich meine es aber wirklich so, Gin. Gute Arbeit mit deinem Patronus. Ich wusste, dass du es kannst."

Einen Moment lang suchte sie in seinen Augen nach der Unwahrheit. Sie musste mit dem, was sie fand, zufrieden sein, da sie plötzlich lächelte und ihm dankte. Harry erwiderte ihr Lächeln und ging weiter, um anderen zu helfen, die Schwierigkeiten hatten. Er wies Ron und Hermine fürs Streiten wenn sie arbeiten sollten zurecht. Er ermutigte Neville, weiter zu üben und dass er es im Nu können würde. Er drehte eine Runde durchs Zimmer. Nach einiger Zeit entschied er, dass es an der Zeit war weiterzumachen.

Er ging zu der kleinen Bühne am Anfang des Raumes und sprang hinauf. Eine Trillerpfeife tauchte auf dem Podium auf, als er an sein Bedürfnis danach dachte. Harry nahm sie und blies. Ein helltönendes Geräusch hallte durch den hohen Raum und Stille entstand. Die Aufmerksamkeit von allen war nun auf Harry gerichtet.

„Gute Arbeit, alle. Das ist ein besonders schwieriger Zauberspruch zu lernen. Diejenigen von euch, die einen gestaltlichen Patronus herbeizaubern konnten, sollten sehr stolz auf sich sein. Die meisten der durchschnittlichen erwachsenen Hexen und Zauberer kommen damit nicht so weit. Ich möchte euch alle ermutigen, den Zauberspruch in eurer eigenen Zeit weiterhin zu üben, auch diejenigen, die einen gestaltlichen Patronus herbeigezaubert haben. Mit den Dementoren auf Voldemorts Seite", - die Menschen im Raum zuckten erkennbar zusammen, aber Harry fuhr fort: „ist es nur eine Frage der Zeit, bevor sie beginnen, sie in ihren Angriffen zu verwenden. Ihr werdet es äußerst schwer finden, einen Patronus vor einem Dementor herbeizuzaubern, viel schwieriger, als sie hier in diesem Raum herbeizuzaubern. Es wird eure ganze Konzentration brauchen, um die Auswirkungen der Dementoren genug auszublenden, um sich auf etwas Positives zu konzentrieren. Es ist also wichtig, das ihr bereit seid, wenn die Zeit kommen sollte."

„Nun ist es an der Zeit, zum nächsten Part der heutigen Stunde zu kommen. Dies wird für euch alle eine neue Art des Unterrichts sein. Ich habe euch alle gebeten, etwas zu tragen, in dem ihr euch wohl fühlt euch zu bewegen und ich sehe, dass nicht jeder meinen Ratschlag angenommen hat. Ich habe wenig Zweifel, dass ihr diese Entscheidung bald bedauern werdet." Die Schüler schauten sich alle gegenseitig nervös an und fragten sich, was Harry mit ihnen vorhatte.

„Ihr werdet bemerkt haben, dass mehrere Kreise überall im Raum verteilt aufgezeichnet sind", zeigte Harry. Die Schüler begannen sich umzuschauen und es war klar, dass viele dieses Detail nicht bemerkt hatten. „Der nächste Part dieser Stunde wird im Ausweichen bestehen. Todesser verwenden viele Zaubersprüche, die von keinem konventionellen Schildzauber geblockt werden können und drei können von keinem Schildzauber aufgehalten werden. Es ist wichtig, dass ihr alle lernt, wie ihr vermeidet, überhaupt getroffen zu werden."

Die Schüler sahen daraufhin sehr besorgt aus und viele fragten sich, wovor sie ausweichen sollten. Andere, wie Parvati Patil und Lavender Brown, schienen von dem Gedanken, sich körperlich zu betätigen, angewidert zu sein. „Íhr werdet euch alle mit einem anderen Schüler zusammentun. Ein Schüler wird in dem kleinen Kreis in der Mitte des großen Kreises stehen. Diese Person wird zaubern. Die andere Person wird ausweichen. Derjenige der ausweicht muss innerhalb des großen Kreises bleiben.

Der Zauberer wird einen leichten Brandzauber auf denjenigen werfen, der ausweicht. Ihr solltet alle den Zauberspruch kennen, aber falls dies nicht der Fall sein sollte, die Zauberformel ist Morsus." Er demonstrierte die Zauberstabbewegung, die dazugehörte. „Derjenige, der ausweicht, darf keine Magie verwenden. Ich erwarte von euch, dass ihr diese Zaubersprüche behandelt als seien es Unverzeihliche. Seit ich Teil der Zaubererwelt geworden bin, sind die Unverzeihlichen als eine unaufhaltbare, unblockierbare Macht präsentiert worden. Wenn euch grünes Licht entgegenkommt, seid ihr tot. Es gibt keine Verteidigung gegen sie ... bla bla bla. Nun, ich bin hier, um euch zu sagen, dass das verdammter Blödsinn ist. Ihr seht, wie euch ein grünes Licht entgegenkommt und ihr weicht ihm aus. Das ist eure Verteidigung.

Ich erwarte von jedem, dass er diese Übung ernst nimmt. Eines Tages könntet ihr in einer lebensgefährlichen Situation sein und dieses Können könnte den Unterschied ausmachen. Jeder, den ich erwische, der die Zaubersprüche nur halbherzig zaubert oder bei dem ich vermute, dass er nicht versucht, die Zielperson zu treffen, wird gezwungen werden, als Strafe meinen eigenen Brandzaubern auszuweichen. Ich kann euch garantieren, dass ihr es nicht genießen werdet. Wir werden in fünf Minuten Intervallen arbeiten. Ein Partner wird für fünf Minuten ausweichen, während der andere zaubert. Ich werde die Zeit ansagen, dann wechselt ihr. Nun sucht euch alle einen Partner."

Nicht überraschend taten sich für diese Übung Freunde zusammen. Die meisten fanden einen Partner aus ihrem eigenen Haus. Blaise und Daphne taten sich zusammen, wie auch Ron und Hermine. Die einzige bemerkenswerte Ausnahme zu dieser Regel waren Ginny und Luna, die beschlossen hatten, trotz ihrer unterschiedlichen Häuser zusammenzuarbeiten. Sobald jeder einen Partner zu haben schien, sprach Harry wieder:

„Also gut. Hat jeder einen Partner?". Niemand gab zu, partnerlos zu sein, und so fuhr Harry fort: „Gut, Ich möchte, dass ihr euch alle verteilt und dass jede Gruppe einen Kreis in Besitz nimmt. Entscheidet selber, wer von euch zuerst zaubert und wer von euch zuerst ausweichen wird."

Die Menge kam in Bewegung, als jeder zu einem Kreis ging. Es gab dabei wenig Probleme, da jeder Kreis genau so aussah wie jeder andere. Als jeder seinen Platz gefunden hatte, sprach Harry wieder: „Jetzt möchte ich, dass ihr alle versucht, den Brandzauber auf jemanden in einem anderen Kreis zu zaubern."

Die Schüler schauten sich gegenseitig an, als sei er verrückt. Ginny, die sich eine herausragende Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte, hexte einen Brandzauber in die Richtung von Ron. Sie war schockiert, als der Zauber an einer unsichtbaren Mauer nicht weit von ihr entfernt abprallte. Mehrere der anderen versuchten es ebenfalls und ernteten ähnliche Ergebnisse. „Ihr habt ohne Zweifel festgestellt, dass kein Zauber aus dem Kreis heraus kann. Ihr müsst also keine Angst haben, von verirrten Sprüchen aus anderen Gruppen getroffen zu werden. Nun, hat noch jemand Fragen?"

Hermines Hand schoss in die Höhe. „Ja Hermine?"

„Was sollen wir wegen der Brandzauber machen, von denen wir getroffen werden?" fragte sie.

„Eine exzellente Frage. Das habe ich vergessen zu erwähnen. Nach jeder Runde, könnt ihr das Brennen mit einem einfachen Finite Incantatem heilen. Der Zauber ist so leicht, dass ihr keinerlei bleibende Auswirkungen danach haben werdet. Noch Fragen?"

Niemand sprach. „Gut. Diejenigen, die ausweichen, geben ihren Zauberstab bitte ihren Partnern. Diejenigen, die zaubern, bleiben während der Übung in dem kleinen Zirkel. Ihr anderen müsst in dem größeren Kreis bleiben. Bereit?" Eine Person in jeder Gruppe ging zu dem kleineren Kreis. Sobald alle aufgehört hatten herumzugehen, rief Harry aus: „Beginnt."

Nach einer Minute stieg Frustration in Harry auf. Das lief nicht so, wie Harry sich das erhofft hatte. Diejenigen, die zauberten, taten dies halbherzig und diejenigen, die auswichen, mussten sich kaum bewegen, um zu vermeiden, getroffen zu werden. Niemand versuchte wirklich jemanden zu treffen und die Geschwindigkeit, mit denen die Leute zauberten, war armselig.

Harry pfiff lautstark mit seiner Trillerpfeife und schrie: „Genug!" Die ganze Klasse sah zu ihm hoch und sah ihren Lehrer rot vor Wut. Diejenigen, die nahe bei Harry standen, wichen einen Schritt vor ihm zurück. „Das war erbärmlich. Nennt ihr das zaubern? Erwartet ihr wirklich, damit jemanden zu treffen? Es ist offensichtlich, dass ihr alle eine Demonstration benötigt, wie das alles aussehen sollte. Ich brauche einen Freiwilligen, der diese Übung mit mir absolviert. Wir werden beide nacheinander ausweichen, so dass ich zaubern und ausweichen demonstrieren kann, da ihr alle unfähig zu sein scheint, beides auszuführen. Ist jemand bereit, mir mit dieser Demonstration zu helfen?"

Eine ganze Minute lang bewegte sich niemand. Dann, zu seiner Überraschung, schritt Blaise nach vorne. „Ja, Potter, ich helfe dir."

Harry lächelte dem Slytherin leicht zu und nickte: „Also gut. Danke, Blaise. Gut zu sehen, dass jemand hier etwas Rückgrat hat. Ich werde zuerst zaubern. Auf diesem Weg wirst du dich nicht zurückhalten, wenn du an der Reihe bist."

„Ich glaube nicht, dass du dir Sorgen darüber machen musst, dass ich mich zurückhalte, wenn es darum geht, dich zu verhexen", erwiderte Blaise ernst.

Harry gluckste: „Du hast wahrscheinlich Recht. Nichtsdestotrotz, werde ich, denke ich, dennoch zuerst zaubern. Und bevor wir beginnen, ich möchte nur, dass du weißt, dass es nichts Persönliches ist. Ich arbeite mit dir genauso hart wie ich mit jedem anderen arbeiten würde, nicht mehr und nicht weniger."

Blaise nickte kurz als Antwort. Harry gesellte sich zu Blaise in dessen Kreis und Daphne trat heraus. Harry stand in dem kleineren Kreis und sah Blaise an. Er bemerkte, dass der Rest der Klasse sich um sie herum versammelt hatte, um einen guten Blick auf das Spektakel zu haben. Harry grinste finster, als er fragte: „Bereit?"

„Zeig mir, was du kannst, Potter", erwiderte Blaise.

„Du wolltest es so", lächelte Harry. „Fertig ... Los." Und er begann. Harry ließ mit tödlicher Zielgenauigkeit einen Brandzauber nach dem anderen auf den Slytherin los. Die Zuschauer sahen geschockt zu, wie Zauber um Zauber den Körper des Slytherins trafen, trotz Blaises Versuch, den Lichtstrahlen aus Harrys Zauberstab auszuweichen. Harry hielt sich zurück. Er hätte viel schneller zaubern können, als er es tat, aber er wollte dem Jungen eine Chance geben, ein paar seiner Zaubersprüche auszuweichen. Nach einigen Minuten hörte Harry mit seinem Zauberspruchhagel auf und zauberte schnell ein Finite Incantatem auf seinen Gegner, um diesen von dem Brennen zu erlösen.

„Das ist es, wie ihr zaubern solltet. Umso mehr ihr euch herausfordert, umso größer werden eure Chancen in diesem Krieg sein. Nun Blaise, ich nehme an du willst mich für das gerade eben zahlen lassen?" fragte Harry mit einem Grinsen.

„Du hast keine Scherze gemacht, Potter. Ich glaube, ich werde es nach diesem Geschehen genießen, an der Reihe zu sein." Er ging zu dem mittleren Kreis, den Harry gerade verlassen hatte und stellte sich Harry gegenüber.

Harry nickte dem Jungen zu und rief: „Fertig ...Los," Blaise begann so schnell er konnte Zaubersprüche auf Harry loszulassen. Aber Harry war schnell. Er vermied gewandt die Lichtstrahlen, die ihm entgegenkamen. Nachdem sein anfänglicher Zauberhagel nicht getroffen hatte, konzentrierte sich Blaise mehr darauf, sein Ziel zu treffen. Er zauberte so schnell er konnte, konnte aber trotzdem nicht die Schnelligkeit erreichen, mit der Harry gezaubert hatte, obwohl Harry nicht so schnell gezaubert hatte wie er konnte. Zauberspruch auf Zauberspruch verließ Blaises Zauberstab, aber Harry sprang, duckte, rollte, drehte und trat aus dem Weg, und all das, ohne die Abgrenzungen des größeren Kreises zu verlassen.

Die Gruppe Studenten, die um sie herumstanden, schauten mit unterschiedlichem Ausmaß an Schock und Bewunderung zu. Niemals zuvor hatten sie so etwas gesehen. Für ganze fünf Minuten wich Harry innerhalb des Zirkels den Sprüchen von Blaise aus. Schließlich rief er Blaise zu, aufzuhören. Leicht von der Anstrengung schnaufend nahm sich Harry einen Moment, um zu Atem zu kommen, bevor er die Klasse ansprach.

Er wischte sich den Schweiß von seinem Gesicht und sagte: „So weicht man Zaubersprüchen aus. Ihr werdet sehen, dass es viel einfacher ist, Brandzauber schnell hintereinander zu zaubern als einen mächtigeren Fluch oder Zauber. Wenn ihr also ein Level erreicht, wo ihr in der Lage seid, einer Folge von Brandzaubern ausweichen zu können, dann solltet ihr keine Probleme haben, Unverzeihlichen auszuweichen, sollte die Situation entstehen.

Ich erwarte von euch nicht, in der Lage zu sein, heute jedem einzelnen Zauber auszuweichen, der auf euch geschleudert wird, aber ich erwarte, dass ihr euch alle anstrengt. Und ich erwarte, dass ihr eure Partner auch zum Arbeiten zwingt. Das ist kein Spiel. Das ist Krieg und muss ernst genommen werden. Ich bin hier, um euch zu helfen, zu überleben. Nun geht alle zurück zu euren Kreisen und lasst es uns noch einmal versuchen."

Harry war mit der nächsten Runde nicht vollständig zufrieden, aber sie wurden besser. Jeder Partner fuhr für den Rest des Unterrichts damit fort, abwechselnd zu zaubern und auszuweichen. Die Ergebnisse waren nicht sehr spektakulär und er vermutete, dass sich noch immer einige zurückhielten, aber er war für den Moment mit dem Fortschritt zufrieden, den sie gemacht hatten. Nach nicht allzu langer Zeit war ihre Zeit um und er stoppte die Geschehnisse.

„Ihr werdet besser, aber ihr braucht noch viel Übung. Wir werden während jedes Unterrichts etwas Zeit damit verbringen, daran zu arbeiten, ich erwarte also von euch allen, für etwas körperliche Aktivität vorbereitet zu sein. Nächste Woche werden wir größtenteils an Duelliertaktiken arbeiten. Bevor ich anfange, neue Zaubersprüche einzuführen, möchte ich, dass ihr euch alle kompetent duellieren könnt, sonst werden euch die Zaubersprüche nichts bringen. Ihr dürft gehen."

Die Schüler begannen alle, den Raum zu verlassen, viele flüsterten grummelnd miteinander. Seine fünf besten Freunde, die, die ihn letzten Juni in die Mysteriumsabteilung begleitet hatten, blieben alle zurück. Glücklicherweise blieb Cho dieses Mal nicht zurück, um mit ihm zu sprechen. Es war nicht so, dass er Cho nicht mochte, aber sie machte ihn ein wenig unbehaglich. Nicht nur war sie letztes Jahr seine erste wirkliche Verknalltheit gewesen, aber ihre Beziehung, wenn man das so nennen konnte, war spektakulär gescheitert. Er fühlte jetzt nichts mehr für sie, aber sie schien noch immer mit ihm flirten zu wollen. Und sie hatte auch schon einen neuen Freund. Sie sollte überhaupt nicht mit Harry flirten, wenn sie einen neuen Freund hatte, und Harry wusste einfach nicht, wie er sich verhalten sollte.

Seine fünf Freunde standen alle zusammen und sprachen miteinander. Ginny und Neville waren ein wenig erhitzt, sahen aber zufrieden aus. Luna sah wie immer träumerisch aus. Hermine sah müde aus, aber ansonsten undurchdringbar und Ron schien noch immer grummelig zu sein. Wahrscheinlich juckte es ihn noch immer, mit Hermine über Krum zu argumentieren. Er wusste nie, wann er aufhören sollte.

Harry näherte sich der Gruppe, als die letzten der Schüler gingen und fragte: „Also, was denkt ihr?"

„Du warst unglaublich", war Ginnys Kommentar.

„Ja, ich weiß nicht, wo du gelernt hast, dich so zu bewegen, aber du hast uns definitiv etwas Stoff zum Nachdenken gegeben. Hat Blaise dich überhaupt getroffen?" fragte Neville.

„Nein, ich glaube nicht. Du musst daran denken, dass ich seit dem Anfang des Sommers täglich trainiere: Joggen, Workingout und an meiner Gewandtheit arbeite. Es braucht viel Zeit und Anstrengung, um zu diesem Punkt zu gelangen", erklärte Harry.

„Nun, dein ganzes Training ist definitiv zu sehen", meinte Hermine. Sie errötete, als sie die Doppeldeutigkeit ihrer Aussage bemerkte.

Harry lachte über ihr Unbehagen, wie auch Neville und Ginny. Harry war sich nicht sicher, ob Luna überhaupt zuhörte und Ron versuchte im Moment, Hermine zu ignorieren. „Nun, danke Hermine."

Sie begannen langsam Richtung Tür zu gehen. Luna verließ die Gruppe und sie gingen weiter zum Gryffindorturm. Der Rest des Tages verging mit Zaubererschnippschnapp und Zaubererschach, vor dem Feuer reden und das Beenden einiger letzter Hausaufgaben, als eine erneute Woche Unterricht sich näherte.

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